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28. August 2025

EU-Büros getroffen Russland beschießt Ukraine-Hauptstadt

Worum geht es? In der Nacht auf Donnerstag feuerte Russland 598 Drohnen, 31 ballistische Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine ab. Nicht alle konnten abgefangen werden. Vor allem Kiew wurde schwer getroffen.

Gab es Opfer? Ja, allein in der Hauptstadt wurden mindestens 18 Menschen getötet, darunter vier Kinder. Mehr als 30 weitere Personen erlitten Verletzungen. Es war der zweitschwerste Angriff seit Kriegsbeginn.

Was empört die Welt zusätzlich? Auch diplomatische Büros wurden getroffen, darunter Räumlichkeiten der EU-Delegation sowie des British Council.

Wie reagiert die EU? Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, die Union werde den russischen Geschäftsträger in Brüssel einbestellen, um offiziell gegen den Angriff zu protestieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf Russland "Terror und Barbarei" vor.

Weitere Meldungen

"Snapback" gegen Iran Europas Großmächte drohen Sanktionen an

Worum geht es? Im Rahmen des Wiener Atomabkommens von 2015 wurden die Sanktionen Europas gegen den Iran ausgesetzt. Nun kündigen Frankreich, Deutschland und Großbritannien ein Comeback an.

Wie wurde das bekannt? Die Staatschefs der drei Ländern schrieben einen Brief an den UN-Sicherheitsrat, er wurde auch online veröffentlicht. In dem kündigten sie an, den "Snapback"-Mechanismus auslösen zu wollen.

Was ist der "Snapback"-Mechanismus? Ein Prozess, der im Wiener Atomabkommen unter Resolution 2231 festgelegt wurde. Dem Iran wird jetzt eine Frist von 30 Tagen eingeräumt, bestimmte Verpflichtungen wieder einzuhalten.

Welche Verpflichtungen sind gemeint? Die drei Länder werden dem Iran vor, die Atom-Vereinbarungen "klar und vorsätzlich" zu brechen. Das Land habe "keine zivile Rechtfertigung für seine Bestände an hoch angereichertem Uran." Sein Nuklearprogramm stelle daher "eine eindeutige Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit dar."

Was passiert nach den 30 Tagen? Verlaufen die Verhandlungen im Sand, sehen sich die drei Länder dazu ermächtigt, die 2015 aufgehobenen Sanktionen wieder einzuführen.

Wie reagiert der Iran? Ein hochrangiger iranischer Beamter sagte gegenüber Reuters, der Iran werde die Gespräche mit den Europäern fortsetzen, aber "unter Druck nicht nachgeben".

Was sagen die USA? Außenminister Marco Rubio begrüßte den Schritt, sagte jedoch, die USA seien "weiterhin für eine direkte Zusammenarbeit mit dem Iran bereit – zur Förderung einer friedlichen und dauerhaften Lösung der iranischen Atomfrage".

Magnet gegen Drohnen Neue Waffe holt Flugobjekte vom Himmel

Worum geht es? Die Kriege der Zukunft werden nicht mehr mit Panzern und Bodentruppen entschieden, sondern aus der Luft. Schon in der Ukraine war zu sehen: Drohnenschwärme sind die neuen Kampfmittel.

Was bedeutet das? Auch Abwehrwaffen gegen die Flugobjekte werden immer wichtiger. In Indiana stellte der Rüstungskonzern Epirus diese Woche ein neues Raketensystem vor.

Was ist damit gemeint? Das Unternehmen baut auf Elektro-Magnetfelder. Das "Kraftfeldsystem" Leonidas setzt elektromagnetische Interferenzen als Waffe ein.

Mit Erfolg? Neben vielen Militärs war auch das US-Portal Axios live bei der Show etwa 45 Minuten südlichvon Indianapolis, dabei. Tatsächlich holte Leonidas alle 49 Quadrocopter, gegen die es antrat, vom Himmel. Ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben.

Was ist Epirus? Der Rüstungskonzern wurde 2018 gegründet und arbeitet mit der US-Armee und dem Marine Corps zusammen. Das Unternehmen gab im März eine Kapitalerhöhung um 250 Millionen US-Dollar bekannt.

Voyeur filmt Joggerin Aber erst jetzt soll das verboten werden

Worum geht es? Im Februar fiel die Kölnerin Yanni Gentsch beim Joggen ein Radfahrer auf, der sie verfolgte und filmte. Sie stellte ihn zur Rede und postete ein Video davon.

Was erstaunte? Der Film wurde über 600.000 Mal aufgerufen. Yanni Gentsch ging zur Polizei und stellte fest: Eine Frau aus voyeuristischem Zweck zu filmen ist nicht immer strafbar. Das will sie nun ändern, berichtet der Spiegel.

Warum ist das nicht strafbar? Paragraf 184k des Strafgesetzbuchs stellt war seit 2021 das sogenannte Upskirting unter Strafe, das Filmen unter den Rock ist also verboten. Werden allerdings bekleidete Körperstellen gefilmt, so handelt es sich um kein Vergehen.

Ändert sich das nun? Vielleicht, und wenn, dann langsam. Gentsch sammelte Unterschriften, nun werden die ersten Bundesländer aktiv. Das Thema soll auf die Agenda der nächsten Konferenz der Justizministerinnen und -minister der Länder und des Bundes. Die findet allerdings erst im November statt.

Was ist das Ziel? Eine bundesweite gesetzliche Regelung zur strafrechtlichen Ahndung von sexuell motivierten Bildaufnahmen.

„Orbáns Versailles“ Politiker filmte Palast-Anlage des Premiers

Worum geht es? Fotos, Videos und Drohnen-Aufnahmen erstaunen und empören derzeit Ungarns Öffentlichkeit Zu sehen ist der Palast ihres Premierministers – und der spielt alle Stückerln.

Wo steht das Anwesen? In Hatvanpuszta, im 19. Jahrhundert war es ein landwirtschaftliches Mustergut des Habsburger Erzherzogs Joseph  – mit Fokus auf Viehzucht und Agrarinnovation. In der Nähe liegt Felcsút, Viktor Orbáns Heimatort.

Wem gehört die Anlage? Seit 2011 offiziell Győző Orbán, dem Vater des ungarischen Rechtspolitikers. In den folgenden Jahren wurde das Gelände durch Renovierungen und Neubauten massiv umgestaltet.

Hat sich das ausgezahlt? Und ob! Zwischen 2018 und 2023 wurde das frühere Gut in ein großflächiges, hochmodernes Anwesen verwandelt. Auf dem Gelände stehen mehrere historische Gebäude (Herrenhaus, Stallungen etc.), dazu Gästehäuser, ein prunkvoller Speisesaal, Schwimmbad, Solaranlagen, eine unterirdische Garage.

Gut gesichert? Ja, mit Zäunen, Kameras, Security. Es gibt eine autarke Infrastruktur mit Stromversorgung und Kraftstofftanks. Orbán bezeichnet Hatvanpuszta als "landwirtschaftliches Zentrum" bzw. "Bauernhof", unabhängige Medien sprechen von "Puszta-Versailles",  "Orbáns Versailles" oder "Luxuspalast".

Warum jetzt die Aufregung? Weil es nun Bildmaterial gibt.

Woher? Mitte August veröffentlichte das unabhängige MedienportalTelex Drohnenaufnahmen, heimlich gemachte Fotos vom Bau einer riesigen Bibliothek wurden öffentlich, sogar herumgaloppierende Zebras sind zu sehen, berichtet die Südddeutsche Zeitung.

Gibt es auch Videomaterial? Ja, Der Oppositionspolitiker Ákos Hadházy gelangte unerkannt in den Park und filmte die Anlage mit dem Handy. Dann wurde er von einem Gärtner verjagt.

Was ist die Preisfrage? Woher das Geld dafür kommt. Das will nicht nur die politische Opposition wissen. Orbán jedenfalls ist bestens vernetzt in die Unternehmer-Elite des Landes.

Attentat während Messe Täter schoss durch Fenster, 2 Kinder tot

Worum geht es? Mittwoch gegen 8.30 Uhr Ortszeit kam es in der Schulkirche der Annunciation Catholic School in Minneapolis zu einem blutigen Anschlag. Zwei Kinder – 8 und 10 – wurden erschossen, als sie im Gottesdienst zum Schulstart saßen. 17 weitere Personen – darunter 14 Kinder ab 6 Jahren – wurden verletzt.

Wie war der Tathergang? Der Täter – ganz in Schwarz gekleidet – feuerte von außen durch Buntglasfenster in die Kirche. Er war mit einem Gewehr, einer Pistole und einer Schrotflinte bewaffnet. Danach beging er Suizid.

Was weiß man über den Attentäter? 23, keine gröberen Vorstrafen, Transgender. Als er 17 war, beantragte seine Mutter eine Namensänderung, weil sich ihr Kind „als weiblich identifiziert", so die Gerichtsakten.

Seine politische Einstellung? Auf YouTube verfasste er politische Hassbotschaften, etwa "Tötet Trump" oder "Israel muss fallen, gebt die Akten frei", was wohl auf die Epstein-Akten anspielt, berichtete der Telegraph. Vieles erscheint wirr. "Wo ist euer Gott", kritzelte er hin, dann brabbelt er Worte auf Russisch.

Gibt es einen antisemitische Hintergrund? Ja, Nachrichten wie: "Sechs Millionen waren nicht genug", ein Bezug auf den Holocaust. Und: "Zerstört HIAS", eine Hilfsorganisation für jüdische Flüchtlinge. In seinem Auto lag eine Rauchbombe. Aufschrift: "Judengas".

Was weiß man über die Opfer? "Wir haben heute zwei Engel verloren," sagte der Leiter der Schule in einer bewegenden Rede. Die Flaggen des Weißen Hauses wehen auf Halbmast. Papst Leo XIV. übermittelte den Opfern und den Angehörigen sein Beileid.

Amseln als Antifa Vögel in Deutschland lernen "Bella ciao"

Worum geht es? Im Rahmen einer Kunst-Installation auf der Media art is here in Karlsruhe werden Singvögeln antifaschistische Protestlieder beigebracht. Amseln erweisen sich dafür als besonders begabt.

Um welche Lieder geht es? Quasi um The Antifa’s Greatest Hits, wie die taz schreibt. Also etwa um "Siamo tutti antifascisti" und "Bella ciao".

Wie läuft das Sing-Training? Der Frankfurter Künstler Dennis Siering hat die Musikstücke am Computer mit KI und echtem Vogelgezwitscher gekreuzt. Den Mix spielt er den Vögeln vor.

Wann und wo? Hinter dem Karlsruher Schloss, unweit des Bundesverfassungsgerichts. Hier hat Siering eine solarbetriebene Musikanlage in den Baum gehängt. Sie läuft täglich von 8 bis 11 Uhr und von 18.30 bis 20 Uhr in Dauerschleife und das bis 14. September.

Was ist der Sinn? Der Künstler sagt so: "Die Installation eröffnet nicht nur zahlreiche Fragen hinsichtlich des Austauschs zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Lebensformen sowie den tiefgreifenden Wechselwirkungen von Technologie und Natur. Gleichzeitig ist die Installation auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Wiederaufleben nationalistischer und neofaschistischer Ideen."

Was haben die Vögel davon? Sie können am Weg in den Süden fröhlich Antifa-Lieder vor sich herpfeifen. Über Österreich sollten sie vielleicht nicht fliegen, sonst lässt sie Innenminister Gerhard Karner vom Himmel holen.

50 Prozent Sonderzoll Trump schickt Indien in Wirtschafts-Krise

Worum geht es? Seit Mittwoch heben die USA für viele Importprodukte aus Indien einen Sonderzoll von 50 Prozent ein. Die Maßnahme von US-Präsident Donald Trump hat massive Auswirkungen auf Welthandel und Weltpolitik.

Gab es nicht schon Sonderzölle? Ja, seit 7. August in der Höhe von 25 Prozent auf viele relevante Waren. Sie wurde nun quasi verdoppelt. Nicht betroffen sind unter anderem Pharma-Produkte und Computer-Chips.

Warum macht Trump das? Er will indirekt damit Russland unter Druck setzen. Indien ist nach China der wichtigste Ölkunde von Putin.

Was heißt das in Zahlen? Indien importiert pro Tag 1,5 Millionen Barrel Öl aus Russland, fast 250.000 Kubikmeter. Seit dem Angriff auf die Ukraine und Inkraftreten der Sanktionen ist das Volumen explodiert. 36 Prozent der indischen Ölimporte stammen aus Russland.

Was heißt das für die Weltwirtschaft? Indien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Laut Daten des Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten importierten die USA 2024 indische Waren im Wert von 87,3 Milliarden Dollar.

Was heißt das für Indien? Das Land ist im Krisenmodus. "Sie alle sind Zeugen der Politik des wirtschaftlichen Egoismus in der Welt; wie jeder damit beschäftigt ist, seine eigenen Interessen zu schützen", sagte Premierminister Narendra Modi.

Was sind die Folgen? Die Zölle betreffen 66 Prozent der Exporte in die USA, das Volumen könnte 2026 auf 49,6 Milliarden Dollar schrumpfen, heißt es in einem Bericht der Global Trade and Research Initiative.

Welche Branchen sind vorrangig betroffen? Bekleidung, Textilien, Edelsteinen, Garnelen, Teppichen und Möbeln, heißt es in dem Bericht. "Hunderttausende Arbeitsplätze wären gefährdet."

Was sind die politischen Folgen? Trump treibt Indien in die Arme von Russland und China. Modi ist noch diese Woche in Peking zu Gast.