Worum geht es? Deutschland gehen die Soldaten aus. Die Wehrpflicht wurde am 1. Juli 2011 ausgesetzt, nun kehrt sie ein kleines Stück zurück. Freiwilligkeit wird zur Pflicht.
Was heißt das? Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat ein Gesetzespaket zur Einführung eines neuen Wehrdienstes beschlossen. Es soll bald dem Bundestag zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden.
Was ist das Ziel? Langfristig eine aktive Truppe von 260 000 Soldatinnen und rund 200 000 Reservistinnen – insgesamt etwa 460 000 Einsatzkräfte. Aktuell fehlen der Bundeswehr 80.000 aktive Soldaten.
Wie soll das gehen? Mit einem Stufenplan. Ab Jänner 2027 sollen alle 18-jährigen Männer verpflichtend einen Fragebogen erhalten. Damit soll festgestellt werden, ob sie zum Wehrdienst geeignet und dazu bereit sind. Frauen können, müssen den Fragebogen aber nicht ausfüllen.
Was passiert danach? Ab 2028 sollen alle 18-jährigen Männer wieder zur Musterung. Angepeilt (wenn auch nicht so gesagt) wird ein System ähnlich wie das in Dänemark und Schweden. Melden sich ausreichend viele freiwillig, ist alles gut, sonst wird rekrutiert.
Was ist das Zuckerl? Es gibt deutlich mehr Sold. Wer den Wehdienst absolviert, wird künftig wie ein Zeitsoldaten bezahlt und soll mehr als 2000 Euro netto monatlich erhalten.
Worum geht es? Netflix hat 2023 angekündigt, eigene Erlebniszentren zu eröffnen. Ziel: Serien- und Filmwelten physisch erlebbar machen – ähnlich wie Themenparks, aber mit 9.000 Quadratmetern kleiner und urbaner. Nun stehen die Starttermine fest.
Wo gibt es "Netflix Houses"? In Philadelphia (King of Prussia Mall) wird am 12. November gestartet, Dallas (Galleria Dallas) folgt am 11. Dezember, Las Vegas (The Strip) 2027.
Was wird geboten? Eine Kombination aus interaktiven Sets, Restaurants (Netflix Bites), Fan-Shop, Theater, Mini-Golf, VR-Erlebnissen und Arcade-Spielen. Es soll jährlich neue Erlebniswelten geben.
Zum Beispiel? In Philadelphia "Wednesday: Eve of the Outcasts", ein makabrer Jahrmarkt rund um Wednesday. "Stranger Things: Escape the Dark“ und "Squid Game: Survive the Trials" in Dallas.
Was kostet der Spaß? Der Eintritt ist frei, viele Attraktionen erfordern aber separate Tickets. Der Vorverkauf beginnt im Oktober.
Worum geht es? Die Präsidenten der Verbände der Autohersteller und der Zulieferer schrieben einen gemeinsamen Brief an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Sie fordern eine Anpassung der "Politik an die Realitäten".
Wer sind die Verfasser? Mercedes-Chef Ola Källenius für die European Automobile Manufacturers' Association (ACEA) und Matthias Zink, Chef der Antriebssparte bei Schaeffler, für die European Association of Automotive Suppliers (Clepa).
Was steht drin? Die Manager sprechen von der "letzten Chance der EU" die "heutigen Markt-, geopolitischen und wirtschaftlichen Realitäten" anzuerkennen. Und: "Die aktuellen CO₂-Ziele für 2030 und 2035 sind ohne politische Änderungen nicht mehr erreichbar."
Was ist gemeint? Der Sektor sei bereit, in die für die Dekarbonisierung erforderlichen Technologien zu investieren und diese bereitzustellen ...
... aber? "Europa ist derzeit in der Batterie-Wertschöpfungskette nahezu vollständig von Asien abhängig, verfügt über eine ungleichmäßige Ladeinfrastruktur, hat hohe Kosten in der Herstellung – auch für Strom – und unterliegt belastenden Zöllen, etwa dem 15-prozentigen Zoll auf EU-Fahrzeugexporte in die USA," heißt es im Brief.
Also Rückkehr zum Verbrenner? Das sagen die Manager nicht konkret. Sie fordern "stärkere Anreize auf der Nachfrageseite (Kaufzuschüsse, Steuersenkungen, geringere Ladekosten) und "eine faire Behandlung von Plug-in-Hybridfahrzeugen".
Also doch weiter mit E-Autos? Jein. Die Unternehmer sind für "Technologieneutralität", die alle Technologien umfasst, die zur Dekarbonisierung beitragen können. Also "Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride, Range Extender, Wasserstoff". Aber auch "hocheffiziente Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und dekarbonisierte Kraftstoffe".
Heißt also was? Mehr Förderung für E-Mobilität, den Verbrenner nicht verdammen. Am 12. September wird darüber verhandelt.
Worum geht es? Der französische Filmschauspieler und Regisseur Dany Boon ("Willkommen bei den Sch'tis") wurde offenbar von einem mutmaßlichen Betrüger um 7 Millionen Euro erleichtert, berichtet der Guardian.
Und? Die Geschichte, die der Beschuldigte Thierry Fialek-Birles dabei erfand, um an das Geld zu kommen, ist so komplex, dass sie aus einem der Filme des Franzosen stammen könnte.
Was ist geschehen? Der mutmaßliche Betrüger soll Boon zunächst 2,2 Millionen Euro abgenommen haben, um dafür dessen neu erworbene Segeljacht "Umaren" zu restaurieren. Monate später überredete er den Künstler, weitere 4,5 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, diesmal für ein Investment-Programm der irischen Zentralbank. Beide Male zahlte der Franzose das Geld auf ein Konto von Fialek-Birles Unternehmen ein.
Wurde er nicht stutzig? Doch, als er schließlich einen anonymen Hinweis erhielt, dass sein Geschäftspartner nicht den besten Rufe genieße, forderte Boon sein Investment zurück. Daraufhin tischte ihm der Beschuldigte eine abenteuerliche Geschichte auf, dass sein Unternehmen selbst verkauft worden sei, eher er untertauchte.
Wo tauchte er wieder auf? 2024 in Panama, nach einer weltweiten Fahndung durch Interpol. Inzwischen sitzt der Mann in Frankreich in Haft und wartet auf seinen Prozess, der im September in Nizza beginnen soll.
Wird Boon bei dem Prozess auch auftreten? Das ist zweifelhaft. Der Künstler gab sich zu der ganzen Geschichte bisher sehr wortkarg. Immerhin: Der Angeklagte hat erklärt, er wolle "Wiedergutmachung leisten" und Boon sein Geld zurückzahlen.
Worum geht es? Am Dienstag unterzeichnete Donald Trump eine neue Executive Order. Sie stellt das Verbrennen der US-Flagge indirekt unter Strafe.
Warum indirekt? Weil es ein Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA aus dem Jahr 1989 gibt. Danach fällt das Verbrennen der US-Flagge unter die Redefreiheit und ist vom ersten Verfassungszusatz geschützt. Es sei eine Form der politischen Meinungsäußerung, so die Richter.
Wie umgeht das Trump nun? Die Anordnung kriminalisiert nicht unmitttelbar das Verbrennen der Flagge. Generalstaatsanwältin Pam Bondiwird darin angewiesen, vorrangig gegen Fälle von "Flaggenentweihung" vorzugehen und das passende Gesetz dagegen zu finden.
Was heißt das? Wird eine Fahne angezündet, soll geschaut werden, gegen welches lokale Gesetze dabei verstoßen wird, also etwa "Beschränkungen für offene Verbrennungen".
Welche Strafen drohen? "Wenn man eine Flagge verbrennt, bekommt man ein Jahr Gefängnis, keine frühen Ausgänge, nichts", sagte Trump bei der Unterzeichnung der Durchführungsverordnung. Ob das hält, ist unklar.
Was ist das Ziel? Abschreckung, viel Symbolik. In der Executive Order steht, dass die Regierung den Respekt und die Heiligkeit der Flagge wiederherstellen will.
Worum geht es? Im Montag veröffentliche Donald Trump auf auf Truth Social einen Brief,den er am Lisa Cook geschrieben hatte. Darin kündigte er der Gouverneurin der Fed ihre sofortige Entlassung an. Ein bisher einmaliger Vorgang.
Was ist die Fed? Die Federal Reserve, die US-Zentralbank also. Ihre Ziele werden im Federal Reserve Act festgelegt: "Maximale Beschäftigung, stabile Preise und moderate langfristige Zinssätze."
Wer führt die Fed? Ein Rat aus sieben Mitgliedern. Sie werden vom Präsidenten nominiert und dienen gestaffelt für jeweils 14 Jahre. Fed-Präsident ist Jerome Powell, der mit Trump häufig in Konflikt steht.
Wer ist Lisa Cook? Die 61-Jährige ist eine der sieben Gouverneure, hat zwei Bachelor-Abschlüsse und einen Doktortitel, promovierte in Wirtschaftswissenschaften an der University of California in Berkeley, lehrte auch in Harvard.
Wie lange dauert ihre Amtszeit? Laut den geltenden Regeln bis 31. Januar 2038. Sie wurde von Trump-Vorgänger Joe Biden ernannt, war die erste schwarze Frau im Gremium.
Warum will Trump sie los werden? Er ist mit der Fed übers Kreuz, verlangt Zinssenkungen. Offiziell wirft er Cook vor, sie habe bei der Beantragung von Hypotheken 2021 zwei Immobilien – ein Haus in Michigan und eine Eigentumswohnung in Atlanta – als ihren Hauptwohnsitz angegeben, um bessere Bankonditionen zu erhalten.
Ist da was dran? Sie bestreitet die Vorwürfe, bisher wurde kein Beweis vorgelegt. Trump aber spricht von einem "sufficient cause".
Was ist damit gemeint? Fed-Mitglieder können nur aus "wichtigen Gründen" entlassen werden. Definiert ist das nicht. Ein Urteil aus 1935 stärkt eher Cook.
Aber? Zuletzt hat der Oberste Gerichtshof mehrere vorläufige Urteile erlassen. Sie erlauben es Trump, unabhängige Regulierungsbehörden ohne Angabe von Gründen zu entlassen – ungeachtet des Präzedenzfalls von 1935.
Tritt Cook also ab? Nein, in einer Stellungnahme betonte sie, dass Trump keine rechtliche Autorität habe, sie zu entlassen, und kündigte an, nicht zurückzutreten. Stattdessen wolle sie ihre Aufgaben weiter erfüllen und juristisch gegen den Schritt vorgehen.
Was nun? Der Fall wird wohl vor dem Oberstgericht landen.
Worum geht es? Im Vorjahr kam es in Australien zu Anschlägen auf ein Restaurant und eine Synagoge. Die Regierung will nun über Beweise verfügen, dass der Iran hinter den "antisemitischen Taten" steht.
Wo fanden die Brandanschlägen statt? In Sydney auf die Lewis' Continental Kitchen und in Melbourne auf die Adass Israel Synagoge. Es dürfte aber "wahrscheinlich mehr Angriffe" auf jüdische Ziele gegeben haben, so die Behörden.
Was passierte genau? Das Feuer in der Lewis' Continental Kitchen, einem koscheren Café, verursachte am 20. Oktober 2024 einen Schaden von umgerechnet 560.000 Euro. Die Adass-Synagoge in Ripponlea wurde am 6. Dezember 2024 komplett zerstört.
Was passierte nun? Der australische Premierminister Anthony Albanese beschuldigte den Iranam Dienstag, hinter den Attentaten zu stecken und wies den den iranischen Botschafter in Canberra und drei Mitarbeiter aus. Die Botschaft wird geschlossen.
Gab es das schon? Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass Australien einen Botschafter ausweist. Er erfuhr erst eine halbe Stunde vor der Verkündigung davon und hat nun sieben Tage Zeit, das Land zu verlassen.
Was ist die Begründung? Die Australian Security Intelligence Organisation (ASIO) habe "glaubwürdige Informationen" über die Verstrickung des Iran geliefert, so Albanese. Die Täter seien eng mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden.
Worum geht es? Am 8. September will Frankreichs Premierminister François Bayrou die Vertrauenfrage stellen. Die Chancen sind groß, dass er sie verliert. und die Regierung platzt.
Warum? Im Hintergrund tobt eine Streit um das Budget 2026. Das Haushaltsdefizit betrug im Vorjahr in Frankreich 5,8 % des BIP. 2026 werden 4,6 % angepeilt, bis 2029 soll die EU-Marke von 3 % erreicht werden. Laut Bayrou wachsen die Schulden um 5.000 Euro je Sekunde.
Wie soll das gelingen? Mit harten Einschnitten. Schon im nächsten Jahr sollen 43,8 Milliarden Euro eingespart werden.
Wo soll das Geld herkommen? Soziale Leistungen, Renten werden eingefroren, das soll 7 Milliarden bringen. Die Gesundheitsausgaben werden gekürzt, höhere Selbstbehalte eingeführt (5 Milliarden). Im öffentlichen Dienst sollen Abgänge in die Pension nicht ersetzt werden.
Was sorgt für viel Empörung? Die geplante Abschaffung von zwei gesetzlichen Feiertagen: Ostermontag und der 8. Mai (Kriegsende) sollen entfallen.
Wo wird nicht gespart? Beim Militär. Das Verteidungsbudget soll um 6,5 Milliarden Euro erhöht werden.
Kommt Bayrou damit durch? Wohl kaum. Frankreich wird von einem Mitte-Rechts-Bündnis geführt, es hat in der Nationalversammlung keine Mehrheit. Die vier regierungsnahen Fraktionen verfügen zusammen über 210 Abgeordnete. Die Oppositionsparteien – links und rechts – kommen zusammen auf 353 Abgeordnete.
Was passiert jetzt? Mehrere Parteien haben bereits angekündigt, Bayrou das Vertrauen entziehen zu wollen. Für den 10. September ist zudem ein Generalstreik geplant. Frankreich versinkt im Herbst im politischen Chaos.