Worum geht es? Bei den British Academy Film Awards (Bafta) kam es am Sonntag zu einem Zwischenfall, der im Nachgang für viel Aufregung sorgte. Aus dem Publikum war das sogenannte "N‑Wort" (ein rassistischer Ausdruck für Schwarze) zu hören.
Was ist genau passiert? Zu dem Vorfall kam es während der Preisverleihung. US-Regisseur Michael B. Jordan und der britische Schauspieler Delroy Lindo standen auf der Bühne, als das "N‑Wort" gerufen wurde.
Von wem? John Davidson, ein bekannter Aktivist für Tourette‑Syndrom, der auch die Inspiration für den Bafta‑nominierten Film "I Swear" ist. Er lebt mit Tourette‑Syndrom, einer neurologischen Erkrankung, die zu unwillkürlichen motorischen und vokalen Tics führen kann.
Was sorgte für Ärger? Die BBC zeichnete die Show auf und strahlte sie zwei Stunden später aus – ohne den Zwischenruf zu entfernen. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus.
Wie reagierte die BBC? Sie veröffentlichte eine Entschuldigung und betonte, dass die Sprache aus unwillkürlichen Tourette‑Tics stammte und nicht absichtlich verwendet wurde. Die Passage wurde (12 Stunden später) aus der Internet-Version entfernt.
Fanden das alles gut? Nein, Vertreter von Tourette‑Organisationen wiesen darauf hin, dass solche Tics nicht kontrolliert oder bewusst eingesetzt werden können, was eine sensible Abwägung zwischen Verständnis für Menschen mit der Erkrankung und dem Schutz der Zuschauer nötig macht.
Bei der Show fiel das nicht auf? Doch, Moderator Alan Cumming erläuterte während der Veranstaltung den Zusammenhang mit Tourette‑Syndrom und bat das Publikum um Verständnis, entschuldigte sich aber ebenfalls für jede Kränkung.
Was geschah danach? Google entschuldigte sich für eine KI-generierte Aufforderung, die einen Link zu einem Artikel über den Vorfall begleitete und die Nutzer dazu einlud, "mehr über" das N-Wort zu erfahren.
Wie fiel die Reaktion aus? Ein Google-Sprecher sagte gegenüber dem Guardian: "Das Unternehmen bedauert diesen Fehler zutiefst. Wir haben die anstößige Benachrichtigung entfernt und arbeiten daran, dies künftig zu verhindern."
Gab es weitere Konsequenzen? Der Filmemacher Jonte Richardson trat als Jurymitglied für Nachwuchstalente bei den Bafta-Filmpreisen zurück, weil die Organisation mit einer rassistischen Beleidigung nicht angemessen umgegangen sei.
Worum geht es? Der Oberste US-Gerichtshofs hatte große Teile von Trumps bisheriger Zollstrategie für ungültig erklärt. Daraufhin kündigte Donald Trump die Einführung weltweiter Zusatzzölle an. Jetzt änderte er seine Meinung.
Nämlich? Der US-Präsident hatte ursprünglich einen generellen Tarif von 10 Prozent angekündigt, dann auf 15 Prozent erhöht. Am Dienstag trat aber eine Regelung mit 10 % in Kraft.
Was ist der Hintergrund? Ein Wechsel der rechtlichen Grundlage: Trump nutzt jetzt Section 122 des Trade Act von 1974, nachdem seine ursprüngliche Notstandsbasis vom Supreme Court kassiert wurde.
Was ist Section 122 des Trade Act von 1974? Eine US-Notfallregel für Handelspolitik. Sie erlaubt dem Präsidenten, sehr schnell und ohne Zustimmung des Kongresses Importbeschränkungen zu verhängen, wenn es Probleme mit der US-Zahlungsbilanz gibt.
Wie lange gilt das? Maximal 150 Tage, danach muss der Kongress zustimmen, sonst laufen die Maßnahmen automatisch aus.
Bleibt es dabei? Laut Regierungs- und Medienberichten arbeitet die Trump-Administration daran, den Zollsatz später auf 15 % anzuheben. Das wurde offiziell bestätigt, aber ein genauer Zeitplan fehlt noch.
Worum geht es? Russische Behörden haben ein Strafverfahren gegen den Gründer des Messengerdiensts Telegram, Pavel Durov, eingeleitet. Der Vorwurf lautet Unterstützung terroristischer Aktivitäten.
Was ist damit gemeint? Die Vorwürfe basieren auf einer russischen Anzeige und Aussagen des Federal Security Service (FSB). Der FSB und staatliche Medien behaupten, Telegram werde für Terrorismus, Sabotage, Extremismus und Angriffe innerhalb Russlands genutzt.
Wie massiv sind die Vorwürfe? Telegram soll ber 150.000 Anfragen der russischen Medienaufsicht nicht beantwortet oder Inhalte nicht gelöscht haben. Das berichtet die staatliche Zeitung Rossijskaja Gaseta.
Was heißt das konkret? Telegram soll bei 13 angeblichen ukrainischen Anschlagsplänen gegen hochrangige russische Militäroffiziere sowie bei Zehntausenden von Bombenanschlägen, Brandstiftungen und Tötungen seit Kriegsbeginn eingesetzt worden sein.
Was ist Telegram? Eine weltweit weit verbreitete Messaging‑App mit mehr als einer Milliarde Nutzern. Sie gilt wegen der starken Verschlüsselung, geringer Kontrolle und großem globalen Einfluss als umstritten.
Wer ist Durov? Der Gründer und langjährige Leiter von Telegram. Er verließ Russland bereits 2014 und lebt heute im Ausland, unter anderem mit französischer und emiratischer Staatsbürgerschaft (hier mehr zu ihm und seiner 5-Millionen-Kaution).
Was könnte der Hintergrund sein? Der Kreml versucht, Millionen russische Nutzer zu einer staatlich kontrollierten Alternative namens MAX zu lenken. Anfang dieses Monats wurde der Datenverkehr von Telegram gedrosselt.
Worum geht es? Hohe EU‑Repräsentanten reisten am Dienstag zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew, um den vierten Jahrestag des russischen Angriffskrieges gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten zu begehen. Es lag ein Schatten über dem Termin.
Wer war da? Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, António Costa, Präsident des Europäischen Rates, dazu mehrere Staatschefs von Island bis Litauen, weitere nahmen virtuell an Veranstaltungen teil.
Was sagte Wolodymyr Selenskyj? Der Ukraine-Präsident betonte in einer Rede, dass Russland nach vier Jahren Krieg seine Ziele nicht erreicht und "den ukrainischen Geist nicht gebrochen" habe.
Aber? Gleichzeitig kritisierte er, dass Friedensgespräche ins Stocken geraten seien, weil Russland nach wie vor darauf bestehe, ukrainisches Territorium (z. B. Teile des Donbas) zu kontrollieren.
Und die Besucher, physisch oder virtuell? Die Staats- und Regierungschefs der G7 erneuerten ihre "unerschütterliche Unterstützung" für die ukrainische Souveränität und territoriale Integrität in einer gemeinsamen Erklärung.
Aber? Ein neues EU‑Sanktionspaket gegen Russland kann nicht in Kraft treten – Ungarn hat sein Veto eingelegt. Es geht um 90 Milliarden Euro Finanzhilfe (darunter Gelder für Verteidigung, Wirtschaft und laufende Staatsausgaben).
Warum die Blockade? Ungarn verlangt, dass die Lieferung von russischem Öl durch die „Druzhba“‑Pipeline nach Ungarn wieder aufgenommen wird, bevor es weiteren EU‑Beschlüssen zustimmt. Sie soll beschädigt sein, bestätigt ist das nicht.
Ist Ungarn allein? Nein, die Slowakei hat Montag die sogenannten "Notstromlieferungen" an die Ukraine gestoppt. Gemeint ist die Notfall‑Elektrizitätsunterstützung, die zur Stabilisierung des ukrainischen Stromnetzes bereitgestellt wurde. Auch die Slowakei fordert die Öffnung der Druschba‑Pipeline.
Worum geht es? Am 8. März wählte das deutsche Bundesland Baden-Württemberg einen neuen Landtag. CDU-Politiker Manuel Hagel will Ministerpräsident werden, aber nun fährt ihm ein altes Video in die Parade.
Warum? In einem Clip aus dem Jahr 2018 erzählte Hagel, damals 29 Jahre alt, von einem Besuch an einer Realschule in seinem Wahlkreis.
Und? Er sagte, die Klasse bestehe zu "80 Prozent aus Mädchen" und fügte an: "Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen." Da gebe es für "Abgeordnete schlimmere Termine als diesen".
Was passierte nun? Die Grünen‑Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer grub das Video aus und veröffentlichte den Clip auf TikTok und Instagram. Die 59 Sekunden lange Sequenz wurde inzwischen über 1 Million Mal aufgerufen.
Was kritisiert sie vor allem? Dass ein erwachsener Mann und Politiker das Aussehen einer minderjährigen Schülerin kommentiert habe, und so ein Kommentar ein schlechtes Signal an junge Frauen sende, die sich politisch engagieren.
Wo hat Hagel das gesagt? Bei einem Stammtischgespräch beim Lokalsender Regio TV Schwaben. Er sitzt bei einem Bier an einem Wirtshaustisch.
Wie reagierte er nun? Er gestand ein, der Einstieg des Interviews sei "Mist" gewesen und dass auch seine Frau ihn damals dafür kritisiert habe. Gleichzeitig bemängelte er, dass die Kritik kurz vor der Wahl und viele Jahre später erneut aufgebracht werde.
Worum geht es? Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte mit Albanien ein Projekt gestartet. Migranten, die im Mittelmeer von italienischen Behörden aufgegriffen werden, sollten in Asyl‑ und Rückführungszentren auf albanischem Boden gebracht werden.
Wozu? In Albanien sollen ihre Asylverfahren bearbeitet werden – mit dem Ziel, abgelehnte Antragsteller schneller zurückzuführen, ohne dass sie nach Italien gelangen.
Von welcher Dimension war die Rede? Laut ursprünglicher Vereinbarung sollten Jahreskapazitäten von bis zu 36.000 Personen bearbeitet werden.
Aber? Italienische Gerichte haben wiederholt die Transfers für rechtswidrig erklärt, weil Grundrechte verletzt wurden – z. B. unzulässige Inhaftierung ohne schriftliche Beschlüsse oder fehlende Rechtsunterrichtung. Auch der EuGH warf grundsätzliche Fragen auf.
Was war die Folge? Berichte zeigen, dass die Lager größtenteils leer geblieben sind, weil Gerichte Transfers blockierten und rechtliche Hürden umgesetzt wurden.
Was passierte? Der Algerier Redouane L. kam im April 2025 nach Gjadër, ohne vorherige Information, ohne schriftlichen Beschluss, ohne Kontakt mit Familie oder Anwalt.
Was war die Folge? Ein Gericht in Rom verurteilte den Staat jetzt zu einer Zahlung von etwa 700 Euro an den Migranten. Er hatte 5.000 Euro gefordert, weil er beim Transport Handschellen tragen musste.
Was weiß man über ihn? Laut Süddeutscher Zeitung ist Redouane L. Mitte fünfzig und lebt seit 19 Jahren ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in Italien. Er hat eine italienische Partnerin, die beiden haben zwei gemeinsame minderjährige Kinder.
Wie reagierte Meloni? Sie hat solche Entscheidungen "absurd" kritisiert und die Justiz beschuldigt, ihre Politik zu blockieren.
Worum geht es? Rob Jetten wurde am Montag vom König als Ministerpräsident der Niederlande vereidigt. Er ist mit 38 Jahren der jüngste Regierungschef in der niederländischen Geschichte und auch der erste, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt.
Woraus besteht die Regierung? Aus einer Koalition von drei Parteien: Der D66 (linksliberal, Jettens Partei), der CDA (Christen-Democratisch Appèl, christdemokratisch) und der VVD (Volkspartij voor Vrijheid en Democratie, rechtsliberal).
Was ist das Problem? Es handelt sich um eine Minderheitsregierung. Sie hat keine eigene Mehrheit im Parlament (nur 66 von 150 Sitzen im Unterhaus). Deshalb ist sie auf Unterstützung anderer Parteien angewiesen, um Gesetze durchzubringen.
Was sind die Pläne? Die Regierung hat bereits angekündigt, unter anderem die Unterstützung der Ukraine fortzusetzen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen, eine härtere Politik in Migration und Asyl zu verfolgen, Sparmaßnahmen im Gesundheits‑ und Sozialsystem umzusetzen.
Heißt was? Der Eigenbeitrag zur Krankenversicherung wird erhöht, Steuererleichterungen für häusliche Pflegemaßnahmen fallen weg, das Renteneintrittsalter soll 2054 bei 70 Jahren liegen.
Wie kam es dazu? Bei der Wahl am 29. Oktober 2025 siegte überraschend nicht die rechtspopulistische PVV von Geert Wilders, sondern Jettens D66. Die Parteien brauchten 117 Tage, um ihre Koalition zu bilden.
Wie geht es nun weiter? Ruppig, denn die Opposition will nicht mitziehen. Wilders (der bei der Wahl Zweiter wurde) schloss eine Zusammenarbeit kategorisch aus.
Wie? Die Niederländer müssten bluten, damit das Geld nach Brüssel oder in die Entwicklungshilfe fließen könne, sagte er im Parlament: "Das ist keine ausgestreckte Hand, sondern ein dicker Mittelfinger und ein Schlag ins Gesicht eines jeden Niederländers."
Worum geht es? US‑Präsident Donald Trump verkündete am Wochenende über seine Social‑Media‑Kanäle, er werde ein US‑Lazarettschiff nach Grönland schicken, "um sich um die vielen Kranken zu kümmern, die dort nicht versorgt würden".
Was ist damit gemeint? Das bleibt rätselhaft. Grönlands Ministerpräsident Jens‑Frederik Nielsen lehnte das Angebot ab: "No thank you from here," sagte er. Grönland (57.000 Einwohner) habe ein öffentliches Gesundheitssystem mit kostenloser Versorgung und die sei gesichert.
Worauf bezog sich Trump? Möglicherweise auf einen Vorfall rund um einen US‑Marinesoldaten. Er war am Wochenende wegen eines medizinischen Notfalls von einem U‑Boot vor Grönland in ein Krankenhaus in Nuuk gebracht worden.
Was ist passiert? Es gibt dazu nur spärliche Infos. Die Evakuierung fand etwa Kilometer vor der grönländischen Hauptstadt Nuuk statt. Betroffen war mutmaßlich die USS Delaware. Über die Erkrankung des Mannes wurde nichts verlautbart.
Ist das Lazarettschiff schon unterwegs? Nein! Trump schrieb zwar, es sei "auf dem Weg", aber das wird nicht passieren,
Warum nicht? Die US‑Navy verfügt über zwei große Hospital‑Ships, die USNS Mercy und die USNS Comfort. Beide haben über eine Kapazität von rund 1.000 Betten. Trump postete ein Foto der Mercy.
Aber? Ende Jänner befand sich das Lazarettschiff fest im Trockendock der Alabama Shipyard in Mobile, wo es seit Juli 2025 planmäßig gewartet wird, schreibt der in der Schifffahrtsbranche vielgelesenen Blog gCaptain. Für die Wartung ist ein Jahr vorgesehen.
Bleibt die Comfort? Ja, aber die liegt ebenfalls in der Werft von Mobile vor Anker. Die Alabama Shipyard freute sich am 23. Jänner über einen "historischen Moment". Es sei das erste Mal seit 30 Jahren, dass die beiden Lazarettschiffe nebeneinander liegen.
Heißt was? Selbst wenn die beiden Schiffe nicht in der Werft wären, würde es Wochen dauern, sie nach Grönland zu bringen. Es gibt auch keine bestätigte Official Deployment Order, also einen "Marschbefehl" für die Schiffe.