Worum geht es? Ein Verband aus rund 50 Booten und mit mehr als 300 Aktivisten an Bord ist derzeit Richtung Gaza unterwegs. Die marketingträchtige Aktion hat offiziell das Ziel, Hilfsgüter in den Küstenstreifen bringen.
Wer ist an Bord? Etwa Nelson Mandelas Enkel Mandla Mandela, die französische Schauspielerin Adèle Haenel sowie die frühere Umweltaktivistin Greta Thunberg. Start war Anfang September in Barcelona.
Was passierte nun? Global Sumud Flotilla wurde in der Nacht in den Gewässern vor Kreta von Drohnen angegriffen, die Sprengladungen abgeworfen haben sollen, auch Reizgas soll versprüht worden sein.
Verletzte? Nein, sagt die Besatzung selbst. Die Drohnen hätten vor allem das Ziel gehabt, die Segel zu zerstören. Hinter dem Angriff stünde Israel, so die Aktivisten. Belege dafür gibt es keine.
Was fiel auf? Ein italienischer Abgeordneter an Bord eines Schiffes sagte, dass die Schiffsradios gestört worden seien. Plötzlich waren mit voller Lautstärke ABBA-Songs zu hören.
Wie reagierte Italien? Nicht wegen der ABBA-Lieder, sondern weil italienische Staatsbürger mitreisen, zog der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto die Fregatte Fasan von einer NATO-Übung im Mittelmeer ab und schickte sie der Flottille zu Hilfe.
Worum geht es? Köche haben ihre Eigenheiten, je bekannter sie werden, desto ausgefallener können sie sein. Im kanadischen Restaurant "Sushi J" warnt nun ein Aushang vor der Tür: "Wir servieren keine Extra-Sojasauce und bedienen betrunkene und unhöfliche Kunden nicht."
Was ist der Hintergrund? Die Erfahrungen, die Philip Kim mit seiner Kundschaft gemacht hat. Er betreibt das Lokal in Kitimat, British Columbia, berichtet der Guardian.
Was ist die Erfahrung? Als er mit seinem Geschäft vor sieben Jahren angefangen habe, da habe er zusätzliche Sojasauce ausgeben. Aber "keine einzige Person" sei jemals zum Stammgast geworden, sagt er. "Weil sie den Geschmack meines Sushis als den Geschmack der Sojasauce in Erinnerung hatten, nicht als den des Sushis selbst“.
Warum weiß man das? Weil sich Kim auch über Facebook Luft verschaffte. Seine Entscheidung sei keine Kostenfrage, schreibt er. Es gehe um Respekt. "Ihre persönlichen Essensvorlieben verdienen Respekt, aber meine Verantwortung ist es, mein Essen so zu servieren, wie es schmecken soll."
Wie weit geht er? Ziemlich weit! "Wir servieren nie zusätzliche Sojasauce – selbst wenn ein Kunde anbieten würde, 1.000 Dollar dafür zu zahlen."
Reaktionen? Viele zeigen Verständnis, aber es gibt auch Gegenwind. "Das ermutigt mich nicht, Ihr Restaurant auszuprobieren. Ein Lächeln würde mehr Kunden bringen."
Worum geht es? Um einen Umbruch. Eine neue Umfrage in Deutschland zeigt, dass die rechte AfD die regierende Union von Platz 1 verdrängt hat. Die Union aus CDU/CSU stagniert, die "Alternative für Deutschland" legt zwei Prozent zu.
Wer hat die Umfragen gemacht? Das Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und n-tv (16. bis 22. September, 2.504 Befragte. Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte). Der Zeit-Wahltrend hat mehrere aktuelle Umfragen gewichtet und kommt zum selben Ergebnis.
Wie lauten die Daten? Mit 27 % erreicht die AfD (vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft) einen neuen Höchstwert. Dies markiert einen Anstieg von 2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Die Union verharrt bei 25 %. Eine Woche davor lag man noch gleichauf.
Und die anderen Parteien? Die SPD verliert 1 Prozentpunkte und erreicht 13 %. Auch die Grünen verzeichnen einen Rückgang um 1 Prozentpunkte auf 11 %. Die Linke bleibt unverändert bei 11 %.
Würde es eine weitere Partei in den Bundestag schaffen? Nein, BSW (Bündnis Sarah Wagenknecht) liegt bei 4 %. Die FDP bleibt mit 3 % unter der Fünfprozenthürde.
Worum geht es? Wolfram Weiner war früher Journalist, der aktuellen deutschen Regierung gehört er als Kulturstaatsminister an. Und das nun doppelt. Denn Weimar hat sich vom britischen Unternehmen Synthesia digital klonen lassen.
Wie bitte? Der Zwilling von Weimar heißt Weimatar und dieser Weimatar nennt sich "Erster virtueller Staatsminister". Als solcher spreche er über hundert Sprachen und räuspere sich nie, sagt er im ersten Internetvideo.
Was verblüfft? Original und Klon sind nicht voneinander unterscheidbar. Optisch nicht, stimmlich nicht. Das sei ein Experiment, sagt der Weimatar, dann spricht er übergangslos japanisch, französisch oder niederländisch.
Was ist der Sinn? Eine Vielzahl von Menschen in verschiedenen Sprachen erreichen. Vor allem aber will Weimer Lust auf die Beschäftigung mit der künstlichen Intelligenz machen.
Was ist Synthesia? Eine KI-Videoplattform, spezialisiert auf die Erstellung von Avataren. In der Regel sind das nicht Politiker, vorrangig werden damit Schulungen durchgeführt.
Worum geht es? Am Montagabend wurden in der Nähe des Flughafens Kopenhagen von mehreren Zeugen zwei bis drei größere, unbekannte Drohnen gesichtet. In Oslo kam es zur selben Zeit zu ähnlichen Vorfällen.
Was war die Folge? Der Airport Kastrup in Dänemark musste für vier Stunden gesperrt werden, 100 Flügen fielen aus. 20.000 Passagiere strandeten. Gardermoen in Norwegen war drei Stunden lahmgelegt.
Was sind die Hintergründe? Das ist unklar. Premierministerin Mette Frederiksen sprach von einem "ernsten Angriff auf die kritische Infrastruktur Dänemarks".
Hat sie einen Verdacht? Eine russische Beteiligung wird nicht ausgeschlossen, aber es gibt bisher keine Beweise, dass Russland definitiv verantwortlich ist. "Ich kann jedenfalls überhaupt nicht ausschließen, dass es Russland ist," sagte Frederiksen.
Was weiß man über die Drohnen? Wenig. Es sollen größere Exemplare gewesen sein und wohl von Profis gesteuert worden sein. Der Kopenhagener Flughafen verfügt über keinen Notfallplan, kann Drohnen nicht blockieren oder zum Absturz zwingen, so die Polizei in einer Pressekonferenz am Dienstag.
Was ist nun mit Russland? Es bestreitet, hinter dem Angriff zu stecken, und weder Dänemark noch andere Länder haben Beweise vorgelegt. Die Drohnen dürften von einem Schiff in der Nähe der Stadt gestartet worden sein. Vor zwei Wochen gab es in Norddeutschland einen ähnlichen Vorfall, beteiligt war ein Schiff der russischen Schattenflotte.
Worum geht es? Bei Musicals schaut die Kulturwelt nach New York. Am Broadway aber steckt die Branche in einer harten Finanzkrise, berichtet die New York Times.
Wie schlimm ist es? Grob umrissen: Seit der Coronavirus-Pandemie wurden am Broadway 46 neue Musicals uraufgeführt, deren Produktion laut Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC rund 800 Millionen Dollar gekostet hat. Nur drei davon waren bisher profitabel.
Und aktuell? Keines der 18 kommerziellen Musicals, die letzte Saison am Broadway Premiere feierten, hat bisher Gewinn abgeworfen. Es gab einige spektakuläre Flops.
Zum Beispiel? Die neuen Musicals "Tammy Faye", "Boop!" und "Smash" kosteten jeweils mindestens 20 Millionen Dollar, keines stand länger als vier Monate am Spielplan.
Wie ist das mit Klassikern? Ähnlich! Am Sonntag feierte "Cabaret" Wiederaufnahme. Budget: 26 Millionen Dollar, schon wieder weg. Dasselbe bei "Gypsy". 19,5 Millionen Dollar teuer, im August mit Verlust eingestellt. "Sunset Boulevard" bekam einen Tony-Award, die 15 Millionen Dollar Kosten wurden trotzdem nicht eingespielt.
Was sind die Gründe? Explodierende Kosten bei nur moderat gestiegenen Ticket-Preisen. Karten kosteten im Vorjahr im Schnitt 127 Dollar und damit etwa 3,25 Prozent mehr als vor der Pandemie. Und: Die wenigen Hits saugen das gesamte Geschäft ab.
Welche sind das? Etwa Disneys "Der König der Löwen" und "Aladdin" oder "Mamma Mia!" von Abba.
Wie reagieren die Veranstalter? Sie reduzieren das Angebot radikal. In diesem Herbst gibt es nur zwei Premieren, eine davon mit nur zwei Darstellern.
Was befürchten Profis? "Der Broadway ist kein Geschäft mehr", sagte Andrew Lloyd Webber, Komponist von "Das Phantom der Oper", "Cats", "Evita" und "Sunset Boulevard", in einem Interview.
Worum geht es? In News York findet aktuell die Vollversammlung der Vereinten Nationen statt. Weil Präsidenten aber auch nur Menschen sind, passiert ihnen Alltägliches. Sie bleiben im Stau stecken.
Was ist passiert? Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stand am Dienstag auf der Rednerliste der UNO. Sein Wagen aber blieb im dichten Verkehr hängen. Das zeigen einige Videos.
Was ist darauf zu sehen? Macron steigt aus dem Autos aus und geht auf Polizisten zu. Die sind gut geschult und legen ihm keine Achtereisen an, sondern entschuldigen sich. "Es tut mir wirklich leid, Herr Präsident, derzeit ist alles blockiert".
Und Macron? Greift zum Handy und ruft angeblich Donald Trump an, berichtet das Portal Brut.
Warum Trump? Er soll der Grund für den Stau sein. Die Wagenkolonne des US-Präsidenten stoppte alle anderen Fahrzeuge in der Gegend. "Stellen Sie sich vor, ich warte auf der Straße, denn für Sie ist alles geschlossen", sagt Macron in den Videos, so der Spiegel.
Was passiert dann? Verkehrstechnisch wenig. Ob Macron tatsächlich mit Trump gesprochen hat oder nur so getan als ob, ist unklar. Er geht dann jedenfalls zu Fuß weiter. So hätten das andere Alltagsmenschen auch gelöst.
Worum geht es? Mit 1. Oktober hat die deutsche Bahn eine neue Vorstandsvorsitzende, das wurde am Dienstag fixiert. Evelyn Palla hat in Wien studiert, saß bei den ÖBB in der Chefetage und sie hat ihren Vorgängern eines voraus.
Nämlich? Sie machte 2024 den Lokführerschein. Als Erste im Vorstand. Die erste Frau an der Spitze der Deutschen Bahn ist die verheiratete Dreifach-Mutter sowieso. Der neue Job ist quasi ein Geburtstagsgeschenk. Palla wird heute 52.
Lief ihre Bestellung glatt? Keineswegs, Palla weht ein rauer Wind entgegen. Der neue Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) drückte sie durch, sie soll die Bahn effizienter machen. Die mächtige Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt. Sie stimmte im Vorstand gegen das Personalpaket mit Palla.
Warum Palla eine gute Wahl sein könnte? Wenn die Deutsche Bahn sich tatsächlich verschlanken will, dann ist eine gelernte Controllerin richtig im Platz. Die gebürtige Süditolerin studierte an der Wiener WU Betriebswirtschaft, arbeitete dann bei Siemens UK, Infineon München, E.ON und der Österreichischen Handelskammer in Tokio im Controlling.
Was machte sie bei der ÖBB? 2011 stieg sie ein, natürlich im Controlling, 2015 wurde sie Vorständin, Christian Kern (bis 2016 ÖBB-Chef) gilt als Förderer. 2019 wechselte Palla zur Deutschen Bahn.
Welche Probleme warten auf sie? Viele! Im Juni 2025 waren nur rund 57 % der Fernzüge pünktlich, das Streckennetz ist marode, es fehlen Tausende Beschäftigte. Für 2024 meldete die DB einen Verlust von ca. 1,8 Milliarden Euro.
Was ist jetzt der Plan? Bis 2029 sollen 70 Prozent der Züge pünktlich fahren, 500 Bahnhöfe werden saniert, die Züge sollen sauberer, der Vorstand wird von acht auf sechs Personen verkleinert. "Die Bahn muss in allen Bereichen besser werden, deshalb werde man sich von Grund auf erneuern", sagte Palla. Da sei "ein Marathon und kein Sprint".