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12. Februar 2026

Jahrelang missbraucht Nun gab Gisèle Pelicot erstes Interview

Worum geht es? Ihr Prozess hat viele Menschen aufgewühlt, nicht nur in Frankreich. Öffentlich gesprochen hat sie über ihr Schicksal noch nie. Am Mittwoch gab Gisèle Pelicot im französischen TV ein Interview und präsentierte ihre Memoiren.

Wer ist Gisèle Pelicot? Die 73-Jährige wurde von ihrem Ehemann fast zehn Jahre lang in betäubtem Zustand fremden Männern zur Vergewaltigung angeboten. Im Dezember 2024 wurde er und 50 ihrer Vergewaltiger in einem aufsehenerregenden Prozess schuldig gesprochen.

Fand der Prozess hinter verschlossenen Türen statt? Im Gegenteil, Gisèle Pelicot bestand darauf, alles öffentlich zu machen. Sie wollte den Teufelskreis durchbrechen. Opfer von sexuellem Missbrauch sollten durch den Scham, die sie angesichts der öffentlichen Abhandlung ihrer Schicksale empfinden, nicht noch einmal zu Opfern gemacht werden. Das brachte ihr weltweite Bewunderung ein.

Worum geht es in ihrem Buch? Es heißt "La joie de vivre" ("Die Lust am Leben") und erzählt die Lebensgeschichte der dreifachen Mutter, wobei ein Schwerpunkt jener außergewöhnlichen Resilienz gilt, mit der Pelicot den monatelangen Prozess durchgestanden hat.

Was sagt sie selbst über ihr Buch? "Ich habe meine Geschichte erzählt, um zu zeigen, dass jeder in sich Reserven hat, dank denen er auch Schlimmes überstehen kann."

Erscheint das Buch auch auf Deutsch? Ja, die Memoiren von Gisèle Pelicot haben 256 Seiten und erscheinen am 17. Februar zeitgleich in 22 Ländern weltweit. Im Deutschen trägt es den – seltsam abgewandelten – Titel "Eine Hymne an das Leben".

10 Millionen, nicht mehr Schweizer stimmen über Migration ab

Worum geht es? Die Schweizer Stimmbevölkerung wird am 14. Juni über zwei bundesweite Vorlagen abstimmen. Eine Vorlage widmet sich dem Zivildienst, bei der anderen geht es um eine Initiative der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP).

Was ist die Zielrichtung? Eine Begrenzung der Bevölkerung auf maximal 10 Millionen Menschen bis zum Jahr 2050. Die Idee ist, durch massive Einschränkungen bei Einwanderung, Asylpolitik und Familiennachzug zu verhindern, dass die Bevölkerung diese Grenze überschreitet.

Wie heißt die Initiative? Die offizielle Bezeichnung lautet "Keine 10‑Millionen‑Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)".

Was ist der Plan? Wenn die Bevölkerung 9,5 Millionen überschreitet, müssten Bundesrat und Parlament aktiv werden, um das Wachstum zu begrenzen – etwa durch Restriktionen bei Einwanderung, Asyl, Familiennachzug oder Aufenthaltsbewilligungen.

Wie soll das gehen? Die Schweiz wäre verpflichtet, internationale Abkommen, die "bevölkerungswachstumstreibend" wirken – beispielsweise durch Freizügigkeitsregeln – neu auszuhandeln oder Schutzklauseln einzufügen, um die Obergrenze zu halten.

Wenn das nicht reicht? Dann ist vorgesehen, dass die Schweiz als letztes Mittel internationale Verträge kündigt, die ein Überschreiten der 10‑Millionen‑Marke begünstigen. Das betrifft insbesondere das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU und damit auch andere bilaterale Abkommen.

Ist die Abstimmung bundesweit? Ja, das Abstimmungsergebnis gilt für die gesamte Schweiz; es ist also keine kantonale Volksabstimmung. Durch eine Annahme würde die Initiative Teil der Bundesverfassung.

Was muss erreicht werden? Die Mehrheit der Stimmberechtigten muss zustimmen. Zusätzlich muss bei Verfassungsänderungen in der Schweiz das sogenannte "Doppelmehr" erfüllt werden: mehr als 50 Prozent der Stimmen und eine Mehrheit der Kantone (mindestens 12 der 23 kantonalen Stimmen).

ICE-Abzug aus Minnesota Todesschüsse, nur 100 Agenten bleiben

Worum geht es? Die US-Regierung hat offiziell den Abzug eines Großteils der ICE-Einsatzkräfte aus Minnesota bestätigt. Der "Operation Metro Surge" genannte Großeinsatz soll in den kommenden Tagen beendet werden.

Kommt das überraschend? Nein, Medienberichten zufolge sollen Hunderte Agenten bereits Minnesota verlassen haben, und der Abzug weiterer Einsatzkräfte soll im Laufe der nächsten Woche fortgesetzt werden.

Wie kam es dazu? "Grenz-Zar" Tom Homan sagte bei einer Pressekonferenz, dass Präsident Trump seinem Vorschlag zum Abziehen zugestimmt habe und viele Agenten entlassen oder an andere Orte versetzt werden.

Ist der Rückzug komplett? Nur eine kleinere, normale Stärke von etwa 100 Agenten bleibt, um Protestaktionen zu beobachten und weiter kooperieren zu können.

Was ist der Hintergrund? Der Einsatz war seit Dezember sehr umstritten und wurde in Minneapolis und im ganzen Bundesstaat von großen Protesten begleitet. Dann kam es zu zwei Todesschüssen.

Was ist passiert? Am 7. Jänner erschoss ein Beamter die dreifache Mutter Renee Nicole Good, weil sie angeblich mit ihrem Auto auf ihn losgefahren war. Am 24. Jänner wurde der Krankenpfleger Alex Pretti, der am Straßenrand demonstrierte, von zehn Schüssen getroffen und starb.

Razzia im Landhaus Ex-Spitzenpolitiker wohnte bei Epstein

Worum geht es? Norwegische Ermittler haben am Donnerstag mehrere Immobilien des ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland durchsucht.

Warum? Die Razzien stehen im Zusammenhang mit einer korruptionsrechtlichen Untersuchung über seine Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Wer ist Jagland? Der heute 74-jährige Sozialdemokrat war unter anderem Ministerpräsident von Norwegen, Generalsekretär des Europarats (2009–2019) und Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees.

Was wird ihm vorgeworfen? Jagland oder seine Familie sollen in Apartments von Epstein in Paris und New York übernachtet und auf seinem Anwesen in Palm Beach Urlaub gemacht haben. Es geht also nicht um kurze Besuche, sondern um Aufenthalte über mehrere Tage.

Was wurde nun durchsucht? Die Wohnung von Jagland in Oslo, ein Haus an der norwegischen Ostküste (in Risør), weitere Ferienimmobilien, einschließlich einer Hütte auf Rauland.

Warum war das möglich? Der Europarat hatte am 11. Februar Jaglands diplomatische Immunität für seine Amtszeit als Generalsekretär aufgehoben. Ohne diese Immunität wäre eine strafrechtliche Verfolgung bislang nicht möglich gewesen.

Gibt es eine Anklage? Nein, Jagland wird inzwischen formell als Verdächtiger ("siktet") geführt, was bedeutet, dass die Polizei ausreichende Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung sieht. Er wird der schweren Korruption verdächtigt.

10 Milliarden für Ungarn Jetzt rechnen Gutachter mit EU ab

Worum geht es? Am 13. Dezember 2023 gab die EU‑Kommission überraschend 10,2 Milliarden Euro eingefrorener Fördergelder an Ungarn frei. Dahinter wurde ein Kuhhandel vermutet. So sieht das nun auch ein Rechtsgutachten, berichtet die Financial Times.

Was war die Ausgangslage? Das Geld stammte aus dem EU‑Strukturfonds (Kohäsionspolitik) und war zuvor wegen Bedenken zur Rechtsstaatlichkeit und zur effektiven Kontrolle von EU‑Geldern blockiert worden.

Aber? Im Vorfeld des EU-Gipfels im Dezember 2023 kündigte Ungarn an, alle weiteren Finanzhilfen für die Ukraine blockieren zu wollen. Dann passierte aus reinem Zufall heraus Wundersames.

Nämlich? Am Vorabend des Gipfels bekam Ungarn sein eingefrorenes Geld zugesprochen. Die Kommission hat stets bestritten, dass sie bei der Freigabe der Gelder Hintergedanken gehabt habe, und argumentiert, Ungarn habe mit der Verabschiedung einer Justizreform die notwendigen Bedingungen erfüllt.

Und? Der Zeitpunkt wurde vom Europäischen Parlament als verdächtig angesehen, also wurde 2024 Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht.

Was passierte nun? Ein Gutachten eines Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof schlägt vor, die Entscheidung über die 10,2 Mrd. Euro für rechtswidrig und nichtig zu erklären.

Mit welcher Begründung? Der Generalanwalt erklärte, die Kommission habe "die Ungarn auferlegten Anforderungen falsch angewendet, indem sie ohne jegliche Begründung die Auszahlung des Haushalts genehmigte, bevor die erforderlichen Gesetzesreformen in Kraft getreten oder angewendet worden waren".

Ist das bindend? Nein, es wird aber oft bei der endgültigen Entscheidung berücksichtigt. Sollte der EuGH dem folgen, könnte die EU-Kommission verpflichtet sein, das Geld zurückzufordern oder künftige Zahlungen entsprechend zu kürzen.

Mit 13 winkt Macht Kim will Nordkorea an Tochter übergeben

Worum geht es? Südkoreas Geheimdienst (NIS) hat den Abgeordneten des Parlaments eine brisante Nachricht überbracht. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat offenbar seine jugendliche Tochter als seine Nachfolgerin positioniert.

Ist das neu? Es gibt bereits seit Monaten Gerüchte, dass der Diktator seine Nachfolge auf diese Weise regeln möchte. Nun dürfte er es intern fixiert haben.

Woran ist das erkennbar? Die NIS spricht davon, dass sie nicht mehr nur für die Nachfolge "ausgebildet" werde, sondern dass sie sich inzwischen in einer Phase der "Nachfolgerzuweisung" befinde – ein Hinweis darauf, dass ihre Rolle offiziell oder informell bestätigt wird.

Ist eine familiäre Weitergabe üblich? Offenbar, die Macht liegt nun in der vierten Generation in der Kim-Familie.

Was weiß man über die Tochter? Wenig! Sie ist ungefähr 13 Jahre alt und das einzige in staatlichen Medien gezeigte Kind von Kim Jong Un und seiner Frau Ri Sol-Ju.

Wie heißt sie? Selbst das ist unklar, meist wird sie Kim Ju Ae genannt. Sie trat zuletzt immer häufiger öffentlich mit ihrem Vater bei Staatsveranstaltungen, Militärparaden und Zeremonien auf.

Aber? Ein Diplomat, der kürzlich aus Nordkorea geflohen ist, sagte, ihr Name sei eigentlich Kim Ju Ye. Offizielle Zeitungen sind keine Hilfe. Sie bezeichnen sie geheimnisvoll als "verehrtes Kind" oder "geliebtes Kind".

Wie ist die Entwicklung zu deuten? Eine Entscheidung Richtung Tochter wäre historisch: Noch nie hat eine Frau – geschweige denn eine Teenagerin – offiziell die Führung Nordkoreas übernommen. Das Land ist stark patriarchal geprägt.

"Das ist abwegig" Merkel will nicht Präsidentin werden

Worum geht es? Angela Merkel war von 2005 bis 2021 deutsche Bundeskanzlerin, sie führte das Land als erste Frau durch mehrere Krisen, auch durch selbst verschuldete. Nun wird sie für das nächste Amt genannt.

Nämlich? Die "Bild" hatte von "heißen Gerüchten" über einen "neuen Top-Job" für Merkel geschrieben. Gemeint war, dass die Grünen der CDU die Ex-Kanzlerin als Bundespräsidentin vorschlagen könnten.

Und? Die Grünen dementierten derartige Überlegungen umgehend: "Da ist nichts dran." Auch das Büro von Angela Merkel reagierte: "Das ist abwegig", antwortete eine Sprecherin dem "Tagesspiegel."

Gab es schon eine Präsidentin? Bisher hat noch kein Bundeskanzler nach seiner Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten übernommen. Und bisher hatte auch noch keine Frau das Amt inne.

Wann wird das entschieden? In Deutschland wird der Bundespräsident (oder die Bundespräsidentin) im Unterschied zu Österreich nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von der Bundesversammlung. Sie muss Anfang 2027 über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.

Warum kamen die Gerüchte auf? Weil Merkel einen überraschenden Auftritt ankündigte und das als Rückkehr ins politische Leben interpretiert wurde.

Nämlich? Zum ersten Mal seit ihrer Zeit als Bundeskanzlerin wird sie wieder an einem CDU-Parteitag teilnehmen. Er findet am 20. Februar in Stuttgart statt.

Warum ist das bemerkenswert? Ihr Verhältnis zum aktuellen Kanzler Merz gilt als zerrüttet.

Er wollte Toten gedenken IOC warf Ukrainer bei Olympia raus

Worum geht es? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Donnerstag den ukrainischen Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskjewitsch bei den Winterspielen disqualifiziert – 45 Minuten vor seinem ersten Start.

Weshalb? Weil der 27-Jährige mit einem "Gedenkhelm" antreten wollte. Darauf hatte er die Porträts von etwa 20 ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern drucken lassen, die bei dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine getötet worden waren.

Warum wurde das verboten? Der Helm hätte gegen das Neutralitätsgebot der olympischen Charta verstoßen, so das IOC. Dieses besagt, dass politische Botschaften an den Wettkampfstätten untersagt sind.

Ließ sich kein Kompromiss finden? Das IOC hatte dem Ukrainer angeboten, "ausnahmsweise" mit einem Trauerflor zu starten, das hatte dieser jedoch abgelehnt. Daraufhin erklärte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry mit Tränen in den Augen, dass der Ausschluss "unter Bedauern" vollzogen werden müsse. "Traurigerweise" seien keine Botschaften erlaubt, so die Funktionärin aus Simbabwe.

Wie reagierte Heraskjewitsch? Er bezeichnete die Entscheidung des IOC als "großen Fehler", der "Putins Propaganda in die Hände" spiele. Und er bekräftigte, dass er das Richtige getan habe, denn "Menschen seien wichtiger als Medaillen".

Wie reagierte die Ukraine? Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Entscheidung als "moralisch verwerflich".

Was empörte zusätzlich? Heraskjewitsch musste sogar sofort seine Akkreditierung abgeben und wurde aufgefordert, das olympische Dorf zu verlassen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erwirkte bei der Disziplinarkommission eine "Begnadigung", er durfte bleiben.

11. Februar 2026

10 Tote bei Schießerei 18-jährige Frau stürmte in Schule

Worum geht es? Am Dienstag kam es in Tumbler Ridge, einer Kleinstadt mit 2.400 Einwohnern im Nordosten von British Columbia, Kanada, zu einem Schuss-Attentat in einer Schule. Das Verbrechen gilt als eines der schlimmsten in der kanadischen Geschichte.

Was ist passiert? Eine Frau eröffnete an der Tumbler Ridge Secondary School, einer öffentlichen Schule mit etwa 160 Schülerinnen und Schülern, das Feuer. Am Ende waren zehn Menschen tot.

Alle in der Schule? Nein, hier wurden sechs Tote gefunden, ein Lehrer und fünf Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren. Zwei weitere Tote wurden in einem nahegelegenen Wohnhaus entdeckt, ein Opfer starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Schützin verübte Suizid.

Gab es weiter Opfer? Etwa 27 Menschen wurden verletzt, darunter zwei lebensbedrohlich. Sie wurden per Hubschrauber in Spital transportiert.

Was weiß man über die Täterin? Die kanadischen Behörden gaben an, dass es sich bei der Verdächtigen um eine 18-jährige Frau mit einer Vorgeschichte psychischer Probleme handelt. Laut Polizei wurde sie als biologischer Mann geboren, der vor etwa sechs Jahren mit der Transition zur Frau begann und sich sowohl sozial als auch öffentlich als Frau identifizierte.

Wer sind die Toten im Haus? Die 39-jährige Mutter der mutmaßlichen Täterin und ihr 11-jähriger Stiefbruder. Beide wiesen  Schusswunden auf.

Wie war der Ablauf? Gegen 13.20 Uhr Ortszeit ging bei der Polizei der erste Notruf ein. Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) reagierte schnell und gab eine Notfall‑Warnung für die Region heraus, in der Anwohner aufgefordert wurden, in ihren Häusern zu bleiben und Türen zu verschließen. Beamte waren in zwei Minuten vor Ort.

Wie lange dauerte der Alarm? Nach mehreren Stunden konnte die Polizei den Alarm gegen 17:45 Uhr aufheben, weil kein aktiver Täter mehr vermutet wurde.

USA sperren Luftraum Rätsel um Total-Blockade für 10 Tage

Worum geht es? Es kam aus dem Nichts: Die Federal Aviation Administration (FAA), die staatliche Luftfahrtbehörde der USA, sperrt einen 16 Kilometer breiten Luftraumring um El Paso, Texas, und das gleich für zehn Tage.

Ab wann? Mit sofortiger Wirkung, die Sperre trat also mit Dienstag in Kraft und dauert bis 21. Februar. Sie kann aber natürlich jederzeit früher aufgehoben werden. Sie gilt für alle Maschinen unter einer Flughöhe von 5.500 Metern.

Ist das ungewöhnlich? Kann man wohl sagen. Kurzzeitige Sperren gibt es immer wieder, so wurde der Luftraum von Santa Clara während des Super Bowl am Sonntag gesperrt.

Was ist diesmal der Grund? Das blieb zunächst rätselhaft. Die FAA sprach lediglich von "besonderen Sicherheitsgründen", ohne das näher auszuführen. In einer Mitteilung an die Piloten wurde das Gebiet als "nationaler Verteidigungsluftraum" eingestuft.

Kam mehr ans Licht? Zunächst, dass es irgendwas mit Drohnen zu tun hat. Verkehrsminister Sean Duffy schrieb auf X, dass die FAA und das Verteidigungsministerium "schnell gehandelt haben, um auf einen Drohnenangriff eines Kartells zu reagieren", und fügte hinzu: "Die Bedrohung wurde neutralisiert, und es besteht keine Gefahr für den kommerziellen Reiseverkehr in der Region."

War es das? Nein, andere Medien zitierten geheime Quellen. Sie besagten, dass es sich um den Test einer neuen Anti-Drohnen-Technologie handeln würde. Vorab wurde niemand informiert, auch nicht die Stadt.

Was ist die Dimension? Es entstand Chaos. "Alle Flüge von und nach El Paso sind eingestellt, einschließlich Linien-, Fracht- und allgemeiner Luftfahrt", postete der internationale Flughafen El Paso am frühen Mittwoch auf Facebook. Passagiere sollen sich an ihre Airlines wenden.

Wo liegt El Paso? An der mexikanischen Grenze. El Paso ist mit rund 680.000 Einwohnern die 23. größte Stadt in den USA. Der Flughafen wurde im Vorjahr von rund 3,8 Millionen Passagieren benutzt.

Nein zu Grippeimpfstoff US-Behörde lehnt sogar Prüfung ab

Worum geht es? Die US-Food and Drug Administration (FDA) weigert sich, einen Grippeimpfstoff auf Basis der mRNA-Technologie einem Prüfungsverfahren zu unterziehen. Das legte die Behörde am Mittwoch fest.

Ist das ungewöhnlich? Ja! Statt die Bewerbung weiter zu bearbeiten, schickte die FDA einen sogenannten "Refusal-to-File"-Brief an den Hersteller Moderna. Das bedeutet, dass sie Unterlagen nicht einmal zur Prüfung annimmt.

Warum? Die FDA bemängelte das Design der klinischen Studie von Modernas Impfstoff (mRNA-1010). Dabei wurde der neue mRNA-Impfstoff einem Standard-Grippeimpfstoff gegenübergestellt. Die FDA sagte, dieser Vergleich "spiegelt nicht den bestmöglichen Standard der Versorgung" wider.

Ein Vorwand? Könnte sein, muss aber nicht. Die FDA äußerte jedenfalls keine Bedenken bezüglich Sicherheit oder Wirksamkeit des Impfstoffes.

Aber? Einige hochrangige Verantwortliche in der US-Gesundheitspolitik, darunter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., sind öffentlich kritisch gegenüber mRNA-Impfstoffen bzw. gegenüber der bisherigen Impfstoff-Politik aufgetreten.

Warum ist das relevant? Ein mRNA-Grippeimpfstoff gilt als wichtiger Fortschritt gegenüber traditionellen Vakzinen, weil er sich schneller an neue Virusstämme anpassen könnte.

Was ist mRNA? Die Abkürzung steht für Messenger-RNA (Boten-RNA). Sie ist eine Art Bauplan, den unsere Zellen ganz natürlich benutzen. Normalerweise sagt mRNA den Zellen, welches Protein sie herstellen sollen.

Wie ist das beim Impfstoff? Bei einem mRNA-Impfstoff bekommt der Körper eine künstlich hergestellte mRNA. Diese enthält den Bauplan für ein harmloses Stück eines Virus. Die Zellen lesen diesen Bauplan und produzieren kurzzeitig dieses Protein. Dadurch lernt das Immunsystem, den Erreger zu erkennen und Abwehrstoffe zu bilden.

Warum ist die Debatte entstanden? Die ersten Covid-Impfstoffe basierten auf der mRNA-Technologie, sie kamen ins Fadenkreuz der Impfskeptiker. Die Angst war, dass die mRNA die DNA verändern könnte und es keine langfristigen Erfahrungen gab.

Wie geht es nun weiter? Moderna hat einen dringenden Antrag auf ein Treffen mit der FDA gestellt. In anderen Regionen wird derselbe mRNA-Grippeimpfstoff weiter geprüft – etwa in Europa, Kanada und Australien. Dort könnten Zulassungen noch 2026 oder 2027 erfolgen.

TikTok sieht alles Selbst wenn Sie App gar nicht nutzen

Worum geht es? TikTok geht bei der Sammlung von Daten offenbar immer aggressiver vor. Das ergab ein Test, den die BBC gemeinsam mit Sicherheitsexperten durchführte. Daten werden abgesaugt, auch wenn die App gar nicht in Verwendung ist.

Wovon ist da etwa die Rede? Es wurden sogar Daten über Krebsdiagnosen, Fruchtbarkeit und psychische Krisen an TikTok übermittelt. Die BBC spricht von einem "Überwachungsimperium".

Wie das? Es wurden Änderungen am TikTok-Pixel vorgenommen. Über das gängige Tracking-Tool wird das Online-Verhalten der Nutzer überwacht. Experten stellten fest, dass das aktualisierte TikTok-Pixel im Vergleich zu Konkurrenzprodukten Informationen auf ungewöhnliche Weise sammelt.

Nämlich? TikTok ermutigt Unternehmen beispielsweise dazu, Tracking-Pixel auf ihren Webseiten einzubinden. So erfährt das Unternehmen so gut wie alles über die User fremder Seiten.

Zum Beispiel? BBC machte den Test und besuchte die Website einer Krebs-Selbsthilfegruppe, ein Unternehmen für Frauengesundheit und eine Organisation für psychische Gesundheit. Alle drei übermittelten automatisch die E-Mail-Adresse und sensible Daten an TikTok. Und zwar ohne, dass man selbst TikTok geöffnet hatte.

Gibt es dagegen Schutz? Ratsam ist es, einen datenschutzfreundlicheren Browser (also etwa nicht Google Chrome) zu benutzen. Auch eine Browsererweiterung, die diese Tracker blockiert, kann hilfreich sein, etwa AdBlock Plus oder uBlock Origin. Sie blockieren das TikTok-Pixel.

Bischöfe starten Game Damit sich mehr Paare kirchlich trauen

Worum geht es? In Spanien haben katholische Bischöfe eine ungewöhnliche neue Kampagne gestartet, um kirchliche Trauungen bei jungen Paaren wieder beliebter zu machen - sie starteten ein Videogame.

Wozu? Die Zahl der kirchlichen Hochzeiten in Spanien ist in den letzten Jahren stark gesunken. Während früher mehr als die Hälfte aller Paare in einer katholischen Kirche heirateten, waren es 2024 nur noch etwa 18 Prozent aller Trauungen.

Was machen die übrigen Paare? Sie entscheiden sich lieber für zivile oder andere Formen der Eheschließung.

Was ist nun der Plan? Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben die Bischöfe Spaniens ein Videospiel entwickelt, das die christliche Ehe und die Werte, die damit verbunden sind, auf moderne Weise erklären soll.

Wie geht das? Das Spiel heißt "Level Up! A Two‑Player Game" ("Level rauf! – Ein Spiel für zwei Spieler"). Das Retro-Game, dessen Slogan "El amor, la aventura más épica" (Liebe ist das größte Abenteuer) lautet, begleitet das junge Paar Fran und Elena bei seinen alltäglichen Aufgaben.

Was ist der Sinn? Ziel ist es, Werte wie Geduld, Großzügigkeit und Einfühlungsvermögen zu vermitteln – sie seien laut Kirche wichtig für eine stabile Beziehung. Die Kampagne soll vor allem jüngere Paare zum Nachdenken über den Wert der Ehe – speziell der kirchlichen – anregen.

Die Bischöfe haben das programmiert? Nein, die Idee stammt von Studenten der Päpstlichen Universität Salamanca und wurde von einem professionellen Videospieldesigner weiterentwickelt. Die spanische Bischofskonferenz ist der Präsentator.

Bier säuft ab Jetzt streicht Heineken 6.000 Jobs

Worum geht es? Der Konsum von Bier geht zurück. Der niederländische Bierkonzern Heineken hat deshalb angekündigt, weltweit bis zu 6.000 Arbeitsplätze abzubauen – das sind fast 7 Prozent seiner rund 87.000 Mitarbeiter.

Wie ist die Entwicklung? Laut Heineken sei die Entscheidung eine Reaktion auf eine schwache Nachfrage nach Bier in wichtigen Märkten wie Europa und Nordamerika. Die Verkaufszahlen sind zuletzt gesunken, und der Konzern erwartet für 2026 geringeres Wachstum beim Gewinn als zuvor prognostiziert.

Was ist die Ursache? Besonders jüngere Generationen (z. B. Gen Z) greifen allgemein weniger zu Alkohol. Gesundheits‑ und Lifestyle‑Trends führen dazu, dass viele Menschen bewusster mit Alkohol umgehen. Dazu kommt der Kostendruck bei Verbrauchern.

Wie ist das in Österreich? Der österreichische Biermarkt zeigt wie in vielen Ländern sinkenden Konsum bei alkoholhaltigem Bier, während alkoholfreie Varianten zulegen.

Wie stark ist Heineken in Österreich? Der Konzern verfügt über eine Mehrheitsbeteiligung an der Brau Union Österreich AG, dem größten Brauereikonzern des Landes, und besitzt viele bekannte österreichische Biermarken, wie Gösser, Zipfer oder Puntigamer.

Wie groß ist die Marktmacht? Laut Marktanalysen entfällt rund die Hälfte des hierzulande produzierten Bieres auf Brau‑Union‑Produkte.

US-Wirtschaft überrascht Im Jänner 130.000 neue Arbeitsplätze

Worum geht es? Die neuen Zahlen kamen sogar für viele Experten unerwartet. Die US-Wirtschaft hat im Jänner 130.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das geht aus den am Mittwoch vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Zahlen hervor.

Womit wurde gerechnet? Von Bloomberg befragte Ökonomen hatten 68.000 neue Jobs erwartet, schon das lag deutlich über den nach unten korrigierten 48.000 Jobs, die im Vormonat hinzugekommen waren.

Was ist die Folge? Die Zahlen werden als ein Zeichen bewertet, dass es mit dem amerikanischen Arbeitsmarkt nach oben geht. Zuletzt hatte es eine Reihe düsterer Berichte gegeben.

Nämlich? Für 2025 wurde die Anzahl der geschaffenen Jobs stark nach unten korrigiert. Statt früher gemeldeter rund 584.000 neuer Stellen zeigte die Revision der Daten, dass nur etwa 181.000 Jobs geschaffen wurden – der schwächste Wert seit vielen Jahren.

Wer gab jetzt am meisten Gas? Besonders stark war das Jobwachstum im Gesundheitswesen, das rund 60 Prozent aller neuen Stellen beitrug. Auch im verarbeitenden Gewerbe wurden wieder Jobs geschaffen

Zwei Wahlen in Ukraine Referendum über Friedensplan im Mai?

Worum geht es? Die USA hatten zuletzt Druck gemacht, jetzt meldet die Financial Times: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich dazu entschieden, bis 15. Mai eine Präsidentenwahl und ein Friedens‑Referendum durchzuführen.

Wann soll das offiziell werden? Die Rede ist von einem symbolisch wichtigen Datum. Die Ankündigung könnte am 24. Februar – dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls – erfolgen.

Wie übten die USA Druck aus? Sie hatten Selenskyj ein Zeitfenster bis 15. Mai eingeräumt. Es wurde mit Sicherheitsgarantien verbunden, die Washington Kiew geben könnte – etwa Unterstützung bei Krieg und Frieden.

Was ist mit Referendum gemeint? Es geht nicht allein um die Präsidentenwahl selbst, sondern auch um ein Referendum über einen möglichen Friedensvertrag mit Russland, das zur Abstimmung vorliegen soll.

Ist die Nachricht bestätigt? Das ukrainische Präsidialamt hat einen Teil des Berichts offiziell dementiert. Demnach sei noch keine Entscheidung oder konkrete Ankündigung getroffen worden. Man werde Referendum und Wahl erst durchführen, wenn es Waffenruhe  Sicherheitsgarantien gebe.

Warum ist der Termin heikel? Nach ukrainischer Verfassung sind Wahlen unter Kriegsrecht eigentlich verboten.

10. Februar 2026

Bitte kauft Lauch! Aufruf in Frankreichs Supermärkten

Worum geht es? Französische Supermarktketten wie Auchan, Carrefour, Intermarché, Coopérative U und weitere Händler haben Kunden dazu aufgerufen, vermehrt Lauch (französisch porrée) zu kaufen, um die heimischen Gemüsebauern zu unterstützen.

Was ist der Hintergrund? Eine Überproduktion von Lauch in Frankreich, die andernfalls verderben und zu finanziellen Verlusten für die Produzenten führen könnte.

Was ist die Ursache? Die Situation sei durch "außergewöhnlich milde Wetterbedingungen" verursacht worden, heißt es. Sie hätten die "die großflächige Produktion von Lauch beschleunigt".

Gab es das schon einmal? Ja, bei Karfiol. Hier hatten die Supermärkte vor einigen Wochen einen ähnlichen Aufruf gestartet.

Was heißt Aufruf? In einer am Dienstag verbreiteten Erklärung heißt es, dass die Supermarktketten in ihren Filialen französischen Lauch besonders hervorheben und zum Kauf empfehlen.

Wofür? Die Verbraucher sollen ermutigt werden, das Gemüse zu kaufen, bevor es verdirbt — etwa für Suppen, gedünstete Beilagen oder Quiches.

62 % sexuell belästigt Neue Studie über Gewalt im Alltag

Worum geht es? Das gab es seit 20 Jahren nicht mehr. In Berlin wurde am Dienstag die neue Dunkelfeldstudie "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag" (LeSuBiA) vorgestellt.

Was war der Zweck? Die Studie sollte das tatsächliche Ausmaß von Gewalt, insbesondere sexueller Belästigung, in Deutschland untersuchen und sichtbar machen, was Kriminalitätsstatistiken nicht abbilden.

Wie groß war das Sample? Die Befragung umfasste 15.479 Personen im Alter von 16 bis 85 Jahren und deckt damit auch Vorfälle ab, die nicht polizeilich erfasst werden.

Was ist das zentrale Ergebnis? Zwei Drittel aller Frauen (62,3 Prozent) und etwa jeder vierte Mann (28,6 Prozent) gab an, im Laufe seines Lebens schon sexuell belästigt worden zu sein, etwa durch ungewollte Berührungen, anzügliche Bemerkungen oder Nachrichten.

Aber? Nur rund 3 Prozent der weiblichen Opfer sexueller Übergriffe erstatten eine Anzeige, was bedeutet, dass 97 Prozent der Fälle im Dunkelfeld bleiben.

Wie ist das in Partnerschaften? Fast die Hälfte der Frauen (48,7 Prozent) und 40 Prozent der Männer haben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal psychische Gewalt von einem Partner erlebt. Überdies zeigt die Studie, dass 21,2 Prozent der Befragten bereits Stalking erlebt haben, davon waren in den letzten fünf Jahren 9 Prozent betroffen.

Eichhörnchen-Baroness Teures Kleid empört Tierschützer

Worum geht es? Die britische Baroness Hayman of Ullock hat sich den Ärger von Tierschützern zugezogen. Sie erschien auf einer Konferenz in einem Eichhörnchen-Kostüm (hier gibt es das Bild dazu). Thema war der Schutz der Nager.

Wer ist Baroness Hayman of Ullock? Eine frühere Labour-Abgeordnete des britischen Unterhauses, bevor sie 2020 in den Adelstand erhoben wurde und als Life Peer ins House of Lords kam.

Was macht sie aktuell? Hayman ist seit Juli 2024 parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra) der Regierung von Keir Starmer.

Was passierte nun? Bei einer Konferenz des UK Squirrel Accord in London trug die Baroness Hayman of Ullock ein Kleid von Dolce & Gabbana um 1.100 Euro.

Was war das Problem? Das Kleid hatte graue Eichhörnchen aufgedruckt, obwohl die Konferenz dem Schutz der Roten Eichhörnchen gewidmet war.

Warum sind graue Eichhörnchen unbeliebt? Sie kamen Ende des 19. Jahrhunderts nach Großbritannien, infizieren ihre einheimischen rötlichen Verwandten mit tödlichen Krankheiten, fressen deren Nahrung und verwüsten die Umwelt.

Was waren die Folgen? Laut dem Woodland Trust ist der Bestand an Eichhörnchen in Großbritannien von 3,5 Millionen auf nur noch 287.000 Tiere gesunken.

Bereut die Baroness ihren Auftritt? Das weiß man nicht, nicht einmal, ob ihr der Fauxpas bewusst war. Sie hat sich noch nicht geäußert.

Komplizin will schweigen ... außer Trump verspricht Begnadigung

Worum geht es? Am Montag erschien Ghislaine Maxwell, frühere Komplizin des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, vor dem House Oversight Committee des US‑Repräsentantenhauses – allerdings nur virtuell aus einem Gefängnis in Texas zugeschaltet.

Was war der Sinn? Sie war zu einer Befragung im Rahmen der Epstein‑Untersuchunggeladen.

Sagte sie aus? Während der Sitzung verweigerte Maxwell die Beantwortung sämtlicher Fragen, indem sie ihr verfassungsmäßiges Schweigerecht gemäß dem Fifth Amendment (Recht, sich nicht selbst zu belasten) nutzte.

Aber? Ihr Rechtsanwalt, David Oscar Markus, erklärte dem Ausschuss, dass Maxwell grundsätzlich bereit sei, "vollständig und ehrlich auszusagen", aber nur unter einer Bedingung: dass ihr US‑Präsident Donald Trump vorab Begnadigung bzw. Gnade gewährt.

Womit lockt sie? Markus behauptete, dass Maxwell erklären könne, warum sowohl Trump (er habe sich "in jeder Hinsicht wie ein Gentleman" verhalten) als auch Ex-Präsident Bill Clinton "unschuldig an Fehlverhalten" im Zusammenhang mit Epstein seien – diese Aussagen gebe es aber nur im Austausch für die Begnadigung.

Was verspricht sie? Nicht weniger als die "Wahrheit über Epstein". Und nur sie sei in der Lage, das zu liefern.

Wie reagierte der Kongress? Sowohl republikanische als auch demokratische Abgeordnete zeigten sich kritisch und bezeichneten Maxwells Vorgehen als Versuch, durch Schweigen eine Begnadigung zu erzwingen. Das Weiße Haus fühlt sich nicht zuständig.

Treibhausgase sind okay US-Regierung ändert Klima-Regeln

Worum geht es? Die Trump-Regierung plant nach Informationen des Wall Street Journal noch diese Woche eine Neubewertung der Gefährlichkeit von Treibhausgasen.

Was ist geplant? Es soll eine zentrale Feststellung der Klimapolitik aufgehoben werden. Dass nämlich sechs Treibhausgase eine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und das Gemeinwohl darstellen.

Welche sechs Treibhausgase sind das? Kohlendioxid, Methan, N₂O (Lachgas), Fluorierte Gase (F‑Gase), Ozon in Bodennähe, Kohlenmonoxid.

Was macht sie gefährlich? Sie verstärken den Treibhauseffekt und verursachen dadurch Klimawandel, Hitzestress, Luftverschmutzung und indirekt gesundheitliche Risiken wie Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen. Sie werden offiziell auch von der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und dem Kyoto-Protokoll als "Haupttreibhausgase" eingestuft.

Warum ist das relevant? Die Einstufung stammt aus der Obama-Ära 2009. Sie bildete die rechtliche Grundlage für die Klimaschutzbestimmungen der US-Umweltschutzbehörde (EPA), um die Emissionen von Kraftwerken und Fahrzeuge im Rahmen des Clean Air Act zu begrenzen.

Was soll nun passieren? Die regulatorischen Anforderungen zur Messung, Meldung, Zertifizierung und Einhaltung der bundesstaatlichen Standards für die Treibhausgasemissionen von Kraftfahrzeugen und Berichtspflichten für die Industrie fallen.

Fallen damit alle Limits? Nein, die Emissionsvorschriften von Kraftwerken und anderen stationären Anlagen wie Öl- und Gasanlagen gelten weiter. Eine Aufhebung der Feststellung könnte jedoch den Weg für eine Lockerung der Vorschriften ebnen, die diese Anlagen betreffen.

Geht das so einfach? Umweltgruppen haben angekündigt, eine Aufhebung der Regelungen gerichtlich anzufechten, und es könnte Jahre dauern, bis die Rechtsstreitigkeiten beigelegt sind. Die Regierung könnte die Durchsetzung von Regeln und Bußgeldern während des laufenden Verfahrens aber aussetzen.

Unbeliebt wie keiner Briten-Premier schafft Negativrekord

Worum geht es? Weniger als zwei Jahre nach dem überwältigenden Wahlsieg der Labour Party ist der britische Premierminister Sir Keir Starmer laut dem Economist der unbeliebteste britische Premierminister aller Zeiten.

Was heißt das? Die Labour-Partei hat seit Juli 2024 massiv an Unterstützung verloren und kommt nun nur noch auf etwa ein Fünftel der Wählerstimmen – ein neuer Tiefststand für eine Regierungspartei in Großbritannien.

Wohin wechseln die Wähler? Fast die Hälfte der Labour-Wähler von 2024 gibt nun an, für eine andere Partei stimmen zu wollen. Reform UK, die rechtspopulistische Partei unter Nigel Farage, führt seit Mai 2025 in allen Meinungsumfragen.

Wie kann sich Starmer trösten? Neue Daten von Morning Consult zeigen, dass Starmer nicht einmal der unbeliebteste Staatschef in Europa ist.

Sondern? Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine noch miserablere Zustimmungsrate von 16 Prozent, was den Weg für einen Sieg des rechtsextremen Rassemblement National bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr ebnet.

Wer hat noch ein Problem? Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ist ebenfalls äußerst unbeliebt, was die breite Ablehnung der amtierenden Regierungen in Europa angesichts der Inflations- und Einwanderungspolitik widerspiegelt.

Trump blockiert Brücke Fast fertig, nun Streit mit Kanada

Worum geht es? Die Gordie Howe International Bridge soll Detroit in den USA mit Windsor in Kanada verbinden. Nun aber legt sich US-Präsident Donald Trump quer (hier sein Video-Statement).

Warum? Trump schrieb auf seiner Social-Media-Plattform, er werde nicht zulassen, dass die Brücke eröffnet wird, solange Kanada die USA nicht "vollständig entschädigt" habe und "Fairness und Respekt" zeige.

Was meint er? Dabei forderte er, dass die USA wenigstens die Hälfte der Brücke besitzen sollten. Dabei ist Kanada der Bauherr und hat die gesamte Brücke vorfinanziert. Das Geld soll über Mauteinnahmen hereinkommen.

Was stört Trump? Er begründet seine Drohung mit Handelsstreitpunkten — etwa, dass beim Bau nicht genügend US-Stahl verwendet wurde, Kanada hohe Zölle erhebt und sich Kanada wirtschaftlich stärker an anderen Ländern (z. B. China) orientiere.

Was weiß man über die Brücke? Sie soll knapp 4,8 Milliarden US-Dollar kosten, ist seit 2018 im Bau, die Eröffnung ist für heuer geplant. Sie hat sechs Spuren (drei in jede Richtung), keine Fuß- oder Radwege. Die Hauptspannweite über den Detroit River beträgt etwa 853 Meter.

Kein Flugbenzin mehr Airline streicht Flüge nach Kuba

Worum geht es? Die kubanische Regierung hat internationale Fluggesellschaften gewarnt, dass an den Flughäfen auf der Insel bald kein Kerosin (Flugbenzin) mehr verfügbar sein wird.

Welche Flughäfen betrifft das? Mehrere große internationale Airports, etwa in Havanna, Varadero, Holguín oder Cayo Coco. Der Engpass soll mindestens bis zum 11. März 2026 andauern.

Was ist der Grund? Kuba hat durch US‑Sanktionen einen drastischen Wegfall von Öl‑ und Treibstofflieferungen erlebt — besonders aus Venezuela (traditioneller Lieferant) und auch aus Mexiko. Dadurch geht dem Land nicht nur Benzin für Autos aus, sondern jetzt auch Treibstoff für Flugzeuge.

Was ist die Folge? Air Canada, WestJet und Air Transat (kanadische Airlines) haben ihre Flüge nach Kuba eingestellt oder ausgesetzt, weil sie nicht sicher sein können, dass Flugzeuge vor Ort wieder betankt werden können.

Was ist mit den Passagieren vor Ort? Air Canada fliegt vorübergehend sogar leere Maschinen nach Kuba, um etwa 3.000 kanadische Passagiere zurückzubringen.

Wie lösen andere Airlines das Problem? Sie müssen technische Zwischenstopps (z. B. in der Dominikanischen Republik) einlegen. Flüge zwischen Miami und Kuba verkehren noch normal, weil sie so kurz sind, dass sie ohne zusätzliche Betankung in Kuba auskommen.

9. Februar 2026

Coup zu Weihnachten Safeknacker erbeuteten halbe Milliarde

Worum geht es? Nach dem Rififi-Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen an den Weihnachtsfeiertagen veröffentlichte die Polizei nun weitere Tatortfotos, um der Öffentlichkeit einen Eindruck davon zu geben, weshalb sich die Ermittlungen so hinziehen.

Und weshalb ist das so? Weil die Beamten aus mehreren hunderttausend Gegenständen, die von den Räubern zurückgelassen wurden, zunächst etwa 50.000 herausfiltern mussten, auf denen Spuren der Täter gesichert werden konnten. Gleichzeitig gehen die Schätzungen, was die Schadensumme betrifft, weiter nach oben.

Wie groß ist der entstandene Schaden? Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände im Gesamtwert zwischen 100 Millionen und einer halben Milliarde Euro (!) gestohlen worden sein könnten.

Was ist da eigentlich geschehen? Zwischen dem 24. und dem 28. Dezember 2025 drangen mehrere Täter über ein benachbartes Parkhaus in den Keller einer Sparkassenfiliale ein, bohrten sich durch die Wand des Tresorraums und knackten mehr als 3.100 Schließfächer, ehe sie unerkannt entkommen konnten.

Wurde bereits mit allen Geschädigten gesprochen? Nein, bislang konnten erst etwa 1.200 Personen befragt werden.

Und gibt es Spuren, die zu den Tätern führen könnten? Laut den Ermittlern lägen derzeit etwa 600 Hinweise aus der Bevölkerung vor, denen allen nachgegangen werden muss.

Olympia-Reporter streiken Eigener TV-Direktor ist ihnen peinlich

Worum geht es? Ein Jahrhundert-Ereignis, das wollte er sich nicht nehmen lassen. Paolo Petrecca, der Direktor von RaiSport, kommentierte die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 für den italienischen Sender RAI selbst. Keine gute Idee.

Warum? Es kam es zu zahlreichen groben Fehlern und peinlichen Verwechslungen live im Fernsehen. Er begrüßte die Zuschauer mit "Willkommen im Stadio Olimpico", obwohl die Feier im San‑Siro stattfand. Dann verwechselte er die italienische Schauspielerin Matilda De Angelis mit Mariah Carey.

Was noch? Er hielt IOC‑Präsidentin Kirsty Coventry fälschlich für die Tochter des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Beim olympischen Fackellauf erkannte er nur eine der sechs Volleyball-Frauen, obwohl viele von ihnen Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen sind.

Was war das Schlimmste? Er plauderte den Gag des Abends aus. Staatspräsident Mattarella reiste in einer von Valentino Rossi gesteuerten Straßenbahn an.

Wie kam es dazu? Wohl aus Eitelkeit setzte Petrecca im Vorfeld Auro Bulbarelli als Kommentator der Eröffnung ab, ein Sportjournalist mit weitaus mehr Erfahrung bei Olympischen Spielen.

Was ist nun die Folge? Die RAI-Sportreporter haben beschlossen, nach den Spielen drei Tage in eine Art Streik zu treten. Bis dahin werden sie ihre Namen nicht mehr unter ihre Berichte setzen.

"Mädchen raus, oder …" Das Pentagon droht den Pfadfindern

Worum geht es? US-"Kriegsminister" Pete Hegseth setzt den amerikanischen Pfadfindern das Kampfmesser an. Wenn die Organisation nicht umgehend ihre Grundwerte überdenke, werde sie die Unterstützung der Streitkräfte verlieren, so die Washington Post.

Welche Grundwerte sollen überdacht werden? "Pistolen-Pete" geht es vor allem darum, dass die Pfadfinder seit einigen Jahren auch Mädchen aufnehmen und ihren Namen 2024 von "Boy Scouts" in "Scouting America" geändert haben, um ihren inklusiven Charakter zu unterstreichen. Beides widerspreche nach Ansicht des Ministers dem eigentlichen Gedanken der Organisation.

Was wäre der? Die Regierung sieht die Pfadfinder als frühe Kaderschmiede für ihre Streitkräfte, über die junge Burschen für einen Dienst mit der Waffe begeistert werden sollen. Initiativen für Diversität, Gleichstellung und Inklusion seien da kontraproduktiv.

Wie haben die Pfadfinder reagiert? Diplomatisch: Man begrüße den Beitrag des Pentagon. Und: "Seit fast 116 Jahren ist die Pfadfinderbewegung ein Eckpfeiler amerikanischer Ideale, staatsbürgerlichen Engagements, des Dienstes am Gemeinwohl und des Abenteuers für die amerikanische Jugend." Sobald es weitere Neuigkeiten gebe, werde man sie bekannt geben.

Wird man sich dem Wunsch des Pentagon beugen? Man wird vermutlich versuchen, einen Kompromiss zu finden. Heuer findet, wie alle vier Jahre, das National Jamboree in West Virginia statt, das größte Zeltlager der Pfadfinder. Ohne Unterstützung von Armee und Nationalgarde bei Logistik, Sicherheit und medizinischer Versorgung wäre das jedoch nicht durchführbar.

Bitte nicht hüpfen! Olympia-Medaillen brechen leicht ab

Worum geht es? Der Gewinn einer olympischen Medaille gilt für Sportlerinnen und Sportler als Karriere-Höhepunkt. Allzu überschwänglich sollte man die Freude aber nicht ausdrücken, wie sich nun in Italien zeigte.

Was ist passiert? Die US‑Skirennläuferin Breezy Johnson gewann Gold in der Abfahrt. Dann hüpfte sie mit der Medaille, dabei brach der Steg der das Stück mit dem Umhängeband verbindet.

Ein Einzelfall? Nein! Ebba Andersson gewann für Schweden Silber im Skiathlon, lief mit der Medaille um den Hals auf ihre Eltern zu, und plumps.  Dasselbe bei US-Eiskunstläuferin Alysa Liu, die im Team Gold holte.  Beim deutschen Biathleten Justus Strelow fiel die Bronzemedaille in der Mixed-Staffel beim Feiern zu Boden.

Was ist die Schlussfolgerung? Die Medaillen haben offenbar eine Sollbruchstelle. Breezy Johnson warnte ihre Kolleginnen scherzhaft, nicht mit der Medaille zu hüpfen.

Was ist das Problem? Die Olympia-Plaketten wurden vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato hergestellt, der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens. Für die Produktion wurden recycelte Metalle aus eigenen Produktionsabfällen verwendet. Offenbar nicht gut genug.

"Absolut schrecklich" Trump gefiel Show bei Super Bowl nicht

Worum geht es? In der Nacht auf Montag ging das angeblich größte Sportereignis der Welt über die Bühne. Die Seattle Seahawks gewannen in Santa Clara in Kalifornien gegen die New England Patriots mit 29:13.

Worüber wurde nach dem Super Bowl geredet? Wie so oft über die Halbzeit-Show. Höhepunkt: Der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny, er trat mit einem komplett spanischsprachigen Programm auf. Vor allem seine Botschaft der Einheit ("Together We Are America") und eine live inszenierte Hochzeit auf dem Spielfeld sorgten für Aufsehen.

Warum? Während der 13-minütigen Show verwandelte sich der Levi's Stadium-Rasen in eine Hochzeits-"Plaza". Ein echtes Paar heiratete live und das tatsächlich. Ein Standesbeamter erklärte das Paar offiziell zu Ehepartnern und sie küssten sich. Bad Bunny selbst agierte als Trauzeuge und unterzeichnete die Heiratsurkunde.

Das ärgerte Trump? Nein, er ist grundsätzlich ein Gegner von Bad Bunny (und umgekehrt), fand seine Auswahl "absolut lächerlich" und "schrecklich".

Wie drückte er das aus? Auf seiner Plattform Truth Social nannte er die Show "absolut schrecklich" und "eine der schlechtesten aller Zeiten". Es sei "eine Beleidigung für die Größe Amerikas". Zu Bad Bunny: "Niemand versteht, was dieser Typ sagt."

Wer ist Bad Bunny? Einer der weltweit am meisten gestreamten Künstler, aber auch politisch engagiert. Er gilt etwa als Kritiker der Einwanderungspolitik unter Trump.

Starmers Stabchef geht Rechte Hand lässt ihn links liegen

Worum geht es? Morgan McSweeney war der Chef des Kabinetts (Chief of Staff) des britischen Premierministers Sir Keir Starmer – also einer der wichtigsten politischen Berater und Strategen im britischen Regierungsteam. Nun trat er zurück.

Warum? Es ist eine Folge der Epstein-Affäre, in die Lord Peter Mandelson verstrickt ist. Der Ex-Minister war britischer Botschafter in den USA, McSweeney fühlt sich für seine Bestellung mitverantwortlich.

Wie begründet er das? In seinem Rücktrittsschreiben sagte McSweeney, er übernehme "volle Verantwortung" für seinen Rat zu dieser umstrittenen Ernennung und dass es daher das "ehrenhafteste" sei, zurückzutreten.

Was sind die politischen Folgen? Der Druck auf Premierminister Starmer wächst – mehrere Oppositionspolitiker und auch einige Labour‑Abgeordnete fordern jetzt Konsequenzen. Anas Sarwar, der Anführer der schottischen Labour-Partei, will, dass Starmer abtritt.

Ist McSweeney das letzte "Opfer"? Nein, am Montag trat auch Tim Allan, der Kommunikationsdirektor von Starmer, zurück – was ein weiteres Zeichen für interne Turbulenzen ist.

Wie wichtig war McSweeney? Sein Rücktritt ist politisch hoch relevant, weil er zu den einflussreichsten Beratern im britischen Regierungsteam gehörte. Er spielte auch eine große Rolle beim Erfolg der Labour Party bei der Parlamentswahl 2024.

Streit über Namen für Kind Nun soll es wie Heiliger heißen

Worum geht es? Ein geschiedenes Paar konnte sich in Griechenland nicht einigen, wie ihr Kind heißen sollte. Die Mutter wollte einen Großeltern-Namen aus ihrer Familie, der Vater einen Großeltern-Namen aus seiner Familie.

Keine Chance auf Einigung? Beide Seiten lehnten Kompromisse ab und auch Vorschläge für Doppelnamen oder alternative Namen wurden zurückgewiesen.

Also? Zunächst versuchte ein Amtsgericht, eine Einigung herbeizuführen – ohne Erfolg. Danach ging der Fall zum Höchsten Gericht Griechenlands (Areopag). Hier fiel ein salomonisches Urteil.

Nämlich? Das Gericht entschied im Sinne des Kindeswohls, nicht entlang der elterlichen Wünsche. Das Kind soll den Namen eines Heiligen bekommen, basierend auf dem Geburtstag des Sprösslings. Auch das Datum und den Ort der Taufe legte die Justiz fest.

Wie heißt es nun also? Das ist noch unklar. Der Geburtstag war der 16. September. Da werden laut griechisch‑orthodoxem Kalender aber mehrere Heilige verehrt: Cornelius, Cyprian, Cassian, Gregor, Euphemia und Lucia.

Was weiß man über die Eltern? Das Geschlecht des Kindes wurde nicht genannt. Bei den Eltern soll es sich um einen Anwalt und um eine Justizangestellte handeln.

Haft für Medien-Manager 78-jähriger soll 20 Jahre "sitzen"

Worum geht es? Ein Gericht in Hongkong hat den 78-jährigen Jimmy Lai am Montag zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Medienunternehmer ist einer der bekanntesten Kritiker der chinesischen Regierungspolitik in Hongkong.

Weswegen wurde er angeklagt? Es wurden ihm Verstöße gegen das Nationale Sicherheitsgesetz vorgeworfen. Es kriminalisiert explizit: Sezession (Trennung von China), Subversion (Sturz der Regierung), Terrorismus (Verwendung von Gewalt), Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften. Lai fiel laut Gericht unter mehrere dieser Punkte.

Was heißt das im Detail? Lai soll mit ausländischen Regierungen und Organisationen Kontakt aufgenommen haben, um interne Angelegenheiten Hongkongs zu beeinflussen.

Welche Rolle soll sein Unternehmen spielen? Über seine Zeitung Apple Daily und andere Kanäle sollen Inhalte veröffentlicht worden sein, die laut Gericht die Regierung Hongkongs "untergraben" und die Bevölkerung zu Protesten oder Aufständen anregen könnten.

Wie fiel das Urteil aus? Jimmy Lai war bereits seit Ende 2020 in Haft. Er fiel unter das umstrittene nationale Sicherheitsgesetz von Hongkong, das nach den großen Demokratieprotesten von 2019 eingeführt wurde. Nun wurde er für schuldig befunden.

Wie lange soll er in Haft? Weitere 18 Jahre. Weil er wegen anderer Verfahren bereits im Gefängnis sitzt, wurde ihm zwei Jahre "angerechnet".

Wie fiel die Reaktion aus? Es gab international viele Proteste. Jimmy Lai ist auch britischer Staatsbürger. Menschenrechts- und Pressefreiheit-Organisationen bezeichnen das Urteil als "kaltherzigen Angriff auf die Meinungsfreiheit".