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17. Juli 2025

2 Billionen Euro EU-Budget um 50 Prozent höher

Worum geht es? EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den EU-Haushaltsplan für die Jahre 2028 bis 2034 vorgelegt. Demnach sollen in der nächsten Budgetperiode 2 Billionen Euro von Brüssel verteilt werden – um über 700 Milliarden oder gut 50 Prozent mehr als noch in den Jahren 2021 bis 2027.

Wofür soll das Geld verwendet werden? Die Kommission möchte vor allem die Investitionen in die Verteidigung (von 16,4 auf 131 Milliarden) massiv erhöhen. An Hilfen für die Ukraine sind in den sieben Jahren zudem insgesamt 100 Milliarden Euro vorgesehen.

Was ist noch geplant? Von der Leyen möchte bisherige Budgettöpfe, etwa für die Landwirtschaft oder die Regionen, auflösen bzw. zusammenfassen. Auch sollen die Gelder nicht mehr so fix verplant werden wie bisher – derzeit sind 90 Prozent des Budgets auf Jahre hinaus fest verplant. Die Kommission möchte sich mehr finanziellen Spielraum behalten, um auf unvorhersehbare Ereignisse (etwa eine neue Pandemie) flexibler reagieren zu können.

Wer wird künftig weniger bekommen? Vor allem Landwirtschaft und Regionalförderung sollen weniger Direktzahlungen fix erhalten, sondern aus verschiedenen Töpfen je nach Bedarf bedient werden. So könnte unterm Strich aber mehr Geld als jetzt in diese Bereiche fließen, so das Argument der Kommissionspräsidentin.

Wo soll das zusätzliche Geld herkommen? Einerseits aus höheren Einnahmen von den Mitgliedsstaaten (die den EU-Haushalt zu mindestens zwei Dritteln bestreiten) und andererseits durch zusätzliche, neue Erlösquellen. Neue Schulden sind in dem Entwurf bislang nicht vorgesehen.

Woran ist da gedacht? Die EU-Kommission schlägt eine neue Abgabe für alle Großunternehmen (ab 100 Mio. Euro Jahresumsatz) vor und fasst zudem auch eine Abgabe auf Elektroschrott ins Auge. Auch könnte ein Teil der Einnahmen aus der nationalen Tabaksteuer nach Brüssel umgeleitet werden.

Wie geht es jetzt weiter? Die Präsentation dieses Budgetentwurfs war gleichzeitig der Startschuss für die Beratungen darüber. Sowohl das EU-Parlament, als auch die einzelnen Länder müssen dem Haushaltsplan zustimmen. Es wird erwartet, dass sich die Verhandlungen über das neue Sieben-Jahres-Budget sehr lange hinziehen werden.

Weitere Meldungen

Verbrennen statt verteilen USA lassen 500 t Notnahrung vernichten

Worum geht es? 500 Tonnen besonders energiereiche Nährstoffriegel, die eigentlich für hungernde Kinder in Afghanistan und Pakistan bestimmt gewesen wären, sollen offenbar auf Anordnung der US-Regierung verbrannt werden. Das berichtet das Magazin The Atlantic.

Was ist der Hintergrund? Die Nährstoffriegel wurden noch unter der Regierung Biden von der US-Entwicklungshilfebehörde USAID um 800.000 Dollar angeschafft und lagern seither in Dubai, berichtet das Magazin. Es handelt sich dabei um Spezialnahrung, die darauf ausgerichtet ist, den kurzfristigen Nährstoffbedarf von Kindern unter fünf Jahren zu decken, die aufgrund der Umstände – Naturkatastrophen oder Flucht vor Krieg – nicht herkömmlich ernährt werden können.

Für wen waren die Riegel gedacht? Ursprünglich für Kinder in Afghanistan und Pakistan. Die Menge würde ausreichen, um etwa 1,5 Millionen Kinder eine Woche lang zu ernähren. Doch nun läuft das Haltbarkeitsdatum der Riegel ab, ohne dass sie verteilt worden wären.

Weshalb ist das nicht geschehen? Weil die Regierung Trump ab dem Moment ihres Amtsantrittes alles daran setzte, die verantwortlicher Behörde USAID so rasch wie möglich abzuwickeln. Dazu gehörte offenbar auch, den Mitarbeitern ihre Arbeit so schwer wie möglich zu machen. Mittlerweile ist ihre Schließung umgesetzt, die Behörde formal aufgelöst.

Und die 500 Tonnen Kindernahrung? Blieben im Lager, obwohl USAID – laut The Atlantic – mehrfach darum angesucht hatte, diese verteilen zu dürfen. Oder aber, sie an das World Food Programme der UNO zur Verteilung weiterreichen zu dürfen. Das wurde aber scheinbar von Washington nicht bewilligt.

Wie geht es jetzt weiter? Laut dem Bericht hat die US-Regierung mittlerweile veranlasst, dass die Riegel in den nächsten Wochen vernichtet werden – sie sollen offenbar vor Ort in Dubai verbrannt werden.

Harte Strafe für Baumkiller Männer müssen über 4 Jahre in Haft

Worum geht es? Im September 2023 schnitten zwei Handwerker, 32 und 39, aus einer dummen Laune heraus den berühmtesten Baum Englands mit einer Motorsäge um. Im vergangenen Mai wurden sie deshalb schuldig gesprochen, nun wurde das Strafmaß verkündet: Die beiden müssen für 4 Jahre und 3 Monate ins Gefängnis.

Welchen Baum haben sie gefällt? Den sogenannten Sycamore Gap tree, ein mehr als 150 Jahre alter Bergahorn, der in einer Senke unmittelbar neben dem antiken Hadrianswall in Nordengland gewachsen war. Baum, Steinmauer und Umgebung ergänzten sich zu einem harmonischen Ganzen, das Bild gehörte zu den bekanntesten Naturdenkmälern Großbritanniens und war auch in dem Hollywoodfilm "Robin Hood – König der Diebe" mit Kevin Costner zu sehen.

Vier Jahre für einen Baum – etwas viel, oder? Das ist natürlich Ansichtssache. Die Richterin am Newcastle Crown Court verurteilte die beiden Männer wegen Sachbeschädigung, die Tat habe "erhebliche soziale Auswirkungen" gehabt, begründete die Richterin. Die Staatsanwaltschaft hatte die Aktion als "sinnlosen Vandalismus" bezeichnet, die Empörung in Großbritannien war groß.

Weshalb haben die beiden Männer den Baum umgeschnitten? Sie konnten in dem Prozess bis zuletzt kein vernünftiges Motiv nennen. Am Dienstag ließ schließlich einer der Täter über seinen Anwalt ausrichten, es sei "leider nur eine betrunkene Dummheit" gewesen, die zu der Tat geführt habe. Der andere gab seinem Mitangeklagten die Hauptschuld und behauptete, er habe sich nur mitreißen lassen.

Ist der Baum unrettbar verloren? Ja, das Bergahorn stürzte durch den Vandalenakt um und beschädigte dabei sogar den Hadrianswall geringfügig. Der Stumpf des Baumes steht bis heute an alter Stelle, am Wall. Doch Gärtnern des National Trust ist es gelungen, aus dem geschnittenen Baum Setzlinge abzuleiten. Einen dieser Setzlinge hat auch König Charles III. erhalten, der versprach, ihn im Garten von Schloss Windsor auspflanzen zu lassen.

Tot mit 114 Jahren Ältester Marathonläufer stirbt bei Unfall

Worum geht es? Der als "ältester Marathonläufer der Welt" bekannte Inder Fauja Singh starb am Montag im Alter von 114 Jahren, nachdem er beim Überqueren einer Straße in seinem Heimatbezirk Jalandhar von einem Auto angefahren worden war. Das teilte sein Biograph auf X mit.

Wie wurde der Inder zum ältesten Marathonläufer? Der Mann, der keine Geburtsurkunde hatte, aber nach Angaben seiner Familie am 1. April 1911 geboren worden war, begann erst mit 89 Jahren mit dem Marathon-Training, hatte aber Zeit seines Lebens Lauftraining absolviert. 2004 und 2012 durfte er in Anbetracht seiner sportlichen Leistung auch die olympische Fackel tragen.

Wie lange lief er Marathon? Von 2000 bis 2013. Seinen ersten Marathon lief er in London, den letzten in Hongkong, da war er nach eigenen Angaben bereits 101 Jahre alt und wäre damit der älteste Marathonläufer der Geschichte gewesen.

Weshalb wäre? Weil er wegen der fehlenden Geburtsurkunde nicht ins "Guiness Buch der Rekorde" aufgenommen wurde.

Wie schell war seine Bestzeit? 5 Stunden 40 Minuten und 4 Sekunden im Jahr 2003 in Toronto. Da war Singh nach eigenen Angaben bereits 92 Jahre alt.

Emmy-Nominierungen "Severance" (27) vor "White Lotus" (24)

Worum geht es? In Los Angeles wurden am Dienstag die Nominierungen für die Emmy-Verleihung am 14. September bekanntgegeben. Neben zahlreichen Favoriten wurden auch einige unerwartete Serien nominiert.

Was sind Emmys? Die Emmy-Awards sind die wichtigsten Preise für US-amerikanische Fernseh-Produktionen. Sie werden seit 1949 vergeben, mittlerweile werden Leistungen in mehr als 90 verschiedenen Kategorien vergeben.

Also sowas wie die Oscars fürs Fernsehen? Genau das, im Grunde. Die Emmys sind fürs TV-Business, was die Oscars für das Filmschaffen, die Tonys für das Theater und die Grammys für die Musikbranche sind. Gemeinsam bilden die vier Awards die wichtigsten Auszeichnungen im amerikanischen Showgeschäft.

Wer wurde heuer am öftesten nominiert? Die 2. Staffel der Science-Fiction- / Drama-Serie "Severance" (läuft seit 2022 auf Apple TV+) mit 27 Nominierungen, die 3. Staffel der Drama- / Crime-Serie "The White Lotus" (auf Sky X) und die erste Staffel der Comic-Adaption "The Penguin" (ebenfalls auf Sky X) mit je 24 Nominierungen.

Gab es heuer Überraschungen? Die super-erfolgreiche britische Mini-Serie "Adolescence" wurde in 13 Kategorien nominiert, darunter auch Hauptdarsteller Owen Cooper, der mit 15 Jahren der jüngste Preisträger aller Zeiten wäre. Und die Feelgood-Liebesgeschichte "Nobody Wants This" (Nertflix) wurde in drei Kategorien nominiert.

Welches sind die erfolgreichsten Serien generell? Die meisten Nominierungen erhielt bislang die Show "Saturday Night Live", die seit 1976 ausgestrahlt wird und 231 Mal nominiert gewesen ist. Und die meisten Auszeichnungen erhielt die Fantasy- / Drama-Serie "Game of Thrones" mit 59 Emmys.

Ostermontag und 8. Mai Frankreich will Feiertage abschaffen

Worum geht es? Der französische Premierminister François Bayrou hat am Dienstag seinen Plan dargelegt, wie die Staatsverschuldung der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der EU eingebremst werden soll. Die herausstechendste einer Vielzahl von Maßnahmen wäre die Abschaffung von zwei gesetzlichen Feiertagen.

An welche Feiertage wird gedacht? Einerseits an den Ostermontag und andererseits an den 8. Mai, also den Tag, an dem Frankreichs Sieg über Nazi-Deutschland gefeiert wird. "Aber ich bin auch für andere Vorschläge offen", so Premier Bayrou.

Warum gerade diese beiden Tage? Weil "der Ostermontag keine religiöse Bedeutung hätte und die gesamte Nation ohnedies mehr arbeiten und produzieren müsse, um den Schuldenstand zu verkleinern.

Gibt es noch weitere Maßnahmen? Ja, dazu gehören ein Einfrieren der öffentlichen Ausgaben für das kommende Jahr, die Beendigung der Steuererleichterungen für Reiche und eine Reduzierung der Zahl der Beamten.

Was ist Frankreichs Ziel? Die Grand Nation will ihr Budgetdefizit von 5,8 (2024) auf zunächst 4,6 Prozent Prozent im Jahr 2025 und bis 2029 auf unter 3 Prozent kriegen. Erschwerend kommt dabei noch hinzu, dass die Verteidigungsausgaben parallel dazu sukzessive steigen sollen: Um 3,5 Milliarden Euro (2026) und bis 2027 um nochmals 3 Milliarden Euro.

Wie soll das gehen? Indem man die Ausgaben drastisch reduziert. Alleine heuer sollen mehr als 40 Milliarden Euro weniger ausgegeben werden als 2024.

Wird es klappen? Es sieht eher nicht danach aus. Sowohl das ganz linke, als auch das ganz rechte Lager im Parlament haben bereits angekündigt, gegen das neue Budget zu stimmen und so die Regierung Bayrou nach nicht einmal einem Jahr zu stürzen.

Und danach? Müsste Präsident Emmanuel Macron entweder wieder einen neuen Premier wählen, wie bereits vergangenes Jahr. Oder aber eine Expertenregierung einsetzen. Beides erscheint politisch derzeit wenig aussichtsreich. Und seinen eigenen Rücktritt schließt der Präsident aus – auch das eine Parallele zu 2024.

Beyoncé bestohlen Dieb klaute unveröffentlichte Songs

Worum geht es? Aus einem Wagen, der zum Tour-Tross von US-Sängerin Beyoncé gehört, wurden letzte Woche in Atlanta, Georgia, Festplatten mit mehreren unveröffentlichten Liedern, Pläne für diverse Kurzfilme sowie eine Setlist für ihre Konzerttournee gestohlen.

Wie kam es dazu? Beyoncés Choreograph Christopher Grant sowie die Tänzerin Diandre Blue hatten den gemieteten Jeep in Atlanta geparkt, um in eine Markthalle zu gehen. Als sie zum Auto zurückkehrten, war die Heckscheibe eingeschlagen und es fehlten zwei Koffer.

Wurde noch etwas gestohlen? Diverses Computer-Equipment, Earpods, Designerkleidung sowie ein Laptop – und das dürfte dem Dieb letztlich zum Verhängnis geworden sein. Denn die Polizei konnte sowohl die Kopfhörer, als auch den Laptop tracken und den mutmaßlichen Langfinger aufspüren.

Wurde alles gefunden – auch die gestohlenen Lieder? Das ist nicht bekannt, die Polizei hält sich dazu bedeckt.

Weshalb ist Beyoncé überhaupt in Atlanta? Sie trat dort insgesamt vier Mal im Rahmen ihrer aktuellen "Cowboy Carter" Tournee auf. Das nächste Konzert geht am 25. Juli in Las Vegas über die Bühne.

War die Sängerin bei dem Diebstahl in Gefahr? Nein, sie war nicht einmal in der Nähe, als es zu dem Einbruch kam.

Sind unveröffentlichte Lieder eigentlich wertvoll!? Das hängt natürlich immer davon ab, wer der Interpret ist. Es kommt gar nicht so selten vor, dass unveröffentlichtes Material von Musikern gestohlen wird. Erst im Januar bekannte sich ein britischer Hacker schuldig, unveröffentlichte Musik von Künstlern wie Coldplay , dem kanadischen Sänger Shawn Mendes und dem amerikanischen Popstar Bebe Rexha gestohlen zu haben. Die Diebin gab zu, durch den Online-Verkauf der Musik rund 42.000 Pfund verdient zu haben.

Barfuß gehen verboten Portofino erlässt strenge Regeln

Worum geht es? Der luxuriöse italienische Badeort Portofino östlich von Genua hat neue Richtlinien für das Verhalten auf öffentlichen Plätzen erlassen. Demnach ist es ab sofort verboten, im Ort barfuß zu gehen sowie in Badekleidung oder mit nacktem Oberkörper durch den Ort zu spazieren. Auch Alkohol darf an öffentlichen Plätzen weder mitgeführt noch konsumiert werden.

Gibt es noch weitere Verbote? ja, auch jede Form von Betteln, auch wenn es unaufdringlich erfolgt, ist untersagt. Und auch "öffentliches Biwakieren" ist verboten – man darf also nicht mehr am Boden, auf Mauern oder in Arkaden sitzen oder liegen. Außerdem sind laute Geräusche nach 0.30 Uhr verboten. Darüber berichtet die Lokalzeitung Il Secolo XIX in ihrer Online-Ausgabe.

Gelten die Verbote im ganzen Ort? Ja, aber insbesondere im historischen Zentrum, auf öffentlichen Parkplätzen und in der Nähe von Kirchen. Und zwar ab sofort und bis einschließlich 30. September.

Und wer sich nicht daran hält? Muss mit Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen.

Was soll damit erreicht werden? Laut Bürgermeister Matteo Viacava sollen damit "die touristische Attraktivität des Ortes" an der ligurischen Riviera geschützt und unangemessene Verhaltensweisen im öffentlichen Raum unterbunden werden. Die Massnahmen werden vor allem als Versuch gesehen, Portofino als exklusives Reiseziel für wohlhabende internationale Gäste zu erhalten.

Ist Portofino denn so exklusiv? Es gehört zu den vornehmsten italienischen Badeorten, was einerseits an seiner räumlichen Begrenztheit und andererseits an der hohen Dichte an Promis liegt. Der Ort, in dem nur mehr 355 Einwohner leben (vor 60 Jahren waren es noch dreimal so viele), hat heute das höchste pro-Kopf-Durchschnittseinkommen in ganz Italien mit mehr als 94.000 Euro. Gleichzeitig kämpft Portofino aber auch mit dem in Italien allgegenwärtigen Overturism.

Sind die neue Maßnahmen unumstritten? Nein, Kritiker sehen darin eine zunehmende soziale Ausgrenzung. Auch die Frage, ob der Schutz des Images eines Ortes auf Kosten grundlegender Freiheiten der Bürger gehen darf, wird in Italien diskutiert.