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12. Februar 2026

"Das ist abwegig" Merkel will nicht Präsidentin werden

Worum geht es? Angela Merkel war von 2005 bis 2021 deutsche Bundeskanzlerin, sie führte das Land als erste Frau durch mehrere Krisen, auch durch selbst verschuldete. Nun wird sie für das nächste Amt genannt.

Nämlich? Die "Bild" hatte von "heißen Gerüchten" über einen "neuen Top-Job" für Merkel geschrieben. Gemeint war, dass die Grünen der CDU die Ex-Kanzlerin als Bundespräsidentin vorschlagen könnten.

Und? Die Grünen dementierten derartige Überlegungen umgehend: "Da ist nichts dran." Auch das Büro von Angela Merkel reagierte: "Das ist abwegig", antwortete eine Sprecherin dem "Tagesspiegel."

Gab es schon eine Präsidentin? Bisher hat noch kein Bundeskanzler nach seiner Amtszeit das Amt des Bundespräsidenten übernommen. Und bisher hatte auch noch keine Frau das Amt inne.

Wann wird das entschieden? In Deutschland wird der Bundespräsident (oder die Bundespräsidentin) im Unterschied zu Österreich nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von der Bundesversammlung. Sie muss Anfang 2027 über die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier entscheiden.

Warum kamen die Gerüchte auf? Weil Merkel einen überraschenden Auftritt ankündigte und das als Rückkehr ins politische Leben interpretiert wurde.

Nämlich? Zum ersten Mal seit ihrer Zeit als Bundeskanzlerin wird sie wieder an einem CDU-Parteitag teilnehmen. Er findet am 20. Februar in Stuttgart statt.

Warum ist das bemerkenswert? Ihr Verhältnis zum aktuellen Kanzler Merz gilt als zerrüttet.

Weitere Meldungen

Er wollte Toten gedenken IOC warf Ukrainer bei Olympia raus

Worum geht es? Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Donnerstag den ukrainischen Skeleton-Piloten Wladyslaw Heraskjewitsch bei den Winterspielen disqualifiziert – 45 Minuten vor seinem ersten Start.

Weshalb? Weil der 27-Jährige mit einem "Gedenkhelm" antreten wollte. Darauf hatte er die Porträts von etwa 20 ukrainischen Sportlerinnen und Sportlern drucken lassen, die bei dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine getötet worden waren.

Warum wurde das verboten? Der Helm hätte gegen das Neutralitätsgebot der olympischen Charta verstoßen, so das IOC. Dieses besagt, dass politische Botschaften an den Wettkampfstätten untersagt sind.

Ließ sich kein Kompromiss finden? Das IOC hatte dem Ukrainer angeboten, "ausnahmsweise" mit einem Trauerflor zu starten, das hatte dieser jedoch abgelehnt. Daraufhin erklärte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry mit Tränen in den Augen, dass der Ausschluss "unter Bedauern" vollzogen werden müsse. "Traurigerweise" seien keine Botschaften erlaubt, so die Funktionärin aus Simbabwe.

Wie reagierte Heraskjewitsch? Er bezeichnete die Entscheidung des IOC als "großen Fehler", der "Putins Propaganda in die Hände" spiele. Und er bekräftigte, dass er das Richtige getan habe, denn "Menschen seien wichtiger als Medaillen".

Wie reagierte die Ukraine? Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte die Entscheidung als "moralisch verwerflich".

Was empörte zusätzlich? Heraskjewitsch musste sogar sofort seine Akkreditierung abgeben und wurde aufgefordert, das olympische Dorf zu verlassen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erwirkte bei der Disziplinarkommission eine "Begnadigung", er durfte bleiben.

10 Tote bei Schießerei 18-jährige Frau stürmte in Schule

Worum geht es? Am Dienstag kam es in Tumbler Ridge, einer Kleinstadt mit 2.400 Einwohnern im Nordosten von British Columbia, Kanada, zu einem Schuss-Attentat in einer Schule. Das Verbrechen gilt als eines der schlimmsten in der kanadischen Geschichte.

Was ist passiert? Eine Frau eröffnete an der Tumbler Ridge Secondary School, einer öffentlichen Schule mit etwa 160 Schülerinnen und Schülern, das Feuer. Am Ende waren zehn Menschen tot.

Alle in der Schule? Nein, hier wurden sechs Tote gefunden, ein Lehrer und fünf Schüler im Alter von 12 bis 13 Jahren. Zwei weitere Tote wurden in einem nahegelegenen Wohnhaus entdeckt, ein Opfer starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Schützin verübte Suizid.

Gab es weiter Opfer? Etwa 27 Menschen wurden verletzt, darunter zwei lebensbedrohlich. Sie wurden per Hubschrauber in Spital transportiert.

Was weiß man über die Täterin? Die kanadischen Behörden gaben an, dass es sich bei der Verdächtigen um eine 18-jährige Frau mit einer Vorgeschichte psychischer Probleme handelt. Laut Polizei wurde sie als biologischer Mann geboren, der vor etwa sechs Jahren mit der Transition zur Frau begann und sich sowohl sozial als auch öffentlich als Frau identifizierte.

Wer sind die Toten im Haus? Die 39-jährige Mutter der mutmaßlichen Täterin und ihr 11-jähriger Stiefbruder. Beide wiesen  Schusswunden auf.

Wie war der Ablauf? Gegen 13.20 Uhr Ortszeit ging bei der Polizei der erste Notruf ein. Die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) reagierte schnell und gab eine Notfall‑Warnung für die Region heraus, in der Anwohner aufgefordert wurden, in ihren Häusern zu bleiben und Türen zu verschließen. Beamte waren in zwei Minuten vor Ort.

Wie lange dauerte der Alarm? Nach mehreren Stunden konnte die Polizei den Alarm gegen 17:45 Uhr aufheben, weil kein aktiver Täter mehr vermutet wurde.

USA sperren Luftraum Rätsel um Total-Blockade für 10 Tage

Worum geht es? Es kam aus dem Nichts: Die Federal Aviation Administration (FAA), die staatliche Luftfahrtbehörde der USA, sperrt einen 16 Kilometer breiten Luftraumring um El Paso, Texas, und das gleich für zehn Tage.

Ab wann? Mit sofortiger Wirkung, die Sperre trat also mit Dienstag in Kraft und dauert bis 21. Februar. Sie kann aber natürlich jederzeit früher aufgehoben werden. Sie gilt für alle Maschinen unter einer Flughöhe von 5.500 Metern.

Ist das ungewöhnlich? Kann man wohl sagen. Kurzzeitige Sperren gibt es immer wieder, so wurde der Luftraum von Santa Clara während des Super Bowl am Sonntag gesperrt.

Was ist diesmal der Grund? Das blieb zunächst rätselhaft. Die FAA sprach lediglich von "besonderen Sicherheitsgründen", ohne das näher auszuführen. In einer Mitteilung an die Piloten wurde das Gebiet als "nationaler Verteidigungsluftraum" eingestuft.

Kam mehr ans Licht? Zunächst, dass es irgendwas mit Drohnen zu tun hat. Verkehrsminister Sean Duffy schrieb auf X, dass die FAA und das Verteidigungsministerium "schnell gehandelt haben, um auf einen Drohnenangriff eines Kartells zu reagieren", und fügte hinzu: "Die Bedrohung wurde neutralisiert, und es besteht keine Gefahr für den kommerziellen Reiseverkehr in der Region."

War es das? Nein, andere Medien zitierten geheime Quellen. Sie besagten, dass es sich um den Test einer neuen Anti-Drohnen-Technologie handeln würde. Vorab wurde niemand informiert, auch nicht die Stadt.

Was ist die Dimension? Es entstand Chaos. "Alle Flüge von und nach El Paso sind eingestellt, einschließlich Linien-, Fracht- und allgemeiner Luftfahrt", postete der internationale Flughafen El Paso am frühen Mittwoch auf Facebook. Passagiere sollen sich an ihre Airlines wenden.

Wo liegt El Paso? An der mexikanischen Grenze. El Paso ist mit rund 680.000 Einwohnern die 23. größte Stadt in den USA. Der Flughafen wurde im Vorjahr von rund 3,8 Millionen Passagieren benutzt.

Nein zu Grippeimpfstoff US-Behörde lehnt sogar Prüfung ab

Worum geht es? Die US-Food and Drug Administration (FDA) weigert sich, einen Grippeimpfstoff auf Basis der mRNA-Technologie einem Prüfungsverfahren zu unterziehen. Das legte die Behörde am Mittwoch fest.

Ist das ungewöhnlich? Ja! Statt die Bewerbung weiter zu bearbeiten, schickte die FDA einen sogenannten "Refusal-to-File"-Brief an den Hersteller Moderna. Das bedeutet, dass sie Unterlagen nicht einmal zur Prüfung annimmt.

Warum? Die FDA bemängelte das Design der klinischen Studie von Modernas Impfstoff (mRNA-1010). Dabei wurde der neue mRNA-Impfstoff einem Standard-Grippeimpfstoff gegenübergestellt. Die FDA sagte, dieser Vergleich "spiegelt nicht den bestmöglichen Standard der Versorgung" wider.

Ein Vorwand? Könnte sein, muss aber nicht. Die FDA äußerte jedenfalls keine Bedenken bezüglich Sicherheit oder Wirksamkeit des Impfstoffes.

Aber? Einige hochrangige Verantwortliche in der US-Gesundheitspolitik, darunter Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., sind öffentlich kritisch gegenüber mRNA-Impfstoffen bzw. gegenüber der bisherigen Impfstoff-Politik aufgetreten.

Warum ist das relevant? Ein mRNA-Grippeimpfstoff gilt als wichtiger Fortschritt gegenüber traditionellen Vakzinen, weil er sich schneller an neue Virusstämme anpassen könnte.

Was ist mRNA? Die Abkürzung steht für Messenger-RNA (Boten-RNA). Sie ist eine Art Bauplan, den unsere Zellen ganz natürlich benutzen. Normalerweise sagt mRNA den Zellen, welches Protein sie herstellen sollen.

Wie ist das beim Impfstoff? Bei einem mRNA-Impfstoff bekommt der Körper eine künstlich hergestellte mRNA. Diese enthält den Bauplan für ein harmloses Stück eines Virus. Die Zellen lesen diesen Bauplan und produzieren kurzzeitig dieses Protein. Dadurch lernt das Immunsystem, den Erreger zu erkennen und Abwehrstoffe zu bilden.

Warum ist die Debatte entstanden? Die ersten Covid-Impfstoffe basierten auf der mRNA-Technologie, sie kamen ins Fadenkreuz der Impfskeptiker. Die Angst war, dass die mRNA die DNA verändern könnte und es keine langfristigen Erfahrungen gab.

Wie geht es nun weiter? Moderna hat einen dringenden Antrag auf ein Treffen mit der FDA gestellt. In anderen Regionen wird derselbe mRNA-Grippeimpfstoff weiter geprüft – etwa in Europa, Kanada und Australien. Dort könnten Zulassungen noch 2026 oder 2027 erfolgen.

TikTok sieht alles Selbst wenn Sie App gar nicht nutzen

Worum geht es? TikTok geht bei der Sammlung von Daten offenbar immer aggressiver vor. Das ergab ein Test, den die BBC gemeinsam mit Sicherheitsexperten durchführte. Daten werden abgesaugt, auch wenn die App gar nicht in Verwendung ist.

Wovon ist da etwa die Rede? Es wurden sogar Daten über Krebsdiagnosen, Fruchtbarkeit und psychische Krisen an TikTok übermittelt. Die BBC spricht von einem "Überwachungsimperium".

Wie das? Es wurden Änderungen am TikTok-Pixel vorgenommen. Über das gängige Tracking-Tool wird das Online-Verhalten der Nutzer überwacht. Experten stellten fest, dass das aktualisierte TikTok-Pixel im Vergleich zu Konkurrenzprodukten Informationen auf ungewöhnliche Weise sammelt.

Nämlich? TikTok ermutigt Unternehmen beispielsweise dazu, Tracking-Pixel auf ihren Webseiten einzubinden. So erfährt das Unternehmen so gut wie alles über die User fremder Seiten.

Zum Beispiel? BBC machte den Test und besuchte die Website einer Krebs-Selbsthilfegruppe, ein Unternehmen für Frauengesundheit und eine Organisation für psychische Gesundheit. Alle drei übermittelten automatisch die E-Mail-Adresse und sensible Daten an TikTok. Und zwar ohne, dass man selbst TikTok geöffnet hatte.

Gibt es dagegen Schutz? Ratsam ist es, einen datenschutzfreundlicheren Browser (also etwa nicht Google Chrome) zu benutzen. Auch eine Browsererweiterung, die diese Tracker blockiert, kann hilfreich sein, etwa AdBlock Plus oder uBlock Origin. Sie blockieren das TikTok-Pixel.

Bischöfe starten Game Damit sich mehr Paare kirchlich trauen

Worum geht es? In Spanien haben katholische Bischöfe eine ungewöhnliche neue Kampagne gestartet, um kirchliche Trauungen bei jungen Paaren wieder beliebter zu machen - sie starteten ein Videogame.

Wozu? Die Zahl der kirchlichen Hochzeiten in Spanien ist in den letzten Jahren stark gesunken. Während früher mehr als die Hälfte aller Paare in einer katholischen Kirche heirateten, waren es 2024 nur noch etwa 18 Prozent aller Trauungen.

Was machen die übrigen Paare? Sie entscheiden sich lieber für zivile oder andere Formen der Eheschließung.

Was ist nun der Plan? Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben die Bischöfe Spaniens ein Videospiel entwickelt, das die christliche Ehe und die Werte, die damit verbunden sind, auf moderne Weise erklären soll.

Wie geht das? Das Spiel heißt "Level Up! A Two‑Player Game" ("Level rauf! – Ein Spiel für zwei Spieler"). Das Retro-Game, dessen Slogan "El amor, la aventura más épica" (Liebe ist das größte Abenteuer) lautet, begleitet das junge Paar Fran und Elena bei seinen alltäglichen Aufgaben.

Was ist der Sinn? Ziel ist es, Werte wie Geduld, Großzügigkeit und Einfühlungsvermögen zu vermitteln – sie seien laut Kirche wichtig für eine stabile Beziehung. Die Kampagne soll vor allem jüngere Paare zum Nachdenken über den Wert der Ehe – speziell der kirchlichen – anregen.

Die Bischöfe haben das programmiert? Nein, die Idee stammt von Studenten der Päpstlichen Universität Salamanca und wurde von einem professionellen Videospieldesigner weiterentwickelt. Die spanische Bischofskonferenz ist der Präsentator.

Bier säuft ab Jetzt streicht Heineken 6.000 Jobs

Worum geht es? Der Konsum von Bier geht zurück. Der niederländische Bierkonzern Heineken hat deshalb angekündigt, weltweit bis zu 6.000 Arbeitsplätze abzubauen – das sind fast 7 Prozent seiner rund 87.000 Mitarbeiter.

Wie ist die Entwicklung? Laut Heineken sei die Entscheidung eine Reaktion auf eine schwache Nachfrage nach Bier in wichtigen Märkten wie Europa und Nordamerika. Die Verkaufszahlen sind zuletzt gesunken, und der Konzern erwartet für 2026 geringeres Wachstum beim Gewinn als zuvor prognostiziert.

Was ist die Ursache? Besonders jüngere Generationen (z. B. Gen Z) greifen allgemein weniger zu Alkohol. Gesundheits‑ und Lifestyle‑Trends führen dazu, dass viele Menschen bewusster mit Alkohol umgehen. Dazu kommt der Kostendruck bei Verbrauchern.

Wie ist das in Österreich? Der österreichische Biermarkt zeigt wie in vielen Ländern sinkenden Konsum bei alkoholhaltigem Bier, während alkoholfreie Varianten zulegen.

Wie stark ist Heineken in Österreich? Der Konzern verfügt über eine Mehrheitsbeteiligung an der Brau Union Österreich AG, dem größten Brauereikonzern des Landes, und besitzt viele bekannte österreichische Biermarken, wie Gösser, Zipfer oder Puntigamer.

Wie groß ist die Marktmacht? Laut Marktanalysen entfällt rund die Hälfte des hierzulande produzierten Bieres auf Brau‑Union‑Produkte.