Worum geht es? Ab den Olympischen Sommerspielen in Los Angeles 2028 müssen sich sämtliche Teilnehmerinnen an Frauenwettkämpfen einem Test unterziehen, mit dem das genetische Geschlecht der Sportlerinnen bestätigt werden soll. Das hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Donnerstag bekannt gegeben.
Weshalb der Beschluss? Damit soll künftig eine Teilnahme von Transgender-Personen mit "Abweichungen in der sexuellen Entwicklung" an olympischen Frauen-Wettkämpfen (und bereits auch bei der Qualifikation dienenden Veranstaltungen) ausgeschlossen werden.
Wie kam es dazu? Die neue Richtlinie ist das Ergebnis einer von IOC-Präsidentin Kirsty Coventry eingesetzten Arbeitsgruppe zum "Schutz der Frauen-Kategorie". Diese war ins Leben gerufen worden, nachdem es bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris weltweite Debatten über die Teilnahme mehrerer Boxerinnen gegeben hatte, deren Geschlechtszugehörigkeit umstritten war.
Was war da genau? Die Boxerinnen und späteren Olympiasiegerinnen Imane Khelif aus Algerien und Yin Tu-Ling aus Taiwan waren zuvor vom Weltboxverband IBA von der WM ausgeschlossen worden, da sie angeblich die geschlechtsspezifischen Teilnahmekriterien nicht erfüllt hätten, durften aber dennoch bei Olympia starten.
Welcher Test soll das Geschlecht bestätigen? Ein sogenannter SRY-Gentest. Die Sportlerinnen werden dabei auf ein Gen auf dem Y-Chromosom untersucht, das für die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale entscheidend ist. Dafür genügt ein Mundabstrich oder eine Blutprobe.
Ist die neue Regelung umstritten? Ja, es gibt von mehreren Seiten Kritik. Es wird argumentiert, dass die Tests die Privatsphäre verletzen würden und die Fokussierung auf biologische Merkmale der Komplexität der Geschlechtsidentität nicht gerecht werde.
Worum geht es? Ex-Beatle und Musiklegende Paul McCartney hat eine neue CD angekündigt. "The Boys of Dungeon Lane" wird am 29. Mai weltweit erscheinen. Es ist die erste CD des 83-Jährigen nach sechs Jahren Pause und insgesamt sein 19. Soloalbum.
Weshalb wird das jetzt schon angekündigt? Weil gleichzeitig eine Single-Auskoppelung veröffentlicht wurde, gleichsam als Appetizer.
Wie heißt der neue Song? "Days We Left Behind". Er wurde von McCartney auf seinem YouTube-Channel veröffentlicht und bereits in der ersten Stunde tausende Male gestreamt.
Wie ist der Song? Melancholisch, nostalgisch, wehmütig. Der Sänger erinnert sich zurück an die Jahre seiner Kindheit im Nachkriegs-Liverpool, seine Stimme wirkt weniger kraftvoll als früher, teilweise beinahe brüchig. Immerhin, Sir Paul wird im Juni 84 Jahre alt.
Was weiß man über die CD? McCartney arbeitete dafür erstmals mit dem US-Produzenten Andrew Watt zusammen und spielte die meisten Instrumente bei den Aufnahmen selbst.
Erstes Album nach sechs Jahren – wird Sir Paul langsam müde? Im Gegenteil, sein Output war in den letzten Jahren enorm. Er tourt nach wie vor und spielt laufend Konzerte, derzeit in Los Angeles. Zudem war er mit der Produktion des Beatles-Doku-Serie "Get Back" und dem Schreiben einer Autobiografie über seine Band Wings aus den 1970er-Jahren ausgelastet.
Worum geht es? Elon Musks Weltraumkonzern SpaceX ist eines der prosperierendsten Unternehmen der Welt, notiert aber nicht an der Börse. Das könnte sich jetzt ändern. Medienberichten zufolge wird es nun dem Börsengang ernst, bereits ab kommendem Juni könnten SpaceX-Anteile gehandelt werden.
Was ist SpaceX? In dem Unternehmen bündelt Multimilliardär Musk seine Weltraum-Aktivitäten. SpaceX betreibt das Satelliten-Internetsystem Starlink, hat mehrere wiederverwendbare Trägerraketen für Weltraumflüge im Angebot und bereitet die Eroberung des Mondes sowie, in weiterer Folge, des Mars vor.
Wozu Mond und Mars? Das könnte man als Spleen von Musk bezeichnen. Er ist beseelt von der Idee, die Menschheit zu retten. Für jenen Zeitpunkt, an dem das Leben auf der Erde nicht mehr möglich sein sollte, will er eine Stadt auf dem Mond als Zufluchtsort bereit haben. Und der Mars soll später als alternativer Lebensraum dazu kommen.
Was weiß man über den Börsengang? Laut Berichten könnte SpaceX schon in den nächsten Tagen das Emissionsprospekt für die Publikumsöffnung bei den amerikanischen Behörden einreichen. Es könnte der größte Börsegang aller Zeiten werden.
Wie groß ist groß? Man munkelt, dass Musk Anteile im Wert von 75 Milliarden Dollar an die Börse bringen könnte. Damit wäre es die mit Abstand größte Emission aller Zeiten. Bis jetzt führt der arabische Erdölkonzern Saudi Aramco diese Ranglist an, der im Jahr 2019 mit einem Wert von 29,4 Milliarden Dollar an die Börse ging.
Wie viel Prozent von SpaceX wären das? Ein Bruchteil. Marktinsider gehen davon aus, dass SpaceX mit bis zu 1,75 Billionen Dollar (= 1.750 Milliarden) bewertet werden könnte. Damit wäre es das sechstgrößte US-Unternehmen nach Nvidia, Apple, Alphabet (Google), Microsoft und Amazon.
Worum geht es? Der Kiwi ist der Nationalvogel Neuseelands – und vom Aussterben bedroht. Lebten vor der Besiedelung der Inseln durch Europäer noch geschätzte 12 Millionen der flugunfähigen Vögel dort, sind es jetzt gerade noch 70.000.
Was setzt den Vögeln so zu? Gar nicht so sehr der Mensch, sondern die mit ihm eingeschleppten Raubtiere: Hunde, Katzen, Hermeline.
Warum kann sich der Kiwi nicht verteidigen? Weil er ein eher seltsamer Geselle ist, der Millionen Jahre lang kaum natürliche Feinde zu fürchten hatte. Das war auch gut so, denn Kiwis können nicht fliegen und graben sich Schlafhöhlen in den Boden.
Was soll jetzt geschehen? Naturschutzminister Tama Potaka hat angekündigt, zunächst die Hauptstadt Wellington zur ersten "raubtierfreien Stadt" Neuseelands zu machen. Das Ministerium für Naturschutz investiert dafür über fünf Jahre 2,75 Millionen Euro in das Vorhaben. Damit will man die eingeschleppten Raubtiere systematisch bekämpfen.
Wie soll das gehen? Durch gezielte Fallenjagd, Ziel Nummer 1 sind dabei Wildkatzen. Geschätzte 2,4 Millionen leben auf den Inseln, bis 2050 möchte man sie ausgerottet haben. Mehr als 9.000 kommunale Fallenprojekte laufen dafür bereits im ganzen Land.
Was ist mit den Hauskatzen? Sie sollen von der Bejagung ausgenommen werden – das setzt allerdings auch voraus, dass die Tierbesitzer ihre Stubentiger an die kurze Leine legen.
Worum geht es? Im Jänner 2023 lag der Brite Nathan Newby mit einer Infektion in einem Krankenhaus in Leeds. Während einer nächtlichen Rauchpause traf er den Krankenhausmitarbeiter Mohammad Farooq und kam mit ihm ins Gespräch.
Und weiter? Farooq habe keinen guten Eindruck gemacht und er sei "einfach rübergegangen, um zu sehen, ob es ihm gut geht und ob ich ihn aufmuntern könnte", so Newby. Die Männer kamen ins Gespräch und irgendwann offenbarte Farooq, dass er einen Sprengsatz dabeihabe, weil er sich "rächen" und "so viele Krankenschwestern wie möglich töten" wolle.
Welche Art Bombe? Sie war in einen Druckkochtopf eingebaut und hatte angeblich die doppelte Sprengkraft jener Bombe, die beim Boston Marathon 2013 drei Menschen tötete und hunderte weitere verletzte.
Wie reagierte Nathan Newby? Er sprach in der Folge stundenlang mit dem Attentäter. Irgendwann bat Farooq den Briten um eine Umarmung und erlaubte diesem dann, die Polizei zu rufen – "bevor ich es mir anders überlege".
Wie ging die Sache aus? Die Bombe wurde entschärft, Farooq verhaftet und mittlerweile zu "mindestens 37 Jahren Haft" verurteilt. Nathan Newby sagte beim Prozess aus, sprach aber nie öffentlich über seine Tat – bis jetzt.
Was ist jetzt anders? Am Mittwoch erhielt Nathan Newby von König Charles III. für seine Tat die "George Medal", die zweithöchste zivile Auszeichnung des Königreichs. Aus diesem Anlass erzählte er der BBC erstmals ausführlich von jener dramatischen Nacht.
Was sagte er? Newby blieb dabei so gelassen, wie er es auch in jener Nacht gewesen war. Er sagte, er halte Farooq "wahrscheinlich für einen netten Kerl", der "zu dieser Zeit eine schwere Zeit durchgemacht habe". Sich selbst sehe er als jemanden, der "einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort" gewesen sei.
Wie schätzen andere seine Tat ein? Die Richterin im Prozess gegen Mohammad Faroooq sagte, Newbys "Anstand und Freundlichkeit" hätten eine "Gräueltat" verhindert. Und dessen Aussage sei "eine der bemerkenswertesten gewesen, die das Gericht je gehört habe".
Worum geht es? Am frühen Mittwochmorgen drangen zwei zunächst unbekannte Drohnen in den Luftraum der NATO- und EU-Staaten Estland und Lettland ein. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um ukrainische Drohnen, die während eines Angriffs auf russische Ziele vom Weg abgekommen waren.
Wo schlugen die Drohnen ein? Eine traf den Kamin des Kraftwerks Auvere in Estland, die Zweite sei im Südosten von Lettland in der Luft explodiert, ohne dass die alarmierten Luftstreitkräfte eingegriffen hätten, teilten die Behörden mit.
Gab es Opfer? Nein, es wurden keine Menschen verletzt. Nur der Kamin des Kraftwerks wurde durch den Aufprall leicht beschädigt.
Weshalb kamen die Drohnen vom Weg ab? Entweder wegen russischer Störmaßnahmen oder einfach aufgrund einer Fehlfunktion.
Sind das Einzelfälle? Nein, immer wieder dringen Drohnen beider Seiten in den Luftraum benachbarter EU-Staaten ein. Erst in der Nacht auf Montag war eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in Litauen abgestützt. Auch in Rumänien und Moldawien gab es Vorfälle.
Ist die Aufregung im Baltikum groß? Die Behörden bemühen sich, den Ball flach zu halten. Immerhin gehören die baltischen Staaten zu den engsten Partnern der Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg.
Worum geht es? Die Dänen wählten am Dienstag ein neues Parlament – und erteilten der regierenden sozialdemokratischen Partei von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen dabei eine herbe Abfuhr.
Heißt im Detail? Ihre Partei bekam nur mehr 21,9 Prozent der abgegebenen Stimmen, das ist das schlechteste Ergebnis für Dänemarks Sozialdemokratie seit dem Jahr 1903. In Mandaten fiel sie damit von 50 auf 38 (bei insgesamt 179 Parlamentssitzen).
Ist Frederiksen damit abgewählt? Nicht unbedingt, denn ihre Partei ist nach wie vor die stimmenstärkste Kraft im Land. Insgesamt traten zwölf Parteien zur Wahl an und erstmals seit vielen Jahrzehnten kamen auch alle ins dänische Parlament, das Folketing.
Wie könnte die künftige Regierung aussehen? Am wahrscheinlichsten ist, dass die bisherige Mitte-Links-Regierung fortgesetzt wird. Die bislang regierende Dreier-Koalition kommt nach wie vor zusammen auf eine Mehrheit von 84 Mandaten. Die Verluste der Sozialdemokraten werden die Koalitionsverhandlungen allerdings nicht einfacher machen.
Wer ist Wahlgewinner? Die einwanderungskritische rechtspopulistische Dänische Volkspartei vervierfachte ihren Stimmenanteil auf 9,1 Prozent. Allerdings hatte die Partei bei der letzten Wahl 2022 stark verloren, was ihre jetzigen Zugewinne relativiert.
Welchen Einfluss hatte Trumps Grönland-Gier auf die Wahl? Weniger als im Vorfeld angenommen. Die dominanten Themen im Wahlkampf waren die Lebenshaltungskosten sowie die Migrationspolitik Frederiksens, die den einen zu weich, den anderen zu hart ist.
Worum geht es? Bei Nachwahlen für das Repräsentantenhaus in Florida kam es zu einer handfesten Überraschung. Ausgerechnet in jenem Wahlkreis, in dem auch Donald Trumps Palm-Beach-Anwesen Mar-a-Lago liegt, besiegte die demokratische Kandidatin Emily Gregory den von Trump unterstützten Republikaner Jon Maples deutlich.
Wer saß bisher für den Wahlkreis im Kongress? Bei der letzten Wahl 2024 siegte noch der republikanische Kandidat mit 19 Prozent Vorsprung.
Was ist das größere Bild? Das Wahlergebnis in Florida setzt einen Trend fort und gilt als Fingerzeig für die Midterm-Wahlen im November. Seit Trumps Amtsantritt Anfang 2025 haben seine Republikaner mehrere Sitze im Repräsentantenhaus, einer der beiden Parlamentskammern des US-Kongresses, verloren.
Was wird im November gewählt? Die Midterms umfassen Wahlen zum US-Repräsentantenhaus, ein Drittel des US-Senats werden getaucht, dazu kommen mehrere Gouverneurs- und Landesparlamentswahlen.
Wie groß ist ihre Bedeutung für die Politik der USA? Diese Zwischenwahlen, die in der Regel zur Hälfte der Amtszeit eines Präsidenten stattfinden, dienen potenziell als Referendum über die Stimmung im Land und die Stärke der Partei des Präsidenten.