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CARRIE JOHNSON

Wie Frau von Ex-Premier um Lebenslang für Taxi-Vergewaltiger kämpft

Die Ehefrau des ehemaligen Briten-Premiers Boris Johnson wurde mit 19 Jahren Opfer eines Serienvergewaltigers. Der Mann wurde geschnappt und verurteilt, wäre aber bald auf Bewährung freigekommen. Doch Carrie Johnson kämpfte dagegen. Und siegte – vorerst.

Von Martin Kubesch
Wie Frau von Ex-Premier um Lebenslang für Taxi-Vergewaltiger kämpft
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HÄNDE AUF DEM PO Medizin-Studentinnen schildern Übergriffe

Worum geht es? Beim Deutschen Ärztetag in Hannover haben mehrere Medizinstudentinnen schwere Vorwürfe sexueller Belästigung und grenzüberschreitenden Verhaltens erhoben. Das löste eine breite Debatte aus, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Was ist passiert? Am vergangenen Freitag betraten fünf Medizinstudentinnen, die als Abgesandte der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BMVD) am Deutschen Ärztetag teilnahmen, die Bühne in Hannover.

Was schilderten sie? Sie berichteten von sexuellen und sexualisierten Übergriffen, und zwar nicht aus der Vergangenheit, sondern sie sprachen an, was sie während des aktuell laufenden Ärztetags erleben mussten (hier gibt es das Video dazu).

Wie war der Wortlaut? "Kommentare über unser hübsches Auftreten sind unangebracht. Kommentare über unsere Ausschnitte sind unangebracht. Hände auf Rücken und Gesäßen sind unangebracht." Das gelte ebenso für Einladungen auf Hotelzimmer oder Sätze wie "Ich würde Sie heute Abend gerne mit nach Hause nehmen."

Wann habe sich das ereignet? Besonders bei Abendveranstaltungen nach dem Vortragsprogramm seien Hände dort gewesen, wo sie nicht hingehören, sagen die Betroffenen.

Einzelfälle? Die Frauen erklärten, die geschilderten Situationen seien "exakt so passiert" und keine Einzelfälle. Laut "Ärzteblatt" schilderten später weitere Delegierte eigene Erfahrungen mit grenzüberschreitendem Verhalten im medizinischen Berufsalltag.

Zum Beispiel? Den Umfragen zufolge sollen Chefs auch nach der Farbe der Intimbehaarung einer Mitarbeiterin fragen. Oder: "Warum hatten wir noch nie Sex?" 86 Prozent der befragten Frauen gaben an, in "Ihrer ärztlichen Laufbahn schon einmal rassistischen, sexistischen oder anderen sachfremden Kommentaren begegnet" zu sein.

Wie reagierte das Publikum beim Ärztetag? Die Studentinnen bekamen viel Zuspruch, aber sie sahen von der Bühne auch: "Unter den Applaudierenden waren auch diejenigen, die sich uns gegenüber übergriffig verhalten haben."

Warum ist der Fall so brisant? Der Deutsche Ärztetag gilt als wichtigste berufspolitische Versammlung der Ärzteschaft in Deutschland. Dort werden Fragen zu Berufsrecht, Ethik, Gesundheitspolitik und ärztlichen Standards diskutiert.

Wie reagierte die Kurie? Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt zeigte sich "zutiefst verstört" und entschuldigte sich öffentlich bei den Betroffenen. Er erklärte, Grenzüberschreitungen und sexualisierte Gewalt widersprächen fundamental den Werten des ärztlichen Berufs.

Was soll passieren? Die Bundesärztekammer kündigte neue Compliance-Regeln, Schutzkonzepte und Maßnahmen gegen Machtmissbrauch an.

Warum sprechen die Studentinnen von einem "systemischen Problem"? Die Frauen betonten ausdrücklich, dass die Vorfälle nicht isoliert seien. Sie sehen darin ein generelles Problem innerhalb der Medizin.

Was zählen sie alles dazu? Starke Hierarchien, Abhängigkeiten von Vorgesetzten, männerdominierte Strukturen und mangelnde Konsequenzen bei Grenzüberschreitungen.

RÜCKTRITT NACH ESC TV-Sender gab Nachbarn zu wenig Punkte

Worum geht es? Der Chef des moldauischen öffentlich-rechtlichen Senders Teleradio-Moldova (TRM), Vlad Țurcanu, ist nach einem Streit um das Eurovision-Voting in Wien zurückgetreten, berichtet der Guardian.

Warum? Auslöser war die Entscheidung der moldauischen Jury, die Songs der Nachbarländer Rumänien und Ukraine ungewöhnlich schlecht zu bewerten – trotz enger kultureller und politischer Beziehungen.

Was genau löste den Skandal aus? Die moldauische Jury vergab beim Eurovision-Finale nur drei Punkte an Rumänien und gar keine Punkte an die Ukraine. Stattdessen erhielt Polen die Höchstwertung von zwölf Punkten, Israel bekam zehn Punkte.

Was fiel auf? Das stand im starken Gegensatz zum Publikumsvoting in Moldau: Dort erhielt Rumänien die vollen zwölf Punkte und die Ukraine zehn Punkte.

Warum sorgte das für so große Empörung? Zwischen Moldau und Rumänien bestehen besonders enge historische, sprachliche und kulturelle Beziehungen. Große Teile des heutigen Moldaus gehörten früher zu Rumänien.

Wie wirkt sich das aus? Hunderttausende Moldauer besitzen zusätzlich die rumänische Staatsbürgerschaft. Dass die Jury Rumänien praktisch ignorierte, wurde deshalb von vielen als politisches oder kulturelles Signal interpretiert.

Welche Rolle spielte die Ukraine? Auch die Null-Punkte-Wertung für die Ukraine sorgte für Kritik. Moldau gilt seit Beginn des russischen Angriffskrieges als enger Unterstützer der Ukraine.

Warum trat der TV-Chef zurück? TRM-Generaldirektor Vlad Țurcanu erklärte, er übernehme die Verantwortung dafür, dass die Jury "die Sensibilitäten" gegenüber den Nachbarstaaten nicht ausreichend berücksichtigt habe.

Aber kann er was dafür? Nein, er habe nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf die Abstimmung genommen. Trotzdem sprach er von einem "ernsten Fehler" und zog persönliche Konsequenzen.

Wie reagierte die Öffentlichkeit? In sozialen Medien war nach dem Voting ein massiver Proteststurm losgebrochen. Kommentatoren warfen dem Sender vor, einen diplomatischen Schaden verursacht zu haben.

Mischte sich die Politik ein? Moldaus Kulturminister Cristian Jardan verlangte öffentlich Aufklärung über die Juryentscheidung. Präsidentin Maia Sandu versuchte hingegen zu beruhigen und betonte, die Beziehungen zu Rumänien dürften durch den Vorfall nicht beschädigt werden.

Was sagt die Jury selbst? Jurymitglied Victoria Cușnir sprach von einer "öffentlichen Lynchjustiz". Sie wies Vorwürfe zurück, anti-rumänisch abgestimmt zu haben. Gleichzeitig stellte sie die Frage, ob Nachbarschaftsbeziehungen ein Kriterium beim ESC sein sollten.

Warum ist "Neighbourhood Voting" so umstritten? Seit Jahrzehnten gilt es als offenes Geheimnis, dass sich Nachbarländer beim Eurovision Song Contest häufig gegenseitig hohe Punkte geben.

Beispiele? Besonders bekannt sind gegenseitige Stimmen aus Skandinavien, vom Balkan oder zwischen Griechenland und Zypern. Wissenschaftler und Medien analysieren dieses "Neighbourhood Voting" seit Jahren als Mischung aus kultureller Nähe, Diaspora-Effekten und geopolitischen Beziehungen.

Welche größere Debatte steckt dahinter? Der Vorfall zeigt erneut, wie politisch der ESC inzwischen geworden ist. Der Wettbewerb versteht sich offiziell als unpolitisches Musikevent, wird aber regelmäßig zum Schauplatz geopolitischer Konflikte und symbolischer Botschaften.

Wie reagierten die betroffenen Künstler? Die rumänische Teilnehmerin Alexandra Căpitănescu, die Dritte wurde, zeigte sich versöhnlich. Sie erklärte, kein ganzes Land dürfe für die Entscheidung von sieben Jurymitgliedern verantwortlich gemacht werden. Auch Moldaus Kandidat Satoshi rief dazu auf, keinen Hass zwischen den Ländern zu schüren.

GOOGLE ÄNDERT SUCHE Sie soll nun wie Chatbot funktionieren

Worum geht es? Google baut seine klassische Suchleiste grundlegend um. Nutzer sollen künftig deutlich längere Anfragen eingeben und in einer Art Chat mit der Suchmaschine interagieren können, berichtet Axios.

Wie massiv ist die Änderung? Der Konzern bezeichnet die Neuerung als die größte Veränderung der Google-Suche seit ihrer Einführung. Hintergrund ist der wachsende Konkurrenzdruck durch KI-Chatbots wie ChatGPT oder Claude.

Was genau ändert sich bei Google? Bislang war die Google-Suche vor allem auf kurze Stichwörter ausgelegt – etwa "Wetter Wien" oder "beste Restaurants Paris".

Was ist neu? Künftig sollen Nutzer ganze Fragen, komplexe Probleme oder mehrteilige Anliegen direkt in die Suchleiste schreiben können. Google spricht von einer "konversationellen Suche", die eher wie ein Dialog funktionieren soll.

Wie sieht diese neue Suche aus? Die Suchleiste wird technisch erweitert und optisch flexibler gestaltet. Nutzer können längere Texte eingeben, Rückfragen stellen, Ergebnisse verfeinern und mehrere Suchschritte hintereinander durchführen.

Was ist an der Logik anders? Die Suchmaschine soll sich dabei den Kontext früherer Fragen merken – ähnlich wie ein KI-Chatbot.

Warum macht Google diesen Schritt gerade jetzt? Der Erfolg generativer KI hat das Suchverhalten vieler Menschen verändert. Immer mehr Nutzer stellen vollständige Fragen direkt an KI-Systeme, statt klassische Suchbegriffe zu verwenden.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz? Im Zentrum der Neuerungen steht Googles KI-Modell Gemini. Die Suchmaschine soll künftig stärker verstehen, was Nutzer eigentlich meinen, welche Folgefragen entstehen könnten und welche Informationen zusammengehören.

Bedeutet dies das Ende der klassischen Google-Suche? Nein – zumindest vorerst nicht. Die traditionelle Suche mit Webseitenlinks bleibt bestehen. Allerdings wird sie zunehmend mit KI-generierten Antworten kombiniert.

Aber mittelfristig? Experten gehen davon aus, dass sich die klassische Suchmaschine schrittweise in eine hybride Mischung aus Suchmaschine, Assistent und Chatbot verwandelt.

Welche Folgen hat das für Webseiten und Medien? Die Veränderungen könnten enorme Auswirkungen auf den Internetverkehr haben. Wenn Google Antworten direkt selbst formuliert, klicken Nutzer möglicherweise seltener auf externe Webseiten.

Wie dramatisch ist das? Besonders Medienhäuser, Reiseportale, Vergleichsseiten und kleinere Blogs befürchten sinkende Besucherzahlen, geringere Werbeeinnahmen und stärkere Abhängigkeit von Google.

"HÖCHSTE STUFE ERREICHT" Allianz von Putin und Xi gegen Westen

Worum geht es? Bei einem opulent angelegten, zweitägigen Gipfeltreffen in Peking haben China und Russland ihre strategische Partnerschaft demonstrativ vertieft – und die gesamte Welt sollte ihnen dabei zusehen.

Wie zeigte sich das? Chinas Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin unterzeichneten zahlreiche Abkommen. Xi erklärte anschließend, die Beziehungen beider Länder hätten "die höchste Stufe einer umfassenden strategischen Partnerschaft" erreicht.

Warum ist das Treffen international so wichtig? Es gilt als geopolitisches Signal an den Westen – insbesondere an die USA. China und Russland präsentieren sich zunehmend als gemeinsamer Machtblock gegen die von ihnen kritisierte westliche Dominanz.

Was ist das Signal? Beobachter sehen darin einen weiteren Schritt hin zu einer engeren antiwestlichen Allianz. Besonders symbolisch: Putins Besuch fand nur wenige Tage nach einem Besuch von Donald Trump in Peking statt.

Was zeigt Xi damit? Dass China gleichzeitig Beziehungen zu Washington und Moskau pflegt – allerdings mit deutlich größerer Nähe zu Russland. Der chinesische Präsident ist der eindeutige Sieger der Besuchsdiplomatie der vergangenen Tage.

Wie viele Abkommen wurden unterzeichnet? Über 40 Vereinbarungen. Diese betreffen unter anderem KI, Forschung, Medien, geistiges Eigentum, Energie- und Handelsprojekte. Außerdem wurde der 25 Jahre alte Freundschaftsvertrag zwischen beiden Staaten verlängert.

Welche Rolle spielt Energiepolitik? Russland liefert seit westlichen Sanktionen deutlich mehr Öl und Gas nach China. Laut AP stiegen russische Ölexporte nach China Anfang 2026 um rund 35 Prozent. China ist inzwischen Russlands wichtigster Handelspartner.

Was ist mit Gas? Im Mittelpunkt der Gespräche stand die seit Jahren geplante Pipeline "Power of Siberia 2". Sie soll russisches Erdgas über die Mongolei nach China transportieren und könnte Europas frühere Bedeutung als Hauptabnehmer für russisches Gas teilweise ersetzen.

Wurde die Pipeline beschlossen? Offiziell wurde kein endgültiger Durchbruch verkündet. Mehrere Medien berichten jedoch, dass das Projekt intensiv diskutiert wurde. Russland drängt seit Jahren auf eine Einigung, weil Moskau nach den westlichen Sanktionen dringend neue Absatzmärkte benötigt.

Was war bemerkenswert? Nach den offiziellen Gesprächen setzten Xi und Putin ihre Unterredungen bei einem privaten Tee fort. Solche informellen Treffen gelten in der chinesischen Diplomatie als besonders wichtig, weil dort sensible Themen vertraulich besprochen werden.

War der Ukrainekrieg Thema? In einer Erklärung gingen die Staatschefs darauf ein. "Die Seiten unterstützen alle Bemühungen, die zur Herstellung eines langfristigen und dauerhaften Friedens beitragen", heißt es in dem Papier.

Bedeutet was? Einen Aufruf Chinas zur Beendigung des russischen Krieges gab es nicht. Vielmehr lobte Russland "die objektive und unvoreingenommene Haltung" Pekings im Ukrainekrieg.

Warum gilt das Treffen als Wendepunkt? Viele Analysten sehen eine langfristige Verschiebung der globalen Machtverhältnisse. China und Russland versuchen, alternative politische und wirtschaftliche Strukturen außerhalb westlicher Dominanz aufzubauen. Mit China als Führungsnation.

"WENN FEIND DUMM IST ..." Iran droht mit Ausweitung des Krieges

Worum geht es? Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben mit einer Ausweitung des Konflikts "über die Region hinaus" gedroht, falls die USA erneut iranische Ziele angreifen sollten.

Wie ist das zu bewerten? Die Warnung gilt als eine der schärfsten Drohungen Teherans seit den jüngsten militärischen Spannungen im Nahen Osten und erhöht international die Sorge vor einer neuen direkten Eskalation zwischen Iran und den USA.

Wer sind die Revolutionsgarden? Die mächtigste militärische und politische Organisation des Iran. Sie kontrollieren große Teile des Raketenprogramms, unterstützen verbündete Milizen im Nahen Osten und verfügen über erheblichen wirtschaftlichen Einfluss.

Was ist der Stellenwert? Anders als die reguläre Armee sehen sich die Revolutionsgarden als ideologische Schutzmacht der Islamischen Republik. Die USA stufen die IRGC seit 2019 offiziell als Terrororganisation ein.

Was genau drohte der Iran an? Wenn der Feind dumm genug ist, ... neue Aggressionen ... zu starten, werden wir mit neuer Ausrüstung und neuen Methoden neue Fronten gegen ihn eröffnen", sagte Militärsprecher Mohammed Akraminia laut iranischer Nachrichtenagentur Isna.

Was ist gemeint? Internationale Analysten interpretierten dies als Hinweis auf mögliche Angriffe gegen amerikanische Interessen außerhalb des Nahen Ostens – etwa durch Cyberattacken, Angriffe verbündeter Milizen oder Operationen gegen westliche Infrastruktur.

Was war der Auslöser der Drohung? Die Spannungen folgten auf jüngste amerikanische Drohnungen und Militärschläge gegen pro-iranische Gruppen in Syrien und im Irak. Washington begründete die Angriffe mit Raketen- und Drohnenattacken auf US-Stützpunkte in der Region.

Welche Gruppen unterstützt der Iran? Zum iranischen Netzwerk sogenannter "Widerstandsachsen" zählen unter anderem die Hisbollah im Libanon, die Huthi-Miliz im Jemen, schiitische Milizen im Irak, die Hamas im Gazastreifen sowie weitere Gruppen in Syrien und Gaza.

Wie reagierten die USA? Das Weiße Haus erklärte, man werde amerikanische Soldaten und Verbündete weiterhin schützen. Pentagon-Sprecher betonten zugleich, die USA wollten keinen größeren Krieg mit dem Iran.

FÜR IMMER STRAFFREI Trump schließt Deal mit Steuerbehörde

Worum geht es? Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat angeordnet, dass die Steuerbehörde IRS laufende Prüfungen gegen die Trump-Familie und deren Unternehmen dauerhaft einstellen muss, belegt dieses Dokument.

Was heißt "dauerhaft"? Der amtierende US-Justizminister Todd Blanche erklärte, dem IRS sei "auf ewig untersagt", weitere Untersuchungen gegen Trump, seine Familie oder seine Firmen fortzuführen. Die Entscheidung löste massive Kritik aus.

Warum ist die Entscheidung so umstritten? In den USA gilt der IRS offiziell als politisch unabhängige Behörde. Dass ein Justizminister laufende Prüfungen gegen einen amtierenden Präsidenten oder dessen Familie stoppt, ist historisch außergewöhnlich.

Was wäre das Signal? Mehrere Verfassungsrechtler warnten, die Regierung könne damit den Eindruck erzeugen, dass politische Macht genutzt werde, um persönliche finanzielle Interessen zu schützen.

Gab es einen Deal? Laut US-Medien soll es im Zusammenhang mit der Einstellung der Verfahren eine Vereinbarung gegeben haben. Danach erhalten Trump-Anhänger bzw. mit Trump verbundene Organisationen insgesamt rund 1,8 Milliarden Dollar.

Wofür ist das Geld? Trump und seine Unterstützer sagen, sie seien durch frühere Ermittlungen (unter den Demokraten) unfair behandelt worden und dafür solle es nun Entschädigungen geben: zurückgezahlte Strafen, ersparte Steuern, Schadenersatz oder Geld für Trump-nahe Organisationen.

Was sagen Kritiker deshalb? Der Staat stoppt Ermittlungen gegen Trump – und gleichzeitig profitieren Trump-nahe Kreise finanziell davon.

Welche Untersuchungen liefen gegen Trump? Seit Jahren stehen Donald Trump und seine Unternehmen im Fokus verschiedener Steuer- und Finanzermittlungen.

Worum ging es? Unter anderem um mögliche Steuervergünstigungen, Bewertungen von Immobilien, Firmenkonstruktionen, Spendenmodelle, sowie mutmaßliche Falschangaben bei Vermögenswerten.

Hat das eine Vorgeschichte? Bereits während seiner ersten Amtszeit hatte Trump als erster moderner US-Präsident seine Steuererklärungen lange nicht veröffentlicht.

Wie viel Geld könnte Trump dadurch sparen? Eine genaue Summe ist offiziell nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass es potenziell um Hunderte Millionen Dollar gehen könnte.

Welche Rolle spielt die Trump Organization? Sie bündelt große Teile des Familienvermögens – darunter Hotels, Golfplätze, Immobilienprojekte und Lizenzgeschäfte weltweit. Mehrere Tochtergesellschaften waren bereits Gegenstand steuerlicher und finanzieller Prüfungen.

Wie begründet die Regierung den Schritt? Todd Blanche erklärte, die Untersuchungen seien politisch motiviert gewesen und hätten sich "gezielt gegen Präsident Trump und seine Familie" gerichtet.

Könnte die Entscheidung juristisch angefochten werden? Ja. Mehrere Rechtsexperten gehen davon aus, dass Bundesgerichte prüfen könnten, ob das Justizministerium überhaupt die Befugnis besitzt, IRS-Prüfungen pauschal zu stoppen.

PRÄSIDENT IM BUNKER Drohnen-Alarm in Hauptstadt von Litauen

Worum geht es? In Litauen ist es nach dem Eindringen einer mutmaßlichen Drohne in den Luftraum des Landes zu einem beispiellosen Sicherheitsalarm gekommen.

Was ist passiert? Die Regierung löste in der Hauptstadt Vilnius Luftalarm aus, die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen, und die politische Führung des Landes wurde in Bunker gebracht.

Warum? Am Mittwochvormittag registrierten litauische Behörden ein unbekanntes Flugobjekt nahe der Grenze zu Belarus. Kurz darauf wurde in Vilnius eine Warnmeldung auf Mobiltelefone geschickt.

Mit welchem Inhalt? "Luftalarm! Begeben Sie sich sofort in einen Schutzraum oder an einen sicheren Ort, kümmern Sie sich um Ihre Familienmitglieder und warten Sie auf weitere Anweisungen", hieß es in der Warnung des Verteidigungsministeriums.

Wann wurde der Alarm verschickt? Am Mittwoch gegen 10.20 Uhr, er dauerte etwa eine Stunde an.

Was waren die Folgen? Der Luftraum über dem Flughafen Vilnius wurde gesperrt, Zugverbindungen wurden unterbrochen und Schulen brachten Kinder in Schutzräume.

Und die Regierung? Präsident Gitanas Nausėda, Premierministerin Inga Ruginienė sowie Minister und Abgeordnete wurden vorsorglich in unterirdische Schutzanlagen gebracht, etwa auch im Parlament.

Woher kam die Drohne? Nach Angaben des litauischen Militärs wurde das Flugobjekt zunächst im Luftraum von Belarus erfasst. Sicherheitsbehörden vermuten, dass es sich entweder um eine Kampfdrohne oder um eine sogenannte Täuschungsdrohne gehandelt haben könnte, die Luftabwehrsysteme irritieren soll.

Was ist unklar? Ob die Drohne abstürzte, Litauen wieder verließ, oder zerstört wurde. NATO-Kampfjets konnten das Objekt laut Behörden nicht eindeutig orten.

Warum sorgt der Vorfall international für so große Nervosität? Litauen gehört sowohl zur EU als auch zur NATO und grenzt direkt an Belarus sowie an die russische Exklave Kaliningrad. Der Vorfall wird deshalb als möglicher Test westlicher Reaktionsfähigkeit interpretiert.

Gab es das schon einmal? Es war das erste Mal seit Beginn des Ukrainekriegs, dass in einer NATO-Hauptstadt offiziell Schutzalarm ausgelöst und die Staatsspitze in Sicherheit gebracht wurde.

Welche Rolle spielen Russland und Belarus? Litauen sowie mehrere europäische Politiker gaben den beiden Ländern die Schuld für den Vorfall. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Moskau und Minsk trügen "direkte Verantwortung" für die zunehmenden Drohnenvorfälle im Baltikum.

Gibt es ähnliche Vorfälle bereits länger? Ja. Seit Monaten häufen sich Drohnenzwischenfälle in den baltischen Staaten und Finnland. Mehrfach sollen ukrainische oder mutmaßlich ukrainische Drohnen nach Angriffen auf russische Ziele vom Kurs abgekommen sein.

Wann war der letzte Vorfall? Am Dienstag schoss ein NATO-Jet eine Drohne über Estland ab.

KEINE FUSSFESSEL FÜR HØIBY Höchstgericht lehnt Antrag ab

Worum geht es? Der norwegische Kronprinzen-Sohn Marius Borg Høiby bleibt weiterhin in Untersuchungshaft. Ein Gericht entschied, dass der 28-Jährige bis zur Urteilsverkündung im Gefängnis bleiben muss.

Warum war das ein Thema? Weil er einen Antrag gestellt hat, die restliche Zeit mit einer elektronischen Fußfessel zu Hause zu verbringen. Das wurde nun vom Hochgericht abgelehnt.

Wann gibt es ein Urteil? Es ist für den 15. Juni geplant.

Wer ist Marius Borg Høiby? Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung und damit der Stiefsohn von Kronprinz Haakon. Er ist also ein inoffizielles Mitglied des Königshauses ohne royale Pflichten.

Warum sitzt er in Untersuchungshaft? Ihm werden insgesamt 40 Straftaten vorgeworfen. Sieben Opfer wurden bisher ermittelt.

Was umfasst die Anklage? Vier Vergewaltigungen, Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Bedrohungen, Sexualdelikte, Verstöße gegen Kontaktverbote, Drogen- und Verkehrsdelikte sowie heimliche Filmaufnahmen.

Was schildern Opfer? Marius Høiby habe sie geschlagen, misshandelt, unter Alkohol und Drogen gesetzt. Er soll seine Opfer in intimen Situationen ohne deren Wissen gefilmt haben. Bei der Verhandlung wurde ein Video gezeigt, das die Vorgänge belegen soll.

Warum wurde die Fußfessel abgelehnt? Die Richter erklärten laut norwegischen Medien, die bisherigen Risiken seien weiterhin zu hoch. Entscheidend sei, dass das Verfahren kurz vor dem Abschluss stehe und die Untersuchungshaft deshalb verhältnismäßig bleibe.

Was fordert die Staatsanwaltschaft? Eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten

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