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5. Mai 2026

Ein Krieg, zwei Waffenruhen Ukraine und Russland sind sich uneins

Worum geht es? Die Ukraine hat überraschend eine eigene, zeitlich begrenzte Waffenruhe angekündigt. Damit reagiert sie auf eine zuvor von Russland ausgerufene Feuerpause. Aber die Länder können sich nicht auf einen Termin einigen.

Wie lange sollte die Waffenruhe von Russland dauern? Nur zwei Tage, nämlich am 8. und 9. Mai rund um die Feierlichkeiten zum "Tag des Sieges" in Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, der in Russland große symbolische Bedeutung hat.

Was will die Ukraine? Sie wollte die Waffenruhe bereits früher beginnen lassen – in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai. Wie lange sie genau aufrechterhalten werden soll, ist unklar.

Was ist der Hintergrund? Russland nutzt den 9. Mai traditionell für militärische Machtdemonstrationen. In diesem Kontext wurde eine Feuerpause angekündigt. Die Ukraine steht solchen Ankündigungen skeptisch gegenüber, da frühere Waffenruhen oft nicht eingehalten wurden.

Warum kündigt die Ukraine eine eigene Waffenruhe an? Das kann als Signal verstanden werden: Kiew will zeigen, dass es grundsätzlich zu Deeskalation bereit ist, gleichzeitig aber nicht einseitig russischen Bedingungen folgen möchte. Eine eigene Waffenruhe gibt der Ukraine mehr Kontrolle über Zeitpunkt und Bedingungen.

Wie fällt die Reaktion auf die russische Feuerpause aus? Die ukrainische Führung reagiert zurückhaltend und misstrauisch. Sie betont, dass eine echte Waffenruhe überprüfbar und dauerhaft sein müsse.

Welche militärische Bedeutung hat das? Kurzfristige Feuerpausen haben oft begrenzten Einfluss auf den Kriegsverlauf. Beide Seiten können sie nutzen, um Kräfte zu sammeln, Nachschub zu organisieren oder ihre Positionen zu festigen.

Weitere Meldungen

Trump attackiert Papst "Er gefährdet viele Katholiken"

Worum geht es? US-Präsident Donald Trump hat den Papst erneut öffentlich scharf angegriffen. In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt kritisierte er die Haltung von Leo XIV. zum Irankrieg.

Was genau hat Trump gesagt? Er erklärte, der Papst halte es für "in Ordnung", wenn der Iran Atomwaffen besitze, "ich glaube nicht, dass das sehr gut ist." Dann fügte er hinzu, der Papst gefährde damit "viele Katholiken und viele Menschen".

Was ist der Haken? Der Papst hat nie eine solche Position vertreten.

In welchem Kontext fiel die Aussage? Die Äußerungen stehen im Zusammenhang mit einem seit Wochen eskalierenden Konflikt zwischen Trump und dem Vatikan über den Krieg im Nahen Osten, insbesondere dem Iran-Konflikt.

Warum sind die Aussagen brisant? Weil der Papst am Donnerstag Besuch bekommt. Um 11.30 Uhr wird Leo XIV. den amerikanischen Außenminister, Marco Rubio, empfangen. Rubio ist römisch-katholisch.

Was wird dem Papst tatsächlich vorgeworfen? Trump kritisiert den Papst vor allem für dessen wiederholte Friedensappelle im Nahen Osten, seine Ablehnung militärischer Eskalation und indirekter Kritik an der US-Politik im Iran-Konflikt. Er interpretiert diese Positionen als Schwäche bzw. als indirekte Unterstützung iranischer Interessen.

Wie ist die tatsächliche Position des Papstes? Papst Leo XIV. hat wiederholt zu Waffenstillständen und Dialog aufgerufen, vor einer Eskalation im Nahen Osten gewarnt und sich ausdrücklich für eine Welt ohne nukleare Bedrohung ausgesprochen

Amokfahrt in Leipzig Boxer vor Tat 12 Tage in Psychiatrie

Worum geht es? Ein 33-Jähriger war am Montag um 16.45 Uhr mit seinem VW Taigo in die Fußgängerzone von Leipzig gerast. Es gab zwei Todesopfer, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann, und mehrere Verletzte.

Was weiß man über weitere Opfer? Sechs Menschen im Alter von 21 bis 87 wurden verletzt, zwei davon schwer, ein Mann (75) und eine Frau (84). Außerdem mussten laut Leipziger Volkszeitung 80 Personen psychologisch betreut werden.

Was weiß man über den Verdächtigen? Er heißt Jeffrey K., ist deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz Leipzig. Der mutmaßlich Amokläufer ist Amateurboxer und hat früher ehrenamtlich Boxtrainings geleitet.

Hat er eine Vorgeschichte? Polizeilich gibt es wenig. Aktenkundig sind "Bedrohung sowie ehrverletzender Delikte im sozialen Umfeld". Gemeint sind Beleidigungen. Die Vorfälle stammen aus dem heurigen Jahr, körperliche Gewalt war da nicht im Spiel.

Keine Vorstrafen? Laut Spiegel gab es "nur" 2014 eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Es soll einen Streit um Fußball gegeben haben.

Aber? Was schon der MDR berichtet hatte, konkretisierte sich am Dienstag. Am 17. April 2026 kam es offenbar aufgrund verbaler Entgleisungen zu einem Polizeieinsatz, Jeffrey K. begab sich daraufhin freiwillig in ein Spital.

Wie lange blieb er dort? 12 Tagen. Er trat erst am 29. April wieder aus.

Weswegen wurde der behandelt? Das sächsische Sozialministerium bestätigte auf Anfrage der Leipziger Volkszeitung, dass sich der mutmaßliche Täter in der geschlossenen Abteilung des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Psychotherapie in Altscherbitz (Nordsachsen). Er wurde dort wegen einer akuten Psychose behandelt.

Warum wurde die Behandlung beendet? Es habe während des Aufenthalts "keine Eigen- oder Fremdgefährdung“ bestanden, sagt die Klinik. Da die medizinischen Gründe fehlten, um ihn festzuhalten, ging er, als er wollte.

Kennt man das Motiv? Nein, nach bisherigen Erkenntnissen wird ein politisches und ein religiöses Motiv ausgeschlossen.

22.500 Seeleute warten Straße von Hormus erneut unbefahrbar

Worum geht es? Das gegenseitige Belauern geht weiter. Die Welt wartet auf die Öffnung der Straße von Hormus, aber sie bleibt vorerst faktisch geschlossen. Außenminister Marco Rubio warf dem Iran vor, die Welt quasi als Geisel zu halten.

Gab es nicht eine US-Initiative? Ja, aber nun stellt sich heraus: Am Montag haben nachweislich nur zwei Schiffe die Wasserstraße passiert. Am Dienstag scheint kein einziges die Durchfahrt unternommen zu haben, berichtet die New York Times.

Was ist die Vorgeschichte? Zunächst hatte der Iran die Meerenge blockiert, dann folgten die Amerikaner. Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.

Aber? Am Montag schickten die USA zwei Zerstörer in die Meerenge, sie wurden vom Iran beschossen, die Drohnen und Granaten wurden aber abgefangen. Die USA zerstörten im Gegenzug mehrere Schnellboote der Revolutionsgarden.

Und nun? Herrscht wieder der Krieg der Worte. Präsident Trump beantwortete am Dienstag im Oval Office Fragen von Reportern. Die US-Blockade der Straße nannte er "unglaublich" (im positiven Sinn). Dem Iran warf er vor, "ein Spiel zu spielen". Den Krieg nannte er "Scharmützel".

Und der Verteidigungsminister? Pete Hegseth rückte am Dienstag ebenfalls aus. Er sagte, der Waffenstillstand sei nach wie vor intakt. Die US-Mission zum Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus werde nur vorübergehend sein.

Was meint er damit? Er fügte erklärend an, dass bald andere Nationen Verantwortung übernehmen müssten, ohne ins Detail zu gehen.

Wie viele Seeleute sind in der Meerenge "gefangen"? Laut General Dan Caine, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, warten mehr als 22.500 Seeleute auf über 1.550 Handelsschiffen auf die Durchfahrt.

Iran beschießt US-Schiffe Trump droht nun mit "Vernichtung"

Worum geht es? Um eine neuerliche Eskalation des Konflikts zwischen Iran und den USA – trotz eines Waffenstillstands. Der Iran beschoss am Montag in der Straße von Hormus US-Schiffe.

Was sagt der Iran, was passiert ist? Die iranische Darstellung war relativ offensiv: Laut staatlichen Medien habe die iranische Marine zwei Raketen auf ein US-Kriegsschiff abgefeuert. Ziel sei gewesen, das Schiff an der Einfahrt in die Straße von Hormus zu hindern.

Mit welcher Begründung? Das US-Schiff habe eine iranische Warnung ignoriert. Es habe gegen Regeln der Schifffahrt und Sicherheit verstoßen. Tatsächlich sollen mehrere Zerstörer der Marine durch die Straße von Hormus gefahren sein und sich nun im Arabischen Meer befinden.

Gab es Treffer? Offenbar nicht. Zunächst wurde behauptet, ein Schiff sei getroffen worden. Ein iranischer Vertreter sprach später von einem "Warnschuss".

Was stimmt? Admiral Brad Cooper, Chef des US-Zentralkommandos, sagte am Montagabend, dass US-Kriegsschiffe die Marschflugkörper und Drohnen abgeschossen hätten, die der Iran auf die Schiffe und Handelsschiffe abgefeuert habe.

Wie reagierten die USA?  Die Kampfhubschrauber der Armee, insbesondere die Apache-Hubschrauber, versenkten sechs iranische Militärschnellboote, berichtet die New York Times. Donald Trump sprach sogar von sieben zerschossenen Schnellbooten.

Was ist der Kontext des Zwischenfalls? Der Vorfall steht in direktem Zusammenhang mit einer neuen US-Initiative: Die USA wollen mit "Project Freedom" blockierte Handelsschiffe aus der Straße von Hormus heraus geleiten.

Was heißt das? Der Iran kontrolliert bzw. blockiert die Meerenge weitgehend. Tausende Seeleute und zahlreiche Schiffe sitzen fest. Der Iran hatte zuvor ausdrücklich gewarnt: US-Kräfte würden angegriffen, falls sie sich nähern.

Was sagt Trump? Er drohte dem Iran mit Vernichtung, falls der Iran US-Schiffe in der Straße von Hormus attackiere. In diesem Fall werde der Iran "von der Erde gefegt", sagte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News.

Wie provozierte der Iran? Er schoss am Montag Raketen und Drohnen auf die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate ab. Die Bewohner der Emirate erhielten mindestens vier Warnmeldungen auf ihren Handys.

Gab es Treffer? Fujairah,  das größte Öllagergebiet der Emirate, wurde von einer iranischen Drohne angegriffen, ein Großbrand brach aus. Fujairah befindet sich an der Ostküste am Golf von Oman.

Pfusch bei Wal-Rettung "Wer das behauptet, sagt nicht Wahrheit“

Worum geht es? Nach einer wochenlang dauernden Hilfsaktion wurde Buckelwal Timmy am Samstag in die Freiheit entlassen. Nun eskaliert der Streit rund um die angebliche Rettung immer mehr.

Warum? Helfer erheben schwere Vorwürfe gegen Behörden und Organisationen insbesondere wegen eines eingesetzten Trackers und fehlender Belege für den Einsatz.

Was ist laut offizieller Darstellung passiert? Timmy war im Februar in der Ostsee gestrandet. In der vergangenen Woche wurde er in sichere Gewässer geschleppt. Vor der Freilassung soll er mit einem Tracker versehen worden sein.

Aber? Es gibt keine Dokumentation der Freilassung. Keine Bilder, keine Videos. Wesentliche Mitarbeiter wurden ausgesperrt. Es gibt Vorwürfe, das Tier sei nicht fachgerecht ins Meer entlassen worden, Tierquälerei steht im Raum.

Was ist mit dem Tracker? Es ist weder bekannt, um welches Gerät es sich handelt, noch wie er angebracht wurde. Es soll nicht einmal ein Funktionstest durchgeführt worden sein. Und: Die Daten werden geheim gehalten.

Warum ist das wichtig? Weil die Verantwortlichen behaupten, sie würden Vitalzeichen von Timmy übermittelt bekommen. Der dänische Meeresbiologe Peter Madsen von der Universität Aarhus sagt nun: "Es gibt keinen handelsüblichen GPS-Sender, der Vitaldaten des Wals liefern kann – wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit."

Was ist noch seltsam? Der Tracker soll am Tier festgeschraubt worden sein. Üblich sei eine Befestigung an der Rückenfinne, da nur Daten übermittelt werden, wenn sich das Tier an der Wasseroberfläche befindet.

Was sagen die Verantwortlichen dazu? Die beteiligten Stellen weisen die Vorwürfe zurück oder relativieren sie. Sie verweisen auf schwierige Einsatzbedingungen im offenen Meer und darauf, dass der Schutz des Tieres Vorrang vor Dokumentation gehabt habe.

Nattern-Plage Ibiza beschäftigt 13 Schlangenjäger

Worum geht es? Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu. Auf Ibiza haben Behörden und Naturschutzgruppen einen verstärkten Kampfgegen eingeschleppte Schlangenarten gestartet.

Warum? Grund ist, dass sich dort seit einigen Jahren nicht-heimische Nattern stark ausbreiten.

Welche Schlangen sind gemeint? Es handelt sich vor allem um die Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis), eine ursprünglich aus Nordafrika stammende Art.

Warum sind diese Schlangen ein Problem? Die Art ist auf den Balearen nicht heimisch, es handelt sich um einen eingeschleppten Prädator, der besonders anpassungsfähig ist und sich rasant vermehrt.

Was ist die Folge? Die eingeschleppten Nattern bedrohen das lokale Ökosystem massiv: Sie fressen große Mengen an Eidechsen, kleinen Vögeln und anderen Kleintieren.

Wen trifft es besonders? Die endemische Ibiza-Eidechse (Podarcis pityusensis) ist das Symboltier der Insel. Sie gilt als gefährdet.

Wie sind die Schlangen nach Ibiza gekommen? Durch unbeabsichtigte Transporte durch Menschen. Vor allem über importierte Olivenbäume und Zierpflanzen vom spanischen Festland. In den Wurzelballen oder Erdbereichen konnten sich Jungschlangen oder Eier verstecken.

Was bedeutet "Kampf gegen die Nattern" konkret? Die Behörden haben mehrere Maßnahmen gestartet: Es kommen spezielle Schlangenfallen zum Einsatz, gefährdete Gebiete werden überwacht. Es gibt Schulungsprogramme für Landwirte und Gärtner sowie Meldesysteme.

Wer macht mit? Vor allem die Bevölkerung ist aufgerufen, es gibt eigene Facebookgruppen. Die Inselverwaltung beschäftigt seit diesem Jahr zudem 13 hauptamtliche Schlangenbekämpfer.

Warum ist die Situation so ernst? Die Schlangen haben keine natürlichen Feinde auf Ibiza, deshalb hat sich die Population rasant vergrößert. Ziel ist es, die Population stark zu reduzieren.

8 Milliarden Erbschaftssteuer Samsung-Erben zahlten letzte Rate

Worum geht es? Die Erben des verstorbenen Samsung-Chefs Lee Kun-hee, langjähriger Vorsitzender des Mischkonzerns, haben die Erbschaftssteuer in Höhe von rund 8 Milliarden US-Dollar nun vollständig beglichen.

Wer ist betroffen? Die Familie von Lee Kun-hee, insbesondere seine Kinder. Darunter befindet sich Lee Jae-yong (auch Jay Y. Lee genannt), der heute der faktische Konzernführer ist.

Warum so viel? Südkorea hat eines der strengsten Erbschaftssteuersysteme weltweit: Es sind bis zu 50 Prozent auf große Vermögen abzuführen, es gibt zusätzliche Aufschläge für Unternehmensanteile (Kontrollprämien) und eine sehr hohe Bewertung von Unternehmensbeteiligungen.

Wie stemmte die Familie das? Die Zahlung erfolgte nicht auf einmal in bar, sondern über mehrere Jahre und verschiedene Mechanismen.

Nämlich? Die Kunstsammlung (Pablo Picasso bis Salvador Dali) wurde zum Teil verkauft, Geld aus Dividenden genutzt. Es gab auch eine Ratenzahlungsvereinbarung.

Muss man sich Sorgen machen? Laut Bloomberg Billionaires Index verfügt die Familie Lee über ein Gesamtvermögen von mehr als 45 Milliarden Dollar. Es hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt, da die Nachfrage nach Computerchips wegen der KI explodiert ist.

Warum ist diese Zahlung historisch bedeutend? Es handelt sich um die höchste Einzelfall-Erbschaftssteuer in Südkorea und sie gehört weltweit zu den größten jemals gezahlten Nachlasssteuern.

Welche Rolle spielt die Familie Lee heute bei Samsung? Sie bleibt trotz der Steuerzahlung zentral, sie hält weiterhin bedeutende indirekte Beteiligungen.

Wie sieht sie die Zahlung? "Steuern zu zahlen ist eine natürliche Bürgerpflicht", erklärte die Familie. Die 8 Milliarden entsprechen dem Eineinhalbfachen der gesamten Erbschaftssteuereinnahmen des Landes für das Jahr 2024.