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22. Oktober 2025

Schutz für leere Wohnung Kanzler weg, Polizei bewacht weiter

Worum geht es? Bis Mai 2025 war Olaf Scholz deutscher Kanzler. Vor rund 40 Jahren war er als Student in eine 100 Quadratmeter große Wohnung in Hamburg gezogen. Die wird immer noch von der Polizei bewacht. Obwohl der Ex-Kanzler dort nicht mehr wohnt, berichtet der Spiegel.

Warum denn das? Scholz ist mit seiner Frau schon vor Jahren in eine andere Unterkunft übersidelt. An seiner alten Adresse gab es seither dreimal Ärger. Farbbeutel, Steine flogen gegen die Fassade, 2018 wurde ein Reifen angezündet. Im selben Jahr zog Scholz nach Potsdam.

Was ärgert Anwohner? Direkt vor dem Haus steht ein Polizei-Container, Polizisten bewachen die leere Wohnung, immer zu dritt, rund um die Uhr. Scholz schaut hin und wieder vorbei, oft wochenlang nicht.

Kommt der Container nun weg? Scholz ist ja nun kein Kanzler mehr, aber es wurde sogar ein neuer Container aufgebaut, doppelt so groß, mit Klimaanlage, 120.000 Euro teuer, schrieb die Hamburger Morgenpost.

Was stört an den Polizisten? Sie machen Lärm unterm Fenster, rauchen reden, die Funkgeräte knarzen, alle acht Stunden ist Schichtwechsel.

Wann ist es am ärgsten? Wenn Scholz oder seine Frau in der Wohnung sind. Dann kommt zusätzlich ein Streifenwagen, die Scheinwerfer bleiben auch in der Nacht an.

Weitere Meldungen

ChatGPT startet Browser KI-Konzern fordert Google heraus

Worum geht es? Die rasante Entwicklung der KI bringt es mit sich, dass sich auch unsere Suche im Internet komplett neu gestaltet. Am Dienstag brachte OpenAI den Browser Atlas auf den Markt. Er basiert auf künstlicher Intelligenz.

Was ist der Hintergrund? Wer mit Google suchte, bemerkt seit Wochen einen Unterschied. Über den Suchergebnissen finden sich KI-Treffer mit teils sehr umfangreichen Zusammenfassungen.

Was ist die Folge? Viele Internet-User verzichten darauf, Links anzuklicken, weil ihnen die KI-Suchergebnisse genügen. Das führt zu Traffic-Einbußen der Betreiber. Dieser Trend wird sich in Zukunft verstärken.

Was bedeutet das in Zahlen? Das Forschungsunternehmen Datos gab an, dass im Juli 5,99 % der Suchanfragen in Desktop-Browsern auf großer Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT entfielen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Was ist nun ChatGPT Atlas? Der Browser wurde "um ChatGPT herum aufgebaut", wie Firmenchef Chef Sam Altman sagte. Es gibt keine Adressleiste. ChatGPT Atlas ist für Apples MacOS-Betriebssystem verfügbar, hier finden Sie eine Präsentation.

Muss sich Google warm anziehen? "Nein, vorerst nicht", sagen Experten. Die meisten User werden zuwarten, bis Google dieses Service selbst anbietet.

Eurostar mit 2. Stock Neue "Celestia"-Züge für 2 Milliarden

Worum geht es? Auf der Strecke unter dem Ärmelkanal werden erstmals doppelstöckige Züge eingesetzt. Eurostar investiert zwei Milliarden Euro, die ersten Garnituren werden im Jänner 2031 fahren.

Wie viele Züge wurden bestellt? Im ersten Schritt kommen 30 Hochgeschwindigkeits-Einheiten, 20 weitere sollen folgen.

Wer baut die Züge? Der börsennotierte französische Hersteller Alstom – nach dem chinesischen Schienenfahrzeughersteller CRRC das zweitgrößte Unternehmen der Bahntechnik weltweit. Alstom hat auch eine Niederlassung in Wien und stellt die roten Niederflurstraßenbahn Flexity her.

Was weiß man über die neuen Garnituren? Sie tragen den Namen Eurostar Celestia und bekommen ein eigenes Design auf Basis der Avelia Horizon-Plattform. Die Züge sind 200 Meter lang.

Fahren sie nur die Kanalstrecke? Nein, sie kommen in allen fünf Ländern, die bedient werden, zum Einsatz, sowie in den neuen Zielen Genf und Frankfurt.

Was heißt das für Passagiere? Die Kapazität wird pro Zug um 20 % auf rund 540 Sitzplätze erhöht. Bei einer 400-Meter-Formation (wie heute durch den Kanaltunnel) kämen pro Zug rund 1.080 Sitzplätze hinzu.

Kaffee in Abfluss Nun muss Britin 170 Euro Strafe zahlen

Worum geht es? Der Bus kam, also schüttete Burcu Y.  die Reste ihres Kaffeebechers in den Abfluss auf der Straße. Dafür soll sie nun eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 170 Euro zahlen, berichtet die Times.

Wo fand der Vorfall statt? In Richmond, einem Stadtteil von London. Die Frau wollte am 10. Oktober in die Arbeit fahren. Sie wurde von drei Ordnungshütern angehalten und zur Rede gestellt.

Warum ist das Wegschütten verboten? Die Beamten bezogen sich auf Abschnitt 33 des Umweltschutzgesetzes von 1990. Darin steht: Es ist eine Straftat, Abfälle auf eine Art und Weise abzulagern oder zu entsorgen, die geeignet ist, Land oder Wasser zu verschmutzen, einschließlich des Eingießens von Flüssigkeiten in Straßenabflüsse.

Wo hätte sie den Kaffee hinschütten sollen? Also entweder in sich hinein oder in einen nahegelegenen Mistkübel, wie ihr die Ordnungshüter empfahlen.

Wie hat die Frau den Einsatz erlebt? Als Schock, wie sie sagt. Sie fühlte sich verfolgt, drehte sich um und bemerkte die drei Männer. Das sei "ziemlich einschüchternd" gewesen. Warnschilder, dass es verboten sei, Flüssigkeiten wegzuschicken, gibt es nicht.

Muss die Frau die Strafe zahlen? Ja, aber sie kann es billiger haben. Wenn sie die Rechnung innerhalb von 14 Tagen begleicht, sind nur 115 Euro fällig.

Führungen in Geisterstadt Vulkan löschte Islands Grindavík aus

Worum geht es? Ab 2023 zwangen mehrere Vulkanausbrüche die Bewohner der isländischen Stadt Grindavík zur Flucht. Viele werden nie mehr in ihre Häuser zurückkehren können. Der Geisterort zieht nun aber Touristen an.

Was passierte in Grindavík? Am 18. Dezember 2023 brach einige Kilometer nordöstlich von Grindavík ein Vulkan aus. Lava floss in die Stadt, Erdbeben rissen bis zu vier Kilometer lange Krater auf. Als der Ausbruch zum Erliegen gekommen war, kehrten einige der rund 3.700 Einwohner in die Stadt zurück.

Aber? Am 14. Januar 2024 gab es erneut Ausbrüche. Der Ort wurde wieder evakuiert. Zwei Tage lang verwüstete Lava den Ort, dann kamen die Flüsse zum Erliegen. Aber an ein Bewohnen ist vorerst nicht zu denken. Nur ein paar Bewohner wehren sich gegen Umsiedlungen, die anderen bekamen Ersatzquartiere.

Was geschieht nun? Anfang Oktober wurden den Einwohnern bei einer öffentlichen Versammlung die Pläne vorgestellt, was nun mit Grindavík passieren soll. Der Ort soll zum Teil wieder aufgebaut werden, in einzelnen Hochrisiko-Zonen wird es aber Dutzende Abrisse und ein Bauverbot geben. Die Arbeiten sollen unverzüglich beginnen.

Ist Grindavík gesperrt? Nein, seit Oktober 2024 ist die Stadt wieder begehbar. Guides führen Touren durch die Straßen, wie die BBC berichtet. Es bieten sich bizarre Momente. Etwa wenn man durch die Fenster ohne Vorhänge blickt und komplett möblierte Häuser sieht, die nie wieder bewohnt werden.

Polen droht Putin Flieg nicht durch unseren Luftraum!

Worum geht es? Noch steht in den Sternen, wann sich Kreml-Chef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump treffen. Zumindest der Ort ist fix: Budapest. Doch gerade das wirft nun immer mehr Probleme auf.

Warum? Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (IStGH) hat 2023 einen Haftbefehl gegen Putin erlassen. Das Gericht wirft ihm vor, für die Verschleppung von ukrainischen Kindern verantwortlich zu sein.

Wieso ist das für Ungarn ein Problem? Für Viktor Orbán nicht, aber Ungarn ist ein Binnenland, also von EU-Mitgliedsstaaten umgehen. Und die sind eigentlich gezwungen, einen internationalen Haftbefehl zu exekutieren.

Was heißt das? Sobald der russische Präsident den Luftraum des jeweiligen Landes betritt, müsste seine Maschine vom Himmel geholt werden. Putin käme dann in Haft.

Welche EU-Länder sind Mitglied beim IStGH? Alle 27 Staaten, allerdings hat Ungarn im Frühjahr 2025 seinen Austritt beschlossen, der voraussichtlich im April 2026 wirksam wird.

Was war der Grund? Der Haftbefehl gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu. Orban lud ihn im April zu einem viertägigen Staatsbesuch ein und ignorierte den Strafgerichtshof.

Was passiert nun mit Putin? Polen warnte den russischen Präsidenten am Dienstag davor, für ein Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Ungarn durch seinen Luftraum zu reisen.

Mit welcher Begründung? "Ich kann nicht garantieren, dass ein unabhängiges polnisches Gericht die Regierung nicht anweisen wird, ein solches Flugzeug herunterzubegleiten, um den Verdächtigen dem Gericht in Den Haag zu übergeben", sagte Außenminister Radosław Sikorski.

Wie wird das Problem gelöst? Bulgarien erklärte sich bereit, Putin die Nutzung seines Luftraums zu gestatten, wenn der Gipfel in Ungarn stattfinde, sagte Außenminister Georg Georgiev.

Gefahr Auto-Kindersitz Die teuren sind nicht immer die besten

Worum geht es? Der deutsche Autofahrerclub ADAC hat 17 Kindersitze getestet. Das Ergebnis fiel eher ernüchternd aus. Weniger als ein Drittel der Produkte erhielt das Prädikat "gut".

Welche Bestimmungen gelten in Deutschland? Kinder müssen im Auto richtig gesichert werden und brauchen einen geeigneten Sitz. In Deutschland ist das bis zum 12. Lebensjahr bzw. einer Größe bis 150 cm Pflicht.

Und in Österreich? Ein Kind mit 13 Jahren und einer Körpergröße von 130 cm muss mit einem Kindersitz gesichert werden. Ein Kind mit 13 Jahren und einer Körpergröße von 140 cm muss mit dem Sicherheitsgurt angeschnallt sein.

Was wurde nun getestet? Sechs Babyschalen und elf Kindersitze. Überprüft wurden Sicherheit, Bedienung, Ergonomie, Schadstoffe und Umweltschadstoffe. Der Einkauf der Testmodelle erfolgte anonym im Einzel- oder Versandhandel.

Was kam raus? Der beste Kindersitz ist eine Sitzerhöhung, der Britax Römer Kidfix Pro. Das Modell kostet 220 Euro und liegt damit im moderaten Bereich. Die Produkte hatten eine Preisspanne von 100 bis zu über 800 Euro.

Wer fiel durch? Drei Modelle wiesen beim Crashtest "gravierende Mängel" auf und bekamen die Note "mangelhaft" – die Modelle Reecle 360 (ZA10 i-SizeChipolino Olympus i-Size und Maxi-Cosi Nomad Plus.

Gesamter Vorstand weg Kahlschlag bei ProSiebenSat.1 PULS 4

Worum geht es? Anfang September hatte Media for Europe (MFE), die frühere Mediaset von Silvio Berlusconi, die Mehrheit an ProSiebenSat.1 Media SE übernommen. Den Italienern gehören nun 75,6 Prozent der Aktien. Das hat nun Folgen.

Welche Folgen? In einer lapidaren Presseaussendung wurden am Dienstag "umfassende Veränderungen" mitgeteilt. Kernpunkt: der gesamte Vorstand muss gehen.

Was bedeutet das für Österreich? Zunächst einmal, dass Markus Breitenecker, bisher COO der Gruppe, "mit sofortiger Wirkung"  von seiner Position zurückzutritt, natürlich "in bestem Einvernehmen". Seine Position wird auf Vorstandsebene nicht neu besetzt.

Wer ist Markus Breitenecker? Der Jurist gründete unter anderem PULS 4, das internationale Digitalfestival 4GAMECHANGERS und den Streamer Joyn. Im April 2024 wechselte er als Vorstandsmitglied zu ProSiebenSat1. Sein Lebenslauf wurde noch gestern von der Homepage gelöscht.

Was sind die Hintergründe? Die ProSiebenSat.1 Media SE ist schwer überschuldet, die Geschäfte laufen schlechter als erwartet. Das Unternehmen hat rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Hunderte Jobs werden abgebaut.

Was plant die MFE? Sie will nach eigenen Angaben einen gesamteuropäischen Medienkonzern aufbauen. Ob das gelingen kann, scheint zweifelhaft. Vor allem für den Medienstandort München sieht es düster aus.

Was passiert nun mit den österreichischen Sendern? ProSiebenSat.1 PULS 4 ist die größte private TV-Sendergruppe in Österreich und eine Tochtergesellschaft von ProSiebenSat1. Welche (und ob) die Italiener neue Pläne haben, ist momentan unklar.