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3. Juni 2026

30% mehr Antibiotika Einsatz in der Tierhaltung explodiert

Worum geht es? Der Einsatz von Antibiotika in der weltweiten Nutztierhaltung könnte bis 2040 um fast ein Drittel steigen. Davor warnt ein neuer Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Was wären die Folgen? Die Entwicklung könnte den Kampf gegen "Superkeime" erheblich erschweren und die Wirksamkeit von Antibiotika weiter untergraben. Experten sprechen von einer der größten Gesundheitsbedrohungen des 21. Jahrhunderts.

Was genau sagt der UN-Bericht? Nach Berechnungen der FAO könnte der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung bis 2040 auf 143.000 Tonnen pro Jahr steigen. Hauptgrund ist die weltweit steigende Nachfrage nach Fleisch, Milch und anderen tierischen Produkten.

Warum werden in der Tierhaltung so viele Antibiotika eingesetzt? Antibiotika werden nicht nur zur Behandlung kranker Tiere verwendet. In vielen Ländern erhalten ganze Bestände Medikamente zur Vorbeugung von Krankheiten, bei Infektionsausbrüchen in Herden, und teilweise noch immer zur Förderung des Wachstums.

Warum ist das ein Problem für Menschen? Jeder Antibiotikaeinsatz erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Bakterien Resistenzen entwickeln. Diese resistenten Keime können über Lebensmittel, durch direkten Tierkontakt oder über die Umwelt auf Menschen übertragen werden. Dadurch verlieren wichtige Medikamente zunehmend ihre Wirkung.

Was sind "Superkeime"? Als Superkeime werden Bakterien bezeichnet, die gegen mehrere oder sogar fast alle Antibiotika resistent sind. Infektionen werden dadurch schwer oder gar nicht mehr behandelbar. Selbst Routineeingriffe wie Hüftoperationen, Kaiserschnitte oder Organtransplantationen könnten dadurch deutlich gefährlicher werden.

Wie groß ist das Problem heute bereits? Die FAO verweist darauf, dass Antibiotikaresistenzen allein in Europa wirtschaftliche Schäden von rund elf Milliarden Euro pro Jahr verursachen. Weltweit könnten die Kosten bis 2050 auf etwa eine Billion Dollar steigen.

Wurde der Antibiotikaeinsatz nicht bereits reduziert? Doch. Der Einsatz in der Nutztierhaltung erreichte 2013 seinen Höhepunkt und sank anschließend um etwa ein Drittel. Diese Fortschritte geraten nun jedoch durch die steigende Nachfrage nach Fleisch wieder unter Druck.

Welche Regionen sind besonders betroffen? Asien bleibt nach den Prognosen der größte Verbraucher von Antibiotika in der Tierhaltung. Das stärkste Wachstum erwarten Forscher jedoch in Afrika, wo der Einsatz bis 2040 um mehr als 40 Prozent steigen könnte.

Gibt es Alternativen? Ja, durch Verbesserungen bei Tiergesundheit, Stallhygiene, Impfprogrammen, Zuchtmethoden und Managementsystemen könnte der Antibiotikaverbrauch um mehr als die Hälfte gesenkt werden.

Warum setzen manche Betriebe trotzdem auf Antibiotika? Weil Medikamente oft billiger sind als grundlegende Verbesserungen bei Haltung, Hygiene oder Tiergesundheit.

Wie reagiert die Politik? Die EU hat den Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer bereits vor Jahren verboten. Ab September 2026 werden zudem Importe von Fleisch, Milchprodukten und Eiern eingeschränkt, wenn bei ihrer Produktion Antibiotika zur Wachstumsförderung eingesetzt wurden.

Welche Rolle spielt die Umwelt? Ein großer Teil der verabreichten Antibiotika wird von Tieren gar nicht vollständig aufgenommen. Die Wirkstoffe gelangen über Gülle und Abwässer in Böden, Flüsse und Seen. Dort fördern sie ebenfalls die Entstehung resistenter Keime.

Weitere Meldungen

Bär tauchte vor Büro auf Video zeigt Angriff auf Angestellten

Worum geht es? In der japanischen Stadt Fukushima hat ein Schwarzbär vor einem Bürokomplex vier Menschen verletzt und eine Großfahndung ausgelöst. Überwachungskameras filmten, wie das Tier einen jungen Mann zu Boden riss.

Was genau ist passiert? Der Bär drang am frühen Morgen auf das Gelände eines Stahlwerks in Fukushima ein. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie er einen Mitarbeiter in seinen Zwanzigern jagt und attackiert. Danach verletzte er einen weiteren Mann in den Sechzigern.

Gab es weitere Opfer? Später wurden noch ein anderer Mitarbeiter sowie eine etwa 80 Jahre alte Frau angegriffen. Alle Betroffenen überlebten, die Verletzungen galten nach Angaben der Behörden nicht als lebensbedrohlich.

Wurde der Bär gefangen? Nein. Nach den Angriffen verschwand das Tier zunächst auf einem benachbarten Firmengelände. Polizei und Wildtierexperten umstellten das Gebiet. Schulen in der Umgebung wurden vorsorglich geschlossen.

Warum kommt es immer häufiger zu solchen Vorfällen? Experten nennen mehrere Gründe: Eine wachsende Bärenpopulation, weniger Jäger sowie veränderte Nahrungsbedingungen in den Wäldern. Dadurch wagen sich die Tiere immer häufiger in Dörfer, Städte und Industriegebiete vor.

Wie groß ist das Problem inzwischen? Allein seit Anfang April wurden in mindestens neun Präfekturen 23 Menschen bei Bärenangriffen verletzt. Drei Menschen kamen ums Leben. Im vergangenen Jahr registrierte Japan 13 Todesopfer und mehr als 230 Verletzte – der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen.

Warum sind die Angriffe zuletzt so stark gestiegen? Forscher führen die Entwicklung unter anderem auf den Klimawandel zurück. Schlechte Ernten von Bucheckern, Eicheln und anderen Waldfrüchten zwingen viele Bären dazu, näher an menschliche Siedlungen heranzurücken.

Wie viele Bären leben in Japan? Die japanische Regierung schätzt die Population derzeit auf rund 57.800 Tiere. Besonders verbreitet sind Asiatische Schwarzbären auf der Hauptinsel Honshu.

Welche Gegenmaßnahmen ergreift Japan? Die Behörden setzen inzwischen auf eine Mischung aus verstärkter Jagd, Fallen, Warnsystemen, Aufklärungskampagnen und neuer Technologie.

Nämlich? In einigen Regionen werden sogar Drohnen mit Pfefferspray eingesetzt, um Bären aus Wohngebieten zu vertreiben. Bekannt wurden auch sogenannte "Monster-Wölfe" – Roboterattrappen mit blinkenden Augen und Lautsprechern, die die Tiere abschrecken sollen.

Ist Japan mit dem Problem allein? Nein. Auch in Nordamerika und Teilen Europas nehmen Begegnungen zwischen Menschen und Bären zu. In Japan ist die Entwicklung jedoch besonders auffällig.

Mann stirbt am Flughafen Iranische Drohne schlägt in Kuwait ein

Worum geht es? Bei einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Attacke traf einen Passagierterminal des Airports und verletzte zahlreiche weitere Menschen.

Was ist das große Bild? Der Angriff markiert eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen Iran und den USA und zeigt, dass inzwischen auch zivile Infrastruktur in den Golfstaaten direkt betroffen ist.

Was genau ist passiert? Die Drohne beschädigte den Terminalbereich erheblich. Der Flughafen stellte den Betrieb zeitweise ein, ankommende Maschinen wurden umgeleitet.

Wer war das Todesopfer? Nach Berichten der Nachrichtenagentur AP handelte es sich um einen indischen Staatsbürger, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs am Flughafen befand. Die indische Regierung wurde über den Vorfall informiert.

Wie viele Menschen wurden verletzt? Die Angaben schwanken. Kuwait sprach zunächst von mehreren Verletzten. Spätere Berichte nannten mehr als 60 Verletzte, die meisten davon Flughafenmitarbeiter und Passagiere. Viele erlitten Schnittverletzungen durch Glassplitter oder wurden durch Trümmerteile getroffen.

Warum griff Iran ausgerechnet den Flughafen an? Teheran bezeichnet die Angriffe als Vergeltung für amerikanische Militäraktionen in der Region.

Was ist die Vorgeschichte? US-Streitkräfte hatten ein iranisches beziehungsweise für Iran bestimmtes Tankschiff im Umfeld der Straße von Hormus gestoppt und militärische Ziele auf der Insel Qeshm angegriffen.

Warum Kuwait? Das iranische Außenministerium erklärte, Kuwait und Bahrain trügen eine Mitschuld an den jüngsten amerikanischen Militäraktionen. In einer Erklärung hieß es, das mache diese Staaten zu legitimen Zielen iranischer Gegenmaßnahmen.

Warum ist der Angriff besonders brisant? Weil erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation ein großer ziviler Flughafen direkt getroffen wurde. Bisher richteten sich viele Angriffe gegen Militärstützpunkte, Energieanlagen oder Häfen.

Gefährdet der Angriff die Friedensbemühungen? Ja. Die Attacke erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die USA und Iran eigentlich über eine Stabilisierung der Lage verhandeln. Der Angriff gilt deshalb als schwerer Rückschlag für die diplomatischen Bemühungen.

Fünf Jahre vermisst Nun tauchten zwei Kinder wieder auf

Worum geht es? Nach Jahren der Ungewissheit gibt es in einem deutschen Vermisstenfall ein überraschendes Happy End: Zwei Kinder, nach denen teils seit Jahren gesucht worden war, sind wieder aufgetaucht.

Wie kam es dazu? Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) hatte am 25. Mai zum Internationalen Tag der vermissten Kinder die Kampagne "Spurlos Verschwunden" gestartet. Konkret wurde die Intensivfahndung nach insgesamt sechs seit Jahren vermissten Kindern und Jugendlichen neu aufgenommen.

Warum startete das BKA diese Kampagne? Ziel war es, alte Vermisstenfälle durch moderne Öffentlichkeitsarbeit neu ins Bewusstsein zu rücken. Das BKA setzte dabei auf soziale Medien, digitale Werbetafeln, Fahndungsplakate und Fernsehauftritte, unter anderem bei "Aktenzeichen XY … ungelöst".

Wie viele Kinder werden in Deutschland jedes Jahr vermisst gemeldet? Allein 2025 registrierte die Polizei rund 108.900 Vermisstenmeldungen von Kindern und Jugendlichen. Die allermeisten tauchen aber rasch wieder auf.

Was passierte nun? Schon nach einer Woche gab es den ersten Erfolg. Zwei seit fast fünf Jahren vermisste Geschwister aus Brandenburg sind wieder da. Die Kinder waren 2021 von ihrer Mutter dem familiären Umfeld entzogen worden.

Wie wurden sie gefunden? Die Mutter meldete sich überraschend selbst bei der Polizei – offenbar nachdem die bundesweite Fahndung des Bundeskriminalamts neue Aufmerksamkeit auf den Fall gelenkt hatte. Die beiden Kinder sind wohlauf.

Wer sind die wiedergefundenen Kinder? Es handelt sich um die Geschwister Frieda und Alfons S. aus Cottbus. Als sie verschwanden, waren sie sieben beziehungsweise acht Jahre alt.

Warum waren die Kinder weg? Sie wurden nicht Opfer einer Entführung durch Fremde. Vielmehr nahm ihre Mutter Karla S. die beiden im August 2021 mit und tauchte unter. Der Vater meldete die Familie damals als vermisst und löste damit jahrelange Ermittlungen aus.

Warum verschwand die Mutter? Karla S. begründete ihr Verschwinden in einem Abschiedsbrief mit ihrer Ablehnung der Corona-Maßnahmen. Sie sah die staatlichen Schutzmaßnahmen als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit an.

Wie lebten die Kinder in den vergangenen Jahren? Darüber ist bislang nur wenig bekannt. Fest steht jedoch, dass die Kinder seit ihrem Verschwinden nicht mehr regulär zur Schule gingen. Zudem waren sie seit 2023 nicht mehr krankenversichert.

Wie wurden sie gefunden? Nach den Berichten über den Fall waren zusätzliche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Wenig später erschien die Frau selbst bei einer Polizeidienststelle in Seelow in Brandenburg.

Sind die Kinder jetzt bei ihrem Vater? Nein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befinden sich die Geschwister derzeit weiterhin bei ihrer Mutter. Über das weitere Vorgehen müssen nun Familiengericht und Jugendamt entscheiden.

Muss die Frau mit strafrechtlichen Folgen rechnen? Das ist noch offen. Die Staatsanwaltschaft will die Frau vernehmen. Einen Haftbefehl gibt es derzeit nicht.

Kinski nicht mehr nackt Regisseur stoppt Film mit 13-Jähriger

Worum geht es? Regisseur Wim Wenders hat seinen Filmklassiker "Falsche Bewegung" (1975) vorerst aus dem Verkehr gezogen. Auslöser ist ein Streit mit Schauspielerin Nastassja Kinski über eine Nacktszene, die sie im Alter von 13 Jahren drehte.

Was hat Wenders konkret entschieden? Die Wim-Wenders-Stiftung teilte mit, dass der Film aus allen aktuellen Verwertungsformen zurückgezogen wird. Streamingdienste, Fernsehsender und Vertriebspartner wurden angewiesen, "Falsche Bewegung" vorerst nicht mehr öffentlich zugänglich zu machen.

Was ist die Folge? Damit verschwindet eines der bekanntesten Werke des Neuen Deutschen Films zunächst aus dem regulären Angebot. Woran sich wenige erinnern: Das Drehbuch zum Film stammt von Peter Handke.

Worum geht der Streit? Im Film spielt die damals 13-jährige Nastassja Kinski die Figur Mignon. In einer rund zweiminütigen Szene ist sie mit nacktem Oberkörper zu sehen. Kinski erklärte jüngst, sie habe schon als Kind gespürt, dass die Situation nicht in Ordnung gewesen sei, und versuche seit Jahren, die Szene entfernen zu lassen.

Was wirft Kinski Wenders vor? Sie sagt, sie habe sich als Minderjährige nicht ausreichend geschützt gefühlt. Ihr Anwalt Christian Schertz argumentiert, die weitere Verbreitung der Szene verletze ihre Persönlichkeitsrechte als Kind. Nachdem Gespräche über Jahre nicht zu einer Lösung geführt hätten, wurden rechtliche Schritte vorbereitet.

Wie reagierte Wenders? Der 80-jährige Regisseur ging deutlich weiter als in früheren Stellungnahmen. In seiner Erklärung schrieb er: "Nastassja hätte besser beschützt werden müssen." Und weiter: "Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber." Er übernehme als einer der wenigen damals noch lebenden Verantwortlichen Verantwortung für das Geschehene.

Hatte Wenders die Szene zuvor verteidigt? Nicht direkt. Beim Deutschen Filmpreis hatte er erklärt: "Das würde ich heute nie mehr so machen." Gleichzeitig stellte er die Frage, ob historische Filme nachträglich verändert werden sollten.

Was meinte er? Noch wenige Tage zuvor hatte Wenders auf andere Fälle verwiesen, in denen Filme nachträglich bearbeitet wurden, und warnte vor den Folgen für das kulturelle Erbe.

Wer unterstützt Kinski? Prominent stellte sich die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hinter die Schauspielerin. In ihrer Zeitschrift "Emma" forderte sie Wenders auf: "Schneide endlich die zwei Minuten raus."

"Keine Juden erlaubt" Hotel in Bayern sorgt für Empörung

Worum geht es? "Sorry, no Jews allowed in our hotel." Ein Hotel in der Oberpfalz hat mit einer Antwort auf eine Buchungsanfrage aus Israel für weltweite Schlagzeilen gesorgt.

Warum wurde das öffentlich? Sind wir wieder in den 1930er Jahren?“, fragte Talya Lador-Fresher in einem Posting auf X. Die aktuelle Generalkonsulin des Staates Israel für Süddeutschland war von 2015 bis 2019 Botschafterin in Österreich.

Was genau ist passiert? Ein israelischer Staatsbürger wollte im "Hotel zum Hirschen" im bayerischen Lam ein Zimmer buchen. Als Antwort erhielt er eine E-Mail, das (auf englisch) den Satz enthielt: "Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt."

Was sagt das Hotel? Die Inhaber entschuldigten sich, nachdem das Schreiben öffentlich geworden war, beim betroffenen Gast und luden ihn zu einem kostenlosen Aufenthalt ein.

Wie erklärt sich das Hotel? Juniorchef Andreas Vogl sagte, man sei seit längerer Zeit Ziel von Phishing-Angriffen und gefälschten Buchungsanfragen geworden. Deshalb habe ein Mitarbeiter die Anfrage irrtümlich für einen Betrugsversuch gehalten. "Das ist überhaupt nicht unser Weltbild."

Warum überzeugt diese Erklärung viele nicht? Sie argumentieren, dass selbst eine vermeintliche Betrugsanfrage niemals eine Antwort wie "Keine Juden erlaubt" rechtfertigen könne. Der Zentralrat der Juden hält die Erklärung deshalb für unzureichend.

Wird nun strafrechtlich ermittelt? Das ist möglich. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, fordert eine juristische Prüfung. Nach seiner Auffassung sollte untersucht werden, ob strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen. Volksverhetzung steht im Raum.

Warum löst der Satz besonders starke Reaktionen aus? Die Formulierung erinnert an die Zeit des Nationalsozialismus. Vor und während der NS-Herrschaft fanden sich an Geschäften, Hotels, Parks oder Restaurants Schilder mit Aufschriften wie: "Juden unerwünscht" oder "Für Juden verboten".

Welche Folgen hat der Vorfall für das Hotel? Neben dem Imageschaden drohen dem Hotel wirtschaftliche Konsequenzen. Bei Booking.com ist das Hotel etwa nicht mehr zu finden. "Wir dulden keinerlei Diskriminierung", hieß es dazu von dem Unternehmen.

Obama Center eröffnet Es sieht aus wie Klingonen-Gefängnis

Worum geht es? In Chicago steht die Eröffnung des lang erwarteten Obama Presidential Center bevor. Das rund 850 Millionen Dollar teure Projekt soll nicht nur an die Präsidentschaft von Barack Obama erinnern, sondern als Bildungs- und Begegnungszentrum für die Öffentlichkeit dienen. Gleichzeitig löst die Anlage heftige Debatten über Architektur, Politik und Obamas Vermächtnis aus.

Was ist das Obama Presidential Center? Der Komplex auf der South Side von Chicago umfasst ein Museum, Bildungs- und Veranstaltungsräume, eine öffentliche Bibliothek, Sportanlagen sowie Park- und Gartenflächen (Bilder dazu gibt es hier und hier). Anders als klassische Präsidentenbibliotheken ist es weniger ein Archiv als ein Ort für gesellschaftliches Engagement und politische Bildung.

Bekommt jeder Ex-Präsident eine solche Bibliothek? Fast jeder, den Anfang machte 1941 Franklin D. Roosevelt. Heute gehören unter anderem die Bibliotheken von Harry Truman, Dwight Eisenhower, John F. Kennedy, Ronald Reagan, Bill Clinton, George W. Bush und nun auch jene von Barack Obama zu diesem System.

Wie muss man sich diese Bibliotheken vorstellen? Der Begriff "Bibliothek" ist etwas irreführend. Tatsächlich handelt es sich meist um Kombinationen aus Archiv, Museum, Forschungszentrum und Bildungsstätte. Besucher finden dort Ausstellungen über die jeweilige Präsidentschaft, während Historiker und Wissenschaftler Zugang zu Akten und Dokumenten erhalten.

Wer bezahlt dafür? Der Bau wird normalerweise privat finanziert. Ehemalige Präsidenten oder ihre Stiftungen sammeln dafür Spenden von Unternehmen, Privatpersonen und Unterstützern. Der Staat bezahlt die Errichtung in der Regel nicht.

Und der laufende Betrieb? Nach der Fertigstellung werden die Gebäude meist an die US-Bundesbehörde National Archives and Records Administration (NARA) übergeben. Diese übernimmt die Verwaltung der Archive und einen Teil der Betriebskosten. Viele Präsidentenstiftungen finanzieren jedoch weiterhin Programme, Ausstellungen und Veranstaltungen.

Wie teuer sind solche Projekte? Die Kosten sind stark gestiegen. Die Bibliothek von Franklin D. Roosevelt kostete umgerechnet nur wenige Millionen Dollar. Die Zentren von George W. Bush und Barack Obama verschlangen dagegen jeweils mehrere hundert Millionen. Das Obama Presidential Center kostete rund 850 Millionen Dollar und gehört damit zu den teuersten Projekten dieser Art.

Was macht das Obama Center so ungewöhnlich? Das Herzstück ist ein rund 70 Meter hoher, fast fensterloser Granitturm. Die markante Architektur hat bereits zahlreiche Spitznamen hervorgebracht – von "Mausoleum" bis "Klingonen-Gefängnis". Befürworter sehen darin ein mutiges Wahrzeichen, Kritiker einen Fremdkörper in der traditionsreichen Architektur Chicagos.

Ist es überhaupt eine Präsidentenbibliothek? Ja – aber anders als alle Vorgänger. Die Unterlagen aus Obamas Amtszeit werden vollständig digital zugänglich gemacht. Die physischen Dokumente bleiben unter Verwaltung des Nationalarchivs an einem anderen Standort. Damit entsteht die erste vollständig digitalisierte Präsidentenbibliothek der USA.

Was können Besucher dort sehen? Das Museum führt durch Obamas Lebensweg – von den Bürgerrechtsbewegungen, die ihn prägten, über seine Wahlkämpfe und die Jahre im Weißen Haus bis zu Initiativen von Michelle Obama. Gezeigt werden persönliche Gegenstände, Kunstwerke, interaktive Ausstellungen und Erinnerungsstücke.

Warum wird die Eröffnung politisch diskutiert? Beobachter sehen das Zentrum als "Zeitkapsel" und Erinnerung an eine politische Ära, die heute weit entfernt erscheint. Während die USA unter Donald Trump einen deutlich anderen Kurs verfolgen, präsentiert das Obama Center Themen wie gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bürgerengagement und internationalen Austausch.

Wann eröffnet das Zentrum? Die offizielle Eröffnung ist für den 19. Juni geplant, den amerikanischen Feiertag Juneteenth, an dem dem Ende der Sklaverei gedacht wird. Nach mehr als einem Jahrzehnt Planung wird das Zentrum damit erstmals zugänglich sein.

Hat Donald Trump eine Präsidentenbibliothek? Noch nicht. Zwar laufen Planungen für eine Trump-Präsidentenbibliothek, auch ein bombastisches Video wurde präsentiert. Doch bislang existiert kein fertiges Zentrum. Wie bei seinen Vorgängern müsste zunächst eine Stiftung Geld sammeln, einen Standort festlegen und ein Konzept entwickeln.

Streit nach Streit Lively gegen Baldoni geht in neue Runde

Worum geht es? Der Rechtsstreit zwischen den Hollywood-Stars Blake Lively und Justin Baldoni ist trotz einer vor Wochen erzielten Einigung offenbar noch nicht beendet. Es droht eine neue gerichtliche Auseinandersetzung um Schadenersatz und Anwaltskosten.

Wer sind die Beteiligten? Die Schauspielerin Blake Lively und Schauspieler-Regisseur Justin Baldoni gerieten nach den Dreharbeiten zum Film "Nur noch ein einziges Mal" aneinander. Aus dem Konflikt entwickelte sich einer der aufsehenerregendsten Rechtsstreits Hollywoods der letzten Jahre.

Worum geht es dabei? Lively warf Baldoni Ende 2024 sexuelle Belästigung sowie Vergeltung nach ihren Beschwerden am Filmset vor. Baldoni bestritt die Vorwürfe und reagierte mit einer Verleumdungsklage in Höhe von 400 Millionen Dollar.

War der Fall nicht bereits beigelegt? Doch. Anfang Mai einigten sich die Parteien auf einen Vergleich. Dabei floss nach übereinstimmenden Berichten kein Geld. Beide Seiten erklärten sich anschließend zu Gewinnern der Auseinandersetzung.

Warum geht es jetzt trotzdem weiter? Lively fordert nun die Erstattung ihrer Anwaltskosten sowie zusätzliche Straf- und Schadenersatzzahlungen. Sie argumentiert, Baldonis gescheiterte Verleumdungsklage sei eine unzulässige Vergeltungsmaßnahme gegen ihre ursprünglichen Vorwürfe gewesen. Baldonis Anwälte halten dagegen, dass der Vergleich den Streit eigentlich beendet habe.

Was muss das Gericht jetzt entscheiden? Ein Richter in New York soll jetzt klären, ob Lively doch Anspruch auf Zahlungen hat. Dafür könnten auch Sachverständige angehört werden. Beobachter sprechen bereits von einem möglichen "Mini-Prozess".

Warum ist der Fall so prominent? Im Laufe des Verfahrens wurden unter anderem private Nachrichten veröffentlicht, prominente Zeugen benannt und sogar Popstar Taylor Swift in juristische Auseinandersetzungen rund um den Fall hineingezogen.

Was steht für die Beteiligten auf dem Spiel? Neben möglichen Millionenbeträgen geht es vor allem um Reputation. Der Rechtsstreit hat laut Medienberichten bereits Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Die nun anstehende richterliche Entscheidung könnte entscheiden, ob die Affäre tatsächlich endet – oder in eine weitere Runde geht.