Worum geht es? Drei Forscher aus den USA, aus Australien und Japan haben den Nobelpreis für Chemie zugesprochen bekommen. Omar Yaghi (er wurde in Jordanien geboren und ist mittlerweile amerikanischer Staatsbürger), Richard Robson und Susumu Kitagawa forschen seit Jahrzehnten an sogenannten metall-organischen Gerüstverbindungen.
Was ist das? Dabei handelt es sich um besonders leichte und poröse Materialien, die durch ihre Struktur eine große Ausdehnung erreichen können. Zur Veranschaulichung zeigte Olof Ramström, Mitglied des Vergabe-Komitees, einen Zuckerwürfel vor.
Was hat es mit dem Zucker auf sich? Eine metall-organische Gerüstverbindung von Größe und Gewicht eines Zuckerwürfels könne aufgrund der speziellen Struktur eines solchen Materials auf die Fläche eines Fußballfeldes aufgeklappt werden, so der Wissenschafter.
Wozu ist das gut? Aufgrund der speziellen Molekularstruktur solcher Verbindungen würden bereits kleinste Mengen dieser Stoffe über eine sagenhafte Zahl an Hohlräumen verfügen, vergleichbar mit einem Schwamm, so Olof Ramström. Damit ließen sich beispielsweise Schadstoffe aus Wasser filtern, Kohlenstoffdioxid aus der Luft holen oder Rohstoffe aus Abfällen recyceln.
Wird das bereits angewendet? Bislang nur in Versuchen und noch nicht im Alltag. Nach Ansicht der schwedischen Akademie sei diese Technologie allerdings wegweisend für die künftige Lösung diverser Umweltprobleme.
Worum geht es? Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will binnen 48 Stunden einen neuen Premierminister für das Land aus dem Hut zaubern. Das gab der Élysée-Palast am Mittwochabend bekannt. Neuwahlen, wie von vielen gefordert, schließt Macron weiter aus.
Was ist mit dem bisherigen Premierminister? Sébastien Lecornu war am Montag zurückgetreten, er war nicht einmal einen Monat im Amt. Damit sind seit Anfang 2024 bereits fünf Premierminister zurückgetreten.
Was ist das Problem? Das Ergebnis der letzten Parlamentswahl 2024 mit zahlreichen Fraktionen, der Versuch, die extreme Rechte von der politischen Macht fernzuhalten und vor allem die massive Staatsverschuldung machen die politische Konsens-Findung immer schwieriger und das Land zunehmend unregierbar.
Neuwahlen wären kein Ausweg? Laut Lecornu, der die Amtsgeschäfts vorläufig weiterführt, sei die Mehrheit der Abgeordneten gegen vorgezogene Neuwahlen, weil sie das gleich Ergebnis wie die letzten Wahlen bringen und zu einer endgültigen Blockade führen würden.
Und ein Rücktritt Macrons? Wird immer häufiger diskutiert, der Präsident selbst will davon aber nichts wissen. Offiziell endet seine zweite Amtszeit im Jahr 2027.
Welche politischen Probleme erwarten den neuen Premier? Eine Staatsverschuldung in der Höhe von 115 Prozent des aktuellen Bruttoinlandsproduktes. Außerdem eine Rentenreform, gegen die weite Teile der Bevölkerung Sturm laufen und nicht zuletzt ein Budgetdefizit von zuletzt 5,8 Prozent.
Worum geht es? Bei den Friedensverhandlungen zwischen Israel und der palästinensischen Terrororganisation Hamas im ägyptischen Scharm El-Scheich ist auf Basis des von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans ist in der Nacht auf Donnerstag ein erster Durchbruch erzielt worden.
Worauf hat man sich geeinigt? Sämtliche Geiseln sollen "sehr bald" freikommen, die israelische Armee werde sich auf eine vereinbarte Linie zurückziehen, so Trump auf Truth Social. Dies seien "erste Schritte hin zu einem starken, dauerhaften und ewigen Frieden".
Gibt es dafür eine Bestätigung? Ja, sowohl Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, als auch die Hamas bestätigten den Verhandlungs-Durchbruch. "Mit Gottes Hilfe werden wir sie alle nach Hause holen", sagte Netanjahu im Bezug auf die Geiseln.
Wie viele Geiseln sind noch in der Gewalt der Hamas? Man geht davon aus, dass nach wie vor 48 Israelis seit dem 7. Oktober 2023 in der Hand der Hamas sind. 20 von ihnen sollen noch am Leben sein.
Trumps Friedensplan geht aber noch weiter? Ja, es sei damit auch erst die erste Phase des Friedensplans umgesetzt, so der Präsident, der auch ankündigte, eventuell Ende dieser Woche selbst zu den Friedensverhandlungen zu reisen.
Worum geht es? US-Country-Legende Dolly Parton postete am Mittwoch ein Video auf Instagram, in dem sie ihren Fans versicherte: "Ich bin noch nicht tot." Zuvor hatte es Gerüchte um den Gesundheitszustand der 79-Jährigen gegeben.
Wie kam es zu den Gerüchten? Dollys Schwester Freida hatte zuvor auf Facebook dazu aufgerufen, für Dolly zu beten: "Letzte Nacht habe ich die ganze Nacht für meine Schwester Dolly gebetet", schrieb sie. "Viele von euch wissen, dass es ihr in letzter Zeit nicht gut geht. Ich glaube fest an die Kraft des Gebets und möchte alle Menschen auf der Welt, die sie lieben, bitten, gemeinsam mit mir zu beten."
Was ist geschehen? Die Sängerin ("Jolene", "I Will Always Love You") hatte ihre für Dezember geplante Konzertreihe in Las Vegas kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Das hatte offenbar auch bei ihrer eigenen Familie Verwirrung gestiftet.
Weiß man, woran die Sängerin leidet? Sie äußert sich dazu nicht konkret, erklärte aber, dass sie nach dem Tod ihres Mannes Carl Dean im März dieses Jahres bei sich einige Dinge habe schleifen lassen: "Ich habe nicht auf mich selbst aufgepasst."
Wie geht es jetzt weiter? Dolly Parton werde "ein paar Behandlungen hier und da" in ihrem Krankenhaus in Nashville erhalten – laut ihrem Manager Olly Rowland handelt es sich dabei um Nierensteine.
Und ihre Las Vegas-Konzerte? Die Auftritte im Dezember wären Partons erste Konzerte seit mehr als 30 Jahren gewesen. Sie sollen jetzt im kommenden September nachgeholt werden – dann wird Dolly Parton 80 Jahre alt sein.
Worum geht es? Eine Geige aus dem Besitz des Physikers und Nobelpreisträgers Albert Einstein (1879-1955) wurde in Großbritannien nun für 860.000 Pfund versteigert. Inklusive Aufgeld brachte das Instrument damit den Rekorderlös von 1,25 Millionen Euro.
Was weiß man über das Instrument? Es wurde vom Geigenbauer Anton Zunterer im Jahr 1894 hergestellt und war vermutlich die erste Geige, die Einstein besaß. Ende 1932 gab er sie an seinen guten Freund und Physikerkollegen Max von Laue weiter.
Spielte Einstein selbst Geige? Ja, er begann bereits im Alter von vier Jahren, Geige zu lernen und spielte später angeblich nahezu jeden Tag seines Lebens. Ihm wird auch das Zitat zugeschrieben, "wenn ich kein Wissenschaftler geworden wäre, wäre ich Musiker geworden".
Ist das damit die teuerste Geige aller Zeiten? Nicht wirklich, aber es ist auf jeden Fall die teuerste je versteigerte Geige, die nicht vom berühmten Geigenbauer Stradivari stammt oder zuvor im Besitz eines Konzertgeigers war.
Gab es ein Bieter-Duell? Ja, laut dem Auktionshaus Dominic Winter Auctioneers in South Cerney, Gloucestershire, gab es bis zuletzt drei Interessenten, die sich gegenseitig überboten. Insgesamt dauerte die Versteigerung zehn Minuten.
War das die erste Geige von Einstein, die je versteigert worden ist? Nein, eine weitere Geige, die dem weltberühmten Physiker gehörte und die er 1933 bei seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten geschenkt bekam, wurde 2018 in New York für 516.500 Dollar (ca. 445.000 Euro) versteigert.
Worum geht es? Im vergangenen Jahr wurden in London rund 70.000 Handys gestohlen. Eine Bande dürfte für fast die Hälfte aller entwendeten Smartphones verantwortlich sein. Nun kam ihnen die Metropolitan Police auf die Schliche.
Wie arbeitete die Bande? Das zeigen Videos der London Metropolitan Police. Sie wurden von Überwachungskameras aufgenommen. Die Täter rissen Passanten von Motorrollern aus die Geräte aus der Hand oder von der Schulter.
Wie wurden die Verdächtigen geschnappt? Im Dezember 2024 startete die Polizei die Operation Echosteep. In einem Lagerhaus in der Nähe des Flughafens Heathrow war ein Karton mit etwa 1.000 iPhones gefunden worden, die nach Hongkong verschifft werden sollten.
Was passierte dann? Die Polizei stellte fest, dass fast alle Handys gestohlen worden waren. Auf mehreren Sendungen wurden forensische Beweise gesichert, berichtet der Evening Standard.
Wurden die Hintermänner geschnappt? Zunächst einmal ein Hehler, der in zwei Jahren mehr als 200 Mal zwischen London und Algerien gereist war. Nach und nach wurden 61 Personen festgenommen. Sie hatten auch Überfälle auf Lastwagen verübt, um an iPhone 17 zu kommen.
Von wie vielen Handy reden wir insgesamt? Von rund 40.000 Stück, die von Großbritannien vor allem nach China gebracht wurden. Straßendiebe erhalten für gestohlen iPhones 350 Euro, in China werden sie für über 4.000 Euro verkauft.
Worum geht es? Um eine weltweite Trendwende. Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2025 erstmals Kohle als weltweit größte Stromquelle abgelöst. Experten sprechen vom beginnenden Ende des fossilen Zeitalters.
Was heißt das? Der Anteil der Kohle an der weltweiten Stromerzeugung ging von 34,2 % auf 33,1 % zurück, während der Anteil der erneuerbaren Energien von 32,7 % auf 34,3 % stieg. Kohle war 50 Jahre lang der wichtigste Energieerzeuger.
Wer sagt das? Ember, laut Eigenangabe ein Thinktank für Klimaforschung. Für den "Global Electricity Review" wertete die Gruppe Daten aus 88 Ländern aus, die 93 Prozent der weltweiten Stromnachfrage repräsentieren.
Was ist Ember? Die Organisation mit Hauptsitz in Großbritannien wurde 2008 von Bryony Worthington gegründet. Die britische Umweltaktivistin sitzt als Life Peer im House of Lords. Life Peers sind Menschen, denen auf Lebenszeit ein Adelstitel verliehen wird – vom König, auf Empfehlung des Premierministers.
Was steht nun im Bericht? Wie rasant die Erzeugung von Solar- und Windenergie auf der Erde zunimmt. In der ersten Hälfte des Jahres konnten die Erneuerbaren den steigenden Bedarf um 109 % überdecken.
Was bedeutet das? Vor allem Solar ist eine Renner. Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie stieg in den ersten sechs Monaten weltweit um 31 Prozent. Für 55 Prozent der Steigerung war China verantwortlich.
Gibt es Schattenseiten? China ist laut Ember Vorreiter bei der Entwicklung sauberer Energie. Doch reichere Länder wie die USA und die EU würden sich bei der Stromerzeugung stärker als zuvor auf fossile Brennstoffe verlassen.
Worum geht es? Am Dienstag wurden die Nobelpreisträger für Physik bekanntgegeben. Der Brite John Clarke, der Franzose Michel H. Devoret und der US-Amerikaner John M. Martinis erhalten die Auszeichnung.
Wofür? Für "die Entdeckung des makroskopischen quantenmechanischen Tunnelns und der Energiequantisierung in einem elektrischen Schaltkreis".
Aha, und das heißt was? Die Forscher haben gezeigt, dass Quantenphysik nicht nur im Kleinen (etwa bei Atomen), sondern auch in größeren Systemen – wie in winzigen elektrischen Schaltkreisen – sichtbar wird.
Gibt es die Erklärung auch in einfach? Okay, also grundsätzlich zur Quantenwelt: Man stelle sich vor, ein Tennisball wird gegen eine Wand geworfen, von dort prallt ab. In der klassischen Physik bedeutet das: Die Teilchen bleiben auf der Seite der Wand.
Und in der Quantenwelt? Da verschwindet der Ball auf einer Seite der Wand und taucht auf der anderen Seite wieder auf, ohne durch ein Loch zu gehen. Man spricht hier von den berühmten Quanten-Tunneln.
Was haben die drei Forscher damit zu tun? Sie haben genau dieses Phänomen bei makroskopischen Systemen (also größeren, sichtbaren Schaltkreisen) nachgewiesen. Bis dahin dachte man: "So etwas passiert nur bei winzigen Teilchen, nicht bei Stromkreisen."
Warum ist das wichtig? Weil diese Technik die Grundlage von Quantencomputern ist. Und sie zeigt, dass man Quantenphänomene kontrollieren kann – in echten, greifbaren Geräten.
Waren die drei Forscher überrascht? Ja, weil der Durchbruch bei den Experimenten in den Achzigerjahren stattfand, also 40 Jahre her ist. Clark ist heute 83 Jahre alt. Er sei "komplett fassungslos", sagte er in einem Telefonat.