Worum geht es? Einerseits um eine technologische Höchstleistung, andererseits um das, was davon in den Köpfen hängen bleibt. In diesem Fall ein Brotaufstrich.
Wie bitte? Am 1. April schickte die US-Weltraumbehörde NASA das erste Mal seit 54 Jahren eine bemannte Rakete Richtung Mond los. Ziel war keine Landung, sondern eine Umrundung. Hier ist der Vorgang in Bildern und im Video zu sehen.
Hat es geklappt? Ja. Am 6. April umkreiste Artemis II den Mond. Diese "Flyby"-Bahn nutzte die Mondgravitation. Das Raumschiff wurde so um den Mond herumgeleitet und kehrt mit dem Schwung automatisch zurück zur Erde. Das passiert momentan.
Wie war der Vorbeiflug? Zunächst einmal wurde ein Rekord aufgestellt. Noch nie zuvor waren Menschen so weit von der Erde entfernt. Die maximale Distanz der Artemis II lag etwa bei 406 .778 Kilometern. Den bisherigen Rekord hielt Apollo 13 (1970).
Was fiel auf? Beim Passieren der Mondrückseite kam es zu einem etwa 40‑minütigen Funkloch, weil der Mond die direkte Verbindung zur Erde blockierte. Die Crew erlebte eine Sonnenfinsternis.
Was gab es zu sehen? Während des Vorbeiflugs konnten die Astronauten Teile der bisher kaum von Menschen gesehenen Mondrückseite beobachten und fotografieren. Sie sahen z. B. Krater, alte Lavafelder und Strukturdetails des Mondbodens.
Und was war da mit dem Brotaufstrich? Während der Live‑Übertragung der Mission konnte man im Innenraum der Orion‑Kapsel plötzlich ein Glas Nutella sehen, das in der Schwerelosigkeit frei durch die Kabine schwebte (hier sehen Sie das Video).
Reklame im All? Das Glas löste online eine regelrechte Meme‑Welle aus. Die NASA aber stellte klar, dass dies keine Produktplatzierung war. Es habe keinen Werbedeal mit dem Hersteller gegeben, wurde festgehalten.
Wie kam es dann dazu? Das Nutella‑Glas gehörte einfach zur persönlichen oder vorgesehenen Verpflegung an Bord, wie andere Essen auch. Astronauten nehmen Lebensmittel in verpackter Form mit auf Langzeitmissionen.
Aber warum schwebte es? Es hatte sich offenbar aus einem Fach oder Regal gelöst. In der Schwerelosigkeit kann jeder Gegenstand (und Mensch) frei schweben, wenn er nicht gesichert ist.
Worum geht es? Der Irankrieg hat im Rest der Welt Treibstoffe viel teurer gemacht. Der Blick auf Tankstellen ist aber verkürzt, warnt nun eine deutsche Ökonomin im Spiegel. "Auf uns rollen riesige Preissteigerungen zu."
Was ist der Grund? Öl und Gas dienen nicht nur zum Heizen oder Betreiben von Fahrzeugen. Öl ist etwa Basis für viele Produkte: Möbel, Kosmetika, Kleidung, Plastik oder Reinigungsmittel.
Was prophezeit die Ökonomin? "Der Preisschock wird sich durch die gesamte Wirtschaft bewegen", sagt die deutsche Volkswirtin Isabella Weber. Es werde nun sehr schnell gehen.
Wie schlimm kann es werden? "Wir können schnell bei vier bis fünf Prozent Inflation landen," sagt sie, "es kann also noch deutlich schmerzhafter werden."
Warum schnell? Es gelte das Prinzip Raketen und Federn: "Der Preisanstieg geht rasant wie eine Rakete. Die Unternehmen werden die Preise sogar noch schneller erhöhen, als ihre Kosten steigen. Andersherum sinken die Preise viel langsamer, wie eine Feder."
Was schlägt sie vor? Eingriffe des Staates – und auch das schnell. "Je länger wir warten, desto stärker sickert der Preisschock durchs System."
Worum geht es? Der Hedgefonds-Manager Bill Ackman (Gründer von Pershing Square Capital Management) bereitet ein Übernahmeangebot für die Universal Music Group (UMG) vor. Er bietet bis zu 56 Milliarden Euro.
Warum so viel Geld? Universal ist der größte Musikverlag der Welt. Zu den Stars gehören Taylor Swift, Ariana Grande, Drake oder The Weeknd. Dazu mehrere Labels wie Capitol Music Group oder Polydor/Virgin EMI.
Wer besitzt Universal? Das Unternehmen ist in Amsterdam börsennotiert. Die größten Aktionäre sind der chinesische Tech-Gigant Tencent (WeChat) mit rund 20 Prozent, die französische Mischkonzern Bolloré Group mit rund 18 Prozent und die Pershing Square von Bill Ackman mit 5 Prozent.
Was ist die Idee? Das ist kein klassischer "ich kaufe die Firma und fertig"-Deal. Ackman will Universal mit seiner Investment-Hülle fusionieren (SPARC), das Konglomerat in eine neue US-Firma überführen und es an der New York Stock Exchange listen.
Warum? Ackman sieht UMG als fundamental stark, aber an der Börse falsch bewertet an. Kein US-Listing bedeute weniger Nachfrage, die Großaktionärsstruktur sei unklar, die Kommunikation mit Investoren schwach, der Wert von Beteiligungen (z. B. Spotify) nicht eingepreist, behauptet er.
Wie sieht der Markt das? Nach der Bekanntgabe des möglichen Deals schoss die Aktie um bis zu 25 Prozent nach oben. Die drei Großaktionäre müssen der Fusion aber erst zustimmen.
Worum geht es? Der Iran schoss in der vergangenen Woche ein US-Kampfjet vom Typ F-15E ab. Der Pilot wurde relativ schnell gerettet, der Waffenoffizier an Bord galt zunächst als vermisst.
Was passierte mit ihm? Er wurde zwei Tage nach dem Abschuss von US-Aufklärern gefunden und gerettet. Es bestand die Gefahr, dass der Iran den Offizier als Propagandawaffe einsetzt.
Wie reagierten die USA? Göttlich, im wahrsten Sinn des Wortes. Verteidigungsminister Pete Hegseth verglich den Vorgang mit der Auferstehung Jesu Christi.
Wo sieht er Parallelen? Der F-15E-Kampfjet, so Hegseth, sei am Karfreitag abgeschossen worden, dem Tag der Kreuzigung von Jesus. Am Tag der Auferstehung sei er gerettet worden – "er wurde am Ostersonntag bei Sonnenaufgang aus dem Iran ausgeflogen".
Wo war der Offizier in der Zwischenzeit? Nachdem der Flieger mit dem Fallschirm abgesprungen war, versteckte er sich, so Hegseth, "den ganzen Samstag lang in einer Höhle, einer Felsspalte". Dies erinnere ans in den Felsen gehauene Grab, in dem Jesus begraben wurde.
Und Trump? Setzt auch auf Hilfe von oben. Gott unterstütze den israelisch-amerikanischen Krieg gegen den Iran, der Tausende, darunter viele Zivilisten, das Leben gekostet habe, sagte er. "Denn Gott ist gut und Gott will, dass für die Menschen gesorgt wird."
Warum glaubt er das? "Gott missbilligt, was hier geschieht", sagte Trump. "Mir gefällt nicht, was hier geschieht. Alle sagen, ich würde es genießen. Mir gefällt das nicht. Ich mag es nicht, wenn Menschen getötet werden."
Worum geht es? Guernica ist eines der berühmtesten Werke von Pablo Picasso und gleichzeitig eines der bekanntesten Antikriegsgemälde der Welt. Nun ist ein Streit darüber ausgebrochen, ob es im Baskenland ausgestellt werden soll.
Was zeigt das Gemälde? Die Bombardierung der Stadt Guernica im Spanischen Bürgerkrieg durch deutsche und italienische Luftstreitkräfte. Es symbolisiert Leid, Krieg und Gewalt gegen Zivilisten.
Wie groß ist es? Riesig, etwa 3,49 Meter hoch und 7,76 Meter breit. Picasso hat es 1937 gemalt.
Wo hängt das Gemälde? Im Museo Reina Sofía in Madrid, aber es hat eine Weltreise hinter sich.
Nämlich? Das Gemälde wurde 1937 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt und war danach auf Tour durch Europa und die USA. Picasso verhinderte eine Rückkehr nach Spanien, er wollte nicht, dass sein Werk während der Franco-Diktatur gezeigt wird.
Wo war es dann? Es hing viele Jahre im Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Erst 1992 kehrte das Schwarzweiß-Gemälde nach Madrid zurück.
Warum nun der Streit? Vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. Juni 2027 sollte Guernica im Guggenheim-Museum Bilbao aufgehängt werden, um an den 90. Jahrestag der Bombardierung der Stadt zu erinnern. Das Baskenland stellte einen Antrag dafür.
Aber? Madrid lehnte ab. Man sehe keinen Grund für den Verleih. Im Hintergrund schwingt wohl auch die Angst mit, das Gemälde nicht mehr zurückzubekommen. Das Baskenland erhebt schon seit Längerem Ansprüche darauf.
Worum geht es? Im Februar 2025 brachte die amerikanische Autorin Mia Ballard ihren Roman "Shy Girl" im Eigenverlag auf den Markt. TikTok machte den Horror-Roman bekannt.
Wie war die Resonanz? Überwältigend. Nach wenigen Monaten sicherte sich die amerikanische Hachette Book Group die Rechte und brachte das Buch in Großbritannien auf den Markt.
Aber? Eine geplante Veröffentlichung in den USA wurde nun gestoppt und die Briten-Edition eingestellt. Grund laut New York Times: Der Text soll nicht von Ballard stammen, sondern von einer künstlichen Intelligenz.
Wie stellte man das fest? Seltsamerweise fiel das keinen Verlagsprofis auf, sondern einer Nutzerin von Reddit und einer YouTuberin. Sie fanden, dass "Shy Girl" in "KI-Slop" geschrieben war, die Sätze also nach Art der künstlichen Intelligenz gebaut waren.
Ist das belegt? Laut New York Times hat ein KI-Detektor der Firma Pangram festgestellt, dass der Anteil KI-generierter Passagen im Buch 78 Prozent betrage.
Was sagt die Autorin? Ballard bestreitet, dass sie den Text mit KI geschrieben hat. Er sei von ihr selbst verfasst. Aber sie räumt eine Hintertür ein.
Nämlich? Sie behauptet, dass ein Lektor, den sie beauftragt habe, den Text bearbeitet haben könnte – und dieser habe möglicherweise KI genutzt, ohne dass sie es wusste. Ballard kündigte auch an, rechtliche Schritte gegen diese Person zu prüfen.
Worum geht es eigentlich im Buch? Um ein Mädchen, das von seinem Entführer gezwungen wird, als dessen Haustier zu leben.
Worum geht es? Im Februar 2023 raste ein damals 21-Jähriger in Heilbronn mit stark überhöhter Geschwindigkeit in das Auto einer Familie. Der Lenker (42) starb, seine Frau wurde schwer, zwei Kinder wurden leicht verletzt.
Wie schnell war der Lenker unterwegs? Mit rund 100 km/h in einer Tempo-40-Zone und das mit einem Sportwagen, der 300 PS leistet.
Was weiß man über den Fahrer? Der Mann ist türkischer Staatsbürger, wurde jedoch in Deutschland geboren, wuchs in Heilbronn auf und lebte hier auch dauerhaft.
Was passierte im Gerichtsverfahren? Das Landgericht Heilbronn verurteilte den Fahrer wegen Mordes und mehrfach versuchten Mordes zu neun Jahren Haft nach Jugendstrafrecht.
Was überraschte? Wegen der Schwere der Tat erließ das Regierungspräsidium Stuttgart eine Ausweisungsverfügung, der Raser soll in die Türkei abgeschoben werden, wo er nie gelebt hat – verbunden mit einem mehrjährigen Einreiseverbot.
Wie reagierte der Lenker auf das Urteil? Der Mann klagte gegen diese Ausweisung vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart und berief sich unter anderem auf die Europäische Menschenrechtskonvention.
Aber? Am 7. April entschied das Verwaltungsgericht, dass die Ausweisung rechtmäßig ist und stattfinden kann. Die Klage wurde abgewiesen. Die Richter begründeten dies damit, dass weiterhin eine erhebliche Gefahr von dem Raser ausgehe und seine Tat gravierende Folgen hatte.
Ist das Urteil rechtskräftig? Nein, es wurde zwar keine Berufung zugelassen. Der Kläger kann aber innerhalb eines Monats einen Antrag auf Zulassung der Berufung beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg stellen.
Worum geht es? In Luzern (86.000 Einwohner) in der Schweiz soll im Innenhof eines Wohnquartiers ein legaler, beaufsichtigter Aufenthalts- und Konsumplatz für Crack‑abhängige Menschen eingerichtet werden. Das löst heftige Debatten und Kritik aus.
Was ist der Plan? Stadt und Kanton Luzern haben ein Paket von Maßnahmen gegen die offene Crack‑Suchtkrise erarbeitet, weil insbesondere der öffentliche Raum (z. B. Bahnhofsbereiche) zunehmend von offenem Crack‑Konsum betroffen ist.
Wie viele Betroffene gibt es? Zwischen 700 und 1.000 Süchtige rauchen in Luzern Crack.
Was ist der Hintergrund? Die Crack‑Szene in Luzern hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Crack‑Rauchen hat den offenen Heroin‑Konsum weitestgehend ersetzt.
Was soll der Platz verbessern? Die Stadt argumentiert, dass ein kontrollierter Rückzugsort für Konsumierende dazu beitragen kann, öffentliche Plätze zu entlasten und Risiken (z. B. verwahrloste Situationen in Hauseingängen) zu verringern.
Was sagen Kritiker? Anwohner und Hauseigentümer sind überwiegend negativ eingestellt und fühlen sich durch das Projekt im Alltag beeinträchtigt. Sie sehen Risiken wie eine Zunahme von Beschaffungskriminalität, offenen Handel und Lärm.
Was ist das Hauptproblem? Der Standort, der mitten im Wohnquartier liegt. Das Bruchquartier ist ein klassischer Wohnbezirk, sogar etwas hip, mit Supermarkt, Kita, Restaurants. Von Fenstern und Balkonen ist der geplante Drogenplatz gut einsehbar.
Was ist Crack? Ein Kokainhydrochlorid, das mit Natriumbicarbonat (Backpulver) und Wasser gekocht wird. Dabei entsteht ein festes, kristallines Produkt, das beim Erhitzen Rauch erzeugt, der inhaliert wird.
Was ist die Gefahr? Crack gilt als extrem suchterzeugend. Innerhalb von Sekunden spürt man Euphorie, gesteigerte Energie und Selbstbewusstsein. Die Wirkung hält nur etwa 5 bis 15 Minuten, was häufiges Nachkonsumieren fördert.
Was sind die medizinischen Risiken? Herzrasen, Bluthochdruck, Angstzustände, Paranoia, Schlaflosigkeit.























































