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30. Januar 2026

Millionengewinn im Lotto ... mit dem Geld baute er Drogenring auf

Worum geht es? 2010 gewann John Eric S. in der britischen National Lottery 2,8 Millionen Euro. Statt sich zur Ruhe zu setzen, investierte er sein Geld in eine großangelegte illegale Drogenproduktion.

Wie das? Zwischen 2020 und 2022 baute er zusammen mit seinem Sohn sowie zwei weiteren Männern ein professionelles Labor auf, in dem Millionen gefälschter Tabletten hergestellt wurden.

Was wurde produziert? Pillen, die aussahen wie das Beruhigungsmittel Diazepam, sie enthielten aber den Wirkstoff Etizolam.

Was ist Etizolam? Eine neue psychoaktive Substanz mit angstlösenden, krampflösenden, beruhigenden und schlaffördernden Eigenschaften. Besitz, Herstellung, Handel oder Einfuhr sind in Österreich verboten.

Wie lief die Produktion? Die Tabletten wurden in einer Industrie‑Anlage und einem Gebäude hinter seinem Wohnhaus in der Nähe von Wigan (Greater Manchester) produziert. Das Labor konnte zehntausende Tabletten pro Stunde herstellen.

Was war das Zeug wert? Schätzungen zufolge hatten die hergstellten Drogen einen Straßenwert von bis zu 320 Millionen Euro.

Wie wurde die Bande gefasst? Die Polizei überwachte die Gruppe über eine Ermittlung, bei der verschlüsselte Chats abgefangen wurden. Bei einer Razzia wurden unter anderem 2,6 Millionen gefälschte Tabletten, Bargeld, Schusswaffen und Munition gefunden.

Gab es schon einen Prozess? Ja, John Eric S. erhielt eine Gefängnisstrafe von 16 Jahren und 6 Monaten. Auch sein Sohn sowie die anderen Beteiligten wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Warum ist das Urteil für ihn problematisch? Weil er schon 80 Jahre alt ist.

Weitere Meldungen

"Kevins" Mutter ist tot Catherine O'Hara starb mit 71 Jahren

Worum geht es? Die kanadisch-amerikanische Schauspielerin Catherine O'Hara ist tot. Sie starb am Freitag im Alter von 71 Jahren in Los Angeles nach "kurzer schwerer Krankheit", wie ihr Management bekannt gab.

Woher kannte man Catherine O'Hara? Ihre bekannteste Rolle spielte sie in "Kevin – Allein zu Haus" als Mutter von "Kevin" Macauley Culkin. Ihre komischen Fähigkeiten bewies sie auch sechs Staffeln lang in der gefeierten kanadischen Comedy-Serie "Schitt's Creek".

Wo konnte man sie zuletzt sehen? Als Ex-Chefin einer Filmproduktion in der gefeierten Serie "The Studio" an der Seite von Seth Rogen und zahlreichen Hollywood-Stars wie Charlize Theron, Olivia Wilde oder die Regisseure Martin Scorsese oder Ron Howard.

Erhielt sie auch Auszeichnungen? Ja, die Toronto geborene Schauspielerin bekam u. a. zwei Emmy-Awards und einen Golden Globe.

Manager erschossen Keine Todesstrafe für Angeklagten

Worum geht es? Luigi M. soll im Dezember 2024 einen Versicherungsmanager in New York vor einem Hotel erschossen zu haben. Ihn erwartet im Falle einer Verurteilung nicht die Todesstrafe. Das entschied ein US-Bundesgericht am Freitag.

Weshalb das? US-Bezirksrichterin Margaret Garnett wies die Anklage wegen Verstoßes gegen das Bundeswaffengesetz gegen den 27-Jährigen ab, hier hätte die Todesstrafe verhängt werden können. Sie ließ jedoch die Anklage wegen Stalkings gegen ihn bestehen, die eine Höchststrafe von lebenslanger Haft nach sich ziehen kann. Die Regierung hat jetzt 30 Tage Zeit, dagegen zu berufen.

Was ist mit dem Mordverdacht? Dieser wird in einem separaten Verfahren der Staatsanwaltschaft des Staates New York verhandelt. Darin sieht sich der Verdächtige neun Anklagepunkten gegenüber, darunter Mord zweiten Grades.

Dafür droht ihm keine Todesstrafe? Nein, der Staat New York hat die Todesstrafe bereits 1965 abgeschafft.

Was wird Luigi M. vorgeworfen? Der Sohn aus wohlhabendem Elternhaus und Absolvent einer Elite-Universität soll am 4. Dezember 2024 Brian Thompson, den 50-jährigen Vorstandsvorsitzenden von UnitedHealthcare, in Manhattan erschossen haben. Der Verdächtige hat sich in allen Anklagepunkten nicht schuldig bekannt.

Wann startet der Prozess? Das Verfahren soll am 8. September mit der Auswahl der Geschworenen beginnen, die Staatsanwaltschaft versucht jedoch den Prozessbeginn auf Juli vorzuverlegen.

Neue Hymne vom Boss Springsteen schrieb Trump-Protestlied

Worum geht es? Bruce Springsteen (Spitzname "The Boss") macht die Todesschüsse zum Thema eines neuen Songs. In Anspielung auf einen seiner größten Hits heißt das Lied "Streets of Minneapolis". Hier kann man ihn hören.

Was ist damit gemeint? Der Titel tritt die Nachfolge von "Streets of Philadelphia" (1993) an, der ebenfalls ein gesellschaftlich relevantes Thema aufgriff, den Umgang der Gesellschaft mit HIV.

Was ist der Inhalt? Es handelt sich um einen politisch aufgeladenen Protestsong gegen die Einsätze der US-Bundesbehörden, insbesondere die Rolle von ICE (Immigration and Customs Enforcement) und der Regierung unter Präsident Donald Trump.

An wen ist das Lied adressiert? Springsteen widmete es den Menschen in Minneapolis, den "unschuldigen Einwanderer-Nachbarn" und explizit den beiden Opfer Renée Good und Alex Pretti, die bei Protesten getötet wurden.

Wie klar äußert er sich? Springsteen kritisiert scharf, was er als "Staatsterror" und den Einsatz einer "privaten Armee" bezeichnet, und hebt hervor, wie offizielle Darstellungen der Ereignisse von Augenzeugen-Videos widerlegt werden.

Wie kam der Titel zustande? Der Song wurde schnell nach den Vorfällen veröffentlicht. Springsteen schrieb ihn bereits am 24. Jänner, nahm ihn am 27. Jänner auf und veröffentlichte ihn am 28. Jänner.

3.000 Euro "Strafe" Keine Wohnung mit ausländischem Namen

Worum geht es? Humaira Waseem, eine 30-jährige Frau aus dem deutschen Hessen, hatte sich im November 2022 online auf eine Mietwohnung in Groß-Gerau beworben. Sie bekam sie wegen ihres Namens nicht.

Warum weiß man das? Der Makler lehnte ihre Anfrage mit dem Hinweis auf keine freien Besichtigungstermine ab – kurz nachdem sie ihren Bewerbungsvornamen angab.

Aber? Als sie sich mit demselben Profil, aber einem deutsch klingenden Namen („Schneider“, "Schmidt", „Spieß“) bewarb, erhielt sie prompt Besichtigungstermine.

Was war die Folge? Die Frau klagte und der Bundesgerichtshof (BGH) entschied am Donnerstag, dass der Makler haftet. Delikt:  Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft.

Bekam er eine Strafe? Der Makler wurde verpflichtet, Humaira Waseem 3.000 Euro Schadenersatz zu zahlen.

Was sind die Konsequenzen? Dieses Urteil entwickelt das Recht in Deutschland weiter, indem es klarstellt, dass Diskriminierung bei der Wohnungssuche auch für Makler rechtliche Folgen hat.

Und was, wenn der Mieter das so will? Der BGH stellte klar, dass ein Immobilienmakler sich nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) berufen darf, um Diskriminierung zu rechtfertigen. Auch wenn ein Makler im Auftrag eines Vermieters handelt, haftet er selbst für verbotene Benachteiligung aufgrund des Namens oder der Herkunft.

Was sagt die Betroffene? Sie bezeichnete das Urteil (in lupenreinem Deutsch) als einen persönlichen Triumph – "ein Gefühl der Bestätigung und Gerechtigkeit".

Was weiß man über Humaira Waseem? Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, der Namen hat einen pakistanischen Hintergrund.

Mängel bei Bitpanda Rüge von Finanzaufsicht für Kryptobörse

Worum geht es? Im November 2022 erhielt Bitpanda eine Lizenz der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Bei einer Prüfung fand die Bafin nun Sicherheitsmängel, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Was ist Bitpanda? Die Kryptobörse wurde 2014 in Wien gegründet. Laut Eigenangabe hat das Unternehmen über 700 Mitarbeiter und mehr als 7 Millionen Nutzer und sieht sich als eine der "führenden FinTech-Plattformen Europas".

Wodurch wurde Bitpanda bekannt? Durch immer sehr vollmundige Ankündigungen, aktuell wird der Börsengang vorbereitet. Und durch Sponsoring von Fußballklubs wie Arsenal, Bayern München oder Paris Saint-Germain.

Aber? Interne Dokumente von Bitpanda würden ein "diffuseres Bild" zeigen, schreibt ein Medienverbund, der Unterlagen einsehen konnte, aus Österreich war das Profil dabei. Es gebe "Probleme in den Bereichen Risikomanagement, Compliance und IT-Sicherheit", heißt es.

Was bedeutet das konkret? Die Bafin leitet 2023 eine Sonderprüfung ein. Am 4. März 2024 lag das Ergebnis vor. Dem deutschen Bitpanda-Ableger wurden darin zahlreiche Mängel vorgeworfen: fünf in der höchsten Kategorie "schwerwiegend", vier weitere waren "gewichtig".

Wie reagierte Bitpanda? Das Unternehmen räumte die Probleme ein. In einem Schreiben an die Bafin neun Monate nach Erhalt des Prüfberichts gab man an, zwei Drittel der Mängel behoben zu haben. Bis Ende März 2025 wollte man den Rest erledigen.

11 Exekutionen in China Mafia-Familienclan hingerichtet

Worum geht es? China hat am Donnerstag 11 Personen hinrichten lassen. Die Exekutionen betrafen Mitglieder der sogenannten "Ming family criminal group", einer kriminellen Gruppierung, die im Grenzgebiet zu Myanmar aktiv war.

Was wurde ihnen vorgeworfen? Die Gruppe war in großangelegte, grenzüberschreitende Betrugs‑ und Glücksspielnetze verwickelt, vor allem Telekommunikationsbetrug, illegale Casinos, Drogenhandel und andere schwere Verbrechen.

Wie lief der Prozess? Die Todesurteile wurden bereits im September 2025 von einem chinesischen Gericht in der Provinz Zhejiang verhängt. Berufungen wurden später abgelehnt, und das oberste Volksgericht Chinas bestätigte die Strafen.

Was ist der Hintergrund? Diese Exekutionen sind Teil eines größeren chinesischen Vorgehens gegen grenzüberschreitende Betrugs‑ und Kriminalitätsnetzwerke, die häufig im benachbarten Myanmar operieren.

Woran ist das zu erkennen? Die Geständnisse der Festgenommenen wurden in Dokumentarfilmen der staatlichen Medien ausgestrahlt, um die Entschlossenheit der chinesischen Behörden zur Ausmerzung von Betrugsnetzwerken zu unterstreichen.

Wie arbeiteten die Clans? Zunächst waren Glücksspiel und Prostitution die Haupteinnahmequellen dieser Familien, doch schließlich begannen sie mit Online-Betrug, der größtenteils von Menschen durchgeführt wurde, die entführt und zur Durchführung dieser Betrügereien gezwungen worden waren.

Was fiel auf? Die brutalen Methoden. Innerhalb der Mauern der weitläufigen, gut bewachten Anlagen herrschte eine Kultur der Gewalt. Schläge und Folter waren an der Tagesordnung, wie aus Aussagen befreiter Arbeiter hervorgeht.

Von wie viel Geld ist die Rede? Die betrügerischen Machenschaften und illegalen Spielhöllen der Ming-Mafia brachten laut Chinas Oberstem Gerichtshof zwischen 2015 und 2023 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar ein.

EU-Rüffel für Selenskyj Nach Telefonat mit Österreichs Kanzler

Worum geht es? Schon am Weltwirtschaftsgipfel in Davos hatte Ukraine-Präsident Europa vor den Kopf gestoßen. Nun fühlt sich die Union von Wolodymyr Selenskyj zum zweiten Mal brüskiert.

Was war in Davos? Selenskyj nannte die EU schwach. Er fühle sich wie im Film "Und täglich grüßt das Mumeltier". Europa würde gern über die Zukunft diskutieren, "scheut sich aber davor, heute zu handeln."

Was passierte nun? Der Ukraine-Präsident hatte am Dienstag ein Telefonat mit Österreichs Kanzler Christian Stocker. Danach schrieb er auf X von einem "konkreten Datum" für den EU-Beitritt seines Landes – schon 2027.

Was folgte? Viele EU-Vertreter fühlen sich auf den Schlips getreten. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz bezeichnete einen Beitritt am 1. Januar 2027 als „ausgeschlossen" und als "unmöglich". Mehrere Staatschefs folgten dieser Meinung. Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel forderte Selenskyj auf, "keine Ultimaten" zu stellen.