NewsFlix.at Logo

29. August 2025

EU "bedeutungslos" Italien-Premier Meloni überrascht mit Kritik

Worum geht es? Jedes Jahr veranstaltet die katholische Comunione e Liberazione das "Rimini-Meeting", ein Treffen wie das Forum Alpbach, meist recht hochkarätig besetzt.

Wer kam diesmal? In Erinnerung werden vor allem Mario Draghi, früher Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und italienischer Ministerpräsident, und die aktuelle Regierungschef Giorgia Meloni bleiben.

Warum? Weil sie der EU die Leviten lasen. Im Fall von Draghi ist das keine so große Überraschung. Jahrelang habe die EU geglaubt,  das wirtschaftliche Gewicht ihres 450 Millionen Konsumenten starken Marktes habe international Gewicht, sagte er. "2025 wird uns als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem diese Illusion zerbrochen ist."

Und Meloni? Sie war direkt wie selten seit sie vor drei Jahren ins Amt kam. Die EU scheine "zunehmend zur geopolitischen Bedeutungslosigkeit verurteilt und unfähig, wirksam auf die Herausforderungen zu reagieren, die China und die Vereinigten Staaten hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit stellen,“ sagte sie.

Wie lange dauerte ihre Rede? Etwa eine Stunde. die EU sei dabei, auf der Weltbühne in die Bedeutungslosigkeit abzudriften, sagte Meloni und warnte, die Union müsse "weniger tun, es aber besser machen", wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wolle.

Wie kam sie beim Publikum an? Sie wurde frenetisch begrüßt und musste sich sogar ein paar Tränen der Rührung aus dem Gesicht wischen.

Weitere Meldungen

Putin provoziert Trump Moskau verkauft verbotenes Gas an China

Worum geht es? Am Dienstag findet im Zentrum von Peking eine Militärparade statt. 25 Staatschefs kommen, um den 80. Jahrestag des Weltkriegendes zu begehen. Vorab sorgt ein verbotener Deal für Aufsehen.

Was ist passiert? In Peking kommt es zum Treffen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin. Am Donnerstag legte ein russischer Tanker mit Flüssiggas am chinesischen LNG-Terminal Beihai an, berichtet Reuters.

Was ist daran besonders? Nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 war Russland von den USA und der Europäischen Union mit Sanktionen belegt wurde. Die Maßnahmen betrafen auch Flüssiggas. Mit der Lieferung werden die Sanktionen nun unterlaufen.

Warum ist das riskant? Sollte US-Präsident Donald Trump nichts davon wissen, ist es eine Provokation von Putin und ein klarer Affront.

Was weiß man über die Lieferung? Er wurde vom Tanker Arctic Mulan LNG durchgeführt, der Flüssigerdgas aus der westsibirischen Plattform Arctic LNG 2 transportierte, es ist von den Sanktionen betroffen. Die Schiffstracking-Plattform Starboard enntarnte die Lieferung.

Russen drohen Österreich Bei NATO-Beitritt sind wir "Angriffsziel"

Worum geht es? Dmitri Medwedew gilt als einer der engsten Gefolgsleute von Wladimir Putin. Von 2008 bis 2012 war er Präsident in Russland. Nun übermittelte er Österreich eine unmissverständliche Drohung.

Wo setzte er die Drohung ab? In der staatlichen Nachrichtenagentur TASS. Die Wortmeldung wurde über RT verbreitet, dem früheren Russia Today. Das russische Propagandamedium ist seit 2022 in der EU verboten.

Was sagte Medwedew? Sollte das Land so wie Schweden und Finnland in die NATO eintreten, werde es Gegenmaßnahmen geben. Der "militaristische Kurs Österreichs" zerstöre dessen "Image als Friedensstaat".

Womit wird gedroht? Durch die Politik Österreichs erhöhe sich "das Risiko beträchtlich, dass Teile des Bundesheeres zum Ziel von Feuerangriffen der russischen Streitkräfte werden könnten", so der russische Politiker. Nach dem Beitritt von Schweden und Finnland habe es "Gegenmaßnahmen" gegeben. "Auch für Österreich wird es keine Ausnahmen geben“.

Wie positioniert sich Österreich? In der Regierung gilt NEOS-Außenministeri Beate Meinl-Reisinger als Befürworterin eines Beitritts. „Klar ist: Neutralität allein schützt uns nicht", hatte sie jüngst in der Welt am Sonntag erklärt.

Karriere-Killer Handy Thailand-Premier wegen Telefonat abgesetzt

Worum geht es? In einem abgehörten Telefonat hatte sich Paetongtarn Shinawatra an den ehemaligen kambodschanischen Staatschef Hun Sen angebiedert und ihn als "Onkel" bezeichnet. Am Freitag wurde die thailändische Premierministerin vom Verfassungsgericht ihres Amtes enthoben.

Was weiß man über das Telefonat? Es fand am 15. Juni statt, Hun Sen stellte eine Audioaufnahme davon ins Netz. Die Premierministerin kritisiert darin auch die thailändische Armee.

Warum war es politisch unklug? Weil sich Thailand gerade in einem Grenzkonflikt mit Kambodscha befindet. Wenige Wochen mach dem Telefonat brach ein fünftägiger Konflikt aus, bei dem Dutzende Menschen getötet wurden und Hunderttausende aus ihren Häusern fliehen mussten.

Wie fiel das Urteil aus? Die neun Richter des Gerichts stimmten mit sechs zu drei Stimmen gegen Paetongtarn und urteilten, ihr Handeln habe gegen die ethischen Standards verstoßen, die von ihrem Amt erwartet würden.

Was sind die politischen Folgen? Die 39-Jährige war nur ein Jahr im Amt. Paetongtarn Shinawatra gehört der mächtigsten Dynasty des Landes an, sie ist die Tochter von Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra. Der Vorgang stürzt Thailand in eine Regierungskrise. Die Koalition verfügt nur mehr über eine hauchdünne Mehrheit im Repräsentantenhaus.

18.000 Wasserbecher Kunde hielt KI am Drive-Thru zum Narren

Worum geht es? Die amerikanische Fast-Food-Kette Taco Bell hatte über 500 Standorte in den USA mit KI-Sprachassistenten ausgestattet. Nach mehreren Zwischenfällen wurde das Experiment nun abgebrochen.

Was passierte? Die KI war oft überfordert. Sie teilte Kunden mit, das Restaurant habe nur noch Getränke und Soßenpackungen vorrätig. Änderungen in den Bestellungen – etwa Fleisch gegen Bohnen tauschen – wurden rundwegs verweigert, ein Mann wurde ständig nach seinem Getränkewunsch gefragt, obwohl er schon geordert hatte.

Was war der schlimmste Fall? Ein Video ging viral, es zeigt einen Nutzer, der 18.000 Wasserbecher bestellt. Daraufhin ging das System in die Knie. Internet-Trolle machten sich einen Spaß daraus, die KI zum Absturz zu bringen.

Was passiert nun? Nach zwei Millionen Bestellungen will Taco Bell umdenken und seine KI-Strategie überarbeiten. "Wir lernen viel", sagte Dane Mathews, Chief Digital and Technology Officer des Unternehmens, zum Wall Street Journal.

Kündigungs-Hoppala Notebook-Panne in australischer Bank

Worum geht es? Die australische Großbank ANZ wollte einen Teil der Belegschaft vor die Tür setzen. Die Betroffenen erfuhren es über E-Mail – sie wurden darin aufgefordert, ihren Dienstlaptops zurückzugeben.

Wie kam die Panne zustande? Klassisch, jemand drückte zu Früh auf einen Knopf. Eigentlich sollten die Angestellten erst in der darauffolgenden Woche über ihre Entlassung informiert werden. So aber bekamen sie vorzeitig eine automatisierte Mail.

Wer war betroffen? Rund 300 Angestellte aus dem Privatkundengeschäft.

Wie reagierte die Bank? Sie entschuldigte sich und bot den Betroffenen psychologische Hilfe an. Es seien auch persönliche Gespräche geführt worden, heißt es.

Bleiben die Kündigungen wirksam? Ja.

Frauen lieben es klein Welche Geschlecht welches Autos kauft

Worum geht es? Das deutsche Vergleichsportals Verivox wertete aus, welche Autos Frauen und Männer am liebsten fahren. Es zeigen sich deutliche Unteschiede. Und fast jedes Klischee wird erfüllt.

Wie wurde untersucht? Verivox (8 Millionen Kunden) schaute sich die Kfz-Versicherungsabschlüsse bei dem Portal im Zeitraum vom 1. Juli 2023 bis 30. Juni 2025 an.

Und? Unter den beliebtesten 30 Fahrzeugen von Frauen finden sich "fast ausschließlich Klein- und Kleinstwagen". Erst auf Platz 29 taucht mit dem Dacia Sandero ein etwas größeres Modell auf.

Was mögen Frauen nun? Besonders den Audi A1, der 73 Prozent häufiger von Frauen versichert wird als der Durchschnitt aller Fahrzeuge. Es folgen laut Spiegel der Hyundai i10 (62 Prozent), der Kia Picanto (61 Prozent). Der Fiat 500 und der Nissan Micra liegen jeweils bei 60 Prozent.

Und die Männer? Die wollen es größer und stärker. Audi A6, Mercedes-E-Klasse oder BMW 5er – solche Sachen halt.

Ist Auto Männersache? Sieht so aus. 64 Prozent der Kfz-Versicherungen bei Verivox werden von Männern abgeschlossen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt werden 62 Prozent der privaten PKW auf Männer zugelassen. Aber: Frauen holen auf.

Schlechter Zoll-Deal Wie die EU vor Trump in die Knie ging

Worum es geht? Um die Sonderzölle für Exporte in die USA geringer zu halten, machte die EU Donald Trump Zugeständnisse. Die fallen viel weitreichender aus als zunächst vermutet, ist nun zu erfahren.

Was ist neu? Am Donnerstag schaffte die EU die Zölle auf den Import sämtlicher Industriegüter aus den USA ab. Das war die Vorbedingung der USA, damit die Zölle auf europäische Autos von momentan 27,5 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden. Nun sind die USA am Zug.

Was heißt das in der Praxis? Das Verhältnis dreht sich um, schreibt die F.A.Z. Bisher erhob die EU einen Einfuhrzoll auf Autos von zehn Prozent, die USA von 2,5 Prozent. Nun steht US-Zöllen von 15 Prozent ein EU-Zoll von null gegenüber.

Das ist aber nicht alles, oder? Nein, auch der Zoll für viele Agraprodukte soll auf null sinken. Für "sensible Produkte" (Rindfleisch, Geflügel, Reis) bleiben die geltenden Zölle. Für das umstrittenen Chlorhühnchen gilt weiter ein Importverbot.

Womit drohen die USA? Trump forderte die EU auf, ihre Digitalgesetze aufzuheben. Auf Truth Social schrieb er: Sollte die EU ihre Gesetze über Digitale Dienste und Gesetze über Digitale Märkte (DSA und DMA) nicht "widerrufen", werde er neue Zölle erheben und Exportbeschränkungen für US-Halbleiter erlassen.

Wie antwortet die EU? Die Kommission sagte am Donnerstag, man entscheide souverän über die Digitalgesetze. Viele bezweifeln, dass diese Meinung Bestand haben wird.

Wer bangt noch? Viele Maschinen- und Anlagenbauer, sie schrieben nun einen Bittbrief an Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Trump hatte in der Vorwoche die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte ausgeweitet. Auf 407 zusätzliche Produktarten wird ein Zollsatz von 50 Prozent erhoben.