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6. März 2026

Saharastaub in Europa Auch Österreich sieht heute rot

Worum geht es? Eine massive Staubfahne aus der Sahara zieht derzeit quer über Europa. Sie erreicht heute, Freitag, Österreich und färbt den Himmel auch am Wochenende teils leicht rötlich, milchig ein.

Was steckt dahinter? Saharastaub ist feiner, mineralischer Staub, der aus der Sahara-Wüste in Nordafrika stammt. Er besteht vor allem aus Sand-, Ton- und Mineralpartikeln, die durch Wind aufgewirbelt werden und dann über große Strecken durch die Atmosphäre transportiert werden.

Was ist die Folge? Der Himmel wirkt manchmal milchig, rötlich oder orange, besonders bei Sonnenauf- oder -untergang. Saharastaub kann sich auf Autos, Terrassen oder Fenstern ablagern. Bei starkem Eintrag kann er Luftqualität und Sicht vorübergehend beeinträchtigen.

Ist er gefährlich? Der Staub ist meist nicht gefährlich für gesunde Menschen, kann aber bei hohen Konzentrationen die Luftqualität verschlechtern.

Gelten Verhaltensregeln? Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Allergien sowie Kinder und ältere Personen sollten sich bei starker Belastung gegebenenfalls schonen oder Aktivitäten im Freien reduzieren.

Weitere Meldungen

Bis zu 45.000 Euro Briten zahlen für freiwillige Ausreisen

Worum geht es? Die britische Regierung plant ein neues Pilot‑Programm, bei dem Familien von abgelehnten Asylbewerbern bis zu 45.000 Euro erhalten können, wenn sie freiwillig das Land verlassen.

Wie funktioniert das? Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, können sich für das Programm melden. Wer innerhalb von 7 Tagen freiwillig ausreist, erhält 11.250 Euro pro Person.

Wer ist betroffen? Es soll zunächst ein Pilotversuch mit etwa 150 Familien geben. Teilnehmen können diejenigen, die kooperieren und innerhalb der Frist ausreisen.

Kann jede Familie mitmachen? Nein, am Donnerstag wurden 150 Familien per Brief über das neue Programm informiert. Das Innenministerium ist bereit, diejenigen, die den Antrag ablehnen, gegebenenfalls zwangsweise abzuschieben, sofern sie aus einem sicheren Land stammen, darunter auch Kinder.

Warum macht die Regierung das? Großbritannien gibt sehr viel Geld für Unterbringung und Unterstützung abgelehnter Asylbewerber aus – durchschnittlich über 170.000 Euro pro Familie und Jahr. Durch die Prämien hofft man, Millionen Pfund pro Jahr einzusparen.

Woher kommt der Plan? Die Idee wurde teilweise von ähnlichen Programmen in Dänemark inspiriert, die dort schon praktiziert werden.

Gibt es keine Kritik? Die Maßnahme ist Teil eines größeren Migrationspakets der Labour‑Regierung, das härtere Regeln und weniger Unterstützung für illegale Migranten vorsieht. Der Vorschlag ist umstritten und hat innerhalb der Labour-Partei und in der Öffentlichkeit Debatten ausgelöst.

20,7 % mit Übergewicht Zahl fettleibiger Kinder explodiert

Worum geht es? Laut dem World Obesity Atlas 2026  leben aktuell 20,7 % der Kinder und Jugendlichen (5–19 Jahre) weltweit mit Übergewicht oder Adipositas – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahrzehnten.

Wer sagt das? Die Welt-Adipositas-Föderation, eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Bekämpfung, Prävention und Behandlung von Adipositas konzentriert. Sie ist offizieller Partner der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und vertritt über 80 nationale Verbände.

Was sagen die Zahlen aus? Über 500 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit sind übergewichtig oder adipös, und die Zahl könnte bis 2040 auf rund 507 Millionen steigen, wenn keine wirksamen Maßnahmen ergriffen werden.

Was bedeuten die Begriffe? Als fettleibig gilt jemand, wenn sein BMI (Body-Mass-Index) 30 oder höher ist, und als übergewichtig, wenn er über 25 liegt.

Was erschreckt besonders? Wie früh das beginnt. Weltweit waren 2025 schon etwa 180 Millionen Kinder fettleibig. Die neuen Zahlen  deuten jedoch darauf hin, dass bis 2040 etwa 227 Millionen aller Fünf- bis Sechzehnjährigen fettleibig sein werden.

Gibt es regionale Unterschiede? Die Zahl der betroffenen Kinder konzentriert sich stark in wenigen Ländern: China, Indien und die USA gehören zu den Ländern mit den höchsten absoluten Zahlen. In Indien haben über 40 Millionen Kinder einen hohen BMI (übergewichtig oder adipös).

Was sind die Ursachen? Kalorienreiche, hochverarbeitete Lebensmitteln, geringere körperliche Aktivität und starkes Marketing für ungesunde Produkte.

Was fordert die World Obesity Federation? Ohne politische Gegenmaßnahmen, etwa stärkere Regulation von Junk-Food-Marketing, Zuckersteuern oder Förderung von gesunder Ernährung und Bewegung, wird diese Entwicklung weiter zunehmen.

Treffen ohne Treffen Netflix-Chef blitzte im Weißen Haus ab

Worum geht es? Um einen spektakulären Medien-Deal, der in der vergangenen Woche eingefädelt wurde. Paramount Skydance sicherte sich nach einer monatelangen Bieterschlacht den Medienkonzern Warner Bros. Discovery.

Wer ging leer aus? Netflix, obwohl der Streamer zwei Monate lang wie der sichere Sieger aussah. Am Ende legte Paramount Skydance ein Angebot über 111 Milliarden US-Dollar auf den Tisch. Da konnte oder wollte Netflix nicht mit.

Warum ist der Deal bedeutsam? Weil der nächste Buddy von Donald Trump sich einen großen Medienkonzern sicherte. Larry Ellison, Gründer von Oracle und sechstreichster Mensch der Erde, stellte das Geld auf, sein Sohn David ist CEO von Paramount Skydance.

Was blieb in Erinnerung? Am Donnerstag, 26. Februar, besuchte Netflix-Chef Ted Sarandos das Weiße Haus, es gibt Fotos davon. Er ging hin, um sich zu versichern, dass die geplante Übernahme seines Unternehmens von den Aufsichtsbehörden fair geprüft würde.

Aber? Es fand gar kein Treffen statt, wurde nun bekannt. Nicht mit Trump, auch mit keinem anderen Vertreter oder Beamten.

Was dann? Kurz nach seiner Ankunft im Weißen Haus wurde Sarandos darüber informiert, dass sein Treffen aufgrund einer kurzfristigen Terminkollision abgesagt wurde, und er verließ daraufhin umgehend das Gebäude.

Gar kein Kontakt mit Trump? Doch, am Abend soll der Präsident Sarandos angerufen haben. Da war Netflix aber schon aus dem Deal ausgeschieden.

"Nein zum Krieg!" Spanien übt scharfe Kritik an USA

Worum geht es? Die EU übt sich eher in Zurückhaltung, nicht so Spaniens Premierminister Pedro Sánchez. Er attackierte die USA wegen ihres Militäreinsatzes gegen den Iran ungewöhnlich deutlich.

Mit welchen Worten? Sánchez bezeichnet die militärischen Angriffe der USA und Israels auf den Iran als "Katastrophe" oder "Desaster" und warnt, dass ein größerer Krieg weitreichende, negative Konsequenzen für die Welt haben könnte.

Was ist sein Punkt? Sánchez und sein Außenminister betonen, dass die militärischen Aktionen nicht durch ein UN-Mandat oder internationales Recht gedeckt seien. Damit stellt er die Legitimität der US-Führungshandlungen infrage.

Blieb es bei den Worten? Spanien hat abgelehnt, seine gemeinsamen Militärbasen (z. B. in Rota und Morón) den USA für die Angriffe gegen den Iran zur Verfügung zu stellen — auch deswegen übt Sánchez Kritik, weil er nicht Teil dieser Operationen sein will.

Wo hat Sanchez das gesagt? Im Rahmen einer Fernseh‑ und Medienansprache am 4. März. Sie kam aus dem spanischen Regierungssitz in Madrid.

Was war die zentrale Botschaft? "Die Position der spanischen Regierung lässt sich mit vier Worten zusammenfassen: Nein zum Krieg."

Wie reagierten die USA? Einige US-Politiker legten Spaniens Position als Schwäche aus. Präsident Donald Trump drohte mit möglichen Handelsmaßnahmen.

Neuer Kampfplatz Libanon Israel schickt Bodentruppen in Süden

Worum geht es? Israelische Truppen drangen am Mittwoch mehrere Kilometer tief ins libanesische Staatsgebiet vor. Vor allem die Stadt Chiam – etwa sechs Kilometer hinter der Grenze gelegen – wurde unter Artilleriebeschuss genommen.

Was ist das Ziel? Offiziell wird dies als "taktische Maßnahme" oder "vorwärtsverteidigende Stellung" beschrieben, um Hisbollah‑Angriffe gegen israelische Grenzorte zu verhindern. Israel warnte Tausende Bewohner in südlibanesischen Dörfern, sich in Sicherheit zu bringen.

Was ist der Auftrag? Verteidigungsminister Israel Katz und Premierminister Benjamin Netanyahu autorisierten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, strategische Positionen im Südlibanon zu besetzen, um die Sicherheit nördlicher israelischer Gemeinden zu erhöhen.

Startet damit eine Bodenoffensive? Nein, die Armee spricht bewusst nicht von einer groß angelegten Bodenoffensive, sondern von gezielten Truppenbewegungen und Pufferflächen nahe der Grenze.

Gab es bisher Opfer? Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der Stadt Baalbek sind laut libanesischen Angaben mehrere Menschen ums Leben gekommen. Der Libanon spricht von bisher 11 Todesopfern.

Was war der Auslöser? Die aktuellen Spannungen begannen, nachdem die pro‑iranische Miliz Hisbollah wieder verstärkt Raketen und Drohnen auf nördliche israelische Städte abgefeuert hat – als Reaktion auf die weiterlaufenden Konflikte zwischen Israel und dem Israel.

Türkei fängt Rakete ab Wird NATO bald in den Krieg gezogen?

Worum geht es? Türkei berichtet, dass eine ballistische Rakete aus dem Iran abgefangen wurde, bevor sie türkischen Luftraum erreichen konnte. Die Rakete war offenbar auf einem Kurs durch den Irak und Syrien Richtung Türkei.

Wer stoppte die Rakete? NATO‑Luft‑ und Raketenabwehrsysteme im östlichen Mittelmeer neutralisierten den Flugkörper, bevor er in türkisches Territorium eindringen konnte.

Gab es Opfer? Es wurden keine Verletzten oder Opfer wurden gemeldet; Trümmerteile fielen im Gebiet der türkischen Provinz Hatay (Dörtyol) zu Boden.

Warum ist der Vorfall politisch brisant? Dies wäre der erste bekannte Fall, in dem ein ballistischer Raketenangriff aus dem Iran direkt durch NATO‑Abwehrsysteme für einen NATO‑Staat abgefangen wurde.

Was kann die Folge sein? Der Vorfall erhöht die Spannungen erheblich, weil ein NATO‑Mitglied unmittelbar von iranischer Raketenbedrohung betroffen war.

Greift die Beistandspflicht? Ein solcher Angriff könnte unter bestimmten Bedingungen politische Verpflichtungen des Bündnisses auslösen (z. B. Artikel 5), je nachdem, ob ein Angriff als gezielte Aggression gegen ein Mitglied gewertet wird.

Was steht wörtlich in Artikel 5? „Ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Mitglieder in Europa oder Nordamerika wird als Angriff gegen alle Mitglieder betrachtet."

Trump verspottet Starmer Briten-Premier sei "kein Churchill"

Worum geht es? Bei einer Presserunde im Oval Office nahm US-Präsident Donald Trump zu Großbritanniens Haltung im Krieg gegen den Iran und die Nutzung britischer Militärstützpunkte Stellung.

Was sagte er? Hängen blieb vor allem ein Satz, in dem er den britischen Premierminister Sir Keir Starmer verspottete. Der Labour-Politiker hatte sich im vergangenen Jahr intensiv um die Gunst von Trump bemüht.

Aber? "This is not Winston Churchill that we’re dealing with," kanzelte Trump nun Starmer ab. Der sei eben  "kein Winston Churchill". Trup meinte damit, dass Starmer nicht die entschlossene, kriegsführende Führungsperson wie Sir Winston Churchill sei.

Was ist der Hintergrund? Trump kritisierte die Verzögerung bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte für Angriffe auf iranische Ziele und den Widerstand gegen offensive militärische Aktionen.

Wer war Winston Churchill? Der passionierte Zigarrenraucher war von 1940 bis 1945 und später von 1951 bis 1955 Premierminister Großbritanniens. Während des Zweiten Weltkriegs war er die zentrale Figur, die den Widerstand gegen Nazi-Deutschland organisierte.

Welche Rolle spielte er für die USA? Churchill pflegte ein sehr enges Verhältnis zu Präsident Franklin D. Roosevelt, um die Amerikaner zu einem Kriegseintritt zu bewegen. Das passierte dann erst nach dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941.