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12. November 2025

Arbeitsbeginn 3 Uhr Regierungschefin holte Team aus Federn

Worum geht es? Vor drei Wochen trat Sanae Takaichi ihr Amt an, sie ist die erste Frau an der Spitze der japanischen Regierung. Nun sorgt ihr Arbeitsstil für Aufsehen.

Warum? Am vergangenen Freitag trommelte die stockkonservative Premierministerin ihr Team um 3 Uhr in der Früh zu einer "Lernsitzung" zusammen, berichtet die New York Times.

Eine Strafarbeit? Mutmaßlich nicht, sie wollte sich auf eine Parlamentssitzung am selben Tag vorbereiten. Die "Lernsitzung" dauerte drei Stunden und sorgte im Nachgang für hitzige Debatten.

Warum? In Japan sind Überstunden üblich. In den vergangenen Jahren hatten sie aber Fälle von Karoshi, Tod durch Überarbeitung, gehäuft. Takaichi geriet deshalb in Kritik.

Wie verteidigte sie sich? Sie erklärte, ihr Faxgerät (in Japan nach wie vor ein wichtiges Kommunikationsmittel) zu Hause sei blockiert gewesen. Sie habe sich daher entschieden, zur Residenz des Premierministers zu fahren – sie ist dort noch nicht eingezogen.

Und die Mitarbeiter? Die Premierministern bedauerte, ihnen "Unannehmlichkeiten" bereitet zu haben. Das Treffen sei aber notwendig gewesen.

Weitere Meldungen

Teurer Schwips Thailand reglementiert "Alkohol-Zeiten"

Worum geht es? Wer in Thailand künftig ein Bier zischen möchte, schaut besser erst auf die Uhr, ehe er es Ploppen lässt. Denn ab sofort ist das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit nur mehr während zehn von 24 Stunden des Tages erlaubt. Wer gegen die neue Regelung verstößt, dem drohen hohe Strafen.

Wie bitte? Die thailändische Regierung sorgt sich um die Gesundheit ihrer Bürger – und schließt Touristen in ihre Bemühungen gleich mit ein. Laut dem neuen "Alcoholic Beverage Control Act (No. 2) B.E. 2568 (2025)" ist der Konsum von Alkohol seit 8. November nur noch zwischen 11 und 14 Uhr sowie zwischen 17 und 24 Uhr erlaubt.

Was passiert, wenn ich mich nicht daran halte? Wer außerhalb dieser Zeiten trinkt – egal ob am Strand oder auf der Straße –, muss Strafe zahlen - und die kann sich ganz schön läppern. Bis zu 10.000 Baht (ca. 250 Euro) können die  Behörden für einen Schwips zur falschen Zeit einheben.

Gibt es noch weitere neue Regelungen? Ja, in Bahnhöfen und Zügen ist das Trinken von Alkohol ab sofort generell verboten. Auch die Werbung für Alkohol wird verboten. Achtung: Bereits ein Social Media-Posting, auf dem ein Alkohol-Logo sichtbar ist, gilt als strafbar. Und wie schon bisher gilt: Trinken unter 20 Jahren oder in Fahrzeugen ist generell verboten.

Und gibt es keine Ausnahmen? Doch, Hotels, die internationalen Abflughallen von Flughäfen sowie speziell lizensierte Bars und Clubs sind von den Alkohol-Beschränkungen ausgenommen.

Wie wird das neue Gesetz begründet? Mit Verweis auf Verkehrssicherheit, Gesundheitsschutz und einer generellen Eindämmung exzessiven Trinkens in der Öffentlichkeit. Die Polizei wurde angewiesen, vor allem in Tourismus-Hochburgen häufiger zu kontrollieren. Wer mehrfach gegen das neue Gesetz verstößt, kann sogar kurzzeitig in Haft kommen.

Hat sich die neue Regelung bereits herumgesprochen? Noch nicht so ganz. Die Außenämter von Großbritannien, Australien und Kanada warnen bereits Thailand-Reisende. Das österreichische Außenministerium hält sich diesbezüglich noch zurück.

Und was sagen die Thais dazu? Sie befürchten vor allem Umsatzrückgänge im Tourismus. Laut einer Umfrage der Restaurantvereinigung erwarten über 70 Prozent der Betriebe einen Rückgang im Nachtgeschäft.

2.000 Dollar für jeden Trump will Geld verschenken, aber wie?

Worum geht es? Das ist nicht so ganz klar. Am Wochenende sprach Donald Trump erneut davon, den Amerikanern Geld aus den Zolleinnahmen zukommen zu lassen. Die Rede war von 2.000 US-Dollar pro Person. Nun herrscht Verwirrung darüber.

Was sagte er konkret? "Wir nehmen Billionen von Dollar ein und werden bald damit beginnen, unsere ENORMEN SCHULDEN in Höhe von 37 Billionen Dollar abzubauen. Rekordinvestitionen in den USA, überall entstehen Fabriken und Werke", postete Trump am Wochenende auf Truth Social.

Wer soll das Geld bekommen? Auch dazu äußerte sich Trump: "Eine Dividende von mindestens 2.000 Dollar pro Person (ausgenommen Menschen mit hohem Einkommen!) wird an alle ausgezahlt."

Warum das? Trump wollte Bedenken zerstreuen. Finanzminister Scott Bessent hatte gemeint, dass Trump einfach Steuereinnahmen gemeint habe. Das stellte Tump umgehend richtig. Er meint Cash.

Können sich die USA das leisten? Die Ökonomin Erica York schrieb auf X: Wenn Trump die Dividendenzahlungen für alle mit einem Einkommen von 100.000 US-Dollar oder weniger zugänglich machen würde, beträfe das etwa 150 Millionen Amerikaner – und würde 300 Milliarden US-Dollar kosten.

Warum plant Trump das? Weil er den Amerikanern versprochen hat, die Preise zu senken und das genaue Gegenteil eingetreten ist. Nun verliert er Wahlen und rutscht in der Wählergunst immer weiter ab.

KI ist nicht atemlos ChatGPT verlor Prozess in München

Worum geht es? Um ein Urteil, das für die Musikbranche weitreichende Folgen haben könnte. Das Landgericht München gab einer Klage der GEMA gegen OpenAI recht.

Was ist die GEMA? Die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte" verwaltet in Deutschland die Nutzungsrechte von Werken von über 90.000 Mitgliedern (Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern) sowie von fast zwei Millionen Rechte-Inhabern aus aller Welt.

Warum gab es den Prozess? Die GEMA hatte OpenAI geklagt, weil der KI-Anbieter seinen Chatbot ChatGPT mit Songtexten deutscher Stars trainiert hatte. OpenAI verdient also Geld mit Inhalten, für die man keine Rechte hat und für die auch nichts bezahlt wird.

Welche Inhalte? Die GEMA hatte neun deutsche Liedtexte gefunden, mit der die KI trainiert worden war. Etwa mit Helene Fischers "Atemlos ", Reinhard Meys "Über den Wolken", Herbert Grönemeyers "Bochum" und "Männer" und Rolf Zuckowskis "In der Weihnachtsbäckerei".

Wann fand der Prozess statt? Am 29. September vor dem Münchner Landgericht I, am Dienstag wurde das Urteil verkündet.

Wie schaut es aus? Wer die Werke anderer für das Trainieren einer KI ohne deren Genehmigung benutzt, begeht geistigen Diebstahl, urteilte das Gericht.

Was kostet das? Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, aber vorerst kostet es gar nichts. Denn es lautete auf Unterlassung, erst im Wiederholungsfall droht eine Strafe von 250 000 Euro. Aber das Urteil könnte Signalwirkung haben.

Nahm Open-AI das Verfahren ernst? Kann man wohl sagen. Der US-Anbieter erschien vor dem Amtsgericht mit sieben Anwälten und zwei Legal Counsels. Die GEMA schickte vier Anwälte, darunter einen der besten Urheberrechtler im Land, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Haft für Krypto-Königin Schaden: 5,6 Milliarden US-Dollar

Worum geht es? 128.00 Investoren gingen ihr in die Falle. Zwischen 2014 und 2017 richtete eine Betrügerbande mit einem Schneeballsystem einen Schaden von 5,6 Milliarden US-Dollar an. Die Drahtzieherin wurde nun in London verurteilt.

Was war die Masche? Qian Z. gründete bzw. leitete die Firma Tianjin Lantian Gerui Electronic Technology Co. Ltd. Darüber bot sie Investitionsprodukte mit überzogenen Renditeversprechen (etwa 100 bis 300 Prozent) im Bereich Fintech/Kryptowährung an.

Was passierte mit dem Geld? Der Betrug lief primär in China, das Geld wurde aber nach Großbritannien verschoben und dort gewaschen bzw. in Luxusgüter und Immobilien investiert.

Wie flog alles auf? China verschärfte die Maßnahmen, Qian Z. flüchtete mit einem gefälschten Pass nach Großbritannien. In London mietete sie sich ein Haus in Hampstead (Nord‑London) für fast 20.000 Euro. Das fiel auf.

Was passierte dann? 2017 fand eine Hausdurchsuchung statt, dabei wurden Laptops, USB‐Sticks und Datenspeicher beschlagnahmt. Es fanden sich auch 61.000 Bitcoin, eine der weltweit größten, je von der Polizei sichergestellten Kryptowährungs-Mengen.

Warum ist das jetzt aktuell? Weil die Ermittlungen Jahre dauerten. Nun wurde Qian Z. am Southwark Crown Court zu 11 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt.

Was ist jetzt das Problem? Die Verfahren zur Rückführung der Vermögenswerte sowie zur Entschädigung der Opfer laufen. Ein Teil des zentralen Streits: Wem gehören die Bitcoins – den britischen Behörden oder den chinesischen Opfern?

Shutdown für Shutdown? Heute könnte Blockade in USA enden

Worum geht es? Mit heutigem Tag befinden sich die USA seit 42 Tagen im Shutdown, ein neuer Rekord. Gibt das Repräsentantenhaus grünes Licht, kann die Blockade aber noch diese Woche beendet werden.

Was ist passiert? Der Senat hat in der Nacht auf Dienstag offiziell ein überparteiliches Paket verabschiedet, um den Regierungsstillstand zu beenden.

Wie kam der Pakt zustande? Die endgültige Abstimmung endete mit 60 zu 40 Stimmen. Sieben Demokraten und der unabhängige Senator Angus King (aus Maine) stimmten mit "Ja", ebenso alle Republikaner bis auf Senator Rand Paul (Republikaner aus Kentucky). King gehört der Fraktion der Demokraten an.

Was heißt das nun? Sprecher Mike Johnson hat die Mitglieder des Repräsentantenhauses angewiesen, nach Washington zurückzukehren. Eine Abstimmung über das Paket wird voraussichtlich bereits am Mittwoch stattfinden.

Wie sieht das Trump? Das Weiße Haus unterstützt das Abkommen, was bedeutet, dass die Regierung voraussichtlich diese Woche offiziell wiedereröffnet wird.

Worauf hat man sich geeinigt? Der Entwurf sieht vor, die Regierungsfinanzierung bis zum 30. Jänner 2026 zu verlängern. Für zentrale Programme wie das Lebensmittelhilfe-Paket Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP) wird eine Vollfinanzierung bis 30. September 2026 vereinbart.

Bekommen die Beamten ihr Geld? Ja! Bundesangestellte, die während des Shutdowns ohne Bezahlung waren, bekommen ihr Geld nachbezahlt. Die Wiedereinstellung von mit Kündigung bedrohten oder entlassenen Bundesangestellten ist Teil des Deals.

Was ist ein Shutdown? Im Kongress konnten sich Republikaner und Demokraten nicht auf ein Budget für das nächste Jahr einigen. Das sorgt für einen Teil-Stillstand der Regierungsgeschäfte, weil die Staatsbediensteten kein Geld mehr bekamen.

2.352 Jahre Gefängnis Istanbuls Ex-Bürgermeister angeklagt

Worum geht es? Im März 2025 wurde Ekrem İmamoğlu als Oberbürgermeister von Istanbul abgesetzt. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Nun liegt die Anklage vor. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu 2.352 Jahre Haft.

Was wird ihm vorgeworfen? İmamoğlu soll eine "kriminelle Vereinigung" gegründet und geführt zu haben. Es gibt 142 Anklagepunkte, darunter Bestechung, Geldwäsche, Manipulation bei Ausschreibungen.

Wie umfangreich ist die Anklage? Sie umfasst 3.900 Seiten. Die Anklage richtet sich nicht nur gegen İmamoğlu, sondern gegen insgesamt 402 Verdächtige.

Was ist der Hintergrund? İmamoğlu ist der offizielle Präsidentschaftskandidat der stärksten Oppositionspartei im Land, der Republikanischen Volkspartei (CHP) und damit automatisch Gegenspieler von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan.

Ein Rolex für Trump Geschenk von Schweizer Managern

Worum geht es? Donald Trump hatten Zölle von 39 Prozent auf Importe aus der Schweiz verhängt — besonders stark betroffen war die Schweizer Uhrenindustrie. Das soll nun geändert werden.

Wie? Eine Delegation schweizerischer Wirtschafts‑ und Uhrenindustrie‑Führungskräfte — darunter Rolex‑CEO Jean‑Frédéric Dufour, Vertreter von Richemont, Partners Group, Mercuria und anderen — traf sich mit Trump im Oval Office.

Kamen sie mit leeren Händen? Aber wo. Im Rahmen des Treffens übergab die Delegation Geschenke: darunter eine Rolex‑Uhr und einen Goldbarren mit einer speziellen Prägung.

Was hat es mit der Rolex auf sich? Die goldene Tischuhr im Stil einer Rolex Datejust steht nun auf Trumps Schreibtisch ("Resolute Desk"). Laut F.A.Z gibt es einen Begleitbrief, in dem steht, dass die Uhr "für die Menschen in den Vereinigten Staaten" gedacht ist.

Warum das? Weil das Schweizer Strafgesetz die "Bestechung fremder Amtsträger" verbietet.

Waren Politiker mit von der Partie? Nein, für sie ist das eine Ohrfeige, denn hochrangige Vertreter bemühen sich schon seit Wochen um einen Termin bei Trump.

Hat der Besuch bei dem alten Herren etwas gebracht? Nicht unmittelbar, aber die sechs Manager behaupten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass es ein "äußerst konstruktiven Treffen" gewesen sei.