Worum geht es? Überfall auf Venezuela, Drohungen gegenüber Kuba, der Griff nach Grönland: Donald Trump zündelt allerorten. Nach Tagen mit Wattebausch-Kritik melden sich nun die ersten Politiker deutlich zu Wort.
Wer kritisiert? Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warf Trump bei einem öffentlichen Symposium in Berlin "Wertebruch" vor. Die US-Außenpolitik unter Trump trage dazu bei, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Weltordnung auszuhöhlen.
Wurde er noch deutlicher? Ja. "Es geht darum, zu verhindern, dass die Welt zu einer Räuberhöhle wird, in der die Skrupellosesten sich nehmen, was sie wollen, und in der Regionen oder ganze Länder als Eigentum einiger weniger Großmächte behandelt werden", sagte Steinmeier.
Wie ordnet er das ein? Steinmeier bezeichnete die Annexion der Krim durch Russland und den umfassenden Einmarsch in die Ukraine als Wendepunkt und sagte, das Verhalten der USA stelle einen zweiten historischen Bruch dar.
Wo er die Gründe sieht? "Die neue amerikanische Administration hat ein sehr anderes Weltbild als wir. Eines, das keine Rücksicht nimmt auf etablierte Regeln, auf gewachsene Partnerschaft und Vertrauen."
Bleibt er mit der Kritik allein? Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fand bei der Jahresansprache an französische Botschafter im Élysée-Palast klare Worte. "Die Vereinigten Staaten sind eine etablierte Macht, aber eine, die sich allmählich von einigen ihrer Verbündeten abwendet und sich von internationalen Regeln löst, die sie noch vor Kurzem selbst gefördert haben."
Worum geht es? An Bord der internationalen Raumstation ISS ist es zu einem Krankheitsfall gekommen. Bei einem Mitglied von "Crew 11", einem vierköpfigen Astronautenteam, das seit vergangenem August im Weltall ist, sei es am Mittwoch zu einem medizinischen Problem gekommen, teilte die US-Weltraumbehörde NASA mit.
Was ist geschehen? Aus Gründen des Datenschutzes konnte die NASA nicht näher darauf eingehen, welcher Astronaut betroffen ist und was konkret das medizinische Problem darstellt. Tatsache ist aber, dass ein für Donnerstag geplanter Weltraumspaziergang von zwei Astronauten deshalb kurzfristig abgesagt werden musste.
Wer gehört aller zu "Crew 11"? Das vierköpfige Team besteht aus den NASA-Astronauten Zena Cardman und Mike Fincke, dem Japaner Kimiya Yui von der JAXA-Raumfahrtbehörde und dem russischen Kosmonauten Oleg Platonov.
Wie geht es dem erkrankten Astronauten? Sein Zustand wird als stabil beschrieben. Trotzdem überlegt man nun, den Aufenthalt des gesamten Teams auf der ISS zu verkürzen und das Quartett schon im Jänner zurück zur Erde zu holen. Ursprünglich sollte "Crew 11" noch bis Ende Februar im All bleiben.
Wäre dann die ISS ohne Besatzung? Nein, drei weitere Weltraumfahrer, NASA-Astronaut Chris Williams und die Kosmonauten Sergej Kud Swerchkow und Sergej Michajew, würden dann bis zum Eintreffen der nächsten Crew alleine auf der Station bleiben.
Worum geht es? ChatGPT hat 800 Millionen wöchentliche User. Am Donnerstag stellte die KI-App des US-Anbieters OpenAI einen neuen Service vor: Gesundheitstipps auf Basis einer Online-Anamnese.
Wie geht das? ChatGPT Health möchte auch Gesundheitsdaten und Krankenakten der Fragensteller scannen, um möglichst profunde Resultate liefern zu können, so der KI-Pionier OpenAI.
Gibt es da keine Datenschutzbedenken? Doch, US-Aktivisten warnen bereits vor einem Missbrauch übermittelter Patientenakten. Doch der Anbieter wiegelt ab: Konversationen in ChatGPT Health würden getrennt von anderen Chats gespeichert und nicht zum Trainieren seiner KI-Tools verwendet werden, so OpenAI. Zudem sei das System nicht für "Diagnose oder Behandlung" gedacht.
Wofür sonst? Es gehe darum, den Usern vertiefende Antworten geben zu können, so OpenAI. Bereits jetzt würden pro Woche 230 Millionen Anfragen zu Gesundheitsthemen gestellt, so der KI-Konzern.
Wird der neue Service etwas kosten? Dazu gibt es bislang keine Angaben. Als sicher gilt allerdings, dass OpenAI daran arbeitet, Werbung in seine Seite zu integrieren.
Wo wird ChatGPT Health überall angeboten? Derzeit nur in den USA. Ein Einsatz innerhalb der EU gilt wegen der strengen Datenschutzregeln als unwahrscheinlich.
Worum geht es? Die japanische Stadt Toyoake "ermutigt" in einer Richtlinie ihre Einwohner, die tägliche Freizeit‑Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Geräten auf maximal 2 Stunden pro Tag zu begrenzen.
Was ist der Hintergrund? Die Stadt will so Bewusstsein für gesündere Mediengewohnheiten schaffen – zum Beispiel, um Schlaf zu verbessern, Familienzeit zu fördern und Probleme durch übermäßige Bildschirmzeit zu reduzieren.
Ist das ein Gesetz? Nein, die Richtlinie gilt als Empfehlung oder Leitlinie, nicht als strenge gesetzliche Obergrenze. Es gibt keine Strafen oder Kontrollen, wenn jemand länger ein Display nutzt.
Was hat das dann für einen Sinn? In Japan haben Empfehlungen einen hohen Stellenwert. Sie üben einen gesellschaftlichen Druck aus. In der U-Bahn würde es niemand wagen zu telefonieren.
Was gilt für Kinder? Für sie gibt es zusätzliche Zeitempfehlungen am Abend: Grundschüler sollen ihre Geräte nach 21 Uhr weglegen, ältere Schüler und Erwachsene spätestens nach 22 Uhr.
Seit wann ist die Empfehlung in Kraft? Seit 22. September. Sie wurde mit 12:7 Stimmen im Stadtsenat von Toyoake (eine Pendlerstadt mit 68.000 Einwohnern) beschlossen.
Wie fiel die Reaktion aus? Reporterteams aus der ganzen Welt kamen. Im Gemeindeamt gingen über 120 Anrufe und E‑Mails ein, etwa 80 Prozent waren negativ.
Worum geht es? Das Hilton-Hotel Hampton Inn in Lakeville, Minnesota hatte Zimmerreservierungen von ICE-Beamten storniert. Nachdem die US-Regierung das öffentlich gemacht hatte, löschte die Hilton-Gruppe das Hotel aus seinem Buchungssystem.
Was ist ICE? Das Kürzel steht für U.S. Immigration and Customs Enforcement. Die Bundesbehörde der USA untersteht dem Department of Homeland Security (DHS). Sie ist für die Durchsetzung von Einwanderungs- und Zollgesetzen zuständig.
Warum steht die Behörde in Kritik? Wegen ihres rigorosen Vorgehens bei der Abschiebung von Migranten und bei Familientrennungen.
Was passierte nun? ICE-Agenten hatten Zimmer im Hampton Inn gebucht. Ein Mitarbeiter stornierte die Reservierungen am 2. Jänner und teilte per Mail mit, dass man keine ICE- oder Immigrationsbeamten aufnehme.
Woher weiß man das? Weil das Department of Homeland Security die E-Mails auf X veröffentlichte.
Was geschah dann? Everpeak Hospitality, der Betreiber des Hotels, entschuldigte sich. Viele Hilton-Hotels sind Franchise-Betriebe – das heißt, sie werden von unabhängigen Betreibern geführt, tragen aber die Marke "Hilton".
Dabei blieb es? Nein, Hilton kündigte die Franchise-Vereinbarung mit dem betreffenden Hotel und entfernte es aus seinem Buchungssystem, weil das Verhalten gegen die Unternehmensrichtlinien verstoße. Hilton betonte, dass seine Hotels offen für alle Gäste ohne Diskriminierung sei.
Warum wollten die ICE-Beamten nach Lakeville? Die Trump-Regierung entsendet rund 2.000 Bundesagenten nach Minnesota, um im Zuge eines Sozialbetrugsskandals um Somalis verstärkt gegen Einwanderung vorzugehen.
Worum geht es? Die Trump-Regierung hat 25 weitere Länder auf die Liste des US-Außenministeriums gesetzt. Deren Staatsbürger müssen eine Kaution von bis zu 15.000 US-Dollar hinterlegen, um die Einreise in die USA zu beantragen.
Wie viele Länder betrifft das schon? 38, hauptsächlich aus Afrika, aber auch Südamerika und Asien. Der Vorgang ist Teil der umfassenderen Strategie der Regierung, sowohl die legale als auch die illegale Einwanderung einzudämmen.
Was ist der Hintergrund? Das US-Außenministerium beruft sich auf einen DHS-Finanzbericht aus dem Jahr 2024. Bewohner der Länder auf der "Roten Liste" sollen Visa für touristische oder geschäftliche Zwecke am häufigsten missbraucht haben.
Ab wann gilt der Bann? Die Regelung tritt am 21. Jänner in Kraft. Auch Venezuela und Kuba finden sich auf der Liste.
Was gilt für Betroffene? Sie müssen Kautionen in Höhe von 5.000 bis 15.000 US-Dollar hinterlegen, die Höhe wird zum Zeitpunkt des Visuminterviews festgelegt. Genehmigte Visuminhaber dürfen nur über drei Flughäfen in die USA einreisen: Boston Logan International Airport, John F. Kennedy International Airport (in New York) oder Washington Dulles International Airport.
Dürfen sie auch wirklich einreisen? Das US-Außenministerium weist darauf hin, dass die Hinterlegung einer Kaution keine Garantie für die Visumserteilung darstellt und Gebühren, die ohne Genehmigung des Beamten gezahlt wurden, nicht erstattet werden.
Worum geht es? Prinz Harry reist Anfang Februar nach London, um an einem Gerichtsverfahren am High Court teilzunehmen. Er hatte Associated Newspapers Limited (ANL) geklagt, den Verlag hinter "Daily Mail" und "Mail on Sunday".
Was wird verhandelt? Harry wirft dem Verlag vor, zwischen den 1990er- und 2010er-Jahren Telefon-Hacking betrieben und Privatdetektive illegal eingesetzt zu haben. Dabei sollen medizinische Daten und andere private Infos über ihn und sein Umfeld ohne Zustimmung gesammelt worden sein.
Was fordert er? Eine Geldentschädigung für den psychischen und materiellen Schaden, den die illegalen Methoden der Zeitung ihm und seiner Familie zugefügt haben. Die genaue Summe wird nicht öffentlich genannt, da solche Prozesse häufig vertraulich bleiben.
Wann startet der Prozess? Mitte Jänner, es geht darin um die Vorbereitung der Hauptverhandlung.
Warum trifft er seinen Vater nicht? Der König hält bewusst Abstand, um politisch und rechtlich neutral zu bleiben. Außerdem soll jede Verbindung zwischen dem Königshaus und laufenden Gerichtsprozessen vermieden werden.
Wann haben sie sich zuletzt getroffen? Im September 2025 — ihr erstes direktes Treffen seit etwa 19 Monaten — im Rahmen eines kurzen privaten Gesprächs in London.
Worum geht es? Venezuela wird laut US‑Präsident Donald Trump zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Öl an die USA liefern. Diese Menge Öl soll an die USA "übergeben" bzw. verkauft werden.
Wie viel Öl ist das? Ein Barrel entspricht etwa 159 Litern Rohöl. 30 bis 50 Millionen Barrel sind daher etwa 4,8 bis 8 Milliarden Liter Rohöl. Bei aktuellen Ölpreisen könnten diese Lieferungen bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar wert sein.
Was macht Trump damit? Er sagte, die USA würden das Öl zum Marktpreis verkaufen und die Einnahmen kontrollieren, um "dem venezolanischen Volk und den USA zu nutzen".
Wie viel Öl hat Venezuela? Das größte bekannte Erdöl‑Vorkommen der Welt, aber seine Produktion ist seit Jahren stark eingebrochen – unter anderem wegen schlechter Infrastruktur, Misswirtschaft und Sanktionen.
Was ist der Hintergrund? Die USA hatten in der Vorwoche Venezuela überfallen und den korrupten Links-Diktator Nicolás Maduro in die Staaten verschleppt. Dort wird ihm der Prozess gemacht.
Was änderte das fürs Öl? Vor dem Deal waren US‑Sanktionen gegen venezolanisches Öl in Kraft, wodurch große Mengen in Lagertanks gebunden wurden. Die Vereinbarung sieht nun vor, dass diese Bestände genutzt werden.