Worum geht es? Am Donnerstag sagte die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses über ihre Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus. Der Erkenntnisgewinn daraus war eher überschaubar.
Was sagte Hillary Clinton aus? "Ich kann mich nicht daran erinnern, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie mit seinem Flugzeug geflogen und habe weder seine Insel noch seine Häuser oder Büros besucht", so die 78-jährige Frau von Ex-Präsident Bill Clinton. Auch von den kriminellen Machenschaften von Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell hätte sie nichts gewusst.
Welchen Sinn hatte diese Aussage überhaupt? Sowohl Bill als auch Hillary Clinton wurden von dem U-Ausschuss vorgeladen, der untersucht, wie Behörden in der Epstein-Affäre gehandelt haben und welche Verbindungen prominenter Personen zu Jeffrey Epstein bestanden haben. Am Freitag wird der Alt-Präsident dem Ausschuss Rede und Antwort stehen.
Sagen die beiden freiwillig aus? Nein, sie wollten zuerst auch gar nicht vor dem Ausschuss erscheinen und sagten erst nach der Androhung von rechtlichen Sanktionen zu.
Kannte Bill Clinton Epstein? Ja, das ist evident. Er bestreitet allerdings, jemals irgendetwas vom Missbrauchs-System, das Jeffrey Epstein betrieben hat, mitbekommen zu haben. Und es stehen auch keinerlei strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn im Raum. Epstein starb 2019 in der Untersuchungshaft, mutmaßlich durch Suizid.
Erschien Hillary persönlich im Kongress? Nein, sie ließ sich per Video aus ihrem Privathaus Upstate New York zuschalten.
Was war der Kern ihrer Aussage? Sie forderte die Ausschussmitglieder auf, Präsident Donald Trump vorzuladen und unter Eid aussagen zu lassen. Sein Name ist einer der häufigsten in den Epstein-Akten, Trump und der verurteilte Sexualstraftäter waren zudem fast zwei Jahrzehnte lang eng miteinander befreundet.
Und wird Trump jetzt vorgeladen? Es sieht jedenfalls nicht danach aus. Die republikanischen Abgeordneten weigern sich seit Monaten erfolgreich dagegen, den Präsidenten einzubestellen, mit dem Hinweis darauf, der amtierende Präsident könne nicht vorgeladen werden.
Worum geht es? Der Iran und die USA haben am Donnerstag in Genf (Schweiz) die dritte Runde ihrer nuklearen Verhandlungen abgehalten, vermittelt durch den Golfstaat Oman in der Botschaft des Oman.
Wie war der Verlauf? Die Gespräche wurden mehrfach unterbrochen und wieder aufgenommen, es gab lange Pausen für Beratungen der Delegationen. Ein iranischer Staatsvertreter bezeichnete die Gespräche als "intensiv und ernsthaft", mit Austausch "kreativer Ideen".
Was macht optimistisch? Am Abend sagte der iranische Außenminister Abbas Araghchi, beide Seiten seien einander näher an einer Vereinbarung gekommen als je zuvor. Es sei die "beste und ernsthafteste Runde" bisher gewesen. Der omanische Außenminister Badr al-Bussaidi sprach von "bedeutenden Fortschritten" in Genf.
Wie geht es nun weiter? In Wien. Der omanische Außenminister kündigte an, dass nach Konsultationen in den Hauptstädten neue technische Gespräche in Wien geplant seien. Sie sollen in der kommenden Woche stattfinden.
Wie sehen die USA die Lage? Ein hochrangiger US-Beamter sagte gegenüber Axios, die Gespräche seien "positiv" verlaufen, nannte aber zunächst keine weiteren Details.
Wie wurde verhadelt? In zwei Formaten: indirekt, wobei al-Busaidi die Botschaften zwischen den Seiten übermittelte. Und direkt zwischen den US-amerikanischen und iranischen Unterhändlern.
Wer verhandelte für die USA? Wie bisher der Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner.
Worum geht es? Am Mittwoch hielt Donald Trump im US-Kongress eine "Rede zur Lage der Nation". Sie war mit 108 Minuten die längste ihrer Art in der modernen US‑Geschichte.
Was war der Grundsound? Er präsentierte seine ersten zwölf Monate im Amt als "goldenes Zeitalter Amerikas" mit größerer, stärkerer und wohlhabenderer Nation.
Was fiel auf? Direkt vor ihm saßen vier Richter des Obersten Gerichtshofs, der von Konservativen dominiert wird, aber gerade die Zoll-Entscheidung gegen Trump gefällt hat.
Was überraschte? Der Auftritt des US-Eishockey-Nationalteams, das in den Saal kam. Die Mannschaft hatte gerade Gold bei Olympia gewonnen. Die Frauen, ebenfalls mit Gold dekoriert, hatten die Einladung ausgeschlagen.
Irgendwelche Eklats? Der demokratische Abgeordnete Al Green hielt ein Schild mit der Aufschrift "Schwarze Menschen sind keine Affen" hoch, eine Anspielung auf eine Obama-Verspottung in den sozialen Medien, die Trump geteilt hatte. Green wurde aus dem Saal geführt.
Wie wirkte Trump? "Im Laufe des Abends immer wirrer", schreibt der Economist. "Die Space Force ist mein Baby, weil wir das geschafft haben", sagte er zum Beispiel, warum auch immer.
Was waren die Kernaussagen? Trump behauptete, die Inflation sei gefallen, Einkommen gestiegen, und die Wirtschaft stünde "besser als je zuvor" da. Er betonte angeblich stark reduzierte illegale Einreisen, eine "sichere Grenze" und die gesunkenen Kriminalitätszahlen.
Wie attackierte er Gegner? Er bezeichnete demokratische Kongressabgeordnete wiederholt als "krank" und "verrückt" und behauptete, sie würden "unser Land zerstören". Wenn sie an die Macht kämen, würden sie Amerikas Grenzen für "einige der schlimmsten Verbrecher der Welt" öffnen.
Wie viele Fehler enthielt die Rede? Viele Medien haben Faktenchecks durchgeführt, etwa hier oder hier oder hier.
Worum geht es? Südkorea hat die niedrigste Geburtenrate der Welt. 2025 aber stieg sie das zweite Jahr in Folge an. Es gab 254.500 Geburten, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr.
Ist das viel? Ja und nein. Im Schnitt bekam eine Frau statistisch 0,80 Kinder – nach 0,75 in 2024. Das ist die größte jährliche Zunahme seit etwa 15 Jahren. Aber immer noch bemerkenswert wenig.
Was ist die Ursache? Hauptgrund dafür ist eine vorübergehend vergrößerte Generation – die sogenannten "Echo-Boomer" –, die jetzt Anfang dreißig sind – sowie die sich von den Verzögerungen durch Corona nachgeholten Heiratsraten (mit entsprechenden Folgen).
Wie viele Menschen betrifft das? Zwischen 1991 und 1995 wurden rund 3,6 Millionen Kinder geboren, von denen eben jetzt mehr Personen Eltern von Kindern werden.
Gab es auch politische Hilfe? Südkorea hat in den letzten zwei Jahrzehnten Hunderte Milliarden Dollar in geburtenfördernde Maßnahmen investiert.
Zum Beispiel? Großzügige Geldleistungen, Wohngeldzuschüsse, verlängerten Elternurlaub und Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Einige Unternehmen bieten mittlerweile bis zu 60.000 Euro pro Geburt an.
Worum geht es? Bill Gates, Mitgründer von Microsoft und Vorsitzender der Gates Foundation, hat zugegeben, während seiner Ehe mit Melinda French Gates zwei außereheliche Beziehungen mit russischen Frauen gehabt zu haben.
Wo hat er das gesagt? Bei einem internen Town-Hall-Meeting der Gates-Stiftung, wie ein Sprecher der gemeinnützigen Organisation mitteilte.
Was weiß man über die Frauen? Eine sei eine Bridge-Spielerin gewesen, die andere eine Kernphysikerin, sagte Gates selbst. Er betonte, dass diese Beziehungen nicht mit den Opfern von Jeffrey Epstein in Verbindung stehen sollen.
Was ist der Hintergrund? Die Offenlegung zahlreicher Dokumente des US-Justizministeriums ("Epstein-Files") brachte Fotos und E-Mails zutage, in denen Gates im Kontext von Treffen mit Jeffrey Epstein erscheint.
Deshalb nun der Auftritt? Ja, Gates trat mit einer offenen Stellungnahme und Entschuldigung an die Mitarbeitenden der Stiftung heran.
Was fügte er an? "Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen." Und: "Um es klarzustellen: Ich habe nie Zeit mit Opfern oder den Frauen in seinem Umfeld verbracht."
Wie entschuldigte er sich? "Es war ein riesiger Fehler, Zeit mit Epstein zu verbringen ... Ich entschuldige mich bei anderen Menschen, die aufgrund meines Fehlers in diese Angelegenheit hineingezogen wurden."
Was sagt seine Ex-Frau? Melinda French Gates sprach in Interviews zur Enthüllung von "sehr schmerzhaften Zeiten". Sie sei "sehr froh, weg von all dem Dreck zu sein".
Worum geht es? Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Mittwoch den ursprünglich geplanten Rahmenvertrag für sogenannte Kamikaze‑ oder Angriffsdrohnen deutlich gekürzt.
Was war vorgesehen? Ein Rahmenvertrag über bis zu 4,3 Milliarden Euro für den langfristigen Kauf von Angriffsdrohnen. Jetzt wurden die Ausgaben auf insgesamt 2 Milliarden Euro begrenzt.
Was bedeutet das? Der Plan von Verteidigungsminister Boris Pistorius bekommt Fußfesseln angelegt. Es dürfen nicht mehr so viele Systeme ohne weitere parlamentarische Zustimmung gekauft werden.
Heißt was? Der Bundestag hat den Kauf erster Drohnen im Umfang von rund 540 Millionen Euro genehmigt – jeweils bei zwei deutschen Herstellern (Helsing und Stark Defence).
Und dann? Für weitere Bestellungen muss das Ministerium vom Haushaltsausschuss jede einzelne Folgebestellung erneut genehmigen lassen. Damit erhält der Bundestag stärkere Kontrolle über das Programm.
Was ist der Grund? Die Verteidigungspolitiker im Haushalt waren besorgt, dass langfristige Verpflichtungen ohne genaue parlamentarische Kontrolle Risiken und unkalkulierbare Staatsausgaben bedeuten könnten.
Gibt es auch eine politische Komponente? Ja, Kritik gibt es unter anderem wegen der Beteiligung eines US‑Investors (Peter Thiel) an einem der beiden Hersteller, was manche Abgeordnete skeptisch sehen.
Worum geht es? Am Dienstagabend war die deutsche Ex-Außenministerin Annalena Baerbock in der ARD‑Talkshow "Maischberger" zu Gast. Dabei verblüffte sie mit exklusivem Wissen über Grönland.
Was sagte sie? Baerbock erklärte in der Sendung, "Grönland ist auch EU‑Gebiet" und argumentierte, dies sei wichtig für die Wahrnehmung Europas in der Diskussion über die strategische Bedeutung der Insel.
Stimmt das? Nein! Moderatorin Sandra Maischberger wies sie sofort auf den Faktenfehler hin: Grönland ist seit 1985 kein Mitglied der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EU) mehr und gehört formal nicht zum EU‑Binnenmarkt oder Hoheitsgebiet der EU.
Wie reagierte Baerbock? Sie versuchte zu relativieren. Die Grönländer seien EU-Staatsbürger und "damit haben sie auch die Außengrenze der EU".
Stimmt wenigstens das? Nicht wirklich. Grönland zählt zu den assoziierten Überseegebieten europäischer Staaten. Damit ist es nicht vollständiger Teil der EU und keine europäischen Außengrenzen verlaufen durch das Land.
Wie kommentierte das Maischberger? "Fakten, immer kompliziert."
Warum überraschen die Fehler? Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) war bis Mai 2025 deutsche Bundesaußenministerin. Seit September ist sie Präsidentin der UN-Generalversammlung.
Worum geht es? Die Schlussfeier der Berlinale sorgt in Deutschland weiter für Erregung. Der Chefin des Filmfestivals, Tricia Tuttle, drohte am Donnerstag der Rauswurf.
Was ist passiert? Bei der Verleihung der Goldenen und Silbernen Bären wurde der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib für das beste Spielfilmdebüt geehrt. Er kam mit einer Kufiya (Palästinensertuch) und einer Palästina-Flagge auf die Bühne.
Was sorgte zusätzlich für Aufregung? Er beschuldigte die Bundesregierung, "Partner beim Genozid Israels" zu sein. Dann drohte Alkhatib direkt, man werde sich später "an alle erinnern, die gegen uns standen" sowie auch an jene, "die sich entschieden haben, zu schweigen".
Was ist nun? Kulturstaatsminister Wolfram Weimer berief laut F.A.Z. für Donnerstag eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats der Kulturprojekte des Bundes in Berlin GmbH (KBB) einberufen. Die GmbH hat die Oberaufsicht über die Filmfestspiele.
Was kam raus? Die Amerikanerin darf vorerst ihr Amt behalten, für wie lange, ist noch unklar. "Die Gespräche über die Ausrichtung der Berlinale werden in den kommenden Tagen fortgesetzt," so ein Sprecher von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer.