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6. Mai 2026

Neuer US-Friedensplan Nur eine Seite lang, mit 14 Punkten

Worum geht es? Die USA und der Iran könnten kurz vor einer vorläufigen Einigung stehen, um den aktuellen Konflikt zu beenden und neue Atomverhandlungen zu starten. Das berichtet das Newsportal Axios.

Was ist der Plan? Kernstück wäre ein "Memorandum of Understanding" (MOU). Der Vorschlag, den die USA übermittelt haben, ist nur eine Seite lang und umfasst 14 Punkte.

Was steht drin? Das Papier umfasst eine Einigung über die iranische Urananreicherung, eine Lockerung von US-Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, Schritte zur Wiederöffnung bzw. Entspannung rund um die Straße von Hormus.

Warum ist das so kurz? Teil der Vereinbarung wäre auch, dass man sich in einem Zeitfenster von etwa 30 Tagen über Details einigt.

Warum ist das wichtig? Es wäre der bislang größte diplomatische Fortschritt seit Beginn der aktuellen militärischen Eskalation zwischen den USA und Iran.

Was ist bemerkenswert? Der Iran hat offenbar erstmals Bereitschaft signalisiert, hochangereichertes Uran außer Landes zu bringen – ein zentraler Punkt für Washington.

Gibt es schon eine endgültige Einigung? Nein, es ist noch nichts unterschrieben. Die USA erwarten innerhalb von 48 Stunden Antworten Teherans auf mehrere offene Punkte. Innerhalb der iranischen Führung gebe es weiterhin starke Meinungsunterschiede.

Was bleibt offen? Vor allem die Dauer des Anreicherungsstopps ist umstritten: Der Iran wollte ursprünglich nur fünf Jahre, die USA forderten 20 Jahre, diskutiert wird derzeit ein Kompromiss von etwa 12 bis 15 Jahren.

Wer verhandelt? Auf US-Seite führen unter anderem Steve Witkoff und Jared Kushner Gespräche – teils direkt, teils über Vermittlerstaaten wie Pakistan oder Oman.

Ölpreis stürzt ab Möglicher US-Deal beflügelt Hoffnung

Worum geht es? Die Aussicht auf einen Deal zwischen den USA und Iran löste an den Weltmärkten einen massiven Stimmungsumschwung aus. Der Ölpreis sank deutlich, die Aktien legten zu.

Warum? Anleger wetteten plötzlich darauf, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, die Ölversorgung gesichert bleibt, und ein größerer Krieg im Nahen Osten vermieden werden kann.

Wie stark fiel der Ölpreis tatsächlich? US-Öl (WTI) verlor zeitweise fast 10 Prozent und fiel auf rund 94 Dollar pro Barrel. Brent-Öl sank um etwa 8 Prozent auf rund 102 Dollar.

Was heißt das im Vergleich? Noch vor wenigen Tagen war Brent wegen der Angst vor einer dauerhaften Hormus-Blockade auf bis zu 126 Dollar gestiegen. Das war eine der heftigsten Gegenbewegungen seit Beginn des Konflikts.

Warum reagierte der Ölmarkt so extrem? Weil die Straße von Hormus der wichtigste Öl-Flaschenhals der Welt ist. Durch die Meerenge laufen normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels und große Teile des LNG-Geschäfts aus Katar.

Wie reagierten die US-Börsen? Sehr euphorisch. Die meisten Aktienindices auf der ganzen Welt legten deutlich zu. Besonders stark stiegen Airlines, Transportwerte, Industrieaktien, Konsumtitel.

Australien bunkert Sprit Eine Milliarde Liter als neue Reserve

Worum geht es? Australien reagiert auf die weltweite Öl- und Versorgungskrise mit einem gigantischen Sicherheitsprogramm: Insgesamt steckt Canberra dafür mehr als 6,2 Milliarden Euro in neue Lager, Importabsicherung und Treibstoffreserven.

Wie viel wird gebunkert? Die Regierung will eine strategische Reserve von rund einer Milliarde Liter Diesel und Kerosin (Jet Fuel) aufbauen.

Warum? Australien ist extrem abhängig von Importen: Rund 80 Prozent der flüssigen Treibstoffe kommen aus dem Ausland. Viele Lieferungen laufen über Routen, die vom Nahost-Konflikt betroffen sind. Gleichzeitig hat Australien nur noch zwei größere Raffinerien.

Wie schlecht ist Australiens Versorgungslage derzeit? Die Zahlen zeigen, warum die Regierung nervös wurde: Australien verfügt derzeit nur über Benzin für 43 Tage, Diesel für 33 Tage und Kerosin für 28 Tage. Und das ist noch die optimistischste Berechnung.

Warum konzentriert sich Australien besonders auf Kerosin? Weil ohne Jet Fuel der Flugverkehr kollabieren würde. Australien ist geografisch extrem isoliert, viele Regionen sind auf Flugverkehr angewiesen.

Was bedeutet das für Fluglinien und Verbraucher? Kurzfristig steigen wahrscheinlich die Kosten. Denn mehr Lagerhaltung kostet Geld, Unternehmen müssen größere Mindestreserven anlegen, und neue Speicheranlagen müssen gebaut werden.

Was passierte bereits während der Krise? Australien musste wie viele Länder im März erstmals seit Jahren Teile seiner Notreserven freigeben: Eine Menge, die für etwa sechs Tage Benzin und fünf Tage Diesel reicht, wurde aus strategischen Vorräten auf den Markt gebracht.

Wie reagierten Politik und Wirtschaft in Australien? Die Regierung spricht von der größten Energie-Sicherheitsinitiative seit Jahrzehnten. Premier Anthony Albanese sagte, Australien müsse "Energiesouveränität" sichern.

Gibt es Kritik an dem Programm? Ja — und zwar massiv. Kritiker sagen, Australien investiere Milliarden in fossile Treibstoffe statt in Elektromobilität, das Land mache sich weiter abhängig von Öl, und neue Raffinerien würden das Grundproblem nicht lösen.

5 Verlage klagen Meta KI wird mit ihren Büchern trainiert

Worum geht es? Fünf große Buchverlage haben gemeinsam mit Bestsellerautor Scott Turow eine Sammelklage gegen Meta und CEO Mark Zuckerberg eingereicht.

Was ist der Vorwurf? Meta habe Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher und Fachartikel illegal verwendet, um sein KI-Modell Llama zu trainieren.

Welche Verlage klagen konkret? An der Klage beteiligt sind Hachette, Macmillan, McGraw Hill, Elsevier, und Cengage. Zusätzlich tritt der bekannte Autor Scott Turow als Kläger auf.

Wer ist Scott Turow? Der Harvard-Absolvent und Rechtsanwalt hat mehrere Bestseller geschrieben und weltweit 25 Millionen Bücher verkauft. Sein Roman "Aus Mangel an Beweisen" wurde mit Harrison Ford in der Hauptrolle verfilmt und von David E. Kelley fürs Fernsehen adaptiert. Die Hauptrolle spielte Jake Gyllenhaal.

Was werfen die Kläger Meta genau vor? Meta habe Millionen Bücher und wissenschaftliche Texte von Piraterie-Seiten heruntergeladen, darunter Inhalte von LibGen, Sci-Hub und Anna’s Archive, und diese massenhaft kopiert, um die KI Llama zu trainieren.

Warum ist der Fall für die KI-Branche so wichtig? In der Klage ist von "einer der größten Urheberrechtsverletzungen der Geschichte" die Rede. Sie betrifft eine Kernfrage: Dürfen KI-Konzerne urheberrechtlich geschützte Inhalte zum Training verwenden?

Was behaupten die Verlage? Llama könne ganze Passagen, nahezu wortgleiche Zusammenfassungen, und direkte Textkopien aus Büchern erzeugen. Damit konkurriere die KI direkt mit den Originalwerken der Autoren und Verlage.

Welche Rolle spielt Mark Zuckerberg persönlich? Die Klage richtet sich ausdrücklich auch gegen Zuckerberg selbst. Die Verlage behaupten Zuckerberg habe die Nutzung von Piraterie-Inhalten persönlich genehmigt.

Wie reagierte Meta? Der Konzern kündigte einen harten Abwehrkampf an. Ein Sprecher erklärte, KI-Training mit urheberrechtlich geschützten Inhalten könne unter "Fair Use" fallen — also unter zulässige Nutzung nach US-Recht.

Warum ist "Fair Use" hier so entscheidend? Weil davon die gesamte KI-Industrie abhängen könnte. US-Gerichte prüfen dabei vor allem, ob KI-Inhalte "transformativ" sind, ob sie neue Werke schaffen, und ob sie dem Originalmarkt wirtschaftlich schaden. Genau darüber tobt derzeit ein gigantischer Rechtsstreit in den USA.

Hat Meta in ähnlichen Fällen schon gewonnen? Teilweise ja. 2025 gewann Meta einen wichtigen Prozess gegen Autoren wie Sarah Silverman und Ta-Nehisi Coates. Ein Richter entschied damals: Die Kläger hätten nicht ausreichend nachgewiesen, dass Metas KI ihren Markt zerstöre.

Welche Summen stehen auf dem Spiel? Die Kläger fordern Schadenersatz, Strafzahlungen und möglicherweise Lizenzgebühren für Millionen Werke. Zum Vergleich: Anthropic zahlte 2025 bereits rund 1,5 Milliarden Dollar zur Beilegung ähnlicher Copyright-Streitigkeiten.

New York Times verklagt Wurde weißer Reporter diskriminiert?

Worum geht es? Die US-Gleichbehandlungsbehörde EEOC verklagt die New York Times wegen angeblicher Diskriminierung eines weißen männlichen Mitarbeiters.

Was ist der Vorwurf? Ein erfahrener Redakteur sei bei einer Beförderung bewusst zugunsten einer multikulturellen Frau übergangen worden — auch wegen der Diversity-Strategie des Medienhauses.

Was genau wirft die Behörde der New York Times vor? Laut Klage geht es um die Besetzung eines Postens als "stellvertretender Immobilienredakteur Anfang 2025.

Was behauptet die EEOC? Der weiße männliche Bewerber habe jahrelange Erfahrung im Immobilienjournalismus gehabt, die schließlich ausgewählte Kandidatin dagegen keine direkte Erfahrung. Der Mann sei nicht einmal in die finale Auswahl gekommen.

Was ist das Argument? Die Behörde wendet ein, dass bei dem Vorgang Hautfarbe, Geschlecht und Diversity-Ziele
eine unzulässige Rolle gespielt hätten.

Welche Gesetze sollen verletzt worden sein? Die EEOC beruft sich auf Title VII des Civil Rights Act von 1964 sowie den Civil Rights Act von 1991. Diese Gesetze verbieten Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft oder Ethnie.

Gilt das auch für Weiße? Ja. Die Behörde betont deshalb ausdrücklich, es gebe "keine Reverse Discrimination-Ausnahme".

Warum ist der Fall politisch so explosiv? Weil er mitten in den amerikanischen Kulturkampf um Diversity-Programme fällt. Die Klage gilt als Teil der breiteren Offensive der Trump-Regierung gegen DEI-Programme („Diversity, Equity & Inclusion“), Quotenmodelle, und identitätspolitische Personalstrategien.

Was sagt EEOC-Chefin Andrea Lucas? Sie ist eine Trump-Vertraute und betont: "Alle Formen von Diskriminierung sind illegal."

Welche Rolle spielen die Diversity-Ziele der New York Times? Die EEOC verweist auf interne Diversity-Initiativen. Besonders im Fokus steht ein Programm aus  2021, das laut Klage mehr Frauen, mehr People of Color und mehr Diversität in Führungspositionen fördern sollte.

Warum ist das zentral? Die Behörde argumentiert, dass genau diese Zielsetzungen zur Benachteiligung des weißen Mannes geführt hätte.

Wie reagierte die New York Times? Sehr scharf. Die Zeitung bezeichnete die Klage als "politisch motiviert", als „substanzlos“ und als Versuch der Trump-Regierung, eine unabhängige Behörde zu instrumentalisieren. Weder Hautfarbe noch Geschlecht hätten eine Rolle gespielt, man habe schlicht die beste Kandidatin ausgewählt.

Gibt es innerhalb der EEOC Streit über die Klage? Ja — massiv. Die demokratische EEOC-Kommissarin Kalpana Kotagal stimmte gegen die Klage. Sie warnte, dass die Behörde werde politisch benutzt, und die Regierung wolle gezielt Diversity-Programme zerstören.

Ist das ein Einzelfall? Nein. Die EEOC geht derzeit verstärkt gegen Unternehmen mit Diversity-Programmen vor. Zuletzt gab es Ermittlungen gegen Nike, eine Einigung mit Planned Parenthood Illinois, und mehrere Verfahren wegen angeblicher Benachteiligung weißer Mitarbeiter.

Warum ist die Klage für US-Medienhäuser wichtig? Weil sie enorme Auswirkungen auf Personalpolitik und Diversity-Programme haben könnte. Viele große Medienhäuser haben seit 2020 aggressive Diversitätsziele eingeführt, spezielle Förderprogramme aufgebaut, und Managementpositionen gezielt diverser besetzt.

Welche Folgen drohen der New York Times konkret? Die EEOC fordert unter anderem: Schadenersatz, Strafzahlungen, und Änderungen bei den Einstellungs- und Beförderungsprozessen. Sollte die Zeitung verlieren, könnte das Milliardenunternehmen, Universitäten, Medienhäuser und Konzerne mit ähnlichen Diversity-Programmen massiv verunsichern.

"Führe, folge oder geh weg!" CNN-Gründer Ted Turner starb mit 87

Worum geht es? Er galt als einer der prägendsten Medienpioniere des 20. Jahrhunderts. Nun ist US-Medienunternehmer Ted Turner im Alter von 87 Jahren gestorben.

Was war sein Lebenswerk? Turner gründete 1980 den Nachrichtensender CNN und revolutionierte mit dem ersten 24-Stunden-Newsprogramm weltweit den Fernsehnachrichtenmarkt.

Wer war Ted Turner? Unternehmer, Medienmogul und Philanthrop. Neben CNN gründete er auch Sender wie TNT, TBS und Cartoon Network. Er machte aus regionalen Fernsehsendern ein globales Medienimperium und prägte das Kabelfernsehen entscheidend mit.

Warum war CNN so bedeutend? Estmals gab es ein Nachrichtenprogramm rund um die Uhr. Besonders während des Golfkriegs 1991 zeigte sich die neue Macht des Live-Fernsehens: Millionen Menschen verfolgten die Ereignisse in Echtzeit.

Wie verlief Turners Karriere? Turner übernahm das Werbeunternehmen seines Vaters, stieg dann ins Fernsehgeschäft ein und baute Turner Broadcasting auf. 1996 verkaufte er alles an Time Warner – eine Entscheidung, die er später als großen Fehler bezeichnete.

Wofür war Turner neben den Medien bekannt? Er engagierte sich stark für den Umweltschutz. 1998 gründete er die United Nations Foundation und spendete den Vereinten Nationen eine Milliarde Dollar – damals eine Rekordsumme.

Wie war sein Gesundheitszustand zuletzt? Bereits 2018 machte Turner öffentlich, an Lewy-Body-Demenz zu leiden, einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung. Anfang 2025 war er wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt worden.

Wie reagieren Politik und Medien auf seinen Tod? CNN würdigte Turner als "visionären Gründer". Viele Politiker und Medienvertreter betonten seinen Einfluss auf die globale Nachrichtenwelt. Donald Trump bezeichnete ihn als "einen der Größten aller Zeiten".

Wie sah Ted Turners Privatleben aus? Er galt als exzentrischer, impulsiver und lebenslustiger Unternehmer. Wegen seiner provokanten Aussagen trug er Spitznamen wie "Captain Outrageous" oder "The Mouth of the South".

Was war die andere Seite? Freunde und Wegbegleiter beschrieben ihn als ebenso visionär wie schwierig. Er sprach offen über psychische Probleme und seinen jahrzehntelangen Kampf mit Depressionen.

Wie oft war Ted Turner verheiratet? Dreimal. Seine erste Ehe führte er von 1960 bis 1964 mit Judy (Julia) Nye. Danach war er von 1965 bis 1988 mit Jane Shirley Smith verheiratet. Internationale Aufmerksamkeit erhielt vor allem seine dritte Ehe mit Hollywood-Star Jane Fonda, die von 1991 bis 2001 dauerte.

Warum? Beide galten in den 1990er-Jahren als Glamour-Paar der USA, Fonda legte sogar ihre Filmkarriere auf Eis. Die Ehe war allerdings konfliktreich: Fonda sprach später über Turners Stimmungsschwankungen und seine schwierige Persönlichkeit.

Hatte Ted Turner Kinder? Ja. Turner hinterlässt fünf Kinder sowie 14 Enkel und zwei Urenkel. Zu seinen bekanntesten Kindern zählen Laura Turner Seydel und Robert Edward "Teddy" Turner IV.

Wie hoch war sein Vermögen? Es wurde zuletzt auf rund zwei bis drei Milliarden Dollar geschätzt.  Turner besaß zudem riesige Ranches und galt zeitweise als größter privater Landbesitzer der USA. Einen großen Teil seines Reichtums hatte er allerdings bereits verschenkt.

Woraus bestand sein Besitz? Zum Turner-Imperium gehörten gewaltige Ländereien in mehreren US-Bundesstaaten und Argentinien, Medienbeteiligungen sowie die Restaurantkette "Ted’s Montana Grill". Besonders bekannt war seine riesige Bison-Herde – die größte private der Welt.

Welche Zitate bleiben in Erinnerung? Viele, etwa: "Gewinner geben nie auf – und Aufgeber gewinnen nie.“ "Führe, folge – oder geh aus dem Weg." Wenn ich nur ein bisschen Demut hätte, wäre ich perfekt.“ "Sport ist wie Krieg – nur ohne Töten." "Ich weiß schon, was auf meinem Grabstein stehen soll: ,Ich habe nichts mehr zu sagen.‘"

Russen-Pavillon gestürmt Störaktion auf Kunstbiennale Venedig

Worum geht es? Die feministische Protestgruppe Pussy Riot hat mit einer spektakulären Aktion auf der Kunstbiennale in Venedig den russischen Pavillon zeitweise lahmgelegt.

Hat die Biennale schon offen? Die 61. Kunstbiennale von Venedig läuft offiziell vom 9. Mai bis 22. November 2026. Die ersten Tage davor sind traditionell Presse- und Previewtage für geladene Gäste, Sammler und Journalisten.

Was passierte? Rund 40 Aktivisten, darunter auch Mitglieder der Gruppe Femen, protestierten gegen die Rückkehr Russlands zur Biennale – erstmals seit dem Angriff auf die Ukraine 2022. Der Pavillon musste kurzfristig geschlossen werden.

Wie lief der Protest ab? Die Demonstranten stürmten mit pinken Sturmhauben zum russischen Pavillon, zündeten Rauchfackeln in den Farben der Ukraine und skandierten Parolen wie "Blood is Russia’s Art" („Blut ist Russlands Kunst“).

Kam es zu Zwishenfällen? Einige Aktivisten versuchten, in den Pavillon einzudringen, wurden aber von der Polizei gestoppt. Auf nackten Oberkörpern standen Slogans wie "Russia kills, biennale exhibits".

Warum protestiert Pussy Riot? Die Gruppe sieht die Teilnahme Russlands als "Propaganda-Plattform" des Kremls. Die Aktivisten argumentieren, Europa dürfe einem Land, das weiterhin Krieg gegen die Ukraine führe, keine Bühne bei einer der wichtigsten Kulturveranstaltungen der Welt bieten.

Warum ist Russlands Teilnahme so umstritten? Russland war nach dem Überfall auf die Ukraine von der Biennale ausgeschlossen worden. 2026 kehrte das Land nun überraschend zurück.

Gab es nur von Pussy Riot Proteste? Nein, sondern auch von ukrainischen Politikern, Künstlern und Teilen der EU. Sogar die Jury der Biennale trat geschlossen zurück, weil sie keine Länder bewerten wollte, deren Staatschefs international unter Druck stehen.

Wie reagierte die Biennale-Leitung? Präsident Pietrangelo Buttafuoco verteidigte die Teilnahme Russlands und warnte vor "Zensur" und einer "Werkstatt der Intoleranz". Kunst müsse Raum für Dialog bleiben und dürfe nicht zu einem politischen Tribunal werden. Italiens Kulturministerium distanzierte sich allerdings teilweise von der Entscheidung.

Wer ist Pussy Riot? Ein russisches feministisches Protestkollektiv, das 2011 in Moskau gegründet wurde. Bekannt wurde die Gruppe durch Aktionen gegen Präsident Wladimir Putin und die russisch-orthodoxe Kirche. Mehrere Mitglieder wurden in Russland verhaftet oder zu Haftstrafen verurteilt. Die bekannteste Aktivistin ist Nadja Tolokonnikowa.

Warum gilt die Biennale als so wichtig? Sie zählt neben der Documenta in Kassel zu den bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst weltweit. Länder aus aller Welt präsentieren dort in eigenen Pavillons ihre wichtigsten Künstler und Positionen. Für viele Künstler ist eine Teilnahme ein Karriere-Meilenstein.

Welche Highlights gibt es 2026? Zu den am meisten diskutierten Beiträgen zählt der britische Pavillon der Künstlerin Lubaina Himid mit einer atmosphärischen Installation über britische Identität und Erinnerungskultur. Große Aufmerksamkeit erhielt auch der österreichische Beitrag von Florentina Holzinger mit radikalen Performance-Elementen und viel Nacktheit.

Welche weiteren Kontroversen gibt es? Neben Russland steht auch Israel wegen des Gaza-Kriegs massiv in der Kritik. Die Gruppe "Art Not Genocide Alliance" organisierte bereits Demonstrationen vor dem israelischen Pavillon. Mehr als 200 Teilnehmer der Biennale unterschrieben einen offenen Brief gegen Israels Teilnahme.

Hymnen-Pflicht in Bayern Aber mitsingen müssen Schüler nicht

Worum geht es? Die bayerische Staatsregierung führt an weiterführenden Schulen eine Hymnenpflicht bei Abschlussfeiern ein. Künftig müssen dort mindestens zwei Hymnen gespielt werden.

Welche? Verpflichtend die Bayernhymne sowie zusätzlich die deutsche Nationalhymne oder die Europahymne. Die Regelung gilt ab dem Schuljahr 2026/27.

Was genau wird vorgeschrieben? Bei Zeugnisverleihungen und ähnlichen Abschlussveranstaltungen sollen die Hymnen "würdig-feierlich" in das Programm eingebunden werden. Ob sie live gespielt oder vom Band abgespielt werden, entscheiden die Schulen selbst.

Müssen die Kinder mittun? Eine Pflicht zum Mitsingen gibt es nicht, allerdings sollen Textblätter verteilt werden.

Wer steckt hinter der Initiative? Der Vorstoß stammt von der CSU bzw. ihrer Jugendorganisation Junge Union. Auf dem CSU-Parteitag Ende 2025 wurde die Forderung beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder drängte anschließend auf eine rasche Umsetzung.

Warum will die CSU die Hymnenpflicht? Sie argumentiert mit der Stärkung von Gemeinschaftsgefühl, demokratischen Werten und Identifikation mit Bayern, Deutschland und Europa.

Warum ist das Thema umstritten? Kritiker sprechen von patriotischer Symbolpolitik und einem "Bekenntniszwang". Lehrerverbände und Oppositionspolitiker bezweifeln, dass gemeinsames Hymnensingen tatsächlich demokratische Werte vermittelt.

Gibt es Strafen? Besonders Kritik löste ein Hinweis des Kultusministeriums auf §90a StGB aus. Dieser stellt die Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole unter Strafe. Die Gewerkschaft GEW wertete das als überzogenes Signal und sprach von einer "Keule des Strafgesetzbuches".

Gab es bereits Reaktionen aus Schulen und Verbänden? Ja. Lehrerverbände äußerten sich überwiegend skeptisch. Zwar unterstützten manche das Ziel eines stärkeren Gemeinschaftsgefühls, hielten eine Pflicht aber für wenig zielführend.

Wie fällt die öffentliche Debatte aus? Die Diskussion wird emotional geführt. Neben Zustimmung gab es viel Spott und Kritik. Kommentatoren bezeichneten die Maßnahme als "plakativen Schmarrn" oder "Symbolpolitik".

5. Mai 2026

Fahrgast steuert Bus Öffi-Lenker überließ ihm die Lenkung

Worum geht es? Der Fahrer eines öffentlichen Busses ließ in der bayerischen Stadt Bamberg für 50 Meter einen Passagier ans Steuer seines Fahrzeuges. Resultat: zwei Leichtverletzte, einige Notrufe bei der Polizei und eine Stadtverwaltung in Erklärungsnot.

Weshalb der Fahrerwechsel? Der Buschauffeur konnte diese Frage bislang ebenso wenig erschöpfend beantworten, wie der Passagier, der kurzzeitig das Steuer übernahm. Der Fahrer wurde vom Dienst freigestellt, gegen beide Männer wird strafrechtlich ermittelt.

Wie kam es zu den Verletzten? Der Passagier, der kurzzeitig das Steuer übernommen hatte, bremste so abrupt, dass mehrere der insgesamt etwa 15 Personen im Bus zu Sturz kamen.

Wie reagierten die anderen Passagiere? Jene, die den ungeplanten Fahrerwechsel bemerkten, stellten den Chauffeur zur Rede. Als dieser nicht darauf reagierte, wählten sie schließlich den Polizeinotruf. Die Beamten konnten den Bus kurz darauf anhalten.

Wie reagierte die Stadtverwaltung? Man sei "schockiert" über das Verhalten des Busfahrers, teilten die Stadtwerke Bamberg mit. Der Fahrer habe mit personalrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, hieß es.

Hilfe für "Virusschiff" Es darf Hafen in Spanien ansteuern

Worum geht es? Auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff "Hondius" im Atlantik ist es zu einem tödlichen Ausbruch des Hantavirus gekommen. Mindestens drei Menschen sind gestorben, mehrere weitere sind erkrankt.

Was passierte nun? Das Schiff lag bis Dienstag vor den Kapverdischen Inseln, Passagiere durften nicht von Bord. Rund 150 Menschen befinden sich faktisch in Quarantäne. Nun aber scheint Rettung in Sicht.

Was ist geplant? Das Kreuzfahrtschiff darf auf den Kanarischen Inseln anlegen, das bestätigte am Abend das spanische Gesundheitsministerium. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder würden untersucht und behandelt werden, dann sollen sie in ihre Heimatländer gebracht werden.

Warum die Kanarischen Inseln? Es handelt sich um den nächstgelegenen Ort mit den notwendigen Kapazitäten, damit hat Spanien eine Verpflichtung zur Aufnahme.

Was sorgt weiter für Besorgnis? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht inzwischen davon aus, dass das Virus an Bord von Mensch zu Mensch übertragen wurde – eine Entwicklung, die den Fall weltweit besonders brisant macht.

Warum ist das so ungewöhnlich? Hantaviren gelten klassisch als Zoonose: Menschen infizieren sich in der Regel über Ausscheidungen von Nagetieren, etwa durch eingeatmeten Staub.

Das heißt, es gibt keine Übertragung von Mensch zu Mensch? Doch, aber sie ist laut Lehrmeinung extrem selten und bisher nur bei bestimmten Virusvarianten (v. a. Andes-Virus in Südamerika) dokumentiert.

Was ist am aktuellen Fall besonders? Der Ausbruch ereignet sich in einem abgeschlossenen System (Schiff). Mehrere Fälle traten zeitlich eng auf. Die WHO sieht inzwischen Hinweise, dass enge Kontakte zwischen Passagieren zur Weitergabe geführt haben könnten.

Worauf deutet das hin? Auf eine ungewöhnliche Dynamik des Erregers – oder auf das Auftreten einer spezifischen Virusvariante mit höherer Übertragbarkeit.

Was ist bisher passiert? Die "Hondius" war von Ushuaia (Argentinien) Richtung Kap Verde unterwegs – also aus einer Region, in der jene Hantavirus-Variante vorkommt, bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich ist.

Was ist der aktuelle Erkenntnisstand? Die Betroffenen dürfte sich bereits vor Einschiffung infiziert haben. Danach kam es mutmaßlich zur Weitergabe unter Passagieren in engem Kontakt.

Nur 10 Monate im Amt Linke und Rechte stürzen Rumänen-Premier

Worum geht es? Ilie Bolojan, der proeuropäische Premierminister von Rumänien, wurde am Dienstag durch ein Misstrauensvotum im Parlament gestürzt.

Mit welchem Votum wurde er abgesetzt? Für den Misstrauensantrag stimmten 281 der 464 Abgeordneten und Senatoren – deutlich mehr als die erforderlichen 233 Stimmen.

Wie lange regierte Bolojan? Seit 23. Juni 2025, er war damit nur rund zehn Monate im Amt.

Welche Parteien haben ihn gestürzt? Der Antrag wurde von den Sozialdemokraten (PSD), dem ehemaligen Koalitionspartner, und der rechtsradikalen AUR eingebracht. Er wurde von weiteren kleineren rechtsnationalen Gruppierungen unterstützt.

Was war entscheidend? Dass die PSD im April die Regierung verlassen hatte und sich anschließend mit der Opposition zusammenschloss. Der Schulterschluss mit der radikalen Rechten ist politisch bemerkenswert und verschärft die Instabilität.

Was wird Bolojan konkret vorgeworfen? Ein harter Sparkurs, geplante Privatisierungen staatlicher Unternehmen, Steuererhöhungen und Kürzungen in einem ohnehin angespannten wirtschaftlichen Umfeld.

Welche unmittelbaren Folgen hat das? Die Regierung ist nur noch geschäftsführend im Amt. Präsident Nicușor Dan muss Konsultationen zur Bildung einer neuen Regierung einleiten. Scheitern mehrere Anläufe, sind Neuwahlen nötig.

Wer ist nun der Wortführer? George Simion, Vorsitzenden der nationalistischen Partei AUR. Der Fan von Donald Trump und seiner MAGA-Bewegung war im Vorjahr bei den Präsidentschaftswahlen gescheitert.

Warum ist das über Rumänien hinaus relevant? Die Krise betrifft ein strategisch wichtiges EU- und NATO-Land. Politische Instabilität gefährdet Reformen. Es ist nicht klar, wie sich Rumänien gegenüber Europa nach Wahlen positioniert.

Russen-Bomber abgefangen Brisanter Zwischenfall über der Ostsee

Worum geht es? Über der Ostsee ist es zu einem sicherheitspolitisch heiklen Zwischenfall im NATO-Luftraum gekommen: Französische Kampfjets haben zwei russische Bomber abgefangen und aus dem überwachten Luftraum abgedrängt.

Wo genau ereignete sich der Vorfall? Über der Ostsee – einem sensiblen Gebiet, in dem sich die Lufträume mehrerer NATO-Staaten mit internationalen Flugkorridoren überschneiden.

Warum weiß man davon? Der Vorfall ereignete sich bereits am 1. Mai im Rahmen der NATO-Mission Baltic Policing und wurde an Bord der Jets gefilmt. Die französischen Streitkräfte veröffentlichten die Aufnahmen auf Facebook.

Welche Kräfte waren beteiligt? Auf NATO-Seite kamen französische Luftstreitkräfte zum Einsatz, konkret Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ Dassault Rafale. Bei den beiden russischen Maschinen handelt es sich um Su-24-Kampfflugzeuge.

Wie war der Ablauf? Jagdflugzeuge der französischen Luftwaffe starteten von Litauen aus und eskortierten die russischen Maschinen wieder aus dem betroffenen Gebiet, berichtet die französische Zeitung Le Parisien.

Was bedeutet "abfangen" in diesem Zusammenhang? Beim "Air Policing" steigen NATO-Jets auf, identifizieren fremde Militärflugzeuge visuell und begleiten sie, wenn diese sich dem Bündnisluftraum nähern oder ihn ohne Transpondersignal durchqueren.

Warum gilt der Vorfall als gefährlich? Es besteht ein erhebliches Eskalationsrisiko. Die Abstände zwischen Militärflugzeugen sind gering, es fehlt Kommunikation oder die Transponder sind ausgeschaltet, militärische Manöver können fehlinterpretiert werden.

Welche Rolle spielt Frankreich dabei? Frankreich beteiligt sich rotierend an der NATO-Luftraumüberwachung, insbesondere im Rahmen der Baltic Air Policing Mission. Französische Jets sind dabei zeitweise in osteuropäischen NATO-Staaten stationiert.

Wie reagiert Russland auf solche Vorfälle? Moskau betrachtet Flüge im internationalen Luftraum als legitim und wirft der NATO regelmäßig "Provokationen" vor. Umgekehrt kritisiert die NATO mangelnde Transparenz und riskantes Verhalten russischer Piloten.

Ein Krieg, zwei Waffenruhen Ukraine und Russland sind sich uneins

Worum geht es? Die Ukraine hat überraschend eine eigene, zeitlich begrenzte Waffenruhe angekündigt. Damit reagiert sie auf eine zuvor von Russland ausgerufene Feuerpause. Aber die Länder können sich nicht auf einen Termin einigen.

Wie lange sollte die Waffenruhe von Russland dauern? Nur zwei Tage, nämlich am 8. und 9. Mai rund um die Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" in Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, der in Russland große symbolische Bedeutung hat.

Was will die Ukraine? Sie wollte die Waffenruhe bereits früher beginnen lassen – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai. Wie lange sie genau aufrechterhalten werden soll, ist unklar.

Was ist der Hintergrund? Russland nutzt den 9. Mai traditionell für militärische Machtdemonstrationen. In diesem Kontext wurde eine Feuerpause angekündigt. Die Ukraine steht solchen Ankündigungen skeptisch gegenüber, da frühere Waffenruhen oft nicht eingehalten wurden.

Warum kündigt die Ukraine eine eigene Waffenruhe an? Das kann als Signal verstanden werden: Kiew will zeigen, dass es grundsätzlich zu Deeskalation bereit ist, gleichzeitig aber nicht einseitig russischen Bedingungen folgen möchte. Eine eigene Waffenruhe gibt der Ukraine mehr Kontrolle über Zeitpunkt und Bedingungen.

Wie fällt die Reaktion auf die russische Feuerpause aus? Die ukrainische Führung reagiert zurückhaltend und misstrauisch. Sie betont, dass eine echte Waffenruhe überprüfbar und dauerhaft sein müsse.

Welche militärische Bedeutung hat das? Kurzfristige Feuerpausen haben oft begrenzten Einfluss auf den Kriegsverlauf. Beide Seiten können sie nutzen, um Kräfte zu sammeln, Nachschub zu organisieren oder ihre Positionen zu festigen.

Trump attackiert Papst "Er gefährdet viele Katholiken"

Worum geht es? US-Präsident Donald Trump hat den Papst erneut öffentlich scharf angegriffen. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt kritisierte er die Haltung von Leo XIV. zum Irankrieg.

Was genau hat Trump gesagt? Er erklärte, der Papst halte es für "in Ordnung", wenn der Iran Atomwaffen besitze, "ich glaube nicht, dass das sehr gut ist". Dann fügte er hinzu, der Papst gefährde damit "viele Katholiken und viele Menschen".

Was ist der Haken? Der Papst hat nie eine solche Position vertreten.

In welchem Kontext fiel die Aussage? Die Äußerungen stehen im Zusammenhang mit einem seit Wochen eskalierenden Konflikt zwischen Trump und dem Vatikan über den Krieg im Nahen Osten, insbesondere dem Iran-Konflikt.

Warum sind die Aussagen brisant? Weil der Papst am Donnerstag Besuch bekommt. Um 11.30 Uhr wird Leo XIV. den amerikanischen Außenminister, Marco Rubio, empfangen. Rubio ist römisch-katholisch.

Was wird dem Papst tatsächlich vorgeworfen? Trump kritisiert den Papst vor allem für dessen wiederholte Friedensappelle im Nahen Osten, seine Ablehnung militärischer Eskalation und indirekter Kritik an der US-Politik im Iran-Konflikt. Er interpretiert diese Positionen als Schwäche bzw. als indirekte Unterstützung iranischer Interessen.

Wie ist die tatsächliche Position des Papstes? Papst Leo XIV. hat wiederholt zu Waffenstillständen und Dialog aufgerufen, vor einer Eskalation im Nahen Osten gewarnt und sich ausdrücklich für eine Welt ohne nukleare Bedrohung ausgesprochen.

Amokfahrt in Leipzig Boxer vor Tat 12 Tage in Psychiatrie

Worum geht es? Ein 33-Jähriger war am Montag um 16.45 Uhr mit seinem VW Taigo in die Fußgängerzone von Leipzig gerast. Es gab zwei Todesopfer, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, und mehrere Verletzte.

Was weiß man über weitere Opfer? Sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 wurden verletzt, zwei davon schwer, ein Mann (75) und eine Frau (84). Außerdem mussten laut Leipziger Volkszeitung 80 Personen psychologisch betreut werden.

Was weiß man über den Verdächtigen? Er heißt Jeffrey K., ist deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz Leipzig. Der mutmaßliche Amokläufer ist Amateurboxer und hat früher ehrenamtlich Boxtrainings geleitet.

Hat er eine Vorgeschichte? Polizeilich gibt es wenig. Aktenkundig sind "Bedrohung sowie ehrverletzende Delikte im sozialen Umfeld". Gemeint sind Beleidigungen. Die Vorfälle stammen aus dem heurigen Jahr, körperliche Gewalt war da nicht im Spiel.

Keine Vorstrafen? Laut Spiegel gab es "nur" 2014 eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Es soll einen Streit um Fußball gegeben haben.

Aber? Was schon der MDR berichtet hatte, konkretisierte sich am Dienstag. Am 17. April 2026 kam es offenbar aufgrund verbaler Entgleisungen zu einem Polizeieinsatz, Jeffrey K. begab sich daraufhin freiwillig in ein Spital.

Wie lange blieb er dort? 12 Tage. Er trat erst am 29. April wieder aus.

Weswegen wurde der behandelt? Das sächsische Sozialministerium bestätigte auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung, dass sich der mutmaßliche Täter in der geschlossenen Abteilung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie in Altscherbitz (Nordsachsen) befunden hat. Er wurde dort wegen einer akuten Psychose behandelt.

Warum wurde die Behandlung beendet? Es habe während des Aufenthalts "keine Eigen- oder Fremdgefährdung“ bestanden, sagt die Klinik. Da die medizinischen Gründe fehlten, um ihn festzuhalten, ging er, als er wollte.

Kennt man das Motiv? Nein, nach bisherigen Erkenntnissen wird ein politisches und ein religiöses Motiv ausgeschlossen.

22.500 Seeleute warten Straße von Hormus erneut unbefahrbar

Worum geht es? Das gegenseitige Belauern geht weiter. Die Welt wartet auf die Öffnung der Straße von Hormus, aber sie bleibt vorerst faktisch geschlossen. Außenminister Marco Rubio warf dem Iran vor, die Welt quasi als Geisel zu halten.

Gab es nicht eine US-Initiative? Ja, aber nun stellt sich heraus: Am Montag haben nachweislich nur zwei Schiffe die Wasserstraße passiert. Am Dienstag scheint kein einziges die Durchfahrt unternommen zu haben, berichtet die New York Times.

Was ist die Vorgeschichte? Zunächst hatte der Iran die Meerenge blockiert, dann folgten die Amerikaner. Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.

Aber? Am Montag schickten die USA zwei Zerstörer in die Meerenge, sie wurden vom Iran beschossen, die Drohnen und Granaten wurden aber abgefangen. Die USA zerstörten im Gegenzug mehrere Schnellboote der Revolutionsgarden.

Und nun? Herrscht wieder der Krieg der Worte. Präsident Trump beantwortete am Dienstag im Oval Office Fragen von Reportern. Die US-Blockade der Straße nannte er "unglaublich" (im positiven Sinn). Dem Iran warf er vor, "ein Spiel zu spielen". Den Krieg nannte er "Scharmützel".

Und der Verteidigungsminister? Pete Hegseth rückte am Dienstag ebenfalls aus. Er sagte, der Waffenstillstand sei nach wie vor intakt. Die US-Mission zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus werde nur vorübergehend sein.

Was meint er damit? Er fügte erklärend an, dass bald andere Nationen Verantwortung übernehmen müssten, ohne ins Detail zu gehen.

Wie viele Seeleute sind in der Meerenge "gefangen"? Laut General Dan Caine, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, warten mehr als 22.500 Seeleute auf über 1.550 Handelsschiffen auf die Durchfahrt.

4. Mai 2026

Iran beschießt US-Schiffe Trump droht nun mit "Vernichtung"

Worum geht es? Um eine neuerliche Eskalation des Konflikts zwischen Iran und den USA – trotz eines Waffenstillstands. Der Iran beschoss am Montag in der Straße von Hormus US-Schiffe.

Was sagt der Iran, was passiert ist? Die iranische Darstellung war relativ offensiv: Laut staatlichen Medien habe die iranische Marine zwei Raketen auf ein US-Kriegsschiff abgefeuert. Ziel sei gewesen, das Schiff an der Einfahrt in die Straße von Hormus zu hindern.

Mit welcher Begründung? Das US-Schiff habe eine iranische Warnung ignoriert. Es habe gegen Regeln der Schifffahrt und Sicherheit verstoßen. Tatsächlich sollen mehrere Zerstörer der Marine durch die Straße von Hormus gefahren sein und sich nun im Arabischen Meer befinden.

Gab es Treffer? Offenbar nicht. Zunächst wurde behauptet, ein Schiff sei getroffen worden. Ein iranischer Vertreter sprach später von einem "Warnschuss".

Was stimmt? Admiral Brad Cooper, Chef des US-Zentralkommandos, sagte am Montagabend, dass US-Kriegsschiffe die Marschflugkörper und Drohnen abgeschossen hätten, die der Iran auf die Schiffe und Handelsschiffe abgefeuert habe.

Wie reagierten die USA?  Die Kampfhubschrauber der Armee, insbesondere die Apache-Hubschrauber, versenkten sechs iranische Militärschnellboote, berichtet die New York Times. Donald Trump sprach sogar von sieben zerschossenen Schnellbooten.

Was ist der Kontext des Zwischenfalls? Der Vorfall steht in direktem Zusammenhang mit einer neuen US-Initiative: Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.

Was heißt das? Der Iran kontrolliert bzw. blockiert die Meerenge weitgehend. Tausende Seeleute und zahlreiche Schiffe sitzen fest. Der Iran hatte zuvor ausdrücklich gewarnt: US-Kräfte würden angegriffen, falls sie sich nähern.

Was sagt Trump? Er drohte dem Iran mit Vernichtung, falls der Iran US-Schiffe in der Straße von Hormus attackiere. In diesem Fall werde der Iran "von der Erde gefegt", sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News.

Wie provozierte der Iran? Er schoss am Montag Raketen und Drohnen auf die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate ab. Die Bewohner der Emirate erhielten mindestens vier Warnmeldungen auf ihren Handys.

Gab es Treffer? Fujairah,  das größte Öllagergebiet der Emirate, wurde von einer iranischen Drohne angegriffen, ein Großbrand brach aus. Fujairah befindet sich an der Ostküste am Golf von Oman.

Pfusch bei Wal-Rettung "Wer das behauptet, sagt nicht Wahrheit“

Worum geht es? Nach einer wochenlang dauernden Hilfsaktion wurde Buckelwal Timmy am Samstag in die Freiheit entlassen. Nun eskaliert der Streit rund um die angebliche Rettung immer mehr.

Warum? Helfer erheben schwere Vorwürfe gegen Behörden und Organisationen insbesondere wegen eines eingesetzten Trackers und fehlender Belege für den Einsatz.

Was ist laut offizieller Darstellung passiert? Timmy war im Februar in der Ostsee gestrandet. In der vergangenen Woche wurde er in sichere Gewässer geschleppt. Vor der Freilassung soll er mit einem Tracker versehen worden sein.

Aber? Es gibt keine Dokumentation der Freilassung. Keine Bilder, keine Videos. Wesentliche Mitarbeiter wurden ausgesperrt. Es gibt Vorwürfe, das Tier sei nicht fachgerecht ins Meer entlassen worden, Tierquälerei steht im Raum.

Was ist mit dem Tracker? Es ist weder bekannt, um welches Gerät es sich handelt, noch wie er angebracht wurde. Es soll nicht einmal ein Funktionstest durchgeführt worden sein. Und: Die Daten werden geheim gehalten.

Warum ist das wichtig? Weil die Verantwortlichen behaupten, sie würden Vitalzeichen von Timmy übermittelt bekommen. Der dänische Meeresbiologe Peter Madsen von der Universität Aarhus sagt nun: "Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wals liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit."

Was ist noch seltsam? Der Tracker soll am Tier festgeschraubt worden sein. Üblich sei eine Befestigung an der Rückenfinne, da nur Daten übermittelt werden, wenn sich das Tier an der Wasseroberfläche befindet.

Was sagen die Verantwortlichen dazu? Die beteiligten Stellen weisen die Vorwürfe zurück oder relativieren sie. Sie verweisen auf schwierige Einsatzbedingungen im offenen Meer und darauf, dass der Schutz des Tieres Vorrang vor Dokumentation gehabt habe.

Nattern-Plage Ibiza beschäftigt 13 Schlangenjäger

Worum geht es? Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu. Auf Ibiza haben Behörden und Naturschutzgruppen einen verstärkten Kampfgegen eingeschleppte Schlangenarten gestartet.

Warum? Grund ist, dass sich dort seit einigen Jahren nicht-heimische Nattern stark ausbreiten.

Welche Schlangen sind gemeint? Es handelt sich vor allem um die Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis), eine ursprünglich aus Nordafrika stammende Art.

Warum sind diese Schlangen ein Problem? Die Art ist auf den Balearen nicht heimisch, es handelt sich um einen eingeschleppten Prädator, der besonders anpassungsfähig ist und sich rasant vermehrt.

Was ist die Folge? Die eingeschleppten Nattern bedrohen das lokale Ökosystem massiv: Sie fressen große Mengen an Eidechsen, kleinen Vögeln und anderen Kleintieren.

Wen trifft es besonders? Die endemische Ibiza-Eidechse (Podarcis pityusensis) ist das Symboltier der Insel. Sie gilt als gefährdet.

Wie sind die Schlangen nach Ibiza gekommen? Durch unbeabsichtigte Transporte durch Menschen. Vor allem über importierte Olivenbäume und Zierpflanzen vom spanischen Festland. In den Wurzelballen oder Erdbereichen konnten sich Jungschlangen oder Eier verstecken.

Was bedeutet "Kampf gegen die Nattern" konkret? Die Behörden haben mehrere Maßnahmen gestartet: Es kommen spezielle Schlangenfallen zum Einsatz, gefährdete Gebiete werden überwacht. Es gibt Schulungsprogramme für Landwirte und Gärtner sowie Meldesysteme.

Wer macht mit? Vor allem die Bevölkerung ist aufgerufen, es gibt eigene Facebookgruppen. Die Inselverwaltung beschäftigt seit diesem Jahr zudem 13 hauptamtliche Schlangenbekämpfer.

Warum ist die Situation so ernst? Die Schlangen haben keine natürlichen Feinde auf Ibiza, deshalb hat sich die Population rasant vergrößert. Ziel ist es, die Population stark zu reduzieren.

8 Milliarden Erbschaftssteuer Samsung-Erben zahlten letzte Rate

Worum geht es? Die Erben des verstorbenen Samsung-Chefs Lee Kun-hee, langjähriger Vorsitzender des Mischkonzerns, haben die Erbschaftssteuer in Höhe von rund 8 Milliarden US-Dollar nun vollständig beglichen.

Wer ist betroffen? Die Familie von Lee Kun-hee, insbesondere seine Kinder. Darunter befindet sich Lee Jae-yong (auch Jay Y. Lee genannt), der heute der faktische Konzernführer ist.

Warum so viel? Südkorea hat eines der strengsten Erbschaftssteuersysteme weltweit: Es sind bis zu 50 Prozent auf große Vermögen abzuführen, es gibt zusätzliche Aufschläge für Unternehmensanteile (Kontrollprämien) und eine sehr hohe Bewertung von Unternehmensbeteiligungen.

Wie stemmte die Familie das? Die Zahlung erfolgte nicht auf einmal in bar, sondern über mehrere Jahre und verschiedene Mechanismen.

Nämlich? Die Kunstsammlung (Pablo Picasso bis Salvador Dali) wurde zum Teil verkauft, Geld aus Dividenden genutzt. Es gab auch eine Ratenzahlungsvereinbarung.

Muss man sich Sorgen machen? Laut Bloomberg Billionaires Index verfügt die Familie Lee über ein Gesamtvermögen von mehr als 45 Milliarden Dollar. Es hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt, da die Nachfrage nach Computerchips wegen der KI explodiert ist.

Warum ist diese Zahlung historisch bedeutend? Es handelt sich um die höchste Einzelfall-Erbschaftssteuer in Südkorea und sie gehört weltweit zu den größten jemals gezahlten Nachlasssteuern.

Welche Rolle spielt die Familie Lee heute bei Samsung? Sie bleibt trotz der Steuerzahlung zentral, sie hält weiterhin bedeutende indirekte Beteiligungen.

Wie sieht sie die Zahlung? "Steuern zu zahlen ist eine natürliche Bürgerpflicht", erklärte die Familie. Die 8 Milliarden entsprechen dem Eineinhalbfachen der gesamten Erbschaftssteuereinnahmen des Landes für das Jahr 2024.

3 Tote auf Kreuzfahrt Infektion mit Hantavirus an Bord

Worum geht es? Auf dem Kreuzfahrtsschiff MV Hondius kam es während einer Atlantikreise zu einem Ausbruch des Hantavirus.
Dabei starben mindestens drei Passagiere, und mehrere weitere Menschen erkrankten schwer.

Was war das Reiseziel? Die Kreuzfahrt des Anbieters "Oceanwide Expeditions" führt von Südamerika auf die Kapverdischen Inseln. Sie liegen etwa 570 Kilometer vor der afrikanischen Westküste. 150 Passagiere waren an Bord.

Was ist mit dem Schiff aktuell? "Oceanwide Expeditions" teilte in der Nacht auf Montag mit, das Schiff liege vor den Kapverdischen Inseln, die örtlichen Behörden würden die Infizierten aber nicht von Bord lassen.

Was weiß man über die Opfer? Es soll sich um ein Ehepaar aus den Niederlanden handeln. Zunächst starb der Mann (70), seine Leiche wurde auf der britischen Insel St. Helena im Südatlantik entladen. Seine Ehefrau (69) wurde nach Südafrika gebracht, sie starb in einem Spital in Johannesburg.

Und das dritte Opfer? Seine Leiche befindet sich noch auf dem Schiff, es handelt sich um einen britischen Staatsbürger.

Gibt es weitere Betroffene? Ja, bestätigt sind drei Erkrankte, darunter zwei Besatzungsmitglieder (die sich noch an Bord befinden, aber dringend behandelt werden müssten). Eine Person davon liegt auf einer Intensivstation in Südafrika.

Wie verläuft die Krankheit bei Betroffenen? Erste Symptome sind Fieber, Muskelschmerzen, Müdigkeit. Später können schwere Probleme mit der Atmung und den Nieren entstehen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.

Was ist das Hantavirus überhaupt? Ein seltenes, aber gefährliches Virus, benannt nach dem koreanischen Fluss Hantan-gang. Es wird meist durch Urin, Kot oder Speichel von Nagetieren übertragen. Die Sterblichkeit ist relativ hoch, die Verläufe sind schwer.

Wie konnte sich das Virus auf einem Schiff verbreiten? Das ist noch nicht geklärt. Die Übertragung muss nicht durch direkten Kontakt mit Tieren erfolgen, auch Staub ist möglich, ebenso ein verunreinigtes Nahrungsmittel.

Warum habe ich zuletzt etwas über Hantaviren gelesen? Vor einem Jahr starb die Ehefrau des Schauspielers Gene Hackman, Betsy Arakawa, in New Mexico an einer Hantavirusinfektion.

Notlandung für Sánchez Spaniens Premier strandete in der Türkei

Worum geht es? Wer daran glaubt, könnte es für einen Fluch halten. Schon im September des Vorjahres konnte der spanische Premierminister Pedro Sánchez wegen einer Flugzeugpanne nicht an einem Polit-Treffen teilnehmen.

Was passierte? Sánchez war auf dem Weg nach Paris, als bei seiner Falcon eine technische Störung aufrat. Er musste nach Madrid zurückkehren und konnte an dem Treffen nur übers Internet teilnehmen.

Und jetzt? Musste der Airbus A310 des sozialdemokratischen Premierministers Sonntagabend wegen eines technischen Problems in Ankara notlanden. Er war auf dem Weg nach Eriwan.

Warum? In der Hauptstadt von Armenien fand ein Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) statt.

Was ist die EPG? Ein politisches Format, das 2022 als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine gegründet wurde. Die Idee kam von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron. Der Sinn: Dialog.

Wer ist Mitglied? Die EU-Staaten, die Länder des Westlichen Balkan, die Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz), dazu Großbritannien und einige weitere Länder. Die EPG hat 50 Mitglieder.

Ist Österreich dabei? Ja, Kanzler Christian Stocker nahm auch an der bereits 8. Tagung in Eriwan teil. Deutschlands Kanzler Friedrich Merz ließ sich vertreten.

Wie gravierend war das Airbus-Problem? Es reichte jedenfalls aus, dass Sánchez und seine Delegation die Nacht in der Türkei verbringen mussten.

Ärger über Kanzler Merz Trump streicht Raketen für Deutschland

Worum geht es? Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich öffentlich abfällig über die – seiner Meinung nach nicht vorhandene – Iran-Strategie der USA geäußert. Die Reaktion von US-Präsident Donald Trump folgte postwendend.

Wie sieht die Reaktion aus? Trump kündigte einerseits den Abzug von 5.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten an. Und er strich die eigentlich fixe Lieferung von amerikanischen Raketen und Marschflugkörpern für die Bundeswehr.

Welche Waffen hat Trump einkassiert? "Tomahawk"-Marschflugkörper sowie "Dark Eagle"-Raketen. Da Europa bislang diese Waffensysteme nicht selbst in ausreichender Menge produzieren kann, hatte Trumps Vorgänger Joe Biden der Bundesrepublik die Lieferung 2024 zugesagt. Der amtierende Präsident kündigte diese Abmachung nun auf.

Weshalb sind die Systeme so wichtig? Weil sie Angriffe bis tief ins feindliche Hinterland ermöglichen. "Tomahawks" haben etwa eine Reichweite von bis zu 1.500 Kilometern, die Hyperschallraketen vom Typ "Dark Eagle" sogar von mindestens 2.700 Kilometern.

Was macht diese Waffen so besonders? Sie sind für die Luftabwehr der Verteidiger nur sehr schwer abzufangen bzw. zu zerstören. Der Ukraine-Krieg hat gezeigt, welche Bedeutung diesen Waffensystemen zukommt.

Weshalb produziert Europa nicht selbst solche Waffen? Weil die Entwicklung jahrelang verschlafen worden war. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine besann man sich eines Besseren und arbeitet seither an neuen Systemen.

Wann ist damit zu rechnen? Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel wird es mindestens noch bis 2030 dauern, ehe neue derartige Waffensysteme aus europäischer Entwicklung einsatzfähig sind.

Amokfahrt mit 2 Toten Deutscher Boxer rast in Fußgängerzone

Worum geht es? Dramatische Szenen Montag in der Leipziger Innenstadt. Ein 33-Jähriger gibt um 16.45 Uhr plötzlich mit seinem VW Taigo Gas und rast in eine Fußgängerzone. Die Folge: Tote, Verletzte.

War es ein Attentat? Sowohl der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), als auch der Oberbürgermeister von Leipzig, Burkhard Jung (SPD), sprechen von einer "mutmaßlichen Amokfahrt". Der Verdächtige soll sich bei seiner Festnahme "auffällig" benommen haben.

Was weiß man über die Opfer? Zwei Menschen starben, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann. Bis zu 20 Personen wurden verletzt, vier davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden. In der Notaufnahme am Klinikum St. Georg wurde Katastrophenalarm ausgelöst.

Was weiß man über den Fahrer? Laut Polizei handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz Leipzig. Der Mann soll laut Leipziger Volkszeitung Amateurboxer und bereits polizeibekannt sein.

Was heißt das? Nach Informationen des MDR soll der mutmaßliche Täter erst am Sonntag aus einer der Psychiatrie entlassen worden sein. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat diese Information gegenüber der LVZ weder bestätigt noch dementiert.

Kennt man das Motiv? Nein, noch nicht. Der mutmaßliche Täter blieb mit seinem Fahrzeug selbst stehen. Er wurde von den Einsatzkräften  gestellt und festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.

30. April 2026

Rekord für Jackson "Michael" spielte 217 Millionen ein

Worum geht es? Von der Kritik vernichtet, vom Publikum geliebt. Das Biopic "Michael" startete weltweit mit rund 217 Millionen US-Dollar am ersten Wochenende und stellte damit einen Rekord für Musik-Biopics auf.

Wo wurde das Geld verdient? Mehrere Medien bestätigen: 97 Millionen US-Dollar wurden in Nordamerika eingenommen, rund 120 Millionen international.

Wie liegt das im Vergleich? "Michael" übertrifft frühere Musik-Biopics wie "Bohemian Rhapsody" oder "Straight Outta Compton" (über die Rapper-Freunde Dr. Dre, Ice Cube, Eazy-E, DJ Yella und MC Ren) deutlich. Der Film über Queen spielte am Startwochenende weltweit rund 141 Millionen US-Dollar ein.

Was lernen wir daraus? Dass die Kluft zwischen Kritikern und Zuschauern immer weiter aufgeht. "Michael" bekam von den Profis auf Rotten Tomatoes eine Bewertung von mageren 37 Prozent. Im Vergleich dazu fanden ihn die Kinobesucher zu 97 Prozent gut.

Und in Österreich? War Michael wie in den meisten Ländern ebenfalls Nummer 1. Am Start-Wochenende sahen den Film 42.546 Fans im Kino.

Strohhalm ableckt Student drohen bis zu zwei Jahre Haft

Worum geht es? Ein französischer Teenager steht in Singapur vor Gericht. Der 18-Jährige hatte ein Video veröffentlicht, in dem er einen Strohhalm aus einem öffentlichen Orangensaftautomaten ableckte und anschließend wieder in den Strohhalmspender zurücksteckte.

Was ist der Vorwurf? Sachbeschädigung (weil der Automat bzw. die Hygiene beeinträchtigt wurde) und Ruhestörung bzw. öffentliches Ärgernis. In Singapur fallen solche Handlungen oft unter strenge Gesetze zum Schutz der öffentlichen Ordnung und Sauberkeit.

Warum wurde der Fall bekannt? Der Teenager hatte das Video selbst auf Instagram verbreitet. Erst dadurch wurde der Vorfall öffentlich und von den Behörden verfolgt.

Wann wird der Fall verhandelt? Am 22. Mai, es fand aber bereits diese Woche eine Verhandlung statt, weil der Student an der ESSEC Business School auf den Philippinen ein Praktikum absolvieren muss, das für den Studienabschluss nötig ist.

Und, darf er? Ja, urteilte das Gericht. Aber er muss erreichbar sein, spätestens 24 Stunden nach seiner Rückkehr den Reisepass abgeben und eine Kaution von 5.000 US-Dollar hinterlegen.

Wie reagierte die Automatenfirma? IJooz, das Unternehmen hinter dem Saftautomaten, erstattete Anzeige bei der Polizei, desinfizierte den Automaten und tauschte alle 500 Strohhalme aus.

Was drohen für Strafen? Für Sachbeschädigung kann ein Täter mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren, einer Geldstrafe oder beidem bestraft werden. Für Ruhestörung droht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten, eine Geldstrafe von bis zu 2.000 US-Dollar oder beides.

"Völlig wirkungslos" Trump verspottet deutschen Kanzler

Worum geht es? Anfang dieser Woche hatte der deutsche Kanzler Friedrich Merz (CDU) Donald Trumo kritisiert. Die USA würden von der iranischen Führung "gedemütigt" werden und hätten keine Ausstiegsstrategie aus dem Krieg. Nun kam die Antwort.

Nämlich? In einem Posting auf Truth Social schrieb Trump: "Der deutsche Bundeskanzler sollte mehr Zeit darauf verwenden, den Krieg mit Russland/Ukraine zu beenden (wo er völlig wirkungslos war!) und sein marodes Land, insbesondere die Bereiche Migration und Energie, wieder aufzubauen."

Statt? "Weniger Zeit damit verbringen, sich in die Bemühungen einzumischen, die iranische Atombedrohung zu beseitigen. Dadurch würde die Welt, einschließlich Deutschland, sicherer werden!" Das Posting ist mit "Präsident DJT" unterschrieben.

Was ist gemeint? Deutschland gehört zu den größten Unterstützern der Ukraine (finanziell, militärisch, humanitär). Gleichzeitig setzt Berlin stark auf Abstimmung mit EU und NATO statt auf eigenständige Verhandlungen. Trump dagegen will schnellere Verhandlungen mit Russland.

Reagierte Merz? Nur indirekt. Er bemühte sich bei einem Besuch auf einem deutschen Militärstützpunkt in Münster um einen deutlich  versöhnlicheren Ton. Er betonte die Bedeutung der Beziehungen zur NATO und zu den USA und kritisierte den Iran dafür, dass er sich weigere, an Friedensverhandlungen teilzunehmen.

Warum die Kehrtwende? Trumps jüngster Ausbruch erfolgte einen Tag, nachdem er angedeutet hatte, dass die US-Militärpräsenz in Deutschland überprüft werde, wobei eine "mögliche Reduzierung" in Erwägung gezogen und eine Entscheidung in Kürze erwartet werde.

"Da war kleine Lücke" Neue Banksy-Statue in Londoner City

Worum geht es? Eine neue Statue, die dem Künstler Banksy zugeschrieben wird, ist über Nacht in London aufgetaucht. Sie wurde im Stadtteil Westminster aufgestellt und sorgte sofort für Aufsehen.

Wo genau steht die Statue? Am Waterloo Place, einer repräsentativen Gegend nahe dem Buckingham Palace.

Was stellt die Statue dar? Einen Mann im Anzug, der nach vorn schreitet, dessen Gesicht aber von einer großen wehenden Flagge verdeckt wird. Er scheint "blind" in den Abgrund eines Sockels zu gehen.

Was könnte gemeint sein? Ein Kommentar zu "blindem Patriotismus" oder politischer Orientierungslosigkeit.

Wie wurde sie installiert? Die Statue wurde offenbar nachts heimlich aufgestellt. Ein Video auf Social Media zeigt den Transport per Spezialfahrzeug. Das ist typisch für Banksy: eine überraschende, nicht angekündigte Aktion.

Hat Banksy die Arbeit bestätigt? Ja, im Sockel befindet sich eine Signatur. Banksy hat über Social Media bestätigt, dass er Urheber ist. "Da war eine kleine Lücke," schrieb er.

Show für Trump Jr.? Er soll seinem Vater im TV nachfolgen

Worum geht es? Laut einem Bericht des Wall Street Journal überlegt Amazon Prime, die Streaming-Sparte von Jeff Bezos' Firma, "The Apprentice" (etwa "Der Lehrling") neu aufzulegen – also jene Reality-TV-Show, die Donald Trump den Weg in die Politik geebnet hat.

Was ist das Konzept von "The Apprentice"? In der Sendung konkurrierten Kandidatinnen und Kandidaten bei einem "ultimativen" Bewerbungsverfahren wochenlang darum, einen Job bei dem damaligen Unternehmer Donald Trump zu bekommen.

Wie lange lief die Show? Ab 2004 insgesamt 14 Staffeln lang. Sie erreichte in den USA ein Millionenpublikum und machte den Immobilienunternehmer erst landesweit bekannt. Sein Spruch "You're fired" ("Du bist gefeuert") wurde zum geflügelten Wort.

Wer soll moderieren? Laut der Zeitung sei Trumps ältester Sohn Donald Trump Jr. dafür im Gespräch. Er führt aktuell die Trump Organization, den milliardenschweren Mischkonzern der Familie.

Was sagt Don Jr. dazu? Laut Amazon werde das Thema derzeit noch intern diskutiert, Gespräche mit der Familie Trump seien bislang noch keine geführt worden.

Wo soll die Show laufen? Auf Amazon Prime, der Streamingplattform des Unternehmens. Dort ist mittlerweile auch "Melania" gelandet, der insgesamt etwa 75 Millionen teure Dokumentarfilm über Melania Trumps Aufgaben in den Tagen vor der zweiten Amtseinführung ihres Mannes im Jänner 2025.

War "Melania" erfolgreich? Eher weniger. Laut offiziellen Zahlen hat der Film in Nordamerika etwa 16 Millionen Dollar in den Kinos eingespielt, im Rest der Welt fand er so gut wie kein Publikum. In Österreich kam der Film zwar auch ins Kino, wurde aber nur von insgesamt 193 Menschen gesehen.

Klos, Kabinen kaputt USA ziehen "USS Gerald R. Ford" ab

Worum geht es? Die "USS Gerald R. Ford", aktuell der größte Flugzeugträger der US-Navy, soll schon in den nächsten Tagen den Kriegsschauplatz Iran verlassen und in die USA zurückkehren. Das berichtet die Washington Post unter Berufung auf mehrere Beamte.

Warum das? Das von zwei Atomreaktoren angetriebene Kriegsschiff befindet sich seit Monaten im Einsatz. Zunächst vor der Küste von Venezuela, wo man u. a. Jagd auf angebliche Drogenschmuggler machte. Danach ging es nahtlos weiter ins Rote Meer für den Einsatz gegen den Iran. Dabei kam es allerdings zu einem Zwischenfall an Bord.

Was ist geschehen? In einem Lüftungsschacht eines Wäscheraumes brach ein Brand aus, der sich auf weitere Teile des Schiffes ausbreitete, berichtet der Spiegel. Die Bekämpfung der Flammen dauerte insgesamt 30 Stunden. Daraufhin musste das Schiff bereits einmal während des Iran-Einsatzes kurzfristig Kreta anlaufen. Nun wurde die Rückkehr in die USA befohlen.

Was sind die Schäden am Schiff? Durch das Feuer wurden etwa die Schlafplätze von 600 der insgesamt 4.600 Crewmitglieder an Bord unbenutzbar gemacht. Zudem kommt es immer wieder zu Störungen im Toilettensystem des Schiffes – die allerdings nichts mit dem Brand zu tun haben.

Wann beginnt die Heimreise? Bereits in den kommenden Tagen, heißt es. Abgelöst wird das 13 Milliarden Dollar (ca. 11 Mrd. Euro) teure Riesenschiff durch die "USS George H.W. Bush", die mittlerweile in der Region eingetroffen ist.

Wie lange werden die Reparaturen dauern? Das steht bislang nicht exakt fest. Experten gehen aber von einer monatelangen Pause für die "Gerald R. Ford" aus.

Biennale-Jury tritt ab Nach Streit über Russland und Israel

Worum geht es? Wenige Tage vor der Eröffnung der Kunstbiennale in Venedig trat die fünfköpfige Jury der Schau am Donnerstag geschlossen zurück. Anlass dafür ist die Teilnahme von Künstlern aus Russland und Israel an der Veranstaltung.

Was ist die Biennale von Venedig? Eine der renommiertesten Kunstausstellungen der Welt. Sie findet seit 1895 alle zwei Jahre statt, heuer zwischen 9. Mai und 22. November. Teilnehmende Länder bestimmen einen Künstler oder eine Gruppe von Künstlern, die für ihr Land eine Ausstellung gestalten.

Welche Art von Kunst wird gezeigt? Im Zentrum steht aktuelle, internationale Gegenwartskunst. Das Spektrum ist bewusst breit und experimentell: Malerei und Skulpturen, Installationen, Video- und Medienkunst, Performance & Live-Art oder Digitale Kunst werden präsentiert.

Weshalb trat die Jury zurück? Weil sie sich gegen die Teilnahme Krieg führender Länder ausgesprochen hatte, aber von der Leitung der Biennale diesbezüglich nicht gehört wurde. Der Protest richtet sich konkret gegen Russland (wegen des Ukraine-Krieges) und Israel (wegen des Gaza-Konfliktes).

Gab es politischen Druck? Es deutet manches darauf hin. Vor allem die Ankündigung der Jury, die Künstler aus Russland und Israel keinesfalls auszuzeichnen, weil die Staatschefs ihrer Länder vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht werden, führte zu Protesten.

Was war die Angst? Der israelische Bildhauer Belu-Simion Fainaru, der sein Land in Venedig vertritt, hatte der Jury rassistische Diskriminierung vorgeworfen und mit einer Klage gedroht. Laut New York Times rief ihn Italiens Kulturminister deshalb an, um ihm Unterstützung zu versichern.

Wozu braucht die Biennale überhaupt eine Jury? Weil an sich immer am Ende der Veranstaltung Preise für herausragende Leistungen vergeben werden. Nun sollen erstmals die Besucher der Schau ihre Favoriten wählen.

Gewichtige Steigerung Eli Lilly legt beim Gewinn 56 % zu

Worum geht es? Eli Lilly and Company hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von knapp 20 Milliarden US-Dollar erzielt und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.

Wie gut wurde verdient? Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Wachstum von rund 56 Prozent erzielt, was für einen Pharmakonzern dieser Größe außergewöhnlich hoch ist. Der Nettogewinn lag bei etwa 7,4 Milliarden US-Dollar, der Gewinn je Aktie bei rund 8,55 US-Dollar.

Was ist der Grund? Der Haupttreiber dieser Entwicklung sind Abnehm-Medikamente aus der Klasse der GLP-1-Wirkstoffe, insbesondere Mounjaro und Zepbound. Mounjaro brachte im Quartal über 8,5 Milliarden US-Dollar ein, während Zepbound auf gut 4 Milliarden US-Dollar kam.

Wie relevant sind die beiden? Zusammen stehen diese Produkte für etwa zwei Drittel des gesamten Konzernumsatzes. Die Nachfrage wird durch den globalen Boom bei Therapien gegen Diabetes und Adipositas angetrieben.

Was kommt neu? Das Unternehmen versucht parallel, sein Portfolio zu erweitern. Dazu gehört unter anderem die Einführung des Präparats Foundayo, einem täglich einzunehmenden, oralen Arzneimittel zur Behandlung von Adipositas bzw. Übergewicht.

Wie läuft die Markteinführung? Bislang noch verhalten, Foundayo wird aber langfristig Wachstumspotenzial zugeschrieben.

Was ist die Prognose? Für das Gesamtjahr hat Eli Lilly seine Prognose angehoben und rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 82 und 85 Milliarden US-Dollar sowie einem weiter steigenden Gewinn.