Worum geht es? Ran Gvili, ein 24-jähriger israelischer Polizist, galt als die letzte vermisste Geisel, die im Gazastreifen infolge der Hamas-Attacke vom 7. Oktober 2023 gefangen genommen wurde.
Was passierte nun? Sein Leichnam wurde gefunden, identifiziert und dann an Israel übergeben, nachdem israelische Streitkräfte in einer großangelegten Suche in Nord-Gaza entsprechende Überreste geborgen hatten.
Warum ist das so relevant? Israel sieht dies als wichtigen Schritt, um den nächsten Teil des Waffenruhe- und Friedensplans umzusetzen — etwa die Öffnung des Grenzübergangs Rafah und weitere Vereinbarungen zwischen den Konfliktparteien.
Was ist der aktuelle Stand? Alle lebenden Geiseln, die im Rahmen eines Waffenruhe-Deals freigelassen werden sollten, sind seit Oktober 2025 zurück in Israel. Bei den Toten hielt sich die Terrorgruppe Hamas nicht an die Vereinbarungen.
Was war vereinbart? Die Hamas sollte innerhalb von 72 Stunden nach Inkrafttreten des Waffenstillstands alle Geiseln, lebend wie tot, übergeben. Die Leichen von 27 toten Geiseln wurden großteils viel zu spät ausgehändigt. Wochenlang erklärte die Hamas, Gvili noch nicht gefunden zu haben.
Was geschieht nun? Phase zwei des Friedensplans von Donald Trump kann in Angriff genommen werden. Er sieht den Wiederaufbau und die vollständige Entmilitarisierung des Gazastreifens vor, einschließlich der Entwaffnung der Hamas und anderer palästinensischer Gruppen.
Worum geht es? Eine britische Angestellte verklagte ihren Arbeitgeber. Sie machte geltend, dass sie am Arbeitsplatz wegen ihrer Behinderung diskriminiert worden sei — in ihrem Fall wegen Neurodivergenz und Dyslexie.
Was heißt das konkret? Sophie S. bat ihren Arbeitgeber, eine Eventfirma, bei einer Betriebsfeier um einen "Breakout-Bereich", also eine Ruhezone, da sie sich in sozialen Situationen leicht überfordert fühlte.
Wie reagierte das Unternehmen? Ihre Chefin machte eine Bemerkung („Kein Querdenken, zurück in die gewohnte Bahn“), die Sophie S. als Diskriminierung und Demütigung empfand.
Was tat Sophie S.? Sie klagte daraufhin wegen Behinderung-Diskriminierung, Belästigung und Benachteiligung nach dem britischen Gleichstellungsgesetz.
Wie ging das Verfahren aus? Das Arbeitsgericht in Croydon entschied zugunsten von Sophie S. und sprach ihr knapp 14.000 Euro an Schadenersatz zun.
Begründung? Das Gericht stellte fest, dass die Äußerung des Chefs und das Versäumnis, angemessene Unterstützung bereitzustellen, ein diskriminierendes und belästigendes Arbeitsumfeld geschaffen hatten.
Was ist Neurodivergenz? Der Begriff bezieht sich "auf Unterschiede in der Funktionsweise des Gehirns/der Reizverarbeitung und zeigt sich unter anderem in der Wahrnehmung, im Denken, in der Informationsverarbeitung oder in der sozialen Interaktion." Neurodivergent sind Personen mit Diagnosen wie ADHS, Autismus oder Dyslexie.
Worum geht es? Die Beschäftigten eines Unternehmens für elektrische Bauteile in Castelfranco Veneto (Treviso) bekamen vor Weihnachten einen Fragebogen zugeschickt, berichtet La Stampa. Der Inhalt empörte viele.
Weil? Die Firma wollte von den rund 60 Angestellten wissen, wer gefeuert werden soll. "Wen würden Sie feuern?", hieß es in dem Schreiben. "Denjenigen ohne Kinder? Denjenigen mit der kürzesten Betriebszugehörigkeit?"
Welcher Verdacht drängt sich auf? Die Beschäftigten verglichen den Fragenbogen mit der koreanischen Fernsehserie "Squid Game", in der Menschen gegeneinander antreten.
Wie viele machten mit? Nicht mehr als zehn, aber immerhin.
Was sagt das Unternehmen? Das Management bezeichnete die Initiative als Instrument zur Mitarbeiterbefragung: "Es handelt sich lediglich um eine interne Umfrage, um das Betriebsklima zu erfassen. Der Markt befindet sich in einer Krise, und unser Ziel ist es, Entlassungen zu vermeiden", so Inhaber Bruno Scapin.
Wie reagierte die Gewerkschaft? "Diese Praxis", erklärte sie in einer Stellungnahme, "verwandelt einen ohnehin schon dramatischen Krisenmoment in ein grausames Spiel und ist ein Angriff auf die Würde der Arbeitnehmer."
Worum geht es? Die USA haben einen 20 Punkte umfassenden Wiederaufbauplan für den Gazastreifen vorgestellt, der unter dem Namen "New Gaza" oder auch "Project Sunrise" bekannt ist.
Was ist das Ziel? Gaza nach den jüngsten Kriegszerstörungen nicht nur wiederherzustellen, sondern in ein modernes wirtschaftliches Zentrum umzuwandeln, das Wohnviertel, Gewerbe, Datenzentren, Tourismus und Infrastrukturprojekte umfasst.
Was heißt das konkret? Entlang der Mittelmeerküste ist laut US‑Plänen ein groß angelegter Küsten‑Tourismusbereich vorgesehen, der Platz für etwa 180 Wolkenkratzer bieten soll – viele davon gedacht als Hotels, Wohnungen und Geschäftshäuser mit Blick aufs Meer.
Das klingt recht groß geraten? Ja, dazu kommen ein neuer Hafen an der südwestlichen Küste, er könnte Gaza mit dem internationalen Seehandel verbinden. Ein neues Flughafenprojekt soll den Luftverkehr wieder ermöglichen.
Wie soll die Optik sein? Diese Skyline wäre Teil eines neuen urbanen Zentrums, das in vielen Entwürfen mit modernen Städten wie Dubai oder Doha verglichen wird. Daneben sollen in neuen Siedlungen wie "New Rafah" und "New Gaza" mehr als 100.000 dauerhafte Wohnungen entstehen.
Ist das alles fix? Nein, es handelt sich um eine Planungsidee mit vagen Zeitplänen und unsicheren Finanzierungsquellen, die großteils mit AI‑generierten Visualisierungen präsentiert wurde.
Und die Kosten? Sollen zwischen 25 und 30 Milliarden Dollar liegen. Die Mittel sollen aus einer Mischung aus US-Hilfe, internationalen Gebern, Investorenfonds und privaten Kapitalgebern kommen.
Was ist der große Plan? Der Plan ist nicht rein wirtschaftlich, sondern Teil eines umfassenden Friedensrahmens, der auch einen langfristigen Waffenstillstand, die Entwaffnung der Hamas und die Einrichtung einer Übergangsverwaltung für Gaza vorsieht.
Worum geht es? US-Präsident Donald Trump hat in Miami-Dade County (Florida) eine Klage gegen JPMorgan Chase und den CEO Jamie Dimon eingereicht. Er fordert bis zu 5 Milliarden US-Dollar Schadenersatz.
Was ist der Vorwurf? Trump wirft der Bank vor, ihm und seinen Unternehmen aus politischen Gründen Bankdienstleistungen verweigert bzw. Konten geschlossen zu haben ("Debanking").
Heißt konkret? JPMorgan habe im Februar 2021 mehrere persönliche und geschäftliche Konten von Trump ohne ausreichende Begründung und mit kurzer Frist geschlossen.
Was war die Folge? Laut Klage hätten die Schließungen finanzielle Schäden verursacht und Trumps Geschäfte stark beeinträchtigt. Der nunmehrige Präsident und seine Firmen seien zudem auf eine Art "Blacklist" gesetzt worden, was andere Banken davon abgehalten habe, mit ihnen zu arbeiten.
Was vermutet Trump? Die Bank habe aufgrund politischer Motive gehandelt. Er sieht darin ein Beispiel für "Debanking", also die Verweigerung von Finanzdienstleistungen aus ideologischen Gründen.
Was ist der Hintergrund? Die Beschwerde bezieht sich auf Ereignisse nach dem Sturm aufs US-Kapitol am 6. Januar 2021, als mehrere große Banken – darunter auch JPMorgan – Konten von Trump oder seinen Unternehmen geschlossen oder eingeschränkt haben.
Worum geht es? Auf dem 14. Parteitag der Kommunistischen Partei Vietnams in Hanoi wurde Tô Lâm erneut zum Generalsekretär gewählt. Alle 180 Mitglieder des Zentralkomitees stimmten für ihn.
Was bedeutet Generalsekretär? Er ist kein Präsident durch direkte Volkswahl (Vietnam ist ein Einparteienstaat), aber als Parteichef hat er praktisch die höchste Macht im Staatssystem.
Was kündigte er an? Er garantierte ein jährliches Wirtschaftswachstum von mindestens 10 Prozent von 2026 bis 2030.
Ist das schaffbar? Viele Wirtschaftsexperten halten 10 Prozent pro Jahr für sehr ambitioniert oder sogar unrealistisch. Die Weltbank erwartet eher ein Wachstum im Bereich um sechs Prozent.
Was plant Tô Lâm Neues? Er will Vietnam zum High-Income-Land machen. Sein Wirtschaftsmodell geht weg von billiger Fertigung und Export hin zu Innovation und Technologie, auch der private Sektor soll sich stark entwickeln.
Worum geht es? Ein US-Bundesgesetz ("Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act") aus 2024 verlangt, dass TikTok sein US-Geschäft komplett vom chinesischen Mutterkonzern ByteDance abkoppelt, sonst droht ein Verbot der App in den USA.
Was passierte jetzt? Nach jahrelanger politischer und rechtlicher Auseinandersetzung hat ByteDance den Verkauf/Spin-off seiner US-Geschäftseinheit in eine neue Gesellschaft abgeschlossen.
Was bedeutet das? ByteDance behält einen Minderheitsanteil (19,9 Prozent), alle anderen Anteile (knapp über 80 Prozent) liegen bei US- und globalen Investoren.
Wie heißt die Firma? "TikTok USDS Joint Venture LLC" und sie ist mehrheitlich amerikanisch.
Wer übernimmt? Eine Gruppe von Milliardären, etwa Oracle von Larry Ellison, die Private-Equity-Firma Silver Lake, die Investmentfirma MGX, das Michael Dell-Familienbüro, Alpha Wave Partners und andere.
Wer wird CEO? Adam Presser, er war lange Zeit Chief Operating Officer (COO) von TikTok. Studium in Harvard, früher Vice President bei BuzzFeed.
Welche Rolle spielte Trump? Er hat den Deal öffentlich unterstützt und ihn als "Rettung" von TikTok vermarktet. Er hat mehrere Executive Orders unterzeichnet, die die Fristen verlängerten und den Verkauf ermöglichten. Die neuen Eigentümer stammen aus seinem Umfeld.
Was ändert sich? Die US-Nutzerdaten werden in den USA gespeichert und verwaltet (z. B. über Oracle-Cloud). Algorithmus und Content-Moderation werden künftig unter Kontrolle der neuen US-Gesellschaft stehen bzw. neu trainiert.
Und für User? Kurzfristig wenig — sie können die App weiterhin wie gewohnt nutzen. Langfristig könnten sich aber Funktionsweisen, Inhalte oder Daten-Richtlinien ändern, wenn TikTok US stärker von ByteDance getrennt wird.
Worum geht es? Das Zwangsmaßnahmengericht des Schweizer Kantons Wallis hat am Freitag die Untersuchungshaft gegen Jacques Moretti aufgehoben. Er war der Betreiber jener Bar im Nobelskiort Crans-Montana, in der bei einem Feuer in der Silvesternacht 40 Menschen starben.
Mit welcher Begründung? Das Fluchtrisiko sei erneut bewertet worden, so das Gericht laut der Schweizer Zeitung Blick. Der 49-Jährige habe als Bedingung für seine Freilassung dieselben Auflagen wie seine Frau Jessica bekommen, heißt es. Diese durfte die ganze Zeit über auf freiem Fuß bleiben.
Welche Auflagen sind das? Er muss seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen und sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden. Auch eine Kaution in der Höhe von 216.000 Euro muss der Betreiber des "Le Constellation" hinterlegen – das Geld hat ein Freund für ihn aufgebracht.
Was wird dem Barbesitzer vorgeworfen? Gegen ihn und seine Ehefrau wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. In der Bar war in der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen, das sich in kürzester Zeit ausbreitete. Die Hälfte der Todesopfer war nicht älter als 18 Jahre.
Gibt es bereits Reaktionen auf die Freilassung? Ja, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni zeigte sich fassungslos. Sie sei empört über die Freilassung Morettis. "Ich empfinde dies als eine Schändung des Andenkens an die Opfer und als eine Beleidigung ihrer Familien", schrieb sie auf X. Und: "Die italienische Regierung wird die Schweizer Behörden für die Geschehnisse zur Rechenschaft ziehen."
Weshalb diese Emotionalität? Viele Opfer der Tragödie stammten aus Italien. Die Hinterbliebene befürchten, dass sich der Barbetreiber und seine Frau nach Korsika absetzen könnten, woher sie stammen.