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3. November 2025

Schicksalstag für Trump Oberstgericht entscheidet über Zölle

Worum geht es? In den vergangenen Monaten überzog US-Präsident Donald Trump die Welt mit Sonderzöllen. Am Mittwoch entscheidet der Oberste Gerichtshof, ob die Zölle rechtens waren.

Wie ist die Tragweite? Enorm, denn hier steht Trumps politisches System zur Disposition. Entscheidet der Supreme Court gegen ihn, verliert er sein wesentlichstes Druckmittel.

Ist Trump das bewusst? Ja, er bezeichnet die Klage als "den wichtigsten Fall aller Zeiten", so Axios.

Was ist der Hintergrund? Trump hat die Zölle weitgehend auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt. Das Gesetz ist 50 Jahre alt und wurde noch nie für diesen Zweck verwendet.

Was ist das Problem? Die Kläger sagen: Eine Besteuerung ist nur dann legitim, wenn sie von den Vertretern des Volkes beschlossen wird. Also durch den Kongress, nicht durch den Präsidenten. Der Grundsatz gelte seit der amerikanischen Revolution.

Was sagt die Trump-Seite? Trump agiere auf der Basis eines nationalen Notstandes. Der Präsident müsse die Möglichkeit haben, auf eine Notlage zu reagieren.

Wie geht das Verfahren aus? Das ist vollkommen offen.

Weitere Meldungen

Folter-Affäre im Militär Israel verhaftet Generalin wegen Video

Worum geht es? Im August 2024 strahlte ein israelischer TV-Sender ein geheimes Video aus. Es zeigt, wie Reservesoldaten auf dem Militärstützpunkt Sde Teiman im Süden Israels einen palästinensischen Gefangenen misshandeln.

Was soll genau passiert sein? Die Soldaten nehmen den Häftling beiseite, umzingeln ihn mit Riot-Schilden, um die Sicht zu versperren. Dann sollen sie ihn geschlagen und sexuell misshandelt haben. Er wurde schwer verletzt.

Warum platzte der Skandal nun? Weil sich herausstellte, dass Yifat Tomer‑Yerushalmi, die bisherige Militär‑Generalstaatsanwältin der Israel Defence Forces (IDF), das Video zur Veröffentlichung freigegeben hatte.

Woher stammt das Video? Aus einer Überwachungskamera im Gefängnis Sde Teiman Detention Facility.

Legte die Generalin ein Geständnis ab? Ja. Sie wurde zunächst ihres Amtes enthoben und trat dann "mit sofortiger Wirkung" zurück. In einem Schreiben an den Generalstabchef begründete sie ihr Vorgehen.

Was steht drin? Sie habe "als Leiterin der Militärstaatsanwaltschaft und aus tiefem Verantwortungsgefühl gegenüber der Einheit und meinen Untergebenen, die Freigabe von Material an die Medien genehmigt, um der gegen die militärischen Strafverfolgungsbehörden gerichteten falschen Propaganda entgegenzuwirken", schreibt sie.

Was ist damit gemeint? Sie spielte damit auf einige rechtsgerichtete Politiker in Israel an, die behauptet hatten, die Vorwürfe schwerer Misshandlungen des palästinensischen Gefangenen seien erfunden.

Was wurde aus dem Häftling? Er kam im Zuge des nunmehrigen Austausches mit der Terrorgruppe Hamas frei.

Und aus Yifat Tomer‑Yerushalmi? Sie wurde am Montag in Haft genommen.

Gebühr statt Trinkgeld So tricksen Lokale Belegschaft aus

Worum geht es? Trinkgelder sind nicht nur in Österreich eine heikle Materie. Ein neues Gesetz verpflichtet britische Restaurants, Trinkgelder an alle Beschäftigten weiterzugeben. Das aber wird immer öfter umgangen.

Was steckt dahinter? Besucher von Lokalen fiel auf, dass sich auf den Rechnungen ein neuer Posten findet. Er nennt sich "Bearbeitungsgebühr" oder "Verwaltungsgebühr".

Wie hoch ist die Gebühr? Die Times berichtet von einer Pizzeria, die 12,5 Prozent auf die Rechnung aufschlug.

Wie kam das zustande? Um die Trinkgeld-Regelung fairer zu gestalten, wurde 2023 der Employment (Allocation of Tips) Act eingeführt – nach acht Jahren Verhandlung. Bis dahin lag es im Ermessen des Unternehmens, ob und wie viel Geld es an Mitarbeiter weitergibt.

Was war nun anders? Das Gesetz trat 2024 in Kraft und schreibt vor, dass Arbeitgeber Trinkgelder ohne Abzüge – abzüglich Steuern und Sozialversicherung – an ihre Angestellten weiterleitenn und diese Trinkgelder fair und transparent unter den Mitarbeitern aufteilen müssen.

Dann brach Kreativität aus, oder? Es gab plötzlich eine "Gedeckgebühr", eine "Markengebühr" oder eine "Bezahlgebühr". Die Restaurants argumentieren, dass sie aufgrund der explodierenden Kosten nur so ihre Preise halten können.

Was sagt die Gewerkschaft? Sie nennt den Vorgang "Trinkgeldraub".

Japan gewinnt Müll-WM 74,76 Kilo in 20 Minuten gesammelt

Worum geht es? Noch nicht olympisch, in Japan aber schon Volkssport: Müllstammeln. Nun fand in Tokio der zweite Spogomi World Cup statt. Ziel ist es, in einer vorgegebenen Zeit möglichst viel Abfall zu sammeln.

Wie bitte? Der Name Spogomi setzt sich aus "Sport" und dem japanischen Wort für Müll, "gomi", zusammen. Es ist ein Wettlauf zwischen Dreierteams, Punkte werden sowohl für die Menge, als auch für die Art des Mülls vergeben.

Was gibt es da so? Für Zigarettenkippen 50 Punkte, für Plastikflaschen 25 Punkte, für Dosen 15 Punkte, für brennbaren Müll wie Papier, Plastiksackerln und Textilien 10 Punkte und für nicht brennbaren Abfall wie Glas, Batterien und Metalle 5 Punkte, jeweils pro 100 Gramm.

Gibt es auch Abzüge? Das Einsammeln von Sperrmüll wie Feuerlöschern, Reiskochern und Kinderwagen führte zu einem Abzug von 100 Punkten.

Wie darf man sich den Wettbewerb vorstellen? Die Teams ziehen 45 Minuten durch die Straßen und dürfen dabei nicht weiter als 10 Meter voneinander entfernt sein. Laufen ist verboten, ein offizieller Kampfrichter geht mit. Anschließend gibt es 20 Minuten Zeit,  um den Müll zu sortieren.

Werden einfach Mülleimer ausgeleert? Gute Idee, ist aber verboten.

Seit wann gibt es den Wettlauf? Seit 2008, der World Cup fand zum zweiten Mal statt. In Japan gibt es auch an Schulen Wettbewerbe.

Wer gewann? Japan mit 74,76 Kilo Müll und 7.210 Punkten vor Deutschland und Marokko. 33 Teams nahmen teil.

Bahn schafft Rekord Schon jeder zweite Zug ist unpünktlich

Worum geht es? Früher waren die Deutschen stolz auf ihre Eisenbahn, jetzt machen sie Witze darüber. Zugfahren ist mittlerweile ein Glücksspiel wie Lotto. Im Oktober erreichte rund die Hälfte aller Fernzüge unpünktlich ihr Ziel. Der alte Rekord wurde unterboten.

Wie lauten die genauen Zahlen? Lediglich 51,5 Prozent aller ICEs und ICs kamen korrekt an, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Erst im September hatten die Pünktlichkeitswerte der Deutschen Bahn mit 55,3 Prozent einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht.

Was ist die Ursache? Leider etwas, das sich nicht über Nacht beheben lässt, nämlich der schlechte Zustand der Schienen und die zur Sanierung nötigen Bauarbeiten. Eine Baustelle kann einen Dominoeffekt auslösen.

Wann war es besonders schlimm? Die Wochenenden laufen etwas besser, weil weniger Güterverkehr unterwegs ist. Aber am 23. und 24. Oktober benötigten Reisende gute Nerven. Da kamen überhaupt nur 37 Prozent aller Züge in der Zeit an.

Was gilt als pünktlich? Wenn ein Zug maximal fünf Minuten und 59 Sekunden Verspätung hat.

Keine Sexpuppen mehr Shein stoppt Kinder-Pornographie

Worum geht es? Frankreich warf dem chinesischen Internet-Anbieter Shein vor, kinderähnliche Sexpuppen im Angebot zu haben und schaltete die Justiz ein. Der Konzern zog rasch Konsequenzen.

Was ist der Hintergrund? Die französische Verbraucherschutz- und Wettbewerbsbehörde DGCCRF entdeckte auf der Website von Shein Sexpuppen, die kindlichem Aussehen entsprachen (Körpergröße, Gesichtszüge). Es bestehe kaum Zweifel an einem "pädo­pornografischen Charakter", so DGCCRF.

Wie reagierte Shein? Mit der sofortigen Entfernung der entsprechenden Produkte. Der Onlinehändler erklärte, dass man solche Erzeugnisse nicht dulde und eine interne Überprüfung eingeleitet habe. Die Produkte waren für alle zugänglich, auch für Kinder, es gab keine Filter.

Was war die Folge? Die französische Regierung – unter anderem Wirtschaftsminister Roland Lescure – drohte damit, den Marktzugang von Shein in Frankreich zu sperren, falls sich ein solcher Vorfall wiederholen sollte.

Welche Strafen drohen? Nach französischem Recht kann die Verbreitung von Materialien mit sexuellem Missbrauch von Kindern über elektronische Netzwerke mit bis zu 7 Jahren Haft und bis zu 100.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.

Warum ist das für Shein besonders unangenehm? Weil der China-Diskonter vor der Eröffnung des ersten physischen Stores in Frankreich steht. Er soll im Kaufhaus BHV Marais in der Pariser Innenstadt aufsperren. Das sorgte bereits für erhebliche Proteste.

Wie verteidigt sich Shein? Der Händler fungiert nicht nur als Direktanbieter, sondern auch als Marktplatz: Dritthändler können auf der Plattform Waren einstellen. Das sei in diesem Fall passiert, so Shein.

Wie mächtig ist Shein? Der weltweite Umsatz 2024 wird auf 38 Milliarden US-Dollar geschätzt, der Nettogewinn auf 1 Milliarde. Der globale Marktanteil in der Fast‐Fashion liegt bei 18 Prozent.

Preis für 9 Transfrauen Rowling poltert gegen Frauenmagazin

Worum geht es? Joanne K. Rowling, Erfinderin von Harry Potter und seit Jahren im Clinch mit der britischen Trans-Community, hat sich jetzt mit dem britischen Frauenmagazin Glamour angelegt. Grund: Bei der alljährlichen Wahl zur "Frau des Jahres" wurden neun Trans-Frauen ausgezeichnet.

Wie hat Rowling darauf reagiert? Sie erklärte in einem Post auf X, dass damit eine Botschaft an alle Mädchen und Frauen gesendet würde, dass heute "Männer die besseren Frauen seien als sie".

Bezog das Magazin dazu Stellung? Ja. Man erklärte, dass man "neun der bahnbrechendsten Stimmen" aus der Trans-Community ausgewählt habe, weil "die Trans-Rechte in Großbritannien" zunehmend bedroht seien. Alle neun Ausgezeichneten seien Vorreiterinnen und unermüdliche Stimmen für die Förderung von Trans-Frauen. Und direkt an Rowling gewandt: "Viel Glück nächstes Jahr, Jo x".

Warum exponiert sich die Autorin so? Joanne K. Rowling sieht sich als Frauenrechtlerin und bekrittelt seit Jahren, dass ein Hype um Trans-Frauen gemacht werde. Nur "biologische" Frauen sind wirklich Frauen, so Rowlings Credo.

Wie reagierte die Community? Zunehmend aggressiv. Die Autorin wird wegen ihrer Haltung öffentlich angefeindet oder man macht sich lustig über sie. Allerdings erhält sie auch viel Zustimmung, meist von "biologischen" Frauen. Das zeigen auch die Postings nach Rowlings jüngstem Statement.

Trump als Kassengift Kennedy Center immer öfter leer

Worum geht es? Seit neun Monaten hat US-Präsident Donald Trump formell die Oberaufsicht über das Veranstaltungsprogramm im Kennedy Center von Washington. Seither gehen die Ticketverkäufe dort drastisch zurück, hat die Washington Post jetzt recherchiert.

Was ist das Kennedy Center? Das "John F. Kennedy Center for the Performing Arts" ist das größte Kulturzentrum in der Bundeshauptstadt Washington. Es verfügt über drei große Veranstaltungssäle (mit 1.100 bis knapp 2.500 Plätzen) sowie zahlreiche kleinere Veranstaltungsräume und wurde 1971 eröffnet und nach dem 35. Präsidenten der USA benannt.

Und Trump ist dort Oberaufseher? Er hat im Februar, kurz nach seinem Amtsantritt, selbst die Leitung des Centers übernommen, weil ihm das gebotene Programm zu divers, zu politisch korrekt und vor allem zu wenig publikumsträchtig war. Trump war deshalb angetreten, um das Center wieder "angesagt" zu machen.

Hat das funktioniert? Jedenfalls nicht, wenn man nach der aktuellen Auslastung der drei größten Veranstaltungssäle geht. Laut Washington Post seien die Ticketverkäufe für den Konzertsaal, das Opernhaus und das große Theater derzeit so niedrig wie seit der Pandemie nicht mehr.

Heißt in Zahlen? Seit Anfang September beträgt die Auslastung in den drei Sälen 57 Prozent. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es zum selben Zeitpunkt 93 Prozent.

Was bedeutet das? Das im untersuchten Zeitraum – von Anfang September bis Ende Oktober – 50.000 von insgesamt 143.000 Tickets nicht verkauft worden sind.

Was sind die Gründe dafür? Laut Washington Post sei es eine Mischung. Einerseits würden Musicals – das beliebteste Veranstaltungsprogramm seit Trumps Amtsübernahme – derzeit generell nicht so gut performen.

Das ist alles? Nein, zudem würde die Nationalgarde, die auf Trumps Order hin seit Monaten in Washington patroulliert, die Stimmung des Publikums killen. Und nicht zuletzt scheinen viele Konzert-Geher aus Protest gegen den Präsidenten das Center zu boykottieren.