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15. April 2026

Party ohne Gäste Lufthansa feierte, Belegschaft streikte

Worum geht es? Um einen Anlass, den es zu feiern galt, aber der Tag dafür war der genau falsche. Die deutsche Lufthansa-Gruppe wurde 100 Jahre alt. Der Festakt dazu stieß aber an eine Grenze – Streik.

Was ist die Vorgeschichte? Die Party geht schon ein paar Wochen. Sechs Flugzeuge wurden sonderlackiert, Airports mit Reklame zugepflastert, zwei Sondermaschinen flogen die historischen Originalrouten nach. Mittwoch sollte der Höhepunkt sein.

Aber? Die Lufthansa hat gerade Streikwoche. Montag und Dienstag streikten die Piloten, Mittwoch und Donnerstag streikt das Kabinenpersonal. Das schlankte das Geburtstagsfest ab, weil viele Gäste nicht anreisten konnten – die Flieger fehlten.

Was war geplant? Laut Spiegel ein Festakt im neuen "Hangar One" am Frankfurter Flughafen, mit Bundeskanzler Friedrich Merz als Ehrengast. "Dresscode: Business. Einlass: 13.30 Uhr. Treffpunkt für Anreisende: Abflugebene, Terminal 1, Halle A, Check-in-Schalter 136."

Wer kam? Merz jedenfalls, denn der Kanzler hat einen Vorteil: Die Flugbereitschaft des Bundes, die immer eine Maschine für Spitzenpolitiker bereithält. Der Rest kam gar nicht. Oder musste die Konkurrenz nutzen.

Weitere Meldungen

Statue geküsst Nun muss Streamer sechs Monate in Haft

Worum geht es? Der US-Streamer Johnny Somali (bürgerlich: Ramsey Khalid Ismael) ist in Südkorea zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Mehrere seiner Live-Streaming-Aktionen im Land zogen strafrechtliche Konsequenzen nach sich.

Was ist passiert? Johnny Somali wurde in Südkorea vor allem durch seine provokativen "IRL-Streams" (In-Real-Life-Streaming) bekannt. Dabei filmte er sich wiederholt in öffentlichen Räumen.

Was war das Problem? Er führte Aktionen durch, die von vielen als störend, respektlos oder gezielt provokant empfunden wurden. Ziel dieser Aktionen war nach Ansicht der Ermittler oft, Aufmerksamkeit und Klicks für seine Online-Kanäle zu erzeugen.

Was waren die Vorwürfe? Störung der öffentlichen Ordnung (z. B. in Geschäften), Belästigung von Passanten während Livestreams, unangemessenes Verhalten in öffentlichen Räumen, das gezielt auf Eskalation ausgelegt war, Verbreitung sexualisierter Darstellungen.

Was brach ihm das Genick? Im Oktober 2024 lud Somali ein Video hochgeladen. Es zeigt ihn, wie er die sogenannte Friedensstatue in Seoul küsst und anzüglich tanzt.

Was ist die Friedensstatue? Ein Bronze-Mahnmal, das an die  "Trostfrauen" erinnern soll. 200.000 Mädchen und Frauen wurden während des Zweiten Weltkriegs durch das japanische Militär verschleppt und sexuell versklavt.

Was passierte danach? Es wurden Ermittlungen eingeleitet, Somali durfte das Land nicht verlassen. Nun folgte das Urteil.

Fiel es hart aus? Nein, es drohte eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Aber der Streamer zeugte Reue. "Ich will mich beim koreanischen Volk entschuldigen. Ich möchte mein Leben ändern und ein besserer Mensch werden," sagte er vor Gericht.

30 Millionen pro Stunde Dank Krieg sprudelt Gewinn bei Ölfirmen

Worum geht es? Die 100 größten Öl- und Gaskonzerne der Welt erzielten im ersten Monat des US-israelischen Krieges im Iran stündlich über 30 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Gewinnen. Das ergab eine Analyse des Guardian.

Was ist der Hintergrund? Der Konflikt treibt die Preise in die Höhe. Das Fass Rohöl kostet seit ein paar Wochen um die 100 US-Dollar. Vor allem: Es wird nach dem Krieg Wochen bis Monate dauern, um die Versorgung auf das Niveau von davor zu bekommen.

Was bedeutet das? Die Unternehmen werden bis zum Jahresende laut Guardian 234 Milliarden US-Dollar verdienen. Vorausgesetzt, der Ölpreis leigt weiterhin durchschnittlich bei 100 US-Dollar.

Wie wurde das errechnet? Die Analyse basiert auf Daten des führenden Informationsdienstleisters Rystad Energy, die von Global Witness ausgewertet wurden.

Wird da gegengesteuert? Die höheren Preise für Öl und Gas belasten Private, vor allem aber auch Unternehmen. Die EU-Kommission plant, nächste Woche ein Maßnahmenpaket vorzulegen.

Welche Rolle spielt Österreich? Die Finanzminister Deutschlands, Spaniens, Italiens, Portugals und Österreichs haben den Antrag gestellt, "ein klares Signal zu senden, dass diejenigen, die von den Folgen des Krieges profitieren, ihren Beitrag zur Entlastung der Allgemeinheit leisten müssen".

"Er ist ein guter Mann“ Trump lobt Ungarn-Wahlsieger Magyar

Worum geht es? So schnell kann es gehen. Eben noch waren Donald Trump und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán politisch ein Herz und eine Seele. Nun rückt der US-Präsident von seinem Unterstützer ab.

Wie das? In einem Interview mit dem ABC News Reporter Jonathan Karl äußerte sich Donald Trump zu den Entwicklungen in Ungarn nach der Wahl. "Ich glaube, der Neue wird seine Sache gut machen – er ist ein guter Mann," sagte er.

Und zu Orbán? "Er lag deutlich zurück", sagte Trump. "Ich war da nicht so involviert. Viktor ist aber ein guter Mann." Auch die Bedeutung der Reise von Vizepräsident JD Vance kurz vor der Wahl spielte er herunter.

Wäre er selbst besser gewesen? Trump sagte dem Reporter, er wisse nicht, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn er anstelle von Vizepräsident JD Vance nach Ungarn gereist wäre, um dort für Orbán Wahlkampf zu machen.

Was macht Magyar? Der künftige Regierungschef zeigte in mehreren Interviews auf, wohin die Reise mit ihm gehen wird. Zu Amtsantritt möchte er die Nachrichtenprogramme der "Propagandamedien" aussetzen.

Was ist gemeint? Orbán hatte die öffentlich-rechtlichen Sender auf Regierungslinie gebracht. Das will Magyar nun rückabwickeln.

Geht das rechtlich? Darauf sprach ihn eine (betroffene) Moderatorin an. Magyar zu ihr: "Sie sind den Verpflichtungen des Mediengesetzes nicht nachgekommen. (...) Wenn Sie mir hier Gesetzesverstöße vorwerfen, dann ist es so, als würde ein Ladendieb nach der Polizei rufen."

Sextoys im Parlament Abgeordnete will "Bewusstsein schärfen"

Worum geht es? Die britische Labour-Abgeordnete Samantha Niblett (46) will mit einer ungewöhnlichen Kampagne für Aufmerksamkeit sorgen, die in britischen Medien derzeit breit diskutiert wird.

Nämlich? Unter dem Motto "Yes Sex Please, We’re British!" wirbt sie für einen sogenannten "Summer of Sex", der sich mit offenerer und modernerer Sexualaufklärung beschäftigen soll.

Was ist der Gedanke? Im Mittelpunkt ihrer Initiative steht die Idee, Sexualität in der öffentlichen Debatte weniger tabuisiert zu behandeln und stärker auf Themen wie Einvernehmlichkeit, Beziehungen, sexuelle Gesundheit und Wohlbefinden einzugehen.

Was plant sie? Etwa eine Ausstellung von Sexspielzeug im britischen Parlament. Diese Idee ist laut ihrer Darstellung nicht als Provokation gedacht, sondern als Gesprächsanstoß, um über Sexualität offener zu sprechen und gesellschaftliche Scham abzubauen.

Reaktionen? Gemischt. Unterstützer sehen darin einen progressiven Ansatz, der moderne Sexualpädagogik fördert und wichtige gesellschaftliche Themen enttabuisiert. Kritiker hingegen halten die Idee für unangebracht im Umfeld des Parlaments.

Wie sieht sich Niblett selbst? "Es ist witzig, nur weil ich eine Kampagne zur Sexualaufklärung mache, heißt das nicht, dass ich eine besonders selbstbewusste, sexuell extravagante Person bin. Das bin ich nicht. Ich wünschte, ich wäre es," sagt sie in der Times.

Persönliche Interessen? "Ich hoffe, dass dieser Sommer voller Sex auch eine Lehre für mich sein wird“, sagte Niblett. Die Kampagne betreibt sie zusammen mit Cindy Gallop. Die "Sextech"-Unternehmerin hat MakeLoveNotPorn, eine Website für Erwachsenenvideos, gegründet.

Stoppt Verhandlungen! Hisbollah will keinen Frieden mit Israel

Worum geht es? Am Dienstag starteten in Washington Gespräche zwischen Israel und der Regierung des Libanon. Es waren die ersten direkten Verhandlungen seit über 40 Jahren.

Was ist der Hintergrund? Abseits des Irankrieges hat Israel vor sechs Wochen das Nachbarland Libanon angegriffen. Die Terrorgruppe Hisbollah, die vom Iran unterstützt wird, hatte vom Libanon aus Raketen auf Israel geschossen.

Was passiert nun? Es begannen Friedensgespräche in der US-Hauptstadt. US-Außenminister Marco Rubio, die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und der israelische Botschafter in Washington, Jechiel Leiter, nahmen daran teil.

Was ist das Ziel? Israel will ein "dauerhaftes Friedensabkommen", der Libanon eine schrittweise Normalisierung der Beziehungen.

Aber? Die im Libanon dominierende Terrorgruppe Hisbollah hat kein Interesse an Gesprächen. Führer Naim Qassem forderte den Libanon im Vorfeld dazu auf, die geplanten Gespräche mit Israel abzusagen.

Fanden sie statt? Ja, sie dauerten ungefähr zwei Stunden. Der israelische Botschafter in den USA erklärte, die Länder seien "vereint im Bestreben, den Libanon von der Hisbollah, einer vom Iran unterstützten Miliz, zu befreien".

Sexueller Übergriff Ruby Rose beschuldigt Katy Perry

Worum geht es? Um einen Vorfall, der rund 20 Jahre zurückliegen soll. Die Schauspielerin Ruby Rose ("Orange is the New Black") erhebt wilde Anschuldigungen gegen Sängerin Katy Perry ("I kissed a Girl").

Was soll passiert sein? Als Tatort wird ein Nachklub in Melbourne (Australien) genannt. Da sollen die beiden aufeinandergetroffen sein. Details dazu gab Ruby Rose in einer Serie von Nachrichten auf Threads bekannt und sie klingen – nun – etwas seltsam.

Was behauptet Ruby Rose? Perry habe sie dabei beobachtet, wie sie sich auf dem Schoß ihrer besten Freundin ausruhte, um ihr aus dem Weg zu gehen, und sich daraufhin gebückt, ihre Unterwäsche zur Seite gezogen und ihre "widerliche Vagina an ihrem Gesicht gerieben", bis sie die Augen aufgerissen und sich auf sie übergeben habe.

Und das fiel ihr jetzt ein? Sie habe den Vorfall als Suffgeschichte abgetan, weil "ich nicht gewusst habe, wie ich sonst damit umgehen sollte", behauptet Rose. Später habe ihr Perry bei ihrem US-Visum geholfen, deshalb habe sie die Geschehnisse geheim gehalten. "Aber ich habe euch ja gesagt, dass sie kein guter Mensch ist."

Glaubwürdig? Perrys Sprecher wies Roses Behauptung in einer Stellungnahme gegenüber Page Six zurück. "Die von Ruby Rose in den sozialen Medien verbreiteten Behauptungen über Katy Perry sind nicht nur kategorisch falsch, sondern gefährliche und leichtsinnige Lügen."

Motiv? "Frau Rose ist dafür bekannt, in der Vergangenheit wiederholt schwere öffentliche Anschuldigungen in den sozialen Medien gegen verschiedene Personen erhoben zu haben, die von den Genannten immer wieder zurückgewiesen wurden", heißt es in der Erklärung weiter.

Wie erklärt Rose ihr "Outing"? "Obwohl ich unendlich dankbar bin, dass ich es so lange geschafft habe, meine Stimme zu finden, zeigt es doch, wie sehr Trauma und sexuelle Übergriffe einen prägen. Danke, dass Sie mich gesehen haben", schrieb sie.

Gibt es ein Verfahren? Das ist wohl nicht zu erwarten. Obwohl Rose ankündigte, "zu einer Polizeistation zu gehen, um zu sehen, ob meine Erlebnisse untersucht werden können." Später meldete sie, das erledigt zu haben.

Milliarden für Russland Ölexporte haben sich verdoppelt

Worum geht es? Der Irankrieg entwickelt sich für Russland zu einem immer besseren Geschäft. Im März wurde zwar nur geringfügig mehr Öl produziert, aber fast doppelt so viel Geld damit verdient.

Was heißt das? Russland produzierte rund 9 Millionen Barrel pro Tag, gegenüber 8,7 Millionen Barrel im Februar. Aber: Die Erlöse aus dem Export kletterten laut der Internationalen Energieagentur (IEA) von 9,8 Milliarden US-Dollar auf 19 Milliarden US-Dollar.

Wer ist der beste Kunde? Es wurde festgestellt, dass Indien mit zwei Millionen Barrel pro Tag der größte Abnehmer russischer Ölexporte ist. Im März verarbeiteten zwölf indische Raffinerien russisches Öl, im Vergleich zu sieben Raffinerien im Vormonat.

Und China? Belegte mit 1,8 Millionen Barrel pro Tag den zweiten Platz.