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NAch 22 Jahren im All

Rettungsmission gescheitert: NASA-Teleskop Swift stürzt auf die Erde

Um das ins Straucheln geratene NASA-Weltraumteleskop Swift zu stabilisieren, wurde ein Rettungsschiff namens Link ins All geschickt. Doch die Mission scheiterte, Link stürzte am Freitag ab. Was das für das Teleskop heißt und ob Gefahr für die Erde besteht, die Fakten.

Rettungsmission gescheitert: das NASA-Weltraumteleskop Swift wird nach 22 Jahren im All in den nächsten Wochen auf die Erde stürzen
Rettungsmission gescheitert: das NASA-Weltraumteleskop Swift wird nach 22 Jahren im All in den nächsten Wochen auf die Erde stürzenGetty Images
NewsFlix Redaktion
Akt. 26.09.2026 08:43 Uhr

Der Himmel über der Erde wird um ein Stück kleiner. Jedenfalls jener Teil des Himmels, den wir beobachten können.

Swift, das dienstälteste Gamma-Strahlen-Teleskop der NASA, kreist seit mehr als 22 Jahren im All. Es hat explodierende Sterne eingefangen, Schwarze Löcher beobachtet und kosmische Feuerwerke dokumentiert. Doch seine Umlaufbahn sinkt, die Atmosphäre zieht am Satelliten – und eine ambitionierte Rettungsaktion ist soeben gescheitert.

Das private Raumfahrtunternehmen Katalyst Space Technologies hatte versucht, Swift mit einem dreiarmigen Roboter-Raumschiff namens Link einzufangen und in eine sichere Umlaufbahn zurück zu schubsen. Aber weniger als drei Monate nach dem Start ist Link am Freitag, dem 25. September, zurück auf die Erde gestürzt – und das Teleskop Swift wird ihm bald folgen, berichtet ABC News.

Was bleibt, sind wertvolle Erkenntnisse für künftige Missionen – und ein Teleskop, das seine letzten Wochen im Dienst verbringt, ehe es den Gesetzen der Schwerkraft folgt. Was man über die gescheiterte Rettungsmission und den drohenden Absturz wissen muss:

So hätte die Rettungsmission für das NASA-Weltraumteleskop Swift eigentlich ablaufen sollen
So hätte die Rettungsmission für das NASA-Weltraumteleskop Swift eigentlich ablaufen sollen
NASA / Katalyst Space Technologies infographic

Was genau ist passiert?
Das Raumschiff Link von Katalyst Space Technologies ist am Freitag, dem 25. September, zur Erde zurück gestürzt und dabei in der Atmosphäre verglüht. Die Mission sollte das NASA-Teleskop Swift retten, das gefährlich an Höhe verliert. Link war mit drei etwa einen Meter langen Roboterarmen ausgestattet, die Swift greifen und in eine höhere Umlaufbahn bringen sollten. Doch das Andockmanöver gelang nicht.

Warum musste Swift überhaupt gerettet werden?
Die Sonnenaktivität war stärker als erwartet und hat die obere Atmosphäre aufgeheizt. Dadurch dehnt sich die Atmosphäre aus und reicht weiter in den Weltraum. Swift spürt diesen erhöhten Widerstand und verliert schneller an Höhe als vorgesehen. Ohne Eingriff hätte das Teleskop schon vor Monaten abstürzen müssen.

Was hat die NASA unternommen, um Zeit zu gewinnen?
Die NASA hat Anfang des Jahres alle wissenschaftlichen Beobachtungen mit Swift eingestellt und den Satelliten neu ausgerichtet. In dieser Position bietet er der Atmosphäre weniger Angriffsfläche, was den Abstieg verlangsamt. So konnte genug Zeit für die Rettungsmission mit Link gewonnen werden – zumindest theoretisch.

Wie nahe kam Link an Swift heran?
Trotz des Scheiterns war Link nicht völlig erfolglos. Das Raumschiff näherte sich Swift bis auf etwa 12 bis 15 Kilometer. In dieser Distanz konnte die Bodenkontrolle sogar Fotos des Teleskops aufnehmen. Die Roboterarme wurden testweise bewegt, aber für das eigentliche Einfangen reichte es nicht.

Warum ist die Mission letztlich gescheitert?
Katalyst hatte das Raumschiff in weniger als einem Jahr zusammengebaut – eine enorm kurze Entwicklungszeit für ein derart komplexes Vorhaben. CEO Ghonhee Lee räumte ein, dass es von Anfang an eine ambitionierte Mission mit aggressivem Zeitplan war. Die technischen Details, die letztlich zum Scheitern geführt haben, wurden nicht bekannt gegeben.

Was sagt die NASA zum Ausgang?
Die Reaktion fällt überraschend positiv aus. Shawn Domagal-Goldman von der NASA betonte, dass die Mission wertvolle Übung für künftige Satelliten-Rettungsaktionen geliefert habe. Die Teams hätten wie nie zuvor gegen die Uhr arbeiten müssen. Auch wenn Swift nicht gerettet werden konnte, seien wichtige Erkenntnisse gewonnen worden.

Stellare Eruption des Doppelsternsystems DG CV aus zwei Roten Zwergen in 59 Lichtjahren Entfernung: Das Swift-Gammastrahlentelekop lieferte die Daten für diese Illustration
Stellare Eruption des Doppelsternsystems DG CV aus zwei Roten Zwergen in 59 Lichtjahren Entfernung: Das Swift-Gammastrahlentelekop lieferte die Daten für diese Illustration
APA-Images / Science Photo Library

Was macht Swift eigentlich so besonders?
Das Teleskop wurde 2004 gestartet und kostete 364 Millionen Dollar. Sein Name ist Programm: Swift bedeutet schnell. Das Observatorium kann blitzartig seine Ausrichtung ändern, um kurzlebige Ereignisse wie Gammastrahlenblitze einzufangen. Diese kosmischen Explosionen dauern oft nur Sekunden. Swift dient anderen Teleskopen als Späher, der sie auf interessante Ereignisse aufmerksam macht.

Wann wird Swift abstürzen?
Nach aktuellen Berechnungen wird das Teleskop Anfang November in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. In den verbleibenden Wochen setzt Swift seine wissenschaftliche Arbeit fort und scannt weiter das Universum nach kosmischen Ereignissen.

Ist das gefährlich für Menschen auf der Erde?
Bei Satelliten dieser Größe verglüht der Großteil beim Eintritt in die Atmosphäre. Einzelne Trümmerteile können theoretisch den Boden erreichen, landen aber statistisch gesehen fast immer in unbewohnten Gebieten oder im Meer. Die genaue Einschlagzone wird erst kurz vor dem Absturz berechenbar.

Das Swift-Teleskop im Jahr 2004, kurz bevor es in eine Erdumlaufbahn geschossen wurde
Das Swift-Teleskop im Jahr 2004, kurz bevor es in eine Erdumlaufbahn geschossen wurde
APA-Images / AFP / NASA

Wird die NASA Swift ersetzen können?
Das ist derzeit offen. Die NASA sucht nach Möglichkeiten, die Lücke zu schließen, die Swift hinterlässt. Die Fähigkeit, schnell auf kurzlebige kosmische Ereignisse zu reagieren, ist wissenschaftlich wertvoll und nicht leicht zu ersetzen. Konkrete Pläne für einen Nachfolger wurden noch nicht bekannt gegeben.

Was bedeutet das für künftige Rettungsmissionen?
Katalyst-CEO Ghonhee Lee kündigte an, alle gewonnenen Erkenntnisse in künftige Satelliten-Bergungsversuche einfließen zu lassen. Die Mission sei ein Fundament, auf dem man aufbauen könne. Die Technologie zum Einfangen und Repositionieren von Satelliten wird nicht zuletzt angesichts des wachsenden Weltraummülls immer wichtiger.

NewsFlix Redaktion
Akt. 26.09.2026 08:43 Uhr