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29. August 2025

18.000 Wasserbecher Kunde hielt KI am Drive-Thru zum Narren

Worum geht es? Die amerikanische Fast-Food-Kette Taco Bell hatte über 500 Standorte in den USA mit KI-Sprachassistenten ausgestattet. Nach mehreren Zwischenfällen wurde das Experiment nun abgebrochen.

Was passierte? Die KI war oft überfordert. Sie teilte Kunden mit, das Restaurant habe nur noch Getränke und Soßenpackungen vorrätig. Änderungen in den Bestellungen – etwa Fleisch gegen Bohnen tauschen – wurden rundwegs verweigert, ein Mann wurde ständig nach seinem Getränkewunsch gefragt, obwohl er schon geordert hatte.

Was war der schlimmste Fall? Ein Video ging viral, es zeigt einen Nutzer, der 18.000 Wasserbecher bestellt. Daraufhin ging das System in die Knie. Internet-Trolle machten sich einen Spaß daraus, die KI zum Absturz zu bringen.

Was passiert nun? Nach zwei Millionen Bestellungen will Taco Bell umdenken und seine KI-Strategie überarbeiten. "Wir lernen viel", sagte Dane Mathews, Chief Digital and Technology Officer des Unternehmens, zum Wall Street Journal.

Weitere Meldungen

Kündigungs-Hoppala Notebook-Panne in australischer Bank

Worum geht es? Die australische Großbank ANZ wollte einen Teil der Belegschaft vor die Tür setzen. Die Betroffenen erfuhren es über E-Mail – sie wurden darin aufgefordert, ihren Dienstlaptops zurückzugeben.

Wie kam die Panne zustande? Klassisch, jemand drückte zu Früh auf einen Knopf. Eigentlich sollten die Angestellten erst in der darauffolgenden Woche über ihre Entlassung informiert werden. So aber bekamen sie vorzeitig eine automatisierte Mail.

Wer war betroffen? Rund 300 Angestellte aus dem Privatkundengeschäft.

Wie reagierte die Bank? Sie entschuldigte sich und bot den Betroffenen psychologische Hilfe an. Es seien auch persönliche Gespräche geführt worden, heißt es.

Bleiben die Kündigungen wirksam? Ja.

Frauen lieben es klein Welche Geschlecht welches Autos kauft

Worum geht es? Das deutsche Vergleichsportals Verivox wertete aus, welche Autos Frauen und Männer am liebsten fahren. Es zeigen sich deutliche Unteschiede. Und fast jedes Klischee wird erfüllt.

Wie wurde untersucht? Verivox (8 Millionen Kunden) schaute sich die Kfz-Versicherungsabschlüsse bei dem Portal im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2025 an.

Und? Unter den beliebtesten 30 Fahrzeugen von Frauen finden sich "fast ausschließlich Klein- und Kleinstwagen". Erst auf Platz 29 taucht mit dem Dacia Sandero ein etwas größeres Modell auf.

Was mögen Frauen nun? Besonders den Audi A1, der 73 Prozent häufiger von Frauen versichert wird als der Durchschnitt aller Fahrzeuge. Es folgen laut Spiegel der Hyundai i10 (62 Prozent), der Kia Picanto (61 Prozent). Der Fiat 500 und der Nissan Micra liegen jeweils bei 60 Prozent.

Und die Männer? Die wollen es größer und stärker. Audi A6, Mercedes-E-Klasse oder BMW 5er – solche Sachen halt.

Ist Auto Männersache? Sieht so aus. 64 Prozent der Kfz-Versicherungen bei Verivox werden von Männern abgeschlossen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt werden 62 Prozent der privaten PKW auf Männer zugelassen. Aber: Frauen holen auf.

Schlechter Zoll-Deal Wie die EU vor Trump in die Knie ging

Worum es geht? Um die Sonderzölle für Exporte in die USA geringer zu halten, machte die EU Donald Trump Zugeständnisse. Die fallen viel weitreichender aus als zunächst vermutet, ist nun zu erfahren.

Was ist neu? Am Donnerstag schaffte die EU die Zölle auf den Import sämtlicher Industriegüter aus den USA ab. Das war die Vorbedingung der USA, damit die Zölle auf europäische Autos von momentan 27,5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden. Nun sind die USA am Zug.

Was heißt das in der Praxis? Das Verhältnis dreht sich um, schreibt die F.A.Z. Bisher erhob die EU einen Einfuhrzoll auf Autos von zehn Prozent, die USA von 2,5 Prozent. Nun steht US-Zöllen von 15 Prozent ein EU-Zoll von null gegenüber.

Das ist aber nicht alles, oder? Nein, auch der Zoll für viele Agraprodukte soll auf null sinken. Für "sensible Produkte" (Rindfleisch, Geflügel, Reis) bleiben die geltenden Zölle. Für das umstrittenen Chlorhühnchen gilt weiter ein Importverbot.

Womit drohen die USA? Trump forderte die EU auf, ihre Digitalgesetze aufzuheben. Auf Truth Social schrieb er: Sollte die EU ihre Gesetze über Digitale Dienste und Gesetze über Digitale Märkte (DSA und DMA) nicht "widerrufen", werde er neue Zölle erheben und Exportbeschränkungen für US-Halbleiter erlassen.

Wie antwortet die EU? Die Kommission sagte am Donnerstag, man entscheide souverän über die Digitalgesetze. Viele bezweifeln, dass diese Meinung Bestand haben wird.

Wer bangt noch? Viele Maschinen- und Anlagenbauer, sie schrieben nun einen Bittbrief an Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Trump hatte in der Vorwoche die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte ausgeweitet. Auf 407 zusätzliche Produktarten wird ein Zollsatz von 50 Prozent erhoben.

Streit um Covid-Impfung Trump feuert Gesundheits-Direktorin

Worum geht es? Erst vor 28 Tagen war Susan Monarez als Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC eingesetzt worden. Nun ließ sie Präsident Donald Trump feuern. Sie stellte sich gegen seine Impfpolitik, so die Washington Post.

Wer ist Susan Monarez? Die 50-Jährige Veterinärmedizinerin ist ausgebildete Mikrobiologin und Immunologin, war gleichzeitig die erste CDC-Direktorin seit über 70 Jahren, die dieses Amt ohne humanmedizinischen Abschluss innehatte.

Wurde sie wirklich gefeuert? Das ist Ansichtssache. Laut einer Erklärung ihrer Anwälte sei Monarez "weder zurückgetreten noch entlassen worden". Das Weiße Haus sagte dagegen, die Direktorin weigere sich zurückzutreten, deshalb sei sie aus ihrer Position entlassen worden.

Worum geht es im Konflikt? Monarez war in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt worden, die Rücknahme bestimmter Zulassungen von Coronavirus-Impfstoffen zu unterstützen. Die DCD-Chefin wollte sich erst mit Experten dazu beraten und weigerte sich, einige Mitarbeiter zu entlassen.

Was ist der Hintergrund? Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stellt die Impfpolitik der USA auf den Kopf. Am Mittwoch beschränkte er unter anderem die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen auf Hochrisikogruppen.

Was passiert mit dem CDC? Nach der Nachricht von Bemühungen, Monarez abzusetzen, kündigten am Mittwoch drei hochrangige CDC-Beamte ihren Rücktritt an.

Was sagt das Weiße Haus? Susan Monarez stehe "nicht hinter dem Plan des Präsidenten, Amerika wieder gesund zu machen“, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, in einer E-Mail.

Was sagt Monarez? Ihre Anwälte warfen Kennedy vor, "die öffentliche Gesundheit für politische Zwecke zu instrumentalisieren" und "Millionen amerikanischer Leben zu gefährden".

Putin, Xi und Kim Auf dieses Treffen sollte die Welt schauen

Worum geht es? Am 2. September findet im Zentrum von Peking eine Militärparade statt. Anlass ist der 80. Jahrestag des Weltkriegendes. 25 Staatschefs kommen, darunter Wladimir Putin und Nordkoreas Kim Jong Un.

Warum ist das bedeutsam? Es handelt sich um einen relevanten Schulterschluss, er bringt Chinas Staatschef Xi Jinping einen diplomatischen Sieg ein. Xi präsentiert sich der Welt gegenüber als internationales Schwergewicht und als stabiler Handelspartner.

Warum ist das für Trump ärgerlich? Weil nicht alle vor seinen Zollplänen Furcht zeigen. Erst Anfang der Woche hatte Trump bekundet, Nordkoreas Diktator treffen zu wollen, nun taucht Kim in Peking auf. Dazu Putin, den der US-Präsident nicht an den Ukraine-Verhandlungstisch bringt.

EU-Büros getroffen Russland beschießt Ukraine-Hauptstadt

Worum geht es? In der Nacht auf Donnerstag feuerte Russland 598 Drohnen, 31 ballistische Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine ab. Nicht alle konnten abgefangen werden. Vor allem Kiew wurde schwer getroffen.

Gab es Opfer? Ja, allein in der Hauptstadt wurden mindestens 18 Menschen getötet, darunter vier Kinder. Mehr als 30 weitere Personen erlitten Verletzungen. Es war der zweitschwerste Angriff seit Kriegsbeginn.

Was empört die Welt zusätzlich? Auch diplomatische Büros wurden getroffen, darunter Räumlichkeiten der EU-Delegation sowie des British Council.

Wie reagiert die EU? Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, die Union werde den russischen Geschäftsträger in Brüssel einbestellen, um offiziell gegen den Angriff zu protestieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf Russland "Terror und Barbarei" vor.

"Snapback" gegen Iran Europas Großmächte drohen Sanktionen an

Worum geht es? Im Rahmen des Wiener Atomabkommens von 2015 wurden die Sanktionen Europas gegen den Iran ausgesetzt. Nun kündigen Frankreich, Deutschland und Großbritannien ein Comeback an.

Wie wurde das bekannt? Die Staatschefs der drei Ländern schrieben einen Brief an den UN-Sicherheitsrat, er wurde auch online veröffentlicht. In dem kündigten sie an, den "Snapback"-Mechanismus auslösen zu wollen.

Was ist der "Snapback"-Mechanismus? Ein Prozess, der im Wiener Atomabkommen unter Resolution 2231 festgelegt wurde. Dem Iran wird jetzt eine Frist von 30 Tagen eingeräumt, bestimmte Verpflichtungen wieder einzuhalten.

Welche Verpflichtungen sind gemeint? Die drei Länder werden dem Iran vor, die Atom-Vereinbarungen "klar und vorsätzlich" zu brechen. Das Land habe "keine zivile Rechtfertigung für seine Bestände an hoch angereichertem Uran." Sein Nuklearprogramm stelle daher "eine eindeutige Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit dar."

Was passiert nach den 30 Tagen? Verlaufen die Verhandlungen im Sand, sehen sich die drei Länder dazu ermächtigt, die 2015 aufgehobenen Sanktionen wieder einzuführen.

Wie reagiert der Iran? Ein hochrangiger iranischer Beamter sagte gegenüber Reuters, der Iran werde die Gespräche mit den Europäern fortsetzen, aber "unter Druck nicht nachgeben".

Was sagen die USA? Außenminister Marco Rubio begrüßte den Schritt, sagte jedoch, die USA seien "weiterhin für eine direkte Zusammenarbeit mit dem Iran bereit – zur Förderung einer friedlichen und dauerhaften Lösung der iranischen Atomfrage".