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4. November 2025

Erde erhitzt sich weiter UN-Bericht spricht von plus 2,8 Grad

Worum geht es? Der neue Bericht des United Nations Environment Programme (UNEP) fällt ernüchternd aus. Das angepeilte Klimaziel scheint in immer weitere Ferne zu rücken.

Was war das Klimaziel? Am Pariser Klimagipfel  2015 wurde ein völkerrechtlich verbindliches Klimaabkommen paktiert. Danach muss die globale Erwärmung auf "deutlich unter 2 °C" und möglichst 1,5 °C seit vorindustrieller Zeit begrenz werden.

Wie schaut es aktuell aus? Im aktuellen "Emissions Gap Report 2025: Off Target", der am Dienstag veröffentlicht wurde, steht: "Wenn nur die gegenwärtigen politischen Maßnahmen umgesetzt werden (ohne zusätzliche ambitionierte Schritte) kommt es bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von ca. 2,8  Grad.

Was ist mit dem 1,5-Grad-Ziel? Der Bericht sagt klar: Der Pfad zu 1,5 Grad wird sehr wahrscheinlich überschritten, eventuell bereits in diesem Jahrzehnt.

Welche Chancen gibt es? Wenn alle aktuellen nationalen Beiträge (NDCs) vollständig umgesetzt werden wird die Steigerung "nur" 2,3 bis 2,5 Grad betragen, die Maßnahmen sind einfach zu defensiv und wirken zu langsam.

Wirken sie überhaupt? Ja, im vergangenen Jahr sagten das Forschungs-Team im selben Bericht eine Erwärmung von 3,1 Grad voraus.

Warum wirken die Maßnahmen so langsam? Die globalen Treibhausgas‑Emissionen sind im Vorjahr erneut gestiegen. Für eine realistische Chance, die Erwärmung auf oder unter 2 Grad zu halten, wären bis 2023 Emissionsreduktionen um etwa 35 % gegenüber 2019 erforderlich; für 1,5 Grad wären etwa 55 % nötig.

Weitere Meldungen

China brüskiert USA Xi schließt neuen Pakt mit Russland

Worum geht es? Erst in der vergangenen Woche hatte sich US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping getroffen. Danach war er offiziell voller Euphorie über den Termin. Das war wohl etwas voreilig.

Warum? Am Dienstag vereinbarten China und Russland eine "strategische Partnerschaft". Die beiden Länder kündigten an, einander im Kampf gegen die jüngsten US-Sanktionen zu unterstützen. Wohl in Hinblick auf die USA sprach Xi von einer "strategischen Wahl".

Was ist der Hintergrund? Der russische Ministerpräsident Mikhail Mishustin zwar zwei Tage lang zu Besuch in China. Am Dienstag traf er Präsident Xi Jinping in der "Großen Halle des Volkes" in Peking.

Was wurde vereinbart? Beide Seiten verständigten sich darauf, die gegenseitigen Investitionen zu erhöhen und die Zusammenarbeit in  Energie, Landwirtschaft, Konnektivität sowie in "neuen Bereichen" wie Digitalwirtschaft, Künstliche Intelligenz und grünem Wachstum auszubauen.

Warum stehen beide unter Druck? Weil die jüngst angekündigten Maßnahmen von Donald Trump nicht nur Russland treffen. Die USA haben russisches Öl sanktioniert und drei chinesische Raffinerien, die es nutzen, auf die Sanktionsliste gesetzt.

Sesamstraße wieder da Start auf Netflix, erster Trailer online

Worum geht es? 55 Staffeln, über 4.000 Episoden, seit November 1969 zu sehen: Aber 2024 wurden dann keine Folgen der Sesamstraße mehr in Auftrag gegeben, die letzten liefen heuer im US-TV. Aber nun gibt es ein Comeback.

Was passiert? Netflix veröffentlichte den ersten Trailer und kündigte an: Am 10. November geht es mit der neuen Staffel los. Der Streamer hat sich die Rechte gesichert.

Was lief da im Hintergrund? Zuletzt war die Sesamstraße bei HBO Max zu sehen. Da die Quoten immer weiter nach unten gingen, reichte der Sender die Serie an Netflix weiter.

Was gibt es jetzt zu sehen? Alle bekannten Charaktere, von Elmo bis zum Krümelmonster. Jede Episode besteht aus zwei 11 Minuten langen Geschichten plus einem animierten Segment namens „Tales from 123. Dazu gibt es 90 Minuten Bonusmaterial über den TV-Klassiker. Die Folgen sind in 30 Sprachen verfügbar.

Polit-Streit um Afghanen Wer auf Flucht verzichtet, erhält Geld

Worum geht es? Fast 2.000 Afghanen sind in Pakistan gestrandet. Sie hatten von Deutschland die Garantie erhalten, einreisen zu dürfen, die neue Regierung fühlt sich daran aber nicht mehr gebunden. Sie will lieber Geld zahlen.

Was ist der Hintergrund? Die Machtübernahme der Taliban 2021 brachte Tausende Afghanen in Gefahr. Sie hatten in sensiblen Bereichen gearbeitet, bei NGOs, westliche Regierung mit Informationen versorgt oder halfen den Militärs.

Was wurde ihnen garantiert? Die frühere Regierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) gab ein Aufnahmeversprechen ab. Die aktuelle Koalition aus CDU/CSU und SPD vereinbarte aber bereits im Koalitionspakt, Aufnahmeprogramme so weit wie möglich einzustellen.

Warum ist die Situation besonders heikel? Weil Pakistan begonnen hat, Afghanen in ihre Heimat abzuschieben. Nach Deutschland dürfen sie nicht, daheim ist es für sie gefährlich.

Was passierte nun? Die 1.910 Verbliebenen bekamen eine E-Mail "im Auftrag des Bundesinnenministeriums". Darin wird ihnen mitgeteilt, dass entgegen der Vereinbarung nicht alle Verfahren bis Jahresende abgeschlossen sein werden. Und: es wird ein Angebot unterbreitet.

Nämlich? Wer freiwillig nach Afghanistan zurückkehrt bekommt Geld, Einzelpersonen und Familien zwischen 2.500 und 10.000 Euro und Sachleistungen. Etwa 1.000 Personen sollen das Angebot erhalten haben.

Beckham ist ein Sir König Charles schlug ihn zum Ritter

Worum geht es? Englands bekanntester Fußball darf sich nun "Sir David Beckham" nennen, seine Frau "Lady Victoria Beckham".

Wie das? Beckham wurde am Dienstag im Windsor Castle von King Charles III zum Ritter geschlagen (Knight Bachelor) für „Verdienste im Sport und im Wohltätigkeitsbereich.

Wie reagierte Beckham? Gerührt iund geschüttelt. Er bezeichnete den Moment als den stolzesten seines Lebens ("so proud it doesn’t get any better"), besonders im Rückblick auf seinen Weg vom Osten Londons bis zur globalen Ikone.

Wer war bei ihm? Seine Eltern und natürlich Lady Victoria.

Was fiel auf? Beckham trug einen eigens von Victoria entworfener Cutaway im klassischen Stil („morning suit“), inspiriert durch den Stil von King Charles.

Wie erfolgreich war Beckham? Der Freistoß-König spielte 115 Mal für die englische Nationalmannschaft, holte vier Titel mit Manchester United, war später Star bei Real Madrid. Er engagiert sich seit vielen Jahren karitativ, als Botschafter für UNICEF (schlug ihn für die Ernennung vor) und in der The King’s Foundation.

Ist er ein Monarchist? Und wie! Als Elizabeth II. 2022 starb, wartete er in London zwölf Stunden in der kilometerlangen Schlange, um ihr die letzte Ehre zu erweisen

"Kein Grund für Asyl" Kanzler will, dass Syrer ausreisen

Worum geht es? In der deutschen Bundesregierung ist ein offener Streit über die Asylpolitik ausgebrochen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) will, dass Syrer in ihre Heimat zurückkehren.

Was sagte Merz genau? Auf einer Pressekonferenz mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) meinte er: "Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland, und deswegen können wir auch mit Rückführungen beginnen".

Wie soll die Rückkehr erfolgen? Merz glaubt, dass viele freiwillig heimreisen werden. Straftäter sollten abgeschoben werden.

Gibt es Widerspruch? Ja, die Gesellschaft für bedrohte Völker sprach wörtlich von einer "Schande". Die Bundesregierung ignoriere "die systematischen Menschenrechtsverbrechen der islamistischen Machthaber in Syrien.

Wie regiert der Regierungspartner? Ablehnend bis zurückhaltend. Die SPD knüpfte die Abschiebung an Bedingungen, will für Straftäter weiter Einzelfallprüfungen und erinnerte an die vielen "hervorragend Integrierten".

Aber auch die CDU ist uneins, oder? Ja, Außenminister Johann Wadephul hatte sich bei einem Besuch in Syrien über Heimkehr und Abschiebung skeptisch gezeigt. "Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben", sagte er. Das Land sehe schlimmer aus als Deutschland 1945.

Was passiert als nächstes? Merz hat den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa nach Deutschland eingeladen, um mit ihm über die Abschiebung von syrischen Straftätern zu sprechen.

Atomkraft, Verbrenner Das plant neue tschechische Regierung

Worum geht es? Die neue Koalition in Tschechien aus drei rechten oder rechtspopulistischen Parteien steht, auch das Programm wurde fixiert. Weniger Klimaschutz, Verbrennerautos sollen weiter fahren dürfen, in der EU und in der NATO will das Land bleiben.

Was ist die Vorgeschichte? Anfang Oktober fanden in Tschechien Parlamentswahlen statt. Die oppositionelle Partei Ano von Unternehmer-Milliardär Andrej Babiš gewann mit 34,5 Prozent der Stimmen.

Wer bildet nun die Regierung? Aufgrund des Wahlergebnisses brauchte Babiš zwei Partner. Mit den beiden Kleinparteien "Freiheit und direkte Demokratie" (SPD) und der Autofahrerpartei Motoristé sobě wurde er einig. Das Dreierbündnis besetzt 108 der 200 Sitze im Prager Abgeordnetenhaus.

Gibt es schon eine Regierung? Nein, die Minister sollen erst bis Mitte Dezember festgelegt werden, einige rechtsextreme Kandidaten gelten als problematisch. Die Ano wird den Regierungschef und 8 Minister stellen, die SPD 3, die Autopartei 4.

Was steht nun im Regierungsprogramm? Es soll keine Steuererhöhungen geben, stattdessen eine Senkung der Körperschaftsteuer von 21 % auf 19 %. Der Euro als Währung wird abgelehnt, es bleibt die Krone. Die Kernenergie soll ausgebaut werden.

Was ist mit Klimaschutz? Die drei Parteien fordern Rücknahme oder Stopp von Teilen der EU‑Klimapolitik, die Kritik am European Green Deal ist deutlich. Das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 in der EU sei "inakzeptabel".

Was ist das sichtbare Zeichen dafür? Die Motoristenpartei übernimmt neben Kultur-, Sport- und Außen- auch das Umweltministerium.

Was ist mit der Migration? Die künftige Regierung will eine Nulltoleranz-Politik bei irregulären Einreisen, der EU-Migrations- und Asylpakt wird abgelehnt. Es soll ein neues Asylgesetz erarbeitet werden, das Schutz nur in Ausnahmefällen vorsieht.

Was sonst noch? Das Renten-Eintrittsalter wird mit 65 gedeckelt. Für NGOs und Medien ist eine stärkere Kontrolle geplant. Das Dreierbündnis tritt für eine Reduktion der Ukrainehilfe ein.

KI identifiziert Tote 5 Mio. Namen von Nazi-Opfern gefunden

Worum geht es? Das israelische Holocaust-Forschungszentrum Yad Vashem lässt Archive mit künstlicher Intelligenz durchforsten. Ziel ist es, die Todesfälle der rund sechs Millionen Juden zu dokumentieren, die im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ermordet wurden.

Wie weit ist die Forschung? Am Montag gab Yad Vashem bekannt, dass die Namen von fünf Millionen Holocaust-Opfern mithilfe von KI identifiziert werden konnten. Die Forscher gehen davon aus, weitere 250.000 Namen finden zu können.

Wie geht das vor sich? Als Basis dienen Zeugnisse von Überlebenden und Angehörigen (sogenannte "Gedenkblätter"), historische Dokumente (z. B. Deportationslisten, Lagerregister, Gemeindebücher), Archive in über 60 Ländern, teils digitalisiert. Außerdem Partnerschaften mit Institutionen und Museen.

Wie kann KI da helfen? Durch den Einsatz von KI-gestützter Texterkennung und Datenabgleich kann Yad Vashem seit einigen Jahren wesentlich schneller neue Opfer identifizieren oder bestehende Datensätze verknüpfen.

Wie passiert das? Die KI hilft, Handschriften in verschiedenen Sprachen (z. B. Deutsch, Polnisch, Russisch, Hebräisch, Jiddisch) zu entziffern. In Pilotprojekten wird KI eingesetzt, um Gesichter auf historischen Fotos mit anderen Quellen abzugleichen. Ziel: Angehörige oder unbekannte Opfer identifizieren.

Was ist Yad Vashem? Die offizielle israelische Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust in Jerusalem. Sie wurde 1953 gegründet.