Worum geht es? Rumen Radew hat mit seinem Mitte-Links-Bündnis "Progressives Bulgarien" die Wahl am Sonntag mit deutlichem Abstand gewonnen. Er erreichte 44,7 Prozent und damit die absolute Mehrheit im Parlament. Das gab es zuletzt 1997.
Was ändert das? Es könnte die politische Instabilität beenden. Am Sonntag fand die schon achte Parlamentswahl in nur fünf Jahren statt. Die letzte Regierung war 2025 nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten.
Wer ist Radew? Der Ex-Kampfpilot (62) war Luftwaffenkommandeur des Warschauer Pakts, hat aber auch eine Ausbildung an einer US-Militärakademie. Er nimmt keine Anti-Haltung zu NATO und EU ein, gilt aber als kritisch. Bis 2026 war er Bulgariens Präsident.
Wo steht er politisch? Eher auf Linie des abgewählten ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Also russlandfreundlich und Ukraine-kritisch. Radew lehnt Waffenlieferungen ab, will sich aber an alle diesbezüglichen EU-Beschlüsse halten.
Warum ist die Wahl heikel? Bulgarien (seit 1. Jänner Teil des Euroraumes) will wieder mehr russisches Öl importieren. Das Land ist NATO-Mitglied.
Wie reagierte der Kreml? Sehr angetan. "Natürlich gefallen uns die Äußerungen von Herrn Radew", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.
Worum geht es? Der Absatz von Elektroautos stieg im März in Kontinentaleuropa um 51 Prozent. Das gab der Branchenverband New AutoMotive und E-Mobility Europe bekannt.
Heißt in Zahlen? Es wurden über 242.000 reine Elektrofahrzeugen (BEV) zugelassen Das machte 22 % aller Neuwagenverkäufe aus.
Woher weiß man das? Es wurden die Zahlen in 14 Märkten erhoben. Österreich war nicht dabei.
Sondern? Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden und Schweiz. Diese Märkte machen etwa 81 % des gesamten europäischen Automobilmarktes aus.
Was ist das große Bild? Im ersten Quartal 2026 wurden EU-weit mehr als 500.000 Elektroautos zugelassen – genug, um den Ölverbrauch um zwei Millionen Barrel pro Jahr zu senken.
Was ist der Grund? Der Krieg im Nahen Osten hat die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich gemacht. Die Verbraucher beginnen offenbar umzudenken.
Wer ist Vorreiter? Norwegen verzeichnete den größten Anteil an Autofahrern, die auf Elektrofahrzeuge umgestiegen sind: 98 % aller im März verkauften Neuwagen waren Elektrofahrzeuge, gefolgt von Dänemark mit 76 % und Finnland mit fast 50 %.
Worum geht es? Das Bundesinnenministerium von Alexander Dobrindt (CSU) plante eine Tarifreform für Beamte, das Verfassungsgericht hatte das eingemahnt. Aber das Vorhaben ging gründlich schief.
Weil? Am Montag berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass auch die Spitzenpolitik automatisch in den Genuss von Erhöhungen kommen sollte.
In welcher Höhe? Staatssekretäre sollten ein jährliches Plus von 39 171 Euro erhalten. Minister sollten 50 000 Euro, der Kanzler sogar mehr als 60 000 Euro zusätzlich bekommen.
Was passierte dann? Es gab politisch große Empörung. Das Innenministerium sprach von einem Versehen. Politiker sollten nicht profitieren, die Tabelle auf Seite 79 des Entwurfs sei irrtümlich hineingerutscht.
Es gibt also nicht mehr Geld? Das schon. Für Staatssekretäre soll es 5.556 Euro obendrauf geben, für Minister 7.500 Euro und der Kanzler würde laut Plänen rund 10.000 Euro mehr erhalten.
Warum? Politikergehälter sind an die Beamten-Entlohnung gekoppelt. Und die Bundesregierung wollte die Dienst- und Versorgungsbezüge der eigenen Beamten "an die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse" anpassen,.
Was kostet das? Geschätzt 3,4 Milliarden Euro im Jahr.
Worum geht es? Ein verstörender Vorfall sorgt derzeit im Libanon für viel Aufregung. Ein Soldat der israelischen Armee schlägt mit einer Art Axt auf den Kopf einer Jesus-Statue ein, zeigt ein Bild.
Ist das Foto echt? Offenbar. Die Israel Defence Force (IDF) hat eine offizielle Untersuchung eingeleitet und bestätigt, dass das Bild einen Soldaten zeige.
Wo kam es zu dem Vorfall? Im Dorf Debl im Südlibanon, nahe der Grenze zu Israel. Jede dritte Person im Libanon ist christlich. Das Foto wurde am Sonntag veröffentlicht, wann die Attacke vor sich ging, ist unbekannt.
Wie reagierte Israel? Die Armee bekundete, den Vorfall "äußerst ernst" zu nehmen. Das Verhalten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden.
Wie reagierte die Politik? Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte sich "fassungslos und betrübt" über den Vorfall und betonte, dass "alle Religionen in unserem Land gedeihen und wir die Angehörigen aller Glaubensrichtungen beim Aufbau unserer Gesellschaft als gleichwertig betrachten".
Was passiert nun? Die IDF betonte, dass "angemessene Maßnahmen gegen die Verantwortlichen“ ergriffen werden. Darüber hinaus wolle man die Gemeinde bei der Wiederherstellung des Kruzifixes an seinem Standort unterstützen.
Worum geht es? Wächst der Mut mit dem Grad der Entfernung? Ein Instagram-Video sorgt in Russland derzeit für Furore. Influencerin Viktoria Bonja übt darin offene Kritik an Staatschef Wladimir Putin.
Was sagt sie? Dass die Bevölkerung, die Künstler, die Blogger, die Gouverneure "Angst vor ihnen" hätten, "Wladimir Wladimirowitsch. Es gibt eine riesige Mauer zwischen Ihnen und den normalen Menschen".
Folge? "Dass die Menschen aufhören, Angst zu haben, und wie in eine gespannte Feder gequetscht werden, und dass diese Feder eines Tages herausschnellt," sagt Bonja in dem 18 Minuten langen Video.
Wie war die Resonanz? Enorm, Bonja hat auf Instagram 13,5 Millionen Follower. Das Video wurde innerhalb der ersten Tage 24 Millionen Mal angeschaut, bekam 1,5 Millionen Herzen und 86.000 Kommentare.
Wer ist die Influencerin? In Russland eine sehr bekannte Person. Die 46-Jährige machte in Dom-2 mit, dem Gegenstück zu Big Brother, ist Schauspielerin, TV-Moderatorin. 2025 kletterte sie kameratauglich auf den Mount Everst.
Ist sie schon in Haft? Nein, das liegt möglicherweise daran, dass sie in Monaco lebt und ein Thema in der Kritik aussparte: den Ukraine-Krieg. Zudem ist sie eigentlich Putin-Unterstützerin.
Wie reagierte der Kreml? Nur auf den ersten Blick ungewöhnlich, wohlwollend nämlich. Das offizielle Russland nahm die Kritik öffentlich zur Kenntnis. Man arbeite daran, die von Bonya aufgezeigten Probleme zu beheben.
Worum geht es? Japan wird derzeit von einer Welle von Erdbeben erfasst. Die bisher heftigsten Erdstöße gab es in der Nacht auf Montag, sie erreichten vor der Ostküste des Landes eine Stärke von 7,5.
Was war die Folge? Die Behörden gaben eine Tsunami-Warnung heraus. Es wurde zur Sicherheit vor Wellen mit bis zu drei Metern Höhe gewarnt.
Wie reagierte die Bevölkerung? Seit dem Rekordbeben 2011 sind die Menschen sensibilisiert. Viele Boote machten sich nach der Warnung auf den Weg aufs offene Meer, weil sich die Seeleute dort sicherer fühlen.
Wie schlimm wurde es? Die höchsten Wellen erreichten 80 Zentimeter, es traten sonst durch das Beben keine nennenswerten Schäden auf.
Aber? Die Lage an sich ist volatil. Die japanischen Behörden warnen nun offiziell vor einem möglichen Mega-Erdbeben.
Was ist ein Mega-Beben? Der Begriff wird verwendet, wenn ein Erdbeben eine Magnitude von 8,0 oder höher auf der Skala erreicht. Dabei kommt es zu schweren Verwüstungen. Das Beben 2011 kam auf die Stufe 9.
Worum geht es? Rechtzeitig zum "Tag der Minenaufklärung" wurde in Kambodscha ein Denkmal für die erfolgreichste Minenräumratte in der Geschichte des Landes enthüllt.
Welche Ratte war das? Sie hieß Magawa, war eine afrikanische Riesenhamsterratte und war in Kambodscha insgesamt fünf Jahre im Einsatz. Während dieser Zeit entdeckte sie mehr als 100 Landminen und andere Sprengstoffe, die daraufhin entschärft werden konnten.
Wie wurde Magawa zur Minensuchratte? Er wurde von der belgischen Wohltätigkeitsorganisation Apopo ausgebildet und konnte aufgrund seines herausragenden Geruchssinns bestimmte chemische Verbindungen in Sprengstoffen erschnüffeln und darauf aufmerksam machen.
Warum explodierten die Minen unter ihm nicht? Weil er zu leicht war und die Sprengladungen nicht auslöste.
Wie lange stand Magawa im Minensuchdienst? Insgesamt fünf Jahre, dann durfte er in den Ruhestand gehen. Im Jahr 2020 wurde Magawa für seinen "lebensrettenden Einsatz" mit der PDSA-Goldmedaille – dem Georgskreuz für Tiere – ausgezeichnet.
Lebt Magawa noch? Nein, er starb 2022 im Alter von acht Jahren – ein stolzes Alter für eine Ratte, die in freier Natur üblicherweise nur bis zu drei Jahre alt werden.
Wie groß ist das Landminenproblem in Kambodscha? Riesig. Auch Jahrzehnte nach dem Krieg leben über eine Million Menschen in mit Minen oder Blindgängern versuchten Gebieten. Bis 2030 möchte das Land sämtliche verseuchten Gebiete geräumt haben.
Worum geht es? In der Auseinandersetzung um den Bau eines riesigen Ballsaals auf dem Gelände des Weißen Hauses in Washington hat ein Bundesrichter jetzt US-Präsident Donald Trump vor vollendete Tatsachen gestellt.
Was ist geschehen? Richter Richard Leon untersagte dem Präsidenten per Verfügung, mit den Bauarbeiten am Ballsaal fortzufahren. Dadurch bestätigte er seine Entscheidung von letztem März, als er die oberirdischen Bauarbeiten zum ersten Mal untersagte. Die Nationale Stiftung für Denkmalpflege hatte gegen die Bauarbeiten geklagt.
Wann darf wieder gebaut werden? Erst wenn der Kongress seine Zustimmung zu den Ballsaal-Plänen erteilt hätte, so der Richter. Diese sei für derartige Arbeiten rechtlich zwingend, denn der Präsident sei nicht der Eigentümer des Weißen Hauses
Was ist mit dem Bunker, an dem bereits gearbeitet wird? Diese Bauarbeiten seien von seiner Entscheidung nicht betroffen, so Richter Leon. "Unterirdische Bauarbeiten" dürfen demnach fortgesetzt werden. Darunter "streng geheime Ausgrabungen, Bunker, Luftschutzräume, Schutzwände, militärische Anlagen sowie Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen".
Wie reagierte Trump? Wie üblich mit einer Schimpf-Tirade auf Truth Social. "Das ist eine Verhöhnung unseres Gerichtssystems! Der Ballsaal ist für unsere nationale Sicherheit von großer Bedeutung, und keinem Richter darf es gestattet sein, dieses historische und aus militärischer Sicht unverzichtbare Projekt zu stoppen", so Trump.
Was hat der Ballsaal mit der nationalen Sicherheit zu tun? Trump argumentiert, dass der neue Ballsaal für Staatsdiners mit ausländischen Gästen benötigt werde und nur durch den neuen Saal die Sicherheit des Präsidenten während solcher Veranstaltungen garantiert werde. Kein künftiger Präsident werde ohne diesen Ballsaal bei Veranstaltungen im Weißen Haus "sicher und geschützt" sein.
Was ist das große Bild? Trump ließ im vergangenen Herbst ohne Ankündigung oder Genehmigung durch den Kongress den gesamten Ostflügel des Weißen Hauses schleifen, um Platz für einen riesigen neuen Anbau zu schaffen. Der Ballsaal soll 1.000 Gästen Platz bieten und etwa 400 Millionen Dollar kosten. Das Geld für den riesigen Protzbau bekommt Trump von Unternehmen wie Apple, Amazon, Google oder Microsoft gespendet.