Worum geht es? Ein 33-Jähriger war am Montag um 16.45 Uhr mit seinem VW Taigo in die Fußgängerzone von Leipzig gerast. Es gab zwei Todesopfer, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, und mehrere Verletzte.
Was weiß man über weitere Opfer? Sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 wurden verletzt, zwei davon schwer, ein Mann (75) und eine Frau (84). Außerdem mussten laut Leipziger Volkszeitung 80 Personen psychologisch betreut werden.
Was weiß man über den Verdächtigen? Er heißt Jeffrey K., ist deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz Leipzig. Der mutmaßliche Amokläufer ist Amateurboxer und hat früher ehrenamtlich Boxtrainings geleitet.
Hat er eine Vorgeschichte? Polizeilich gibt es wenig. Aktenkundig sind "Bedrohung sowie ehrverletzende Delikte im sozialen Umfeld". Gemeint sind Beleidigungen. Die Vorfälle stammen aus dem heurigen Jahr, körperliche Gewalt war da nicht im Spiel.
Keine Vorstrafen? Laut Spiegel gab es "nur" 2014 eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Es soll einen Streit um Fußball gegeben haben.
Aber? Was schon der MDR berichtet hatte, konkretisierte sich am Dienstag. Am 17. April 2026 kam es offenbar aufgrund verbaler Entgleisungen zu einem Polizeieinsatz, Jeffrey K. begab sich daraufhin freiwillig in ein Spital.
Wie lange blieb er dort? 12 Tage. Er trat erst am 29. April wieder aus.
Weswegen wurde der behandelt? Das sächsische Sozialministerium bestätigte auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung, dass sich der mutmaßliche Täter in der geschlossenen Abteilung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie in Altscherbitz (Nordsachsen) befunden hat. Er wurde dort wegen einer akuten Psychose behandelt.
Warum wurde die Behandlung beendet? Es habe während des Aufenthalts "keine Eigen- oder Fremdgefährdung“ bestanden, sagt die Klinik. Da die medizinischen Gründe fehlten, um ihn festzuhalten, ging er, als er wollte.
Kennt man das Motiv? Nein, nach bisherigen Erkenntnissen wird ein politisches und ein religiöses Motiv ausgeschlossen.
Worum geht es? Auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff "Hondius" im Atlantik ist es zu einem tödlichen Ausbruch des Hantavirus gekommen. Mindestens drei Menschen sind gestorben, mehrere weitere sind erkrankt.
Was passierte nun? Das Schiff lag bis Dienstag vor den Kapverdischen Inseln, Passagiere durften nicht von Bord. Rund 150 Menschen befinden sich faktisch in Quarantäne. Nun aber scheint Rettung in Sicht.
Was ist geplant? Das Kreuzfahrtschiff darf auf den Kanarischen Inseln anlegen, das bestätigte am Abend das spanische Gesundheitsministerium. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder würden untersucht und behandelt werden, dann sollen sie in ihre Heimatländer gebracht werden.
Warum die Kanarischen Inseln? Es handelt sich um den nächstgelegenen Ort mit den notwendigen Kapazitäten, damit hat Spanien eine Verpflichtung zur Aufnahme.
Was sorgt weiter für Besorgnis? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht inzwischen davon aus, dass das Virus an Bord von Mensch zu Mensch übertragen wurde – eine Entwicklung, die den Fall weltweit besonders brisant macht.
Warum ist das so ungewöhnlich? Hantaviren gelten klassisch als Zoonose: Menschen infizieren sich in der Regel über Ausscheidungen von Nagetieren, etwa durch eingeatmeten Staub.
Das heißt, es gibt keine Übertragung von Mensch zu Mensch? Doch, aber sie ist laut Lehrmeinung extrem selten und bisher nur bei bestimmten Virusvarianten (v. a. Andes-Virus in Südamerika) dokumentiert.
Was ist am aktuellen Fall besonders? Der Ausbruch ereignet sich in einem abgeschlossenen System (Schiff). Mehrere Fälle traten zeitlich eng auf. Die WHO sieht inzwischen Hinweise, dass enge Kontakte zwischen Passagieren zur Weitergabe geführt haben könnten.
Worauf deutet das hin? Auf eine ungewöhnliche Dynamik des Erregers – oder auf das Auftreten einer spezifischen Virusvariante mit höherer Übertragbarkeit.
Was ist bisher passiert? Die "Hondius" war von Ushuaia (Argentinien) Richtung Kap Verde unterwegs – also aus einer Region, in der jene Hantavirus-Variante vorkommt, bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich ist.
Was ist der aktuelle Erkenntnisstand? Die Betroffenen dürfte sich bereits vor Einschiffung infiziert haben. Danach kam es mutmaßlich zur Weitergabe unter Passagieren in engem Kontakt.
Worum geht es? US-Präsident Donald Trump hat den Papst erneut öffentlich scharf angegriffen. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt kritisierte er die Haltung von Leo XIV. zum Irankrieg.
Was genau hat Trump gesagt? Er erklärte, der Papst halte es für "in Ordnung", wenn der Iran Atomwaffen besitze, "ich glaube nicht, dass das sehr gut ist". Dann fügte er hinzu, der Papst gefährde damit "viele Katholiken und viele Menschen".
Was ist der Haken? Der Papst hat nie eine solche Position vertreten.
In welchem Kontext fiel die Aussage? Die Äußerungen stehen im Zusammenhang mit einem seit Wochen eskalierenden Konflikt zwischen Trump und dem Vatikan über den Krieg im Nahen Osten, insbesondere dem Iran-Konflikt.
Warum sind die Aussagen brisant? Weil der Papst am Donnerstag Besuch bekommt. Um 11.30 Uhr wird Leo XIV. den amerikanischen Außenminister, Marco Rubio, empfangen. Rubio ist römisch-katholisch.
Was wird dem Papst tatsächlich vorgeworfen? Trump kritisiert den Papst vor allem für dessen wiederholte Friedensappelle im Nahen Osten, seine Ablehnung militärischer Eskalation und indirekter Kritik an der US-Politik im Iran-Konflikt. Er interpretiert diese Positionen als Schwäche bzw. als indirekte Unterstützung iranischer Interessen.
Wie ist die tatsächliche Position des Papstes? Papst Leo XIV. hat wiederholt zu Waffenstillständen und Dialog aufgerufen, vor einer Eskalation im Nahen Osten gewarnt und sich ausdrücklich für eine Welt ohne nukleare Bedrohung ausgesprochen.
Worum geht es? Der Fahrer eines öffentlichen Busses ließ in der bayerischen Stadt Bamberg für 50 Meter einen Passagier ans Steuer seines Fahrzeuges. Resultat: zwei Leichtverletzte, einige Notrufe bei der Polizei und eine Stadtverwaltung in Erklärungsnot.
Weshalb der Fahrerwechsel? Der Buschauffeur konnte diese Frage bislang ebenso wenig erschöpfend beantworten, wie der Passagier, der kurzzeitig das Steuer übernahm. Der Fahrer wurde vom Dienst freigestellt, gegen beide Männer wird strafrechtlich ermittelt.
Wie kam es zu den Verletzten? Der Passagier, der kurzzeitig das Steuer übernommen hatte, bremste so abrupt, dass mehrere der insgesamt etwa 15 Personen im Bus zu Sturz kamen.
Wie reagierten die anderen Passagiere? Jene, die den ungeplanten Fahrerwechsel bemerkten, stellten den Chauffeur zur Rede. Als dieser nicht darauf reagierte, wählten sie schließlich den Polizeinotruf. Die Beamten konnten den Bus kurz darauf anhalten.
Wie reagierte die Stadtverwaltung? Man sei "schockiert" über das Verhalten des Busfahrers, teilten die Stadtwerke Bamberg mit. Der Fahrer habe mit personalrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, hieß es.
Worum geht es? Ilie Bolojan, der proeuropäische Premierminister von Rumänien, wurde am Dienstag durch ein Misstrauensvotum im Parlament gestürzt.
Mit welchem Votum wurde er abgesetzt? Für den Misstrauensantrag stimmten 281 der 464 Abgeordneten und Senatoren – deutlich mehr als die erforderlichen 233 Stimmen.
Wie lange regierte Bolojan? Seit 23. Juni 2025, er war damit nur rund zehn Monate im Amt.
Welche Parteien haben ihn gestürzt? Der Antrag wurde von den Sozialdemokraten (PSD), dem ehemaligen Koalitionspartner, und der rechtsradikalen AUR eingebracht. Er wurde von weiteren kleineren rechtsnationalen Gruppierungen unterstützt.
Was war entscheidend? Dass die PSD im April die Regierung verlassen hatte und sich anschließend mit der Opposition zusammenschloss. Der Schulterschluss mit der radikalen Rechten ist politisch bemerkenswert und verschärft die Instabilität.
Was wird Bolojan konkret vorgeworfen? Ein harter Sparkurs, geplante Privatisierungen staatlicher Unternehmen, Steuererhöhungen und Kürzungen in einem ohnehin angespannten wirtschaftlichen Umfeld.
Welche unmittelbaren Folgen hat das? Die Regierung ist nur noch geschäftsführend im Amt. Präsident Nicușor Dan muss Konsultationen zur Bildung einer neuen Regierung einleiten. Scheitern mehrere Anläufe, sind Neuwahlen nötig.
Wer ist nun der Wortführer? George Simion, Vorsitzenden der nationalistischen Partei AUR. Der Fan von Donald Trump und seiner MAGA-Bewegung war im Vorjahr bei den Präsidentschaftswahlen gescheitert.
Warum ist das über Rumänien hinaus relevant? Die Krise betrifft ein strategisch wichtiges EU- und NATO-Land. Politische Instabilität gefährdet Reformen. Es ist nicht klar, wie sich Rumänien gegenüber Europa nach Wahlen positioniert.
Worum geht es? Über der Ostsee ist es zu einem sicherheitspolitisch heiklen Zwischenfall im NATO-Luftraum gekommen: Französische Kampfjets haben zwei russische Bomber abgefangen und aus dem überwachten Luftraum abgedrängt.
Wo genau ereignete sich der Vorfall? Über der Ostsee – einem sensiblen Gebiet, in dem sich die Lufträume mehrerer NATO-Staaten mit internationalen Flugkorridoren überschneiden.
Warum weiß man davon? Der Vorfall ereignete sich bereits am 1. Mai im Rahmen der NATO-Mission Baltic Policing und wurde an Bord der Jets gefilmt. Die französischen Streitkräfte veröffentlichten die Aufnahmen auf Facebook.
Welche Kräfte waren beteiligt? Auf NATO-Seite kamen französische Luftstreitkräfte zum Einsatz, konkret Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Dassault Rafale. Bei den beiden russischen Maschinen handelt es sich um Su-24-Kampfflugzeuge.
Wie war der Ablauf? Jagdflugzeuge der französischen Luftwaffe starteten von Litauen aus und eskortierten die russischen Maschinen wieder aus dem betroffenen Gebiet, berichtet die französische Zeitung Le Parisien.
Was bedeutet "abfangen" in diesem Zusammenhang? Beim "Air Policing" steigen NATO-Jets auf, identifizieren fremde Militärflugzeuge visuell und begleiten sie, wenn diese sich dem Bündnisluftraum nähern oder ihn ohne Transpondersignal durchqueren.
Warum gilt der Vorfall als gefährlich? Es besteht ein erhebliches Eskalationsrisiko. Die Abstände zwischen Militärflugzeugen sind gering, es fehlt Kommunikation oder die Transponder sind ausgeschaltet, militärische Manöver können fehlinterpretiert werden.
Welche Rolle spielt Frankreich dabei? Frankreich beteiligt sich rotierend an der NATO-Luftraumüberwachung, insbesondere im Rahmen der Baltic Air Policing Mission. Französische Jets sind dabei zeitweise in osteuropäischen NATO-Staaten stationiert.
Wie reagiert Russland auf solche Vorfälle? Moskau betrachtet Flüge im internationalen Luftraum als legitim und wirft der NATO regelmäßig "Provokationen" vor. Umgekehrt kritisiert die NATO mangelnde Transparenz und riskantes Verhalten russischer Piloten.
Worum geht es? Die Ukraine hat überraschend eine eigene, zeitlich begrenzte Waffenruhe angekündigt. Damit reagiert sie auf eine zuvor von Russland ausgerufene Feuerpause. Aber die Länder können sich nicht auf einen Termin einigen.
Wie lange sollte die Waffenruhe von Russland dauern? Nur zwei Tage, nämlich am 8. und 9. Mai rund um die Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" in Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, der in Russland große symbolische Bedeutung hat.
Was will die Ukraine? Sie wollte die Waffenruhe bereits früher beginnen lassen – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai. Wie lange sie genau aufrechterhalten werden soll, ist unklar.
Was ist der Hintergrund? Russland nutzt den 9. Mai traditionell für militärische Machtdemonstrationen. In diesem Kontext wurde eine Feuerpause angekündigt. Die Ukraine steht solchen Ankündigungen skeptisch gegenüber, da frühere Waffenruhen oft nicht eingehalten wurden.
Warum kündigt die Ukraine eine eigene Waffenruhe an? Das kann als Signal verstanden werden: Kiew will zeigen, dass es grundsätzlich zu Deeskalation bereit ist, gleichzeitig aber nicht einseitig russischen Bedingungen folgen möchte. Eine eigene Waffenruhe gibt der Ukraine mehr Kontrolle über Zeitpunkt und Bedingungen.
Wie fällt die Reaktion auf die russische Feuerpause aus? Die ukrainische Führung reagiert zurückhaltend und misstrauisch. Sie betont, dass eine echte Waffenruhe überprüfbar und dauerhaft sein müsse.
Welche militärische Bedeutung hat das? Kurzfristige Feuerpausen haben oft begrenzten Einfluss auf den Kriegsverlauf. Beide Seiten können sie nutzen, um Kräfte zu sammeln, Nachschub zu organisieren oder ihre Positionen zu festigen.
Worum geht es? Das gegenseitige Belauern geht weiter. Die Welt wartet auf die Öffnung der Straße von Hormus, aber sie bleibt vorerst faktisch geschlossen. Außenminister Marco Rubio warf dem Iran vor, die Welt quasi als Geisel zu halten.
Gab es nicht eine US-Initiative? Ja, aber nun stellt sich heraus: Am Montag haben nachweislich nur zwei Schiffe die Wasserstraße passiert. Am Dienstag scheint kein einziges die Durchfahrt unternommen zu haben, berichtet die New York Times.
Was ist die Vorgeschichte? Zunächst hatte der Iran die Meerenge blockiert, dann folgten die Amerikaner. Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.
Aber? Am Montag schickten die USA zwei Zerstörer in die Meerenge, sie wurden vom Iran beschossen, die Drohnen und Granaten wurden aber abgefangen. Die USA zerstörten im Gegenzug mehrere Schnellboote der Revolutionsgarden.
Und nun? Herrscht wieder der Krieg der Worte. Präsident Trump beantwortete am Dienstag im Oval Office Fragen von Reportern. Die US-Blockade der Straße nannte er "unglaublich" (im positiven Sinn). Dem Iran warf er vor, "ein Spiel zu spielen". Den Krieg nannte er "Scharmützel".
Und der Verteidigungsminister? Pete Hegseth rückte am Dienstag ebenfalls aus. Er sagte, der Waffenstillstand sei nach wie vor intakt. Die US-Mission zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus werde nur vorübergehend sein.
Was meint er damit? Er fügte erklärend an, dass bald andere Nationen Verantwortung übernehmen müssten, ohne ins Detail zu gehen.
Wie viele Seeleute sind in der Meerenge "gefangen"? Laut General Dan Caine, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, warten mehr als 22.500 Seeleute auf über 1.550 Handelsschiffen auf die Durchfahrt.























































