Worum geht es? Frankreich wird die Zahl seiner Atomwaffen aufstocken – das kündigte Präsident Emmanuel Macron am Montag an. Denn: "Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden", so Macron, dessen Amtszeit im kommenden Jahr abläuft.
Wie viele neue Atomwaffen soll es geben? Dazu machte der 48-Jährige keine konkreten Angaben. Aktuell besitzt die Grande Nation etwa 290 Atomsprengköpfe, die sie auf vier Atom-U-Booten sowie luftgestützt einsetzen kann. "Um keine Spekulationen aufkommen zu lassen, werden wir ab sofort nicht mehr über die Zahlen sprechen", so der Präsident.
Warum die Aufstockung? Die Antwort darauf liegt für die einzige Atommacht innerhalb der EU auf der Hand: Die Welt erlebe eine "Epoche des Wandels", sagt Macron. Und man sehe eine Verschärfung der Konflikte und gleichzeitig ein wachsendes Risiko, dass diese Konflikte die nukleare Schwelle überschreiten könnten.
Lässt Frankreich andere EU-Länder an seinem Atom-Arsenal teilhaben? Ja, auch daran ist erstmals gedacht. Es gebe bereits Gespräche mit insgesamt acht europäischen Alliierten, darunter auch Deutschland: Laut Macron der Schlüsselpartner, die Kooperation werde noch heuer beginnen: "Ich will, dass Europa sein Schicksal wieder in die eigene Hand nimmt".
Wie soll diese Kooperation aussehen? Frankreichs Partner sollen künftig die Atomübungen der "Force de frappe", der Abschreckungs-Streitmacht, beobachten und später auch an Manövern teilnehmen können. Die "Hand am Abzug" behält aber auch weiterhin ausschließlich der französische Präsident.
Was ist mit dem US-Atomschutzschirm für Europa? Diesen werde es in der einen oder anderen Form weiter geben, so Macron, darauf verlassen möchte er sich allerdings künftig noch weniger als bisher. "Strategische Autonomie" ist für Frankreichs Präsident das Zauberwort, auf das er am liebsten ganz Europa einschwören möchte.
Und wenn Marine LePen nächste Präsidentin wird? Dieses Szenario wird als realistisch gesehen – inklusive der Gefahr, dass die Rechtsaußen-Kandidatin Frankreich aus der NATO herauslösen oder die Atomkapazitäten des Landes zurückfahren könnte. Auch aus diesem Grund möchte Macron die Ausbaupläne rasch so weit vorantreiben, dass jede Rückabwicklung kaum mehr möglich ist.
Worum geht es? María Corina Machado, Friedensnobelpreisträgerin 2025 und bekannteste Oppositionspolitikerin Venezuelas, kehrt in ihre Heimat zurück. Das teilte die 58-Jährige auf Facebook mit. Sie lebte zuletzt in den USA.
Wer ist María Corina Machado? Sie stammt aus einer Industriellenfamilie, gilt als entschiedene Widersacherin von Langzeit-Präsident Nicolás Maduro und wurde von der Präsidentenwahl 2024 ausgeschlossen. Im Dezember 2025 erhielt sie den Friedensnobelpreis für ihren Kampf für Demokratie in dem südamerikanischen Land.
Warum ist sie derzeit in den USA? In den Monaten vor der Nobelpreisverleihung lebte Machado in Venezuela im Untergrund aus Angst vor Verfolgung und Verhaftung. Im Dezember flüchtete sie aus Venezuela und lebt seither in den USA.
War da nicht etwas mit Donald Trump? Die Regierung Trump unterstützt Machado seit geraumer Zeit. So wurde sie etwa von US-Außenminister Marco Rubio für den Nobelpreis vorgeschlagen.
Und? Nachdem Donald Trump seine Enttäuschung darüber, dass nicht er selbst den Friedensnobelpreis erhalten hat, lautstark in die Welt getragen hatte, schenkte Machado ihm im Jänner 2026 ihre Nobelpreismedaille.
Geht das denn? Es wurde vom Nobelpreiskomitee jedenfalls nicht anerkannt: Der Preis könne nicht nach eigenem Ermessen geteilt oder an eine andere Person übergeben werden, teilte es mit.
Weshalb kehrt sie jetzt zurück? Nach der Festnahme von Staatspräsident Nicolás Maduro durch die US-Armee Anfang Jänner versucht Machado nun offenbar, ihre Rolle als Führerin der Opposition wieder aufzunehmen.
Weshalb wurde Maduro festgenommen? Ihm wird in den USA der Prozess wegen Drogenterrorismus gemacht.
Ist eine Rückkehr für Machado ungefährlich? Das bleibt abzuwarten. Erst vor wenigen Wochen war ein Mitstreiter Machados, der Politiker Juan Pablo Guanipa, kurz nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut verhaftet und unter Hausarrest gestellt worden.
Was sagt Interimspräsidentin Delcy Rodríguez dazu? Dass sich María Corina Machado wegen ihrer angeblichen Unterstützung der US-Militäraktion, bei der auch Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, verantworten müsse.
Für wann konkret ist die Rückkehr geplant? Bis jetzt hat die Politikerin noch keinen Zeitrahmen genannt.
Worum geht es? Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, hat Ärger. Er geriet auf einer Wahlkampf-Veranstaltung in eine öffentliche Auseinandersetzung aufgrund seines S‑Pedelecs – eines schnellen Elektrofahrrads, das er auch als Dienstfahrzeug nutzt.
Was ist der Hintergrund? In Deutschland benötigen S‑Pedelecs (die bis 45 km/h schnell sind) ein gültiges Versicherungskennzeichen; dieses muss jährlich ausgewechselt werden und ist ab dem 1. März schwarz.
Was passierte nun? Bei einer Veranstaltung in Ostrach (Kreis Sigmaringen) fiel auf, dass Palmers Kennzeichen noch grün war und damit nicht mehr gültig. Denn seit 1. März um Mitternacht war sein grünes Kennzeichen abgelaufen.
Und? Ein anonymer Bürger meldete dies der Polizei, woraufhin die Beamten Palmer darauf hinwiesen, dass ein neues schwarzes Kennzeichen erforderlich sei, und das Fahrrad vor Ort bleiben müsse. Er überredete die Beamten, ihm die Heimfahrt zu gestatten.
Wie reagierte Palmer? Der frühere Grüne und nun Parteilose erklärte in sozialen Medien, dass das neue Kennzeichen bereits im Rathaus liege und am nächsten Werktag montiert werden solle. Er versuchte, die Situation mit einem Augenzwinkern darzustellen.
Aber? Gleichzeitig kritisierte die Bürokratie. "Es ist eine irre Regelung", sagte er dem Spiegel. "Es wäre sinnvoll, eine Übergangsfrist von drei Tagen festzulegen." Es sei nicht möglich, das andere Kennzeichen schon vorher zu montieren.
Was tat die Polizei? Sie fertigte einen Bericht an, der nun an die Staatsanwaltschaft weitergegeben wird. Sie muss über mögliche Ermittlungen entscheiden.
Worum geht es? Das Rijksmuseum in Amsterdam hat ein Gemälde des niederländischen Meisters Rembrandt wiederentdeckt. Oder besser gesagt, es hat ein Bild entdeckt, das bisher nicht dem Maler zugeschrieben worden war.
Wie geht das? Das Werk "Vision von Zacharias im Tempel" aus dem Jahr 1633 galt lange nicht als echter Rembrandt, wurde vor 65 Jahren schließlich verkauft und geriet in Vergessenheit. Jetzt wurde es aufwendig untersucht und siehe da – doch von Rembrandt!
Wie kam es dazu? Die "Vision" wurde von ihrem jetzigen Eigentümer an das Museum ausgeliehen, um es mit den modernsten analytischen Mitteln und Techniken zu untersuchen.
Weshalb ist man sich jetzt sicher, dass es doch ein Rembrandt ist? "Materialanalysen, stilistische und thematische Ähnlichkeiten, von Rembrandt vorgenommene Änderungen und die gesamte Qualität des Gemäldes stützen alle die Schlussfolgerung, dass dieses Gemälde eine echte Arbeit von Rembrandt van Rijn ist", so das Rijksmuseum in einer Stellungnahme.
Was ist darauf zu sehen? Das Werk zeigt den Priester Zacharias, dem der Erzengel Gabriel (dargestellt durch ein Licht) verkündet, dass seine Frau trotz ihres hohen Alters einen Sohn gebären wird. Dieser Sohn sollte dann Johannes den Täufer werden.
Von wann stammt das Gemälde? Aus dem Jahr 1633, damals war Rembrandt gerade einmal 27 Jahre alt. Es handelt sich somit um ein Frühwerk des Künstlers.
Sind Rembrandt-Gemälde teuer? Ja, Rembrandt (1606-1669) gehört mit zu den teuersten Alten Meistern. Er hat Zeit seines Lebens nur etwa 300 Gemälde geschaffen. Die meisten seiner großen Werke (etwa "Die Nachtwache") hängen in Museen. Kommen kleinere Bilder einmal in den Verkauf, werden dafür Millionensummen bezahlt.
Wird man das Bild sehen können? Ja, es soll im Zuge einer Langzeitleihgabe im Rijksmuseum ausgestellt werden.
Worum geht es? Hollywoodstar Harrison Ford darf sich ab sofort als "lebende Legende" bezeichnen. Der 83-jährige Schauspieler, den Rollen als Indiana Jones und Han Solo in "Star Wars" weltberühmt machten, wurde bei den Actors Awards in Los Angeles für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Ist das ein bedeutender Preis? Ja, er gilt grundsätzlich als Gradmesser für die Oscar-Verleihung, die am 15. März über die Bühne geht. Zu Fords Vorgängern beim Lebenswerk-Preis gehören Jane Fonda, Barbra Streisand, Sally Field, Helen Mirren oder Robert De Niro.
Wie reagierte der Ausgezeichnete? Mit einer achtminütigen Dankesrede, die ihn selbst und sein Publikum zu Tränen rührte: "Ich habe das Glück, eine Arbeit gefunden zu haben, die mich herausfordert, die ich immer noch ausüben kann und mit der ich meinen Lebensunterhalt verdiene." Dies sei keine Selbstverständlichkeit.
Gab es auch Dankesworte? Ja, Ford erwähnte die Regisseure George Lucas ("Star Wars") und Steven Spielberg ("Indiana Jones") sowie seine Ehefrau Calista Flockhart. Die "Ally McBeal"-Darstellerin und "Indiana Jones" sind seit 15 Jahren verheiratet.
Ist Harrison Ford noch immer gut im Geschäft? Ja, neben dem fünften Indiana-Jones-Film und einer Marvel-Adaption war er zuletzt vor allem im Streaming zu sehen: In dem "Yellowstone"-Spin-Off "1923" mit Helen Mirren sowie als Psychiater in der Comedy-Serie "Shrinking".
Wer wurde bei den Actors Awards noch ausgezeichnet? Der Preis für die beste männliche Hauptrolle ging an Michael B. Jordan für "Blood & Sinners", einem der großen Oscar-Favoriten. Für die beste weibliche Hauptrolle wurde Jessie Buckley für ihre Rolle im Shakespeare-Drama "Hamnet" ausgezeichnet.
Worum geht es? Über eine Woche dürfte ein Mann bis zu den Schultern im Schlamm gesteckt sein, ehe er gefunden wurde – und auch das nur aus einem puren Zufall heraus, wie ein Video zeigt.
Was ist passiert? Andrew Giddens, 36 Jahre alt und aus Jacksonville, Florida, hatte am Valentinstag (14. Februar) zuletzt Kontakt mit seiner Familie. Da er nach einer Trennung emotional belastet war, wurde schnell eine Vermisstenanzeige aufgegeben.
Wie fanden sich Spuren? Am 23. Februar entdeckte ein Deputy des Putnam County Sheriff’s Office ein verlassenes Fahrzeug, das Giddens gehörte, in der Nähe einer Sandgrube der Vulcan Materials Company bei Melrose. Eine Suchaktion wurde gestartet.
Wie lange dauerte sie? Die Einsatzkräfte fanden Giddens am 25. Februar. Der Schlamm war so tief und instabil, dass er nicht selbst herauskommen konnte und von dem umgebenden Gras "getarnt" war. Er musste mehrere Tage ohne Nahrung oder Wasser in tiefen Temperaturen überstehen.
Wie lief die Rettung? Ein Team aus mehreren Feuerwehren und technischen Rettungskräften arbeitete zwei Stunden, um Giddens zu befreien. Dabei nutzten sie Leitern, Seile, Paletten und Bretter, um ein sicheres Arbeitsfeld zu schaffen, ohne selbst im Schlamm stecken zu bleiben.
Wie geht es dem Betroffenen? Er wurde per Luftambulanz in ein Krankenhaus gebracht, wo er in kritischem Zustand behandelt wurde.
War er ansprechbar? Giddens konnte mit den Rettungskräften kommunizieren, als sie ihn fanden, und wird voraussichtlich physisch wieder genesen. Der Vorfall wurde erst jetzt von den Behörden kommuniziert.
Worum geht es? Am Donnerstag finden in Nepal Parlamentswahlen statt. Der ehemalige Rapper Balendra "Balen" Shah hat gute Chancen, neuer Premierminister zu werden, berichtet die BBC.
Was weiß man über ihn? Shah ist 36, gelernter Strukturingenieur. Der Sänger wurde durch seine unkonventionelle Art und seine kritischen Texte gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit bekannt.
Wie kam er in die Politik? Er trat als unabhängiger Kandidat an und wurde im Mai 2022 zum Bürgermeister von Kathmandu gewählt. Im Jänner 2026 trat Shah zurück, um landesweit politisch aktiv zu werden.
Tritt er als Unabhängiger an? Nein, er kandidiert als Spitzenkandidat der Rastriya Swatantra Party (RSP), einer zentristischen Partei. Sein Gegner ist unter anderem der frühere Premierminister K.P. Sharma Oli, der im selben Wahlkreis aktiv ist.
Was macht Shah anders? Wer gibt so gut wie keine Interviews, kommuniziert vorrangig über soziale Medien. Im Wahlkampf setzte er auf künstliche Intelligenz. Im Text zu seinem KI-generierten Wahlkampfliede heißt es: "Die Zeit ist um, ihr falschen Anführer, Spiel vorbei. Wir werden am 5. März die Glocke läuten."
Worum geht es? Am Heiligen Abend 2021 suchten Einbrecher die Villa von Verona Pooth im Düsseldorfer Vorort Meerbusch heim. Sie stahlen Geld, Schmuck und Designertaschen. Nun landete der Fall vor Gericht.
Was war der Schaden? Laut Angaben von Pooth wurden Schmuckstücke im Wert von über einer Million Euro gestohlen, Erbstücke, Geschmeide von Cartier. Die Beute brachten sie mit dem Auto der Moderatorin weg.
Ist der Fall geklärt? Nein, die Täter konnten bislang nicht identifiziert werden, der Fall blieb ungelöst. Vier Männer waren an dem Coup beteiligt, wie Aufnahmen aus der Überwachungskamera zeigen.
Warum dann der Prozess? Nach dem Einbruch begann ein langwieriger Streit mit der Versicherung, weil nur ein Teil des Schadens reguliert wurde. Verona Pooth wirft ihrem ehemaligen Versicherungsmakler Pflichtverletzungen vor.
Weswegen? Er soll sie beim Abschluss der Versicherung nicht richtig beraten habe, was zu einer Unterversicherung führte. Deshalb haben Verona Pooth und ihr Ehemann vor dem Landgericht Düsseldorf gegen den Makler und seinen Arbeitgeber Klage eingereicht.
Was fordern sie? Schadenersatz in Höhe von knapp 700.000 Euro, der nicht durch den Versicherungsvertrag gedeckt wurde. Ausgezahlt wurden 650.000 Euro.
Mit welchem Argument? Pooth sagte, sie habe über 25 Jahre ihr Geld in hochwertigen Schmuck investiert und sehe darin ihr finanzielles Lebenswerk, das ihr nun durch die Unterversicherung zum Teil verloren gegangen sei.
Und die Beklagten? Die Maklerfirma bestreitet, falsch beraten zu haben und weist die Vorwürfe zurück. Am Montag kam es zum ersten Gerichtstermin.
Wie ging er aus? Das Landgericht Düsseldorf hat den Parteien eine gütliche Einigung vorgeschlagen, nach der etwa ein Drittel des geforderten Schadenersatzes – rund 700.000 Euro – gezahlt werden könnte.
Wann fällt die Entscheidung? Spätestens am 11. Mai 2026. Die Richterin riet Pooth zum Vergleich, weil es "gewisse Risiken" für die Klägerin gebe, wie sie sagte.
























































