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Vienna Shorts: Augen auf für Kino, das unter die Haut geht

Diesen Mai kehrt das Filmfestival Vienna Shorts zurück und verwandelt die Stadt erneut in eine lebendige Bühne. Für die 23. Auflage hat das Festival wieder aktuelle Themen ins Auge gefasst – also Eyes Wide Open.

Das Jahr 2026 geht unter dem Motto "Eyes Wide Open" über die Kinoleinwände Wiens
Das Jahr 2026 geht unter dem Motto "Eyes Wide Open" über die Kinoleinwände WiensRoddy Dextre
Akt. 04.05.2026 13:35 Uhr

Was 2004 als engagiertes Projekt Wiener Studierender unter dem Namen "VIS Vienna Independent Shorts" begann, hat sich längst zu Österreichs bedeutendstem Kurzfilmfestival entwickelt. Einst als Projekt mit 125 studentischen Filmen gestartet, dient das Festival heute als offizieller Qualifikationsweg für die Oscars, den BAFTA sowie den Europäischen und Österreichischen Filmpreis.

Was ist eigentlich das Vienna Shorts?

Dabei ist das Programm weit mehr als reine Unterhaltung: Die gezeigten Filme begleiten und reflektieren aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie die Klimakrise, den Aufstieg künstlicher Intelligenz und die Dynamiken sozialer Plattformen. Das enorme Interesse der Branche zeigt sich auch in den Zahlen: Für die diesjährige Ausgabe gab es über 5.800 Einreichungen aus 130 Ländern.

Was erwartet Sie am Vienna Shorts?

Das Festival bietet in vier Wettbewerbskategorien – Fiction & Documentary, Animation Avantgarde, Österreich Wettbewerb und der Österreichische Musikvideopreis – eine Bühne für wegweisende Werke. So ebnete das Festival etwa dem belgischen Film "Sun Dog" oder Ulu Brauns Pacific Vein den Weg zu globalem Ruhm, während es mit Preisen für Musikvideos wie Bilderbuchs "Maschin" auch überregional für viel Aufsehen sorgte.

Auch in diesem Jahr setzt das Festival seine Tradition fort, gesellschaftliche Strömungen unter einem neuen, pointierten Leitthema zu bündeln.

Das Fest der Kurzfilme hat sich zum Publikumshit gemausert
Das Fest der Kurzfilme hat sich zum Publikumshit gemausert
Vienna Shorts, Peter Griesser

Eyes Wide Open: Vienna Shorts 2026

Unter dem Motto "Eyes Wide Open" widmet sich das Festival dieses Jahr der Vielschichtigkeit der Aufmerksamkeit – verstanden als soziale Verantwortung, politische Haltung und ästhetische Praxis. In rund 300 Werken werden drängende Fragen unserer Zeit beleuchtet: Wie prägt der Kurzfilm unseren Blick auf die Welt, und wie bleiben wir in einer digitalen Reizüberflutung aufmerksam füreinander?

In einer Zeit, in der unsere Aufmerksamkeit zur umkämpften Ressource geworden ist, wollen wir Räume schaffen, in denen wir wieder genauer hinsehen können.Künstlerischer Leiter Max Bergmann

Mit diesem Fokus eröffnet der künstlerische Leiter Max Bergmann seine erste Ausgabe in dieser Funktion . Das Programm versteht sich dabei als Gegenentwurf zum flüchtigen Konsum und lädt dazu ein, den Blick bewusst zu schärfen.

Dabei werden auch die Schattenseiten thematisiert: Das Festival reflektiert kritisch über die Aufmerksamkeitsökonomien im Zeitalter von KI-generiertem Content, das Phänomen des "Brain Rot" und die Verbreitung politischer Desinformation.

"3cm of Complexity" nähert sich auf satirische Weise dem Thema Reparatur an
"3cm of Complexity" nähert sich auf satirische Weise dem Thema Reparatur an
Anna Vasof

Die Ehrengäste: Viktoria Schmid & Onyeka Igwe

Zwei herausragende Künstlerinnen stehen dieses Jahr im Rampenlicht:

  • Viktoria Schmid: Die Preisträgerin des Österreichischen Kurzfilmpreises 2023 bewegt sich experimentell zwischen Fotografie, Skulptur und Film. Sie erforscht historische Farbverfahren und lotet die Grenzen des Kinos aus. Im Rahmen einer Carte blanche setzt sie ihre Filme in Dialog mit Werken seelenverwandter Filmschaffender.
  • Onyeka Igwe: Die britische Künstlerin nutzt Archivmaterial für rhythmische Montagen, die Großbritanniens koloniale Vergangenheit kritisch hinterfragen. In einer erstmaligen Kooperation mit der Secession wird eine Auswahl ihrer Filme im Österreichischen Filmmuseum gezeigt.

Nachtschicht, Minikino & Große Gefühle

Bei der 23. Ausgabe stehen Genrefilme in der Late-Night-Schiene, audiovisuelle Live-Performances, lauschige Open-Air- Abende sowie Branchentage auf dem Programm.

Die Festivalzentrale befindet sich wie gewohnt im MuseumsQuartier, in dem das seit letztem Jahr neu hinzugekommene mumok Kino, das Milieukino (ein zum Minikino umgebauter Truck) sowie die Open-Air-Leinwand bespielt werden. Als Stammkinos sind Stadtkino im Künstlerhaus, METRO Kinokulturhaus, Österreichisches Filmmuseum und Gartenbaukino wieder mit dabei.

Tree Trophy Game – Wien als interaktiver Kurzfilm-Parcour
Tree Trophy Game – Wien als interaktiver Kurzfilm-Parcour
© Vienna Shorts, Sebastian Kraner

Das "Tree Trophy Game": Geocaching für Filmfans

Nachhaltigkeit trifft auf Gaming: Seit 2023 erhalten Preisträger:innen keine klassischen Trophäen, sondern einen frisch gepflanzten Baum in Wien. Diese "Grünen Trophäen" sind mit QR-Codes ausgestattet, über die die prämierten Filme direkt vor Ort gestreamt werden können.

Besonders spannend ist in diesem Jahr das neu eingeführte Tree Trophy Game, das direkt in die Festival-App integriert wurde. Dabei leitet eine digitale Karte die Nutzer:innen zu den rund 30 über ganz Wien verteilten "Filmbäumen". Wer einen Baum gefunden hat, kann den Film streamen und ein Quiz lösen, um Punkte zu sammeln, die gegen Preise eingetauscht werden können.

"Mit dem Start dieser interaktiven Film- und Baumwanderung entsteht ein neuer, niederschwelliger Zugang zu Kurzfilm im öffentlichen Raum. Das Spiel lädt ein, die Stadt neu zu entdecken – allein, zwischendurch oder gemeinsam", so Max Bergmann, künstlerischer Leiter von VIENNA SHORTS.

Nach dem Festival, das vom 26. bis 31. Mai stattfindet, kommen zehn weitere Gewinnerbäume hinzu.

Auch 2026 spielt sich ein Teil des Vienna Shorts Kurzfilmfestival unter anderem im Gartenbaukino Wien ab.
Auch 2026 spielt sich ein Teil des Vienna Shorts Kurzfilmfestival unter anderem im Gartenbaukino Wien ab.
© Vienna Shorts, Peter Griesser

Save the Date: Filmgenuss für jedes Budget

Lange müssen Filmfans nicht mehr warten: Zwischen dem 26. und 31. Mai 2026 wird Wien zum Hotspot der Kurzfilmszene. Das vollständige Programm wird am 7. Mai enthüllt und eines ist bereits klar: VIENNA SHORTS bleibt seinem fairen Preissystem treu.

Während Festivalpässe bereits ab sofort ab 20 Euro über die Website erhältlich sind, startet der Ticketverkauf (ab 4 Euro) zeitgleich mit der Programmenthüllung am 7. Mai. Besonders erfreulich: Für alle unter 19 Jahren sowie für Inhaber:innen des Kulturpasses oder eines nonstop-Kinoabos ist der Eintritt sogar komplett gratis.

Nicht bis zum Festivalbeginn warten: Im Tree Trophy Game der offiziellen App lassen sich bereits jetzt Festivalpässe gewinnen.

Fabian Petschnig
Akt. 04.05.2026 13:35 Uhr