Worum geht es? Bruce Springsteen (Spitzname "The Boss") macht die Todesschüsse zum Thema eines neuen Songs. In Anspielung auf einen seiner größten Hits heißt das Lied "Streets of Minneapolis". Hier kann man ihn hören.
Was ist damit gemeint? Der Titel tritt die Nachfolge von "Streets of Philadelphia" (1993) an, der ebenfalls ein gesellschaftlich relevantes Thema aufgriff, den Umgang der Gesellschaft mit HIV.
Was ist der Inhalt? Es handelt sich um einen politisch aufgeladenen Protestsong gegen die Einsätze der US-Bundesbehörden, insbesondere die Rolle von ICE (Immigration and Customs Enforcement) und der Regierung unter Präsident Donald Trump.
An wen ist das Lied adressiert? Springsteen widmete es den Menschen in Minneapolis, den "unschuldigen Einwanderer-Nachbarn" und explizit den beiden Opfer Renée Good und Alex Pretti, die bei Protesten getötet wurden.
Wie klar äußert er sich? Springsteen kritisiert scharf, was er als "Staatsterror" und den Einsatz einer "privaten Armee" bezeichnet, und hebt hervor, wie offizielle Darstellungen der Ereignisse von Augenzeugen-Videos widerlegt werden.
Wie kam der Titel zustande? Der Song wurde schnell nach den Vorfällen veröffentlicht. Springsteen schrieb ihn bereits am 24. Jänner, nahm ihn am 27. Jänner auf und veröffentlichte ihn am 28. Jänner.
Worum geht es? Humaira Waseem, eine 30-jährige Frau aus dem deutschen Hessen, hatte sich im November 2022 online auf eine Mietwohnung in Groß-Gerau beworben. Sie bekam sie wegen ihres Namens nicht.
Warum weiß man das? Der Makler lehnte ihre Anfrage mit dem Hinweis auf keine freien Besichtigungstermine ab – kurz nachdem sie ihren Bewerbungsvornamen angab.
Aber? Als sie sich mit demselben Profil, aber einem deutsch klingenden Namen („Schneider“, "Schmidt", „Spieß“) bewarb, erhielt sie prompt Besichtigungstermine.
Was war die Folge? Die Frau klagte und der Bundesgerichtshof (BGH) entschied am Donnerstag, dass der Makler haftet. Delikt: Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft.
Bekam er eine Strafe? Der Makler wurde verpflichtet, Humaira Waseem 3.000 Euro Schadenersatz zu zahlen.
Was sind die Konsequenzen? Dieses Urteil entwickelt das Recht in Deutschland weiter, indem es klarstellt, dass Diskriminierung bei der Wohnungssuche auch für Makler rechtliche Folgen hat.
Und was, wenn der Mieter das so will? Der BGH stellte klar, dass ein Immobilienmakler sich nicht auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) berufen darf, um Diskriminierung zu rechtfertigen. Auch wenn ein Makler im Auftrag eines Vermieters handelt, haftet er selbst für verbotene Benachteiligung aufgrund des Namens oder der Herkunft.
Was sagt die Betroffene? Sie bezeichnete das Urteil (in lupenreinem Deutsch) als einen persönlichen Triumph – "ein Gefühl der Bestätigung und Gerechtigkeit".
Was weiß man über Humaira Waseem? Sie ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, der Namen hat einen pakistanischen Hintergrund.
Worum geht es? Im November 2022 erhielt Bitpanda eine Lizenz der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). Bei einer Prüfung fand die Bafin nun Sicherheitsmängel, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Was ist Bitpanda? Die Kryptobörse wurde 2014 in Wien gegründet. Laut Eigenangabe hat das Unternehmen über 700 Mitarbeiter und mehr als 7 Millionen Nutzer und sieht sich als eine der "führenden FinTech-Plattformen Europas".
Wodurch wurde Bitpanda bekannt? Durch immer sehr vollmundige Ankündigungen, aktuell wird der Börsengang vorbereitet. Und durch Sponsoring von Fußballklubs wie Arsenal, Bayern München oder Paris Saint-Germain.
Aber? Interne Dokumente von Bitpanda würden ein "diffuseres Bild" zeigen, schreibt ein Medienverbund, der Unterlagen einsehen konnte, aus Österreich war das Profil dabei. Es gebe "Probleme in den Bereichen Risikomanagement, Compliance und IT-Sicherheit", heißt es.
Was bedeutet das konkret? Die Bafin leitet 2023 eine Sonderprüfung ein. Am 4. März 2024 lag das Ergebnis vor. Dem deutschen Bitpanda-Ableger wurden darin zahlreiche Mängel vorgeworfen: fünf in der höchsten Kategorie "schwerwiegend", vier weitere waren "gewichtig".
Wie reagierte Bitpanda? Das Unternehmen räumte die Probleme ein. In einem Schreiben an die Bafin neun Monate nach Erhalt des Prüfberichts gab man an, zwei Drittel der Mängel behoben zu haben. Bis Ende März 2025 wollte man den Rest erledigen.
Worum geht es? China hat am Donnerstag 11 Personen hinrichten lassen. Die Exekutionen betrafen Mitglieder der sogenannten "Ming family criminal group", einer kriminellen Gruppierung, die im Grenzgebiet zu Myanmar aktiv war.
Was wurde ihnen vorgeworfen? Die Gruppe war in großangelegte, grenzüberschreitende Betrugs‑ und Glücksspielnetze verwickelt, vor allem Telekommunikationsbetrug, illegale Casinos, Drogenhandel und andere schwere Verbrechen.
Wie lief der Prozess? Die Todesurteile wurden bereits im September 2025 von einem chinesischen Gericht in der Provinz Zhejiang verhängt. Berufungen wurden später abgelehnt, und das oberste Volksgericht Chinas bestätigte die Strafen.
Was ist der Hintergrund? Diese Exekutionen sind Teil eines größeren chinesischen Vorgehens gegen grenzüberschreitende Betrugs‑ und Kriminalitätsnetzwerke, die häufig im benachbarten Myanmar operieren.
Woran ist das zu erkennen? Die Geständnisse der Festgenommenen wurden in Dokumentarfilmen der staatlichen Medien ausgestrahlt, um die Entschlossenheit der chinesischen Behörden zur Ausmerzung von Betrugsnetzwerken zu unterstreichen.
Wie arbeiteten die Clans? Zunächst waren Glücksspiel und Prostitution die Haupteinnahmequellen dieser Familien, doch schließlich begannen sie mit Online-Betrug, der größtenteils von Menschen durchgeführt wurde, die entführt und zur Durchführung dieser Betrügereien gezwungen worden waren.
Was fiel auf? Die brutalen Methoden. Innerhalb der Mauern der weitläufigen, gut bewachten Anlagen herrschte eine Kultur der Gewalt. Schläge und Folter waren an der Tagesordnung, wie aus Aussagen befreiter Arbeiter hervorgeht.
Von wie viel Geld ist die Rede? Die betrügerischen Machenschaften und illegalen Spielhöllen der Ming-Mafia brachten laut Chinas Oberstem Gerichtshof zwischen 2015 und 2023 mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar ein.
Worum geht es? Schon am Weltwirtschaftsgipfel in Davos hatte Ukraine-Präsident Europa vor den Kopf gestoßen. Nun fühlt sich die Union von Wolodymyr Selenskyj zum zweiten Mal brüskiert.
Was war in Davos? Selenskyj nannte die EU schwach. Er fühle sich wie im Film "Und täglich grüßt das Mumeltier". Europa würde gern über die Zukunft diskutieren, "scheut sich aber davor, heute zu handeln."
Was passierte nun? Der Ukraine-Präsident hatte am Dienstag ein Telefonat mit Österreichs Kanzler Christian Stocker. Danach schrieb er auf X von einem "konkreten Datum" für den EU-Beitritt seines Landes – schon 2027.
Was folgte? Viele EU-Vertreter fühlen sich auf den Schlips getreten. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz bezeichnete einen Beitritt am 1. Januar 2027 als „ausgeschlossen" und als "unmöglich". Mehrere Staatschefs folgten dieser Meinung. Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel forderte Selenskyj auf, "keine Ultimaten" zu stellen.
Worum geht es? Die Organisation Pan Europe hat die Pestizidrückstände in Äpfeln unter die Lupe genommen. Gemeinsam mit Partnerorganisationen in 13 europäischen Ländern wurden 59 Proben regional erzeugter Äpfel analysiert.
Was ist Pan Europa? Ein Zusammenschluss mehrerer NGOs, die sich gegen den Einsatz von Pestiziden engagieren.
Was war das Ergebnis? Fast alle (93 %) Apfelproben enthielten mindestens einen Pestizidrückstand, 85 % der Proben wiesen mehrere Pestizidrückstände auf. Einige Proben enthielten bis zu sieben verschiedene Pestizidrückstände.
War Österreich Teil der Untersuchungen? Nein. Hier gibt es den gesamten Bericht.
Was macht Sorgen? 71 % der Proben sind mit Pestiziden der EU-Kategorie der giftigsten Pestizide (Substitutionskandidaten) kontaminiert. Würden dieselben Äpfel als verarbeitete Babynahrung verkauft, wären 93 % der Proben verboten.
Was empfehlen die Autoren der Studie? Eltern sollten ihren Kindern Bio-Äpfel geben oder konventionelle Äpfel schälen.
Worum geht es? Vom 3. bis 5. Oktober 2025 fand in Seefeld in Tirol ein Event namens "Moving Mountains" statt – organisiert vom Ex-Kanzler Sebastian Kurz und dem früheren deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).
Was ist daran interessant? Die Geheimniskrämerei, die wenigsten Teilnehmer wollen verraten, dass sie dabei waren. Für eine deutsche Ministerin gab es sogar deswegen ein parlamentarisches Nachspiel.
Warum? Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nahm "privat" an dem Meeting teil und darüber schweigen. Das ist doppelt heikel. Co-Veranstalter ist ihr Lebensgefährt Karl-Theodor zu Guttenberg. Und es ist unklar, ob es mit anderen Teilnehmern zu Interessenkonflikten gekommen ist.
Was ist nun neu? Dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel liegt die komplette Teilnehmerliste vor. Demnach waren rund 90 Personen anwesend, davon "rund 20 Vertreter von Start-ups und Energieunternehmen" – mit ihnen hat Reiche im Amt zu tun.
Wer war da? Etwa der ukrainische ukrainische Energiemanager Maxim Timtschenko, Ex-OMV-Chef Rainer Seele, Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, Albaniens Ministerpräsident Edi Rama, Marko Đurić, Außenminister Serbiens, der griechische Verteidigungsminister Nikos Dendias.
Wer noch? Scheich Nasser bin Hamad al Khalifa, hochrangiges Mitglied der bahrainischen Königsfamilie, der Wiener Investor Alexander Schütz, bekannt auch aus "2 Minuten 2 Millionen", Ex-Kanzler Alexander Schallenberg, Mehmet Şimşek, türkischer Finanzminister, dazu die Journalisten Paul Ronzheimer (Bild, schrieb die Kurz-Bio) und Claus Strunz (Ex-Bild, Euronews).
Worum geht es? Bei den Massenprotesten im Iran könnten nach Informationen des "Time-Magazins" allein an zwei Tagen bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein. Das hat die EU nun aufgeschreckt.
Was war die Reaktion? Die EU hat die iranischen Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC) offiziell auf ihre Terrorliste gesetzt. Das haben die EU-Außenminister am Donnerstag einstimmig beschlossen.
Was bedeutet das? Die IRGC stehen rechtlich nun ähnlich da wie ISIS oder al‑Qaida. Die Maßnahme ist symbolisch stark und sendet ein klares politisches Signal aus. Sie geht meist einher mit Sanktionen, wie Visa‑Verboten und Einfrieren von Vermögenswerten.
Gibt es nun Sanktionen? Am Donnerstag wurden 31 Personen und Organisationen neu auf die Sanktionsliste gesetzt. Darunter Innenminister Eskandar Momeni, Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi-Asad und der Chef der Sicherheitspolizei, Seyed Madschid Feis Jafari.
Was heißt das? EU-Bürgern sowie Unternehmen wird untersagt, ihnen Gelder zur Verfügung zu stellen. Gegen die betroffenen Personen sind EU-Einreiseverbote vorgesehen. Ferner soll auch die Liste von Gütern erweitert werden, die nicht mehr aus der EU nach Iran ausgeführt werden dürfen.
Was sind die Revolutionsgarden? Eine mächtige paramilitärische Organisation, entstanden nach der Revolution 1979 und direkt dem obersten politischen Führer unterstellt. Die IRGC verfügen über eigene Truppen, wirtschaftliche Interessen und Einfluss im Staatsapparat.
Kommt die Einstufung nicht spät? In den vergangenen Jahren hat es immer wieder politische Forderungen in der EU gegeben, sie als Terrorgruppe einzustufen. Vor allem nach der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten und wegen ihrer Unterstützung verbündeter Gruppen in anderen Ländern.
Wie fiel die Reaktion aus? Der Iran hat mit Warnungen vor "destruktiven Konsequenzen" reagiert und kritisiert die Einstufung scharf.
Worum geht es? Mittwochfrüh erhielten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Amazon nierschmetternde Post. Beth Galetti, Senior Vice President of People Experience and Technology, kündigte das nächste Jobabbau-Programm an.
Wie umfangreich fallen die Kündigungen aus? 16.000 Stellen werden gestrichen. Erst vor drei Monaten waren 14.000 Jobs im Konzern weggefallen.
Wie viele Beschäftigte hat Amazon? Weltweit rund 1,55 Millionen Menschen (inkl. Voll- und Teilzeitmitarbeiter).
Was ist der Grund? Produktivitätssteigerungen durch KI, Überbesetzungen im Zuge des Jobbooms nach der Pandemie und einfach Kostensenkungen ausgelöst durch die anhaltende Inflation.
Was heißt das für die Belegschaft? Beschäftigte in den USA erhalten laut Beth Galetti 90 Tage Zeit, sich intern nach einer neuen Stelle umzusehen (international gelten andere Regeln). Wer weggeht, soll Unterstützung erhalten, etwa eine Abfindung und die Krankenversicherung wird weiter gezahlt.
Werden weitere Jobs gestrichen? "Manche von Ihnen fragen sich vielleicht, ob dies der Beginn eines neuen Rhythmus ist – in dem wir alle paar Monate umfassende Kürzungen ankündigen", geht Galetti selbst darauf ein. Aber: "Das ist nicht unser Plan."
Sondern? "Wie immer wird jedes Team weiterhin die Zuständigkeiten, die Geschwindigkeit und die Innovationskraft für unsere Kunden überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Das war noch nie so wichtig wie heute in einer Welt, die sich schneller verändert als je zuvor."
Worum geht es? In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die chinesische Plattform TikTok in den USA amerikanische Mehrheits-Eigentümer bekommt. Zufall oder nicht, nun gibt es Zensur-Vorwürfe gegen den Kurzvideo-Dienst.
Wem gehört TikTok in den USA? Eigentümer ByteDance behält einen Minderheitsanteil (19,9 Prozent), alle anderen Anteile (knapp über 80 Prozent) liegen in Zukunft bei Investoren, die zum Teil Donald Trump nahestehen.
Was passierte nun? Der brutale Einsatz der Grenzschutz-Einheiten in Minneapolis erregt derzeit die Öffentlichkeit, zwei Menschen wurden von Agenten erschossen. Aber es gibt immer weniger Videos davon.
Warum? Ab dem Wochenende meldeten TikTok-Nutzer, dass sie keine Videos mehr über ICE hochladen könnten. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kündigte eine Untersuchung an, ob TikTok gegen kalifornisches Recht verstößt, indem es "Trump-kritische Inhalte zensiert".
Gilt das nur für TikTok? Laut dem Magazin Wired werden Links auf Facebook, Instagram und Threads blockiert. Nutzer der sozialen Plattformen von Meta können keine Links mehr zu einer "ICE List" teilen, einer Website, die Namen von Tausenden von DHS-Mitarbeitern auflistet.
Was sagt TikTok? Das Unternehmen bestätigt Vorfälle, führt sie aber auf ein "schwerwiegendes Infrastruktur-Problem zurück", bedingt durch "einen Stromausfall an einem unserer US-amerikanischen Rechenzentrums-Partnerstandorte."
Worum geht es? Ein aktueller Bericht des Center for Strategic and International Studies (CSIS), einem US-amerikanischen Think-Tank, enthüllt neue Opferzahlen für den Krieg in der Ukraine.
Was steht drin? Das CSIS-Bericht schätzt, dass es schon "fast 2 Millionen" Opfer gegeben hat, also Getötete, Verwundete oder Vermisste — sowohl auf russischer als auch auf ukrainischer Seite bis etwa Frühjahr 2026.
Wie hoch sind die russischen Verluste? Die Rede ist von 1,2 Millionen Opfern, davon könnten etwa 325.000 Soldaten getötet worden sein Es handelt sich um Schätzungen, nicht um offizielle russische Zählungen.
Und für die Ukraine? Hier spricht der Bericht von 500 000 bis 600 000 Opfern insgesamt, davon etwa 100.000 bis 140.000 Toten. Auch die Ukraine veröffentlicht keine Zahlen.
Was ist das CSIS? Eine unabhängige, private, gemeinnützige Denkfabrik mit Sitz in Washington, gegründet 1982. Das Institut wird durch Spenden finanziert. Präsident ist John J. Hamre, ein ehemaliger US-Vizeverteidigungsminister.
Worum geht es? Der ehemalige französische Senator Joël Guerriau stand in Paris vor Gericht. Er hatte im November 2023 der Abgeordneten Sandrine Josso in seinem Pariser Apartment Champagner verabreicht, der mit MDMA (Ecstasy) versetzt war.
Wie lautete die Anklage? Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, das Getränk absichtlich verabreicht zu haben, um sie zu betäuben und sexuell zu missbrauchen oder zu vergewaltigen.
Wie verteidigte er sich? Guerriau bestreitet die Absicht, behauptete, es sei ein "Unfall" gewesen, er habe das Getränk selbst nehmen wollen.
Glaubte ihm das Gericht? Nein, Guerriau wurde wegen Verabreichung einer gefährlichen Substanz mit der Absicht, eine sexuelle Straftat zu begehen, sowie wegen unerlaubten Besitzes und Gebrauchs von Ecstasy verurteilt.
Wie lautete das Urteil? Insgesamt 4 Jahre Haft, davon 18 Monate unbedingt. Der Rest der Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich verhängte das Gericht Beratungspflichten, Berufsverbote und ein Verbot, ein öffentliches Amt auszuüben, sowie Schadenersatzzahlungen.
War der Fall exemplarisch? Er hat in Frankreich große Aufmerksamkeit erhalten, weil er Teil einer wachsenden Debatte über chemisch unterstützte sexuelle Gewalt („soumission chimique“) ist.
Worum geht es? Bei einer Bürgerversammlung in Minneapolis, Minnesota wurde die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar am Dienstag von einem Mann aus dem Publikum angegriffen. Das zeigt ein Video.
Was ist der Hintergrund? Omar ist eine scharfe Kritik der US-Einwanderungs-Behörde ICE. Sie fordert den Rücktritt der Heimatschutz-Ministerin Kristi Noem.
Wie lief der Vorfall ab? Omar hielt gerade eine Rede, als der Angreifer in der ersten Reihe aufstand und sie mit einer zunächst unbekannten Flüssigkeit aus einer Spritze besprühte. Später stellte es sich heraus, dass es sich um Apfelessig handelte.
Was passierte mit dem Attentäter? Der Mann wurde sofort von Sicherheitskräften überwältigt und festgenommen. Er wurde inzwischen identifiziert, es handelt sich um einen 55-jährigen Mann.
Was man weiß über ihn? Anthony K. ist Trump-Anhänger, wurde 1989 wegen schweren Autodiebstahls verurteilt, mehrfach wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss festgenommen, wie aus Gerichtsakten aus Minnesota hervorgeht. Es gibt zudem Hinweise auf erhebliche finanzielle Probleme, darunter zwei Insolvenzanträge.
Was war mit Omar? Sie blieb unverletzt, setzte ihre Rede fort und betonte, dass sie sich "von Tyrannen nicht unterkriegen lässt.“ Ihr Büro bestätigte, dass sie "okay" sei.
Was ist das große Bild? Die Zahl der Fälle von Bedrohungen gegen Mitglieder des Kongresses ist von knapp 9.500 im Jahr 2024 auf fast 15.000 im vergangenen Jahr gestiegen. Das gab die Capitol Police bekannt.
Worum geht es? Ermittler haben am Mittwoch Standorte der Deutschen Bank AG durchsucht – darunter die Zentrale in Frankfurt am Main und weitere Gebäude in Berlin.
Was ist der Hintergrund? Der Verdacht auf mögliche Geldwäsche. Die Durchsuchungen wurden von der Staatsanwaltschaft Frankfurt gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführt.
Wer steht unter Verdacht? Ermittlungen richten sich nach Angaben der Behörden gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Bank – Namen wurden bisher nicht veröffentlicht.
Was sagt die Deutsche Bank? Sie bestätigt die Durchsuchungen und erklärt, dass sie vollumfänglich mit den Behörden zusammenarbeitet, gibt aber keine weiteren Details bekannt.
Was steckt tatsächlich dahinter? Laut Medienberichten stehen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit früheren Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Firmen, die möglicherweise zur Verschleierung illegaler Geldflüsse genutzt wurden.
Konkreter? Der Spiegel schreibt über einen möglichen Zusammenhang mit Geschäften rund um den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch erwähnt – etwa verspätete Verdachtsmeldungen zu seinen Firmen.
Wer ist Abramowitsch? Der Multi-Milliardär steht seit Frühjahr 2022 auf der Sanktionsliste der EU. Er war einer der größten Aktionäre des führenden russischen Ölunternehmens Sibneft, das er 2005 an Gazprom verkaufte, und bis 2022 Besitzer des FC Chelsea.
Warum ist der Termin heikel? Die Aktion kam einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank für 2025, was zusätzlichen Druck auf das Institut bringt.
Worum geht es? "Wenn sie keinen Deal machen, wird der nächste Angriff viel schlimmer sein als frühere Aktionen." Auf seinem Kanal Truth Social griff US-Präsident Donald Trump den Iran scharf an.
Was steckt dahinter? Er warnt, dass "die Zeit knapp wird" und Teheran sich auf eine Vereinbarung einlassen müsse, wenn es einen Krieg oder eine neue Militäroperation vermeiden will.
Was führt er ins Treffen? Trump schrieb, dass ein "massives Kriegsschiff‑Armada" in Richtung Iran unterwegs sei – eine Flotte mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und weiteren Kriegsschiffen.
Was fordert er? Sofortige Verhandlungen über ein neues Nuklearabkommen. Trump wiederholte, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe.
Wann gab es den letzten Angriff? Die USA führten im Juni 2025 US‑Militäroperationen gegen iranische Nuklearanlagen durch. "Operation Midnight Hammer" richtete laut Trump erhebliche Schäden an der atomaren Infrastruktur des Landes an.
Wie groß ist die Kriegsgefahr? Das ist schwer zu sagen. Trump könnte wirklich zuschlagen. Das Donnergrollen könnte aber auch eine Ablenkung sein, damit Medien mehr Richtung Iran schauen und nicht nach Minneapolis.
Worum geht es? In der kommenden Woche beginnen die Olympischen Winterspiele in Italien. Und Lindsey Vonn wird die älteste Teilnehmerin an einem alpinen Skirennen in der Geschichte der Spiele sein.
Wie sieht sie das selbst? "Ich möchte den Leuten zeigen, dass es kein Nachteil ist, alt zu sein", sagte die 41-jährige Athletin im Interview mit dem Magazin People.
Warum? „Ich habe als erfahrene Sportlerin viel Erfahrung. Ich bin diese Pisten viermal so oft gefahren wie alle anderen."
Was ist ihre Mission? Sie möchte die Einstellung anderer zum Thema Körperbild zu verändern. "Ich meine, große Hintern werden immer in sein", scherzt sie.
Worauf spielt sie an? Auf ihre kürzliche Gewichtszunahme von 5,4 Kilo. „Aber ich habe Muskeln und Gewicht zugelegt, weil Skirennen ein Schwerkraftsport sind, daher brauche ich die Masse. Je mehr ich wiege, desto schneller bin ich."
Was hat das mit ihr gemacht? "Ich muss nicht dünn sein", sagt die Amerikanerin. "Ich habe letztes Jahr aufgrund von Stress viel Gewicht verloren und hart daran gearbeitet, es wieder zuzunehmen."
Warum sie nach sechs Jahren ein Comeback gab? 2024 wurde Vonn am Knie operiert. "Mein Körper fühlte sich so anders an", erinnert sie sich. "Ich hatte überhaupt keine Schmerzen, mein Knie schwoll nicht an."
Also? "Ich hatte das Gefühl, alles machen zu können. Die Vorstellung, wieder Skirennen zu fahren, etwas, das ich so sehr liebte, aber ohne Schmerzen, war wirklich aufregend."
Worum geht es? Vom 11. Juni und 19. Juli findet in den USA, Mexiko und Kanada die Fußball-WM statt, Österreich ist qualifiziert. Wegen Trump & Co werden die Rufe nach einem Boykott immer lauter.
Was ist der Hintergrund? Nach den Todesschüssen in Minneapolis durch ICE-Beamte fordern immer mehr Menschen eine Reaktion aus Europa. Zwei Möglichkeiten stehen offen: Die Teams fahren nicht zur WM, oder die Fans nicht.
Wie stehen die Chancen? Ein Boykott der Nationalmannschaften scheint ausgeschlossen, obwohl sich zuletzt sogar Oke Göttlich, Präsident des Fußball-Bundesligisten FC St. Pauli und DFB-Vizepräsident, dafür stark machte. Eine Absage vieler Fan-Reisen ist allerdings möglich.
Aber? Der Weltfußballverband FIFA gab am Mittwoch bekannt, dass er mehr als 500 Millionen Ticketanfragen für die diesjährige Weltmeisterschaft erhalten hat.
Was ist die Angst? Dass die WM zu einer Propagandashow für Donald Trump wird. Einen Vorgeschmack gab es schon, als FIFA-Präsident Gianni Infantino dem US-Präsidenten unterwürfig einen "Friedenspreis" überreichte.
Wer empfiehlt nun einen Boykott? Ausgerechnet Sepp Blatter, von 1998 bis 2016 Präsident des Weltfußballverbands FIFA und in dieser Funktion auch nicht frei von Skandalen.
Was rät er? Auf X schreibt Platter: "Für die Fans gibt es nur einen Ratschlag: Bleibt den USA fern."
Worum geht es? Nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen haben Indien und die EU einen historischen Freihandelsvertrag (Free Trade Agreement, FTA) ausgehandelt und die Einigung offiziell verkündet.
Wie wird das vermarktet? Der Pakt wird als einer der größten Handelsdeals bezeichnet, den die EU jemals geschlossen hat und teils als "Mother of All Deals" beschrieben.
Was ist der Inhalt? Zölle auf 96 Prozent der Waren zwischen EU und Indien sollen abgebaut oder deutlich reduziert werden. Für europäische Produkte könnten Zölle damit um bis zu vier Milliarden Euro pro Jahr sinken.
Wofür gilt das? Unter anderem für Maschinen, Chemikalien, Pharmazeutika, Auto-Zulieferteile und andere Industriewaren.
Heißt konkret? Indien reduziert etwa die Importzölle für EU-Autos zunächst auf etwa 40 Prozent und soll sie schrittweise auf 10 Prozent senken. Aktuell sind es bis 110 Prozent. Es gibt ein jährliches Kontingent von etwa 250.000 Fahrzeugen.
Was noch? Bei Wein fällt der Importzoll von 150 Prozent auf 20 bis 30 Prozent (je nach Preis-Segment), bei Spirituosen von bis zu 150 Prozent auf etwa 40 Prozent, bei Bier von 110 Prozent auf 50 Prozent. Zölle auf Olivenöl, Margarine, pflanzliche Öle, Fruchtsäfte und alkoholfreies Bier werden ganz abgeschafft.
Was ist mit Fleisch? Schaffleisch und verarbeitete Fleischprodukte bekommen einen niedrigeren Zoll. Aber: Einige zentrale Fleischkategorien — insbesondere Rindfleisch, Schweinefleisch und Geflügel — sind vom Abkommen weitgehend ausgenommen.
Wie ist das in der Industrie? Zölle auf Maschinen und elektrische Ausrüstung, Chemikalien, Kunststoffe sowie Eisen und Stahl, Luft- und Raumfahrtteile, Pharmazeutika und medizinische Geräte werden weitgehend abgeschafft.
Worum geht es? Paris steht diese Woche im Zeichen der Haute Couture. Am Rande wurde Victoria Beckham von der französischen Kulturministerin Rachida Dati zum Offizier des Ordens der Künste und der Literatur ernannt.
Warum war das bemerkenswert? Es war der erste öffentliche Auftritt von Sir David Beckham und seiner Ehefrau, seit ihr ältester Sohn Brooklyn letzte Woche auf Instagram mit der Familie abgerechnet hatte.
Was war? Er beschuldigte sie, ihn jahrelang kontrolliert, Geschichten an die Presse durchgestochen und die Berichterstattung über ihn und seine Frau Nicola manipuliert zu haben. Seine Mutter hätte das Hochzeitskleid seiner Verlobten nähen sollen, sei aber "in letzter Minute" abgesprungen.
Wer kam nun zur Ordensverleihung? Die komplette Familie, außer Brooklyn und seiner Frau. Auch die Freundinnen der beiden anderen jungen Männer, Kim Turnbull und Jackie Apostel, waren da. Das stellte ein sichtbares Zeichen der Geschlossenheit dar.
Wer sind die Beckhams? Ex-Fußballer David Beckham (50) und seine Frau Victoria (51, früher eine der Spice Girls) haben vier Kinder: Brooklyn (26), Romeo (23), Cruz (20) und Tochter Harper (14).
Wie traten sie in Paris auf? David lächelte breit – manche würden sagen, aufgesetzt – während der gesamten Rede seiner Frau, ganz im Gegensatz zu Victoria, deren Markenzeichen es geworden ist, nicht zu lächeln.
Wer schaute sich das an? Anna Wintour, Ex-Chefredakteurin der US-Vogue, François-Henri Pinault, Präsident von Kering mit Marken wie Gucci und Saint Laurent, Antoine Arnault und dessen Vater Bernard Arnault, Vorstandsvorsitzende von LVMH, zum Konzern gehört auch Louis Vuitton.
Wofür bekam Victoria den Preis? Für ihr Modelabel. Das machte 2024 einen Umsatzsprung um 26 Prozent, ist aber immer noch defizitär. Aktionäre gewährten eben einen Kredit in Höhe von 6,2 Millionen Pfund zur Bewältigung "wesentlicher Unsicherheiten".
Worum geht es? Mary Trump, die Nichte des US-Präsidenten, hat mit dem New York Magazine über ihren Onkel gesprochen. Dabei deutete sie an, dass Donald Trump an Alzheimer erkrankt sein könnte.
Mit welchen Worten? "Hin und wieder", sagt sie, "sehe ich ihn tatsächlich wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Manchmal wirkt er, als ob er weder zeitlich noch örtlich orientiert" sei. Die 60-Jährige steht ihrem Onkel kritisch gegenüber.
Woran erinnert sie das? An den Vater des Präsidenten. Sie habe den Kampf von Fred Trump mit der degenerativen Krankheit bis zu seinem Tod im Alter von 93 Jahren im Jahr 1999 miterlebt.
Ist da was dran? Der Präsident selbst sprach im Interview mit dem New York Magazine über die Alzheimer-Diagnose seines Vaters und sagte: "Er hatte ein Problem. In einem bestimmten Alter, etwa 86, 87, fing es an, wie nennt man das noch gleich?"
Wer half ihm weiter? Seine Pressesprecherin, Karoline Leavitt, fand das passende Wort für ihn. "So was wie Alzheimer", sagte Trump. "Nun, ich habe das nicht."
Wie fit ist Trump? Er wird am 14. Juni 80 Jahre alt und fühlt sich pumperlgesund. Nicht jeder sieht das so, sichtbare Blutergüsse an seinen Händen fallen immer wieder auf, bei öffentlichen Terminen schläft er ein.
Wie erklärt er das? Trump sagt, die Blutergüsse seien eine Folge der 325 Milligramm Aspirin, die er täglich einnehme und das seit 30 Jahren. Seine Ärzte hielten diese Dosierung nicht für angemessen, sagte er dem New York Magazine, "aber sie wirkt bei mir".
Worum geht es? Dem deutschen Karikatur‑ und Karnevalskünstler Jacques Tilly wird in Moskau der Prozess gemacht. Die Anklage beruht nach russischem Recht auf Bestimmungen zur sogenannten Majestäts- oder Verunglimpfungsstrafe.
Was ist passiert? Die russische Justiz wirft Tilly vor, durch seine Pappmaschee-Figuren "Falschdarstellungen über die russische Armee verbreitet" und die Streitkräfte und Staatsorgane, darunter Präsident Putin als Oberbefehlshaber, verunglimpft zu haben.
Wie das? Tilly ist ein deutscher Bildhauer und Karnevalswagenbauer aus Düsseldorf. Er ist international bekannt für seine politisch-satirischen Karnevalswagen, die regelmäßig aktuelle Politiker und Themen auf die Schaufel nehmen.
Wie zeigte er Putin? Oft mit blutverschmierten Händen oder Waffen, um Kriegsverbrechen oder militärische Aggression zu kritisieren. Oder mit Panzerhelm, Raketenwerfer, oder wie er auf einem Globus sitzt und Länder in Besitz nehmen will.
Wieso bekam Russland das mit? Weils Tillys Wagen in der Presse weltweit gezeigt werden. Sie sind Teil der politischen Satire beim Düsseldorfer Rosenmontagszug.
Wann ist der Prozess? Am 28. Jänner ist der nächste Gerichtstermin, Start 11:00 Uhr Ortszeit in Moskau, 13:00 Uhr MEZ. Das geht aus der Termindatenbank des Gerichts hervor. Tilly selbst ist nicht in Russland und nimmt nicht persönlich am Verfahren teil.
Worum geht es? Der kanadisch-amerikanische Musiker Neil Young schenkt den Menschen in Grönland für mindestens ein Jahr seine Musik.
Was bedeutet das? Grönländer erhalten kostenlos Zugang zur kompletten Musik‑ und Filmbibliothek auf neilyoungarchives.com – inklusive Alben, Live-Aufnahmen und Konzertfilmen aus über 60 Jahren Karriere.
Was ist die Begründung? Young will "Frieden und Liebe" bringen in einer Zeit politischer Unsicherheit. Die Geste sei eine symbolische Unterstützung der grönländischen Bevölkerung.
Was macht Young parallel? Er hat seinen Katalog von Amazon Music entfernt, weil der Konzern seinem Besitzer Jeff Bezos gehöre und dieser laut Young politische Positionen unterstütze, die er nicht teilen könne.
Wer ist Neil Young? Der 80-Jährige wurde mit Crosby, Stills, Nash & Young bekannt. Young startete seine Solokarriere Ende der 1960er-Jahre. Seine bekanntesten Titel sind "Heart of Gold", "Old Man", "Rockin’ in the Free World" und "Harvest Moon".
Welche Preise bekam er? Der "Godfather of Grunge" wurde zweimal in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen – einmal als Mitglied von Buffalo Springfield (1997) und einmal als Solokünstler (1995). Er hat fünf Grammy Awards gewonnen.
Worum geht es? Frankreich steht vor der Einführung eines Gesetzes, das Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren vom Zugriff auf soziale Medien ausschließt. Die französische Nationalversammlung stimmte nun mit großer Mehrheit dafür.
Wen betrifft das Verbot? Wenn das Gesetz in Kraft tritt, würden Kinder unter 15 Jahren grundsätzlich keinen Zugang zu sozialen Medien haben (z. B. Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat, Facebook etc.).
Wer ist dafür zuständig? Der Entwurf legt fest, dass Online-Dienste, die soziale Netzwerke bereitstellen, diesen Altersgruppen den Zugang verwehren müssen.
Wann soll es losgehen? Die Regierung peilt an, das Verbot zum Beginn des nächsten Schuljahres (September 2026) in Kraft zu setzen. Der Entwurf geht jetzt an den Senat, bevor er endgültig verabschiedet wird.
Was ist die Begründung? Es geht Frankreich vor allem um Schutz- und Gesundheitsaspekte: Studien und Debatten hätten Risiken durch exzessive Nutzung – etwa Cybermobbing, Schlafprobleme oder psychische Belastungen – belegt.
Wer ist das Vorbild? Australien. Hier gelten die entsprechenden Bestimmungen seit 10. Dezember 2025.
Plant die EU nicht auch so etwas? Geredet wird schon lange darüber. Aber das Europäische Parlament hat Ende November 2025 mit großer Mehrheit nur einen nicht-verbindlichen Bericht angenommen.
Was steht drin? In dem Bericht wird gefordert, dass Kinder mindestens 16 Jahre alt sein sollten, um ohne elterliche Zustimmung soziale Medien nutzen zu dürfen. Für 13- bis 16-Jährige soll eine Nutzung mit Eltern-Einwilligung möglich bleiben.
Und Österreich? Will bis Ende des Jahres ebenfalls Social Media erst ab 14 erlauben. Drauf habe sich die Regierung geeinigt, sagte Digitalstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) am Dienstag im Ö1-Morgenjournal.
Worum geht es? Die US‑Einwanderungs‑ und Zollbehörde (ICE) – offiziell "Immigration and Customs Enforcement" – soll bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien eine Rolle im Sicherheitsdienst haben.
Was sollen sie tun? Es geht vor allem darum, die Sicherheit der US‑Delegation und bestimmter US‑Politiker zu unterstützen, darunter Vizepräsident J.D. Vance und Außenminister Marco Rubio.
Ist das normal? Die Agenten werden nicht im Rahmen von Einwanderungs‑ oder Abschiebeoperationen tätig sein, sondern als Teil eines Sicherheits‑ oder Schutzauftrags des US‑Außenministeriums, was bei Großveranstaltungen wie Olympia nicht ungewöhnlich ist.
Wie reagiert Italien? Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala hat erklärt, dass ICE‑Agenten nicht willkommen seien und verurteilte die Behörde scharf aufgrund ihres Rufs und ihrer Einsätze in den USA.
Wie deutlich wurde er? Sala nannte ICE im Radiosender RTL 102.5 eine "mörderische Miliz", die "sich selbst Zugang zu Privathäusern verschafft". Ihre Anwesenheit während der Olympischen Spiele in Mailand-Cortina sieht er als "Problem" an.
Wann finden die Olympischen Spiele statt? Die Winterspiele starten am 6. Februar und dauern bis zum 22. Februar. Haupt-Veranstaltungsorte sind Mailand und Cortina d'Ampezzo.
Worum geht es? Die vierjährigen Pandas Xiao Xiao und Lei Lei leben derzeit im Ueno Zoo in Tokio, wurden dort 2021 geboren. Nun müssen sie nach China zurückgebracht werden.
Warum? Pandas, die an ausländische Zoos abgegeben werden, bleiben rechtlich immer chinesisches Eigentum – selbst wenn sie im Ausland geboren werden. Auch in Schönbrunn ist das so. Die Leihe kostet etwa 1 Million US-Dollar pro Jahr.
Was passierte jetzt? Der bestehende Leihvertrag zwischen Japan und China lief aus, die Tiere müssen spätestens bis Ende Jänner 2026 zurückkehren. Eine Verlängerung ist eigentlich üblich.
Läuft die Rückgabe schon? Ja, die Regierung von Tokio hat bestätigt, dass Xiao Xiao und Lei Lei am 27. Jänner nach China fliegen werden. Besucher konnten sie am Sonntag zum letzten Mal sehen, bevor sie auf die Heimreise vorbereitet werden.
Wozu kam es? Nach Angaben der Tokioter Stadtverwaltung bewarben sich rund 108.000 Menschen um einen der 4.400 verfügbaren Plätze für einen letzten Blick auf die beliebten Pandas des Zoos.
Was ist die Folge? Nach ihrer Abreise wird Japan erstmals seit rund 50 Jahren keine Riesenpandas mehr haben.
Kommt wieder was? Aufgrund angespannter diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und China ist es sehr unwahrscheinlich, ob und wann China neue Pandas nach Japan schicken wird.
Welchen Konflikt gibt es? China sieht Taiwan als Teil seines Landes an, die Gefahr einer Invasion ist derzeit groß. Taiwan liegt strategisch nahe an Japan (nur ca. 110 km von den japanischen Inseln entfernt). Wenn Taiwan fällt, ist Japans Sicherheit direkt bedroht.
Worum geht es? Der Goldpreis hat an der Metallbörse in London erstmals die Marke von 5.000 US‑Dollar pro Feinunze überschritten – und sogar zeitweise mehr als 5.100 Dollar erreicht. Das ist ein historischer Rekord.
Wie viel ist eine Feinunze? Rund 31,1 Gramm.
Wie ist die Preisentwicklung? Das lässt sich plakativ darstellen: Vor einem Jahr kostete die Feinunze noch 2.770 Dollar.
Was sind die Gründe? Wegen der Unsicherheit an den Finanzmärkten und in der Welt suchen Anleger "sichere Häfen". Wichtige Volkswirtschaften betreiben eine lockerere Geldpolitik. Es gibt eine starke Nachfrage von Zentralbanken und institutionellen Investoren.
Wie geht es weiter? Einige Analysten erwarten, dass der Preis für Gold weiter steigen könnte, teilweise auf 6.000 Dollar oder darüber, wenn Unsicherheiten anhalten. Andere sind skeptischer.
Worum geht es? Der 26. Jänner ist Australiens Nationalfeiertag — er erinnert an die Ankunft der ersten britischen Sträflingsflotte in Sydney Cove im Jahr 1788.
Aber? Viele indigene Australier sehen diesen Tag jedoch als Beginn von Kolonisierung, Gewalt und Unterdrückung ihrer Völker, daher nennen sie ihn "Invasion Day" oder "Survival Day" und protestieren seit Jahrzehnten dagegen.
Wie war es diesmal? Zehntausende Menschen nahmen am Montag an Invasion Day-Demos teil, um auf Ungerechtigkeiten gegen Aborigines und Torres Strait Islander aufmerksam zu machen und eine Änderung des Feiertagsdatums zu fordern.
Blieb alles friedlich? Nicht wirklich. In Sydney, Canberra und Melbourne kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. In Perth wurde ein potentiell gefährlicher Gegenstand in der Menge gefunden, was zur Räumung führte.
Warum kam es zur Eskalation? Der Australia Day ist seit Jahren umstritten, weil er historisch für viele Indigene kein Grund zum Feiern, sondern zum Gedenken an Leiden und Verlust ist. Die Proteste sind daher tief verwurzelt in langjährigen Forderungen nach Anerkennung, Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Veränderung.
Worum geht es? China hat gegen General Zhang Youxia, den ranghöchsten aktiven General in der Zentralen Militärkommission (CMC), Ermittlungen eingeleitet und ihn abberufen. Die CMC ist das wichtigste militärische Führungsorgan Chinas.
Was wird ihm vorgeworfen? "Schwere Verstöße gegen Parteidisziplin und das Gesetz" – eine Formulierung, die in China üblicherweise für Korruptions- oder Machtmissbrauchs‑Vorwürfe genutzt wird.
Wer ist Zhang Youxia? Der General galt als einer der engsten Vertrauten von Präsident Xi Jinping. Er war auch Mitglied des mächtigen Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas.
Warum ist der Vorgang bemerkenswert? Zhang ist der bisher höchste aktive Militär‑Funktionär, der in Chinas Anti‑Korruptionskampagne ins Visier geraten ist. Der Schritt kommt inmitten einer großen Umstrukturierung und Säuberung der chinesischen Militärführung, die viele Top‑Offiziere betrifft und teils schon seit 2023 läuft.
Was ist der Hintergrund? China bereitet sich auf die Übernahme Taiwans vor. Präsident Xi Jinping hat der Volksbefreiungsarmee dafür eine Frist bis zum nächsten Jahr gesetzt.
Ist Zhang Youxia der einzige Betroffene? Nein, gleichzeitig wurden auch Untersuchungen gegen General Liu Zhenli, den Stabschef der CMC, eingeleitet.
Was ist das große Bild? Einige internationale Medien berichten, dass Zhang unter anderem beschuldigt wird, Bestechungsgelder angenommen zu haben, interne Machtstrukturen zum eigenen Vorteil genutzt und sogar sensible militärische oder nukleare Informationen an die USA weitergegeben zu haben.
Worum geht es? In den USA schlägt der Winter derzeit voll zu. In weiten Teilen des Landes gab es am Wochenende einen massiven Sturm mit Schnee und Eisregen. Er führte zu schweren Verkehrs- und Stromproblemen. Nun folgt Eiseskälte.
Was war genau? "Winter Storm Fern" zog sich von Midwest über das Ohio‑Tal bis zur Ostküste (z. B. New York, Washington D.C.). Sogar Südstaaten wie Tennessee, Mississippi, Louisiana und Texas, die sonst mildere Winter haben, erleben Kälte und Schnee.
Wie viele Menschen sind betroffen? 210 Millionen. In Washington hatte es am Montag minus 10 Grad, In Nord‑New York und Umgebung fielen die Temperaturen an manchen Messpunkten sogar auf minus 37 °C.
Was ist die Ursache? Die Kälte wird durch einen sogenannten Polarwirbel‑Einbruch "erzeugt". Es handelt sich um ein meteorologisches Phänomen, bei dem extrem kalte Luftmassen aus der Arktis nach Süden in die USA entweichen. Dies führt zu abrupten Kältewellen.
Wie zeigt sich das? Über das Wochenende hinweg wurden bis zu 20.000 Flüge abgesagt, viele hatten Verspätung. Große Linien wie American Airlines, Delta, Southwest oder JetBlue strichen bis zu 70 Prozent ihres Flugplans zusammen. 880.000 Haushalte waren ohne Strom.
Wie lange dauert die Kälte? Während der gesamten Woche sind in 24 Bundesstaaten und in Washington D.C. Tiefsttemperaturen möglich, wobei für einige Orte Rekorde vorhergesagt werden.
Worum geht es? Bei einem verheerenden Feuer in der Silvesternacht starben in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana 40 Menschen. Nun werden neue Vorwürfe gegen das Betreiber-Ehepaar laut.
Was sind die Vorwürfe? Die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtete, dass einem der Opferanwälte im aktuellen Brandfall Akten und Beweismaterial übergeben wurden. Sie sollen belegen, dass es in der Bar bereits zuvor mehrmals gebrannt hatte.
Von wie vielen Bränden ist die Rede? In dem Dossier werden offenbar drei Feuerereignisse angeführt. Zuletzt soll es 2024 einen Vorfall gegeben haben.
Was war der Grund? Laut diesem Bericht soll auch damals das Feuer durch Sprühfontänen ausgelöst worden sein – ähnlich wie beim tragischen Brand in der Silvesternacht.
Wie sehr belastet das die Betreiber? Die Bar "Le Constellation" wurde seit 2015 von einem Ehepaar aus Korsika geführt. Jacques M. wurde am 9. Jänner in U-Haft genommen und kam am 23. Jänner frei. Im neuen Dossier soll stehen, dass er nach dem Feuer 2024 die Anbringung von feuerfestem Schaum an der Decke ablehnte.
Wer zahlte seine Kaution? Laut italienischen Medien wurden die 216.000 Euro nicht von Jacques M. bezahlt. Das Geld soll von einem Konto in Dubai überwiesen worden sein. Der Zahler soll ein Genfer Millionär sein, der dem Betreiber nahesteht. Ein Name wurde nicht veröffentlicht.
Wie reagierte Italien? Empört, sechs der Todesopfer stammten aus Italien. Die Entlassung aus der U-Haft empörte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. "Ich empfinde dies als eine Schändung des Andenkens an die Opfer und als eine Beleidigung ihrer Familien", schrieb sie auf X.
Was wurde unternommen? Italien rief seinen Botschafter in der Schweiz nach Rom zurück, um weitere Schritte zu besprechen. Dieser Vorgang ist ein deutliches Zeichen der Unzufriedenheit mit der Entscheidung des Schweizer Gerichts.
Worum geht es? Ran Gvili, ein 24-jähriger israelischer Polizist, galt als die letzte vermisste Geisel, die im Gazastreifen infolge der Hamas-Attacke vom 7. Oktober 2023 gefangen genommen wurde.
Was passierte nun? Sein Leichnam wurde gefunden, identifiziert und dann an Israel übergeben, nachdem israelische Streitkräfte in einer großangelegten Suche in Nord-Gaza entsprechende Überreste geborgen hatten.
Warum ist das so relevant? Israel sieht dies als wichtigen Schritt, um den nächsten Teil des Waffenruhe- und Friedensplans umzusetzen — etwa die Öffnung des Grenzübergangs Rafah und weitere Vereinbarungen zwischen den Konfliktparteien.
Was ist der aktuelle Stand? Alle lebenden Geiseln, die im Rahmen eines Waffenruhe-Deals freigelassen werden sollten, sind seit Oktober 2025 zurück in Israel. Bei den Toten hielt sich die Terrorgruppe Hamas nicht an die Vereinbarungen.
Was war vereinbart? Die Hamas sollte innerhalb von 72 Stunden nach Inkrafttreten des Waffenstillstands alle Geiseln, lebend wie tot, übergeben. Die Leichen von 27 toten Geiseln wurden großteils viel zu spät ausgehändigt. Wochenlang erklärte die Hamas, Gvili noch nicht gefunden zu haben.
Was geschieht nun? Phase zwei des Friedensplans von Donald Trump kann in Angriff genommen werden. Er sieht den Wiederaufbau und die vollständige Entmilitarisierung des Gazastreifens vor, einschließlich der Entwaffnung der Hamas und anderer palästinensischer Gruppen.
Worum geht es? Eine britische Angestellte verklagte ihren Arbeitgeber. Sie machte geltend, dass sie am Arbeitsplatz wegen ihrer Behinderung diskriminiert worden sei — in ihrem Fall wegen Neurodivergenz und Dyslexie.
Was heißt das konkret? Sophie S. bat ihren Arbeitgeber, eine Eventfirma, bei einer Betriebsfeier um einen "Breakout-Bereich", also eine Ruhezone, da sie sich in sozialen Situationen leicht überfordert fühlte.
Wie reagierte das Unternehmen? Ihre Chefin machte eine Bemerkung ("Kein Querdenken, zurück in die gewohnte Bahn"), die Sophie S. als Diskriminierung und Demütigung empfand.
Was tat Sophie S.? Sie klagte daraufhin wegen Behinderung, Diskriminierung, Belästigung und Benachteiligung nach dem britischen Gleichstellungsgesetz.
Wie ging das Verfahren aus? Das Arbeitsgericht in Croydon entschied zugunsten von Sophie S. und sprach ihr knapp 14.000 Euro an Schadenersatz zu.
Begründung? Das Gericht stellte fest, dass die Äußerung des Chefs und das Versäumnis, angemessene Unterstützung bereitzustellen, ein diskriminierendes und belästigendes Arbeitsumfeld geschaffen hatten.
Was ist Neurodivergenz? Der Begriff bezieht sich "auf Unterschiede in der Funktionsweise des Gehirns/der Reizverarbeitung und zeigt sich unter anderem in der Wahrnehmung, im Denken, in der Informationsverarbeitung oder in der sozialen Interaktion". Neurodivergent sind Personen mit Diagnosen wie ADHS, Autismus oder Dyslexie.