Worum geht es? Ein Jahrhundert-Ereignis, das wollte er sich nicht nehmen lassen. Paolo Petrecca, der Direktor von RaiSport, kommentierte die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 für den italienischen Sender RAI selbst. Keine gute Idee.
Warum? Es kam es zu zahlreichen groben Fehlern und peinlichen Verwechslungen live im Fernsehen. Er begrüßte die Zuschauer mit "Willkommen im Stadio Olimpico", obwohl die Feier im San‑Siro stattfand. Dann verwechselte er die italienische Schauspielerin Matilda De Angelis mit Mariah Carey.
Was noch? Er hielt IOC‑Präsidentin Kirsty Coventry fälschlich für die Tochter des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella. Beim olympischen Fackellauf erkannte er nur eine der sechs Volleyball-Frauen, obwohl viele von ihnen Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen sind.
Was war das Schlimmste? Er plauderte den Gag des Abends aus. Staatspräsident Mattarella reiste in einer von Valentino Rossi gesteuerten Straßenbahn an.
Wie kam es dazu? Wohl aus Eitelkeit setzte Petrecca im Vorfeld Auro Bulbarelli als Kommentator der Eröffnung ab, ein Sportjournalist mit weitaus mehr Erfahrung bei Olympischen Spielen.
Was ist nun die Folge? Die RAI-Sportreporter haben beschlossen, nach den Spielen drei Tage in eine Art Streik zu treten. Bis dahin werden sie ihre Namen nicht mehr unter ihre Berichte setzen.
Worum geht es? US-"Kriegsminister" Pete Hegseth setzt den amerikanischen Pfadfindern das Kampfmesser an. Wenn die Organisation nicht umgehend ihre Grundwerte überdenke, werde sie die Unterstützung der Streitkräfte verlieren, so die Washington Post.
Welche Grundwerte sollen überdacht werden? "Pistolen-Pete" geht es vor allem darum, dass die Pfadfinder seit einigen Jahren auch Mädchen aufnehmen und ihren Namen 2024 von "Boy Scouts" in "Scouting America" geändert haben, um ihren inklusiven Charakter zu unterstreichen. Beides widerspreche nach Ansicht des Ministers dem eigentlichen Gedanken der Organisation.
Was wäre der? Die Regierung sieht die Pfadfinder als frühe Kaderschmiede für ihre Streitkräfte, über die junge Burschen für einen Dienst mit der Waffe begeistert werden sollen. Initiativen für Diversität, Gleichstellung und Inklusion seien da kontraproduktiv.
Wie haben die Pfadfinder reagiert? Diplomatisch: Man begrüße den Beitrag des Pentagon. Und: "Seit fast 116 Jahren ist die Pfadfinderbewegung ein Eckpfeiler amerikanischer Ideale, staatsbürgerlichen Engagements, des Dienstes am Gemeinwohl und des Abenteuers für die amerikanische Jugend." Sobald es weitere Neuigkeiten gebe, werde man sie bekannt geben.
Wird man sich dem Wunsch des Pentagon beugen? Man wird vermutlich versuchen, einen Kompromiss zu finden. Heuer findet, wie alle vier Jahre, das National Jamboree in West Virginia statt, das größte Zeltlager der Pfadfinder. Ohne Unterstützung von Armee und Nationalgarde bei Logistik, Sicherheit und medizinischer Versorgung wäre das jedoch nicht durchführbar.
Worum geht es? Der Gewinn einer olympischen Medaille gilt für Sportlerinnen und Sportler als Karriere-Höhepunkt. Allzu überschwänglich sollte man die Freude aber nicht ausdrücken, wie sich nun in Italien zeigte.
Was ist passiert? Die US‑Skirennläuferin Breezy Johnson gewann Gold in der Abfahrt. Dann hüpfte sie mit der Medaille, dabei brach der Steg der das Stück mit dem Umhängeband verbindet.
Ein Einzelfall? Nein! Ebba Andersson gewann für Schweden Silber im Skiathlon, lief mit der Medaille um den Hals auf ihre Eltern zu, und plumps. Dasselbe bei US-Eiskunstläuferin Alysa Liu, die im Team Gold holte. Beim deutschen Biathleten Justus Strelow fiel die Bronzemedaille in der Mixed-Staffel beim Feiern zu Boden.
Was ist die Schlussfolgerung? Die Medaillen haben offenbar eine Sollbruchstelle. Breezy Johnson warnte ihre Kolleginnen scherzhaft, nicht mit der Medaille zu hüpfen.
Was ist das Problem? Die Olympia-Plaketten wurden vom Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato hergestellt, der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens. Für die Produktion wurden recycelte Metalle aus eigenen Produktionsabfällen verwendet. Offenbar nicht gut genug.
Worum geht es? In der Nacht auf Montag ging das angeblich größte Sportereignis der Welt über die Bühne. Die Seattle Seahawks gewannen in Santa Clara in Kalifornien gegen die New England Patriots mit 29:13.
Worüber wurde nach dem Super Bowl geredet? Wie so oft über die Halbzeit-Show. Höhepunkt: Der puerto-ricanische Superstar Bad Bunny, er trat mit einem komplett spanischsprachigen Programm auf. Vor allem seine Botschaft der Einheit ("Together We Are America") und eine live inszenierte Hochzeit auf dem Spielfeld sorgten für Aufsehen.
Warum? Während der 13-minütigen Show verwandelte sich der Levi's Stadium-Rasen in eine Hochzeits-"Plaza". Ein echtes Paar heiratete live und das tatsächlich. Ein Standesbeamter erklärte das Paar offiziell zu Ehepartnern und sie küssten sich. Bad Bunny selbst agierte als Trauzeuge und unterzeichnete die Heiratsurkunde.
Das ärgerte Trump? Nein, er ist grundsätzlich ein Gegner von Bad Bunny (und umgekehrt), fand seine Auswahl "absolut lächerlich" und "schrecklich".
Wie drückte er das aus? Auf seiner Plattform Truth Social nannte er die Show "absolut schrecklich" und "eine der schlechtesten aller Zeiten". Es sei "eine Beleidigung für die Größe Amerikas". Zu Bad Bunny: "Niemand versteht, was dieser Typ sagt."
Wer ist Bad Bunny? Einer der weltweit am meisten gestreamten Künstler, aber auch politisch engagiert. Er gilt etwa als Kritiker der Einwanderungspolitik unter Trump.
Worum geht es? Morgan McSweeney war der Chef des Kabinetts (Chief of Staff) des britischen Premierministers Sir Keir Starmer – also einer der wichtigsten politischen Berater und Strategen im britischen Regierungsteam. Nun trat er zurück.
Warum? Es ist eine Folge der Epstein-Affäre, in die Lord Peter Mandelson verstrickt ist. Der Ex-Minister war britischer Botschafter in den USA, McSweeney fühlt sich für seine Bestellung mitverantwortlich.
Wie begründet er das? In seinem Rücktrittsschreiben sagte McSweeney, er übernehme "volle Verantwortung" für seinen Rat zu dieser umstrittenen Ernennung und dass es daher das "ehrenhafteste" sei, zurückzutreten.
Was sind die politischen Folgen? Der Druck auf Premierminister Starmer wächst – mehrere Oppositionspolitiker und auch einige Labour‑Abgeordnete fordern jetzt Konsequenzen. Anas Sarwar, der Anführer der schottischen Labour-Partei, will, dass Starmer abtritt.
Ist McSweeney das letzte "Opfer"? Nein, am Montag trat auch Tim Allan, der Kommunikationsdirektor von Starmer, zurück – was ein weiteres Zeichen für interne Turbulenzen ist.
Wie wichtig war McSweeney? Sein Rücktritt ist politisch hoch relevant, weil er zu den einflussreichsten Beratern im britischen Regierungsteam gehörte. Er spielte auch eine große Rolle beim Erfolg der Labour Party bei der Parlamentswahl 2024.
Worum geht es? Ein geschiedenes Paar konnte sich in Griechenland nicht einigen, wie ihr Kind heißen sollte. Die Mutter wollte einen Großeltern-Namen aus ihrer Familie, der Vater einen Großeltern-Namen aus seiner Familie.
Keine Chance auf Einigung? Beide Seiten lehnten Kompromisse ab und auch Vorschläge für Doppelnamen oder alternative Namen wurden zurückgewiesen.
Also? Zunächst versuchte ein Amtsgericht, eine Einigung herbeizuführen – ohne Erfolg. Danach ging der Fall zum Höchsten Gericht Griechenlands (Areopag). Hier fiel ein salomonisches Urteil.
Nämlich? Das Gericht entschied im Sinne des Kindeswohls, nicht entlang der elterlichen Wünsche. Das Kind soll den Namen eines Heiligen bekommen, basierend auf dem Geburtstag des Sprösslings. Auch das Datum und den Ort der Taufe legte die Justiz fest.
Wie heißt es nun also? Das ist noch unklar. Der Geburtstag war der 16. September. Da werden laut griechisch‑orthodoxem Kalender aber mehrere Heilige verehrt: Cornelius, Cyprian, Cassian, Gregor, Euphemia und Lucia.
Was weiß man über die Eltern? Das Geschlecht des Kindes wurde nicht genannt. Bei den Eltern soll es sich um einen Anwalt und um eine Justizangestellte handeln.
Worum geht es? Ein Gericht in Hongkong hat den 78-jährigen Jimmy Lai am Montag zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Medienunternehmer ist einer der bekanntesten Kritiker der chinesischen Regierungspolitik in Hongkong.
Weswegen wurde er angeklagt? Es wurden ihm Verstöße gegen das Nationale Sicherheitsgesetz vorgeworfen. Es kriminalisiert explizit: Sezession (Trennung von China), Subversion (Sturz der Regierung), Terrorismus (Verwendung von Gewalt), Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften. Lai fiel laut Gericht unter mehrere dieser Punkte.
Was heißt das im Detail? Lai soll mit ausländischen Regierungen und Organisationen Kontakt aufgenommen haben, um interne Angelegenheiten Hongkongs zu beeinflussen.
Welche Rolle soll sein Unternehmen spielen? Über seine Zeitung Apple Daily und andere Kanäle sollen Inhalte veröffentlicht worden sein, die laut Gericht die Regierung Hongkongs "untergraben" und die Bevölkerung zu Protesten oder Aufständen anregen könnten.
Wie fiel das Urteil aus? Jimmy Lai war bereits seit Ende 2020 in Haft. Er fiel unter das umstrittene nationale Sicherheitsgesetz von Hongkong, das nach den großen Demokratieprotesten von 2019 eingeführt wurde. Nun wurde er für schuldig befunden.
Wie lange soll er in Haft? Weitere 18 Jahre. Weil er wegen anderer Verfahren bereits im Gefängnis sitzt, wurde ihm zwei Jahre "angerechnet".
Wie fiel die Reaktion aus? Es gab international viele Proteste. Jimmy Lai ist auch britischer Staatsbürger. Menschenrechts- und Pressefreiheit-Organisationen bezeichnen das Urteil als "kaltherzigen Angriff auf die Meinungsfreiheit".
Worum geht es? Ein nigerianisches Gericht hat die britische Regierung zu einer Entschädigungszahlung von 420 Millionen Pfund (ca. 484 Mio. Euro) verurteilt, berichtet die BBC. Damit soll Wiedergutmachung für 21 streikende Bergleute geleistet werden, die 1949 von der britischen Kolonialverwaltung erschossen worden waren.
Was ist damals geschehen? Nigeria stand unter britischer Kolonialverwaltung und in der Kohlemine im Iva Valley nahe der Stadt Enugu protestierten einheimische Arbeiter gegen harte Arbeitsbedingungen, rassistische Lohnungleichheiten und ausstehende Lohnzahlungen.
Was passierte? Da die Minenbetreiber nicht auf die Proteste eingingen, traten die Arbeiter in einen Bummelstreik. Am 18. November 1949 eskalierte die Lage und die sogenannte Kolonialpolizei, bestehend aus Nigerianern und Europäern schoss in die Menge. 21 Bergleute starben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Hatte das Massaker Auswirkungen? Ja, laut Historikern war es eine Initialzündung für die nigerianische antikoloniale Bewegung, die schließlich dazu führte, dass das Vereinigte Königreich Nigeria 1960 in die Unabhängigkeit entließ.
Wie kam es zu dem Prozess? Die Familien der damaligen Opfer sowie Menschenrechtsgruppen führen seit Jahrzehnten eine Kampagne für eine offizielle Anerkennung des Massakers und Entschädigungszahlungen an die Nachkommen der Opfer. Die Klage, die jetzt zu dem Prozess führte, wurde von Aktivisten gegen die britische und die nigerianische Regierung eingereicht.
Was besagt das Urteil? Laut Richter Anthony Onovo war das Massaker eine "rechtswidrige und außergerichtliche Verletzung des Rechts auf Leben", so die Nachrichtenagentur NAN. Die verhängte Strafsumme setzt sich aus 20 Millionen Pfund (23 Mio. Euro) für jeden getöteten Minenarbeiter zusammen.
Wird Großbritannien bezahlen? Es sieht jedenfalls nicht danach aus. Die britische Regierung erklärte, sie sei nicht formell über das Urteil informiert worden und könne sich daher nicht dazu äußern. Zudem sei Großbritannien nicht in dem Verfahren vertreten gewesen.