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AUTOFREIER TAG

Die Ölkrise und wir: Was die Minister-Tagebücher enthüllen

Der Irankrieg macht Sprit zum Luxus. Es ist aber nicht unsere erste Energiekrise. In den Siebzigerjahren führte Handelsminister "Happy Pepi" Staribacher darüber Tagebuch. Darin steht, wie es zu autofreiem Tag, Energieferien und Sommerzeit kam.

Von Christian Nusser
Die Ölkrise und wir: Was die Minister-Tagebücher enthüllen
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ANSCHLAG VERHINDERT Attentäter umarmt, damit er aufgibt

Worum geht es? Im Jänner 2023 lag der Brite Nathan Newby mit einer Infektion in einem Krankenhaus in Leeds. Während einer nächtlichen Rauchpause traf er den Krankenhausmitarbeiter Mohammad Farooq und kam mit ihm ins Gespräch.

Und weiter? Farooq habe keinen guten Eindruck gemacht und er sei "einfach rübergegangen, um zu sehen, ob es ihm gut geht und ob ich ihn aufmuntern könnte", so Newby. Die Männer kamen ins Gespräch und irgendwann offenbarte Farooq, dass er einen Sprengsatz dabeihabe, weil er sich "rächen" und "so viele Krankenschwestern wie möglich töten" wolle.

Welche Art Bombe? Sie war in einen Druckkochtopf eingebaut und hatte angeblich die doppelte Sprengkraft jener Bombe, die beim Boston Marathon 2013 drei Menschen tötete und hunderte weitere verletzte.

Wie reagierte Nathan Newby? Er sprach in der Folge stundenlang mit dem Attentäter. Irgendwann bat Farooq den Briten um eine Umarmung und erlaubte diesem dann, die Polizei zu rufen – "bevor ich es mir anders überlege".

Wie ging die Sache aus? Die Bombe wurde entschärft, Farooq verhaftet und mittlerweile zu "mindestens 37 Jahren Haft" verurteilt. Nathan Newby sagte beim Prozess aus, sprach aber nie öffentlich über seine Tat – bis jetzt.

Was ist jetzt anders? Am Mittwoch erhielt Nathan Newby von König Charles III. für seine Tat die "George Medal", die zweithöchste zivile Auszeichnung des Königreichs. Aus diesem Anlass erzählte er der BBC erstmals ausführlich von jener dramatischen Nacht.

Was sagte er? Newby blieb dabei so gelassen, wie er es auch in jener Nacht gewesen war. Er sagte, er halte Farooq "wahrscheinlich für einen netten Kerl", der "zu dieser Zeit eine schwere Zeit durchgemacht habe". Sich selbst sehe er als jemanden, der "einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort" gewesen sei.

Wie schätzen andere seine Tat ein? Die Richterin im Prozess gegen Mohammad Faroooq sagte, Newbys "Anstand und Freundlichkeit" hätten eine "Gräueltat" verhindert. Und dessen Aussage sei "eine der bemerkenswertesten gewesen, die das Gericht je gehört habe".

TOP-MANAGER KLAGT AN"Brauchen Installateure, keine Anwälte"

Worum geht es? Larry Fink ist Mitgründer und Chef von BlackRock, dem weltweit größten Investment-Unternehmen. In einem BBC-Interview ließ der Finanzexperte nun aufhorchen. Er sagt: "Wir brauchen mehr Installateure und weniger Anwälte."

Was ist BlackRock? Der größte Vermögensverwalter der Welt. Das 1988 gegründete Unternehmen verwaltet derzeit ein Vermögen von 14 Billionen Dollar (ca. 12 Billionen Euro) und ist damit einer der größten Investoren in vielen Top-Unternehmen weltweit.

Was sagt der Black-Rock-Chef genau? Dass sich die Wahrnehmung von qualifizierten Handwerksberufen ändern müsse. Der KI-Boom werde eine enorme Anzahl von Arbeitsplätzen "im Bereich der Elektriker, Schweißer und Installateure" schaffen, während die Nachfrage nach einigen Bürojobs geringer ausfallen könne.

Wie kam es dazu? "Ich glaube, was wir falsch gemacht haben, ist, dass viele Menschen wahrscheinlich nicht ins Bankwesen, in die Medien oder in die Rechtsbranche hätten gehen sollen", so Larry Fink, "Sie wären eher hervorragende Handwerker gewirden, aber wiur haben sie vorschnell beurteilt." Diesen Ansatz müsse man überdenken.

Also zurück zu den Wurzeln? Wahrscheinlich habe man es mit dem Trend, alle jungen Menschen auf College zu schicken, übertrieben. "Wir müssen das ausgleichen und wieder stolz darauf sein, dass auch eine Karriere in den Bereichen Sanitärinstallation oder Elektrotechnik genauso erfolgreich sein kann wie ein Studium."

SCHLUSS MIT LUSTIG OpenAI stampft Video-App Sora ein

Worum geht es? US-Tech-Gigant OpenAI, mit seiner KI-Anwendung ChatGPT Vorreiter bei massentauglicher Künstlicher Intelligenz, nimmt seine KI-Video-App Sora vom Markt und zieht sich generell aus dem Geschäft mit KI-generierten Bewegtbildern zurück.

Was ist Sora? Eine App, die aus Textvorgaben KI-Videos in Spielfilmqualität erstellen kann. Sie kam 2024 auf den Markt und wurde letztes Jahr um eine Funktion erweitert, bei der sich User selbst in KI-Videos einbauen konnten.

Wie wurde das Aus für Sora kommuniziert? Per X-Posting. Es sei dem Entwicklerteam bewusst, dass diese Nachricht enttäuschend sei und man werde demnächst Details zum Zeitplan nennen und wege aufzeigen, wie Nutzer ihre erstellten Videos sichern können.

Wird nur Sora geschrottet? Nein, OpenAI-Boss Sam Altman kündigte laut Wall Street Journal an, alle Produkte einzustellen, die KI-Videos herstellen können. Neben Sora sei das auch die Videofunktion innerhalb von ChatGPT betroffen sowie eine Entwicklerversion.

Weshalb dieser Move? Dazu gibt es bislang keine Auskunft. US-Medien spekulieren, dass sich OpenAI nicht mit weiteren Entwicklern wie Grok (gehört zu X), Google oder Anthropic im selben Markt herumschlagen möchte, sondern sich lieber auf neue, lukrativere Geschäftsfelder konzentrieren könnte.

Könnte es andere Gründe geben? Ja, zuletzt hat die Kritik an KI-erstellten Deepfake-Sexvideos enorm zugenommen. Spätestens seit der diesbezüglich sehr lockeren Handhabung der KI-Anwendung Grok von Elon Musk.

Was bedeutet der Ausstieg für die KI-Branche? Dass sich Disney einen neuen KI-Partner suchen muss. Die Mäuse-Konzern hatten mit OpenAI einen milliardenschweren Lizenzvertrag geschlossen, wonach das Unternehmen Charaktere aus dem Disney-Universum (dazu gehören neben Micky Maus und Co auch alle Marvel-, Pixar- und Star Wars-Figuren) verwenden und weiterentwickeln durfte.

KRAFTWERK GETROFFEN Drohnen aus Ukraine verfehlen Ziele

Worum geht es? Am frühen Mittwochmorgen drangen zwei zunächst unbekannte Drohnen in den Luftraum der NATO- und EU-Staaten Estland und Lettland ein. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um ukrainische Drohnen, die während eines Angriffs auf russische Ziele vom Weg abgekommen waren.

Wo schlugen die Drohnen ein? Eine traf den Kamin des Kraftwerks Auvere in Estland, die Zweite sei im Südosten von Lettland in der Luft explodiert, ohne dass die alarmierten Luftstreitkräfte eingegriffen hätten, teilten die Behörden mit.

Gab es Opfer? Nein, es wurden keine Menschen verletzt. Nur der Kamin des Kraftwerks wurde durch den Aufprall leicht beschädigt.

Weshalb kamen die Drohnen vom Weg ab? Entweder wegen russischer Störmaßnahmen oder einfach aufgrund einer Fehlfunktion.

Sind das Einzelfälle? Nein, immer wieder dringen Drohnen beider Seiten in den Luftraum benachbarter EU-Staaten ein. Erst in der Nacht auf Montag war eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in Litauen abgestützt. Auch in Rumänien und Moldawien gab es Vorfälle.

Ist die Aufregung im Baltikum groß? Die Behörden bemühen sich, den Ball flach zu halten. Immerhin gehören die baltischen Staaten zu den engsten Partnern der Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg.

FEIND VOR DER HAUSTÜR Wahlsieg für Demokraten in Trump-Heimat

Worum geht es? Bei Nachwahlen für das Repräsentantenhaus in Florida kam es zu einer handfesten Überraschung. Ausgerechnet in jenem Wahlkreis, in dem auch Donald Trumps Palm-Beach-Anwesen Mar-a-Lago liegt, besiegte die demokratische Kandidatin Emily Gregory den von Trump unterstützten Republikaner Jon Maples deutlich.

Wer saß bisher für den Wahlkreis im Kongress? Bei der letzten Wahl 2024 siegte noch der republikanische Kandidat mit 19 Prozent Vorsprung.

Was ist das größere Bild? Das Wahlergebnis in Florida setzt einen Trend fort und gilt als Fingerzeig für die Midterm-Wahlen im November. Seit Trumps Amtsantritt Anfang 2025 haben seine Republikaner mehrere Sitze im Repräsentantenhaus, einer der beiden Parlamentskammern des US-Kongresses, verloren.

Was wird im November gewählt? Die Midterms umfassen Wahlen zum US-Repräsentantenhaus, ein Drittel des US-Senats werden getaucht, dazu kommen mehrere Gouverneurs- und Landesparlamentswahlen.

Wie groß ist ihre Bedeutung für die Politik der USA? Diese Zwischenwahlen, die in der Regel zur Hälfte der Amtszeit eines Präsidenten stattfinden, dienen potenziell als Referendum über die Stimmung im Land und die Stärke der Partei des Präsidenten.

DÄNEN WÄHLTEN PROTEST Schwere Verluste für Sozialdemokraten

Worum geht es? Die Dänen wählten am Dienstag ein neues Parlament – und erteilten der regierenden sozialdemokratischen Partei von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen dabei eine herbe Abfuhr.

Heißt im Detail? Ihre Partei bekam nur mehr 21,9 Prozent der abgegebenen Stimmen, das ist das schlechteste Ergebnis für Dänemarks Sozialdemokratie seit dem Jahr 1903. In Mandaten fiel sie damit von 50 auf 38 (bei insgesamt 179 Parlamentssitzen).

Ist Frederiksen damit abgewählt? Nicht unbedingt, denn ihre Partei ist nach wie vor die stimmenstärkste Kraft im Land. Insgesamt traten zwölf Parteien zur Wahl an und erstmals seit vielen Jahrzehnten kamen auch alle ins dänische Parlament, das Folketing.

Wie könnte die künftige Regierung aussehen? Am wahrscheinlichsten ist, dass die bisherige Mitte-Links-Regierung fortgesetzt wird. Die bislang regierende Dreier-Koalition kommt nach wie vor zusammen auf eine Mehrheit von 84 Mandaten. Die Verluste der Sozialdemokraten werden die Koalitionsverhandlungen allerdings nicht einfacher machen.

Wer ist Wahlgewinner? Die einwanderungskritische rechtspopulistische Dänische Volkspartei vervierfachte ihren Stimmenanteil auf 9,1 Prozent. Allerdings hatte die Partei bei der letzten Wahl 2022 stark verloren, was ihre jetzigen Zugewinne relativiert.

Welchen Einfluss hatte Trumps Grönland-Gier auf die Wahl? Weniger als im Vorfeld angenommen. Die dominanten Themen im Wahlkampf waren die Lebenshaltungskosten sowie die Migrationspolitik Frederiksens, die den einen zu weich, den anderen zu hart ist.

FEUER IN LUXUSHOTEL 400 Gäste aus "Bristol" Paris gerettet

Worum geht es? Im First-Class-Hotel "Bristol" im Zentrum der französischen Hauptstadt ist am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Mehr als 400 Personen mussten von der Feuerwehr gerettet werden, zwei Personen wurden leicht verletzt.

Wo brach das Feuer aus? Im Untergeschoss des Hotels, Medienberichten zufolge, in der Küche. Fotos zeigten Küchenpersonal auf der Straße. Auch die beiden Verletzten seien Mitarbeiter des Küchenpersonals, die versucht hatten, das Feuer zu löschen.

Kam es bei der Evakuierung zu Zwischenfällen? Laut dem Hotel lief alles vorbildlich ab. Die Feuerwehr war mit einem gut 100 Mann starken Aufgebot binnen Minuten vor Ort und die Polizei sperrte die Umgebung großräumig ab, um allfällig weitere Rettungsmaßnahmen zu erleichtern. Dazu kam es dann glücklicherweise nicht.

Wo genau liegt das Hotel? In der berühmten Rue de Faubourg Saint-Honoré nahe dem Élysée-Palast, dem Amtssitz des französischen Präsidenten. Aufgrund seiner Lage wird es auch gerne von Staatschefs besucht, die in Paris zu Gast sind. Laut deutschen Medien sei auch die ehemalige Kanzlerin Angela Merkel immer im "Bristol" abgestiegen.

MACHT YOUTUBE SÜCHTIG? Gericht verhängt 3-Millionen-Strafe

Worum geht es? Eine 20-jährige Frau aus Kalifornien verklagte den Social-Media-Giganten Meta (Facebook, Instagram) und die Videoplattform YouTube. Sie habe durch deren Nutzung ein Suchtverhalten entwickelt, das zu psychischen Störungen geführt hätte, behauptete die Frau.

Was passierte nun? Am Mittwoch sprachen die Geschworenen in dem Prozess, bei dem sogar Meta-Chef Mark Zuckerberg aussagen musste, das Urteil.

Welche Störungen seien dadurch entstanden? Die junge Frau sei bereits im Alter von sechs Jahren von YouTube und mit neun Jahren von Instagram abhängig geworden und habe laut ihren Anwälten dadurch schwere Depressionen entwickelt. In der Folge hätte sie sich selbst verletzt und massive soziale Ängste und Körperwahrnehmungsstörungen ausgebildet.

Wie lautet das Urteil? Nach insgesamt neun Tagen Beratungen entschieden die Geschworenen, dass die Unternehmen fahrlässig gehandelt und ihre User nicht ausreichend vor den Gefahren der angewendeten Algorithmen gewarnt hätten.

Was heißt das für die Klägerin? Für die Leiden und Schmerzen, die die 20-Jährige durch das Versäumnis der Konzerne erlitten habe, wurde ihr ein Schadenersatz von drei Millionen Dollar (ca. 2,6 Mio. Euro) zugesprochen, den sich die Konzerne im Verhältnis 70 (Meta) zu 30 (YouTube) aufzuteilen hätten.

Wie geht es jetzt weiter? Die Unternehmen bestreiten weiterhin die Vorwürfe und planen, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Was ist das große Bild? Drei Millionen Dollar sind für die beklagten Konzerne ein Pappenstiel. Die entscheidende Frage aber ist: Sollte der Schuldspruch auch in den folgenden Instanzen halten, müssen sie dann die Algorithmen ihrer Plattformen grundlegend ändern?

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