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25. März 2026

Macht YouTube süchtig? Gericht verhängt 3-Millionen-Strafe

Worum geht es? Eine 20-jährige Frau aus Kalifornien verklagte den Social-Media-Giganten Meta (Facebook, Instagram) und die Videoplattform YouTube. Sie habe durch deren Nutzung ein Suchtverhalten entwickelt, das zu psychischen Störungen geführt hätte, behauptete die Frau.

Was passierte nun? Am Mittwoch sprachen die Geschworenen in dem Prozess, bei dem sogar Meta-Chef Mark Zuckerberg aussagen musste, das Urteil.

Welche Störungen seien dadurch entstanden? Die junge Frau sei bereits im Alter von sechs Jahren von YouTube und mit neun Jahren von Instagram abhängig geworden und habe laut ihren Anwälten dadurch schwere Depressionen entwickelt. In der Folge hätte sie sich selbst verletzt und massive soziale Ängste und Körperwahrnehmungsstörungen ausgebildet.

Wie lautet das Urteil? Nach insgesamt neun Tagen Beratungen entschieden die Geschworenen, dass die Unternehmen fahrlässig gehandelt und ihre User nicht ausreichend vor den Gefahren der angewendeten Algorithmen gewarnt hätten.

Was heißt das für die Klägerin? Für die Leiden und Schmerzen, die die 20-Jährige durch das Versäumnis der Konzerne erlitten habe, wurde ihr ein Schadenersatz von drei Millionen Dollar (ca. 2,6 Mio. Euro) zugesprochen, den sich die Konzerne im Verhältnis 70 (Meta) zu 30 (YouTube) aufzuteilen hätten.

Wie geht es jetzt weiter? Die Unternehmen bestreiten weiterhin die Vorwürfe und planen, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Was ist das große Bild? Drei Millionen Dollar sind für die beklagten Konzerne ein Pappenstiel. Die entscheidende Frage aber ist: Sollte der Schuldspruch auch in den folgenden Instanzen halten, müssen sie dann die Algorithmen ihrer Plattformen grundlegend ändern?

Weitere Meldungen

Prozess gegen Musk Weil er Twitter schlecht geredet hatte

Worum geht es? Juristischer Dämpfer für Elon Musk. Sein Vorgehen im Zuge der Übernahme von Twitter (heute X) im Jahr 2022 führten nun zu einem Prozess.

Und? Geschworene eines Bezirksgerichts in San Francisco kamen zur Erkenntnis, dass der reichste Mensch der Welt mit zwei irreführenden Äußerungen ein Wertpapiergesetz verletzt hätte.

Was ist der konkrete Vorwurf? Musk hatte im April 2022 dem Twitter-Kauf für eine Summe von 44 Milliarden Dollar zugestimmt. Kurz darauf begann er allerdings, das Unternehmen schlecht zu reden. So behauptete Musk etwa, der Nachrichtendienst hätte viel mehr automatisierte Bot-Accounts als offiziell angegeben.

Was wollte er? Musk drohte, den Kauf abzublasen, möglicherweise pokerte er um einen geringeren Verkaufspreis. Aber der Verwaltungsrat des Unternehmens beharrte auf der Einhaltung des Deals. Ende Oktober 2022 gab Musk schließlich nach und kaufte Twitter um die vereinbarte Summe.

Also, Ende gut, alles gut? Nein, denn noch im Oktober 2022, also vor Abschluss des Kaufs, verklagten Twitter-Aktionäre Musk, weil dieser durch seine Behauptungen den Aktienkurs des börsennotierten Unternehmens absichtlich manipuliert hätte.

Und das jetzige Geschworenenurteil? Gibt den Klägern von damals recht. Musks irreführende Äußerungen hätten den Börsenwert von Twitter gemindert. Deshalb muss der Milliardär den Klägern eine Entschädigung zahlen.

Um wie viel geht es dabei? Das wird zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt, bis jetzt ist vorerst nur das Urteil gefällt worden.

Was sagt Elon Musk dazu? Bis jetzt noch gar nichts. Der Multimilliardär (aktuell etwa 839 Milliarden Dollar laut Forbes) hat sich noch nicht zu dem Urteil geäußert. Insider gehen aber davon aus, dass Musk gegen das Urteil berufen wird.

Ein Dorf am Mond NASA will dauerhafte Basis errichten

Worum geht es? Die US-Raumfahrtbehörde NASA will, dass Menschen längerfristig auf dem Mond leben und arbeiten können. Deshalb will sie eine neue Basis auf dem Erdtrabanten errichten.

Wann soll es losgehen? Die Basis soll in den nächsten sieben Jahren aufgebaut werden und etwa 20 Milliarden US-Dollar kosten.

Was ist das große Bild? Die Pläne sind Teil des Artemis-Programms der USA: Ab 1. April startet eine Mission, Artemis II umkreist den Mond aber nur und landet nicht. Ab 2028 sind wieder Mondlandungen geplant, danach soll Schritt für Schritt der Aufbau einer Mondstation erfolgen.

Was ist das langfristige Ziel? Die Mondbasis könnte als Zwischenstation für Marsflüge dienen, schrieb NASA-Chef Jared Isaacman in einer Mitteilung.

Warum der Zeitdruck? Weil China in den Wettbewerb eingestiegen ist. Die Asiaten planen eine Mondlandung bis etwa 2030.

Wann waren zuletzt US-Astronauten auf dem Mond? 1972. Die Amerikaner wollen jetzt mit Artemis IV zwei Jahre früher am Mond stehen als die Chinesen. Das hatte US-Präsident Donald Trump im Dezember vergangenen Jahres per Dekret festgelegt.

EU-Pakt mit Australien Fast alle Zölle werden abgeschafft

Worum geht es? Nach rund acht Jahren Verhandlungen haben sich die EU und Australien auf ein umfassendes Abkommen geeinigt. Es gilt als "historisch" und stärkt die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen deutlich.

Gilt es schon? Nein, die formelle Unterzeichnung und Ratifizierung stehen noch an (juristische Prüfung etc.).

Was bringt der Pakt? Fast alle Zölle werden abgeschafft (auf beiden Seiten). EU-Unternehmen sparen dadurch etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr. EU-Exporte nach Australien könnten um 30 Prozent oder mehr steigen.

Was heißt das für die Landwirtschaft? Mehr Zugang für australische Produkte (z. B. Rindfleisch, Milchprodukte) – aber mit Quoten und Schutzmaßnahmen. EU-Produkte wie Wein, Schokolade, verarbeitete Lebensmittel profitieren ebenfalls.

Und für die Industrie? Australien senkt Zölle auf EU-Autos (inkl. Elektroautos). Besonders wichtig für europäische Branchen wie Maschinenbau und Chemie. Die Zusammenarbeit bei kritischen Rohstoffen (z. B. Lithium) und Wasserstoff wird verstärkt.

Kritik? Einige Branchen (z. B. Bauern, Autoindustrie in Australien) zeigen sich unzufrieden.

Aufpasser für Journalisten Pentagon verhängt neue Medienregeln

Worum geht es? Ein Bundesrichter hatte am Freitag die Beschränkungen des Pentagons für Journalisten als Verstoß gegen den ersten Verfassungszusatz verurteilt. Die New York Times hatte geklagt.

Was ist der Hintergrund? Das Pentagon hatte im Dezember verfügt, dass Reporter eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen müssten, um ihre Presseakkreditierung zu behalten. Sogar Fox (bei dem Verteidigungsminister Pete Hegseth zuvor gearbeitet hatte), verwehrte sich gegen die "Zensur".

Was nun? Das Pentagon will die Gerichtsentscheidung bekämpfen, stellte aber in einem Memorandum gleichzeitig neue Medienregeln auf.

Was steht drin? Der "Korrespondentenkorridor" wird geschlossen (hier konnte man Gesprächpartner treffen), die Presse wird in einen Nebenbau "verbannt" und Zutritt gibt es für Journalisten nur mehr mit "Begleitung durch autorisiertes Personal des Ministeriums".

Wie nehmen das die Betroffenen auf? Der National Press Club verurteilte die neuen Regeln, sie würden die Arbeit der Journalisten "stark einschränken".

Was enthüllt "Secrets"? Star-Reporter veröffentlicht Memoiren

Worum geht es? Gemeinsam mit Carl Bernstein enthüllte Bob Woodward für die Washington Post den Watergate-Skandal, der die Regierung von Präsident Nixon stürzte. Nun veröffentlicht Woodward seine Memoiren, schreibt Axios.

Was weiß man über das Buch? Es wird "Secrets : A Reporter's Memoir" heißen und am 29. September bei "Simon & Schuster erscheinen. Woodward arbeitet seit einem Jahr daran und ist abgetaucht.

Was macht das Buch brisant? Es verspricht, auch einige der geheimen Quellen zu enttarnen. Ob auch "Deep Throat" darunter ist, die geheime Quelle für den Watergate-Skandal, ist noch unklar.

Was sagt Woodward? "Einige meiner besten Quellen sind verstorben, und ich kann diese Geschichten jetzt erzählen",  zitiert ihn Axios. "Meine Frau Elsa Walsh nennt sie die 'ewigen Quellen'. Aber das ist nun vorbei, denn sie sind nicht mehr da."

Was bringt das Buch? Woodward habe "Notizen, Transkripte und Akten aller seiner Interviews mit den wichtigsten Akteuren in Washington aufbewahrt", von der Vietnam- und Nixon-Ära bis heute, so Simon & Schuster in einer Mitteilung.

Was wird noch interessant? Woodward will seine Recherchemethoden verraten und zeigen, wie man Menschen zum Reden bringt.

Wer ist Bob Woodward? Ein heute 83 Jahre alter Star-Reporter, der seit 55 Jahren bei der Washington Post arbeitet und nebenher 24 Bestseller geschrieben hat.

Millionen dank Trump Broker machten verdächtige Geschäfte

Worum geht es? Am Montag um 7.04 Uhr Ortszeit in New York postete US-Präsident Donald Trump auf Truth Social: Er werde sein Ultimatum für das Mullah-Regime im Iran verlängern. Er begründete das mit angeblichen Gesprächen über einen Friedensschluss.

Was war die Folge? Die Weltwirtschaft atmete hörbar auf und die Ölpreise sanken binnen kurzer Zeit stark. Gleichzeitig stiegen die Kurse von Terminkontrakten auf den US-Aktienindex S&P.

Was ist das? Es handelt sich um Verträge, bei denen im Grunde darauf gewettet wird, dass der Wert einer bestimmten Sache stark steigen oder fallen wird.

Ja und? Jetzt wird es seltsam. Denn exakt 15 Minuten, bevor Trump sein Posting absetzte, haben Börsenhändler über eine halbe Milliarde Dollar in Terminkontrakte auf Ölpreise investiert, bei denen darauf spekuliert worden ist, dass der Ölpreis fallen wird, berichtet nun die Financial Times.

Weiß man, wer die Investments getätigt hat? Nein, weder wer, noch wie viele Personen es genau waren.

Zufall? Wäre möglich. Allerdings: Es ist nicht das erste Mal, dass Unbekannte Geld mit Finanzwetten machen, die von Entscheidungen der US-Regierung und des Präsidenten abhängig waren. Ähnliche Vorgänge gab es auch vor den Angriffen auf Venezuela und den Iran.

Insiderhandel? Es gibt offenbar keine Beweise. Allerdings zitiert die Financial Times die Broker mehrerer Hedgefonds, die in den letzten Monaten mehrere auffällige, weil zeitlich abgestimmte Transaktionen dieser Art registriert haben wollen.

Gibt es ein Statement aus dem Weißen Haus dazu? Dessen Sprecher, Kush Desai, erklärte, dass es nicht geduldet werde, sollten Regierungsbeamte von Insiderwissen profitiert haben. Desai bezeichnete aber gleichzeitig jede Andeutung, dass Beamte an solchen Aktivitäten beteiligt seien, ohne dafür Beweise zu haben, als unbegründet und unverantwortlich.

Buch für 120.00 Euro Stürmer-Star Erling Haaland kauft Sage

Worum geht es? Er sei "nie der große Leser" gewesen, so Norwegens Star-Stürmer Erling Haaland, der hauptberuflich sein Brot beim englischen Topclub Manchester City verdient. Trotzdem hat er jetzt ein Buch gekauft – und dann gleich eines um 120.000 Euro.

Um welches Buch geht es hier? Eine Ausgabe von Snorre Sturlasons Königssagen aus dem Jahr 1594. Das Werk gilt als das wichtigste norwegische Buch überhaupt – und ist jetzt jedenfalls auch das teuerste.

Wie kam der Kicker auf die Idee? Der 25-Jährige ersteigerte das historische Werk im vergangenen Dezember gemeinsam mit seinem Vater Alf-Inge bei einer Auktion.

Und kommt es jetzt in Haalands Bibliothek? Nein, das Buch soll als Dauerleihgabe an Haalands Heimatgemeinde Time verliehen und so jedem Interessierten zugänglich gemacht werden, "damit alle über jene nachlesen können, die aus meiner Gegend kamen, aus Bryne und Jæren".

Reißt das Buch ein Loch in Haalands Konto? Eher nein. Der Stürmer kassiert bei Manchester City ein jährliches Grundgehalt von etwa 30 Millionen Euro, da gehen sich notfalls noch mehr historische Schmöker aus.