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5. Dezember 2025

Merz kann aufatmen Kanzler bringt sein Rentengesetz durch

Worum geht es? Lostag für die deutsche Bundesregierung. Am Freitag stand im Bundestag das umstrittene Rentengesetz zur Abstimmung und es war unklar, ob es die Regierung aus CDU/CSU durchbringt.

Warum? Weil sich die Junge Union, die CDU-Jugend also, im Vorfeld dagegen ausgesprochen hatte. Das Paket gehe zu Lasten der Jüngeren, wurde argumentiert. Ein Boykott hätte das Gesetz gesprengt und die Koalition in eine Krise gestürzt.

Passierte aber nicht, oder? Nein, der Antrag ging mit knapper Mehrheit durch. 318 der 630 Abgeordneten stimmten mit Ja, Friedrich Merz (CDU) erreichte damit sein Ziel. Die Koalition verfügt über 328 Abgeordnete.

Und was war mit den Jungen? Sechs Abgeordnete der CDU stimmten dagegen, zwei enthielten sich, der Rest stimmte mit Ja. Ein Sturm im Wasserglas, aber er könnte noch folgenreich sein, denn die Debatte ist nicht vorbei.

Was steht eigentlich im Rentengesetz? Zentraler Punkt: Wer 45 Jahre gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, bekommt mindestens 48 % seines durchschnittlichen Einkommens als Rente. Kindererziehungszeiten werden höher angerechnet. Wer über das Rentenalter hinaus arbeitet, kann bis zu 2.000 € extra im Monat steuerfrei verdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird.

Weitere Meldungen

Harte US-Kritik an Europa "Tritt Grundprinzipien mit Füßen“

Worum geht es? Die "National Security Strategy" (NSS) ist ein offizielles Strategiepapier der US‑Regierung, das grob festlegt, wie die USA ihre außen‑, sicherheits‑ und verteidigungspolitischen Prioritäten sieht. Die neue Version wurde am Freitag online gestellt.

Was ist der Tenor? Der Fokus in dem 33-seitigen Papier liegt stark auf dem Motto America First — also den US‑Nationalinteressen: Eigenstaatlichkeit, nationale Souveränität, militärische Stärke, wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Was steht zu Europa drin? Es ist eine Abrechnung. Europa sei "woke" und stehe vor einer tiefgreifenden Krise. Das Dokument warnt, Europa drohe eine "zivilisatorische Auslöschung" (“civilisational erasure”), wenn sich demografische, soziale und politische Trends fortsetzen.

Was ist gemeint? Als Gründe für die "Auslöschung" nennt das Papier etwa: hohe Migration, niedrige Geburtenraten, angeblichen Verlust nationaler Identitäten und Selbstvertrauen, Zensur oder Unterdrückung politischer Opposition sowie Einschränkungen der Meinungsfreiheit.

Wo werden die Alarmglocken geläutet? Die Strategie kritisiert auch angebliche Demokratiedefizite in Teilen Europas bzw. spricht von "Unterdrückung". Es wird infrage gestellt, ob Europa auf lange Sicht ein verlässlicher Partner bleiben könne, solange diese Entwicklungen andauerten.

Wird Europa als Ganzes gesehen? Nein, das Dokument schlägt vor, dass die USA mit europäischen Ländern zusammenarbeiten könnten, die "patriotisch" seien bzw. bereit seien, "ihre frühere Größe wiederherzustellen" – eine Ermutigung für rechte Bewegungen.

Was ist die Folge? Der Text empfiehlt, die Rolle der USA in Europa zu überdenken: Statt traditioneller, breit angelegter Unterstützung rückt eine selektivere Kooperation in den Vordergrund — und die USA ziehen sich offenbar aus Teilen der militärischen Präsenz in Europa zurück.

Welche Vorwürfe gibt es noch? Europäische Beamte würden "Grundprinzipien der Demokratie mit Füßen treten" und den Frieden in der Ukraine behindern. Und: Amerika müsse "Widerstand gegen Europas gegenwärtigen Kurs fördern".

Lager in Nordmazedonien Briten planen neue Rückführungszentren

Worum geht es? Die britische Regierung unter Keir Starmer denkt darüber nach, sogenannte "Return Hubs", also Rückführzentren im Balkanraum für abgelehnte Asyl‑ und Einwanderungsbewerber einzurichten.

Welche Länder kommen in Frage? Der Kosovo etwa. Nordmazedonien hat nun formelle Gespräche mit Großbritannien aufgenommen. Betroffen wären Personen, deren Asylantrag in Großbritannien endgültig abgelehnt wurde.

War da nicht was mit Ruanda? Ja, die konservative Regierung unter Rishi Sunak plante Abschiebeflüge nach Ruanda. Direkt nach dem Regierungswechsel Anfang 2024 kündigte Labour-Premier Starmer an, "Flüge und alles" zu stoppen.

Warum wurde das Projekt gestoppt? Starmer nannte das Vorhaben eine teure "Geste" ohne reale Wirkung — es habe "für Hunderte Millionen Pfund" öffentlichen Geldes nichts gebracht.

Was ist jetzt anders? Die Migrationswelle über den Ärmelkanal ist viel größer, Starmer enorm unbeliebt und unter Druck.

Was ist der neue Plan? Migranten würden abgeschoben und erhielten die Möglichkeit, in Nordmazedonien Asyl zu beantragen. Sie würden jedoch nicht inhaftiert oder in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, sodass sie das Land jederzeit verlassen könnten.

Was ist der Sinn? Die Betroffenen würden ermutigt, sich um Arbeitsvisa für Branchen mit großem Fachkräftemangel, wie beispielsweise das Baugewerbe, zu bemühen.

Was hat Nordmazedonien davon? Großbritannien würde für jeden aufgenommenen Migranten eine Zahlung leisten.

Millionenstrafe für Musk Blaues Häkchen verstoßt gegen EU-Regeln

Worum geht es? Die Europäische Kommission verhängte am Freitag gegen Elon Musks Social-Media-Plattform X eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro. Grund: Er habe gegen neue EU-Digitalgesetze verstoßen, so die Begründung.

Was ist der Vorwurf? Die blau‑weißen "Verifizierungs‑Häkchen", die X verkauft, täuschen vor, dass Accounts authentifiziert seien — obwohl keine echte Überprüfung erfolgt.

Was noch? Unzureichende Transparenz bei Werbung — es ist also nicht klar, wer Anzeigen schaltet und wie Werbung gesteuert bzw. bezahlt wird. Dazu kommt der fehlende Zugang für unabhängige Forschende zu öffentlichen Daten der Plattform.

Was ist der Hintergrund? Es handelt sich um die erste größere Sanktion der EU unter dem Digital Services Act (DSA) gegen eine große Social‑Media‑Plattform.

Was ist die Botschaft? Die Strafe unterstreicht, dass die EU die neuen digitalen Regeln ernst nimmt und bereit ist, große Tech‑Firmen zu sanktionieren — auch wenn sie aus den USA kommen.

Warum ist das riskant? Es bringt die EU auf Konfrontationskurs mit dem US-Milliardär und möglicherweise auch mit Donald Trump.

Gibt es da eine konkrete Drohung? Vergangene Woche hatte US-Handelsminister Howard Lutnick erklärt, die EU müsse ihre Technologievorschriften überdenken, um eine Senkung der 50-prozentigen Zölle auf Stahl zu erreichen.

Österreich zieht Messi Bei der Trump-WM gegen Argentinien

Worum geht es? Das gab schon einen Vorgeschmack auf den nächsten Sommer. Bei der Auslosung der Gruppen für die Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA am Freitag regierte die Show. Österreich hat Chancen auf den Aufstieg.

Warum? Mit Argentinien von Superstar Lionel Messi bekam Österreich zunächst einen harten Gegner zugelost. Dann folgten aber Algerien und Jordanien. Beim WM-Comeback 28 Jahren könnte es mit dem Aufstieg klappen.

Was macht noch optimistisch? Der Modus. Es gibt 48 Mannschaft in 12 Gruppen. Die Erste und die Zweiten sind fix qualifiziert, aber auch die acht besten Drittplatzierten schaffen es.

Was war diesmal anders? Donald Trump. Er stellte sich im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D.C. in den Mittelpunkt, obendrauf überreichte ihm Gianni Infantino einen Friedenspreis. Keiner weiß wofür und was das sollte. Aber Trump gefiel es, er hängte sich die Medaille um den Hals und strahlte.

Wie trafen es die anderen? Die Deutschen hatten Losglück, ihnen wurde Ecuador, Elfenbeinküste und Curaçao als Gegner zugeteilt. Die Niederlande dagegen bekommen es mit Japan, Tunesien und einem Qualifikanten zu tun. Hart!

The show must go on? Ja, am Samstag geht es gleich weiter. In einer eigenen Show erfahren die Manschaften, wo und wann sie spielen.

Falsche Chemotherapie 34 Frauen in Bremen unnötig behandelt

Worum geht es? In Spitälern des Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno) in Bremen, Deutschland, soll eine Ärztin bei 34 Frauen Gewebeproben falsch interpretiert haben.

Was war die Folge? Aufgrund der falschen Befunde erhielten Patientinnen eine Antikörpertherapie und in einigen Fällen eine Chemotherapie, obwohl dies nicht nötig gewesen wäre. Betroffen waren Brustkrebs-Patientinnen.

Wann passierten die Vorfälle? Zwischen Oktober 2024 und November 2025. Es waren drei Kliniken betroffen.

Wie wurde der Fehler entdeckt? Einem Gynäkologen fiel bei zwei seiner Patientinnen auf, dass der Tumor aufgrund der Therapie nicht schrumpfte. Daraufhin wurden 500 Befunde der Pathologie noch einmal unter die Lupe genommen.

Was passierte mit der Ärztin? Die Pathologin ist nach Angaben der Geno nicht mehr im Dienst.

Wie reagieren die Betroffenen? Alle wurden inzwischen informiert, einige überlegen offenbar Klagen. "Ihre Prognose hat sich nach menschlichem Ermessen durch die Therapie nicht verschlechtert", sagt eine Unternehmenssprecherin zu buten un binnen.

Was sagt ein Opfer? Die falschen Behandlungen hätten starke Schmerzen, Haarausfall und Nervenschäden verursacht. "Jeden Morgen wacht man auf und weiß nicht, was ist heute: Werde ich anfangen zu spucken, werde ich Durchfall haben, irgendwann war meine Stimme weg", berichtet eine der Patientinnen dem Portal.

Putin setzt Signale Besuch in Indien als Fingerzeig an Welt

Worum geht es? Russlands Präsident Wladimir Putin begann am Donnerstag einen zweitägigen Staatsbesuch in Indien. Erwartet wird, dass die beiden Länder mehrere Abkommen abschließen. Das hat geopolitisch Gewicht.

Was verbindet die Länder? Eine jahrzehntelange enge Beziehung, egal, wie die politischen Konstellationen auch immer waren. Nun kommen beiderseits starke wirtschaftliche Interessen dazu.

Nämlich? Indien hat eineinhalb Milliarden Einwohner. Das Wirtschaftswachstum liegt bei über 8 Prozent. Indien ist die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt. Für Russland ist das hochattraktiv, vor allem für den Verkauf von Öl.

War da nicht was? Ja, US-Präsident Donald Trump verdoppelte im August für Indien die Zölle auf 50 Prozent.Begründung: Das Land trage durch den Ölkauf aus Russland zur Finanzierung der Kriegskasse des Kremls bei.

Stimmt das? Ja, vor dem Einmarsch des Kremls in die Ukraine stammten lediglich 2,5 % der indischen Ölimporte aus Russland, nun sind es 35 %.

Hat Moskau auch andere Interessen? Natürlich. Wie schon bei seiner Reise zu Chinas Xi Jinping will Putin damit demonstrieren, dass er in der Welt keineswegs isoliert sei.

Und Indien? Will Selbstbewusstsein zeigen. Die aufstrebende Nation möchte sich nichts von den USA diktieren lassen, ungeachtet der Tatsache, dass Premierminister Narendra Modi Trump noch vor Kurzem als "wahren Freund" bezeichnet hatte.

Village People, Klum, Trump WM-Auslosung heute wird zur Show

Worum geht es? Im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington, D.C. findet heute die Gruppen-Auslosung für die WM in Mexiko, Kanada und den USA statt. Spannend auch für Österreich.

Wie wird ausgelost? Es gibt vier Töpfe, in Topf 1 befinden sich die Gastgeber und die bestplatzierten Teams der FIFA-Weltrangliste. In den Töpfen 2 bis 4 befinden sich die restlichen Teams entsprechend ihrer Weltranglistenposition. Österreich hat Topf 2.

Wie wird gezogen? Es gibt insgesamt 8 Gruppen (A–H) mit jeweils 4 Mannschaften. Zuerst wird aus Topf 1 je ein Team jeder Gruppe zugeteilt. Der Gastgeber landet automatisch in Gruppe A. Dann folgen nacheinander Topf 2, 3 und 4. Für jede Gruppe wird genau eine Mannschaft aus jedem Topf gezogen.

Wie wird das inszeniert? Amerikanisch opulent, ähnlich wie der Super Bowl. Moderiert wird die Show von Heidi Klum gemeinsam mit Kevin Hart und Danny Ramirez.

Wer tritt auf? Unter anderem der Tenor Andrea Bocelli, Pop-Star Robbie Williams (gemeinsam mit Nicole Scherzinger). Nach Abschluss der Auslosung soll die legendäre Band Village People mit ihrem Hit "Y.M.C.A." für Stimmung sorgen.

Wer zieht die Teams? Etwa Tom Brady (NFL-Legende), Shaquille O'Neal (NBA-Star), Wayne Gretzky (Eishockey-Legende), Aaron Judge (Baseballstar). Rio Ferdinand und Samantha Johnson führen die eigentliche Auslosung als offizielle "Conductor" durch.

Kann ich die Auslosung live sehen? Ja, etwa im ORF ab 17.25 Uhr in ORF 1 und auf ServusTV On ab 17:30 Uhr im kostenlosen Livestream. Aber auch auf der offiziellen Seite der FIFA, über deren Social-Media-Kanäle und auf YouTube.