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28. November 2025

Putin will verhandeln Bereit für „ernsthafte“ Friedensgespräche

Worum geht es? Es könnte doch etwas werden mit einem Weihnachtsfrieden für die Ukraine. Am Rande eines Sicherheitsgipfels in Kirgisistan gab Wladimir Putin am Donnerstag verhalten grünes Licht für "ernsthafte Friedensgespräche".

Was ist die Vorgeschichte? Unterhändler von Russland und den USA hatten zunächst einen "Friedensplan" für die Ukraine ausgearbeitet, die 28 Punkte wirkten wie vom Kreml diktiert. Daraus entstand ein 19-Punkte-Programm, das am vergangenen Wochenende in Genf von Vertreter der Ukraine, der EU und von US-Außenminister Marco Rubio erstellt wurde.

Was passierte dann? Es gab weitere Verhandlungen in Abu Dhabi, aber alles wartete auf eine offizielle Reaktion aus Russland. Die kam am Donnerstag, da wurde eine Pressekonferenz von Putin aus der kirgisischen Hauptstadt Bischkek im TV übertragen.

Was sagte er? Zunächst kam eine Drohung. "Wenn die ukrainischen Streitkräfte die von ihnen besetzten Gebiete verlassen, werden wir die Kampfhandlungen einstellen", sagte Putin. "Wenn sie dies nicht tun, werden wir es mit militärischen Mitteln erzwingen."

Und dann? Putin erklärte, Russland stimme zu, dass der von den USA unterstützte Plan als Grundlage für künftige Abkommen dienen könne. Es seien aber noch Diskussionen "über die europäische Sicherheit" nötig. Gemeint war wohl der NATO-Beitritt der Ukraine.

Wie geht es nun weiter? In der ersten Hälfte der kommenden Woche kommt es zu Verhandlungen in Moskau. Aus den USA wird der Berater von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, daran teilnehmen.

Weitere Meldungen

Lesbische Miss England "Ich bin stolz darauf", sagt sie in Talk

Worum geht es? Am vergangenen Freitag wurde Grace Richardson zur Miss England gewählt – als erste offen homosexuelle Frau. Sie sei stolz darauf, sagte sie in Interviews.

Was weiß man über die Miss? Richardson ist 20, Musicalstudentin am Leicester College of Performing Arts und nebenberufliches Model. Sie hat sich laut Eigenangabe vor fünf Jahren auf TikTok geoutet.

Woher rührt der Stolz? "Es ist also schön, jetzt aufstehen und sagen zu können: 'Seht, was ich erreicht habe,'“ sagt sie. Und spricht dann ihre Biographie an.

Was ist damit gemeint? Sie sei in der Schule "entsetzlich" gemobbt worden, erzählt die neue Miss. Sie wurde "wegen unzähliger Dinge gehänselt, weil ich zu dünn war, sehr klein war und dann sehr groß wurde."

Wie war das Outing? "Ich war 15", sagt sie. "Es war kurz nach Covid, und meine Mitschüler waren wirklich nicht nett zu mir, was sich definitiv negativ auf meine psychische Gesundheit ausgewirkt hat."

Warum sie sich dazu entschlossen hat? "Ich bin nicht das, was man sich unter einer stereotypischen lesbischen Frau vorstellt. Als ich 14 war, fing ich an, mich selbst zu hinterfragen. Ich war nicht wie die anderen Mädchen. Ich war nicht in Burschen verliebt," sagt sie.

Was passierte dann? "Ich habe mit meiner besten Freundin gesprochen, und sie sagte: 'Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du dich zu Frauen hingezogen fühlst?', und da hat es einfach Klick gemacht."

Warum sie aus Zufall Miss wurde? Die 20-Jährige wollte eigentlich einen Balletttanz aufführen, brach sich aber in der Woche nach ihrer Anmeldung zum Wettbewerb den Fuß. Also trat sie mit dem Song "Never Enough" auf, gewann die Kategorie "Talent" und qualifizierte sich damit als eine von 12 Frauen für die Enrunde.

Wut nach Hongkong-Feuer Vorwürfe gegen Baufirma, 3 Verhaftungen

Worum geht es? Am Mittwoch war in einem Wohnblock im Stadtteil Tai Po (New Territories) in Hongkong ein Großbrand ausgebrochen. Sieben Wolkenkratzer (2.000 Wohnungen, in denen 4.800 Menschen lebten) wurden erfasst, die Folgen waren verheerend. Ein Video zeigt den Beginn es Feuers.

Wie viele Opfer gibt es? Mindestens 83 Menschen sind ums Leben gekommen, über 70 Menschen wurden verletzt und fast 300 werden noch vermisst. Mehr als 900 Personen wurden in Notunterkünfte gebracht.

Ist der Brand unter Kontrolle? Der Komplex besteht aus acht Türmen, die jeweils 32 Stöcke haben. John Lee, Regierungschef von Hongkong, sagte, die Brände in sieben der acht Türme seien unter Kontrolle gebracht worden.

Aber? Die Feuerwehrleute konnten die obersten Stockwerke einiger der Hochhäuser noch immer nicht erreichen, obwohl ein älterer Mann am Vormittag lebend aus seiner Wohnung in einem der oberen Stockwerke gerettet werden konnte, berichtet der Guardian.

Weiß man was über die Ursache? Es gib nur Spekulationen, aber am Donnerstagmorgen wurden drei Männer im Alter zwischen 52 und 68 Jahren wegen des Verdachts auf Totschlag festgenommen. Das Trio – zwei Geschäftsführer und ein Ingenieurberater – arbeitete laut Polizei bei einem Bauunternehmen.

Was wird ihnen vorgeworfen? Laut Polizei hätten die Festgenommenen "grob fahrlässig gehandelt". Das habe zu diesem Unglück geführt und die unkontrollierte Ausbreitung des Feuers verursacht.

Warum breiteten sich die Flammen so rasch aus? Unter anderem weil die Gebäude mit Bambusgerüsten verkleidet waren – einem traditionellen Baumaterial, das aber immer seltener zum Einsatz kommt. Eine Sonderkommission wurde eingerichtet, um die Brandursache zu ermitteln.

War die Gefahr niemandem bewusst? Doch, es gibt seit Langem Beschwerden über die Sanierung, darunter Vorwürfe, die Alarmanlage sei bereits vor Monaten von Bauarbeitern abgeschaltet worden und Arbeiter hätten auf der Baustelle geraucht.

Welche Rolle spielt ein Video? Die Sicherheitsstandards für die verwendeten Bauzäune gaben Anlass zu Bedenken. Ein Video, das am Donnerstag weite Verbreitung fand, zeigt, wie ein Gemeinderatsmitglied ein Stück grünes Bauzaunnetz in Brand setzt und zusieht, wie es schnell schmilzt und verbrennt.

Freiwillig zum Heer Frankreich ändert seinen Militärdienst

Worum geht es? Wegen der latenten Kriegsgefahr, stellen immer mehr Länder in Europa ihre Armeen anders auf. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte nun ein neues freiwilliges Militärdienst-Programm an.

Was ist damit gemeint? Das Angebot richtet sich vor allem an die 18- und 19-Jährigen. Sie können ab Sommer 2026 freiwillig für zehn Monate dienen. Zunächst gibt es eine Grundausbildung von rund einem Monat, danach neun Monate Dienst in Einheiten innerhalb des französischen Staatsgebiets.

Warum sollen sie das tun? Weil sie möchten, wegen des Geldes kann es nicht sein. Teilnehmer erhalten mindestens 800 Euro pro Monat sowie Verpflegung und Unterkunft und 75 % Ermäßigung auf Bahnfahrten.

Was ist die Idee? Mit dem freiwilligen Dienst will Frankreich die Beziehung zwischen Bevölkerung und Armee stärken. Außerdem sollen zusätzliche personal- und reservestärkende Kapazitäten geschaffen werden.

Gilt in Frankreich die Wehrpflicht? Nein, die allgemeine Wehrpflicht wurde bereits 1997 abgeschafft. Frankreich setzte danach auf eine Berufsarmee und freiwillige Rekrutierung.

Mit wie viele Freiwilligen rechnet man? 2026 mit rund 3.000 Teilnehmern. Planziel sind bis zu 50.000 Freiwillige jährlich ab 2025. Kalkuliert werden Kosten von 2 Milliarden Euro.

Gilt das Angebot auch für Frauen? Ja, es steht Männern und Frauen gleichermaßen offen.

Vornamen gestrichen Politiker will nicht mehr Hitler heißen

Worum geht es? Adolf Uunona ist Mitglied des Regionalrats der Region Oshana in Namibia. Überregionale Bekanntheit erlangte er durch seinen zweiten Vornamen – Hitler. Den hat er nun aus dem Personalausweis streichen lassen.

Was ist der Hintergrund? Uunona wurde 1965 in Südwestafrika (dem heutigen Namibia) geboren. Sein Vater habe ihm den Namen gegeben — damals ohne zu wissen, wer Adolf Hitler war und was dieser bedeutete, sagte er. Für ihn sei das als Kind "ganz normal" gewesen.

Wie kommt man auf so eine Idee? Das ist unklar, aber deutsche Namen sind in Namibia häufig. Von 1884 bis 1915 war das ­Land unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika eine deutsche Kolonie.

Wann wurde der Name zum Problem? Adolf Hitler Uunona ist Mitglied der ­Regierungspartei Swapo. Er ist seit 2004 Politiker, nach seiner Wahl 2015 wurde er erstmals von ausländischen Medienvertretern auf seinen Namen angesprochen – und reagierte eher verschnupft.

Ist er ein Nazi? In Medieninterviews erklärte er ausdrücklich, er habe "nichts mit Nazi-Ideologie zu tun". Deshalb habe er sich jetzt auch zur Namensänderung entschlossen. Er möchte in Zukunft nur mehr mit Adolf Uunona angesprochen werden.

Ist er beliebt? Kann man so sagen. Die Wiederwahl 2020 gewann er mit 85 Prozent der Stimmen, 2025 wurde er erneut bestellt und das Medieninteresse damit neu angefacht. Mit der erwähnte Folge.

Türkiser Teppich für Papst Türkei-Besuch heute live im TV zu sehen

Worum geht es? Die erste Auslandsreise ein halbes Jahr nach seiner Wahl im Mai führt Papst Leo XIV in die Türkei. Er wurde am Donnerstag mit allen Ehren empfangen, die Türkei breitete dem Papst den türkisblauen Teppich aus.

Warum türkis? Weil der Teppich auf der Gangway nicht wie üblich rot war, sondern eben türkisblau. Es handelt sich um die Lieblingsfarbe von Präsident Recep Tayyip Erdoğan.

Wie lange dauert der Besuch? Vom 27. bis 30. November 2025. Danach reist der Papst weiter in den Libanon.

Warum die Türkei? Das hat eher symbolischen Charakter. Unter den 85 Millionen Türken gibt es geschätzt vielleicht noch 100.000 Christen. Deswegen fehlt bei Autofahrten auch die übliche jubelnde Menge am Straßenrand.

Was passierte am ersten Tag? Als erstes offizielles Ziel besuchte der Papst das Mausoleum von Mustafa Kemal Atatürk in Ankara. Dort legte er einen Kranz nieder und trug sich in das Ehrenbuch ein.

Was schrieb er ins Buch? "Ich danke Gott, dass ich die Türkei besuchen darf, und ich wünsche diesem Land und seinem Volk Frieden und Wohlstand in Fülle."

Warum war der Besuch relevant? Es zeigte Respekt gegenüber dem türkischen Staat und seinem Gründer — ein deutliches Zeichen der Anerkennung gegenüber der türkischen Republik.

Was passierte danach? Papst Leo traf im Präsidentenpalast auf Erdoğan. In seiner Rede warb der Papst für eine "plurale Gesellschaft" und betonte die historische Bedeutung der Türkei als Brücke zwischen Kulturen und Religionen.

Was passiert heute? Der Papst reiste noch am Donnerstag nach Istanbul weiter. Unweit der archäologischen Ausgrabungen des antiken Nicäa findet heute ein ökumenisches Gebetstreffen statt. ORF 2 überträgt ab 13.20 Uhr live.

Ministerin Tasche gestohlen Nun soll Dieb abgeschoben werden

Worum geht es? Im April war US-Heimatschutzministerin Kristi L. Noem in einem Restaurant die Handtasche gestohlen worden. Nun wurde der Dieb verurteilt, danach soll die Abschiebung erfolgen. Der Fall wird politisch benutzt.

Was ist überhaupt passiert? Am 19. April entwendete der gebürtige Chilene im Restaurant Capital Burger in der Innenstadt von Washington die Gucci-Tasche der Ministerin. Er hatte sich mit einer medizinischen Maske getarnt.

Was war in der Tasche? Der Führerschein von Noem, ihre Schlüssel, Schecks, die Kreditkarte, ihr Reisepass, 3.000 Dollar in bar und ihr Dienstausweis des Heimatschutzministeriums. Mit einer ihrer American Express Kreditkarten ging der Dieb nachher essen.

Warum hatte sie so viel Geld dabei? Das Heimatministerium erklärte, Noem habe einen größeren Geldbetrag abgehoben, weil ihre Kinder und Enkelkinder über die Osterfeiertage in der Stadt waren.

Was passierte nun? Der Mann wurde gefasst, im Prozess gestand er drei Taten, auch den Diebstahl der Tasche. Nach der Verbüßung der Strafe (das Strafmaß wird erst verkündet), kann er abgeschoben werden, dafür gab der Berufskriminelle seine Zustimmung.

Hat er eine kriminelle Biographie? Kann man so sagen, sie umfasst drei Kontinente. 1995 wurde er in Chile wegen Raubes zu drei Jahren Haft verurteilt. Ab 2013 folgten sieben Verurteilungen in London, die meisten davon wegen Diebstahls.

Ausländer-Zuschlag US-Nationalparks verdreifachen Preise

Worum geht es? Der Politslogan "America First" hat für Urlauber nun spürbare Folgen in der Brieftasche. Ein digitaler "America the Beautiful"-Pass kostet ab dem nächsten Jahr für US-Einwohner 80 US-Dollar und für Nicht-Einwohner 250 Dollar.

Was ist der "America the Beautiful"-Pass? Er wurde schon vor Längerem vom National Park Service eingeführt und erlaubt den Zugang zu Tausenden Nationalparks, Denkmälern und Erholungsgebieten.

Was passiert nun? Ausländer zahlen für den digitalen Pass ab 1. Jänner 2026 mehr als das Dreifache, US-Bürger das Gleiche wie heuer. Das gab das US-US-Innenministerium in einer Aussendung bekannt.

Kostet das klassische Eintritt auch mehr? Für Ausländer ja und es wird empfindlich teurer. Für 11 Standorte wird eine Zusatzgebühr von 100 US-Dollar pro Person (!) eingehoben.

Welche Parks sind betroffen? Die Nationalparks Acadia, Bryce-Canyon, Everglades, Glacier, Grand-Canyon, Grand-Teton, Rocky-Mountain, Sequoia- und Kings-Canyon, Yellowstone, Yosemite und der Zion-Nationalpark.

Wie begründet das Park Service die Verteuerung? Sie wird als "die bedeutendste Modernisierung des Zugangs zu Nationalparks seit Jahrzehnten" vermarktet. Es soll einige Verbesserungen geben, aber im Mittelpunkt steht "eine neue, auf Einwohner ausgerichtete Gebührenstruktur, die amerikanische Familien in den Mittelpunkt stellt".

Was heißt das? Zum Beispiel: Einheimische ab 62 zahlen für die Jahreskarte nur 20 Dollar (oder auf Lebenszeit 80 Dollar) und es gibt für alle Amerikaner acht gebührenfreie Tage im Jahr.