Worum geht es? Niemand kommt in den Akten über den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein häufiger vor als sie. Nun hat der Guardian das Leben von Lesley Groff anhand der Unterlagen nachgezeichnet.
Wer ist Groff? Sie war fast zwei Jahrzehnte lang Epsteins ranghöchste Assistentin. Die zentrale Frage lautet nun: Wie viel wusste sie über das System sexueller Ausbeutung – und wie viel hätte sie wissen müssen?
Wer will das wissen? Plötzlich, nach Jahren des Stillschweigens, auch der US-Kongress. Er sandte am 3. März 2026 ein Schreiben an Groff mit der Bitte, am 9. Juni zu einer Anhörung in Washington zu erscheinen.
Was weiß man über ihr Leben? Lesley Groff arbeitete ab 2001 als Executive Assistant und Büroleiterin für Jeffrey Epstein in New York. Sie organisierte Termine, Reisen, Flugpläne, Gäste, Kommunikation und den Alltag des Sexualstraftäters.
Wie oft kommt sie in den Akten vor? Laut der Unterlagen des US-Justizministeriums erscheint ihr Name rund 160.000 Mal in den Akten.
Warum gerät sie jetzt so stark in den Fokus? Nach der Veröffentlichung neuer ungeschwärzter Akten wächst der Druck auf Epsteins engstes Umfeld. Die Dokumente zeigen, wie zentral Groff für die Organisation seines Lebens war.
Was behauptet Lesley Groff selbst? Sie bestreitet bis heute jede Mitwisserschaft. Ihr Anwalt erklärte mehrfach: "She did not know." Groff sagte dem FBI 2021, sie habe die "Massagen" für völlig normal gehalten und nichts von sexueller Ausbeutung gewusst.
Warum halten viele Beobachter das für schwer glaubwürdig? Die veröffentlichten E-Mails zeigen Groff als zentrale Schaltstelle in Epsteins Netzwerk. Sie organisierte Reisen junger Frauen, Aufenthalte auf Epsteins Inseln, Flüge im Privatjet, Hotelbuchungen und Tagesabläufe.
Was verdiente sie? 2005 wurde ihr Jahresgehalt laut Unterlagen auf 120.000 Dollar angehoben. Es gab Vergünstigungen wie einen Florida-Urlaub im Fünfsternhotel. "Echt der beste Chef überhaupt", schrieb Groff einmal in einem E-Mail.
Was wurde mitgekauft? Schweigen. Bei Verstößen drohte eine Pönale von 100.000 Dollar. Dazu ein paar Eigenheiten. Wenn Groff für Epstein Kinokarten gekauft hatte, durfte sie ihn am nächsten Tag nicht fragen, ob ihm der Film gefallen hat.
Wurde Groff jemals angeklagt? Nein. Obwohl sie bereits im berüchtigten Epstein-Deal von 2007 als mögliche Mitverschwörerin genannt wurde, erhoben die Behörden nie Anklage gegen sie.
Welche Rolle spielten Frauen im System generell? Der Guardian beschreibt ein stark patriarchales Netzwerk, in dem Frauen oft organisatorische Rollen übernahmen, aber selbst kaum Macht hatten. Assistentinnen wie Groff oder Sarah Kellen passten ins Bild.
Was sagt Sarah Kellen? Die frühere Epstein-Assistentin erklärte kürzlich vor einem Kongressausschuss, sie selbst sei ebenfalls Opfer von Missbrauch gewesen. Sie schilderte ihren Ex-Chef als kontrollierend, manipulativ, psychologisch zerstörerisch.
Wo lebt Groff heute? Seit Epsteins Tod im August 2019 ist sie fast völlig von der Bildfläche verschwunden und kommuniziert nur über ihre Anwälte. Sie lebt zurückgezogen in Connecticut.
Worum geht es? In den USA ist ein ungewöhnlicher Machtkampf um einen geplanten 250-Dollar-Schein mit Donald Trump eskaliert, berichtet die Washington Post.
250 Dollar? Laut Post drängten mehrere von Trump eingesetzte Beamte im Finanzministerium darauf, den früheren und jetzigen Präsidenten auf eine neue Banknote zum 250-jährigen Bestehen der USA zu setzen.
Wie sehen das Kritiker? Sie sprechen von politischer Einflussnahme und einem Angriff auf jahrzehntealte Traditionen amerikanischer Währungspolitik.
Gibt es Widerstand? Ja, aber die Druckereileiterin, die sich dem Vorhaben widersetzt hatte, sagte, sie sei letzten Monat versetzt worden. "Hier wurde die Verantwortung beendet", schrieb sie in ihrer Abschiedsnachricht.
Was genau ist geplant? Konkret geht es um einen neuen Banknote, die zum "America 250"-Jubiläum 2026 erscheinen soll. Mehrere republikanische Politiker und Trump-Verbündete fordern, dass darauf Donald Trump abgebildet wird.
Ist das der einzige Tabubruch? Nein, zusätzlich kündigte das Finanzministerium bereits an, dass Trumps Unterschrift künftig auf neuen Dollarnoten erscheinen soll – etwas, das es bei einem amtierenden Präsidenten bislang nie gab.
Warum ist das so ungewöhnlich? Nach amerikanischer Tradition dürfen lebende Personen grundsätzlich nicht auf US-Banknoten erscheinen. Diese Regel existiert seit dem 19. Jahrhundert und soll Personenkult verhindern.
Was bedeutet das historisch? Würde Trump tatsächlich auf einen neuen Geldschein gedruckt, wäre er der erste lebende aktuelle oder ehemalige Präsident in der Geschichte der USA auf offizieller Währung.
Wer treibt das Projekt voran? Die Initiative stammt offiziell von republikanischen Kongressabgeordneten rund um Joe Wilson aus South Carolina. Er brachte bereits 2025 den "Donald J. Trump $250 Bill Act" ins Repräsentantenhaus ein.
Was steht im Gesetz? Es würde einen neuen 250-Dollar-Schein schaffen und gleichzeitig das Verbot lebender Personen auf US-Währung aufheben.
Gibt es den 250-Dollar-Schein überhaupt schon? Nein. Der Schein existiert bislang nur als Gesetzesvorschlag und als symbolische Entwürfe. Teilweise kursieren KI-generierte Bilder und Mock-ups im Internet. Offiziell müsste zunächst der Kongress zustimmen.
Wie realistisch ist die Umsetzung? Derzeit gilt das Projekt politisch als schwierig. Zwar kontrollieren Republikaner große Teile Washingtons, doch selbst konservative Juristen äußern Bedenken. Zudem müsste der Kongress zustimmen und die Federal Reserve eingebunden werden.
Worum geht es? Mutmaßlich handelt es sich um eine Phantomdebatte, aber allein der Umstand, dass es diese Diskussion gibt, sollte bei den Betroffenen die Alarmsirenen angehen lassen.
Wovon ist die Rede? In der CDU kursieren plötzlich Gerüchte über einen möglichen Kanzlerwechsel von CDU-Kanzler Friedrich Merz zu Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Was sind die Auslöser? Schlechte Umfragewerte der schwarz-roten Bundesregierung, stockende Reformen und wachsende Nervosität in der Union.
Was sagt die CDU? Offiziell weist die Union die Spekulationen scharf zurück – intern wird jedoch offenbar längst darüber gesprochen, ob Wüst als "Reservekanzler" bereitstehen könnte.
Warum entstehen plötzlich Gerüchte? Friedrich Merz steht nach gut einem Jahr im Kanzleramt massiv unter Druck. Die Koalition mit der SPD gilt als konfliktreich, wichtige Reformen kommen nur schleppend voran und die AfD legt in Umfragen weiter zu.
Was ist das Problem der Partei? Innerhalb der Union wächst deshalb die Sorge, Merz könne die Partei in die nächste Wahlkrise führen. Medien wie Spiegel, Zeit, Stern und Bild berichten inzwischen offen über Diskussionen in CDU-Führungskreisen.
Warum ausgerechnet Hendrik Wüst? Er gilt in der CDU seit Jahren als mögliche Zukunftsfigur: Jünger als Merz, pragmatischer, konfliktärmer und erfolgreicher im Umgang mit Grünen und politischen Gegnern.
Was war der konkrete Auslöser der Debatte? Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt zuletzt eine Reise Wüsts nach Polen. Dort sagte er laut Hauptstadtjournalisten sinngemäß, natürlich könne jeder nordrhein-westfälische Ministerpräsident theoretisch auch Kanzler werden.
Was war die Folge? In Berlin wurde dies sofort als mögliches Signal interpretiert. Anschließend begannen Medienberichte über angebliche "Einwechselkanzler"-Szenarien.
Wie reagierte das Umfeld von Merz? Sehr aggressiv. Aus dem Kanzlerumfeld hieß es laut mehreren Medien, solche Spekulationen seien "gefährliche Zündelei und würden: "das Geschäft der AfD betreiben".
Was fiel auf? Besonders bemerkenswert war die ungewöhnlich schnelle und scharfe Reaktion des Kanzleramts – was viele Beobachter wiederum als Zeichen großer Nervosität werteten.
Hat Merz selbst darauf reagiert? Nur indirekt. Bei einem CDU-Auftritt in Arnsberg erklärte Merz: "Deutschland hat die Kraft für einen neuen Aufbruch." Er betonte außerdem seine persönliche Entschlossenheit als Kanzler und sprach von der "Verantwortung dieses Amtes".
Wie realistisch wäre ein Kanzlerwechsel überhaupt? Rein verfassungsrechtlich wäre er möglich. CDU/CSU und SPD verfügen gemeinsam über eine Mehrheit im Bundestag.
Gab es das schon? Würde Merz freiwillig zurücktreten oder innerparteilich zum Verzicht gedrängt, könnte die Koalition einen neuen Kanzler wählen – ähnlich wie 1974 beim Wechsel von Willy Brandt zu Helmut Schmidt.
Worum geht es? Drei Jahre nach dem Mord an der zwölfjährigen Luise aus Freudenberg hat das Landgericht Koblenz entschieden, dass die beiden Täterinnen Schmerzensgeld und weitere Entschädigungen zahlen müssen.
Warum nur Schmerzensgeld? Die Mädchen waren zur Tatzeit erst 12 und 13 Jahre alt und deshalb strafunmündig. Ein Strafprozess fand nie statt.
Aber? Nun stellte das Gericht jedoch fest: Zivilrechtlich haften die beiden Jugendlichen trotzdem für die Tat und deren Folgen. Der Fall gehört zu den emotional aufwühlendsten Gewaltverbrechen der vergangenen Jahre in Deutschland.
Was genau hat das Gericht entschieden? Das Landgericht Koblenz sprach den Eltern und der Schwester von Luise die Entschädigungen zu. Außerdem müssen die Täterinnen für Beerdigungskosten aufkommen.
Um wie viel Geld geht es? Die genaue Höhe wurde zunächst nur teilweise bekannt, insgesamt ging es im Verfahren um Forderungen von rund 160.000 bis 180.000 Euro.
Warum gab es keinen Strafprozess? In Deutschland beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Deshalb wurden die Ermittlungen 2023 eingestellt, obwohl die beiden Freundinnen die Tat gestanden hatten.
Was war die Folge? Das führte damals bundesweit zu einer heftigen Debatte über eine mögliche Senkung der Strafmündigkeitsgrenze.
Warum konnten die Täterinnen trotzdem verklagt werden? Im Zivilrecht gelten andere Regeln als im Strafrecht. Kinder können bereits vor dem 14. Geburtstag für Schäden haftbar gemacht werden, wenn sie die sogenannte "Verantwortungsreife" besitzen.
Was versteht man darunter? Sie konnten verstehen, dass ihre Handlung Unrecht war. Genau diese Frage musste das Gericht nun klären. Offenbar kam die Kammer zu dem Schluss, dass die Mädchen die Folgen ihres Handelns grundsätzlich begreifen konnten.
Was war damals passiert? Luise verschwand am 11. März 2023 nach einem Besuch bei einer Freundin in Freudenberg im Siegerland. Einen Tag später wurde ihre Leiche in einem Waldstück an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gefunden.
Was ergab die Obduktion? Dass Luise durch 74 Messerstiche und massivem Blutverlust starb. Die beiden Täterinnen waren Freundinnen und Mitschülerinnen des Opfers.
Warum erschütterte die Tat Deutschland so sehr? Zum Alter kam die extreme Brutalität der Tat. Richter schilderten im Zivilprozess verstörende Details über die Vielzahl der Messerstiche und den mutmaßlich längeren Todeskampf des Mädchens.
Welche Rolle spielten Chatverläufe? Im Prozess wurde bekannt, dass die Tat offenbar teilweise geplant war. Laut Gericht hatten die Mädchen zuvor im Internet zur Strafmündigkeit recherchiert. Außerdem tauchten Chatnachrichten auf, die auf Vorüberlegungen zur Tat hindeuteten.
Warum war die Leidensdauer von Luise im Prozess so wichtig? Ein zentraler Streitpunkt im Zivilverfahren war die Frage, wie lange Luise nach den Angriffen noch bei Bewusstsein war und wie stark sie litt. Davon hängt im deutschen Zivilrecht die Höhe möglicher Schmerzensgeldansprüche ab.
Müssen die Eltern der Täterinnen zahlen? Nein, grundsätzlich nicht automatisch. Nach deutschem Recht haften Eltern nicht generell für die Schulden ihrer Kinder. Die Forderungen richten sich zunächst gegen die Täterinnen selbst.
Worum geht es? Die EU-Kommission hat gegen die chinesische Shopping-Plattform Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro verhängt.
Warum? Brüssel wirft dem Unternehmen vor, den Verkauf illegaler und gefährlicher Produkte auf seiner Plattform nicht ausreichend kontrolliert zu haben.
Was ist das große Bild? Es handelt sich um eine der bisher größten Strafen nach dem europäischen Gesetz über digitale Dienste, dem sogenannten Digital Services Act (DSA). Die Entscheidung gilt als deutliches Signal gegen chinesische Billigplattformen und deren Geschäftsmodelle.
Warum wurde Temu bestraft? Laut EU-Kommission habe Temu die Risiken für Verbraucher "nicht ordnungsgemäß bewertet". Besonders kritisiert wurde der Verkauf gefährlicher Produkte, unzureichende Sicherheitskontrollen, mangelhafte Risikoberichte und zu schwache Maßnahmen gegen illegale Händler.
Welche Produkte waren besonders problematisch? Bei Testkäufen fanden EU-Ermittler unter anderem unsichere Ladegeräte, Babyspielzeug mit giftigen Chemikalien, Produkte mit verschluckbaren Kleinteilen und Elektronik ohne EU-Zulassung.
Warum ist die Strafe so bedeutend? Es ist erst die zweite große Geldstrafe überhaupt unter dem neuen europäischen Digital Services Act. Zuvor hatte die EU nur Elon Musks Plattform X sanktioniert.
Was ist der Digital Services Act? Der DSA ist eines der wichtigsten neuen EU-Digitalgesetze. Sie verpflichtet große Plattformen dazu, illegale Inhalte zu bekämpfen, Verbraucher zu schützen, transparente Algorithmen einzusetzen und problematische Händler schneller zu entfernen.
Wie hoch sind die Strafen? Bei schweren Verstößen drohen Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Wie viele Nutzer hat Temu in Europa? Nach Angaben der EU inzwischen rund 130 Millionen. Laut Kommission kamen 2024 täglich rund zwölf Millionen Kleinsendungen in die EU. Ein großer Teil davon stammt von Plattformen wie Temu, Shein oder AliExpress.
Worum geht es? Italiens oberstes Gericht hat entschieden, dass Hotels und Restaurants nicht verpflichtet sind, Gästen Leitungswasser zu servieren. Auslöser war die Klage einer Urlauberin gegen ein Luxushotel in den Dolomiten.
Was ist passiert? Die Frau hatte sich geweigert, teures Mineralwasser zu kaufen, und verlangte stattdessen Leitungswasser zum Abendessen. Nachdem das Hotel dies mehrfach abgelehnt hatte, zog sie vor Gericht – und verlor nun endgültig.
Wo und wann war das? Der Fall geht auf Weihnachten 2019 zurück. Eine Touristin verbrachte ihren Urlaub in einem Fünf-Sterne-Hotel im Skiort Corvara in Südtirol. Das Abendessen war im Arrangement enthalten, Getränke waren es jedoch nicht.
Was wollte die Frau? Laut italienischen Medien bat sie wiederholt um Leitungswasser, bot sogar an, dafür zu bezahlen. Das Hotel stellte stattdessen jeden Abend eine Flasche Mineralwasser auf den Tisch – Preis: sieben Euro für 0,75 Liter.
Warum klagte sie? Die Urlauberin argumentierte, Wasser sei ein grundlegendes Menschenrecht und Teil einer normalen Hotelleistung. In ihrer Klage verglich sie Leitungswasser mit Dingen wie Bettwäsche, Heizung oder Seife im Badezimmer.
Ging es um Geld? Die Kundin forderte rund 2.700 Euro Schadenersatz wegen wirtschaftlichen Schadens und emotionaler Belastung.
Wie entschied das Gericht? Alle Instanzen wiesen die Klage ab. Die Richter stellten klar, dass es in Italien kein Gesetz gebe, das Restaurants oder Hotels verpflichtet, kostenlos Leitungswasser anzubieten. Damit bestätigte das Gericht die bisherige Praxis der Gastronomie.
Warum ist das Thema in Italien besonders sensibel? In Italien gehört Mineralwasser traditionell fest zur Restaurantkultur. Gäste werden meist automatisch gefragt, ob sie stilles oder prickelndes Wasser möchten.
Und Leitungswasser? Gilt vielerorts als unüblich oder sogar unhöflich. Viele Italiener trinken selbst zu Hause bevorzugt abgefülltes Mineralwasser.
Wie ist die Situation in anderen Ländern? Innerhalb Europas gibt es große Unterschiede. In Frankreich sind Restaurants gesetzlich verpflichtet, kostenlos Leitungswasser anzubieten. Spanien führte 2022 ähnliche Regeln ein.
Worum geht es? Bangladesch erlebt den schwersten Masernausbruch seit Jahren. Innerhalb weniger Monate starben Hunderte Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer landesweiten Gesundheitskrise mit "hohem Risiko" für die Bevölkerung.
Wie schlimm sind die Zahlen? Sie steigen dramatisch. Laut WHO wurden allein zwischen Mitte März und Mitte April mehr als 19.000 Verdachtsfälle registriert, dazu fast 3.000 bestätigte Infektionen und mindestens 166 Todesfälle.
Gibt es weitere Quellen? Andere nationale Gesundheitsberichte sprechen inzwischen sogar von über 400 bis 500 toten Kindern und mehr als 50.000 Verdachtsfällen.
Wer ist besonders betroffen? Bis zu 82 Prozent aller Erkrankten sind laut WHO und UNICEF jünger als fünf Jahre. Besonders alarmierend ist die hohe Zahl von Säuglingen unter neun Monaten – also Kindern, die noch zu jung für die reguläre Impfung sind.
Warum breiten sich die Masern so stark aus? Experten sehen vor allem massive Impflücken als Ursache. Während Bangladesch früher als Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Masern galt, brachen die Impfprogramme in den vergangenen Jahren teilweise zusammen.
Warum? UNICEF und WHO nennen Unterbrechungen während der Covid-Pandemie, politische Instabilität, Probleme bei der Impfstoffbeschaffung und organisatorisches Chaos nach dem Regierungsumbruch 2024 als Ursachen.
Welche Rolle spielte die Politik? Nach dem Sturz der Regierung von Sheikh Hasina 2024 kam es zu schweren Störungen im Gesundheitswesen. Impfkampagnen wurden verschoben, Lieferketten brachen teilweise zusammen.
Was waren die Folgen? Viele Kinder erhielten ihre zweite Masernimpfung nicht mehr rechtzeitig. UNICEF spricht von einer "schleichenden Ansammlung von Impflücken".
Warum sind Masern so gefährlich? Sie gelten als eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Das Virus verbreitet sich über die Luft und kann schwere Lungenentzündungen, Gehirnentzündungen, Erblindung oder Tod verursachen.
Warum sprechen Experten von einem globalen Problem? Der Ausbruch in Bangladesch ist Teil eines weltweiten Wiederanstiegs der Masern. WHO-Daten zeigen, dass die Krankheit international wieder stark zunimmt.
Worum geht es? Auf dem Südrasen des Weißen Hauses wurde mit dem Bau einer temporären UFC-Arena begonnen. Mitten im politischen Zentrum der USA soll ein Käfigkampf stattfinden (hier gibt es die ersten Bilder).
Wann? Das Event mit dem Namen "UFC Freedom 250" soll am 14. Juni stattfinden – offiziell im Rahmen der Feierlichkeiten zu "America 250", also dem 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit.
Was ist zufällig parallel? Gleichzeitig fällt das Datum auf Donald Trumps 80. Geburtstag. Geplant ist die erste UFC-Veranstaltung überhaupt auf dem Gelände des Weißen Hauses.
Was genau plant Donald Trump? Eine Arena mit rund 5.000 Sitzplätzen. Zusätzlich sollen auf der Ellipse – dem großen Park südlich des Weißen Hauses – riesige Leinwände aufgebaut werden, damit Menschen die Kämpfe kostenlos verfolgen können.
Wie viele Besucher werden erwartet? Trump sprach zuletzt sogar von insgesamt mehr als 100.000 erwarteten Zuschauern in Washington.
Warum sorgt das Event weltweit für Aufsehen? Noch nie zuvor fand eine professionelle Kampfsportveranstaltung dieser Größenordnung auf dem Gelände des Weißen Hauses statt. Kritiker sprechen von einer Vermischung aus Politik, Unterhaltung und Machtdemonstration.
Und Fans? Sie sehen darin dagegen ein spektakuläres Symbol amerikanischer Popkultur. Internationale Medien vergleichen das Projekt bereits mit politischem "Spektakel" oder "Theater der Stärke".
Welche Rolle spielt Dana White? Der Präsident der Ultimate Fighting Championship gilt seit Jahren als enger Verbündeter Trumps. White unterstützte ihn öffentlich bereits bei mehreren Wahlkämpfen, auf Parteitagen und bei Wahlkampfveranstaltungen.
Wer hatte die Idee? Trump besucht regelmäßig UFC-Kämpfe und pflegt enge Beziehungen zu Stars der MMA-Szene. White erklärte zuletzt, die Idee für den Kampf direkt am Weißen Haus sei ursprünglich von Trump selbst gekommen.
Welche Kämpfe sind geplant? Im Hauptkampf soll UFC-Star Ilia Topuria gegen Justin Gaethje um den Leichtgewichtstitel antreten. Außerdem ist ein Schwergewichtskampf zwischen Alex Pereira und Ciryl Gane geplant.
Wie soll die Arena aussehen? Geplant ist ein riesiges Open-Air-Set-up mit: Oktagon-Käfig, monumentalen Lichtanlagen, patriotischer Dekoration und Militärkapellen. Renderings zeigen eine gigantische Bühnenkonstruktion namens "The Claw", die speziell für das Event entwickelt wurde.
Wer darf dabei sein? Die Plätze direkt an der Arena sollen ausschließlich geladene Gäste erhalten. Laut US-Medien gehen viele Tickets an Militärangehörige, politische Unterstützer, Sponsoren und prominente Gäste. Parallel soll die Öffentlichkeit kostenlos auf der Ellipse zuschauen können. Dort werden laut UFC bis zu 85.000 Gratis-Tickets verteilt.
Was kostet das Spektakel? Offizielle Gesamtkosten wurden bislang nicht veröffentlicht. Schätzungen gehen jedoch von mindestens 60 Millionen Dollar aus.
Wer zahlt? Dana White erklärte mehrfach, UFC und die Muttergesellschaft TKO würden sämtliche Kosten übernehmen – inklusive Reparaturen am Rasen des Weißen Hauses. Allein die Wiederherstellung des beschädigten Südrasens soll rund 700.000 Dollar kosten.