Worum geht es? In Paris begann am Montag ein Prozess gegen zehn Personen – acht Männer und zwei Frauen im Alter von 41 bis 60 Jahren – wegen Cybermobbings gegen Brigitte Macron, die First Lady Frankreichs.
Was wird ihnen vorgeworfen? In sozialen Medien falsche und diffamierende Behauptungen verbreitet zu haben, darunter die Behauptung, Brigitte Macron sei als Mann geboren worden. Ihr richtiger Name sei Jean-Michel Trogneux, so heißt ihr älterer Bruder, behaupten die Trolle.
Gibt es weitere Vorwürfe? Ihre Beziehung zu Präsident Emmanuel Macron wurde in abfälliger Weise thematisiert, einschließlich des Vorwurfs der Pädophilie aufgrund des Altersunterschieds von 25 Jahren zwischen den beiden. Brigitte Macron ist 72, Emmanuel Macron 47.
Wer sind die 10 Angeklagten? Unter anderem der bekannte französische Verschwörungstheoretiker Aurélien Poirson-Atlan, auch bekannt als "Zoe Sagan", sowie die Werberin Delphine Jegousse, die unter dem Pseudonym "Amandine Roy" auftritt.
Und der Rest? Klassisches Alltags-Publikum, ein Beamter, ein Lehrer, ein Informatiker ...
Woher kommt die abstruse Theorie? Die Verleumdungen kursieren seit 2017, da siegte Emmanuel Macron bei den Präsidentschaftswahlen. "Amandine Roy" heizte sie 2021 an, als sie auf ihrem YouTube-Kanal ein vierstündiges Video veröffentlichte.
Was passierte am ersten Prozesstag? Sieben der Angeklagten erschienen am Montagnachmittag vor Gericht, drei weitere wurden von ihren Anwälten vertreten. Das Verfahren soll am Dienstag zu Ende gehen, das Urteil folgt später.
Was ist angeklagt? Der Vorsitzende Richter sagte, alle seien des Cybermobbings gegen die First Lady angeklagt, was zu einer "Verschlechterung ihres körperlichen und geistigen Gesundheitszustands" geführt habe. Den Angeklagten drohen bis zu zwei Jahre Haft.
Ist das der einzige Prozess? Nein, Macron klagte in den USA auch die rechte Influencerin Candace Owens (7,1 Millionen Follower auf X). Sie hatte ähnliche Verschwörungstheorien verbreitet.
Was will das US-Gericht? Dass Brigitte Macron wissenschaftliche Beweise und Fotos vorlegt, die belegen, dass sie eine Frau war und ist. Sie erklärte sich dazu bereit. Die Bilder würden Frau Macron schwanger und mit ihren drei Kindern zeigen, so ihr Anwalt.
Worum geht es? Der Hurrikan Melissa wurde am Montag zu einem Sturm der Kategorie 5 hochgestuft.Es werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 282 km/h erwartet.
Was ist die Dimension? Melissa soll am Dienstag auf Jamaika treffen und gilt als der stärkste Sturm, der die Insel je erreicht hat. Es werden katastrophale Regenmengen von bis zu einem Meter erwartet.
Warum ist Melissa so stark? Weil sich der Hurrikan als Gesamtes im Schneckentempo weiterbewegt und immer mehr an Kraft zulegt. Auf Haiti und in der Dominikanische Republik hat er schon schwere Schäden angerichtet, mehrere Menschen starben.
Wie bereitet sich Jamaika vor? Über 28.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, 881 Notunterkünfte eingerichtet. Trotz Evakuierungs-Aufforderungen blieben einige Bewohner aus Angst vor Plünderungen in ihren Häusern.
Wie geht es dann weiter? Kuba hat über 500.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Schulen und der öffentlichen Verkehr wurden eingestellt und Notunterkünfte eingerichtet, insbesondere rund um Santiago de Cuba, das direkt im Sturmverlauf liegt.
Hat der Klimawandel was damit zu tun? Ja! Die ungewöhnlich schnelle Intensivierung von Melissa wird mit den steigenden Wassertemperaturen im Atlantik in Verbindung gebracht. Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich tropische Stürme schnell zu schweren Hurrikanen entwickeln, seit 1971 mehr als verdoppelt hat.
Wo gibt es Live-Infos? Hier Zoom Earth – Live-Tracking von Hurrikan Melissa oder beim National Hurricane Center – Archiv und Prognosen oder beim The Weather Channel – Live-Blog und Karten.
Worum geht es? Litauen hat am Montag beschlossen, künftig sogenannte "Schmuggelballons" aus Belarus vom Himmel zu holen.
Wozu dienen die Ballons? Sie werden oft zum illegalen Transport von Zigaretten genutzt, In den vergangenen Wochen hat das mehrfach zu Flugausfällen und Grenzschließungen geführt.
Was sagt Litauen? Ministerpräsidentin Inga Ruginienė bezeichnete die Vorfälle als "hybride Angriffe" und kündigte an, dass die litauische Armee künftig "alle notwendigen Maßnahmen" ergreifen werde, um die Ballons abzuschießen.
Was ist mit den Grenzen? Die Übergänge zu Belarus bleiben vorerst geschlossen, mit Ausnahmen für Diplomaten und EU-Bürger, die ausreisen. Ein Kabinettsbeschluss am Mittwoch soll über eine dauerhafte Schließung entscheiden.
Was wirft Litauen Belarus vor? Das Präsident Alexander Lukaschenko die Ballon-Praxis nicht unterbindet. Die Regierung erwägt zudem, Artikel 4 des NATO-Vertrags zu aktivieren, um Sicherheitsberatungen mit den Verbündeten einzuleiten.
Was ist der Hintergrund? Die Situation spiegelt die zunehmenden Spannungen zwischen Litauen, einem EU- und NATO-Mitglied, und Belarus wider, das ein enger Verbündeter Russlands ist.
Worum geht es? Ein massiver Wett-Skandal erschüttert den türkischen Fußball: Die Türkische Fußballföderation (TFF) deckte auf, dass 371 von 571 aktiven Schiedsrichtern in den professionellen Ligen Wettkonten bei Buchmachern hatten.
Ist das verboten? Ja, natürlich. Es handelt sich um einen klaren Verstoß gegen die FIFA- und UEFA-Integritätsrichtlinien, die Schiedsrichtern jegliche Form von Glücksspiel untersagen.
Was ist die Dimension? 152 Schiedsrichter haben aktiv auf Fußballspiele gewettet, darunter auch auf Spiele der Süper Lig und internationale Partien. Ein Schiedsrichter platzierte 18.227 Wetten, 42 weitere setzten jeweils auf mehr als 1.000 Spiele.
Wer gehört zu den Verdächtigen? Unter den betroffenen Schiedsrichtern befinden sich 7 Hauptschiedsrichter der Süper Lig, 15 Assistenten der obersten Liga, 36 regionale Hauptschiedsrichter und 94 regionale Assistenten.
Was ist die Konsequenz? Die TFF kündigte an, dass die Disziplinarkommission Strafen von drei Monaten bis zu einem Jahr verhängen wird. Darüber hinaus wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um mögliche Spielmanipulationen zu untersuchen.
Und international? FIFA und UEFA wurden über den Vorfall informiert und könnten weitere Sanktionen verhängen, einschließlich möglicher lebenslanger Sperren für die betroffenen Schiedsrichter.
Worum geht es? Amazon plant, bis zu 30.000 Stellen im Konzernbereich („corporate jobs“) zu streichen, berichten mehrere Medien mit Bezug auf Insider. Das Programm soll schon am Dienstag starten.
Was ist der Hintergrund? Der Packerl-Konzern hat während der Pandemie viel Personal aufgenommen, um die gestiegene Nachfrage bedienen zu können. Diese Überkapazitäten sollen nun abgebaut werden.
Wie massiv sind die Kündigungen? Amazon hat weltweit einen Beschäftigtenstand von rund 1,55 Millionen Menschen. 350.000 davon sind tatsächliche Büro- und Konzernmitarbeiter, von denen müssen fast 10 Prozent gehen.
Ist bekannt, wo Jobs wegfallen? Nicht im Detail. Spekuliert wird darüber, dass im Human Resources-Bereich (Teams wie "People Experience & Technology") mit über 10.000 Mitarbeitern weltweit eine Reduktion von etwa 15 % erfolgen soll.
Wie wird das Weihnachtsgeschäft geschupft? Amazon will saisonale Mitarbeiter einstellen – was zeigt, dass die Kürzungen nicht zwangsläufig bedeuten, dass überall die Mitarbeiterzahl sinkt. Das Gehaltsniveau schon eher.
Was sagt Amazon? Das Unternehmen lehnte gegenüber Medien eine Stellungnahme ab.
Worum geht es? Am Sonntag fanden in Argentinien Zwischen- bzw. Parlamentswahlen („legislative elections“) für Teile des Kongresses statt. Der Urnengang galt als Stimmungstest für die radikale Reform von "Kettensägen-Präsident" Javier Milei.
Wie endete die Wahl? Mileis Partei La Libertad Avanza ("Die Freiheit schreitet voran", LLA) erreichte bei den Zwischenwahlen rund 40,8 % der Stimmen im Unterhaus. Die Opposition, insbesondere die peronistische Bewegung, kam auf rund 31 % der Stimmen.
Was bedeutet in Bezug auf die Parlamentssitze? Im Unterhaus („Kammer der Abgeordneten“) erhöhte die LLA die Zahl ihrer Sitze von 37 auf rund 101 Sitze, Im Senat von 6 auf 20.
Warum ist das von Bedeutung? Durch dieses Wahlergebnis wird dem radikalliberalen Milei und seiner Partei mehr legislativer Handlungsspielraum eingeräumt. Sie erreichen die Schwelle, um Veto-Möglichkeiten des Präsidenten zu sichern bzw. zu unterstützen.
Was ist die Folge? Für Argentinien heißt das: Milei kann die angekündigten Reformen beschleunigen. Für Teile der Bevölkerung werden die wirtschaftliche Belastungen steigen, der Widerstand dagegen wird sich vermutlich steigern.
Welche Reformen sind geplant? Liberalisierung des Arbeitsmarkts, Steuervereinfachung und Kürzung der Staatsausgaben.
Wie steht Argentinien wirtschaftlich da? Das Land befindet sich im Umbruch. Die Reformen können zu einer Gesundung führen, aber auch krachend in die Hose gehen. Die Armen trifft es am härtesten.
Was heißt das in Zahlen? Laut dem Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird für das reale BIP für 2025 etwa 5,2 % Wachstum prognostiziert, für 2026 etwa 4,3 %. Laut Zentralbank wird die Inflation gegen Jahresende auf unter 30 bis 40 % gedrückt werden, im April 2024 betrug sie 289 Prozent.
Worum geht es? Tom Hayes war Trader bei den Banken UBS und Citigroup in Tokio und zentral im LIBOR‑Skandal verwickelt. Er wurde gefeuert, nun hat er eine Klage gegen UBS eingereicht, weil er sich als "Sündenbock" sieht.
Wie viel fordert er? 400 Millionen US-Dollar Schadenersatz.
Was ist der LIBOR-Skandal? LIBOR steht für London Interbank Offered Rate. Es ist ein Zinssatz, zu dem große Banken sich untereinander Geld leihen. Dieser Zinssatz wird weltweit als Referenz für Kredite, Hypotheken und Derivate verwendet.
Was war das Problem? Zwischen 2005 und 2012 haben Banker den LIBOR manipuliert. Sie gaben absichtlich falsche Angaben über die Zinssätze an, um den eigenen Gewinn zu erhöhen und um die Bank besser dastehen zu lassen.
Wer machte mit? Große internationale Institute, etwa UBS, Barclays, Citigroup, RBS. Einzelne Trader und Manager gaben zu, den LIBOR manipuliert zu haben, manche wurden verurteilt, darunter Tom Hayes.
Wieviel fasste er aus? Er wurde 2015 wegen Verschwörung zur Täuschung („conspiracy to defraud“) verurteilt und zu einer Haftstrafe von 14 Jahren verurteilt – später reduziert auf 11 Jahre.
Ist er noch in Haft? Nein, er wurde bereits im Jahr 2021 auf Bewährung entlassen. Im Juli 2025 hob der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs den Schuldspruch auf, er gilt also nicht mehr als verurteilt.
Klagt er deshalb? Ja, auch. Er wirft UBS böswillige Strafverfolgung („malicious prosecution“) vor. Die Bank soll absichtlich gegen ihn vorgegangen sein, obwohl sie intern wusste, dass nicht nur er verantwortlich war. Ziel: Öffentliche Aufmerksamkeit minimieren und die Bank sauber dastehen lassen.
Worauf klagt er? Entgangene Einkommen während und nach der Haft, Rufschädigung, persönliche und berufliche Nachteile durch die Verurteilung.
Worum geht es? Bei einer Veranstaltung wurde der deutsche Kanzler vor zwei Wochen auf den AfD-Zulauf angesprochen. "Wir haben im Stadtbild immer noch dieses Problem …" sagte Friederich Merz (CDU) und meinte: es gäbe zu viel migrantisch aussehende Menschen in Innenstädten.
Was war die Folge? Der Satz sei menschenverachtend, rassistisch, eine Diktion wie in der Nazizeit, empörten sich Kritiker.
Und in Österreich? Kanzler Christian Stocker begrüßte die Aussage: "Selbstverständlich kann ich dem etwas abgewinnen. Die Menschen sehen das jeden Tag. Es wäre falsch, so zu tun, als würde es das alles nicht geben", sagte er im Kurier.
Bekommt Merz auch daheim Unterstützung? Ja, am Montag von seiner Parteikollegin Nina Warke. "Es ist so, dass junge und auch ältere Frauen sich im öffentlichen Raum oft unsicher fühlen und bestimmte Plätze und Wege meiden und Pfefferspray dabei haben", sagte die Bundesgesundheitsministerin im Podcast Table.Briefings.
Hat das Gewicht? Warke ist auch Bundesvorsitzende der Frauen-Union. Es gebe No-go-Areas, sagt sie. Junge Frauen schildern problematische Begegnungen mit Männern allgemein, aber es wird schon auch vor allem bei Männern mit Migrationshintergrund geschildert, dass es da Belästigungen und Übergriffe gibt“.