Worum geht es? Donnerstagabend drangen zwei russische Militärjets in den Luftraum des NATO-Staates Litauen ein. Die Verletzung des Luftraumes dauerte laut dem litauischen Militär 18 Sekunden.
Wie massiv war der Einfall? Die beiden Flugzeuge sollen 700 Meter weit in das Hoheitsgebiet des Landes eingedrungen sein.
Weiß man, welche Flugzeuge es waren? Es soll sich um einen Kampfjet vom Typ Su-30 und ein Tankflugzeug vom Typ Il-78 gehandelt haben. Zwei Eurofighter der spanischen Luftwaffe seien daraufhin gestartet, um den Luftraum zu sichern.
Aus Spanien? Nein, die NATO-Länder unterstützen die baltischen Staaten bereits seit 2004 mit ihren Kampfjets bei der Grenzsicherung, da Estland, Lettland und Litauen keine eigenen Kampfflugzeuge besitzen. Zuletzt war es immer wieder zu Luftraum-Verletzungen durch russische Flugzeuge und Drohnen gekommen, im Baltikum, aber auch über der Ostsee und Polen.
Wie reagierte die Politik? Litauens Präsident Gitanas Nauseda bezeichnete den Vorfall als "eklatanten Verstoß gegen das Völkerrecht und die territoriale Integrität" seines Landes und kündigte an, einen Vertreter der russischen Botschaft einzuberufen.
Worum geht es? Weltweit verbringen immer mehr Menschen immer mehr Zeit vor Bildschirmen. Nun nimmt ein neuer Trend vor allem in den USA Fahrt auf. Wer mitmacht, packt alles, was nicht elektronisch ist, in Taschen, berichtet Axios.
Was ist damit gemeint? Das neueste Must-have-Accessoire ist die "Stop-Scrolling-Tasche". In ihr befinden sich analoge Aktivitäten wie Aquarelle oder Kreuzworträtsel.
Wie funktioniert das? Exemplarisch geschildert wird der Fall einer 31-Jährigen. Sie hat eine "Analog-Tasche" in der Wohnung und eine im Auto. Gefüllt sind sie etwa mit Strickzeug, einem Sammelalbum und einer Polaroid-Kamera.
Lässt sich der Trend messen? Ja, aber hier wird es skurril, denn der analoge Trend verbreitet sich digital.
Heißt was? Laut TikTok-Daten wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 rund 1.600 TikTok-Posts mit dem Tag #AnalogLife versehen – ein Anstieg von über 330 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Wie breit ist das Thema? Es gibt inzwischen sogar kinderfreundliche Versionen der Taschen, in die Eltern Spielzeug, Buntstifte und Malbücher stecken. Das Thema analoges Wohlbefinden ist grundsätzlich stark im Kommen.
Worum geht es? Am Sonntag verübte eine Viererbande einen dreisten Raubüberfall auf den Pariser Louvre. Die Täter nutzten einen Möbellift, um in den ersten Stock zu gelangen. Das macht den deutschen Hersteller nun kreativ.
Was ist der Hintergrund? Auf den Bildern vom Tatort ist zu sehen, dass der Möbelaufzug Agilo der Firma Böcker aus Werne bei Dortmund zum Einsatz kam. Dort war man erst von den Socken, dann machte man das Beste daraus.
Wie denn? Das Unternehmen ging in die Offensive und postete in den sozialen Medien einen originellen Spruch zum Coup. Bei einem Bild des Raub stand: "Der Böcker-Aufzug befördert eure bis zu 400 kg schweren Schätze mit 42 m/min – flüsterleise".
Wie kam es dazu? "Wir haben am Sonntag gemeinsam die Nachrichten online gelesen und sind schockiert gewesen, dass unser Produkt zu sehen war", sagt die Marketingchefin des Unternehmens, Julia Scharwatz. Sie ist mit Alexander Böcker, dem Geschäftsführer des Familienunternehmens, verheiratet.
Und dann? "Nachdem klar war, dass niemand verletzt worden war, fingen wir an, ein paar Witze zu machen und uns über Slogans auszutauschen, die wir lustig fanden", so Scharwatz. Viele Menschen hätten angerufen. Am Montagmorgen war die Kampagne geboren.
Wie kam der Möbelaufzug zum Louvre? Das weiß die deutsche Firma nicht. Sie vermutet, das Gerät wurde gestohlen. Die Werbung geht nun jedenfalls um die Welt. Unbezahlbar!
Worum geht es? Am Donnerstag besuchten der britische König Charles III. und Königin Camilla im Rahmen eines offiziellen Staatsbesuchs den Vatikan. Höhepunkt war ein ökumenischer Gebetsgottesdienst in der Sixtinischen Kapelle.
Was passierte dabei? König und Königin hatten zunächst eine private Audienz beim Papst. Um 12 Uhr folgte der Gottesdienst. Es war das erste Mal seit ca. 500 Jahren, dass ein britischer bzw. englischer Monarch öffentlich mit einem Papst gemeinsam betete.
Wann gab es das zuletzt? Laut Buckingham Palace hat es seit der Trennung Heinrichs VIII. von Rom im 16. Jahrhundert keinen vergleichbaren Moment gegeben.
Was weiß man über den Gottesdienst? Er war nicht öffentlich, sondern nur über Einladung zu besuchen. Der Fokus lag stark auf Schöpfung, Umwelt und christlicher Einheit. Der Gebetsgottesdienst bestand aus katholischen und anglikanischen Kirchelementen, mit Psalmen und Lesung in Latein und Englisch.
Was geschah noch? In einer eigenen Zeremonie am Nachmittag wurde der König mit dem Titel "Royal Confrater of Basilica of St. Paul Outside the Walls" geehrt. Charles wurde zu einem "königlichen Bruder" und Mitglied der Bruderschaft der Abtei.
Worum geht es? Seit Donnerstag ist der neue Asterix-Band käuflich zu erwerben. Der Text stammt von Fabcaro, die Zeichnungen von Didier Conrad. "Asterix in Lusitanien" spielt in Portugal und kostet in der gebundenen Version 13,50 Euro.
Wovon handelt die Geschichte? Asterix-Freund Schãoprozes sitzt in Olisipo (Lissabon) in einem römischen Kerker ein und soll den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden. Das will der kleine Gallier mit den großen Zauberkräften und Obelix an der Seite hintanhalten.
Was wird diesmal aufs Korn genommen? Die Generation Silicon Valley. Es gibt eine Figur namens Elonmus und einen Römer Marcus Zuckergus. Sie reisen auf der Galeere Davos, auf der Präfekt Fetterbonus eine Orgie veranstaltet.
Was ist sonst noch witzig? Der Wutbürger Mandarfjanix und dass Obelix statt Wildsão nur salziger Kabeljão vorgesetzt wird.
Wie erfolgreich ist Asterix? Seit 1959 wurden weltweit 400 Millionen Alben in 120 Sprachen und Dialekten verkauft, etwa ein Drittel davon in deutscher Sprache, so der Verlag.
Worum geht es? Am 25. März 2024 starb der deutsche Schauspieler Fritz Wepper im Alter von 82 Jahren. Er wurde vor allem durch die Rolle des Assistenten Harry Klein in der TV-Krimiserie "Derrick" bekannt. Nun sorgt seine Beerdigung im Nachgang für Ärger.
Was ist passiert? Wepper wurde am 10. April vergangenen Jahres im Rahmen einer Trauerfeier in der Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen in Bayern verabschiedet. Ministerpräsident Markus Söder, der Verleger Hubert Burda und Wepper-Freund Maximilian Heiden hielten Reden.
Aber? Danach schnappte sich Filmproduzentin Lilly Berger, die zur Trauerfeier nicht eingeladen war, das Mikro und richtete außerhalb des Protokolls Worte an die Trauergäste – die kamen nicht bei allen gut an.
Warum? Berger rechnete vor allem mit Susanne Kellermann ab, die mit Wepper die letzten Jahren bis zu seinem Tod verheiratet war. Sie habe den Schauspieler "isoliert", seine langjährige Partnerin Angela und seine drei Töchter seien in den Reden kaum erwähnt worden. Ein Eklat!
Was hatte der nun für Folgen? Susanne Kellermann klagte, vor dem Landgericht München I wurde am Donnerstag verhandelt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Über ihren Anwalt forderte die Witwe Unterlassung und eine Geldentschädigungszahlung in Höhe von 10.000 Euro.
Wie ging das Verfahren aus? Nach hitzigen Wortgefechten entschuldigte sich Berger und versprach, die Aussagen in Zukunft zu unterlassen. Eine Entschädigung ist offenbar kein Thema mehr.
Worum geht es? Norbert Bolz, emeritierter Professor für Medienwissenschaften und Kolumnist der deutschen Zeitung Welt, hatte auf X einen ironischen Tweet abgesetzt, wie er sagt. Deswegen wurde bei ihm nun eine Hausdurchsuchung durchgeführt.
Warum das? Das linke Medium "Taz" hatte online einen Artikel mit dem Titel "AfD-Verbot und Höcke-Petition: Deutschland erwacht" publiziert. Darauf reagierte Bolz auf X und schrieb: "Gute Übersetzung von 'woke': Deutschland erwache!"
Was ist das Problem? "Deutschland erwache!" werde der NSDAP zugeordnet und gelte als Parole der Sturmabteilung (SA), sagt die Staatsanwaltschaft und erließ einen Durchsuchungsbeschluss wegen "des Verdachts auf Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen".
Was passierte dann? Das beschreibt Bolz auf X: "Hausdurchsuchung wegen eines Posts. Junge, nette Polizisten, die mir abschließend den guten Rat gegeben haben, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Das werde ich tun und nur noch über Bäume sprechen."
Und davor? Erklärte sich Bolz ausführlicher in der Welt. Er habe ausdrücken wollen, dass "die Verrücktheit die Seiten gewechselt hat". Er habe sich nicht vorstellen können, dass man das missverstehen könne, sagte er.
Was geschieht nun? Die Polizei wertet die Ergebnisse der Hausdurchsuchung aus. Das Ergebnis des Verfahrens sei weiter offen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Wer hat Bolz angezeigt? Das ist unklar. Laut Staatsanwaltschaft sei eine Meldung an der Zentralen Meldestelle für strafbare Inhalte im Internet (ZMI) eingegangen, die beim Bundeskriminalamt angesiedelt ist. Von wem die Meldung einging, ist offen, aber es gibt einen Verdacht.
Was sagt der Anwalt von Bolz? "Was wir hier erleben, ist ein erneut besorgniserregender Kontrollverlust der Strafjustiz", so Joachim Steinhöfel.
Worum geht es? Am Mittwoch billigte das israelische Parlament einen vorläufigen Gesetzentwurf zur Annexion aller israelischen Siedlungen im Westjordanland. Nun stellt sich der wichtigste Verbündete USA gegen die Pläne.
Wie wurde abgestimmt? Der Gesetzentwurf wurde von einem rechtsextremen Abgeordneten eingebracht und von zwei rechtsextremen Parteien der Regierungskoalition unterstützt. Fast alle Abgeordneten der Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu boykottierten das Votum.
Was passierte danach? US-Vizepräsident JD Vance befand sich bis Donnerstag in Israel, um das Gaza-Abkommen weiterzutreiben. Er verurteilte die Abstimmung scharf. "Die Politik der Trump-Regierung besteht darin, dass das Westjordanland nicht von Israel annektiert wird", sagte er.
Was sagte Vance zur Abstimmung? "Wenn es ein politischer Stunt war, dann war es ein sehr dummer politischer Stunt, und ich persönlich empfinde das als Beleidigung."
Wie sieht das Trump? "Das wird nicht passieren, denn ich habe den arabischen Ländern mein Wort gegeben", sagte Trump dem Time Magazine auf eine Frage zur Annexion des Westjordanlands. "Israel würde in diesem Fall jegliche Unterstützung der Vereinigten Staaten verlieren."
Wen schickte er diese Woche nach Israel? Neben Vance den Sondergesandten Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Außenminister Marco Rubio.
Welchen neuen Plan hat Kushner? Die Teilung des Gazastreifen ins zwei Hälften bis zur gänzlichen Ausschaltung der Hamas. Die Wiederaufbaugelder würden nur in den von Israel kontrollierten Teil fließen.
Wie soll das gehen? "Zehntausende Gaza-Bewohner könnten in den Süden Gazas ziehen, wo sich eine Hamas-freie Zone befindet", sagte Vance. "Die Hoffnung liegt darin, Rafah in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder aufzubauen. Theoretisch könnten dann eine halbe Million Menschen ... in Sicherheit und Komfort leben und gleichzeitig ihre israelischen Nachbarn nicht bedrohen."