Sie war die jüngste Pressesprecherin des Weißen Hauses und eine der engagiertesten Fürsprecherinnen des Präsidenten. Jetzt verlässt Karoline Leavitt mit 28 Jahren ihren Posten im Zentrum der Macht. Warum sie hinwirft, weshalb der Zeitpunkt für Trump ungünstig ist.

Das Weiße Haus verliert sein zweit-bekanntestes Gesicht. Jene junge Frau, die seit Jänner 2025 fast täglich vor die Kameras trat, um die Politik von Präsident Donald Trump – und viele seiner offensichtlichen Verhaltensauffälligkeiten – zu verteidigen, räumt ihren Platz. Mit gerade einmal 28 Jahren tritt Karoline Leavitt von einem der exponiertesten, aber auch wichtigsten Jobs in Washington ab.
Die toughe junge Dame machte sich binnen kürzester Zeit einen Namen im Pressekorps der amerikanischen Hauptstadt. Einerseits weil sie keiner Konfrontation aus dem Weg ging Und andererseits auch deshalb, weil sie auch die absurdesten Auftritte und Ausritte ihres Chefs mit professioneller Nonchalance weglächelte.
Nach Angaben von CBS News gab Trump den überraschenden Abgang seiner Pressesprecherin Mittwochabend auf seiner Plattform Truth Social bekannt. Ende August soll Leavitt ihre letzte Pressekonferenz geben – ein Zeitpunkt, der aufhorchen lässt. Die Fakten:
Worum geht es?
US-Präsident Donald Trump hat auf Truth Social angekündigt, dass seine Pressesprecherin Karoline Leavitt Ende August ihr Amt niederlegt. Sie wird das Weiße Haus verlassen und künftig als externe Top-Beraterin für Trump und die Republikanische Partei tätig sein. Wer ihr nachfolgt, ist noch nicht bekannt.

Wer ist Karoline Leavitt überhaupt?
Leavitt ist mit 28 Jahren die jüngste Pressesprecherin in der Geschichte des Weißen Hauses. Sie ist seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Jänner 2025 im Amt. Die gläubige Christin ist mit dem Immobilienunternehmer Nicholas Riccio verheiratet und Mutter von zwei Kindern – einem Sohn, der 2024 geboren wurde, und einer Tochter, die erst im Mai 2026 zur Welt kam.
Warum verlässt sie ihren Posten?
Der offizielle Grund ist ihre Familie. Leavitt erklärte, sie könne seit der Geburt ihrer Tochter nicht mehr die beste Mutter sein, die ihre zwei kleinen Kinder verdienen, während sie gleichzeitig die konstante Zeit, Energie und Aufmerksamkeit aufbringe, die der Job als Pressesprecherin erfordere. Es sei eine bittersüße Entscheidung.
Was wird sie künftig machen?
Leavitt wird dem Trump-Lager erhalten bleiben. Der Präsident bat sie, als externe Top-Beraterin weiterzuarbeiten. Sie selbst kündigte an, eine lautstarke Fürsprecherin für MAGA und die Republikaner zu bleiben. Damit behält Trump eine loyale Stimme in seinem Umfeld.
Wie hat Trump auf ihren Abgang reagiert?
Der Präsident reagierte mit ungewöhnlich warmen Worten. Er nannte Leavitt eine seiner vertrauenswürdigsten Mitarbeiterinnen und bezeichnete sie als eine der besten Pressesprecherinnen in der Geschichte des Amtes. Er betonte, dass er ihre Entscheidung, sich auf ihre Familie zu konzentrieren, vollkommen verstehe und respektiere.
Was sagt Leavitt selbst zu ihrem Abgang?
In einem Statement erklärte Leavitt: „Die Wahrheit ist: Seit ich nach der Geburt meiner Tochter ins Weiße Haus zurückgekehrt bin, habe ich in meinem Herzen gespürt, dass ich nicht die beste Mutter sein kann, die meine zwei kleinen Kinder verdienen. Deshalb habe ich diese bittersüße Entscheidung getroffen, ein neues Kapitel in meinem Leben zu beginnen.“
Warum ist der Zeitpunkt so brisant?
Leavitts Abgang kommt weniger als drei Monate vor den wichtigen Midterm-Wahlen im November. In dieser Phase braucht jede Regierung eine eingespielte Kommunikation. Ein Wechsel an der Spitze der Presseabteilung könnte die Botschaften der Trump-Regierung im Wahlkampf beeinträchtigen.
Wer könnte ihr nachfolgen?
Das ist derzeit unklar. Weder Trump noch sein Team haben einen Namen genannt. Auch wer in der Übergangszeit einspringen wird, ist noch nicht bekannt. In Washington wird spekuliert, dass ein erfahrener Kommunikationsprofi aus dem Trump-Umfeld nachrücken könnte.
Wie verlief ihre Zeit als Pressesprecherin?
Leavitt machte sich als unerschütterliche Verteidigerin Trumps einen Namen. Sie führte regelmäßige Pressekonferenzen wieder ein und scheute keine Konfrontation mit kritischen Journalisten. Bemerkenswert: Nur drei Tage nach der Geburt ihres ersten Kindes 2024 kehrte sie zur Arbeit zurück – wegen des Attentatsversuchs auf Trump in Pennsylvania.

Was bedeutet das für die Trump-Regierung?
Der Abgang ist ein Verlust für die öffentliche Kommunikation des Weißen Hauses. Leavitt war eine der sichtbarsten Figuren der Regierung und bei der konservativen Basis beliebt. Ihr Nachfolger wird große Fußstapfen zu füllen haben, besonders in der heißen Phase vor den Midterms.
Ist dieser Rücktritt ungewöhnlich?
Pressesprecher im Weißen Haus wechseln häufiger als andere Kabinettsmitglieder – der Job gilt als extrem belastend. Ungewöhnlich ist allerdings der Zeitpunkt kurz vor einer wichtigen Wahl. Dass familiäre Gründe genannt werden, ist im politischen Washington selten, aber Leavitts Situation als junge Mutter von zwei Kleinkindern macht die Erklärung plausibel.