Worum geht es? Italien im Franz von Assisi-Fieber. Vor 800 Jahren, am 4. Oktober 1226, starb der Gründer des Franziskanerordens an der Stätte seines Wirkens. Aus diesem Anlass werden jetzt erstmals die sterblichen Überreste des Heiligen ausgestellt.
Wer war Franz von Assisi? Der tief gläubige Sohn eines reichen Tuchhändlers wollte dem Beispiel Christi folgen und wählte ab dem Jahr 1206 ein Leben in radikaler Armut. 1209 gründete er seinen Orden und scharte Gleichgesinnte um sich. Franziskus wurde nur zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen und gilt inzwischen als einer der wichtigsten Heiligen der katholischen Kirche.
War Papst Franziskus nach ihm benannt? Ja, der 2025 verstorbene Pontifex wählte den Heiligen Franz als seinen Namenspatron – übrigens als erster Papst überhaupt in der Kirchengeschichte.
Was genau wird in Assisi gezeigt? Die Gebeine des Heiligen Franziskus. Sie werden in der nach ihm benannten Basilika ab Sonntag, dem 22. Februar, ausgestellt. Die Schau wird bis zum 22. März dauern.
Warum ist man sicher, dass es wirklich seine Gebeine sind? Franz wurde nach seinem Tod im Alter von 44 oder 45 Jahren (sein genaues Geburtsdatum kennt man nicht) von seinen Anhängern an einem geheimen Ort bestattet. Erst 1818 erlaubte Papst Pius VII. den Franziskanern, das Grab freizulegen. Seit damals ist der 1228 heilig gesprochene Franz in der Basilika aufgebahrt.
Wurden seine Reliquien bereits einmal ausgestellt? Nein, das ist das erste Mal. Die Gebeine wurden allerdings schon öfter wissenschaftlich untersucht, zuletzt im Jahr 2015.
Warum jetzt die Ausstellung? Man wolle den Gläubigen zum 800. Todestag des Heiligen ein "unmittelbares, sinnliches Erlebnis" ermöglichen, so der Orden, bei dem bereits 350.000 Anmeldungen für die Ausstellung eingegangen sind.
Was muss man tun, wenn man die Gebeine sehen möchte? Es wurde ein Online-Reservierungssystem eingerichtet, in dem man nach noch freien Terminen suchen kann.
Gibt es noch weitere Feierlichkeiten zum 800. Todestag? Ja, in Italien, wo der Heilige als Schutzpatron des Landes verehrt wird, ziehen sich die Feierlichkeiten bis in den Herbst. Höhepunkt: Der Todestag von Franz von Assisi am 4. Oktober wurde von der Regierung zum gesetzlichen Feiertag erklärt.
Worum geht es? Die EU-Kommission hat am Dienstag ein formelles Verfahren gegen Shein eingeleitet. Hintergrund ist ein Verdacht auf Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA).
Was ist der Digital Service Act? Der DSA ist ein EU-Gesetz, das Betreiber verpflichtet, illegale Inhalte, Hassrede und Desinformationen schneller zu entfernen, Algorithmen transparenter zu gestalten und den Jugendschutz zu stärken. Er gilt seit 2024 verbindlich.
Was wird bei Shein untersucht? Der Verkauf illegaler Produkte auf der Plattform (z. B. kinderähnliche Sexpuppen, Waffen), "suchtfördernde" Plattform-Designs (Gamification, Belohnungssysteme), Transparenz der Empfehlungs-/Algorithmussysteme.
Was war da mit Sexpuppen? Die französische Verbraucherschutzbehörde DGCCRF hatte im Vorjahr festgestellt, dass auf der Shein-Homepage Sexpuppen mit kindlichem Aussehen angeboten worden sein sollen und schaltete die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Kinderpornographie ein.
Wie reagierte Shein auf die Ermittlungen? Der Konzern verspricht Kooperation, sagt aber, dass er bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance umgesetzt hat.
Was kann beim Verfahren herauskommen? Je nach Ausgang des Verfahrens kann die EU-Kommission hohe Geldbußen verhängen – im Rahmen des DSA sind dies bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – oder Shein zu strukturellen Änderungen verpflichten.
Worum geht es? Bereits kurz nach seinem Amtsantritt fuhr US-Präsident Donald Trump schwere Geschütze gegen Museen und Ausstellungen auf, die Amerikas Sklaverei-Historie zum Thema haben.
Mit welcher Begründung? Er forderte in einer seiner Executive Orders, "die Wahrheit und den Verstand in der amerikanischen Geschichte wiederherzustellen" und die "Verbreitung von spaltender Ideologie" rückgängig zu machen.
Wie äußert sich das? In Philadelphia wurde etwa eine seit 2010 existierende Freiluftschau zum Thema im Presidential House, dem ersten Amtssitz des ersten US-Präsidenten George Washington, im vergangenen Jänner abgebaut. Doch die Stadt klagte dagegen.
Gibt es schon ein Urteil? Ja, Richterin Cynthia M. Rufe ordnete an, dass die Ausstellung wieder aufgebaut werden müsse. Überraschender als das war allerdings ihre Urteilsbegründung.
Was sagte sie? Die US-Regierung habe nicht die Befugnis, "historische Wahrheiten zu verschleiern und zu verfälschen", so die Richterin in ihrem Urteil, in dem sie sich auf den Roman "1984" des Schriftstellers George Orwell über einen dystopischen, autoritären Staat bezieht.
In welcher Weise? Es sei, "als gäbe es nun das Ministerium für Wahrheit aus George Orwells '1984' mit seinem Motto 'Unwissenheit ist Stärke'", so die Richterin in ihrem Urteil. Die US-Regierung behaupte, "sie allein habe die Macht, historische Darstellungen zu löschen, zu verändern, zu entfernen und zu verbergen".
Wird die Sklaverei-Ausstellung jetzt wieder aufgebaut? Das wird sich erst weisen. Das Urteil von Richterin Cynthia M. Rufe gilt zunächst nur vorläufig, es müssen noch weitere Gerichtsverfahren abgeschlossen werden, hieß es.
Worum geht es? Nach tagelangen Regenfällen sind im Südwesten Frankreichs zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten. Vor allem entlang der Flüsse Garonne, Maine und Loire sei die Situation kritisch, so die Behörden.
Wie kam es dazu? Infolge des Sturmtiefs Nils, das in Portugal und Spanien mindestens 16 Menschenleben gefordert hat, kam es in den vergangenen Tagen zu massiven Regenfällen in weiten Teilen Frankreichs.
Was ist die Folge? Lucie Chadourne-Facon, Direktorin des französischen Hochwasserüberwachungsdiensts Vigicrues, sagte, die Abfolge der Regenfälle sei "außergewöhnlich" gewesen und die Böden seien so mit Wasser gesättigt, dass bereits 20 bis 30 Millimeter weiterer Niederschlag Überschwemmungen auslösen könnten.
Ist eine Entspannung der Situation absehbar? Frühestens am Donnerstag. Für Mittwoch sagen die Experten einen weiteren Anstieg der Pegelstände in den betroffenen Regionen voraus, da es nach wie vor zu Regenfällen kommt.
Worum geht es? Binnen fünf Tagen hat die Ukraine zuletzt mehr als 200 Quadratkilometer seines Staatsgebietes von den russischen Aggressoren zurückerobert. Es seien die größten Geländegewinne für das Land seit Juni 2023, berichtet das Institute for the Study of War (ISW) am Dienstag. Damit seien die Geländeverluste vom Dezember (244 Quadratkilometer) beinahe wieder ausgeglichen.
Wie kam es dazu? Verantwortlich für diesen unerwartet großen Erfolg dürfte Elon Musks Starlink-Satellitensystem sein. Er hatte den russischen Streitkräften den Zugang zum Satellitensystem blockiert.
Warum macht Musk das? Über die Beweggründe des Multimilliardärs kann man nur spekulieren. Aber sicher ist, dass russische Militärbeobachter die Unterbrechung bereits am 5. Februar festgestellt hatten, nachdem der US-Tech-Unternehmer "Maßnahmen" angekündigt hatte, um die Nutzung dieser Technologie durch den Kreml zu beenden.
Wie war das bisher? Dank Starklink konnten russische Drohnen elektronische Störsignale umgehen. Russlands Militär griff teilweise sogar für Angriffe mit Langstreckendrohnen auf die Satellitenunterstützung von Musks System zurück.
Und darf die Ukraine Starlink nutzen? Ja, daran hat sich nichts geändert. Die Verteidiger nutzen die Satellitenunterstützung durch Starlink bereits seit Beginn des Krieges.
Ist damit eine Wende im Ukraine-Krieg eingeläutet? Es ist auf jeden Fall ein wichtiges Signal, militärisch und auch moralisch. Aber am Ende hängt alles davon ab, wie lang Elon Musk seine Unterstützung für die Ukraine aufrechterhält. Oder ob es Moskau gelingt, eine tragfähige Alternative für Starlink zu finden.
Worum geht es? Ein hoher russischer Sicherheitsbeamter warnte Europa. Russland betrachte Aktionen gegen russische Schiffe – die sogenannte Schattenflotte – als "westliche Piraterie".
Um wen geht es? Nikolai Patruschew ist ehemaliger Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB und Leiter der russischen Seefahrtsbehörde.
Was sagte er? Er sagte, Russland sei bereit, seine Kriegsmarine einzusetzen, um russische Schiffe vor solchen Maßnahmen zu schützen und sogar EU‑Blockaden "zu brechen".
Was ist die Schattenflotte? Ein Netzwerk aus hunderten älteren, nicht registrierten oder unversicherten Öltankern, die Russland nutzt, um internationale Sanktionen zu umgehen — vor allem solche gegen den Export von Erdöl im Zuge des Kriegs gegen die Ukraine.
Wie geht Russland da vor? Die Schiffe werden oft unter wechselnden Flaggen staatlicher Register gefahren, mit gedämpften Positionssignalen oder ohne klare Eigentümerstrukturen, um Kontrolle und Überwachung zu erschweren.
Wie geht Europa dagegen vor? Viele Schiffe der Schattenflotte stehen auf Sanktionslisten der EU, Großbritanniens und der USA, und Europa versucht, diese Schiffe zu stoppen, zu beschlagnahmen oder zu bestrafen, weil sie Regeln zur Preisobergrenze für russisches Öl und zu Sanktionen verletzen.
Gab es schon Vorkommnisse? Europäische Küstenstaaten und NATO-Mitglieder arbeiten gemeinsam daran, die Schattenflotte besser zu überwachen und rechtlich zu bekämpfen. Frankreich hat erst kürzlich einen solchen Tanker festgesetzt und erst nach einer Geldstrafe wieder freigegeben.
Worum geht es? Am Dienstag endeten in Genf (Schweiz) die indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA über die Zukunft des iranischen Atomprogramms. Drei Stunden wurde in der Botschaft des Oman gesprochen, am Ende stand mehr Hoffnung als Konkretes.
Was heißt "indirekte Verhandlungen"? Die USA und der Iran sitzen nicht direkt miteinander am Tisch oder sprechen miteinander, sondern kommunizierenüber Mittler. Für die USA der Unterhändler Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Für den Iran ist Außenminister Abbas Araghtschi in Genf.
Was stand am Ende auf dem Zettel? Nach iranischer Sichtweise sei eine erste diplomatische Annäherung erzielt worden – man hätte sich auf "Leitprinzipien" verständigt, auf deren Grundlage ein Abkommen erzielt werden könne. Allerdings werde das Zeit benötigen.
Sehen die USA das genauso? Washington äußerte sich bislang nicht zu den Gesprächen. Auch wurde noch kein Termin für eine weitere Verhandlungsrunde genannt.
Welches Ziel steht für die USA ganz oben auf der Agenda? Eine Atommacht Iran zu verhindern. Zuletzt hatte die Supermacht den Iran im Sommer 2025 bombardiert, um das Atomprogramm des Landes zurückzuwerfen.
Was will der Iran? Keine weiteren Militärschläge seitens der USA oder Israels. Und eine Lockerung der internationalen Sanktionen.
Wie verhält sich das Militär in dieser Situation? Es wird mit den Säbeln gerasselt. Die USA verlegen mit der "USS Gerald R. Ford" neben der "USS Abraham Lincoln" einen zweiten Flugzeugträger in die Region.
Und der Iran? Er führte im Gegenzug am Dienstag ein "Militärmanöver" in der Straße von Hormus durch. Die Botschaft dahinter war ganz klar: Wenn wir es möchten, können wir die Straße sperren und den Schifffahrtsverkehr im Persischen Golf lahmlegen.
Weshalb ist das wichtig? Weil etwa 20 Prozent der weltweiten Erdölproduktion durch dieses Nadelöhr transportiert werden.
Was ist mit den Protesten im Iran? Nachdem das Mullah-Regime erst vor wenigen Wochen Massenproteste im ganzen Land mit unvorstellbarer Brutalität und tausenden Toten niedergeschlagen hat, ist dieses Thema inzwischen wieder etwas in der Versenkung verschwunden. Unter der Oberfläche brodle es aber weiter, ist zu hören.
Aber hat nicht US-Präsident Trump ...? Ja, den Aufständischen zugerufen, "Hilfe sei auf dem Weg!" JDas hat er gesagt, seinen Worten dann aber keine Taten folgen lassen. Zumal nicht einmal klar war oder ist, was er damit eigentlich gemeint hat.
Wie geht es jetzt weiter? Laut Iran hätten sich beide Seiten darauf geeinigt, Entwürfe für ein mögliches Abkommen auszutauschen.
Worum geht es? Jesse Jackson, geboren am 8. Oktober 1941 in Greenville, South Carolina, und prominenter amerikanischer Bürgerrechtsaktivist, Prediger und Politiker, starb im Alter von 84 Jahren in den USA.
Was war die Todesursache? Seine Familie bestätigte lediglich das Ableben in einer Erklärung, in der es hieß, Herr Jackson sei "friedlich gestorben", ohne jedoch die Todesursache oder den Sterbeort anzugeben.
Gab es Vorerkrankungen? Jackson wurde im November wegen einer seltenen und besonders schweren neurodegenerativen Erkrankung, der progressiven supranukleären Blickparese (PSP), ins Krankenhaus eingeliefert. Bereits 2017 hatte er seine Parkinson-Diagnose öffentlich gemacht.
Wer war Jesse Jackson? Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und erlebte früh die tief verwurzelte Rassendiskriminierung im Süden der USA. Seine Erfahrungen als Afroamerikaner in einer segregierten Gesellschaft prägten seinen späteren Aktivismus.
Was machte ihn bekannt? Jackson studierte Theologie und wurde Pastor, was ihn in die Lage versetzte, Religion und sozialen Aktivismus zu verbinden. Er war bekannt für seine mitreißenden Reden.
Was machte ihn berühmt? In den 1960er-Jahren arbeitete Jackson eng mit Martin Luther King Jr. zusammen. Er half, Proteste und Märsche zu organisieren, setzte sich für das Wahlrecht von Afroamerikanern ein und kämpfte gegen Rassentrennung und Diskriminierung.
Wodurch kam er ins Rampenlicht? Nach der Ermordung von King 1968 gründete Jackson die Organisation Operation PUSH (People United to Save Humanity), um Afroamerikaner wirtschaftlich zu stärken, später die Rainbow Coalition mit ähnlichen Zielen.
Wie engagierte er sich politisch? Er kandidierte zweimal für die US-Präsidentschaft innerhalb der Demokratischen Partei, 1984 und 1988. Jackson erhielt bei den Vorwahlen 1984 immerhin 3,2 Millionen Stimmen.
Warum war er umstritten? Ihm wurde vorgeworfen, den Tod von Martin Luther King für seine Inszenierung genutzt zu haben (erschien im blutbefleckten Pulli im TV), zerkrachte sich mit vielen Mitstreitern, verspottete die Juden von New York antisemitisch, nannte Israels Ministerpräsidenten einen "Terroristen", hatte im Büro eine außereheliche Affäre inklusive Kind.
Für welche Zitate steht er? "Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst". Oder: "Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft, und ohne sie kann man die Tür nicht öffnen". Oder: "Wenn du Frieden willst, redest du nicht mit deinen Freunden. Rede mit deinen Feinden!"























































