Worum geht es? Am Mittwoch billigte das israelische Parlament einen vorläufigen Gesetzentwurf zur Annexion aller israelischen Siedlungen im Westjordanland. Nun stellt sich der wichtigste Verbündete USA gegen die Pläne.
Wie wurde abgestimmt? Der Gesetzentwurf wurde von einem rechtsextremen Abgeordneten eingebracht und von zwei rechtsextremen Parteien der Regierungskoalition unterstützt. Fast alle Abgeordneten der Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu boykottierten das Votum.
Was passierte danach? US-Vizepräsident JD Vance befand sich bis Donnerstag in Israel, um das Gaza-Abkommen weiterzutreiben. Er verurteilte die Abstimmung scharf. "Die Politik der Trump-Regierung besteht darin, dass das Westjordanland nicht von Israel annektiert wird", sagte er.
Was sagte Vance zur Abstimmung? "Wenn es ein politischer Stunt war, dann war es ein sehr dummer politischer Stunt, und ich persönlich empfinde das als Beleidigung."
Wie sieht das Trump? "Das wird nicht passieren, denn ich habe den arabischen Ländern mein Wort gegeben", sagte Trump dem Time Magazine auf eine Frage zur Annexion des Westjordanlands. "Israel würde in diesem Fall jegliche Unterstützung der Vereinigten Staaten verlieren."
Wen schickte er diese Woche nach Israel? Neben Vance den Sondergesandten Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Außenminister Marco Rubio.
Welchen neuen Plan hat Kushner? Die Teilung des Gazastreifen ins zwei Hälften bis zur gänzlichen Ausschaltung der Hamas. Die Wiederaufbaugelder würden nur in den von Israel kontrollierten Teil fließen.
Wie soll das gehen? "Zehntausende Gaza-Bewohner könnten in den Süden Gazas ziehen, wo sich eine Hamas-freie Zone befindet", sagte Vance. "Die Hoffnung liegt darin, Rafah in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder aufzubauen. Theoretisch könnten dann eine halbe Million Menschen ... in Sicherheit und Komfort leben und gleichzeitig ihre israelischen Nachbarn nicht bedrohen."
Worum es geht? Am Mittwoch vollzog US-Präsident Donald Trump die Kehrtwende von der Kehrtwende. Er stellte sich gegen Russland, sagte ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin ab und verhängte Sanktionen.
Was passierte? Zunächst machte das Weiße Haus einen Rückzieher. Trump plane nun nicht mehr, sich "in naher Zukunft" mit dem Putin zu treffen. Grund: Russische Regierungsvertreter hatten deutlich gemacht, keine Absicht zu haben, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu schließen.
Wie äußerte sich Trump? Er sprach im Weißen Haus mit Reportern. "Ich möchte das Treffen nicht vergeuden", sagte Trump auf die Frage nach dem Grund für die Verschiebung. "Ich möchte keine Zeit verschwenden, also werde ich sehen, was passiert."
Klang das nicht eben noch anders? Ja, vergangene Woche hatte Trump mit Putin telefoniert und ein "ziemlich schnelles", persönliches Treffen in Budapest verkündet. Die angedrohte Lieferung von Tomahawk-Langstreckenwaffen sagte er ab.
Was bedeutet das für die Ukraine? Wieder eine neue Situation. Das Treffen von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Trump im Weißen Haus war in der Vorwoche enttäuschend verlaufen. Der US-Präsident sagte dabei, die Ukraine werde die Krieg verlieren, Putin das Land "zerstören".
Was ist nun mit den Waffen? Die Trump-Regierung hat am Mittwoch eine wichtige Beschränkung für den Einsatz einiger Langstreckenraketen westlicher Verbündeter durch die Ukraine aufgehoben. Kiew kann damit seine Angriffe auf Ziele in Russland verstärken, berichtet das Wall Street Journal.
Was tun die USA? Sie verhängten am Mittwoch Sanktionen gegen die beiden größten Ölkonzerne Russlands. Die Maßnahmen treffen Rosneft und Lukoil sowie fast drei Dutzend ihrer Tochtergesellschaften. Trump sagte im Oval Office, er habe "das Gefühl, es sei Zeit" für die Sanktionen und er habe "lange gewartet". Ob sie tatsächlich umgesetzt werden, ist fraglich.
Wie reagierte Putin? Russland führte am Mittwoch umfangreiche Waffentests durch. Zum Einsatz kam die landgestützte Interkontinentalrakete "Jars" und ein nuklear bestückter Marschflugkörper von strategischen Bombern aus. Moskau verfügt über das weltweit größte Atomwaffenarsenal.
Worum geht es? Die Krise der deutschen Autoindustrie spitzt sich weiter zu. Nun fehlen Chips. Volkswagen stoppt ab kommenden Mittwoch die Produktion von VW Golf in Wolfsburg und die Zwickau, nennt aber andere Gründe für die Pause.
Was ist das mit den Chips? Halbleiter, die für die Herstellung von Chips benötigt werden, sind schon seit Längerem Mangelware. Die meisten Produzenten befinden sich in China, das in einen Handelskrieg mit den USA verstrickt ist.
Was passierte nun? Im Kern geht es um Nexperia, eine Abspaltung von Philips. Der Chip-Erzeuger wurde 2017 an chinesische Investoren verkauft. Am 30. September aber übernahm die niederländische Regierung die Kontrolle über die Firma. Grund: Verdacht auf Know-how-Abfluss.
Was ist die Folge? China stoppte größtenteils die Ausfuhr von Chips an die Autoindustrie. Das ist aber mutmaßlich nur der Anfang.
Was kann kommen? Die Chipkrise könnte die gesamte deutsche Autoindustrie weiter nach unten ziehen. Alle Hersteller, von Mercedes bis BMW, sind auf China-Chips angewiesen. Momentan sind die Lager noch voll, aber in zwei, drei Wochen sieht die Lage anders aus.
Was ist nun mit VW? Offiziell sagt der Konzern, der Produktionsstopp habe nichts mit dem Chipmangel zu tun. Man spricht von einer "geplanten Inventurmaßnahme". Fakt ist: Kurzarbeit kommt, vermutlich auch, weil der Verkauf weit unter Erwartung verläuft.
Worum geht es? Am 19. September brachte Apple sein neues Smartphone in die Geschäfte. Nun liegen die ersten Verkaufszahlen vor und die lassen das Unternehmen in Jubel ausbrechen.
Warum? Die neue Serie iPhone 17 verkaufte sich in den ersten zehn Tagen in den USA und China um 14 Prozent besser als das Vorgängermodell in diesem Zeitraum, ermittelte das Marktforschungsfirma Counterpoint Research. Das gilt als Indikator für den Weltabsatz.
Was sagt Apple? Der Konzern kommuniziert keine offiziellen Zahlen. Aber vor allem in China flutscht das Geschäft. Hier sollen sich die Verkäufe sogar verdoppelt haben. Der Boom schafft aber auch Probleme.
Luxusprobleme? Ja, irgendwie schon. Apple hat nämlich einen solchen Erfolg nicht erwartet und zu geringe Stückzahlen bestellt. Deshalb waren die Geräte, vor allem das klassische iPhone, auch in Österreich tagelang vergriffen.
Was macht Apple nun? Laut Lieferketten-Berichten soll Apple die Produktion des Standard-iPhone 17-Modells allein um 30 bis 40 % hochfahren. Eine unabhängige Schätzung nennt rund 100 Millionen Einheiten im Jahr 2025 als neues Produktionsziel.
Was heißen die Verkäufe für Apple? Der Konzern steht kurz davor, erstmals 4 Billionen US-Dollar wert zu sein. Die Aktien stiegen zuletzt auf ein neues Rekordhoch.
Worum geht es? Am Mittwoch vergangener Woche wurde eine 21-Jährige in Santa Cruz, Kalifornien, von einem Seeotter leicht in den Fuß gebissen. Das Tier kaperte sich anschließend ihr Board. Nicht der erste derartige Vorfall in der Gegend.
Wovon reden wir? Der Steamer Lane ist ein beliebter Surfspot. Als Isabella O. einen Stich am Fuß verspürte, ließ sie sich ins Wasser fallen, um nachzusehen. Als sie wieder auftauchte, entdeckte sie den Grund des Stichs. Er saß auf ihrem Surfbrett.
Was bitte? Der "große, flauschige, kräftige Otterbär", wie die New York Times berichtete, wollte das Board auch nicht mehr verlassen. Als sich Isabella O., die nicht verletzt worden war, dem Tier näherte, blieb er einfach liegen. Die Feuerwehr musste anrücken.
Glauben Sie nicht? Es gibt aber die Bilder dazu. Der Otter hat inzwischen sogar einen Namen, also eine Art von Namen – 841.
Ein Einzelfall? Mitnichten! An der kalifornischen Küste kommt es inzwischen im Schnitt sechsmal am Tag zu Konflikten zwischen Wassersportlern und Ottern. Einer Studie zufolge haben die Tiere die Scheu vor den Menschen verloren.
Wie ist die Situation am Steamer Lane? Es kommt inzwischen täglich zu Vorkommnissen. Ob immer 841 dahinter steckt, ist unklar. Der Seeotter hat nämlich seinen Peilsender am Ohr abgekaut.
Worum geht es? Bis Mai 2025 war Olaf Scholz deutscher Kanzler. Vor rund 40 Jahren war er als Student in eine 100 Quadratmeter große Wohnung in Hamburg gezogen. Die wird immer noch von der Polizei bewacht. Obwohl der Ex-Kanzler dort nicht mehr wohnt, berichtet der Spiegel.
Warum denn das? Scholz ist mit seiner Frau schon vor Jahren in eine andere Unterkunft übersidelt. An seiner alten Adresse gab es seither dreimal Ärger. Farbbeutel, Steine flogen gegen die Fassade, 2018 wurde ein Reifen angezündet. Im selben Jahr zog Scholz nach Potsdam.
Was ärgert Anwohner? Direkt vor dem Haus steht ein Polizei-Container, Polizisten bewachen die leere Wohnung, immer zu dritt, rund um die Uhr. Scholz schaut hin und wieder vorbei, oft wochenlang nicht.
Kommt der Container nun weg? Scholz ist ja nun kein Kanzler mehr, aber es wurde sogar ein neuer Container aufgebaut, doppelt so groß, mit Klimaanlage, 120.000 Euro teuer, schrieb die Hamburger Morgenpost.
Was stört an den Polizisten? Sie machen Lärm unterm Fenster, rauchen reden, die Funkgeräte knarzen, alle acht Stunden ist Schichtwechsel.
Wann ist es am ärgsten? Wenn Scholz oder seine Frau in der Wohnung sind. Dann kommt zusätzlich ein Streifenwagen, die Scheinwerfer bleiben auch in der Nacht an.
Worum geht es? Die rasante Entwicklung der KI bringt es mit sich, dass sich auch unsere Suche im Internet komplett neu gestaltet. Am Dienstag brachte OpenAI den Browser Atlas auf den Markt. Er basiert auf künstlicher Intelligenz.
Was ist der Hintergrund? Wer mit Google suchte, bemerkt seit Wochen einen Unterschied. Über den Suchergebnissen finden sich KI-Treffer mit teils sehr umfangreichen Zusammenfassungen.
Was ist die Folge? Viele Internet-User verzichten darauf, Links anzuklicken, weil ihnen die KI-Suchergebnisse genügen. Das führt zu Traffic-Einbußen der Betreiber. Dieser Trend wird sich in Zukunft verstärken.
Was bedeutet das in Zahlen? Das Forschungsunternehmen Datos gab an, dass im Juli 5,99 % der Suchanfragen in Desktop-Browsern auf großer Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT entfielen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Was ist nun ChatGPT Atlas? Der Browser wurde "um ChatGPT herum aufgebaut", wie Firmenchef Chef Sam Altman sagte. Es gibt keine Adressleiste. ChatGPT Atlas ist für Apples MacOS-Betriebssystem verfügbar, hier finden Sie eine Präsentation.
Muss sich Google warm anziehen? "Nein, vorerst nicht", sagen Experten. Die meisten User werden zuwarten, bis Google dieses Service selbst anbietet.
Worum geht es? Auf der Strecke unter dem Ärmelkanal werden erstmals doppelstöckige Züge eingesetzt. Eurostar investiert zwei Milliarden Euro, die ersten Garnituren werden im Jänner 2031 fahren.
Wie viele Züge wurden bestellt? Im ersten Schritt kommen 30 Hochgeschwindigkeits-Einheiten, 20 weitere sollen folgen.
Wer baut die Züge? Der börsennotierte französische Hersteller Alstom – nach dem chinesischen Schienenfahrzeughersteller CRRC das zweitgrößte Unternehmen der Bahntechnik weltweit. Alstom hat auch eine Niederlassung in Wien und stellt die roten Niederflurstraßenbahn Flexity her.
Was weiß man über die neuen Garnituren? Sie tragen den Namen Eurostar Celestia und bekommen ein eigenes Design auf Basis der Avelia Horizon-Plattform. Die Züge sind 200 Meter lang.
Fahren sie nur die Kanalstrecke? Nein, sie kommen in allen fünf Ländern, die bedient werden, zum Einsatz, sowie in den neuen Zielen Genf und Frankfurt.
Was heißt das für Passagiere? Die Kapazität wird pro Zug um 20 % auf rund 540 Sitzplätze erhöht. Bei einer 400-Meter-Formation (wie heute durch den Kanaltunnel) kämen pro Zug rund 1.080 Sitzplätze hinzu.