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7. Mai 2026

Flugbegleiterin infiziert Sie hatte Kontakt zu Schiffs-Passagier

Worum geht es? Auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" ist es zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Bislang wurden acht Fälle registriert – drei davon bestätigt, fünf weitere gelten als Verdachtsfälle. Drei Menschen starben bereits.

Gibt es neue Verdachtsfälle? Eine KLM-Flugbegleiterin wurde laut niederländischem Gesundheitsministerium mit Hantavirus-Symptomen ins Spital eingeliefert. Die Frau hatte kurz Kontakt zu jener Niederländerin, die an dem Virus gestorben war.

Wie kam es zum Kontakt? Die Frau (deren Mann am Schiff gestorben war) ging in Südafrika an Bord eines KLM-Fluges, wurde aber als zu krank zum Fliegen eingestuft und kurz darauf aus dem Flugzeug gebracht.

Wie geht es der Infizierten? Die Flugbegleiterin soll leichte Symptome aufweisen und befindet sich in Isolation im Amsterdam UMC, wo sie auf das Virus getestet wird, schreibt Dutchnews.

Was macht das Virus-Auftreten brisant? Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Donnerstag könnte es an Bord zu seltenen Mensch-zu-Mensch-Übertragungen gekommen sein.

Wo befindet sich das Schiff aktuell? Die "MV Hondius" hat Kap Verde verlassen und befindet sich derzeit auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln, konkret nach Teneriffa beziehungsweise zum Hafen Granadilla.

Darf es anlegen? Spanien hat nach Beratungen mit WHO und EU-Behörden entschieden, das Schiff unter strengen Gesundheitsauflagen anlegen zu lassen. Zuvor lag die "MV Hondius" tagelang vor Praia auf Kap Verde unter Quarantäne vor Anker.

Was sagt die WHO? Die WHO betont, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung derzeit "niedrig" sei. Das sei "nicht der Beginn einer Covid-Pandemie."

Aber? WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte zugleich, man rechne mit weiteren Fällen, da die Inkubationszeit des Virus bis zu 45 Tage betragen könne. Eine große Epidemie werde derzeit aber nicht erwartet.

Was weiß man über das Virus? Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um die sogenannte Andes-Variante des Hantavirus. Diese gilt als einzige bekannte Hantavirus-Form, bei der Übertragungen zwischen Menschen möglich sind.

Wie begann der Ausbruch? Die ersten Erkrankungen traten Anfang April während der Atlantiküberfahrt auf. Ermittler vermuten inzwischen, dass sich erste Passagiere bereits vor Reisebeginn im argentinischen Ushuaia infiziert haben könnten.

Warum ist die Lage international relevant? An Bord befanden sich Passagiere und Crewmitglieder aus 23 Ländern. Mehrere Menschen verließen das Schiff bereits während Zwischenstopps – etwa auf St. Helena oder in Südafrika.

Warum ist das wichtig? Es laufen inzwischen internationale Kontaktverfolgungen in Europa, Afrika und Nordamerika. Gesundheitsbehörden in den USA überwachen unter anderem Rückkehrer in Arizona und Georgia.

Welche Maßnahmen gelten derzeit auf dem Schiff? Die Passagiere wurden isoliert. Ärzte, Pflegekräfte und Laborspezialisten gingen auf Kap Verde an Bord. Erkrankte wurden ausgeflogen, Kontaktpersonen überwacht und umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet. Mehrere Länder bereiten spezielle Rückhol- und Quarantänepläne vor.

Letzter Brief von Epstein Aber es ist unklar, ob er echt ist

Worum geht es? Ein US-Gericht hat einen angeblichen Brief von Jeffrey Epstein aus seiner Gefängniszelle veröffentlicht. Das handschriftliche Schreiben soll wenige Wochen vor seinem Tod 2019 entstanden sein.

Worum handelt es sich? US-Medien sprechen von einem möglichen Abschieds- oder Suizidbrief. Die Veröffentlichung sorgt international erneut für Diskussionen über den Fall Epstein und die bis heute bestehenden Zweifel an den Umständen seines Todes.

Was steht in dem Brief? Der veröffentlichte Brief ist schwer lesbar. Mehrere US-Medien geben jedoch zentralen Passagen wieder: „Sie haben monatelang gegen mich ermittelt — nichts gefunden!!!“. „Es ist ein Privileg, den Zeitpunkt des Abschieds selbst wählen zu können.“ "Was soll ich denn tun — in Tränen ausbrechen? Kein Spaß — nicht wert!!"

Ist der Brief echt? Das ist nicht abschließend geklärt. Er trägt keine Unterschrift. Epsteins damaliger Zellengenosse Nicholas Tartaglione erklärte, das Schreiben stamme von Epstein.

Wurde das überprüft? Anwälte ließen laut US-Berichten Handschriftengutachten erstellen, die auf Echtheit hindeuten sollen. Eine offizielle Bestätigung durch FBI oder Justizministerium gibt es bislang jedoch nicht.

Wie wurde der Brief gefunden? Nach einem ersten mutmaßlichen Suizidversuch Epsteins im Juli 2019 soll Tartaglione den Brief in der Gefängniszelle entdeckt haben – versteckt in einem Buch.

Was passierte danach? Tartaglione bewahrte das Schreiben nach eigenen Angaben auf, weil Epstein ihn beschuldigt hatte, ihn angegriffen zu haben. Der Brief landete später im Zuge eines anderen Gerichtsverfahrens unter Verschluss.

Warum wird der Brief erst jetzt veröffentlicht? Die Unterlagen waren jahrelang gerichtlich versiegelt. Erst nachdem die "New York Times" Einsicht beantragt hatte, ordnete ein Bundesrichter die Freigabe an.

Wer war Jeffrey Epstein? Ein US-Finanzier mit engen Kontakten zu Politik, Wirtschaft und Prominenz. Ihm wurde vorgeworfen, über Jahre ein Netzwerk zur sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen betrieben zu haben.

Wie starb Epstein? Er wurde am 10. August 2019 tot in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan gefunden. Die Gerichtsmedizin erklärte den Tod offiziell als Suizid durch Erhängen. Allerdings lösten Unregelmäßigkeiten Spekulationen aus.

Nämlich? Zum Zeitpunkt von Epsteins Tod funktionierten Überwachungskameras teilweise nicht, vorgeschriebene Kontrollgänge sollen unterblieben sein, und die zuständigen Wärter standen später wegen gefälschter Protokolle vor Gericht.

„Brutkasten“ für Terrorismus USA kritisieren Migration in Europa

Worum geht es? Die US-Regierung hat ihre neue Anti-Terror-Strategie vorgestellt. In dem 16 Seiten langen Papier wird Europa wegen seiner Migrationspolitik als möglicher "Brutkasten" für Terrorismus bezeichnet, berichtet der Guardian.

Steht Europa im Mittelpunkt? Nein, die Strategie verschiebt den Schwerpunkt der amerikanischen Terrorbekämpfung deutlich: Im Zentrum stehen nun nicht mehr islamistische Gruppen im Nahen Osten, sondern Drogenkartelle in Nord- und Südamerika.

Wer steckt hinter dem Bericht? Die neue Strategie wurde federführend von Sebastian Gorka erarbeitet, einem langjährigen Trump-Vertrauten und Hardliner in Sicherheitsfragen. Gorka war bereits in Trumps erster Amtszeit Berater im Weißen Haus.

Was steht konkret über Europa im Bericht? Er argumentiert, dass unkontrollierte Migration und unzureichende Grenzsicherung in Europa extremistisches Gedankengut begünstigt hätten.

Heißt? Wörtlich wird Europa sinngemäß als Umfeld beschrieben, in dem Terrornetzwerke leichter Fuß fassen könnten. Als Beispiele werden islamistische Anschläge der vergangenen Jahre sowie Probleme bei Integration und Sicherheitskontrollen genannt.

Warum sorgt das für Kritik? Kritiker werfen der US-Regierung vor, Migration pauschal mit Terrorismus zu verknüpfen. Europäische Diplomaten sehen die Aussagen als politisch motiviert und überzogen.

Gibt es nur Kritik aus den USA? Nein, in dem Bericht heißt es auch, die europäischen Nationen seien nach wie vor die "herausragenden und langfristigen Partner der USA im Kampf gegen den Terrorismus".

Was ist der Schwerpunkt der neuen Strategie? Im Mittelpunkt stehen erstmals mexikanische und lateinamerikanische Drogenkartelle. Die Regierung stuft sie zunehmend als terroristische Bedrohung ein.

Warum betrachten die USA Kartelle nun als Terrorproblem? Die Kartelle würden mit ihrer Gewalt auf Staat und Gesellschaft ähnliche Methoden wie Terrororganisationen anwenden. Besonders die Fentanyl-Krise in den USA spielt dabei eine zentrale Rolle.

Superdry-Gründer in Haft Wegen Vergewaltigung verurteilt

Worum geht es? Der Mitbegründer der britischen Modemarke Superdry, James Holder, ist in England wegen Vergewaltigung zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Was wurde ihm vorgeworfen? Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Holder 2022 nach einer gemeinsamen Nacht in Cheltenham eine Frau in deren Wohnung vergewaltigte – trotz ihrer wiederholten Aufforderungen aufzuhören.

Wer ist James Holder? Gemeinsam mit Julian Dunkerton baute er Superdry ab 2003 von einem Marktstand in Cheltenham zu einer weltweit bekannten Marke auf. Holder war lange für Design und Markenentwicklung verantwortlich. Er verließ das Unternehmen offiziell 2016.

Was ist in der Tatnacht vorgefallen? Laut Gericht ereignete sich die Tat in der Nacht des 7. Mai 2022 nach einem gemeinsamen Barbesuch in Cheltenham. Holder und ein Freund stiegen demnach in das Taxi der späteren Klägerin und begleiteten sie in ihre Wohnung.

Was passierte dort? Es kam später zu sexuellen Handlungen, die laut Gericht nicht einvernehmlich waren. Die Frau sagte aus, sie habe geweint und Holder mehrfach aufgefordert, aufzuhören.

Wie verteidigte sich Holder? Er bestritt die Vergewaltigung und erklärte vor Gericht, der Sex sei einvernehmlich gewesen. Seine Verteidigung argumentierte, es habe sich um eine "betrunkene sexuelle Begegnung" gehandelt, die die Frau später bereut habe.

Wie lautete das Urteil? Die Jury am Gloucester Crown Court folgte Holders Darstellung nicht. Sie sprach Holder wegen Vergewaltigung schuldig. Von einem zweiten Vorwurf – sexueller Nötigung durch Eindringen – wurde er freigesprochen.

Was sagte das Opfer vor Gericht? Die Frau schilderte die Tat in einer emotionalen Erklärung als traumatisch und sagte, Holder habe sich verhalten, als sei er "berechtigt" über ihren Körper zu verfügen. Die Folgen der Tat hätten ihr Leben, ihre Beziehungen und ihr Selbstbild nachhaltig belastet.

Wie reagierte Superdry? Das Unternehmen betonte nach dem Schuldspruch, dass Holder seit Jahren keine operative Rolle mehr im Unternehmen habe. Laut dem Konzern endeten auch spätere Beratertätigkeiten bereits 2019.

Wie entwickelte sich Superdry? Die Marke wurde durch ihren Mix aus japanisch inspirierter Typografie und amerikanischem Vintage-Stil bekannt. Promis wie David Beckham trugen die Kleidung, wodurch Superdry international stark wuchs.

Aber? Das Unternehmen geriet wirtschaftlich unter Druck und wurde 2024 von der Londoner Börse genommen. Gleichzeitig startete ein drastisches Sanierungsprogramm. 2025 wurden Gewinne geschrieben, die Lage blieb aber fragil.

Gesicht gestohlen "Avatar"-Figur klagt Regisseur und Disney

Worum geht es? Q’orianka Kilcher geht gerichtlich gegen Regisseur James Cameron und Disney vor. Die Klage wurde vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingebracht.

Was klagt sie ein? Die Schauspielerin mit peruanisch-indigenen Wurzeln wirft Cameron vor, ihre Gesichtszüge ohne ihre Zustimmung als Vorlage für die berühmte "Avatar"-Figur Neytiri verwendet zu haben.

Wer ist Q’orianka Kilcher? Sie wurde international 2005 durch ihre Rolle als Pocahontas im Film "The New World" von Terrence Malick bekannt. Später spielte sie unter anderem in der Erfolgsserie "Yellowstone".

Wie alt war sie bei "Avatar"? Zum Zeitpunkt der angeblichen Nutzung ihrer Gesichtszüge war sie erst 14 Jahre alt.

Was wirft sie James Cameron konkret vor? Laut Klage soll Cameron nach einem Foto von Kilcher in der "Los Angeles Times" sein Designteam angewiesen haben, ihre Gesichtszüge für die Entwicklung der Na’vi-Figur Neytiri zu verwenden.

Was folgte daraus? Die Klägerin spricht von einer systematischen Nutzung ihrer "biometrischen Identität" ohne Zustimmung, Bezahlung oder offizielle Anerkennung.

Welche Figur betrifft der Streit? Es geht um Neytiri – eine der Hauptfiguren der "Avatar"-Reihe, gespielt von Zoe Saldaña. Neytiri gilt als zentrales Gesicht des milliardenschweren Filmfranchise.

Welche Beweise führt Kilcher an? Besonders belastend erscheint für die Klägerin ein Video, das 2025 in sozialen Netzwerken kursierte. Darin zeigt Cameron eine Zeichnung von Neytiri und erklärt: "Die eigentliche Quelle war ein Foto … von Q’orianka Kilcher."

Gibt's noch mehr? Cameron soll ihr bereits 2010 eine signierte Neytiri-Zeichnung mit persönlicher Widmung überreicht haben. Darin schrieb er sinngemäß: "Deine Schönheit war meine frühe Inspiration für Neytiri."

Welche Forderungen stellt die Klage? Kilcher verlangt Schadenersatz sowie gerichtliche Maßnahmen gegen eine weitere Nutzung ihres angeblichen digitalen Abbilds. Zudem fordert sie eine öffentliche Anerkennung ihrer Rolle bei der Entstehung der Figur.

Wie hoch soll der Schadenersatz sein? Die genaue Höhe möglicher Forderungen wurde bislang nicht veröffentlicht.

Wie reagieren Cameron und Disney? Bislang gibt es keine offizielle Stellungnahme von von beiden.

Warum ist der Fall für Hollywood brisant? Der Streit berührt Grundsatzfragen der Filmindustrie: Wem gehören digitale Gesichter und biometrische Merkmale – gerade im Zeitalter von KI, Motion Capture und digitaler Avatare?

Toiletten als Börsen-Hits KI spült Klo-Hersteller nach oben

Worum geht es? Der weltweite KI-Boom sorgt an den Börsen für immer ungewöhnlichere Gewinner. Während bislang Chipkonzerne im Mittelpunkt standen, entdecken Anleger nun Unternehmen aus völlig anderen Branchen als "KI-Aktien".

Zum Beispiel? Den japanischen Toilettenhersteller Toto. Hintergrund ist, dass viele traditionelle Industriefirmen plötzlich wichtige Komponenten für die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz liefern, berichtet das Wall Street Journal.

Warum steht ein Toilettenhersteller im Fokus? Toto ist weltweit vor allem für luxuriöse Hightech-Toiletten mit Bidet- und Washlet-Funktionen bekannt.

Aber? Weniger bekannt ist jedoch, dass das Unternehmen seit Jahrzehnten auch Spezialkeramik für die Halbleiterindustrie produziert. Genau dieses Geschäft erlebt durch den KI-Boom nun einen massiven Nachfrageanstieg.

Was produziert Toto für die Chipindustrie? Sogenannte "Electrostatic Chucks"– hochspezialisierte Keramikplatten, die bei der Produktion von Halbleitern Siliziumscheiben (Wafer) fixieren.

Warum ist das wichtig? Diese Komponenten sind entscheidend für die Herstellung moderner Speicherchips und KI-Hardware. Besonders wichtig sind sie bei NAND-Flash-Speichern, die in Rechenzentren und KI-Systemen massiv benötigt werden.

Warum profitieren diese Bauteile vom KI-Boom? Der Ausbau von KI-Anwendungen führt weltweit zu einem enormen Bedarf an Rechenzentren und Speicherchips. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach Komponenten für die Chipproduktion.

Heißt für Anleger? Sie suchen deshalb zunehmend nach Firmen, die irgendwo in dieser Lieferkette eine Schlüsselrolle spielen – selbst wenn sie auf den ersten Blick nichts mit Technologie zu tun haben.

Wie stark profitiert Toto davon? Die Aktie des Unternehmens ist 2026 bereits um mehr als 50 Prozent gestiegen. Allein Anfang Mai sprang der Kurs zeitweise um 18 Prozent nach oben – der größte Tagesgewinn seit Jahren.

Wegen der Toiletten? Inzwischen stammt mehr als die Hälfte des operativen Gewinns aus dem Keramik- und Halbleitergeschäft, nicht mehr aus Toiletten.

AfD liegt bei 41 % Umfrage vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Worum geht es? Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die rechte AfD dürfte überlegen auf dem ersten Platz landen. Ulrich Siegmund könnte erster Ministerpräsident der AfD in Deutschland werden.

Was sagen die Zahlen? Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap sieht die AfD nahe an der absoluten Mehrheit und die Partei auf einem neuen Höchstwert in dem Bundesland.

Wie genau lauten die Umfragewerte? Laut dem aktuellen "Sachsen-AnhaltTREND" erreicht die AfD 41 Prozent. Dahinter folgen CDU mit 26 Prozent, Linke mit 12 Prozent und SPD mit 7 Prozent.

Schaffen es auch andere Parteien? Grüne und BSW liegen jeweils bei 4 Prozent und würden damit den Einzug in den Landtag verpassen. Auch die FDP wäre derzeit nicht im Parlament vertreten.

Wie wahrscheinlich ist eine Absolute? Das hat sich die "Zeit" angesehen. Fazit: Wenn die Wahl so ausgeht, wie die aktuelle Umfrage prophezeit, läge die AfD mit 39 Sitzen knapp unter einer absoluten Mehrheit. Wenn sich alle anderen Parteien zusammentun, könnten sie eine blaue Regierungsbeteiligung verhindern.

Wer hat die Umfrage durchgeführt? Sie stammt von Infratest dimap im Auftrag von MDR, "Mitteldeutscher Zeitung" und "Volksstimme". Die Ergebnisse gelten wenige Monate vor der Landtagswahl als wichtiger Stimmungstest.

Welche Folgen hätte das für die Landtagswahl? Die AfD wäre klar stärkste Kraft und könnte den Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten erheben. Gleichzeitig würde die Regierungsbildung extrem schwierig.

Warum? Da CDU, SPD, Grüne und Linke bislang eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, wären komplizierte Mehrparteienbündnisse nötig – sofern diese überhaupt rechnerisch möglich sind.

Warum ist die AfD derzeit so stark? Laut Umfrage dominieren Themen wie Migration, Asyl, wirtschaftliche Unsicherheit und Vertrauensverlust in die Politik die Stimmung. Besonders auffällig: 31 Prozent der Befragten trauen der AfD am ehesten zu, die wichtigsten Probleme des Landes zu lösen.

Welche Bedeutung hat das für die Bundespolitik? Die Zahlen erhöhen den Druck auf die Bundesregierung massiv. Der Höhenflug der AfD wird inzwischen nicht mehr nur als ostdeutsches Regionalphänomen gesehen.

Gespräch "über alles" Papst empfängt US-Außenminister Rubio

Worum geht es? Brisanter Besuch in brisanten Zeiten. US-Außenminister Marco Rubio wurde von Papst Leo XIV. im Vatikan empfangen. Im Vorfeld hatte es zwischen Donald Trump und dem Vatikan heftige Verwerfungen gegeben.

Wann war das Treffen? Laut offizieller Mitteilung des Vatikan begann die Audienz am Donnerstag um 11.30 Uhr. Rubio traf bereits gegen 11.15 Uhr im Vatikan ein.

Wo fand der Termin statt? Das Gespräch wurde im Apostolischen Palast des Vatikans geführt – dem traditionellen Regierungssitz des Papstes innerhalb der Vatikanstadt. Dort empfängt der Pontifex üblicherweise Staatsgäste und internationale Delegationen.

Wie lange dauerte es? Die eigentliche Audienz zwischen Rubio und Papst Leo XIV. blieb mit etwa 45 Minuten recht kurz. Insgesamt hielt sich Rubio jedoch rund zweieinhalb Stunden im Vatikan auf.

Warum? Weil anschließend weitere Gespräche mit hochrangigen Kirchenvertretern stattfanden – darunter mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem Außenbeauftragten, Erzbischof Paul Gallagher.

Was wurde besprochen? Laut US-Außenministerium standen vor allem die Lage im Nahen Osten, sowie "Themen von gegenseitigem Interesse in der westlichen Hemisphäre" auf der Agenda. Auch die Beziehungen zwischen den USA und dem Vatikan waren Thema.

Wie sieht das der Vatikan? Laut Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin war es ein Gespräch "über alles, was in diesen Tagen geschehen ist".

Warum ist das Treffen politisch brisant? Es erfolgte nach mehreren öffentlichen Angriffen Donald Trumps auf den Papst. Trump hatte Leo XIV. vorgeworfen, mit seiner Haltung gegen den Iran-Krieg "Katholiken zu gefährden".

Und der amerikanische Papst? Er wiederum kritisierte wiederholt den Krieg gegen den Iran sowie die harte Migrationspolitik der US-Regierung.

Welche Rolle spielte Marco Rubio dabei? Der streng katholische Außenminister versuchte öffentlich, den Konflikt herunterzuspielen. Beobachter sehen seine Reise jedoch klar als diplomatischen Versuch, die angespannten Beziehungen zu stabilisieren.

Was sagte der Vatikan? Der Vatikan bezeichnete das Gespräch als "herzlich" und betonte den gemeinsamen Wunsch nach Frieden und guten bilateralen Beziehungen.

War es das erste Treffen? Nein. Rubio hatte Papst Leo XIV. bereits im Mai 2025 nach dessen Amtseinführung getroffen. Damals war auch US-Vizepräsident JD Vance im Vatikan.

6. Mai 2026

Neuer US-Friedensplan Nur eine Seite lang, mit 14 Punkten

Worum geht es? Die USA und der Iran könnten kurz vor einer vorläufigen Einigung stehen, um den aktuellen Konflikt zu beenden und neue Atomverhandlungen zu starten. Das berichtet das Newsportal Axios.

Was ist der Plan? Kernstück wäre ein "Memorandum of Understanding" (MOU). Der Vorschlag, den die USA übermittelt haben, ist nur eine Seite lang und umfasst 14 Punkte.

Was steht drin? Das Papier umfasst eine Einigung über die iranische Urananreicherung, eine Lockerung von US-Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, Schritte zur Wiederöffnung bzw. Entspannung rund um die Straße von Hormus.

Warum ist das so kurz? Teil der Vereinbarung wäre auch, dass man sich in einem Zeitfenster von etwa 30 Tagen über Details einigt.

Warum ist das wichtig? Es wäre der bislang größte diplomatische Fortschritt seit Beginn der aktuellen militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran.

Was ist bemerkenswert? Der Iran hat offenbar erstmals Bereitschaft signalisiert, hochangereichertes Uran außer Landes zu bringen – ein zentraler Punkt für Washington.

Gibt es schon eine endgültige Einigung? Nein, es ist noch nichts unterschrieben. Die USA erwarten innerhalb von 48 Stunden Antworten Teherans auf mehrere offene Punkte. Innerhalb der iranischen Führung gebe es weiterhin starke Meinungsunterschiede.

Was bleibt offen? Vor allem die Dauer des Anreicherungsstopps ist umstritten: Der Iran wollte ursprünglich nur fünf Jahre, die USA forderten 20 Jahre, diskutiert wird derzeit ein Kompromiss von etwa 12 bis 15 Jahren.

Wer verhandelt? Auf US-Seite führen unter anderem Steve Witkoff und Jared Kushner Gespräche – teils direkt, teils über Vermittlerstaaten wie Pakistan oder Oman.

Ölpreis stürzt ab Möglicher US-Deal beflügelt Hoffnung

Worum geht es? Die Aussicht auf einen Deal zwischen den USA und Iran löste an den Weltmärkten einen massiven Stimmungsumschwung aus. Der Ölpreis sank deutlich, die Aktien legten zu.

Warum? Anleger wetteten plötzlich darauf, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, die Ölversorgung gesichert bleibt, und ein größerer Krieg im Nahen Osten vermieden werden kann.

Wie stark fiel der Ölpreis tatsächlich? US-Öl (WTI) verlor zeitweise fast 10 Prozent und fiel auf rund 94 Dollar pro Barrel. Brent-Öl sank um etwa 8 Prozent auf rund 102 Dollar.

Was heißt das im Vergleich? Noch vor wenigen Tagen war Brent wegen der Angst vor einer dauerhaften Hormus-Blockade auf bis zu 126 Dollar gestiegen. Das war eine der heftigsten Gegenbewegungen seit Beginn des Konflikts.

Warum reagierte der Ölmarkt so extrem? Weil die Straße von Hormus der wichtigste Öl-Flaschenhals der Welt ist. Durch die Meerenge laufen normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels und große Teile des LNG-Geschäfts aus Katar.

Wie reagierten die US-Börsen? Sehr euphorisch. Die meisten Aktienindices auf der ganzen Welt legten deutlich zu. Besonders stark stiegen Airlines, Transportwerte, Industrieaktien, Konsumtitel.

Australien bunkert Sprit Eine Milliarde Liter als neue Reserve

Worum geht es? Australien reagiert auf die weltweite Öl- und Versorgungskrise mit einem gigantischen Sicherheitsprogramm: Insgesamt steckt Canberra dafür mehr als 6,2 Milliarden Euro in neue Lager, Importabsicherung und Treibstoffreserven.

Wie viel wird gebunkert? Die Regierung will eine strategische Reserve von rund einer Milliarde Liter Diesel und Kerosin (Jet Fuel) aufbauen.

Warum? Australien ist extrem abhängig von Importen: Rund 80 Prozent der flüssigen Treibstoffe kommen aus dem Ausland. Viele Lieferungen laufen über Routen, die vom Nahost-Konflikt betroffen sind. Gleichzeitig hat Australien nur noch zwei größere Raffinerien.

Wie schlecht ist Australiens Versorgungslage derzeit? Die Zahlen zeigen, warum die Regierung nervös wurde: Australien verfügt derzeit nur über Benzin für 43 Tage, Diesel für 33 Tage und Kerosin für 28 Tage. Und das ist noch die optimistischste Berechnung.

Warum konzentriert sich Australien besonders auf Kerosin? Weil ohne Jet Fuel der Flugverkehr kollabieren würde. Australien ist geografisch extrem isoliert, viele Regionen sind auf Flugverkehr angewiesen.

Was bedeutet das für Fluglinien und Verbraucher? Kurzfristig steigen wahrscheinlich die Kosten. Denn mehr Lagerhaltung kostet Geld, Unternehmen müssen größere Mindestreserven anlegen, und neue Speicheranlagen müssen gebaut werden.

Was passierte bereits während der Krise? Australien musste wie viele Länder im März erstmals seit Jahren Teile seiner Notreserven freigeben: Eine Menge, die für etwa sechs Tage Benzin und fünf Tage Diesel reicht, wurde aus strategischen Vorräten auf den Markt gebracht.

Wie reagierten Politik und Wirtschaft in Australien? Die Regierung spricht von der größten Energie-Sicherheitsinitiative seit Jahrzehnten. Premier Anthony Albanese sagte, Australien müsse "Energiesouveränität" sichern.

Gibt es Kritik an dem Programm? Ja — und zwar massiv. Kritiker sagen, Australien investiere Milliarden in fossile Treibstoffe statt in Elektromobilität, das Land mache sich weiter abhängig von Öl, und neue Raffinerien würden das Grundproblem nicht lösen.

5 Verlage klagen Meta KI wird mit ihren Büchern trainiert

Worum geht es? Fünf große Buchverlage haben gemeinsam mit Bestsellerautor Scott Turow eine Sammelklage gegen Meta und dessen CEO Mark Zuckerberg eingereicht.

Was ist der Vorwurf? Meta habe Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher und Fachartikel illegal verwendet, um sein KI-Modell Llama zu trainieren.

Welche Verlage klagen konkret? An der Klage beteiligt sind Hachette, Macmillan, McGraw Hill, Elsevier und Cengage. Zusätzlich tritt der bekannte Autor Scott Turow als Kläger auf.

Wer ist Scott Turow? Der Harvard-Absolvent und Rechtsanwalt hat mehrere Bestseller geschrieben und weltweit 25 Millionen Bücher verkauft. Sein Roman "Aus Mangel an Beweisen" wurde mit Harrison Ford in der Hauptrolle verfilmt und von David E. Kelley fürs Fernsehen adaptiert. Die Hauptrolle dort spielte Jake Gyllenhaal.

Was werfen die Kläger Meta genau vor? Meta habe Millionen Bücher und wissenschaftliche Texte von Piraterie-Seiten heruntergeladen, darunter Inhalte von LibGen, Sci-Hub und Anna's Archive, und diese massenhaft kopiert, um die KI Llama zu trainieren.

Warum ist der Fall für die KI-Branche so wichtig? In der Klage ist von "einer der größten Urheberrechtsverletzungen der Geschichte" die Rede. Sie betrifft eine Kernfrage: Dürfen KI-Konzerne urheberrechtlich geschützte Inhalte zum Training verwenden?

Was behaupten die Verlage? Llama könne ganze Passagen, nahezu wortgleiche Zusammenfassungen, und direkte Textkopien aus Büchern erzeugen. Damit konkurriere die KI direkt mit den Originalwerken der Autoren und Verlage.

Welche Rolle spielt Mark Zuckerberg persönlich? Die Klage richtet sich ausdrücklich auch gegen Zuckerberg selbst. Die Verlage behaupten, Zuckerberg habe die Nutzung von Piraterie-Inhalten persönlich genehmigt.

Wie reagierte Meta? Der Konzern kündigte einen harten Abwehrkampf an. Ein Sprecher erklärte, KI-Training mit urheberrechtlich geschützten Inhalten könne unter "Fair Use" fallen — also unter zulässige Nutzung nach US-Recht.

Warum ist "Fair Use" hier so entscheidend? Weil davon die gesamte KI-Industrie abhängen könnte. US-Gerichte prüfen dabei vor allem, ob KI-Inhalte "transformativ" sind, ob sie neue Werke schaffen, und ob sie dem Originalmarkt wirtschaftlich schaden. Genau darüber tobt derzeit ein gigantischer Rechtsstreit in den USA.

Hat Meta in ähnlichen Fällen schon gewonnen? Teilweise ja. 2025 gewann Meta einen wichtigen Prozess gegen Autoren wie Sarah Silverman und Ta-Nehisi Coates. Ein Richter entschied damals: Die Kläger hätten nicht ausreichend nachgewiesen, dass Metas KI ihren Markt zerstöre.

Welche Summen stehen auf dem Spiel? Die Kläger fordern Schadenersatz, Strafzahlungen und möglicherweise Lizenzgebühren für Millionen Werke. Zum Vergleich: Anthropic zahlte 2025 bereits rund 1,5 Milliarden Dollar zur Beilegung ähnlicher Copyright-Streitigkeiten.

New York Times verklagt Wurde weißer Reporter diskriminiert?

Worum geht es? Die US-Gleichbehandlungsbehörde EEOC verklagt die New York Times wegen angeblicher Diskriminierung eines weißen männlichen Mitarbeiters.

Was ist der Vorwurf? Ein erfahrener Redakteur sei bei einer Beförderung bewusst zugunsten einer multikulturellen Frau übergangen worden — auch wegen der Diversity-Strategie des Medienhauses.

Was genau wirft die Behörde der New York Times vor? Laut Klage geht es um die Besetzung eines Postens als "stellvertretender Immobilienredakteur" Anfang 2025.

Was behauptet die EEOC? Der weiße männliche Bewerber habe jahrelange Erfahrung im Immobilienjournalismus gehabt, die schließlich ausgewählte Kandidatin dagegen keine direkte Erfahrung. Der Mann sei nicht einmal in die finale Auswahl gekommen.

Was ist das Argument? Die Behörde wendet ein, dass bei dem Vorgang Hautfarbe, Geschlecht und Diversity-Ziele
eine unzulässige Rolle gespielt hätten.

Welche Gesetze sollen verletzt worden sein? Die EEOC beruft sich auf Title VII des Civil Rights Act von 1964 sowie den Civil Rights Act von 1991. Diese Gesetze verbieten Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft oder Ethnie.

Gilt das auch für Weiße? Ja. Die Behörde betont deshalb ausdrücklich, es gebe "keine Reverse Discrimination-Ausnahme".

Warum ist der Fall politisch so explosiv? Weil er mitten in den amerikanischen Kulturkampf um Diversity-Programme fällt. Die Klage gilt als Teil der breiteren Offensive der Trump-Regierung gegen DEI-Programme ("Diversity, Equity & Inclusion"), Quotenmodelle und identitätspolitische Personalstrategien.

Was sagt EEOC-Chefin Andrea Lucas? Sie ist eine Trump-Vertraute und betont: "Alle Formen von Diskriminierung sind illegal."

Welche Rolle spielen die Diversity-Ziele der New York Times? Die EEOC verweist auf interne Diversity-Initiativen. Besonders im Fokus steht ein Programm aus 2021, das laut Klage mehr Frauen, mehr People of Color und mehr Diversität in Führungspositionen fördern sollte.

Warum ist das zentral? Die Behörde argumentiert, dass genau diese Zielsetzungen zur Benachteiligung des weißen Mannes geführt hätten.

Wie reagierte die New York Times? Sehr scharf. Die Zeitung bezeichnete die Klage als "politisch motiviert", als "substanzlos" und als Versuch der Trump-Regierung, eine unabhängige Behörde zu instrumentalisieren. Weder Hautfarbe noch Geschlecht hätten eine Rolle gespielt, man habe schlicht die beste Kandidatin ausgewählt.

Gibt es innerhalb der EEOC Streit über die Klage? Ja — massiv. Die demokratische EEOC-Kommissarin Kalpana Kotagal stimmte gegen die Klage. Sie warnte, dass die Behörde politisch benutzt werde, und die Regierung wolle gezielt Diversity-Programme zerstören.

Ist das ein Einzelfall? Nein. Die EEOC geht derzeit verstärkt gegen Unternehmen mit Diversity-Programmen vor. Zuletzt gab es Ermittlungen gegen Nike, eine Einigung mit Planned Parenthood Illinois und mehrere Verfahren wegen angeblicher Benachteiligung weißer Mitarbeiter.

Warum ist die Klage für US-Medienhäuser wichtig? Weil sie enorme Auswirkungen auf Personalpolitik und Diversity-Programme haben könnte. Viele große Medienhäuser haben seit 2020 aggressive Diversitätsziele eingeführt, spezielle Förderprogramme aufgebaut und Managementpositionen gezielt diverser besetzt.

Welche Folgen drohen der New York Times konkret? Die EEOC fordert unter anderem: Schadenersatz, Strafzahlungen, und Änderungen bei den Einstellungs- und Beförderungsprozessen. Sollte die Zeitung verlieren, könnte das Milliardenunternehmen, Universitäten, Medienhäuser und Konzerne mit ähnlichen Diversity-Programmen massiv verunsichern.

"Führe, folge oder geh weg!" CNN-Gründer Ted Turner starb mit 87

Worum geht es? Er galt als einer der prägendsten Medienpioniere des 20. Jahrhunderts. Nun ist US-Medienunternehmer Ted Turner im Alter von 87 Jahren gestorben.

Was war sein Lebenswerk? Turner gründete 1980 den Nachrichtensender CNN und revolutionierte mit dem ersten 24-Stunden-Newsprogramm weltweit den Fernsehnachrichtenmarkt.

Wer war Ted Turner? Unternehmer, Medienmogul und Philanthrop. Neben CNN gründete er auch Sender wie TNT, TBS und Cartoon Network. Er machte aus regionalen Fernsehsendern ein globales Medienimperium und prägte das Kabelfernsehen entscheidend mit.

Warum war CNN so bedeutend? Estmals gab es ein Nachrichtenprogramm rund um die Uhr. Besonders während des Golfkriegs 1991 zeigte sich die neue Macht des Live-Fernsehens: Millionen Menschen verfolgten die Ereignisse in Echtzeit.

Wie verlief Turners Karriere? Turner übernahm das Werbeunternehmen seines Vaters, stieg dann ins Fernsehgeschäft ein und baute Turner Broadcasting auf. 1996 verkaufte er alles an Time Warner – eine Entscheidung, die er später als großen Fehler bezeichnete.

Wofür war Turner neben den Medien bekannt? Er engagierte sich stark für den Umweltschutz. 1998 gründete er die United Nations Foundation und spendete den Vereinten Nationen eine Milliarde Dollar – damals eine Rekordsumme.

Wie war sein Gesundheitszustand zuletzt? Bereits 2018 machte Turner öffentlich, an Lewy-Body-Demenz zu leiden, einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung. Anfang 2025 war er wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden.

Wie reagieren Politik und Medien auf seinen Tod? CNN würdigte Turner als "visionären Gründer". Viele Politiker und Medienvertreter betonten seinen Einfluss auf die globale Nachrichtenwelt. Donald Trump bezeichnete ihn als "einen der Größten aller Zeiten".

Wie sah Ted Turners Privatleben aus? Er galt als exzentrischer, impulsiver und lebenslustiger Unternehmer. Wegen seiner provokanten Aussagen trug er Spitznamen wie "Captain Outrageous" oder "The Mouth of the South".

Was war die andere Seite? Freunde und Wegbegleiter beschrieben ihn als ebenso visionär wie schwierig. Er sprach offen über psychische Probleme und seinen jahrzehntelangen Kampf mit Depressionen.

Wie oft war Ted Turner verheiratet? Dreimal. Seine erste Ehe führte er von 1960 bis 1964 mit Judy (Julia) Nye. Danach war er von 1965 bis 1988 mit Jane Shirley Smith verheiratet. Internationale Aufmerksamkeit erhielt vor allem seine dritte Ehe mit Hollywood-Star Jane Fonda, die von 1991 bis 2001 dauerte.

Warum? Beide galten in den 1990er-Jahren als Glamour-Paar der USA, Fonda legte sogar ihre Filmkarriere auf Eis. Die Ehe war allerdings konfliktreich: Fonda sprach später über Turners Stimmungsschwankungen und seine schwierige Persönlichkeit.

Hatte Ted Turner Kinder? Ja. Turner hinterlässt fünf Kinder sowie 14 Enkel und zwei Urenkel. Zu seinen bekanntesten Kindern zählen Laura Turner Seydel und Robert Edward "Teddy" Turner IV.

Wie hoch war sein Vermögen? Es wurde zuletzt auf rund zwei bis drei Milliarden Dollar geschätzt.  Turner besaß zudem riesige Ranches und galt zeitweise als größter privater Landbesitzer der USA. Einen großen Teil seines Reichtums hatte er allerdings bereits verschenkt.

Woraus bestand sein Besitz? Zum Turner-Imperium gehörten gewaltige Ländereien in mehreren US-Bundesstaaten und Argentinien, Medienbeteiligungen sowie die Restaurantkette "Ted’s Montana Grill". Besonders bekannt war seine riesige Bison-Herde – die größte private der Welt.

Welche Zitate bleiben in Erinnerung? Viele, etwa: "Gewinner geben nie auf – und Aufgeber gewinnen nie." – "Führe, folge – oder geh aus dem Weg." – "Wenn ich nur ein bisschen Demut hätte, wäre ich perfekt." – "Sport ist wie Krieg – nur ohne Töten." – "Ich weiß schon, was auf meinem Grabstein stehen soll: 'Ich habe nichts mehr zu sagen.'"

Russen-Pavillon gestürmt Störaktion auf Kunstbiennale Venedig

Worum geht es? Die feministische Protestgruppe Pussy Riot hat mit einer spektakulären Aktion auf der Kunstbiennale in Venedig den russischen Pavillon zeitweise lahmgelegt.

Hat die Biennale schon offen? Die 61. Kunstbiennale von Venedig läuft offiziell vom 9. Mai bis 22. November 2026. Die ersten Tage davor sind traditionell Presse- und Previewtage für geladene Gäste, Sammler und Journalisten.

Was passierte? Rund 40 Aktivisten, darunter auch Mitglieder der Gruppe Femen, protestierten gegen die Rückkehr Russlands zur Biennale – erstmals seit dem Angriff auf die Ukraine 2022. Der Pavillon musste kurzfristig geschlossen werden.

Wie lief der Protest ab? Die Demonstranten stürmten mit pinken Sturmhauben zum russischen Pavillon, zündeten Rauchfackeln in den Farben der Ukraine und skandierten Parolen wie "Blood is Russia's Art" ("Blut ist Russlands Kunst").

Kam es zu Zwischenfällen? Einige Aktivisten versuchten, in den Pavillon einzudringen, wurden aber von der Polizei gestoppt. Auf nackten Oberkörpern standen Slogans wie "Russia kills, biennale exhibits".

Warum protestiert Pussy Riot? Die Gruppe sieht die Teilnahme Russlands als "Propaganda-Plattform" des Kreml. Die Aktivisten argumentieren, Europa dürfe einem Land, das weiterhin Krieg gegen die Ukraine führe, keine Bühne bei einer der wichtigsten Kulturveranstaltungen der Welt bieten.

Warum ist Russlands Teilnahme so umstritten? Russland war nach dem Überfall auf die Ukraine von der Biennale ausgeschlossen worden. 2026 kehrte das Land nun überraschend zurück.

Gab es nur von Pussy Riot Proteste? Nein, sondern auch von ukrainischen Politikern, Künstlern und Teilen der EU. Sogar die Jury der Biennale trat geschlossen zurück, weil sie keine Länder bewerten wollte, deren Staatschefs international unter Druck stehen.

Wie reagierte die Biennale-Leitung? Präsident Pietrangelo Buttafuoco verteidigte die Teilnahme Russlands und warnte vor "Zensur" und einer "Werkstatt der Intoleranz". Kunst müsse Raum für Dialog bleiben und dürfe nicht zu einem politischen Tribunal werden. Italiens Kulturministerium distanzierte sich allerdings teilweise von der Entscheidung.

Wer ist Pussy Riot? Ein russisches feministisches Protestkollektiv, das 2011 in Moskau gegründet wurde. Bekannt wurde die Gruppe durch Aktionen gegen Präsident Wladimir Putin und die russisch-orthodoxe Kirche. Mehrere Mitglieder wurden in Russland verhaftet oder zu Haftstrafen verurteilt. Die bekannteste Aktivistin ist Nadja Tolokonnikowa.

Warum gilt die Biennale als so wichtig? Sie zählt neben der Documenta in Kassel zu den bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit. Länder aus aller Welt präsentieren dort in eigenen Pavillons ihre wichtigsten Künstler und Positionen. Für viele Künstler ist eine Teilnahme ein Karriere-Meilenstein.

Welche Highlights gibt es 2026? Zu den am meisten diskutierten Beiträgen zählt der britische Pavillon der Künstlerin Lubaina Himid mit einer atmosphärischen Installation über britische Identität und Erinnerungskultur. Große Aufmerksamkeit erhielt auch der österreichische Beitrag von Florentina Holzinger mit radikalen Performance-Elementen und viel Nacktheit.

Welche weiteren Kontroversen gibt es? Neben Russland steht auch Israel wegen des Gaza-Kriegs massiv in der Kritik. Die Gruppe "Art Not Genocide Alliance" organisierte bereits Demonstrationen vor dem israelischen Pavillon. Mehr als 200 Teilnehmer der Biennale unterschrieben einen offenen Brief gegen Israels Teilnahme.

Hymnen-Pflicht in Bayern Aber mitsingen müssen Schüler nicht

Worum geht es? Die bayerische Staatsregierung führt an weiterführenden Schulen eine Hymnenpflicht bei Abschlussfeiern ein. Künftig müssen dort mindestens zwei Hymnen gespielt werden.

Welche? Verpflichtend die Bayernhymne sowie zusätzlich die deutsche Nationalhymne oder die Europahymne. Die Regelung gilt ab dem Schuljahr 2026/27.

Was genau wird vorgeschrieben? Bei Zeugnisverleihungen und ähnlichen Abschlussveranstaltungen sollen die Hymnen "würdig-feierlich" in das Programm eingebunden werden. Ob sie live gespielt oder vom Band abgespielt werden, entscheiden die Schulen selbst.

Müssen die Kinder mittun? Eine Pflicht zum Mitsingen gibt es nicht, allerdings sollen Textblätter verteilt werden.

Wer steckt hinter der Initiative? Der Vorstoß stammt von der CSU bzw. ihrer Jugendorganisation Junge Union. Auf dem CSU-Parteitag Ende 2025 wurde die Forderung beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder drängte anschließend auf eine rasche Umsetzung.

Warum will die CSU die Hymnenpflicht? Sie argumentiert mit der Stärkung von Gemeinschaftsgefühl, demokratischen Werten und Identifikation mit Bayern, Deutschland und Europa.

Warum ist das Thema umstritten? Kritiker sprechen von patriotischer Symbolpolitik und einem "Bekenntniszwang". Lehrerverbände und Oppositionspolitiker bezweifeln, dass gemeinsames Hymnensingen tatsächlich demokratische Werte vermittelt.

Gibt es Strafen? Besonders Kritik löste ein Hinweis des Kultusministeriums auf §90a StGB aus. Dieser stellt die Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole unter Strafe. Die Gewerkschaft GEW wertete das als überzogenes Signal und sprach von einer "Keule des Strafgesetzbuches".

Gab es bereits Reaktionen aus Schulen und Verbänden? Ja. Lehrerverbände äußerten sich überwiegend skeptisch. Zwar unterstützten manche das Ziel eines stärkeren Gemeinschaftsgefühls, hielten eine Pflicht aber für wenig zielführend.

Wie fällt die öffentliche Debatte aus? Die Diskussion wird emotional geführt. Neben Zustimmung gab es viel Spott und Kritik. Kommentatoren bezeichneten die Maßnahme als "plakativen Schmarrn" oder "Symbolpolitik".

5. Mai 2026

Fahrgast steuert Bus Öffi-Lenker überließ ihm die Lenkung

Worum geht es? Der Fahrer eines öffentlichen Busses ließ in der bayerischen Stadt Bamberg für 50 Meter einen Passagier ans Steuer seines Fahrzeuges. Resultat: zwei Leichtverletzte, einige Notrufe bei der Polizei und eine Stadtverwaltung in Erklärungsnot.

Weshalb der Fahrerwechsel? Der Buschauffeur konnte diese Frage bislang ebenso wenig erschöpfend beantworten, wie der Passagier, der kurzzeitig das Steuer übernahm. Der Fahrer wurde vom Dienst freigestellt, gegen beide Männer wird strafrechtlich ermittelt.

Wie kam es zu den Verletzten? Der Passagier, der kurzzeitig das Steuer übernommen hatte, bremste so abrupt, dass mehrere der insgesamt etwa 15 Personen im Bus zu Sturz kamen.

Wie reagierten die anderen Passagiere? Jene, die den ungeplanten Fahrerwechsel bemerkten, stellten den Chauffeur zur Rede. Als dieser nicht darauf reagierte, wählten sie schließlich den Polizeinotruf. Die Beamten konnten den Bus kurz darauf anhalten.

Wie reagierte die Stadtverwaltung? Man sei "schockiert" über das Verhalten des Busfahrers, teilten die Stadtwerke Bamberg mit. Der Fahrer habe mit personalrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, hieß es.

Hilfe für "Virusschiff" Es darf Hafen in Spanien ansteuern

Worum geht es? Auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff "Hondius" im Atlantik ist es zu einem tödlichen Ausbruch des Hantavirus gekommen. Mindestens drei Menschen sind gestorben, mehrere weitere sind erkrankt.

Was passierte nun? Das Schiff lag bis Dienstag vor den Kapverdischen Inseln, Passagiere durften nicht von Bord. Rund 150 Menschen befinden sich faktisch in Quarantäne. Nun aber scheint Rettung in Sicht.

Was ist geplant? Das Kreuzfahrtschiff darf auf den Kanarischen Inseln anlegen, das bestätigte am Abend das spanische Gesundheitsministerium. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder würden untersucht und behandelt werden, dann sollen sie in ihre Heimatländer gebracht werden.

Warum die Kanarischen Inseln? Es handelt sich um den nächstgelegenen Ort mit den notwendigen Kapazitäten, damit hat Spanien eine Verpflichtung zur Aufnahme.

Was sorgt weiter für Besorgnis? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht inzwischen davon aus, dass das Virus an Bord von Mensch zu Mensch übertragen wurde – eine Entwicklung, die den Fall weltweit besonders brisant macht.

Warum ist das so ungewöhnlich? Hantaviren gelten klassisch als Zoonose: Menschen infizieren sich in der Regel über Ausscheidungen von Nagetieren, etwa durch eingeatmeten Staub.

Das heißt, es gibt keine Übertragung von Mensch zu Mensch? Doch, aber sie ist laut Lehrmeinung extrem selten und bisher nur bei bestimmten Virusvarianten (v. a. Andes-Virus in Südamerika) dokumentiert.

Was ist am aktuellen Fall besonders? Der Ausbruch ereignet sich in einem abgeschlossenen System (Schiff). Mehrere Fälle traten zeitlich eng auf. Die WHO sieht inzwischen Hinweise, dass enge Kontakte zwischen Passagieren zur Weitergabe geführt haben könnten.

Worauf deutet das hin? Auf eine ungewöhnliche Dynamik des Erregers – oder auf das Auftreten einer spezifischen Virusvariante mit höherer Übertragbarkeit.

Was ist bisher passiert? Die "Hondius" war von Ushuaia (Argentinien) Richtung Kap Verde unterwegs – also aus einer Region, in der jene Hantavirus-Variante vorkommt, bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich ist.

Was ist der aktuelle Erkenntnisstand? Die Betroffenen dürfte sich bereits vor Einschiffung infiziert haben. Danach kam es mutmaßlich zur Weitergabe unter Passagieren in engem Kontakt.

Nur 10 Monate im Amt Linke und Rechte stürzen Rumänen-Premier

Worum geht es? Ilie Bolojan, der proeuropäische Premierminister von Rumänien, wurde am Dienstag durch ein Misstrauensvotum im Parlament gestürzt.

Mit welchem Votum wurde er abgesetzt? Für den Misstrauensantrag stimmten 281 der 464 Abgeordneten und Senatoren – deutlich mehr als die erforderlichen 233 Stimmen.

Wie lange regierte Bolojan? Seit 23. Juni 2025, er war damit nur rund zehn Monate im Amt.

Welche Parteien haben ihn gestürzt? Der Antrag wurde von den Sozialdemokraten (PSD), dem ehemaligen Koalitionspartner, und der rechtsradikalen AUR eingebracht. Er wurde von weiteren kleineren rechtsnationalen Gruppierungen unterstützt.

Was war entscheidend? Dass die PSD im April die Regierung verlassen hatte und sich anschließend mit der Opposition zusammenschloss. Der Schulterschluss mit der radikalen Rechten ist politisch bemerkenswert und verschärft die Instabilität.

Was wird Bolojan konkret vorgeworfen? Ein harter Sparkurs, geplante Privatisierungen staatlicher Unternehmen, Steuererhöhungen und Kürzungen in einem ohnehin angespannten wirtschaftlichen Umfeld.

Welche unmittelbaren Folgen hat das? Die Regierung ist nur noch geschäftsführend im Amt. Präsident Nicușor Dan muss Konsultationen zur Bildung einer neuen Regierung einleiten. Scheitern mehrere Anläufe, sind Neuwahlen nötig.

Wer ist nun der Wortführer? George Simion, Vorsitzenden der nationalistischen Partei AUR. Der Fan von Donald Trump und seiner MAGA-Bewegung war im Vorjahr bei den Präsidentschaftswahlen gescheitert.

Warum ist das über Rumänien hinaus relevant? Die Krise betrifft ein strategisch wichtiges EU- und NATO-Land. Politische Instabilität gefährdet Reformen. Es ist nicht klar, wie sich Rumänien gegenüber Europa nach Wahlen positioniert.

Russen-Bomber abgefangen Brisanter Zwischenfall über der Ostsee

Worum geht es? Über der Ostsee ist es zu einem sicherheitspolitisch heiklen Zwischenfall im NATO-Luftraum gekommen: Französische Kampfjets haben zwei russische Bomber abgefangen und aus dem überwachten Luftraum abgedrängt.

Wo genau ereignete sich der Vorfall? Über der Ostsee – einem sensiblen Gebiet, in dem sich die Lufträume mehrerer NATO-Staaten mit internationalen Flugkorridoren überschneiden.

Warum weiß man davon? Der Vorfall ereignete sich bereits am 1. Mai im Rahmen der NATO-Mission Baltic Policing und wurde an Bord der Jets gefilmt. Die französischen Streitkräfte veröffentlichten die Aufnahmen auf Facebook.

Welche Kräfte waren beteiligt? Auf NATO-Seite kamen französische Luftstreitkräfte zum Einsatz, konkret Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Dassault Rafale. Bei den beiden russischen Maschinen handelt es sich um Su-24-Kampfflugzeuge.

Wie war der Ablauf? Jagdflugzeuge der französischen Luftwaffe starteten von Litauen aus und eskortierten die russischen Maschinen wieder aus dem betroffenen Gebiet, berichtet die französische Zeitung Le Parisien.

Was bedeutet "abfangen" in diesem Zusammenhang? Beim "Air Policing" steigen NATO-Jets auf, identifizieren fremde Militärflugzeuge visuell und begleiten sie, wenn diese sich dem Bündnisluftraum nähern oder ihn ohne Transpondersignal durchqueren.

Warum gilt der Vorfall als gefährlich? Es besteht ein erhebliches Eskalationsrisiko. Die Abstände zwischen Militärflugzeugen sind gering, es fehlt Kommunikation oder die Transponder sind ausgeschaltet, militärische Manöver können fehlinterpretiert werden.

Welche Rolle spielt Frankreich dabei? Frankreich beteiligt sich rotierend an der NATO-Luftraumüberwachung, insbesondere im Rahmen der Baltic Air Policing Mission. Französische Jets sind dabei zeitweise in osteuropäischen NATO-Staaten stationiert.

Wie reagiert Russland auf solche Vorfälle? Moskau betrachtet Flüge im internationalen Luftraum als legitim und wirft der NATO regelmäßig "Provokationen" vor. Umgekehrt kritisiert die NATO mangelnde Transparenz und riskantes Verhalten russischer Piloten.

Ein Krieg, zwei Waffenruhen Ukraine und Russland sind sich uneins

Worum geht es? Die Ukraine hat überraschend eine eigene, zeitlich begrenzte Waffenruhe angekündigt. Damit reagiert sie auf eine zuvor von Russland ausgerufene Feuerpause. Aber die Länder können sich nicht auf einen Termin einigen.

Wie lange sollte die Waffenruhe von Russland dauern? Nur zwei Tage, nämlich am 8. und 9. Mai rund um die Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" in Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, der in Russland große symbolische Bedeutung hat.

Was will die Ukraine? Sie wollte die Waffenruhe bereits früher beginnen lassen – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai. Wie lange sie genau aufrechterhalten werden soll, ist unklar.

Was ist der Hintergrund? Russland nutzt den 9. Mai traditionell für militärische Machtdemonstrationen. In diesem Kontext wurde eine Feuerpause angekündigt. Die Ukraine steht solchen Ankündigungen skeptisch gegenüber, da frühere Waffenruhen oft nicht eingehalten wurden.

Warum kündigt die Ukraine eine eigene Waffenruhe an? Das kann als Signal verstanden werden: Kiew will zeigen, dass es grundsätzlich zu Deeskalation bereit ist, gleichzeitig aber nicht einseitig russischen Bedingungen folgen möchte. Eine eigene Waffenruhe gibt der Ukraine mehr Kontrolle über Zeitpunkt und Bedingungen.

Wie fällt die Reaktion auf die russische Feuerpause aus? Die ukrainische Führung reagiert zurückhaltend und misstrauisch. Sie betont, dass eine echte Waffenruhe überprüfbar und dauerhaft sein müsse.

Welche militärische Bedeutung hat das? Kurzfristige Feuerpausen haben oft begrenzten Einfluss auf den Kriegsverlauf. Beide Seiten können sie nutzen, um Kräfte zu sammeln, Nachschub zu organisieren oder ihre Positionen zu festigen.

Trump attackiert Papst "Er gefährdet viele Katholiken"

Worum geht es? US-Präsident Donald Trump hat den Papst erneut öffentlich scharf angegriffen. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt kritisierte er die Haltung von Leo XIV. zum Irankrieg.

Was genau hat Trump gesagt? Er erklärte, der Papst halte es für "in Ordnung", wenn der Iran Atomwaffen besitze, "ich glaube nicht, dass das sehr gut ist". Dann fügte er hinzu, der Papst gefährde damit "viele Katholiken und viele Menschen".

Was ist der Haken? Der Papst hat nie eine solche Position vertreten.

In welchem Kontext fiel die Aussage? Die Äußerungen stehen im Zusammenhang mit einem seit Wochen eskalierenden Konflikt zwischen Trump und dem Vatikan über den Krieg im Nahen Osten, insbesondere dem Iran-Konflikt.

Warum sind die Aussagen brisant? Weil der Papst am Donnerstag Besuch bekommt. Um 11.30 Uhr wird Leo XIV. den amerikanischen Außenminister, Marco Rubio, empfangen. Rubio ist römisch-katholisch.

Was wird dem Papst tatsächlich vorgeworfen? Trump kritisiert den Papst vor allem für dessen wiederholte Friedensappelle im Nahen Osten, seine Ablehnung militärischer Eskalation und indirekter Kritik an der US-Politik im Iran-Konflikt. Er interpretiert diese Positionen als Schwäche bzw. als indirekte Unterstützung iranischer Interessen.

Wie ist die tatsächliche Position des Papstes? Papst Leo XIV. hat wiederholt zu Waffenstillständen und Dialog aufgerufen, vor einer Eskalation im Nahen Osten gewarnt und sich ausdrücklich für eine Welt ohne nukleare Bedrohung ausgesprochen.

Amokfahrt in Leipzig Boxer vor Tat 12 Tage in Psychiatrie

Worum geht es? Ein 33-Jähriger war am Montag um 16.45 Uhr mit seinem VW Taigo in die Fußgängerzone von Leipzig gerast. Es gab zwei Todesopfer, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, und mehrere Verletzte.

Was weiß man über weitere Opfer? Sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 wurden verletzt, zwei davon schwer, ein Mann (75) und eine Frau (84). Außerdem mussten laut Leipziger Volkszeitung 80 Personen psychologisch betreut werden.

Was weiß man über den Verdächtigen? Er heißt Jeffrey K., ist deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz Leipzig. Der mutmaßliche Amokläufer ist Amateurboxer und hat früher ehrenamtlich Boxtrainings geleitet.

Hat er eine Vorgeschichte? Polizeilich gibt es wenig. Aktenkundig sind "Bedrohung sowie ehrverletzende Delikte im sozialen Umfeld". Gemeint sind Beleidigungen. Die Vorfälle stammen aus dem heurigen Jahr, körperliche Gewalt war da nicht im Spiel.

Keine Vorstrafen? Laut Spiegel gab es "nur" 2014 eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Es soll einen Streit um Fußball gegeben haben.

Aber? Was schon der MDR berichtet hatte, konkretisierte sich am Dienstag. Am 17. April 2026 kam es offenbar aufgrund verbaler Entgleisungen zu einem Polizeieinsatz, Jeffrey K. begab sich daraufhin freiwillig in ein Spital.

Wie lange blieb er dort? 12 Tage. Er trat erst am 29. April wieder aus.

Weswegen wurde der behandelt? Das sächsische Sozialministerium bestätigte auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung, dass sich der mutmaßliche Täter in der geschlossenen Abteilung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie in Altscherbitz (Nordsachsen) befunden hat. Er wurde dort wegen einer akuten Psychose behandelt.

Warum wurde die Behandlung beendet? Es habe während des Aufenthalts "keine Eigen- oder Fremdgefährdung“ bestanden, sagt die Klinik. Da die medizinischen Gründe fehlten, um ihn festzuhalten, ging er, als er wollte.

Kennt man das Motiv? Nein, nach bisherigen Erkenntnissen wird ein politisches und ein religiöses Motiv ausgeschlossen.

22.500 Seeleute warten Straße von Hormus erneut unbefahrbar

Worum geht es? Das gegenseitige Belauern geht weiter. Die Welt wartet auf die Öffnung der Straße von Hormus, aber sie bleibt vorerst faktisch geschlossen. Außenminister Marco Rubio warf dem Iran vor, die Welt quasi als Geisel zu halten.

Gab es nicht eine US-Initiative? Ja, aber nun stellt sich heraus: Am Montag haben nachweislich nur zwei Schiffe die Wasserstraße passiert. Am Dienstag scheint kein einziges die Durchfahrt unternommen zu haben, berichtet die New York Times.

Was ist die Vorgeschichte? Zunächst hatte der Iran die Meerenge blockiert, dann folgten die Amerikaner. Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.

Aber? Am Montag schickten die USA zwei Zerstörer in die Meerenge, sie wurden vom Iran beschossen, die Drohnen und Granaten wurden aber abgefangen. Die USA zerstörten im Gegenzug mehrere Schnellboote der Revolutionsgarden.

Und nun? Herrscht wieder der Krieg der Worte. Präsident Trump beantwortete am Dienstag im Oval Office Fragen von Reportern. Die US-Blockade der Straße nannte er "unglaublich" (im positiven Sinn). Dem Iran warf er vor, "ein Spiel zu spielen". Den Krieg nannte er "Scharmützel".

Und der Verteidigungsminister? Pete Hegseth rückte am Dienstag ebenfalls aus. Er sagte, der Waffenstillstand sei nach wie vor intakt. Die US-Mission zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus werde nur vorübergehend sein.

Was meint er damit? Er fügte erklärend an, dass bald andere Nationen Verantwortung übernehmen müssten, ohne ins Detail zu gehen.

Wie viele Seeleute sind in der Meerenge "gefangen"? Laut General Dan Caine, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, warten mehr als 22.500 Seeleute auf über 1.550 Handelsschiffen auf die Durchfahrt.

4. Mai 2026

Iran beschießt US-Schiffe Trump droht nun mit "Vernichtung"

Worum geht es? Um eine neuerliche Eskalation des Konflikts zwischen Iran und den USA – trotz eines Waffenstillstands. Der Iran beschoss am Montag in der Straße von Hormus US-Schiffe.

Was sagt der Iran, was passiert ist? Die iranische Darstellung war relativ offensiv: Laut staatlichen Medien habe die iranische Marine zwei Raketen auf ein US-Kriegsschiff abgefeuert. Ziel sei gewesen, das Schiff an der Einfahrt in die Straße von Hormus zu hindern.

Mit welcher Begründung? Das US-Schiff habe eine iranische Warnung ignoriert. Es habe gegen Regeln der Schifffahrt und Sicherheit verstoßen. Tatsächlich sollen mehrere Zerstörer der Marine durch die Straße von Hormus gefahren sein und sich nun im Arabischen Meer befinden.

Gab es Treffer? Offenbar nicht. Zunächst wurde behauptet, ein Schiff sei getroffen worden. Ein iranischer Vertreter sprach später von einem "Warnschuss".

Was stimmt? Admiral Brad Cooper, Chef des US-Zentralkommandos, sagte am Montagabend, dass US-Kriegsschiffe die Marschflugkörper und Drohnen abgeschossen hätten, die der Iran auf die Schiffe und Handelsschiffe abgefeuert habe.

Wie reagierten die USA?  Die Kampfhubschrauber der Armee, insbesondere die Apache-Hubschrauber, versenkten sechs iranische Militärschnellboote, berichtet die New York Times. Donald Trump sprach sogar von sieben zerschossenen Schnellbooten.

Was ist der Kontext des Zwischenfalls? Der Vorfall steht in direktem Zusammenhang mit einer neuen US-Initiative: Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.

Was heißt das? Der Iran kontrolliert bzw. blockiert die Meerenge weitgehend. Tausende Seeleute und zahlreiche Schiffe sitzen fest. Der Iran hatte zuvor ausdrücklich gewarnt: US-Kräfte würden angegriffen, falls sie sich nähern.

Was sagt Trump? Er drohte dem Iran mit Vernichtung, falls der Iran US-Schiffe in der Straße von Hormus attackiere. In diesem Fall werde der Iran "von der Erde gefegt", sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News.

Wie provozierte der Iran? Er schoss am Montag Raketen und Drohnen auf die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate ab. Die Bewohner der Emirate erhielten mindestens vier Warnmeldungen auf ihren Handys.

Gab es Treffer? Fujairah,  das größte Öllagergebiet der Emirate, wurde von einer iranischen Drohne angegriffen, ein Großbrand brach aus. Fujairah befindet sich an der Ostküste am Golf von Oman.

Pfusch bei Wal-Rettung "Wer das behauptet, sagt nicht Wahrheit“

Worum geht es? Nach einer wochenlang dauernden Hilfsaktion wurde Buckelwal Timmy am Samstag in die Freiheit entlassen. Nun eskaliert der Streit rund um die angebliche Rettung immer mehr.

Warum? Helfer erheben schwere Vorwürfe gegen Behörden und Organisationen insbesondere wegen eines eingesetzten Trackers und fehlender Belege für den Einsatz.

Was ist laut offizieller Darstellung passiert? Timmy war im Februar in der Ostsee gestrandet. In der vergangenen Woche wurde er in sichere Gewässer geschleppt. Vor der Freilassung soll er mit einem Tracker versehen worden sein.

Aber? Es gibt keine Dokumentation der Freilassung. Keine Bilder, keine Videos. Wesentliche Mitarbeiter wurden ausgesperrt. Es gibt Vorwürfe, das Tier sei nicht fachgerecht ins Meer entlassen worden, Tierquälerei steht im Raum.

Was ist mit dem Tracker? Es ist weder bekannt, um welches Gerät es sich handelt, noch wie er angebracht wurde. Es soll nicht einmal ein Funktionstest durchgeführt worden sein. Und: Die Daten werden geheim gehalten.

Warum ist das wichtig? Weil die Verantwortlichen behaupten, sie würden Vitalzeichen von Timmy übermittelt bekommen. Der dänische Meeresbiologe Peter Madsen von der Universität Aarhus sagt nun: "Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wals liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit."

Was ist noch seltsam? Der Tracker soll am Tier festgeschraubt worden sein. Üblich sei eine Befestigung an der Rückenfinne, da nur Daten übermittelt werden, wenn sich das Tier an der Wasseroberfläche befindet.

Was sagen die Verantwortlichen dazu? Die beteiligten Stellen weisen die Vorwürfe zurück oder relativieren sie. Sie verweisen auf schwierige Einsatzbedingungen im offenen Meer und darauf, dass der Schutz des Tieres Vorrang vor Dokumentation gehabt habe.

Nattern-Plage Ibiza beschäftigt 13 Schlangenjäger

Worum geht es? Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu. Auf Ibiza haben Behörden und Naturschutzgruppen einen verstärkten Kampfgegen eingeschleppte Schlangenarten gestartet.

Warum? Grund ist, dass sich dort seit einigen Jahren nicht-heimische Nattern stark ausbreiten.

Welche Schlangen sind gemeint? Es handelt sich vor allem um die Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis), eine ursprünglich aus Nordafrika stammende Art.

Warum sind diese Schlangen ein Problem? Die Art ist auf den Balearen nicht heimisch, es handelt sich um einen eingeschleppten Prädator, der besonders anpassungsfähig ist und sich rasant vermehrt.

Was ist die Folge? Die eingeschleppten Nattern bedrohen das lokale Ökosystem massiv: Sie fressen große Mengen an Eidechsen, kleinen Vögeln und anderen Kleintieren.

Wen trifft es besonders? Die endemische Ibiza-Eidechse (Podarcis pityusensis) ist das Symboltier der Insel. Sie gilt als gefährdet.

Wie sind die Schlangen nach Ibiza gekommen? Durch unbeabsichtigte Transporte durch Menschen. Vor allem über importierte Olivenbäume und Zierpflanzen vom spanischen Festland. In den Wurzelballen oder Erdbereichen konnten sich Jungschlangen oder Eier verstecken.

Was bedeutet "Kampf gegen die Nattern" konkret? Die Behörden haben mehrere Maßnahmen gestartet: Es kommen spezielle Schlangenfallen zum Einsatz, gefährdete Gebiete werden überwacht. Es gibt Schulungsprogramme für Landwirte und Gärtner sowie Meldesysteme.

Wer macht mit? Vor allem die Bevölkerung ist aufgerufen, es gibt eigene Facebookgruppen. Die Inselverwaltung beschäftigt seit diesem Jahr zudem 13 hauptamtliche Schlangenbekämpfer.

Warum ist die Situation so ernst? Die Schlangen haben keine natürlichen Feinde auf Ibiza, deshalb hat sich die Population rasant vergrößert. Ziel ist es, die Population stark zu reduzieren.

8 Milliarden Erbschaftssteuer Samsung-Erben zahlten letzte Rate

Worum geht es? Die Erben des verstorbenen Samsung-Chefs Lee Kun-hee, langjähriger Vorsitzender des Mischkonzerns, haben die Erbschaftssteuer in Höhe von rund 8 Milliarden US-Dollar nun vollständig beglichen.

Wer ist betroffen? Die Familie von Lee Kun-hee, insbesondere seine Kinder. Darunter befindet sich Lee Jae-yong (auch Jay Y. Lee genannt), der heute der faktische Konzernführer ist.

Warum so viel? Südkorea hat eines der strengsten Erbschaftssteuersysteme weltweit: Es sind bis zu 50 Prozent auf große Vermögen abzuführen, es gibt zusätzliche Aufschläge für Unternehmensanteile (Kontrollprämien) und eine sehr hohe Bewertung von Unternehmensbeteiligungen.

Wie stemmte die Familie das? Die Zahlung erfolgte nicht auf einmal in bar, sondern über mehrere Jahre und verschiedene Mechanismen.

Nämlich? Die Kunstsammlung (Pablo Picasso bis Salvador Dali) wurde zum Teil verkauft, Geld aus Dividenden genutzt. Es gab auch eine Ratenzahlungsvereinbarung.

Muss man sich Sorgen machen? Laut Bloomberg Billionaires Index verfügt die Familie Lee über ein Gesamtvermögen von mehr als 45 Milliarden Dollar. Es hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt, da die Nachfrage nach Computerchips wegen der KI explodiert ist.

Warum ist diese Zahlung historisch bedeutend? Es handelt sich um die höchste Einzelfall-Erbschaftssteuer in Südkorea und sie gehört weltweit zu den größten jemals gezahlten Nachlasssteuern.

Welche Rolle spielt die Familie Lee heute bei Samsung? Sie bleibt trotz der Steuerzahlung zentral, sie hält weiterhin bedeutende indirekte Beteiligungen.

Wie sieht sie die Zahlung? "Steuern zu zahlen ist eine natürliche Bürgerpflicht", erklärte die Familie. Die 8 Milliarden entsprechen dem Eineinhalbfachen der gesamten Erbschaftssteuereinnahmen des Landes für das Jahr 2024.

3 Tote auf Kreuzfahrt Infektion mit Hantavirus an Bord

Worum geht es? Auf dem Kreuzfahrtsschiff MV Hondius kam es während einer Atlantikreise zu einem Ausbruch des Hantavirus.
Dabei starben mindestens drei Passagiere, und mehrere weitere Menschen erkrankten schwer.

Was war das Reiseziel? Die Kreuzfahrt des Anbieters "Oceanwide Expeditions" führt von Südamerika auf die Kapverdischen Inseln. Sie liegen etwa 570 Kilometer vor der afrikanischen Westküste. 150 Passagiere waren an Bord.

Was ist mit dem Schiff aktuell? "Oceanwide Expeditions" teilte in der Nacht auf Montag mit, das Schiff liege vor den Kapverdischen Inseln, die örtlichen Behörden würden die Infizierten aber nicht von Bord lassen.

Was weiß man über die Opfer? Es soll sich um ein Ehepaar aus den Niederlanden handeln. Zunächst starb der Mann (70), seine Leiche wurde auf der britischen Insel St. Helena im Südatlantik entladen. Seine Ehefrau (69) wurde nach Südafrika gebracht, sie starb in einem Spital in Johannesburg.

Und das dritte Opfer? Seine Leiche befindet sich noch auf dem Schiff, es handelt sich um einen britischen Staatsbürger.

Gibt es weitere Betroffene? Ja, bestätigt sind drei Erkrankte, darunter zwei Besatzungsmitglieder (die sich noch an Bord befinden, aber dringend behandelt werden müssten). Eine Person davon liegt auf einer Intensivstation in Südafrika.

Wie verläuft die Krankheit bei Betroffenen? Erste Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit. Später können schwere Probleme mit der Atmung und den Nieren entstehen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.

Was ist das Hantavirus überhaupt? Ein seltenes, aber gefährliches Virus, benannt nach dem koreanischen Fluss Hantan-gang. Es wird meist durch Urin, Kot oder Speichel von Nagetieren übertragen. Die Sterblichkeit ist relativ hoch, die Verläufe sind schwer.

Wie konnte sich das Virus auf einem Schiff verbreiten? Das ist noch nicht geklärt. Die Übertragung muss nicht durch direkten Kontakt mit Tieren erfolgen, auch Staub ist möglich, ebenso ein verunreinigtes Nahrungsmittel.

Warum habe ich zuletzt etwas über Hantaviren gelesen? Vor einem Jahr starb die Ehefrau des Schauspielers Gene Hackman, Betsy Arakawa, in New Mexico an einer Hantavirusinfektion.

Notlandung für Sánchez Spaniens Premier strandete in der Türkei

Worum geht es? Wer daran glaubt, könnte es für einen Fluch halten. Schon im September des Vorjahres konnte der spanische Premierminister Pedro Sánchez wegen einer Flugzeugpanne nicht an einem Polit-Treffen teilnehmen.

Was passierte? Sánchez war auf dem Weg nach Paris, als bei seiner Falcon eine technische Störung aufrat. Er musste nach Madrid zurückkehren und konnte an dem Treffen nur übers Internet teilnehmen.

Und jetzt? Musste der Airbus A310 des sozialdemokratischen Premierministers Sonntagabend wegen eines technischen Problems in Ankara notlanden. Er war auf dem Weg nach Eriwan.

Warum? In der Hauptstadt von Armenien fand ein Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) statt.

Was ist die EPG? Ein politisches Format, das 2022 als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine gegründet wurde. Die Idee kam von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron. Der Sinn: Dialog.

Wer ist Mitglied? Die EU-Staaten, die Länder des Westlichen Balkan, die Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz), dazu Großbritannien und einige weitere Länder. Die EPG hat 50 Mitglieder.

Ist Österreich dabei? Ja, Kanzler Christian Stocker nahm auch an der bereits 8. Tagung in Eriwan teil. Deutschlands Kanzler Friedrich Merz ließ sich vertreten.

Wie gravierend war das Airbus-Problem? Es reichte jedenfalls aus, dass Sánchez und seine Delegation die Nacht in der Türkei verbringen mussten.

Ärger über Kanzler Merz Trump streicht Raketen für Deutschland

Worum geht es? Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich öffentlich abfällig über die – seiner Meinung nach nicht vorhandene – Iran-Strategie der USA geäußert. Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump folgte postwendend.

Wie sieht die Reaktion aus? Trump kündigte einerseits den Abzug von 5.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten an. Und er strich die eigentlich fixe Lieferung von amerikanischen Raketen und Marschflugkörpern für die Bundeswehr.

Welche Waffen hat Trump einkassiert? "Tomahawk"-Marschflugkörper sowie "Dark Eagle"-Raketen. Da Europa bislang diese Waffensysteme nicht selbst in ausreichender Menge produzieren kann, hatte Trumps Vorgänger Joe Biden der Bundesrepublik die Lieferung 2024 zugesagt. Der amtierende Präsident kündigte diese Abmachung nun auf.

Weshalb sind die Systeme so wichtig? Weil sie Angriffe bis tief ins feindliche Hinterland ermöglichen. "Tomahawks" haben etwa eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern, die Hyperschallraketen vom Typ "Dark Eagle" sogar von mindestens 2.700 Kilometern.

Was macht diese Waffen so besonders? Sie sind für die Luftabwehr der Verteidiger nur sehr schwer abzufangen bzw. zu zerstören. Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, welche Bedeutung diesen Waffensystemen zukommt.

Weshalb produziert Europa nicht selbst solche Waffen? Weil die Entwicklung jahrelang verschlafen worden war. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine besann man sich eines Besseren und arbeitet seither an neuen Systemen.

Wann ist damit zu rechnen? Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel wird es mindestens noch bis 2030 dauern, ehe neue derartige Waffensysteme aus europäischer Entwicklung einsatzfähig sind.

Amokfahrt mit 2 Toten Deutscher Boxer rast in Fußgängerzone

Worum geht es? Dramatische Szenen Montag in der Leipziger Innenstadt. Ein 33-Jähriger gibt um 16.45 Uhr plötzlich mit seinem VW Taigo Gas und rast in eine Fußgängerzone. Die Folge: Tote, Verletzte.

War es ein Attentat? Sowohl der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), als auch der Oberbürgermeister von Leipzig, Burkhard Jung (SPD), sprechen von einer "mutmaßlichen Amokfahrt". Der Verdächtige soll sich bei seiner Festnahme "auffällig" benommen haben.

Was weiß man über die Opfer? Zwei Menschen starben, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Bis zu 20 Personen wurden verletzt, vier davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden. In der Notaufnahme am Klinikum St. Georg wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

Was weiß man über den Fahrer? Laut Polizei handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz Leipzig. Der Mann soll laut Leipziger Volkszeitung Amateurboxer und bereits polizeibekannt sein.

Was heißt das? Nach Informationen des MDR soll der mutmaßliche Täter erst am Sonntag aus einer der Psychiatrie entlassen worden sein. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat diese Information gegenüber der LVZ weder bestätigt noch dementiert.

Kennt man das Motiv? Nein, noch nicht. Der mutmaßliche Täter blieb mit seinem Fahrzeug selbst stehen. Er wurde von den Einsatzkräften  gestellt und festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.