Worum geht es? Am Mittwoch griff ein Mann knappp vor 12 Uhr mittags im Londoner Stadtteil Golders Green zwei Männer mit dem Messer an. Die beiden Männer, 34 und 76 Jahre alt, wurden dabei schwer verletzt.
Wo genau geschah der Angriff? Die Tat ereignete sich auf bzw. nahe der Golders Green Road – einem Gebiet mit viel jüdischer Bevölkerung. Ein Opfer wurde vor einem Geschäft, das andere an einer Busstation nahe einer Synagoge attackiert.
Was weiß man über den Täter? Der 45-jährige Mann wurde mit dem Messer in der Hand gefilmt (hier die Bilder). Er soll gezielt versucht haben, jüdische Passanten anzugreifen. Der Angreifer war sowohl der Polizei als auch dem Deradikalisierungsprogramm Prevent der Regierung bekannt.
Wie wurde er festgenommen? Er wurde zunächst von Mitgliedern der jüdischen Nachbarschaftswache (Shomrim) gestoppt. Dann ging er mit dem Messer im Anschlag auf zwei Polizisten zu, die ihn mit einem Taser überwältigten.
Wie geht es den Opfern? Die beiden Verletzten wurden medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Berichten zufolge sind sie nicht in Lebensgefahr.
Wird ein antisemitisches Motiv angenommen? Ja, der Täter soll gezielt Juden als Ziele ausgesucht haben. Die Tat wurde als terroristischer Akt eingestuft.
Gibt es Hintermänner? Die pro-iranische Gruppe Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiyya (HAYI) bekannte sich nur wenige Stunden nach der Festnahme des Verdächtigen zu dem Anschlag, doch diese Behauptung wurde mit Skepsis aufgenommen.
Weil? Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff von einem Einzeltäter ohne Verbindungen zu einem feindlichen Staat verübt wurde.
Wie haben Politik und Öffentlichkeit reagiert? Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Tat als "zutiefst erschütternd" und als "abscheulich". Auch andere Politiker und der Londoner Bürgermeister verurteilten den Angriff scharf. Es wurde mehr Schutz für jüdische Einrichtungen angekündigt. Viele üben Kritik daran. Das übliche Politik-Bla Bla, sagen sie.
Steht der Angriff im Zusammenhang mit weiteren Vorfällen? Ja, der Angriff ist Teil einer Serie antisemitischer Vorfälle in London. Israel warf Großbritannien am Mittwoch vor, die Kontrolle über den Antisemitismus verloren zu haben.
Worum geht es? Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem Spiegel ein Interview gegeben. Erstaunlich offen redet er darin auch über seine Wahrnehmung von Social Media.
Was sagt er? "Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen. Ich beschwere mich nicht darüber, aber so ist es."
Was ist der Hintergrund? Im Interview werden auch die Politik früherer Zeiten und ehemalige Kanzler angesprochen. Darunter Gerhard Schröder (SPD), der seine Agenda 2010 durchbrachte und dann abgewählt wurde.
Was sagt Merz? Mit Bezug auf Social Media: "Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen, aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde."
Was fällt sonst auf? Der deutsche Kanzler räumt erstaunlich viel Selbstkritik ein. Über seine Kommunikation ("ich kann da in der Tat noch besser werden"), Unzufriedenheit in der Bevölkerung ("Wir haben kein gutes Erwartungsmanagement betrieben") oder erreichte Ziele ("Es fehlt der Nachweis, dass uns wirklich große Reformen gelingen können").
Worum geht es? Die finale Rettungsaktion für Timmy ist angelaufen. Der Buckelwal saß seit 23. März auf mehreren Sandbänken fest und drohte zu versterben.
Was passiert gerade mit Wal "Timmy"? Er wird seit Mittwoch auf einer speziellen Transportplattform in Richtung Nordsee geschleppt, sie soll ihn aus der Ostsee in tieferes und besser geeignetes Meerwasser bringen.
Wo befindet sich die Rettungsaktion? Die Aktion startete in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und führt nun über Fehmarn Richtung Nordsee, möglicherweise später weiter in den Atlantik.
Wie wird der Wal transportiert? Timmy befindet sich in einer mit Wasser gefüllten Spezial-Barge (einer Art Pool). Diese wird von einem Kahn gezogen und von Tierärzten sowie Rettungsteams begleitet.
In welchem Zustand ist Timmy? Der Wal ist geschwächt, zeigt sich aber beim Transport in sehr gutem Zustand.
Was ist das Ziel der Aktion? Den Wal aus der ungeeigneten Ostsee zu bringen und dort freizulassen, wo er bessere Überlebenschancen haben soll. Die Aktion könnte mehrere Tage dauern.
Welche Probleme gibt es bei der Rettung? Der Transport ist lang und belastend, Experten bezweifeln teilweise, ob er im offenen Meer noch überlebensfähig ist.
Wer ist beteiligt? Tierärzte, Meeresbiologen, Rettungsteams, Behörden aus Mecklenburg-Vorpommern sowie technische Spezialkräfte.
Worum geht es? Russland wird seine traditionelle Siegesparade am 9. Mai (Tag des Sieges über Nazi-Deutschland) ohne militärisches Großgerät abhalten. Das erklärte das Verteidigungsministerium.
Warum? Aus Angst vor Drohnenangriffen durch die Ukraine. Militärfahrzeuge könnten ein leicht erkennbares Ziel darstellen. Der Schutz der Hauptstadt Moskau habe Priorität.
Die Russen fürchten einen Angriff auf dem Roten Platz? Eher im Vorfeld. Die Ausrüstung ist schon in der Vorbereitungsphase angreifbar, da die Truppenkolonnen außerhalb Moskaus auf offenen Übungsplätzen parken und proben. Sie können leicht mit Drohnen getroffen werden.
Was ist normalerweise Teil der Parade? Üblicherweise zeigt Russland Panzer, Raketen und Militärfahrzeuge, dazu Luftwaffen-Überflüge. Tausende Soldaten marschieren in Formation an der Ehrentribüne vorbei.
Was ändert sich konkret? Der Fokus wird stärker auf der Zeremonie, Veteranen und Symbolik liegen. Auch Kadetten von Militärschulen und militärischen Jugendeinrichtungen würden nicht teilnehmen, so das Verteidigungsministerium.
Welche Bedeutung hat diese Entscheidung? Es darf als Signal für eine erhöhte Bedrohungslage verstanden werden. Ungewöhnlich deutlich zeigt Russland an, dass der Krieg auch im russischen Inland spürbar ist.
Gab es ähnliche Änderungen zuvor schon? Ja, aber selten, etwa während der Pandemie. Seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine 2022 sind die Paraden reduziert, im Vorjahr gab es wegen der Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag eine Ausnahme.
Worum geht es? Der britische König Charles III. befindet sich mit Königin Camilla derzeit auf Staatsbesuch in den USA und hat dort zwei zentrale, viel beachtete Auftritte absolviert: Reden vor dem US-Kongress und beim Staatsbankett mit Donald Trump.
Warum "viel beachtet"? Für Charles waren die Auftritte aufgrund der geopolitischen Lage heikel. Das enge Verhältnis zwischen den USA und Großbritannien zeigt tiefe Risse. Er löste das Problem mit feinsinnigem, britischem Humor.
Wie? "Wenn es uns nicht gäbe, würdet ihr Französisch sprechen", scherzte Charles beim Staatsbankett im Weißen Haus. Eine Anspielung auf den Kampf zwischen Großbritannien und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika im 18. Jahrhundert. Und eine Reaktion auf Trump, der in Davos gesagt hatte, ohne Amerika würde das Nachkriegs-Europa heute Deutsch sprechen.
Der einzige Gag? Nein, gleich zu Beginn ging er auf den Neubau des Ostflügels im Weißen Haus ein.
Nämlich wie? "Es tut mir leid, sagen zu müssen, dass wir Briten natürlich im Jahr 1814 unseren eigenen kleinen Versuch der Immobilienentwicklung des Weißen Hauses unternommen haben", sagte Charles und bezog sich dabei auf den Vorfall, als britische Truppen während des Krieges von 1812 das Weiße Haus in Brand setzten, als sie durch die eroberte Hauptstadt marschierten.
Und Donald Trump? Er witzelte ebenfalls. Er bewundere König Charles III. dafür, dass er die "Demokraten zum Aufstehen gebracht" habe, während er vor dem Kongress sprach, das sei ihm noch nie gelungen, sagte er.
Was war im Kongress? Charles bekam 12 Standing Ovations. Für Sätze wie: Die Verteidigung der Ukraine erfordere "unerschütterliche Entschlossenheit". Oder: "Die Stärke unserer Gesellschaften liegt in ihrer Freiheit und Vielfalt".
Wie endete das Dinner? Charles schenkte Trump eine historische Glocke ("wenn Sie uns jemals brauchen, einfach klingeln") und dankte Trump für ein "wunderbares Abendessen". Es sei eine "deutliche Verbesserung gegenüber der Boston Tea Party" gewesen.
Was gab es zu essen? Kräutervelouté und Salatherzen, Ravioli mit Kräutern aus dem Garten des Weißen Hauses. Der Hauptgang war eine klassische Seezunge Müllerin Art, serviert in brauner Butter. Zum Dessert Schokoladentörtchen mit Vanillecreme.
Wer war zu Gast? Amazon-Gründer Jeff Bezos in Begleitung seiner Frau Lauren Sánchez, Apple-CEO Tim Cook. Golfer Rory McIlroy, Modedesigner Ralph Lauren und Milliardär Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots.
Worum geht es? Die Europäische Union beschuldigt Meta, EU-Recht verletzt zu haben. Kinder unter 13 Jahren seien nicht wirksam daran gehindert worden, Plattformen wie Instagram oder Facebook zu nutzen, ergab eine Untersuchung.
Gegen welche Regeln könnte das verstoßen? Im Fokus stehen vor allem der Digital Services Act (DSA) und die Datenschutz-Grundverordnung. Beide verlangen strenge Maßnahmen zum Jugendschutz und zur Altersverifikation.
Warum ist das ein Problem? Kinder unter 13 gelten als besonders schutzbedürftig: Sie können Risiken sozialer Medien (z. B. Sucht, Mobbing, Inhalte) schwer einschätzen. Ihre Daten dürfen nur sehr eingeschränkt verarbeitet werden. Plattformen müssen aktiv verhindern, dass sie sich unerlaubt anmelden.
Was droht Meta jetzt? Eine hohe Geldstrafe (beim DSA bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes) von bis zu 15 Milliarden Euro, Auflagen zur Verbesserung der Alterskontrollen, im Extremfall Einschränkungen einzelner Funktionen in der EU.
Welche konkreten Änderungen könnten folgen? Meta könnte gezwungen werden, strengere Altersverifikation einzuführen (z. B. Ausweis- oder KI-Checks), Kinderkonten automatisch zu blockieren oder einzuschränken, weniger personalisierte Werbung für Minderjährige zu zeigen und mehr Transparenzberichte vorzulegen.
Betrifft das nur Meta? Nein. Der Fall ist ein Signal an die gesamte Branche. Auch Plattformen wie TikTok oder Snapchat stehen unter ähnlicher Beobachtung. Die EU setzt damit strengere Standards für Kinderschutz im Internet.
Was bedeutet das für Nutzer in Europa? Eltern bekommen mehr Kontrolle und Schutzmechanismen. Kinder könnten schwieriger Zugang zu Plattformen erhalten. Insgesamt wird die Nutzung sozialer Medien in der EU stärker reguliert.
Ist das Verfahren schon entschieden? Es handelt sich um einen Schuss vor den Bug. Der Konzern muss auf die Vorhalte reagieren und Maßnahmen zur Beseitigung vorschlagen. Erst dann wird entschieden, wie es weitergeht.
Worum geht es? Der Preis für Brent-Rohöl ist am Mittwoch auf etwa 115 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Das ist der höchste Stand seit rund einem Monat.
Ist der Irankrieg schuld? Ja, aber nicht allein. Der Ausstieg der Vereinigten Arabischen Emirate aus OPEC und OPEC+ spielt ebenfalls eine Rolle. Zudem haben die letzten Tanker, die vor dem Krieg im Nahen Osten losgefahren waren, nun ihre Zielhäfen erreicht. Es kommt kaum was nach.
Was ist die Folge? Treibstoffpreise steigen (Benzin und Diesel werden teurer), Heizkosten können zulegen. Indirekt steigen oft auch Transport- und Lebensmittelpreise.
Wie reagierte die EU? Sie lockerte am Mittwoch ihre Regeln für staatliche Beihilfen. Staaten können nun betroffene Sektoren der Wirtschaft besser mit Geld unterstützen.
Wie lange? Die Regel ist mit 31. Dezember 2026 begrenzt. Sie betrifft vor allem Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr und energieintensive Industrien.
Was heißt das konkret? Staaten können bis zu 70 Prozent der Mehrkosten aufgrund der durch die Krise verursachten Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Düngemitteln übernehmen. EU-Landwirte und Spediteure erhalten bis zu 50.000 € zur Deckung der Mehrkosten.
Worum geht es? Wer dachte, er zieht zurück, hat sich geirrt. In seiner Show "Jimmy Kimmel Live!" ging der TV-Moderator in der Nacht auf Mittwoch erneut auf die Trumps los und wieder spielte der Tod eine Rolle, berichtet das Wall Street Journal.
Was ist die Vorgeschichte? In der vergangenen Woche hatte sich Late-Night-Star Jimmy Kimmel über das bevorstehende Korrespondenten-Dinner lustig gemacht. Er nannte Melania eine "werdende Witwe". Zwei Tage später folgte der Attentatsversuch im Washington Hilton.
Wie reagierte die First Lady? Sie zeigte sich in einem Beitrag auf X über den "Feigling" erbost. Kimmels Äußerungen seien "hasserfüllt und gewalttätig". Melania forderte seinen Sender ABC auf, gegen sein "ungeheuerliches Verhalten" vorzugehen.
Passierte das? Der Vorsitzende der Federal Communications Commission, Brendan Carr, leitete eine vorzeitige Überprüfung der Fernsehsendelizenzen von Disney ein. Ein Zufall, wurde treuherzig versichert.
Nicht doch eine Rute im Fenster? Naja! Die nun vorgezogene Lizenzprüfung ist eine Folge der im März letzten Jahres eingeleiteten Untersuchung der FCC zu Disneys Initiativen in den Bereichen Diversität, Gleichstellung und Inklusion. Alles Trump ein Dorn im Auge.
Wie reagierte Kimmel? Er zeigte einen Clip, in dem sich Trump bei der First Lady dafür entschuldigte, dass er die 63-jährige Ehe seiner Eltern wahrscheinlich nicht übertreffen könne. "Moment mal, hat er gerade einen Witz über seinen Tod gemacht?", fragte Kimmel.
Und? "Nur Donald Trump würde fordern, dass ich gefeuert werde, weil ich einen Witz über sein hohes Alter gemacht habe, und dann einen Tag später selbst einen Witz über sein hohes Alter reißen."
























































