Worum geht es? Der Preis für Brent-Rohöl ist am Mittwoch auf etwa 115 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Das ist der höchste Stand seit rund einem Monat.
Ist der Irankrieg schuld? Ja, aber nicht allein. Der Ausstieg der Vereinigten Arabischen Emirate aus OPEC und OPEC+ spielt ebenfalls eine Rolle. Zudem haben die letzten Tanker, die vor dem Krieg im Nahen Osten losgefahren waren, nun ihre Zielhäfen erreicht. Es kommt kaum was nach.
Was ist die Folge? Treibstoffpreise steigen (Benzin und Diesel werden teurer), Heizkosten können zulegen. Indirekt steigen oft auch Transport- und Lebensmittelpreise.
Wie reagierte die EU? Sie lockerte am Mittwoch ihre Regeln für staatliche Beihilfen. Staaten können nun betroffene Sektoren der Wirtschaft besser mit Geld unterstützen.
Wie lange? Die Regel ist mit 31. Dezember 2026 begrenzt. Sie betrifft vor allem Landwirtschaft, Fischerei, Verkehr und energieintensive Industrien.
Was heißt das konkret? Staaten können bis zu 70 Prozent der Mehrkosten aufgrund der durch die Krise verursachten Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Düngemitteln übernehmen. EU-Landwirte und Spediteure erhalten bis zu 50.000 € zur Deckung der Mehrkosten.
Worum geht es? Der britische König Charles III. befindet sich mit Königin Camilla derzeit auf Staatsbesuch in den USA und hat dort zwei zentrale, viel beachtete Auftritte absolviert: Reden vor dem US-Kongress und beim Staatsbankett mit Donald Trump.
Warum "viel beachtet"? Für Charles waren die Auftritte aufgrund der geopolitischen Lage heikel. Das enge Verhältnis zwischen den USA und Großbritannien zeigt tiefe Risse. Er löste das Problem mit feinsinnigem, britischem Humor.
Wie? "Wenn es uns nicht gäbe, würdet ihr Französisch sprechen", scherzte Charles beim Staatsbankett im Weißen Haus. Eine Anspielung auf den Kampf zwischen Großbritannien und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika im 18. Jahrhundert. Und eine Reaktion auf Trump, der in Davos gesagt hatte, ohne Amerika würde das Nachkriegs-Europa heute Deutsch sprechen.
Der einzige Gag? Nein, gleich zu Beginn ging er auf den Neubau des Ostflügels im Weißen Haus ein.
Nämlich wie? "Es tut mir leid, sagen zu müssen, dass wir Briten natürlich im Jahr 1814 unseren eigenen kleinen Versuch der Immobilienentwicklung des Weißen Hauses unternommen haben", sagte Charles und bezog sich dabei auf den Vorfall, als britische Truppen während des Krieges von 1812 das Weiße Haus in Brand setzten, als sie durch die eroberte Hauptstadt marschierten.
Und Donald Trump? Er witzelte ebenfalls. Er bewundere König Charles III. dafür, dass er die "Demokraten zum Aufstehen gebracht" habe, während er vor dem Kongress sprach, das sei ihm noch nie gelungen, sagte er.
Was war im Kongress? Charles bekam 12 Standing Ovations. Für Sätze wie: Die Verteidigung der Ukraine erfordere "unerschütterliche Entschlossenheit". Oder: "Die Stärke unserer Gesellschaften liegt in ihrer Freiheit und Vielfalt".
Wie endete das Dinner? Charles schenkte Trump eine historische Glocke ("wenn Sie uns jemals brauchen, einfach klingeln") und dankte Trump für ein "wunderbares Abendessen". Es sei eine "deutliche Verbesserung gegenüber der Boston Tea Party" gewesen.
Was gab es zu essen? Kräutervelouté und Salatherzen, Ravioli mit Kräutern aus dem Garten des Weißen Hauses. Der Hauptgang war eine klassische Seezunge Müllerin Art, serviert in brauner Butter. Zum Dessert Schokoladentörtchen mit Vanillecreme.
Wer war zu Gast? Amazon-Gründer Jeff Bezos in Begleitung seiner Frau Lauren Sanchez, Apple-CEO Tim Cook. Golfer Rory McIlroy, Modedesigner Ralph Lauren und Milliardär Robert Kraft, Besitzer der New England Patriots.
Worum geht es? Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem Spiegel ein Interview gegeben. Erstaunlich offen redet er darin auch über seine Wahrnehmung von Social Media.
Was sagt er? "Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen. Ich beschwere mich nicht darüber, aber so ist es."
Was ist der Hintergrund? Im Interview werden auch die Politik früherer Zeiten und ehemalige Kanzler angesprochen. Darunter Gerhard Schröder (SPD), der seine Agenda 2010 durchbrachte und dann abgewählt wurde.
Was sagt Merz? Mit Bezug auf Social Media: "Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen, aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde."
Was fällt sonst auf? Der deutsche Kanzler räumt erstaunlich viel Selbstkritik ein. Über seine Kommunikation ("ich kann da in der Tat noch besser werden"), Unzufriedenheit in der Bevölkerung ("Wir haben kein gutes Erwartungsmanagement betrieben") oder erreichte Ziele ("Es fehlt der Nachweis, dass uns wirklich große Reformen gelingen können").
Worum geht es? Die finale Rettungsaktion für Timmy ist angelaufen. Der Buckelwal saß seit 23. März auf mehreren Sandbänken fest und drohte zu versterben.
Was passiert gerade mit Wal "Timmy"? Er wird seit Mittwoch auf einer speziellen Transportplattform in Richtung Nordsee geschleppt, sie soll ihn aus der Ostsee in tieferes und besser geeignetes Meerwasser bringen.
Wo befindet sich die Rettungsaktion? Die Aktion startete in der Ostsee vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und führt nun über Fehmarn Richtung Nordsee, möglicherweise später weiter in den Atlantik.
Wie wird der Wal transportiert? Timmy befindet sich in einer mit Wasser gefüllten Spezial-Barge (einer Art Pool). Diese wird von einem Kahn gezogen und von Tierärzten sowie Rettungsteams begleitet.
In welchem Zustand ist Timmy? Der Wal ist geschwächt, zeigt sich aber beim Transport in sehr gutem Zustand.
Was ist das Ziel der Aktion? Den Wal aus der ungeeigneten Ostsee zu bringen und dort freizulassen, wo er bessere Überlebenschancen haben soll. Die Aktion könnte mehrere Tage dauern.
Welche Probleme gibt es bei der Rettung? Der Transport ist lang und belastend, Experten bezweifeln teilweise, ob er im offenen Meer noch überlebensfähig ist.
Wer ist beteiligt? Tierärzte, Meeresbiologen, Rettungsteams, Behörden aus Mecklenburg-Vorpommern sowie technische Spezialkräfte.
Worum geht es? Wer dachte, er zieht zurück, hat sich geirrt. In seiner Show "Jimmy Kimmel Live!" ging der TV-Moderator in der Nacht auf Mittwoch erneut auf die Trumps los und wieder spielte der Tod eine Rolle, berichtet das Wall Street Journal.
Was ist die Vorgeschichte? In der vergangenen Woche hatte sich Late-Night-Star Jimmy Kimmel über das bevorstehende Korrespondenten-Dinner lustig gemacht. Er nannte Melania eine "werdende Witwe". Zwei Tage später folgte der Attentatsversuch im Washington Hilton.
Wie reagierte die First Lady? Sie zeigte sich in einem Beitrag auf X über den "Feigling" erbost. Kimmels Äußerungen seien "hasserfüllt und gewalttätig". Melania forderte seinen Sender ABC auf, gegen sein "ungeheuerliches Verhalten" vorzugehen.
Passierte das? Der Vorsitzende der Federal Communications Commission, Brendan Carr, leitete eine vorzeitige Überprüfung der Fernsehsendelizenzen von Disney ein. Ein Zufall, wurde treuherzig versichert.
Nicht doch eine Rute im Fenster? Naja! Die nun vorgezogene Lizenzprüfung ist eine Folge der im März letzten Jahres eingeleiteten Untersuchung der FCC zu Disneys Initiativen in den Bereichen Diversität, Gleichstellung und Inklusion. Alles Trump ein Dorn im Auge.
Wie reagierte Kimmel? Er zeigte einen Clip, in dem sich Trump bei der First Lady dafür entschuldigte, dass er die 63-jährige Ehe seiner Eltern wahrscheinlich nicht übertreffen könne. "Moment mal, hat er gerade einen Witz über seinen Tod gemacht?", fragte Kimmel.
Und? "Nur Donald Trump würde fordern, dass ich gefeuert werde, weil ich einen Witz über sein hohes Alter gemacht habe, und dann einen Tag später selbst einen Witz über sein hohes Alter reißen."
Worum geht es? Der britische Ölkonzern BP gab am Dienstag einen sprunghaften Anstieg der Gewinne bekannt. Im ersten Quartal des Jahres wurde das beste Ergebnis seit drei Jahren erwirtschaftet.
Was heißt das in Zahlen? Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar für die ersten drei Monate. Dies übertraf die von Analysten prognostizierten 2,7 Milliarden US-Dollar.
Wie war das 2025? Der Gewinn hat sich mehr als verdoppelt, im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug er 1,38 Milliarden US-Dollar. Die Ölhändler des Unternehmens profitierten von der durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelösten Volatilität, so die Financial Times.
Ist da Platz für Gewinnsteuern? Die seit April im Amt befindlichen BP-Chefin Meg O'Neill nennt "Übergewinnsteuern", wie sie mehrere Regierung planen oder schon umgesetzt haben, eine "höchst unangebrachte Reaktion auf die Situation".
Warum? Weil das Geld fehlen würde, um neue Energiequellen zu erschließen. Nur so ließe sich mehr Unabhängigkeit erreichen und die Versorgung der Bevölkerung mit Treibstoffen sicherstellen.
Worum geht es? Die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Dienstag überraschend angekündigt, zum 1. Mai 2026 aus der OPEC und OPEC+ auszutreten.
Was ist die OPEC? Ein Zusammenschluss ölproduzierender Länder, der 1960 gegründet wurde. Ziel ist es, die Fördermengen zu koordinieren und so Einfluss auf den Ölpreis zu nehmen.
Und die OPEC+? Die Organisation besteht aus den 12 Mitgliedsstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) plus weiteren 10 ölproduzierenden Nicht-OPEC-Staaten, darunter Russland.
Ist der Ausstieg außergewöhnlich? Die VAE gehören zu den größten Ölproduzenten weltweit, sind seit 1967 Mitglied und einer der Kernspieler des Gremiums. Sie gehören zu den wenigen Ländern mit signifikanter Reservekapazität (entscheidend für Marktsteuerung).
Warum treten die VAE aus? Sie wollen ihre Ölproduktion stärker erhöhen, als es die OPEC-Quoten erlauben. Die Emirate setzen zunehmend auf wirtschaftliche Diversifizierung und erneuerbare Energien. Es gibt Spannungen über Förderquoten innerhalb der OPEC.
Was ist die Strategie? Die VAE bewegen sich Richtung "Volumenstrategie" statt "Preisstrategie". Heißt: Laut Analysten wollen die Vereinigten Arabischen Emirate die Produktion um rund 30 Prozent erhöhen.
Warum ist das ein "Big Deal"? Die OPEC kontrolliert rund 40 Prozent der globalen Ölproduktion und 75 Prozent der Reserven. Die VAE sind einer der wenigen Produzenten mit schnell aktivierbarer Zusatzproduktion und damit entscheidend, um Preise zu stabilisieren.
Worum geht es? Für RJ Scaringe hat sich im Vorjahr das Arbeiten gelohnt. Der Gründer und Chef von Rivian, einem amerikanischen Hersteller von Elektroautos, strich 2025 nicht weniger als 403 Millionen US-Dollar ein.
Ist das mehr als viel? Kann man so sagen. Denn es ergibt einen Stundenlohn von 46.000 Euro, wenn man 24 Stunden arbeitet und das ganze Jahr über keine Pause macht.
Wie kommt man zu so viel Geld? Das teilte das Unternehmen der US-Finanzaufsicht mit: Ein Mix aus Aktienoptionen (Wert 373 Millionen US-Dollar), Aktienprämien (26,6 Millionen), Gehalt (1,1 Millionen) und einem Bonus von 1 Million US-Dollar.
Was verdienen andere Auto-Chefs? Auch nicht übel, aber weniger. Ford-Chef Jim Farley bekam im vergangenen Jahr laut Financial Times 27,5 Millionen Dollar, General-Motors-Chefin Mary Barra 29,9 Millionen.
Geht es für Scaringe weiter nach oben? Könnte sein. Sein Grundgehalt soll sich heuer verdoppeln. Schafft er in den nächsten zehn Jahren alle gesteckten Ziele, winkt ein Gesamtpaket von 4,6 Milliarden Dollar.
Ist Rivian erfolgreich? Nun ja, das kalifornische Start-up verkaufte im Vorjahr gerade einmal 42.000 Fahrzeuge, der Börsenwert ist seit 2021 um 86 Prozent gefallen, 2025 lag der Verlust bei 3,6 Milliarden Dollar.