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29. August 2025

Russen drohen Österreich Bei NATO-Beitritt sind wir "Angriffsziel"

Worum geht es? Dmitri Medwedew gilt als einer der engsten Gefolgsleute von Wladimir Putin. Von 2008 bis 2012 war er Präsident in Russland. Nun übermittelte er Österreich eine unmissverständliche Drohung.

Wo setzte er die Drohung ab? In der staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Die Wortmeldung wurde über RT verbreitet, dem früheren Russia Today. Das russische Propagandamedium ist seit 2022 in der EU verboten.

Was sagte Medwedew? Sollte das Land so wie Schweden und Finnland in die NATO eintreten, werde es Gegenmaßnahmen geben. Der "militaristische Kurs Österreichs" zerstöre dessen "Image als Friedensstaat".

Womit wird gedroht? Durch die Politik Österreichs erhöhe sich "das Risiko beträchtlich, dass Teile des Bundesheeres zum Ziel von Feuerangriffen der russischen Streitkräfte werden könnten", so der russische Politiker. Nach dem Beitritt von Schweden und Finnland habe es "Gegenmaßnahmen" gegeben. "Auch für Österreich wird es keine Ausnahmen geben“.

Wie positioniert sich Österreich? In der Regierung gilt NEOS-Außenministeri Beate Meinl-Reisinger als Befürworterin eines Beitritts. „Klar ist: Neutralität allein schützt uns nicht", hatte sie jüngst in der Welt am Sonntag erklärt.

Weitere Meldungen

Karriere-Killer Handy Thailand-Premier wegen Telefonat abgesetzt

Worum geht es? In einem abgehörten Telefonat hatte sich Paetongtarn Shinawatra an den ehemaligen kambodschanischen Staatschef Hun Sen angebiedert und ihn als "Onkel" bezeichnet. Am Freitag wurde die thailändische Premierministerin vom Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben.

Was weiß man über das Telefonat? Es fand am 15. Juni statt, Hun Sen stellte eine Audioaufnahme davon ins Netz. Die Premierministerin kritisiert darin auch die thailändische Armee.

Warum war es politisch unklug? Weil sich Thailand gerade in einem Grenzkonflikt mit Kambodscha befindet. Wenige Wochen mach dem Telefonat brach ein fünftägiger Konflikt aus, bei dem Dutzende Menschen getötet wurden und Hunderttausende aus ihren Häusern fliehen mussten.

Wie fiel das Urteil aus? Die neun Richter des Gerichts stimmten mit sechs zu drei Stimmen gegen Paetongtarn und urteilten, ihr Handeln habe gegen die ethischen Standards verstoßen, die von ihrem Amt erwartet würden.

Was sind die politischen Folgen? Die 39-Jährige war nur ein Jahr im Amt. Paetongtarn Shinawatra gehört der mächtigsten Dynasty des Landes an, sie ist die Tochter von Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra. Der Vorgang stürzt Thailand in eine Regierungskrise. Die Koalition verfügt nur mehr über eine hauchdünne Mehrheit im Repräsentantenhaus.

18.000 Wasserbecher Kunde hielt KI am Drive-Thru zum Narren

Worum geht es? Die amerikanische Fast-Food-Kette Taco Bell hatte über 500 Standorte in den USA mit KI-Sprachassistenten ausgestattet. Nach mehreren Zwischenfällen wurde das Experiment nun abgebrochen.

Was passierte? Die KI war oft überfordert. Sie teilte Kunden mit, das Restaurant habe nur noch Getränke und Soßenpackungen vorrätig. Änderungen in den Bestellungen – etwa Fleisch gegen Bohnen tauschen – wurden rundwegs verweigert, ein Mann wurde ständig nach seinem Getränkewunsch gefragt, obwohl er schon geordert hatte.

Was war der schlimmste Fall? Ein Video ging viral, es zeigt einen Nutzer, der 18.000 Wasserbecher bestellt. Daraufhin ging das System in die Knie. Internet-Trolle machten sich einen Spaß daraus, die KI zum Absturz zu bringen.

Was passiert nun? Nach zwei Millionen Bestellungen will Taco Bell umdenken und seine KI-Strategie überarbeiten. "Wir lernen viel", sagte Dane Mathews, Chief Digital and Technology Officer des Unternehmens, zum Wall Street Journal.

Kündigungs-Hoppala Notebook-Panne in australischer Bank

Worum geht es? Die australische Großbank ANZ wollte einen Teil der Belegschaft vor die Tür setzen. Die Betroffenen erfuhren es über E-Mail – sie wurden darin aufgefordert, ihren Dienstlaptops zurückzugeben.

Wie kam die Panne zustande? Klassisch, jemand drückte zu Früh auf einen Knopf. Eigentlich sollten die Angestellten erst in der darauffolgenden Woche über ihre Entlassung informiert werden. So aber bekamen sie vorzeitig eine automatisierte Mail.

Wer war betroffen? Rund 300 Angestellte aus dem Privatkundengeschäft.

Wie reagierte die Bank? Sie entschuldigte sich und bot den Betroffenen psychologische Hilfe an. Es seien auch persönliche Gespräche geführt worden, heißt es.

Bleiben die Kündigungen wirksam? Ja.

Frauen lieben es klein Welche Geschlecht welches Autos kauft

Worum geht es? Das deutsche Vergleichsportals Verivox wertete aus, welche Autos Frauen und Männer am liebsten fahren. Es zeigen sich deutliche Unteschiede. Und fast jedes Klischee wird erfüllt.

Wie wurde untersucht? Verivox (8 Millionen Kunden) schaute sich die Kfz-Versicherungsabschlüsse bei dem Portal im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2025 an.

Und? Unter den beliebtesten 30 Fahrzeugen von Frauen finden sich "fast ausschließlich Klein- und Kleinstwagen". Erst auf Platz 29 taucht mit dem Dacia Sandero ein etwas größeres Modell auf.

Was mögen Frauen nun? Besonders den Audi A1, der 73 Prozent häufiger von Frauen versichert wird als der Durchschnitt aller Fahrzeuge. Es folgen laut Spiegel der Hyundai i10 (62 Prozent), der Kia Picanto (61 Prozent). Der Fiat 500 und der Nissan Micra liegen jeweils bei 60 Prozent.

Und die Männer? Die wollen es größer und stärker. Audi A6, Mercedes-E-Klasse oder BMW 5er – solche Sachen halt.

Ist Auto Männersache? Sieht so aus. 64 Prozent der Kfz-Versicherungen bei Verivox werden von Männern abgeschlossen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt werden 62 Prozent der privaten PKW auf Männer zugelassen. Aber: Frauen holen auf.

Schlechter Zoll-Deal Wie die EU vor Trump in die Knie ging

Worum es geht? Um die Sonderzölle für Exporte in die USA geringer zu halten, machte die EU Donald Trump Zugeständnisse. Die fallen viel weitreichender aus als zunächst vermutet, ist nun zu erfahren.

Was ist neu? Am Donnerstag schaffte die EU die Zölle auf den Import sämtlicher Industriegüter aus den USA ab. Das war die Vorbedingung der USA, damit die Zölle auf europäische Autos von momentan 27,5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden. Nun sind die USA am Zug.

Was heißt das in der Praxis? Das Verhältnis dreht sich um, schreibt die F.A.Z. Bisher erhob die EU einen Einfuhrzoll auf Autos von zehn Prozent, die USA von 2,5 Prozent. Nun steht US-Zöllen von 15 Prozent ein EU-Zoll von null gegenüber.

Das ist aber nicht alles, oder? Nein, auch der Zoll für viele Agraprodukte soll auf null sinken. Für "sensible Produkte" (Rindfleisch, Geflügel, Reis) bleiben die geltenden Zölle. Für das umstrittenen Chlorhühnchen gilt weiter ein Importverbot.

Womit drohen die USA? Trump forderte die EU auf, ihre Digitalgesetze aufzuheben. Auf Truth Social schrieb er: Sollte die EU ihre Gesetze über Digitale Dienste und Gesetze über Digitale Märkte (DSA und DMA) nicht "widerrufen", werde er neue Zölle erheben und Exportbeschränkungen für US-Halbleiter erlassen.

Wie antwortet die EU? Die Kommission sagte am Donnerstag, man entscheide souverän über die Digitalgesetze. Viele bezweifeln, dass diese Meinung Bestand haben wird.

Wer bangt noch? Viele Maschinen- und Anlagenbauer, sie schrieben nun einen Bittbrief an Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Trump hatte in der Vorwoche die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte ausgeweitet. Auf 407 zusätzliche Produktarten wird ein Zollsatz von 50 Prozent erhoben.

Streit um Covid-Impfung Trump feuert Gesundheits-Direktorin

Worum geht es? Erst vor 28 Tagen war Susan Monarez als Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC eingesetzt worden. Nun ließ sie Präsident Donald Trump feuern. Sie stellte sich gegen seine Impfpolitik, so die Washington Post.

Wer ist Susan Monarez? Die 50-Jährige Veterinärmedizinerin ist ausgebildete Mikrobiologin und Immunologin, war gleichzeitig die erste CDC-Direktorin seit über 70 Jahren, die dieses Amt ohne humanmedizinischen Abschluss innehatte.

Wurde sie wirklich gefeuert? Das ist Ansichtssache. Laut einer Erklärung ihrer Anwälte sei Monarez "weder zurückgetreten noch entlassen worden". Das Weiße Haus sagte dagegen, die Direktorin weigere sich zurückzutreten, deshalb sei sie aus ihrer Position entlassen worden.

Worum geht es im Konflikt? Monarez war in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt worden, die Rücknahme bestimmter Zulassungen von Coronavirus-Impfstoffen zu unterstützen. Die DCD-Chefin wollte sich erst mit Experten dazu beraten und weigerte sich, einige Mitarbeiter zu entlassen.

Was ist der Hintergrund? Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stellt die Impfpolitik der USA auf den Kopf. Am Mittwoch beschränkte er unter anderem die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen auf Hochrisikogruppen.

Was passiert mit dem CDC? Nach der Nachricht von Bemühungen, Monarez abzusetzen, kündigten am Mittwoch drei hochrangige CDC-Beamte ihren Rücktritt an.

Was sagt das Weiße Haus? Susan Monarez stehe "nicht hinter dem Plan des Präsidenten, Amerika wieder gesund zu machen“, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, in einer E-Mail.

Was sagt Monarez? Ihre Anwälte warfen Kennedy vor, "die öffentliche Gesundheit für politische Zwecke zu instrumentalisieren" und "Millionen amerikanischer Leben zu gefährden".

Putin, Xi und Kim Auf dieses Treffen sollte die Welt schauen

Worum geht es? Am 2. September findet im Zentrum von Peking eine Militärparade statt. Anlass ist der 80. Jahrestag des Weltkriegendes. 25 Staatschefs kommen, darunter Wladimir Putin und Nordkoreas Kim Jong Un.

Warum ist das bedeutsam? Es handelt sich um einen relevanten Schulterschluss, er bringt Chinas Staatschef Xi Jinping einen diplomatischen Sieg ein. Xi präsentiert sich der Welt gegenüber als internationales Schwergewicht und als stabiler Handelspartner.

Warum ist das für Trump ärgerlich? Weil nicht alle vor seinen Zollplänen Furcht zeigen. Erst Anfang der Woche hatte Trump bekundet, Nordkoreas Diktator treffen zu wollen, nun taucht Kim in Peking auf. Dazu Putin, den der US-Präsident nicht an den Ukraine-Verhandlungstisch bringt.