Worum geht es? EU-Parlament, EU-Rat und EU-Kommission haben sich im sogenannten Trilog auf eine Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geeinigt. Für Landwirte gibt es mehr Geld und weniger Kontrollen.
Was heißt das? Es soll pro Betrieb höchstens eine Vor‐Ort‐Kontrolle pro Jahr geben ("Once-only"-Prinzip). Für kleinere Betriebe bis 30 Hektar können sie in bestimmten Fällen gänzlich entfallen.
Und beim Geld? Für kleinere Betriebe werden die Unterstützungs-Obergrenzen angehoben: Die jährliche Pauschalzahlung steigt auf 3.000 Euro (anstatt vorher 2.500 Euro). Für die betriebliche Entwicklung wird eine einmalige Förderung von bis zu 75.000 Euro möglich (zuvor 50.000 Euro).
Was ist mit Umweltschutz? Mitgliedstaaten können eigenständig entscheiden, in welchem Umfang Bio-Betriebe oder Flächen in Umstellung von bestimmten Anforderungen ausgenommen sind.
Was ist mit Naturkatastrophen? Mitgliedstaaten bekommen verstärkt die Möglichkeit, Krisenzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe zu leisten.
Was bringt das alles? Laut Schätzungen der Kommission könnten Landwirt:innen jährlich bis zu etwa 1,6 Milliarden Euro einsparen, und Verwaltungsbehörden der Mitgliedstaaten ca. 200 Millionen Euro.
Ab wann gilt das? Ab 1. Jänner 2026. Aber es handelt sich bisher nur um eine vorläufige Einigung ("politische Einigung"). Der Entwurf muss noch formal von Parlament und Rat verabschiedet werden.
Worum geht es? Drei chinesische Großkonzerne haben sich zusammengetan und bieten mit dem Aion UT Super seit dieser Woche erstmals ein E-Auto ab 5.500 Euro an.
Wer steckt dahinter? Der Onlinehändler JD.com, der als Großaktionär bei Mediamarkt-Saturn eingestiegen ist, der Batteriekonzern CATL, der den weltweiten Markt dominiert, und der staatseigene Autohersteller GAC aus Guangzhou.
Was ist der Plan? Der Aion UT Super wird mit einer Tauschbatterie ausgeliefert, die 500 Kilometer schaffen soll, berichtet die F.A.Z. Die Miete der Batterie kostet 50 Euro im Monat.
Was heißt Tauschbatterie? Kunden können spezielle Stationen anfahren, an denen wird vollautomatisch von unten die leere Autobatterie entnommen und eine voll geladene eingesetzt. Der Vorgang soll 99 Sekunden dauern.
Wie viele dieser Stationen gibt es? Momentan 800, bis Ende des Jahres sollen es 1000 sein.
Worum geht es? Am Kelingking Beach auf einer kleinen Insel vor Bali sollte ein gläserner Panoramalift entstehen, um spektakuläre Fotos (für Instagram & Co) zu ermöglichen. Nun wurde das Projekt gestoppt.
Was steckt dahinter? Der Aufzug sollte an der steilen Felsklippe errichtet werden — mit einer Höhe von rund 182 Metern. Ziel war, den Aussichtspunkt oben auf die Strandebene zu erreichen — bislang war das nur über eine sehr steile Treppe möglich.
Wie lange dauert der Aufstieg? Zwischen 45 und 60 Minuten.
Warum nun das Aus? Es fehlten Genehmigungen. Viele Einheimische und Touristen kritisieren, der Lift zerstöre die unberührte Naturkulisse. Es stellten sich auch Fragen zur Erdbebensicherheit.
Ist der Stopp endgültig? Nein, aber es ist nicht klar, ob und wann das Projekt vollständig weitergeführt oder neu genehmigt wird.
Was ist das Problem? Der Turm ist bereits halb fertig gebaut und steht jetzt hässlich und unnütz in der Gegend herum.
Wer hat ihn gebaut? Unter anderem die China Kaishi Group bzw. das indonesische Unternehmen PT Bangun Nusa Properti (als Projektträger genannt) mit chinesischer Beteiligung.
Worum geht es? 2023 gründete Sahra Wagenknecht, ehemalige Chefin der deutschen Linken, die Partei "Bündnis Sahra Wagenknecht" (BSW). Nun tritt sie ab.
Wirklich? Also so halb. Am Montag gab sie bekannt, dass sie nicht länger als Bundesvorsitzende des BSW fungieren werde. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie nicht vollständig aus der Politik ausscheiden will.
Was tut sie weiter? Sie möchte weiter eine führende Rolle im Bündnis einnehmen, eventuell durch die Leitung einer neu geschaffenen Grundwertekommission.
Warum geht Wagenknecht? Bei der Bundestagswahl im Februar hatte das BSW knapp die 5-% Hürde verfehlt und den Einzug in den Bundestag verpasst. Es folgten heftige interne Debatten über Kurs und Führung.
Wer wird Nachfolger? Als Favorit wird Fabio de Masi als Co-Vorsitzender – neben der bisherigen Co-Chefin Amira Mohamed Ali – gehandelt.
Was ändert sich noch? Der Name, unklar ist noch wie. Favorit ist derzeit "Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft". Etwas sperrig, aber die Initialen könnten erhalten bleiben.
Worum geht es? In Chinas und Russlands Führungszirkel fällt man nicht auf, wenn man da ist, sondern wenn man fehlt. In diesem Fall Sergej Lawrow, Russlands Außenminister.
Was ist passiert? Am vergangenen Dienstag wies Wladimir Putin den Sicherheitsrat im Kreml an, Vorschläge für die mögliche Wiederaufnahme von Atomwaffentests auszuarbeiten. Lawrow fehlte als einziges ständiges Mitglied.
Zufall? Naja, der 75-jährige wurde auch nicht in die russische Delegation für den bevorstehenden G20-Gipfel in Südafrika berufen; an seiner Stelle wurde ein rangniedrigerer Beamter ernannt.
Wie reagierte der Kreml? Er wies Spekulationen, Lawrow sei bei Putin in Ungnade gefallen, am Montag als "absolut unwahr" zurück und erklärte, es bestehe "kein Grund zur Beachtung" und "alles sei in Ordnung".
Was könnte der Hintergrund sein? Putin ist möglicherweise verärgert, dass ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump (vorerst) nicht zustande kommt.
Was hat Lawrow damit zu tun? Laut Medienberichten wurde das Treffen nach einem angespannten Telefonat zwischen Lawrow und dem US-Außenminister Marco Rubio abgesagt.
Was ist dabei passiert? US-Beamte waren von Lawrows Forderungen und seinem starren Beharren auf Russlands maximalen Positionen in den Ukraine-Friedensgesprächen überrascht, was Washington davon überzeugte, dass ein Gipfeltreffen sinnlos wäre.
Worum geht es? Als erster syrischer Präsident seit der Unabhängigkeit des Landes wurde Ahmed al-Sharaa am Montag von Donald Trump im Weißen Haus empfangen.
Warum ist das brisant? Sharaa stand früher auf der Sanktions- und Terrorbeobachtungsliste. Er hatte während des syrischen Bürgerkriegs Verbindungen zu bewaffneten Gruppen, die als "terroristische Organisationen" eingestuft wurden.
Steht er immer noch auf der Liste? Nein, 2023 wurde sein Name von der Liste gestrichen, nachdem er im Rahmen eines Versöhnungsprozesses in Syrien eine politische Rolle übernommen hatte.
Ist das in den USA umstritten? Viele US-Politiker (besonders Demokraten und einige Republikaner) kritisieren Trumps Entscheidung, al-Sharaa ins Weiße Haus einzuladen, scharf.
Was sagt Trump? Sein Team verteidigt den Schritt als "Realpolitik". Wörtlich: "Wir verhandeln nicht mit Engeln, sondern mit den Menschen, die Einfluss haben."
Worum ging es? Sharaa wollte die Aufhebung umfangreicher US-Sanktionen gegen Syrien erreichen. Die Gespräche erfolgten weitgehend hinter verschlossenen Türen.
Hat er sein Ziel erreicht? Zum Teil. Die US-Regierung kündigte an, bestimmte Sanktionen gegen Syrien für 180 Tage auszusetzen. Für Trump ist das ein strategischer Schritt im Nahen Osten, der zeigt, dass er auch mit früheren Paria-Regimen verhandelt.
Worum geht es? Singapur führt als weltweit erster Flughafen eine Abgabe auf nachhaltigen Flugtreibstoff (SAF-Levy) ein.
Was heißt das? Ab 1. April 2026 wird auf Flugtickets eine Umweltabgabe eingehoben, wenn der Flug von Singapur startet. Das Geld fließt in einen staatlichen Fonds, der nachhaltige Treibstoffe einkauft und den Einsatz am Airport Changi fördert.
Was ist der Sinn? Die Idee ist, Fluggesellschaften beim Umstieg auf umweltfreundlichere, aber teurere Treibstoffe zu unterstützen.
Wie hoch ist die Steuer? Für Economy-Class-Tickets zwischen 70 Cent und 7 Euro, für Business- oder First-Class bis zu 28 Euro. Transitpassagiere (die nur umsteigen) müssen nichts zahlen.
Was ist das Ziel? Den Anteil von nachhaltigem Flugkraftstoff bis 2030 auf 3 bis 5 Prozent zu steigern. Nachhaltiger Treibstoff verursacht bis zu 80 Prozent weniger CO₂ als normales Kerosin, ist aber viel teurer.
Worum geht es? Nach drei Wochen Haft wurde der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy am Montag aus der Haft entlassen. Der 70-Jährige trägt nun eine Fußfessel.
Warum war er in Haft? Er war im September wegen "krimineller Verschwörung" verurteilt worden. Sarkozy war beschuldigt worden, von 2005 bis 2007 verdeckte Wahlkampffinanzierung aus Libyen erhalten zu haben, insbesondere Gelder des Gaddafi-Regimes, im Austausch für politische Gefälligkeiten.
Wie wurde das bekannt? Ein Zeuge hatte 2016 ausgesagt, er habe Ende 2006 oder Anfang 2007 mehrere in Libyen vorbereitete Koffer mit insgesamt fünf Millionen Euro ins Pariser Innenministerium gebracht, das damals von Sarkozy geführt wurde.
Wie lautete das Urteil? Fünf Jahre Haft, weil er "Teil einer kriminellen Vereinigung" war. Sarkozy bestritt jegliches Fehlverhalten, legte Berufung ein. Über sie wird erst entschieden.
Warum kam er gleich in Haft? Das Gericht ordnete eine "vorläufige Vollstreckung" an, das Urteil musste sofort vollzogen werden.
Wie war Sarkozy untergebracht? In einer 12 Quadratmeter großen Einzelzelle, "höllisch" und "einen Albtraum" nannte er das. Anhänger schickten ihm pro Tag im Schnitt 100 Briefe.
Was passierte am Montag? Gegen 13:45 Uhr genehmigte das Berufungsgericht den Antrag auf Haftenlassung. Sarkozy verließ um 15 Uhr das Gefängnis La Santé in einem Auto mit getönten Scheiben.
Gibt es Auflagen? Ja, er darf Frankreich nicht verlassen, der Kontakt zu hochrangigen Justizbeamten ist ihm verboten.
Wie ist das mit der Fußfessel? Sarkozy darf sich nur in seiner Wohnung in Paris und an genehmigten Orten aufhalten (z. B. bei Gerichtsterminen oder Arztbesuchen). Diese Überwachung gilt bis zur Entscheidung im Berufungsverfahren, was mehrere Monate dauern kann.