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Erfolg mit Verzweiflung

Liebeskummer, Angst: Warum Popmusik immer trauriger wird

Schon ein Viertel der Hits in den aktuellen Charts macht Kummer zum Thema. Dahinter steckt ein Trend, der sich seit Jahren abzeichnet. Aktuelle Hits haben immer öfter traurige oder angstbesetzte Texte, zwei aktuelle Auswertungen belegen das. Was sind die Gründe?

Lady Gaga und Bruno Mars schufen mit "Die with a smile" die Pophymne 2025
Lady Gaga und Bruno Mars schufen mit "Die with a smile" die Pophymne 2025APA-Images / AP / Chris Pizzello
The Economist
Akt. 01.02.2026 00:22 Uhr

"Die with a smile" von Lady Gaga und Bruno Mars war die Hymne des Jahres 2025. Die gefühlvolle Ballade kletterte in über 30 Ländern die Charts nach oben. Der Song konnte sich am längsten von allen auf Platz eins der Tagescharts der Streaming-Plattform Spotify halten.

Der Erfolg ist unter anderem ihrer Stimmung zu verdanken: Popmusik ist düsterer geworden. Traurigkeit verkauft sich gut.

In einer Analyse für The Economist sammelte das Analyseunternehmen MusixMatch die Texte der Billboard Top 100 Songs für jede Woche der letzten Jahrzehnte. Mithilfe von KI-Tools ordnete das Unternehmen jedem Titel eine Stimmung zu.

Der Anteil der Hits mit Texten, die "Angst" hervorrufen, stieg in den letzten zwei Jahrzehnten um 13 Prozentpunkte. Damit liegt er gleichauf mit "Liebeskummer", einem seit Langem beliebten Pop-Thema, das in letzter Zeit ebenfalls an Bedeutung gewonnen hat.

Angst, Verzweiflung, Liebeskummer sind immer häufiger Thema in Popsongs
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Economist
Freude und Hoffnung sind auf dem absteigenden Ast, von happiness erst gar nicht zu reden
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Economist

Auch "Verzweiflung" nahm nach 2020 stark zu. Mittlerweile haben etwa ein Viertel der Songs in den Top 100 Texte, die auf Kummer hindeuten – man denke an die melancholischen Hits von Sam Smith oder Billie Eilish.

Die Autoren einer kürzlich in Scientific Reports veröffentlichten Analyse, die die Billboard-Charts seit 1973 untersucht, zeigen ebenfalls, dass "Stress" in den Texten stetig zugenommen hat, während die positive Stimmung abgenommen hat.

Beide Datensätze messen die Hits der Billboard-Charts, nicht alle veröffentlichten Songs. Es ist möglich, dass viele fröhliche Melodien nicht erfasst wurden, weil junge Menschen, die sich in einer schwierigen Phase befinden, stattdessen Songs streamen, die ihrer Stimmung entsprechen.

Wenn Popmusik melancholischer klingt als früher, liegt das Problem möglicherweise nicht bei den Künstlern, sondern bei den lustlosen Zuhörern.

"© 2026 The Economist Newspaper Limited. All rights reserved."

"From The Economist, translated by www.deepl.com, published under licence. The original article, in English, can be found on www.economist.com"

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