Worum geht es? Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney starb am Dienstag im Alter von 84 Jahren. Nach Angaben seiner Familie erlag er den Folgen einer Lungenentzündung sowie Herz- und Gefäßerkrankungen, mit denen er seit Jahrzehnten zu kämpfen hatte.
Wer war Cheney? Der vielleicht mächtigste "Vize" in der US-Geschichte. Zugleich eine der einflussreichsten und umstrittensten Persönlichkeiten der amerikanischen Politik.
Warum? Der Republikaner arbeitete zunächst im Umfeld der Nixon-Regierungen. Unter Präsident Gerald Ford wurde er 1975 Stabschef des Weißen Hauses. 1989 berief ihn Präsident George H. W. Bush zum Verteidigungsminister.
Welche Rolle kam ihm danach zu? Nach einem Ausflug in die Privatwirtschaft wurde Cheney Vizepräsident unter George W. Bush (2001–2009) und galt ab da als der starke Mann im Hintergrund. Das ließ sich an zwei historischen Ereignissen ablesen, den Terroranschlag auf NewYork und den Angriff auf den Irak.
Was ist damit gemeint? Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 setzte sich Cheney für harte Sicherheitsmaßnahmen und umfassende Überwachungsprogramme ein. Kritiker warfen ihm Machtmissbrauch und die Förderung von Foltermethoden vor; seine Befürworter sahen in ihm hingegen einen entschlossenen Verteidiger der nationalen Sicherheit.
Was war mit dem Irak? Cheney spielte eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung, den Irak 2003 anzugreifen, unter dem Vorwand, dort gäbe es Massenvernichtungswaffen.
Was weiß man über ihn privat? Dick Cheney hinterlässt seine Ehefrau Lynne Cheney, mit der er seit 1964 verheiratet war, sowie zwei Töchter – Liz Cheney, frühere Kongressabgeordnete, und Mary Cheney, politische Beraterin.
Warum ist das politisch relevant? Tochter Liz wurde aus der Partei ausgeschlossen. Sie hatte im U-Ausschuss nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Jänner 2021 eine führende Rolle gespielt. Cheney wurde ab da zu einem der härtesten Trump-Kritiker in der eigenen republikanischen Partei.
Wie äußerte er sich? Zu Beginn von Trumps Präsidentschaft 2016 hielt sich Cheney öffentlich zurück. Nach der Präsidentschaftswahl 2020 und dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 wandte sich Cheney offen gegen Trump.
Konkret? Er bezeichnete Trumps Verhalten als "Gefahr für die Demokratie". Im Zitat: "In unserer 246-jährigen Geschichte gab es noch nie jemanden, der eine größere Bedrohung für unsere Republik darstellte als Donald Trump."
Worum geht es? Der neue Bericht des United Nations Environment Programme (UNEP) fällt ernüchternd aus. Das angepeilte Klimaziel scheint in immer weitere Ferne zu rücken.
Was war das Klimaziel? Am Pariser Klimagipfel 2015 wurde ein völkerrechtlich verbindliches Klimaabkommen paktiert. Danach muss die globale Erwärmung auf "deutlich unter 2 °C" und möglichst 1,5 °C seit vorindustrieller Zeit begrenz werden.
Wie schaut es aktuell aus? Im aktuellen "Emissions Gap Report 2025: Off Target", der am Dienstag veröffentlicht wurde, steht: "Wenn nur die gegenwärtigen politischen Maßnahmen umgesetzt werden (ohne zusätzliche ambitionierte Schritte) kommt es bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von ca. 2,8 Grad.
Was ist mit dem 1,5-Grad-Ziel? Der Bericht sagt klar: Der Pfad zu 1,5 Grad wird sehr wahrscheinlich überschritten, eventuell bereits in diesem Jahrzehnt.
Welche Chancen gibt es? Wenn alle aktuellen nationalen Beiträge (NDCs) vollständig umgesetzt werden wird die Steigerung "nur" 2,3 bis 2,5 Grad betragen, die Maßnahmen sind einfach zu defensiv und wirken zu langsam.
Wirken sie überhaupt? Ja, im vergangenen Jahr sagten das Forschungs-Team im selben Bericht eine Erwärmung von 3,1 Grad voraus.
Warum wirken die Maßnahmen so langsam? Die globalen Treibhausgas‑Emissionen sind im Vorjahr erneut gestiegen. Für eine realistische Chance, die Erwärmung auf oder unter 2 Grad zu halten, wären bis 2023 Emissionsreduktionen um etwa 35 % gegenüber 2019 erforderlich; für 1,5 Grad wären etwa 55 % nötig.
Worum geht es? Erst in der vergangenen Woche hatte sich US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi Jinping getroffen. Danach war er offiziell voller Euphorie über den Termin. Das war wohl etwas voreilig.
Warum? Am Dienstag vereinbarten China und Russland eine "strategische Partnerschaft". Die beiden Länder kündigten an, einander im Kampf gegen die jüngsten US-Sanktionen zu unterstützen. Wohl in Hinblick auf die USA sprach Xi von einer "strategischen Wahl".
Was ist der Hintergrund? Der russische Ministerpräsident Mikhail Mishustin zwar zwei Tage lang zu Besuch in China. Am Dienstag traf er Präsident Xi Jinping in der "Großen Halle des Volkes" in Peking.
Was wurde vereinbart? Beide Seiten verständigten sich darauf, die gegenseitigen Investitionen zu erhöhen und die Zusammenarbeit in Energie, Landwirtschaft, Konnektivität sowie in "neuen Bereichen" wie Digitalwirtschaft, Künstliche Intelligenz und grünem Wachstum auszubauen.
Warum stehen beide unter Druck? Weil die jüngst angekündigten Maßnahmen von Donald Trump nicht nur Russland treffen. Die USA haben russisches Öl sanktioniert und drei chinesische Raffinerien, die es nutzen, auf die Sanktionsliste gesetzt.
Worum geht es? 55 Staffeln, über 4.000 Episoden, seit November 1969 zu sehen: Aber 2024 wurden dann keine Folgen der Sesamstraße mehr in Auftrag gegeben, die letzten liefen heuer im US-TV. Aber nun gibt es ein Comeback.
Was passiert? Netflix veröffentlichte den ersten Trailer und kündigte an: Am 10. November geht es mit der neuen Staffel los. Der Streamer hat sich die Rechte gesichert.
Was lief da im Hintergrund? Zuletzt war die Sesamstraße bei HBO Max zu sehen. Da die Quoten immer weiter nach unten gingen, reichte der Sender die Serie an Netflix weiter.
Was gibt es jetzt zu sehen? Alle bekannten Charaktere, von Elmo bis zum Krümelmonster. Jede Episode besteht aus zwei 11 Minuten langen Geschichten plus einem animierten Segment namens „Tales from 123. Dazu gibt es 90 Minuten Bonusmaterial über den TV-Klassiker. Die Folgen sind in 30 Sprachen verfügbar.
Worum geht es? Fast 2.000 Afghanen sind in Pakistan gestrandet. Sie hatten von Deutschland die Garantie erhalten, einreisen zu dürfen, die neue Regierung fühlt sich daran aber nicht mehr gebunden. Sie will lieber Geld zahlen.
Was ist der Hintergrund? Die Machtübernahme der Taliban 2021 brachte Tausende Afghanen in Gefahr. Sie hatten in sensiblen Bereichen gearbeitet, bei NGOs, westliche Regierung mit Informationen versorgt oder halfen den Militärs.
Was wurde ihnen garantiert? Die frühere Regierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) gab ein Aufnahmeversprechen ab. Die aktuelle Koalition aus CDU/CSU und SPD vereinbarte aber bereits im Koalitionspakt, Aufnahmeprogramme so weit wie möglich einzustellen.
Warum ist die Situation besonders heikel? Weil Pakistan begonnen hat, Afghanen in ihre Heimat abzuschieben. Nach Deutschland dürfen sie nicht, daheim ist es für sie gefährlich.
Was passierte nun? Die 1.910 Verbliebenen bekamen eine E-Mail "im Auftrag des Bundesinnenministeriums". Darin wird ihnen mitgeteilt, dass entgegen der Vereinbarung nicht alle Verfahren bis Jahresende abgeschlossen sein werden. Und: es wird ein Angebot unterbreitet.
Nämlich? Wer freiwillig nach Afghanistan zurückkehrt bekommt Geld, Einzelpersonen und Familien zwischen 2.500 und 10.000 Euro und Sachleistungen. Etwa 1.000 Personen sollen das Angebot erhalten haben.
Worum geht es? Englands bekanntester Fußball darf sich nun "Sir David Beckham" nennen, seine Frau "Lady Victoria Beckham".
Wie das? Beckham wurde am Dienstag im Windsor Castle von King Charles III zum Ritter geschlagen (Knight Bachelor) für „Verdienste im Sport und im Wohltätigkeitsbereich.
Wie reagierte Beckham? Gerührt iund geschüttelt. Er bezeichnete den Moment als den stolzesten seines Lebens ("so proud it doesn’t get any better"), besonders im Rückblick auf seinen Weg vom Osten Londons bis zur globalen Ikone.
Wer war bei ihm? Seine Eltern und natürlich Lady Victoria.
Was fiel auf? Beckham trug einen eigens von Victoria entworfener Cutaway im klassischen Stil („morning suit“), inspiriert durch den Stil von King Charles.
Wie erfolgreich war Beckham? Der Freistoß-König spielte 115 Mal für die englische Nationalmannschaft, holte vier Titel mit Manchester United, war später Star bei Real Madrid. Er engagiert sich seit vielen Jahren karitativ, als Botschafter für UNICEF (schlug ihn für die Ernennung vor) und in der The King’s Foundation.
Ist er ein Monarchist? Und wie! Als Elizabeth II. 2022 starb, wartete er in London zwölf Stunden in der kilometerlangen Schlange, um ihr die letzte Ehre zu erweisen
Worum geht es? In der deutschen Bundesregierung ist ein offener Streit über die Asylpolitik ausgebrochen. Kanzler Friedrich Merz (CDU) will, dass Syrer in ihre Heimat zurückkehren.
Was sagte Merz genau? Auf einer Pressekonferenz mit dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) meinte er: "Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland, und deswegen können wir auch mit Rückführungen beginnen".
Wie soll die Rückkehr erfolgen? Merz glaubt, dass viele freiwillig heimreisen werden. Straftäter sollten abgeschoben werden.
Gibt es Widerspruch? Ja, die Gesellschaft für bedrohte Völker sprach wörtlich von einer "Schande". Die Bundesregierung ignoriere "die systematischen Menschenrechtsverbrechen der islamistischen Machthaber in Syrien.
Wie regiert der Regierungspartner? Ablehnend bis zurückhaltend. Die SPD knüpfte die Abschiebung an Bedingungen, will für Straftäter weiter Einzelfallprüfungen und erinnerte an die vielen "hervorragend Integrierten".
Aber auch die CDU ist uneins, oder? Ja, Außenminister Johann Wadephul hatte sich bei einem Besuch in Syrien über Heimkehr und Abschiebung skeptisch gezeigt. "Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben", sagte er. Das Land sehe schlimmer aus als Deutschland 1945.
Was passiert als nächstes? Merz hat den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa nach Deutschland eingeladen, um mit ihm über die Abschiebung von syrischen Straftätern zu sprechen.
Worum geht es? Die neue Koalition in Tschechien aus drei rechten oder rechtspopulistischen Parteien steht, auch das Programm wurde fixiert. Weniger Klimaschutz, Verbrennerautos sollen weiter fahren dürfen, in der EU und in der NATO will das Land bleiben.
Was ist die Vorgeschichte? Anfang Oktober fanden in Tschechien Parlamentswahlen statt. Die oppositionelle Partei Ano von Unternehmer-Milliardär Andrej Babiš gewann mit 34,5 Prozent der Stimmen.
Wer bildet nun die Regierung? Aufgrund des Wahlergebnisses brauchte Babiš zwei Partner. Mit den beiden Kleinparteien "Freiheit und direkte Demokratie" (SPD) und der Autofahrerpartei Motoristé sobě wurde er einig. Das Dreierbündnis besetzt 108 der 200 Sitze im Prager Abgeordnetenhaus.
Gibt es schon eine Regierung? Nein, die Minister sollen erst bis Mitte Dezember festgelegt werden, einige rechtsextreme Kandidaten gelten als problematisch. Die Ano wird den Regierungschef und 8 Minister stellen, die SPD 3, die Autopartei 4.
Was steht nun im Regierungsprogramm? Es soll keine Steuererhöhungen geben, stattdessen eine Senkung der Körperschaftsteuer von 21 % auf 19 %. Der Euro als Währung wird abgelehnt, es bleibt die Krone. Die Kernenergie soll ausgebaut werden.
Was ist mit Klimaschutz? Die drei Parteien fordern Rücknahme oder Stopp von Teilen der EU‑Klimapolitik, die Kritik am European Green Deal ist deutlich. Das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 in der EU sei "inakzeptabel".
Was ist das sichtbare Zeichen dafür? Die Motoristenpartei übernimmt neben Kultur-, Sport- und Außen- auch das Umweltministerium.
Was ist mit der Migration? Die künftige Regierung will eine Nulltoleranz-Politik bei irregulären Einreisen, der EU-Migrations- und Asylpakt wird abgelehnt. Es soll ein neues Asylgesetz erarbeitet werden, das Schutz nur in Ausnahmefällen vorsieht.
Was sonst noch? Das Renten-Eintrittsalter wird mit 65 gedeckelt. Für NGOs und Medien ist eine stärkere Kontrolle geplant. Das Dreierbündnis tritt für eine Reduktion der Ukrainehilfe ein.