Worum geht es? Am 29. März hatte ein deutscher Lottospieler alle Zahlen richtig. Er gewann über 15 Millionen Euro, bemerkte das aber nicht. Erst jetzt erinnerte er sich an den Lottoschein.
Im Ernst? Ja, der Mann hatte sogar im Radio von der Suche nach dem Lottomillionär gehört. "Wie blöd kann man eigentlich sein, das nicht abzuholen?", dachte er sich. Nun ...
Wieso erinnerte er sich jetzt? Weil er den Lottoschein per Zufall in der Innentasche einer Übergangsjacke entdeckte, berichtet Lotto Hessen in Wiesbaden. Er hatte die zusammengefaltete Quittung schlicht vergessen.
Wie hoch war der Gewinn? Der Mann aus dem Rhein-Main-Gebiet hatte bei der Ziehung am 29. März alle sechs richtigen Zahlen samt Superzahl und knackte damit den Jackpot in Höhe von 15.336.286,40 Euro, also über 15,3 Millionen Euro.
Hat die Lottogesellschaft nicht nach ihm gesucht? Doch, sie startete sogar eine Plakataktion in Verkaufsstellen. Das hatte schon einmal funktioniert. Im Frühjahr 2006 meldete sich eine alleinerziehende Mutter aus Wiesbaden, sie hatte 7,4 Millionen "vergessen".
Was macht der Mann nun mit dem Geld? Eine Wohnzimmercouch kaufen. Der Rest des Geldes wird in der Familie verteilt.
Worum geht es? Um Zutaten, die auch einem TV-Krimi zur Ehre gereichen würden: Gold, ein chices Auto, eine politische Partei. Und Klospülungen.
Wie bitte? Am 11. und 12. Mai 2022 soll die rechte AfD insgesamt 107 Kilogramm Gold in ein Depot im Fürstentum Liechtenstein gebracht haben, berichtet der Spiegel. Das Edelmetall dürfte aus einer Erbschaft stammen.
Von wem? Von Reiner Strangfeld, Jahrgang 1938, der Ingenieur erfand unter anderem eine Toilettendruckspülung für die Firma DAL, heute Grohe. Der verschrobene Einzelgänger wohnte in einer kleinen Eigentumswohnung, aber die hatte es in sich.
Warum? Nach seinem Tod fanden sich in einem alten Wandschrank und hinter Fliesen im Keller 61 Goldbarren sowie Hunderte Gold- und Silbermünzen. Der Rest seines Vemögens war in Schließfächern in Luxemburg gebunkert. Alles allem rund 7 Millionen Euro wert.
Wer erbte? Der kinderlose Strangfeld vermachte es per Testament der AfD. Parteimitglied war er nicht.
Was passierte dann? Es wurden 14 potentielle Erben ausgeforscht und das Testament angefochten, weil Strangfeld angeblich schon verwirrt war. Seine Großcousine beantragte bei Gericht, der AfD während des Verfahrens die Verfügungsgewalt über den Schatz zu entziehen. Das passierte nicht.
Sondern? Laut Spiegel soll AfD-Bundesgeschäftsführer Hans-Holger Malcomeß angeblich in einem eigens gemieteten Maserati nach Liechtenstein gefahren sein, um das Gold aus dem EU-Raum zu bringen. Die Partei will dazu nichts sagen.
Woher weiß man von der Maserati-Fahrt? Hier kommt Österreich ins Spiel. Der Wiener Immobilieninvestor Lukas Hufnagl hatte die AfD – erfolgreich – aus einem Haus in seinem Besitz in Berlin geklagt. Im Schriftsatz zum Verfahren findet sich die Malcomeß-Fahrt.
Worum geht es? In der Region Zürich war am Sonntag wieder einmal Abstimmungszeit. Die Bevölkerung wurde über die neue Parkartenverordnung befragt. Und sie stimmte zu – obwohl die Preise für die meisten steigen.
Wie hoch fiel die Zustimmung aus? 52,8 Prozent und fünf von neun Wahlkreisen sagten Ja.
Was ist neu? Ungewöhnlich ist nun vor allem, dass Autos nach Gewicht verrechnet werden. Für schwere Fahrzeuge wird es in der Blauen Zone der Innenstadt teurer.
Wie teuer? Bisher kostete eine Anwohnerparkkarte 320 Euro im Jahr. In Zukunft soll der Kilopreis für Verbrenner und Hybridfahrzeuge 35 Rappen, jener für E-Autos 40 Rappen betragen.
Was bedeutet das? Ein Fiat Cinquecento wiegt rund 700 Kilo. Gerechnet auf einen Kilopreis kostet die Parkkarte in Hinkunft rund 300 Euro. Für einen Range Rover (2.500 Kilo) sind aber 1.070 Euro hinzublättern. Für das Tesla Model Y fallen rund 765 Euro, für einen Škoda Octavia 678 Euro an.
Bedeutet im Schnitt? Im Mittel sind die Autos in Zürich 1.560 Kilo schwer. Das ergibt einen Preis für E-Antriebler von 584 Euro für eine Parkkarte, für einen Benzin-Abtriebler 667 Euro. In Wien kostet das Parkpickerl 120 Euro im Jahr.
Worum geht es? In Berliner Stadteil Kladow entkam am Montag ein Wallaby aus dem Gehege eines privaten Halters. Was das Mini-Känguru vielleicht erstaunen wird: es wird nicht nach ihm gesucht.
Das heißt, man weiß nicht, wo es ist? Ja und nein. Passanten entdeckten das ungefähr einen halben Meter große Tier auf einer Straße, zeigt ein Video. Die Beamten rückten an und versuchten, das Wallaby einzufangen. Sagen wir so: es gab kein Unentschieden.
Wo ist das Wallaby hingehüpft? Das weiß man nicht so genau, denn es entwischte den Beamten in Richtung eines Waldstücks.
Was jetzt? Da von dem Tier laut Polizei keine Gefahr ausgehe – außer der Gefahr, sich beim Einfangen zu blamieren – ist keine gezielte Suchaktion vorgesehen. Der Gedanke ist wohl: Wenn das Wallaby (Pflanzenfresser) Hunger hat, wird es zurückkehren.
Wie ist es überhaupt aus dem Gehege entkommen? Das weiß man nicht so recht, aber die Vermutung ist, dass ein Unbekannter die Tür geöffnet hat. Wallabys haben selten Zweitschlüssel.
Worum geht es? Um zwei, die miteinander groß wurden. JK Rowling ist die Autorin der Harry Potter-Romane, weltweit wurden bisher 600 Millionen Exemplare verkauft. Emma Watson spielte in alles Verfilmungen Hermine Granger. Aber die beiden sind übers Kreuz.
Wie kam's? Die Gender-Debatte sorgte für Zwist. Watson tritt für Transgender-Rechte ein, Rowling spricht sich vehement gegen "Trans-Aktivismus" aus, der laut Rowling das Konzept des biologischen Geschlechts untergraben habe.
Was passierte nun? Letzte Woche sagte Watson, dass sie Rowling immer noch liebe und sich trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten in dieser Angelegenheit weigere, sie "zu canceln". Nun antwortete Rowling darauf brüsk.
Was sagte sie? "Ich bin von keinem Schauspieler, der einmal eine von mir geschaffene Figur gespielt hat, auf ewige Zustimmung angewiesen. Die Vorstellung ist absurd, so als würde ich mit meinem Chef, den ich mit 21 hatte, abklären, welche Meinung ich heute vertreten sollte."
Was wirft sich Watson vor? Sie habe auf den Bafta Awards 2022 eine Hasswelle gegen sie losgetreten. "Die Mord-, Vergewaltigungs- und Folterdrohungen gegen mich" hätten ihren Höhepunkt erreicht. "Ich musste ständig um die Sicherheit meiner Familie besorgt sein".
Was hält sie Watson? "Wie andere Menschen, die nie ein Erwachsenenleben ohne Reichtum und Ruhm erlebt haben, hat Emma so wenig Erfahrung mit dem wirklichen Leben, dass sie nicht weiß, wie unwissend sie ist."
Wie sie sich von ihr unterscheidet? "Ich war mit vierzehn keine Multimillionärin. Ich lebte in Armut, während ich das Buch schrieb, das Emma berühmt machte".
Was vermutet sie? Watson hatte in ihrem letzten Interview eine Liebeserklärung an Rowling abgegeben. "Es gibt einfach keine Welt, in der ich sie oder das hier jemals aus irgendeinem Grund ausschließen könnte". Rowling hält das für Wendehalsigkeit.
Warum? "Sie hat bemerkt, dass es nicht mehr ganz so modern ist, mich lautstark zu verurteilen wie früher“. Deshalb der Kurswechsel.
Worum geht es? Electronic Arts (EA) ist einer der größten Spiele-Publisher der Welt. Nun wird der börsennotierte Konzern verkauft – für 55 Milliarden US-Dollar.
Wer kauft? Ein Konsortium unter Führung des Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien, Silver Lake, ein amerikanischer Private-Equity-Riese, und Affinity Partners, die Investmentfirma von Jared Kushner.
Das heißt, Trump mischt mit? Wenn, dann nur indirekt. Kushner ist der Ehemann von Trumps Tochter Ivanka. Affinity Partners wurde 2021 gegründet und ist eine Private-Equity-Gesellschaft mit Sitz in Miami, Florida, und Israel.
Welche Dimension hat der Deal? Es handelt sich um den größten Leveraged Buyout der Geschichte. Von einem LBO spricht man, wenn der Kaufpreis für die Übernahme eines Unternehmens größtenteils durch Fremdkapital finanziert wird.
Um welche Games geht es da? EA Sports FC (früher FIFA) ist das mit Abstand erfolgreichste Spiel von EA. Dazu gibt es weitere Sportspiele (Madden NFL, F1, UFC), Shooter wie Battlefield oder Medal of Honor. Rollenspiele wie Star Wars Jedi: Fallen Order oder The Sims, eine der umsatzstärksten PC-Reihen aller Zeiten. Und natürlich Need for Speed.
Womit wird Geld verdient? 70 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Bereich Live Services & Mikrotransaktionen.
Wem gehörte EA bisher? Vor allem börsennotierten Aktionären – also ganz "klassisch" an der Wall Street verteilt. Institutionelle Investoren (Fonds, Banken, Versicherungen) hielten zusammen über 80 % der Aktien, also etwa Vanguard Group (8 %) oder BlackRock (7 %). Nun verschwindet das Unternehmen von der Börse und wird privatisiert.
Was bedeutet der Deal für die Aktionäre? Ihnen wird ein Preis von 210 US-Dollar pro Aktie angeboten. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 25 % gegenüber dem Kurs vor Bekanntwerden der Übernahmegerüchte.
Was ist der Public Investment Fund? Der staatliche Investitionsfonds von Saudi-Arabien. Kurz gesagt: das "Gelddepot" des Landes,. Der PIF hält weltweite Beteiligung, der britische Fußballklub Newcastle wurde 2021 gekauft.
Was ist das Ziel? Der PIF hielt bereits Anteile an EA (9,9 %). Nun wird die Position im Gaming- und Entertainment-Sektor ausgebaut. EA passt gut in ihre Strategie, wirtschaftliche Diversifikation und kulturelle Einflussnahme voranzutreiben.
Worum geht es? Die Partei Aktion und Solidarität (PAS) hat die Parlamentswahlen in Moldau für sich entschieden. Sie sammelte über die Hälfte aller Stimmen ein. Die PAS gilt als Befürworterin eines EU-Beitritts.
Wie lautete das Ergebnis? Die PAS erreichte 50,2 % der Stimmen, der Patriotische Wahlblock, der für eine Annäherung an Russland eintritt, kam auf 24.2 %.
Warum atmen EU-Politiker auf? Weil die Gefahr bestanden hatte, dass sich Moldau Richtung Moskau orientiert. Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen stellte einen EU-Beitritt in Aussicht. "Unsere Tür ist offen."
Ist das Ergebnis eine Niederlage für Putin? Ja! Die moldauische proeuropäische Präsidentin Maia Sandu erklärte, es habe während des Wahlkampfs "massive russische Einmischung" gegeben.
Was muss ich über Moldau wissen? Die Republik hatte sich 1991 von der Sowjetunion unabhängig erklärt. Moldau (2,5 Millionen Einwohner) gehört zu den ärmsten Ländern Europas und hat 120.000 Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen (an die es im Norden, Osten und Süden grenzt), gemessen an der Bevölkerung mehr als jeder andere Staat.
War da nicht was mit Moldau und Österreich? Bei einem Staatsbesuch im November 2011 biss der dreibeinige Hund von Präsidentin Sandu Alexander Van der Bellen in die Hand. Österreichs Bundespräsident wurde mit einem Pflaster verarztet.
Nachtragend? Keine Spur. Van der Bellen gratulierte zur Wahl.
Worum geht es? Seit Freitag war klar, wohin die Reise geht, nun gab die Lufthansa die Details dazu bekannt. Die Austria-Mutter streicht bis 2030 rund 4.000 Jobs. Die AUA ist davon nicht betroffen.
Warum weiß man das? Weil es das Unternehmen in einer Aussendung bestätigt hat. "Durch natürliche Fluktuation sowie pensionsbedingte Abgänge verlässt uns jedes Jahr eine dreistellige Anzahl von KollegInnen, sodass wir trotz aller Effizienzziele auch zukünftig noch extern einstellen werden müssen, um alle Rollen gut zu besetzen."
Wo streicht die Lufthansa Stellen? Vor allem die Verwaltung. Dort sollen "die Prozesse digitalisiert, automatisiert und gebündelt werden." Die Lufthansa hat knapp 103.000 Menschen.
Warum der drastische Schritt? Es gehe darum, rasch die laufenden Kosten zu senken, um die Umsatzrendite des Konzerns zu erhöhen, so der Konzern. Während andere Airlines längst abgehoben haben, hat die Lufthansa noch nicht ihre Produktivität von vor der Corona-Krise erreicht.
Wie groß ist die Lufthansa? Gemessen am Umsatz ist sie mit 37,5 Milliarden im Jahr 2024 der größte Airline-Konzern Europas. Allerdings ist sie mit 4,4 Prozent Marge weniger profitabel als etwa Air France-KLM (5,1 Prozent) oder IAG (British, Iberia – 13,8 Prozent).
Wie reagierten die Anleger? Die Lufthansa-Aktie legte am Montag leicht zu.