Worum geht es? Schweden galt lange als eines der Länder, die Schulen stark digitalisiert haben – mit Tablets, Laptops und digitalen Lernplattformen schon in frühen Klassenstufen. Nun ändert sich dieser Kurs, berichtet die BBC.
Warum? Die schwedische Regierung setzt sich für eine stärkere Fokussierung auf physische Bücher, Papier und Stifte in den Klassenzimmern ein, um dem sinkenden Alphabetisierungsgrad entgegenzuwirken.
Wie war das bisher? Laptops wurden ab Ende der 2000er-Jahre zum Standard in schwedischen Klassenzimmern. Schon 2015 hatten rund 80 Prozent der Schüler an kommunalen, staatlich finanzierten Gymnasien individuellen Zugang zu einem digitalen Endgerät.
War das auch politisch gewollt? Es war Teil der Mission der sozialdemokratisch geführten Regierung, schon die jüngsten Kinder auf ein digitales Leben vorzubereiten. Die verpflichtende Nutzung von Tablets in Vorschulen wurde 2019 in den Lehrplan aufgenommen. 2025 erfolgte die Abschaffung der Regel.
Wer regiert momentan in Schweden? Seit Oktober 2022 gibt es eine konservativ-bürgerliche Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Ulf Kristersson (Moderaterna). Er führt ein Kabinett mit den Christdemokraten und den Liberalen an.
Wie wirkt sich das aus? Die schwedische Regierung hat zusätzliche Mittel bereitgestellt, damit Schulen wieder mehr analoge Lehrmittel anschaffen können. Gleichzeitig bedeutet diese Entwicklung nicht, dass digitale Bildung abgeschafft wird.
Was heißt das in der Praxis? Die Regierung verwendet den Slogan "från skärm till pärm", der auf Schwedisch einprägsam klingt und übersetzt "vom Bildschirm zum Ordner" bedeutet.
Anders ausgedrückt? "Wir versuchen tatsächlich, Bildschirme so weit wie möglich abzuschaffen", sagt Joar Forsell, Bildungssprecher der Liberalen Partei, deren Vorsitzender Schwedens Bildungsminister ist.
Worum geht es? Die deutsche Synthie-Pop-Band Alphaville hat öffentlich erklärt, dass sie US-Präsident Donald Trump die Nutzung ihres Songs "Forever Young" untersagt und sogar rechtliche Schritte prüfen will.
Was ist passiert? Trump veröffentlichte auf seiner Plattform Truth Social ein KI-generiertes Video Das Video zeigt ihn in verschiedenen Lebensphasen (von Kindheit bis heute). Unterlegt war das Ganze mit dem Alphaville-Hit "Forever Young".
Wie reagierte die Band? Sie distanziert sich klar von Trumps politischen Ansichten und erklärte, sie werde den Beitrag aus dem Internet entfernen lassen. Alphaville untersagt jede weitere Nutzung ihrer Musik durch Trump oder die Republikanische Partei.
Woher weiß man das? Ein Statement wurde auf Instagram veröffentlicht und von Sänger Marian Gold unterzeichnet.
Geht das? Künstler können eine Nutzung juristisch anfechten, in der Praxis hängt die rechtliche Lage oft von Lizenzen über Verwertungsgesellschaften ab. Am Donnerstag war der Song bei Trump noch zu hören.
Worum geht es? Am 20. Februar hatte der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Trump verhängten Zölle gegen viele Handelspartner für unzulässig erklärt. Die Regierung fügte sich, allerdings war es nur eine Pause.
Warum? Laut aktuellen Aussagen von US-Finanzminister Scott Bessent könnten die Trump-Zölle mit Anfang Juli 2026 wieder eingeführt bzw. erhöht werden.
Plötzlich wieder erlaubt? Bessent meinte, die Regierung arbeite daran, die höheren Zölle auf anderer Rechtsbasis neu einzuführen. Etwa als Maßnahmen gegen Länder mit "unfairen Handelspraktiken".
Was ist damit gemeint? Der Trade Act of 1974 macht das möglich. Er war bereits Grundlage für viele frühere China-Zölle. Sie können verhängt werden, wenn Staaten Dumping betreiben oder hohe Subventionen gewähren, die einen fairen Handel verunmöglichen.
Was heißt das jetzt? Die US-Regierung hatte bei den Zöllen eine Pause von 150 Tagen eingeräumt. Sie läuft im Juli aus. Bis dahin gilt ein globaler Zusatz-Zoll von 10 Prozent auf fast alle Importe.
Worum geht es? Der Aktienkurs des Luxusgüterkonzerns Hermès brach am Mittwoch um bis zu 14 Prozent ein. Das Unternehmen hatte enttäuschende Umsatzzahlen für das erste Quartal veröffentlicht.
Was ist der Hintergrund? Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Umsätze im Nahen Osten, dem zuvor am schnellsten wachsenden Markt des französischen Unternehmens, um 6 Prozent gesunken, da Konsumenten Einkaufszentren und Flughäfen meiden.
Gibt es auch anderswo Probleme? Auch in Europa gingen die Umsätze zurück, was das Unternehmen auf die geringere Anzahl von Touristen in Paris und London zurückführte.
Muss man sich Sorgen machen? Mitnichten. Hermès lieferte keine schlechten Zahlen, sie blieben nur unter den Erwartungen. Also: Der Umsatz betrug ca. 4,1 Milliarden Euro, das Wachstum 5,6 Prozent (währungsbereinigt). Die Erwartung lag aber bei 7 Prozent.
Worum geht es? Scott Kirby, Vorstandsvorsitzender von United Airlines Holdings Inc., hat eine mögliche Fusion mit der American Airlines Group Inc. ins Gespräch gebracht, berichtet Bloomberg.
Warum ist das relevant? Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen würde die größte Fluggesellschaft der Welt schaffen. Das Duo würde einen Marktanteil von über 34 Prozent haben und den derzeitigen US-Marktführer Delta (17,8 Prozent) deutlich übertreffen.
Woher weiß man von den Plänen? Weil Kirby bei einem Treffen mit Präsident Trump im vergangenen Monat die Idee einer Fusion mit American Airlines ins Gespräch brachte.
Was hat Trump damit zu tun? Formal nichts, aber Fusionen von Fluggesellschaften müssen sowohl vom Justizministerium als auch vom Verkehrsministerium genehmigt werden. Und da kommt Trump ins Spiel.
Weil? Viele der ranghöchsten Kartellbeamten und Staatsanwälte des US-Justizministeriums wurden zuletzt ausgetauscht. Lobbyisten wissen, dass sie sich nun direkt an die Führungsspitze des Justizministeriums oder an Trump selbst wenden müssen, wenn sie etwas erreichen wollen.
Worum geht es? Um einen Anlass, den es zu feiern galt, aber der Tag dafür war der genau falsche. Die deutsche Lufthansa-Gruppe wurde 100 Jahre alt. Der Festakt dazu stieß aber an eine Grenze – Streik.
Was ist die Vorgeschichte? Die Party geht schon ein paar Wochen. Sechs Flugzeuge wurden sonderlackiert, Airports mit Reklame zugepflastert, zwei Sondermaschinen flogen die historischen Originalrouten nach. Mittwoch sollte der Höhepunkt sein.
Aber? Die Lufthansa hat gerade Streikwoche. Montag und Dienstag streikten die Piloten, Mittwoch und Donnerstag streikt das Kabinenpersonal. Das schlankte das Geburtstagsfest ab, weil viele Gäste nicht anreisten konnten – die Flieger fehlten.
Was war geplant? Laut Spiegel ein Festakt im neuen "Hangar One" am Frankfurter Flughafen, mit Bundeskanzler Friedrich Merz als Ehrengast. "Dresscode: Business. Einlass: 13.30 Uhr. Treffpunkt für Anreisende: Abflugebene, Terminal 1, Halle A, Check-in-Schalter 136."
Wer kam? Merz jedenfalls, denn der Kanzler hat einen Vorteil: Die Flugbereitschaft des Bundes, die immer eine Maschine für Spitzenpolitiker bereithält. Der Rest kam gar nicht. Oder musste die Konkurrenz nutzen.
Worum geht es? Der US-Streamer Johnny Somali (bürgerlich: Ramsey Khalid Ismael) ist in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Mehrere seiner Live-Streaming-Aktionen im Land zogen strafrechtliche Konsequenzen nach sich.
Was ist passiert? Johnny Somali wurde in Südkorea vor allem durch seine provokativen "IRL-Streams" (In-Real-Life-Streaming) bekannt. Dabei filmte er sich wiederholt in öffentlichen Räumen.
Was war das Problem? Er führte Aktionen durch, die von vielen als störend, respektlos oder gezielt provokant empfunden wurden. Ziel dieser Aktionen war nach Ansicht der Ermittler oft, Aufmerksamkeit und Klicks für seine Online-Kanäle zu erzeugen.
Was waren die Vorwürfe? Störung der öffentlichen Ordnung (z. B. in Geschäften), Belästigung von Passanten während Livestreams, unangemessenes Verhalten in öffentlichen Räumen, das gezielt auf Eskalation ausgelegt war, Verbreitung sexualisierter Darstellungen.
Was brach ihm das Genick? Im Oktober 2024 lud Somali ein Video hoch. Es zeigt ihn, wie er die sogenannte Friedensstatue in Seoul küsst und anzüglich tanzt.
Was ist die Friedensstatue? Ein Bronze-Mahnmal, das an die "Trostfrauen" erinnern soll. 200.000 Mädchen und Frauen wurden während des Zweiten Weltkriegs durch das japanische Militär verschleppt und sexuell versklavt.
Was passierte danach? Es wurden Ermittlungen eingeleitet, Somali durfte das Land nicht verlassen. Nun folgte das Urteil.
Fiel es hart aus? Nein, es drohte eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Aber der Streamer zeigte Reue. "Ich will mich beim koreanischen Volk entschuldigen. Ich möchte mein Leben ändern und ein besserer Mensch werden", sagte er vor Gericht.
Worum geht es? Die 100 größten Öl- und Gaskonzerne der Welt erzielten im ersten Monat des US-israelischen Krieges im Iran stündlich über 30 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Gewinnen. Das ergab eine Analyse des Guardian.
Was ist der Hintergrund? Der Konflikt treibt die Preise in die Höhe. Das Fass Rohöl kostet seit ein paar Wochen um die 100 US-Dollar. Vor allem: Es wird nach dem Krieg Wochen bis Monate dauern, um die Versorgung auf das Niveau von davor zu bekommen.
Was bedeutet das? Die Unternehmen werden bis zum Jahresende laut Guardian 234 Milliarden US-Dollar verdienen. Vorausgesetzt, der Ölpreis liegt weiterhin durchschnittlich bei 100 US-Dollar.
Wie wurde das errechnet? Die Analyse basiert auf Daten des führenden Informationsdienstleisters Rystad Energy, die von Global Witness ausgewertet wurden.
Wird da gegengesteuert? Die höheren Preise für Öl und Gas belasten Private, vor allem aber auch Unternehmen. Die EU-Kommission plant, nächste Woche ein Maßnahmenpaket vorzulegen.
Welche Rolle spielt Österreich? Die Finanzminister Deutschlands, Spaniens, Italiens, Portugals und Österreichs haben den Antrag gestellt, "ein klares Signal zu senden, dass diejenigen, die von den Folgen des Krieges profitieren, ihren Beitrag zur Entlastung der Allgemeinheit leisten müssen".