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Survivalfilm "Eiserne Wildnis"

Warum der treueste Freund des Menschen nicht immer vier Beine hat

Im Survival-Thriller "Eiserne Wildnis" stürzt Brad Pitt als Ex-Special-Forces-Kämpfer mit seinem geliebten Militärhund in Alaska ab. Gemeinsam muss sich das Duo, das viele Narben von früheren Kämpfen trägt, durch die Wildnis schlagen. Die Kinofilme der Woche.

James Belmont (Brad Pitt) und sein treuer Gefährte Odin sind schon in unzähligen Situationen füreinander eingestanden: "Eiserne Wildnis – Heart of the Beast"
James Belmont (Brad Pitt) und sein treuer Gefährte Odin sind schon in unzähligen Situationen füreinander eingestanden: "Eiserne Wildnis – Heart of the Beast"Paramount Pictures
Christian Klosz
Akt. 24.09.2026 05:47 Uhr

Es gibt Freundschaften, die keine Worte brauchen. Ein Blick genügt, eine Bewegung, das leise Heranrücken eines Körpers, wenn es dunkel und kalt wird. Im Kino sind Hunde deshalb oft mehr als treue Begleiter: Sie werden zu Gefährten, Vertrauten, manchmal sogar zu denjenigen, die einen Menschen am Leben halten.

"Eiserne Wildnis – Heart of the Beast" erzählt von einer solchen Verbindung. In David Ayers neuem Survivalfilm kämpft sich der von Brad Pitt gespielte ehemalige Soldat James Belmont nach einem Flugzeugabsturz durch die Wildnis Alaskas. Bei ihm ist Odin, sein Militärhund. Beide sind gezeichnet vom Krieg, beide sind verwundet – Odin hat ein künstliches Gebiss und trägt eine Beinprothese – und beide haben nur noch einander. Je unwirtlicher die Landschaft wird, desto deutlicher zeigt sich, was zwischen Mensch und Hund entstanden ist: ein stilles Bündnis gegen die Einsamkeit und den Tod.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Kraft dieser Beziehung. Ein Hund fragt nicht, wer man früher war. Er kennt keine Orden, keine Fehler, keine Karriere und keine Geschichten, die man sich selbst über sein Leben erzählt. Er bleibt, wartet, folgt. Und wenn der Mensch fällt, ist er da, warm und vertraut, als würde allein seine Anwesenheit sagen: Du bist nicht allein.

Treue über den Tod hinaus: "Hachiko: Eine wunderbare Freundschaft" aus dem Jahr 2009 mit Richard Gere
Treue über den Tod hinaus: "Hachiko: Eine wunderbare Freundschaft" aus dem Jahr 2009 mit Richard Gere
APA-Images / Interfoto / Prokino Filmverleih GmbH

Im Kino lässt sich diese wortlose Nähe besonders eindringlich erzählen, weil ein Hund Gefühle nicht erklären muss. Ein Blick in seine Augen kann Trauer, Angst, Vertrauen und bedingungslose Zuneigung zugleich tragen. Was zwischen Mensch und Tier geschieht, ist dabei oft ursprünglicher als jede Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen.

Kaum ein Film hat diese Idee so tief im kollektiven Gedächtnis verankert wie "Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft" mit Richard Gere. Der Hund wartet am Bahnhof auf seinen Herrchen, Tag für Tag, obwohl dieser längst nicht mehr zurückkommen kann. Die Geschichte des japanischen Akita Hachikō beruht auf einer wahren Begebenheit – und ihre Wirkung erklärt sich vielleicht gerade daraus, dass der Hund nicht versteht, was Menschen unter Tod und Abschied verstehen. Für ihn ist der geliebte Mensch einfach fort. Also wartet er. In dieser Beharrlichkeit liegt etwas zutiefst Rührendes: eine Treue, die nicht verhandelt und nichts zurückfordert.

Auch "Marley & Ich" mit Owen Wilson findet seine große emotionale Kraft nicht in spektakulären Abenteuern, sondern im gemeinsamen Leben. Der Hund wächst mit seiner Familie, bringt Chaos ins Haus, macht Fehler, altert und wird schließlich zum stillen Zeugen all der Veränderungen, die ein Menschenleben ausmachen.

Der Familienhund als Lebensbegleiter: "Marley & ich" mit Owen Wilson aus dem Jahr 2008
Der Familienhund als Lebensbegleiter: "Marley & ich" mit Owen Wilson aus dem Jahr 2008
APA-Images / mptv / MPTV.net

Genau darin liegt die vielleicht schönste Funktion des Hundes im Film: Er misst die Zeit nicht in Jahren, sondern in gemeinsam verbrachten Momenten. Der erste Tag, der Umzug, die Kinder, die Krankheit, das Abschiednehmen – immer ist er da. Und irgendwann begreift man, dass man nicht nur einen Hund verloren hat, sondern einen Begleiter durch einen ganzen Abschnitt des eigenen Lebens.

Vielleicht rühren uns Hundegeschichten deshalb so unmittelbar. Menschen können sich entfernen, ihre Gefühle verlieren, Versprechen brechen. Ein Hund kennt diese Komplikationen nicht. Seine Zuneigung ist von einer beinahe schmerzhaften Einfachheit: Du bist mein Mensch, also bleibe ich bei dir.

"Eiserne Wildnis", "Hachiko" und all die anderen Filme über besondere Mensch-Hund-Beziehungen erzählen deshalb im Grunde von einer sehr alten Sehnsucht – nach jemandem, der bleibt, wenn alles andere verschwindet. In der eisigen Wildnis Alaskas wie am Bahnsteig von Tokio ist der Hund am Ende nicht nur der beste Freund des Menschen. Er ist sein letzter Beweis dafür, dass Verbundenheit selbst dann möglich bleibt, wenn die Welt längst aus den Fugen geraten ist.

Machen alles gemeinsam: Ex-Special-Forces-Offizier James Belmont (Brad Pitt) und sein vom Krieg gezeichneter Militärhund Odin in "Eiserne Wildnis - Heart of the Beast"
Machen alles gemeinsam: Ex-Special-Forces-Offizier James Belmont (Brad Pitt) und sein vom Krieg gezeichneter Militärhund Odin in "Eiserne Wildnis - Heart of the Beast"
Paramount Pictures

"Eiserne Wildnis - Heart of the Beast"

Worum es geht Der ehemalige Special-Forces-Offizier James Belmont (Brad Pitt) hat sich nach seiner Zeit beim Militär mit seinem treuen Diensthund Odin in die abgelegene Wildnis Alaskas zurückgezogen. Bei einem Flug über eine unwegsame Bergregion kommt es jedoch zur Katastrophe: Das kleine Flugzeug stürzt ab, James und sein Gefährte überleben zwar gerade so, finden sich aber weit entfernt von jeder Zivilisation wieder.

Mitten in der eisigen Landschaft beginnt für die beiden ein Überlebenskampf. Kälte, Verletzungen, schwindende Vorräte und die unberechenbare Natur machen jeden Schritt zur Gefahr, gleichzeitig müssen sich James und Odin gegen wilde Tiere behaupten. Die beiden sind dabei vor allem auf ihr gegenseitiges Vertrauen angewiesen.

Während der beschwerlichen Reise holen James immer wieder auch die Erfahrungen aus seiner Zeit bei den Special Forces und aus Kampfgebieten ein. Die Reise durch die Wildnis wird damit zunehmend zu einer persönlichen Bewährungsprobe.

Lohnt sich das? Der neue Film von Action-Spezialist David Ayer ("Beekeeper"), der auf Einzelgänger spezialisiert zu sein scheint, ist ein reduzierter Survival-Thriller, der im Grunde nur zwei Protagonisten hat: Brad Pitt und einen Hund. Mit Pitt arbeitete Ayer bereits beim Weltkriegsdrama "Herz aus Stahl" zusammen. Hier entwickelt das Duo Pitt-Hund so etwas wie eine besondere Chemie und das Zusammenspiel des Gespanns macht "Eiserne Wildnis" durchaus sympathisch.

Atemberaubend sind auch die Naturaufnahmen, und das, obwohl nicht im echten Alaska gedreht wurde, sondern überwiegend auf der Südinsel Neuseelands. Die dortigen Gletscher, Wälder und abgelegenen Berglandschaften dienten als Doubles für die nordamerikanische Wildnis. Für diese Einstellungen ging offenbar ein großer Teil des Budgets drauf, denn andere Tiere, denen das Duo auf seiner Reise begegnet, wurden mit CGI erstellt, und das nicht unbedingt immer gekonnt.

Insgesamt aber trotzdem ein gelungener, kompakter Survival-Film, der mit seiner geradlinigen Inszenierung, den großartigen Landschaftsaufnahmen und seinem ungewöhnlichen Protagonisten-Duo überzeugt.

"Eiserne Wildnis - Heart of the Beast", Survival-Thriller. USA 2026, 101 Minuten, ab 24. September im Kino

Mit der TV-Kamera auf der Jagd nach "Raubtieren": Robert Pattinson im neuen Film "Priketime"
Mit der TV-Kamera auf der Jagd nach "Raubtieren": Robert Pattinson im neuen Film "Priketime"
Courtesy of A24/Leonine Studios/Constantin Film

"Primetime"

Worum es geht Die USA, Mitte der 2000er-Jahre: Der Investigativjournalist Chris Hansen (Robert Pattinson) ist das Gesicht von "To Catch a Predator", einem Reality-Format, das pädophile Männer, die sich online mit (vermeintlich) Minderjährigen verabreden, vor laufender Kamera entlarvt. Anfangs ein journalistischer Kampf gegen Sexualstraftäter, wird die Sache für Hansen und sein Team um Produzentin Andie Bender (Merritt Wever) zunehmend zu einem Kampf um Einschaltquoten, einem Spiel um Macht – und für den Moderator zur Obsession.

Hansen setzt den jungen Schauspieler Dan Plumb (Skyler Gisondo) als Lockvogel ein. Als das Team einem besonders prominenten mutmaßlichen Täter, einem sogenannten "Wal" (im Vergleich zu den "kleinen Fischen", dir sie sonst entlarven) auf die Spur kommt, führt die Jagd nach Texas. Was dort geschieht, wird das Fernsehen für immer verändern.

Lohnt sich das? Basierend auf einer wahren Geschichte, rekonstruiert "Primetime" den Skandal um das US-amerikanische TV-Format "To Catch a Predator", das 2006 weltweit Diskussionen über die Verantwortung journalistischer Berichterstattung und die Grenzen medialer Inszenierung auslöste.

Der Film zeichnet das Porträt eines Mannes, dessen Streben nach Gerechtigkeit zunehmend von Hybris und wahnhafter Obsession überschattet wird. Er befasst sich dabei auch mit der Frage, wie aus moralischer Empörung selbst ein Unterhaltungsprodukt werden kann und welchen Preis die Beteiligten dafür bezahlen müssen.

Bei der Weltpremiere in Venedig vor wenigen Wochen gab es minutenlange Standing Ovations und vor allem Lob für Robert Pattinson und die Regie: Es handelt sich um Spielfilmdebüt des gerade einmal 30-jährigen Dokumentarfilmers Lance Oppenheim. Die Idee kam ihm laut eigener Aussage, als ihm der echte Chris Hansen in Videobotschaften zu seinem letzten Film 'Spermworld' gratulierte und er das Auftreten des TV-Stars als sehr verstörend empfand. Das zentrale Thema von "Primetime" sei Macht und die Art und Weise, wie sie Menschen und ihr Handeln beeinflusst.

Die Besprechungen waren weitgehend positiv: Die BBC vergab 5 von 5 Sternen und meinte, Pattinson liefere seine bisher beste Performance ab. Unter die Hymnen mischte sich auch leichte Kritik: Der Guardian empfand den Film als stilistisch aufwendig, aber dramaturgisch und in seiner Aussage über Medien und Moral unausgegoren. Und der echte Chris Hansen nannte "Primetime" eine "fiktionale Erzählung eines wahren Ereignisses".

"Primetime", Thriller, Drama. USA 2026, 110 Minuten, ab 24. September im Kino

Entdeckung: Skyler Gisondo als vermeintlich minderjähriger Lockvogel für potenzielle Straftäter in "Primetime"
Entdeckung: Skyler Gisondo als vermeintlich minderjähriger Lockvogel für potenzielle Straftäter in "Primetime"
Courtesy of A24/Leonine Studios/Constantin Film

Außerdem neu im Kino:

"Spa Weekend"
Drei Freundinnen (Leslie Mann, Anna Faris, Michelle Buteau) wollen sich in einem luxuriösen Spa eine Auszeit gönnen. Als ihre unberechenbare Freundin Mel (Isla Fisher) auftaucht, gerät das Wellness-Wochenende völlig außer Kontrolle. Chaos-Komödie unter der Regie von Jon Lucas und Scott Moore, die bereits "Bad Moms" inszeniert haben.

"Spa Weekend", Komödie. USA 2026, 98 Minuten, ab 24. September im Kino

"The Train"
An Bord des legendären Luxuszuges "Majestic Imperator" treffen Diplomaten, Geschäftsleute und Geheimagenten aufeinander. Major Alexander Stirling (Dennis Dewall) gerät zwischen die Fronten und muss seine Tochter und den Zug schützen. Österreichische Produktion unter Regie des russisch-britischen Spionage-Experten Boris Volodarsky, gedreht in den Westside-Studios in Wien.

"The Train", Agententhriller. AUT 2026, 94 Minuten, ab 24. September im Kino

"Mit Ästen bis zum Himmel"
Katharina Coponys mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm (u.a. Diagonale 2026) begleitet blinde und sehbeeinträchtigte Kinder und Jugendliche an einer Wiener Schule, die ihre Umwelt vor allem über das Hören und Fühlen erfahren.

"Mit Ästen bis zum Himmel", Dokumentarfilm. AUT 2026, 86 Minuten. ab 25. September im Kino

"Meeting the Buddha"
Der Film erzählt vom Leben des 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje, des Oberhaupts der Karma-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Im Fokus steht dabei auch das Treffen mit dem dänischen Hippie-Paar Ole und Hannah Nydahl 1969 in Nepal. Aus der Beziehung zwischen Lehrer und Schülern entwickelte sich eine jahrzehntelange Verbindung und die Nydahls gründeten zahlreiche Meditationszentren, die dabei halfen, die Lehren weltweit zu verbreiten.

"Meeting the Buddha", Dokumentarfilm. HUN/DE/DK 2025, 144 Minuten, ab 25. September im Kino

"Die noch unbekannten Tage"
Regisseurin Jola Wieczorek reist auf den Spuren ihrer eigenen Familiengeschichte von Polen über Tschechien nach Österreich und rekonstruiert die Flucht ihrer Familie in den 1980er-Jahren. Private Fotos, Briefe und Erinnerungen verbinden die persönliche Spurensuche mit der Frage, was Heimat bedeutet.

"Die noch unbekannten Tage", Dokumentarfilm. AUT 2026, 80 Minuten, ab 25. September im Kino

"Ecce Homo – Der verlorene Caravaggio"
Ein jahrelang für nur 1.500 Euro angebotenes Gemälde aus dem Wohnzimmer einer Madrider Familie wird von Experten als verschollenes Werk Caravaggios erkannt und löst einen Wettlauf auf dem internationalen Kunstmarkt aus.

"Ecce Homo – Der verlorene Caravaggio", Dokumentarfilm. ESP/ITA 2025, 78 Minuten, ab 25. September im Kino

"Emil und die Detektive"
Auf dem Weg zu seiner Großmutter nach Berlin wird Emil (Nicholas Jonah Peter) im Zug vom Betrüger Max Grundeis (Merlin Sandmeyer) ausgeraubt. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Detektive nimmt er die Verfolgung auf und erlebt eine turbulente Jagd durch die deutsche Hauptstadt.

"Emil und die Detektive", Kinderkrimi. DE 2026, 100 Minuten, ab 24. September im Kino

"Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise"
Als in einem Museum eine wertvolle Spieluhr verschwindet, reisen Bibi (Nala) und ihre Freundin Marita 139 Jahre zurück in die Vergangenheit. Auf Schloss Klunkerburg müssen sie der jungen Fritzi helfen, ihre Erbstück-Spieluhr vor ihrer bösen Tante zu retten. Zweite Live Action-Verfilmung der beliebten Cartoon-Serie.

"Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise", Familienfilm, Fantasy. DE 2026, 90 Minuten, ab 24. September im Kino

Christian Klosz
Akt. 24.09.2026 05:47 Uhr