Worum es geht? Um die Sonderzölle für Exporte in die USA geringer zu halten, machte die EU Donald Trump Zugeständnisse. Die fallen viel weitreichender aus als zunächst vermutet, ist nun zu erfahren.
Was ist neu? Am Donnerstag schaffte die EU die Zölle auf den Import sämtlicher Industriegüter aus den USA ab. Das war die Vorbedingung der USA, damit die Zölle auf europäische Autos von momentan 27,5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden. Nun sind die USA am Zug.
Was heißt das in der Praxis? Das Verhältnis dreht sich um, schreibt die F.A.Z. Bisher erhob die EU einen Einfuhrzoll auf Autos von zehn Prozent, die USA von 2,5 Prozent. Nun steht US-Zöllen von 15 Prozent ein EU-Zoll von null gegenüber.
Das ist aber nicht alles, oder? Nein, auch der Zoll für viele Agraprodukte soll auf null sinken. Für "sensible Produkte" (Rindfleisch, Geflügel, Reis) bleiben die geltenden Zölle. Für das umstrittenen Chlorhühnchen gilt weiter ein Importverbot.
Womit drohen die USA? Trump forderte die EU auf, ihre Digitalgesetze aufzuheben. Auf Truth Social schrieb er: Sollte die EU ihre Gesetze über Digitale Dienste und Gesetze über Digitale Märkte (DSA und DMA) nicht "widerrufen", werde er neue Zölle erheben und Exportbeschränkungen für US-Halbleiter erlassen.
Wie antwortet die EU? Die Kommission sagte am Donnerstag, man entscheide souverän über die Digitalgesetze. Viele bezweifeln, dass diese Meinung Bestand haben wird.
Wer bangt noch? Viele Maschinen- und Anlagenbauer, sie schrieben nun einen Bittbrief an Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Trump hatte in der Vorwoche die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte ausgeweitet. Auf 407 zusätzliche Produktarten wird ein Zollsatz von 50 Prozent erhoben.
Worum geht es? Erst vor 28 Tagen war Susan Monarez als Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC eingesetzt worden. Nun ließ sie Präsident Donald Trump feuern. Sie stellte sich gegen seine Impfpolitik, so die Washington Post.
Wer ist Susan Monarez? Die 50-Jährige Veterinärmedizinerin ist ausgebildete Mikrobiologin und Immunologin, war gleichzeitig die erste CDC-Direktorin seit über 70 Jahren, die dieses Amt ohne humanmedizinischen Abschluss innehatte.
Wurde sie wirklich gefeuert? Das ist Ansichtssache. Laut einer Erklärung ihrer Anwälte sei Monarez "weder zurückgetreten noch entlassen worden". Das Weiße Haus sagte dagegen, die Direktorin weigere sich zurückzutreten, deshalb sei sie aus ihrer Position entlassen worden.
Worum geht es im Konflikt? Monarez war in den vergangenen Tagen unter Druck gesetzt worden, die Rücknahme bestimmter Zulassungen von Coronavirus-Impfstoffen zu unterstützen. Die DCD-Chefin wollte sich erst mit Experten dazu beraten und weigerte sich, einige Mitarbeiter zu entlassen.
Was ist der Hintergrund? Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. stellt die Impfpolitik der USA auf den Kopf. Am Mittwoch beschränkte er unter anderem die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen auf Hochrisikogruppen.
Was passiert mit dem CDC? Nach der Nachricht von Bemühungen, Monarez abzusetzen, kündigten am Mittwoch drei hochrangige CDC-Beamte ihren Rücktritt an.
Was sagt das Weiße Haus? Susan Monarez stehe "nicht hinter dem Plan des Präsidenten, Amerika wieder gesund zu machen“, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Kush Desai, in einer E-Mail.
Was sagt Monarez? Ihre Anwälte warfen Kennedy vor, "die öffentliche Gesundheit für politische Zwecke zu instrumentalisieren" und "Millionen amerikanischer Leben zu gefährden".
Worum geht es? Am 2. September findet im Zentrum von Peking eine Militärparade statt. Anlass ist der 80. Jahrestag des Weltkriegendes. 25 Staatschefs kommen, darunter Wladimir Putin und Nordkoreas Kim Jong Un.
Warum ist das bedeutsam? Es handelt sich um einen relevanten Schulterschluss, er bringt Chinas Staatschef Xi Jinping einen diplomatischen Sieg ein. Xi präsentiert sich der Welt gegenüber als internationales Schwergewicht und als stabiler Handelspartner.
Warum ist das für Trump ärgerlich? Weil nicht alle vor seinen Zollplänen Furcht zeigen. Erst Anfang der Woche hatte Trump bekundet, Nordkoreas Diktator treffen zu wollen, nun taucht Kim in Peking auf. Dazu Putin, den der US-Präsident nicht an den Ukraine-Verhandlungstisch bringt.
Worum geht es? In der Nacht auf Donnerstag feuerte Russland 598 Drohnen, 31 ballistische Raketen und Marschflugkörper auf die Ukraine ab. Nicht alle konnten abgefangen werden. Vor allem Kiew wurde schwer getroffen.
Gab es Opfer? Ja, allein in der Hauptstadt wurden mindestens 18 Menschen getötet, darunter vier Kinder. Mehr als 30 weitere Personen erlitten Verletzungen. Es war der zweitschwerste Angriff seit Kriegsbeginn.
Was empört die Welt zusätzlich? Auch diplomatische Büros wurden getroffen, darunter Räumlichkeiten der EU-Delegation sowie des British Council.
Wie reagiert die EU? Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, die Union werde den russischen Geschäftsträger in Brüssel einbestellen, um offiziell gegen den Angriff zu protestieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warf Russland "Terror und Barbarei" vor.
Worum geht es? Im Rahmen des Wiener Atomabkommens von 2015 wurden die Sanktionen Europas gegen den Iran ausgesetzt. Nun kündigen Frankreich, Deutschland und Großbritannien ein Comeback an.
Wie wurde das bekannt? Die Staatschefs der drei Ländern schrieben einen Brief an den UN-Sicherheitsrat, er wurde auch online veröffentlicht. In dem kündigten sie an, den "Snapback"-Mechanismus auslösen zu wollen.
Was ist der "Snapback"-Mechanismus? Ein Prozess, der im Wiener Atomabkommen unter Resolution 2231 festgelegt wurde. Dem Iran wird jetzt eine Frist von 30 Tagen eingeräumt, bestimmte Verpflichtungen wieder einzuhalten.
Welche Verpflichtungen sind gemeint? Die drei Länder werden dem Iran vor, die Atom-Vereinbarungen "klar und vorsätzlich" zu brechen. Das Land habe "keine zivile Rechtfertigung für seine Bestände an hoch angereichertem Uran." Sein Nuklearprogramm stelle daher "eine eindeutige Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit dar."
Was passiert nach den 30 Tagen? Verlaufen die Verhandlungen im Sand, sehen sich die drei Länder dazu ermächtigt, die 2015 aufgehobenen Sanktionen wieder einzuführen.
Wie reagiert der Iran? Ein hochrangiger iranischer Beamter sagte gegenüber Reuters, der Iran werde die Gespräche mit den Europäern fortsetzen, aber "unter Druck nicht nachgeben".
Was sagen die USA? Außenminister Marco Rubio begrüßte den Schritt, sagte jedoch, die USA seien "weiterhin für eine direkte Zusammenarbeit mit dem Iran bereit – zur Förderung einer friedlichen und dauerhaften Lösung der iranischen Atomfrage".
Worum geht es? Die Kriege der Zukunft werden nicht mehr mit Panzern und Bodentruppen entschieden, sondern aus der Luft. Schon in der Ukraine war zu sehen: Drohnenschwärme sind die neuen Kampfmittel.
Was bedeutet das? Auch Abwehrwaffen gegen die Flugobjekte werden immer wichtiger. In Indiana stellte der Rüstungskonzern Epirus diese Woche ein neues Raketensystem vor.
Was ist damit gemeint? Das Unternehmen baut auf Elektro-Magnetfelder. Das "Kraftfeldsystem" Leonidas setzt elektromagnetische Interferenzen als Waffe ein.
Mit Erfolg? Neben vielen Militärs war auch das US-Portal Axios live bei der Show etwa 45 Minuten südlichvon Indianapolis, dabei. Tatsächlich holte Leonidas alle 49 Quadrocopter, gegen die es antrat, vom Himmel. Ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben.
Was ist Epirus? Der Rüstungskonzern wurde 2018 gegründet und arbeitet mit der US-Armee und dem Marine Corps zusammen. Das Unternehmen gab im März eine Kapitalerhöhung um 250 Millionen US-Dollar bekannt.
Worum geht es? Im Februar fiel die Kölnerin Yanni Gentsch beim Joggen ein Radfahrer auf, der sie verfolgte und filmte. Sie stellte ihn zur Rede und postete ein Video davon.
Was erstaunte? Der Film wurde über 600.000 Mal aufgerufen. Yanni Gentsch ging zur Polizei und stellte fest: Eine Frau aus voyeuristischem Zweck zu filmen ist nicht immer strafbar. Das will sie nun ändern, berichtet der Spiegel.
Warum ist das nicht strafbar? Paragraf 184k des Strafgesetzbuchs stellt war seit 2021 das sogenannte Upskirting unter Strafe, das Filmen unter den Rock ist also verboten. Werden allerdings bekleidete Körperstellen gefilmt, so handelt es sich um kein Vergehen.
Ändert sich das nun? Vielleicht, und wenn, dann langsam. Gentsch sammelte Unterschriften, nun werden die ersten Bundesländer aktiv. Das Thema soll auf die Agenda der nächsten Konferenz der Justizministerinnen und -minister der Länder und des Bundes. Die findet allerdings erst im November statt.
Was ist das Ziel? Eine bundesweite gesetzliche Regelung zur strafrechtlichen Ahndung von sexuell motivierten Bildaufnahmen.
Worum geht es? Fotos, Videos und Drohnen-Aufnahmen erstaunen und empören derzeit Ungarns Öffentlichkeit Zu sehen ist der Palast ihres Premierministers – und der spielt alle Stückerln.
Wo steht das Anwesen? In Hatvanpuszta, im 19. Jahrhundert war es ein landwirtschaftliches Mustergut des Habsburger Erzherzogs Joseph – mit Fokus auf Viehzucht und Agrarinnovation. In der Nähe liegt Felcsút, Viktor Orbáns Heimatort.
Wem gehört die Anlage? Seit 2011 offiziell Győző Orbán, dem Vater des ungarischen Rechtspolitikers. In den folgenden Jahren wurde das Gelände durch Renovierungen und Neubauten massiv umgestaltet.
Hat sich das ausgezahlt? Und ob! Zwischen 2018 und 2023 wurde das frühere Gut in ein großflächiges, hochmodernes Anwesen verwandelt. Auf dem Gelände stehen mehrere historische Gebäude (Herrenhaus, Stallungen etc.), dazu Gästehäuser, ein prunkvoller Speisesaal, Schwimmbad, Solaranlagen, eine unterirdische Garage.
Gut gesichert? Ja, mit Zäunen, Kameras, Security. Es gibt eine autarke Infrastruktur mit Stromversorgung und Kraftstofftanks. Orbán bezeichnet Hatvanpuszta als "landwirtschaftliches Zentrum" bzw. "Bauernhof", unabhängige Medien sprechen von "Puszta-Versailles", "Orbáns Versailles" oder "Luxuspalast".
Warum jetzt die Aufregung? Weil es nun Bildmaterial gibt.
Woher? Mitte August veröffentlichte das unabhängige MedienportalTelex Drohnenaufnahmen, heimlich gemachte Fotos vom Bau einer riesigen Bibliothek wurden öffentlich, sogar herumgaloppierende Zebras sind zu sehen, berichtet die Südddeutsche Zeitung.
Gibt es auch Videomaterial? Ja, Der Oppositionspolitiker Ákos Hadházy gelangte unerkannt in den Park und filmte die Anlage mit dem Handy. Dann wurde er von einem Gärtner verjagt.
Was ist die Preisfrage? Woher das Geld dafür kommt. Das will nicht nur die politische Opposition wissen. Orbán jedenfalls ist bestens vernetzt in die Unternehmer-Elite des Landes.