Worum geht es? In einigen Ländern Europas gibt es das schon, nun fordert die deutsche Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) ein Verbot der Prostitution nach schwedischem Vorbild.
Was ist der Hintergrund? Klöckner hielt bei der Verleihung des Heldinnen-Awards der Alice-Schwarzer-Stiftung in Berlin eine Laudatio. Die Forderung stellte sie ihrer Rede voran.
Was war der Anlass? Der Preis ging an zwei Streetworkerinnen. Sabine Constabel hilft Frauen beim Ausstieg aus der Prostitution, Cathrin Schauer-Kelpin engagiert sich gegen Menschenhandel.
Was sagte Klöckner wörtlich? "Wir müssen die Prostitution und den Sexkauf hierzulande endlich auch verbieten. Wenn wir sonst über Frauenrechte sprechen, aber sagen, dass Prostitution ein Beruf wie jeder andere sei, dann ist das nicht nur lächerlich, sondern Verächtlichmachen von Frauen. Es gibt auch keine Schülerpraktika in diesem Beruf."
Wie ist die Situation in Deutschland? Das Prostitutionsgesetz und Prostituiertenschutzgesetz würde Betroffenen keinen Schutz bieten, so Klöckner. Deutschland sei das "Puff Europas".
Was ist das schwedische Modell? Bordelle sind verboten, bestrafen werden nicht die Prostituierten, sondern die Freier. Das Gesetz gilt seit 1999. Wer Sex kauft, erhält zunächst ein Bußgeld in Höhe von 50 Tagessätzen, auch eine Haftstrafe ist gesetzlich möglich.
Gilt das nur in Schweden? Nein, inzwischen haben sich mehrere Länder angeschlossen, etwa Norwegen, Frankreich, Kroatien, Irland, in Litauen oder Serbien ist Prostitution illegal. In Schweden ist inzwischen auch digitale Prostitution verboten. Das betrifft Livecams wie OnlyFans, in denen der Käufer aktiv ins Geschehen eingreifen kann.
Wie ist die Situation in Österreich? Hier sind wie in Deutschland "sexuelle Dienstleistungen" erlaubt.
Worum geht es? Robinson Crusoe soll 28 Jahre, 2 Monate und 19 Tage auf einer einsamen Insel verbracht haben. Insoferne traf es ein deutscher Hobbysegler am vergangenen Wochenende besser. Er musste nur 60 Stunden warten.
Worauf? Gerettet zu werden. Der Mann strandete am Freitag zu Halloween auf der unbewohnten Insel De Kreupel im IJsselmeer, sein Boot war gegen eine Buhne, eine Art Steinmauer also, gekracht. Weil er keinen Funk dabei hatte und Batterie seines Handys leer war, hieß es warten.
Wie lange? Nach zwei Tagen kam zufällig ein Segelschiff vorbei, entdeckte den Mann und gab Alarm. Ein Glück für den Teilzeit-Robinson, denn in dieser Gegend ist zu dieser Jahreszeit recht wenig los.
Hatte er Proviant dabei? Nur wenig, kaum Wasser. Niederländische Seenotretter brachten ihn in die Zivilisation zurück, dort gab es vorrangig eine heiße Dusche.
Wie überlebte der Segler? Er nutzte Teile seines kaputten Bootes, um sich ein Zelt zu bauen. So war er einigermaßen vor der Witterung geschützt.
Worum geht es? Heuer wurden in Japan mehr als 200 Menschen durch Bären verletzt oder getötet, allein im Oktober 88, ein neuer Rekord. Am stärksten betroffen ist die nördliche Präfektur Akita. Dort sollen nun Soldaten helfen.
Was fällt auf? Die Begegnungen mit Bären finden nicht mehr allein in bergigen Gegenden statt, sondern vermehrt in Wohngebieten. Am 4. November musste die Stadtverwaltung von Akita erstmals im Ortszentrum einen Bären mit einer Schusswaffe erlegen.
Wie groß ist die Gefahr? Das zeigen allein die letzten Tage. Am 2. November wurde eine 79-jährige Frau beim Pilzesammeln von einem Bären getötet. Am selben Tag wurde in einem Wohngebiet von Akita ein 65-jähriger Mann von einer Bärin und ihrem Jungen angegriffen. Er erlitt Gesichtsverletzungen. Weitere Angriffe galten einem Zeitungsausträger und einem Spaziergänger.
Was tut die Regierung nun? Sie schickte am Sonntag die 9. Division der Japan Ground Self-Defense Force JGSDF nach Akita.
Um "Problembären" zu schießen? Nein, das ist den Soldaten gesetzlich untersagt. Sie dürfen nun helfen – beim Aufstellen von Kastenfallen, bei Patrouillen, beim Transport von Jägern, beim Sammeln von Informationen helfen.
Keine Waffen? Nein, sie dürfen zur Abschreckung und zum Schutz nur Bärenabwehrspray einsetzen. Es enthält den Reizstoff Capsaicin, der bei Kontakt eine starke Reizung der Augen und Atemwege verursacht und eine Reichweite von bis zu 10 Metern haben kann.
Worum geht es? Kurz nach dem Start vom internationalen Flughafen Louisville Muhammad Ali in Kentucky, USA, stürzte am Dienstag ein Flugzeug des Zustelldienstes UPS ab und explodierte, zeigen Videos. Das Unglück ereignete sich um 17.13 Uhr Ortszeit.
Wohin war das Flugzeug unterwegs? Die Maschine vom Typ McDonnell Douglas MD‑11F sollte nach Honoulu, Hawaii. Sie hob von Startbahn 17R ab und war mit 144.000 Litern Treibstoff voll betankt.
Was passierte genau? Unmittelbar nach dem Start soll ein Feuer an der linken Tragfläche/Triebwerksbereich beobachtet worden sein, bevor das Flugzeug abstürzte und explodierte. Der Absturzort befindet sich in einem Gebiet mit Industrie‑ und Logistikbetrieben.
Wie viele Opfer gab es? Mindestens 11 Tote und 12 Schwerverletzte, einige Opfer waren nicht an Bord des Flugzeugs, sondern befanden sich am Boden oder in den nahen Industrieanlagen. Die Zahl der Opfer dürfte noch steigen, 16 Familien meldeten Vermisste.
Wie groß waren die Auswirkungen? Der Flughafen wurde vorübergehend geschlossen; Menschen in einem Radius von 8 Kilometern um die Unfallstelle wurden aufgefordert, die Häuser nicht zu verlassen. Es wurden massive Sachschäden insbesondere durch Feuer‑ und Explosionseinwirkung gemeldet.
Worum geht es? Australien verschärft mit 10. Dezember die Jugendschutz-Bestimmungen für Social-Media-Plattformen (hier finden Sie mehr Infos dazu). Nun wurde auch Reddit in diese Liste aufgenommen.
Was ist der Hintergrund? Vor einem Jahr beschloss Australien, eine "weltweit führende" Gesetzgebung einführen. Ziel war es, den "Schaden" zu mildern, den soziale Medien australischen Kindern zufügen, sagte Premierminister Anthony Albanese.
Was gilt ab 10. Dezember? Die Betreiber von Plattformen müssen die Konten von Minderjährigen deaktivieren und die Erstellung neuer Konten verhindern.
Welche Strafen drohen? Geldbußen von bis umgerechnet 28 Millionen Euro. Bestraft werden aber nicht Minderjährige, ihre Eltern oder Erziehungsberechtigte, sondern die Plattformen, wenn sie keine angemessenen Maßnahmen ergreifen, um Kinder von der Nutzung abzuhalten.
Was ist mit "angemessenen Maßnahmen" gemeint? Das bleibt den Plattformen überlassen.
Welche Plattformen betrifft das? Bisher war bekannt, dass Facebook, Instagram, Snapchat, Threads, TikTok, X, YouTube betroffen sind. Nun kommen Kick (ein australisches Twitch) und Reddit dazu. Die Liste soll bis 10. Dezember erweitert werden.
Was ist Reddit? Eine Social-News-Seite und ein großes Online-Forum, das aus themenspezifischen Gemeinschaften, den sogenannten "Subreddits", besteht. Reddit hat etwa 1,1 Milliarden monatlich aktive Nutzer weltweit.
Worum geht es? Die USA befinden sich schon seit 37 Tagen im Shutdown, so lange wie noch nie. Das hat nun auch Auswirkungen auf den Flugverkehr. Ab Freitag werden auf 40 Airports 10 Prozent der Flüge gestrichen.
Was ist ein Shutdown? Im Kongress konnten sich Republikaner und Demokraten nicht auf ein Budget für das nächste Jahr einigen. Das sorgt für einen Teil-Stillstand der Regierungsgeschäfte, weil die Staatsbediensteten kein Geld mehr bekommen (können).
Warum betrifft das nun den Flugverkehr? Viele Fluglotsen („air traffic controllers“) und Mitarbeiter der Transportation Security Administration (TSA) arbeiten aktuell ohne Bezahlung. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Wie viel betrifft das? Laut Federal Aviation Administration (FAA) fehlen an großen Flughäfen bereits 20 bis 40 % der üblichen Lotsen-Stärke. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird nun das Angebot reduziert.
Welche Airports betrifft die Kürzung? Bislang wurde die konkrete Liste der betroffenen Flughäfen noch nicht veröffentlicht. Aber es handelt sich um Flughäfen mit hohem Verkehrsaufkommen („high-volume markets“) — also nicht kleine Regionalflughäfen.
Was heißt das für die Fluggäste? Wer in den nächsten Tagen bzw. Wochen einen Flug ab einem der großen US-Flughäfen plant, sollte mit größeren Verzögerungen rechnen. Einige Flüge könnten kurzfristig gestrichen oder verlegt werden. Man sollte mehr Zeit für Check-in und Sicherheitskontrolle einplanen.
Worum geht es? Der frühere US-Vizepräsident Dick Cheney starb am Dienstag im Alter von 84 Jahren. Nach Angaben seiner Familie erlag er den Folgen einer Lungenentzündung sowie Herz- und Gefäßerkrankungen, mit denen er seit Jahrzehnten zu kämpfen hatte.
Wer war Cheney? Der vielleicht mächtigste "Vize" in der US-Geschichte. Zugleich eine der einflussreichsten und umstrittensten Persönlichkeiten der amerikanischen Politik.
Warum? Der Republikaner arbeitete zunächst im Umfeld der Nixon-Regierungen. Unter Präsident Gerald Ford wurde er 1975 Stabschef des Weißen Hauses. 1989 berief ihn Präsident George H. W. Bush zum Verteidigungsminister.
Welche Rolle kam ihm danach zu? Nach einem Ausflug in die Privatwirtschaft wurde Cheney Vizepräsident unter George W. Bush (2001–2009) und galt ab da als der starke Mann im Hintergrund. Das ließ sich an zwei historischen Ereignissen ablesen, den Terroranschlag auf NewYork und den Angriff auf den Irak.
Was ist damit gemeint? Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 setzte sich Cheney für harte Sicherheitsmaßnahmen und umfassende Überwachungsprogramme ein. Kritiker warfen ihm Machtmissbrauch und die Förderung von Foltermethoden vor; seine Befürworter sahen in ihm hingegen einen entschlossenen Verteidiger der nationalen Sicherheit.
Was war mit dem Irak? Cheney spielte eine Schlüsselrolle bei der Entscheidung, den Irak 2003 anzugreifen, unter dem Vorwand, dort gäbe es Massenvernichtungswaffen.
Was weiß man über ihn privat? Dick Cheney hinterlässt seine Ehefrau Lynne Cheney, mit der er seit 1964 verheiratet war, sowie zwei Töchter – Liz Cheney, frühere Kongressabgeordnete, und Mary Cheney, politische Beraterin.
Warum ist das politisch relevant? Tochter Liz wurde aus der Partei ausgeschlossen. Sie hatte im U-Ausschuss nach dem Sturm auf das Kapitol am 6. Jänner 2021 eine führende Rolle gespielt. Cheney wurde ab da zu einem der härtesten Trump-Kritiker in der eigenen republikanischen Partei.
Wie äußerte er sich? Zu Beginn von Trumps Präsidentschaft 2016 hielt sich Cheney öffentlich zurück. Nach der Präsidentschaftswahl 2020 und dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 wandte sich Cheney offen gegen Trump.
Konkret? Er bezeichnete Trumps Verhalten als "Gefahr für die Demokratie". Im Zitat: "In unserer 246-jährigen Geschichte gab es noch nie jemanden, der eine größere Bedrohung für unsere Republik darstellte als Donald Trump."
Worum geht es? Der neue Bericht des United Nations Environment Programme (UNEP) fällt ernüchternd aus. Das angepeilte Klimaziel scheint in immer weitere Ferne zu rücken.
Was war das Klimaziel? Am Pariser Klimagipfel 2015 wurde ein völkerrechtlich verbindliches Klimaabkommen paktiert. Danach muss die globale Erwärmung auf "deutlich unter 2 °C" und möglichst 1,5 °C seit vorindustrieller Zeit begrenz werden.
Wie schaut es aktuell aus? Im aktuellen "Emissions Gap Report 2025: Off Target", der am Dienstag veröffentlicht wurde, steht: "Wenn nur die gegenwärtigen politischen Maßnahmen umgesetzt werden (ohne zusätzliche ambitionierte Schritte) kommt es bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von ca. 2,8 Grad.
Was ist mit dem 1,5-Grad-Ziel? Der Bericht sagt klar: Der Pfad zu 1,5 Grad wird sehr wahrscheinlich überschritten, eventuell bereits in diesem Jahrzehnt.
Welche Chancen gibt es? Wenn alle aktuellen nationalen Beiträge (NDCs) vollständig umgesetzt werden wird die Steigerung "nur" 2,3 bis 2,5 Grad betragen, die Maßnahmen sind einfach zu defensiv und wirken zu langsam.
Wirken sie überhaupt? Ja, im vergangenen Jahr sagten das Forschungs-Team im selben Bericht eine Erwärmung von 3,1 Grad voraus.
Warum wirken die Maßnahmen so langsam? Die globalen Treibhausgas‑Emissionen sind im Vorjahr erneut gestiegen. Für eine realistische Chance, die Erwärmung auf oder unter 2 Grad zu halten, wären bis 2023 Emissionsreduktionen um etwa 35 % gegenüber 2019 erforderlich; für 1,5 Grad wären etwa 55 % nötig.