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1. Juli 2026

Aus Tierschutz-Gründen Rom will Pferdekutschen verbieten

Worum geht es? Rom will sich endgültig von seinen berühmten Pferdekutschen verabschieden. Die letzten sogenannten Botticelle sollen aus dem Stadtbild verschwinden und durch Taxis ersetzt werden. Die Kutscher erhalten im Gegenzug eine Taxilizenz, die Pferde sollen an Gnadenhöfe oder private Halter vermittelt werden. Die Stadt begründet den Schritt vor allem mit dem Tierschutz.

Was sind die "Botticelle"? Die offenen Pferdekutschen gehören seit mehr als 150 Jahren zum Stadtbild Roms und waren lange eine beliebte Touristenattraktion. Zu Spitzenzeiten gab es mehrere Hundert Kutschen, zuletzt waren nur noch 16 Kutscher unterwegs.

Warum werden sie jetzt abgeschafft? Tierschutzorganisationen kritisieren seit Jahren, dass die Pferde unter den Bedingungen in der Großstadt leiden. Vor allem im dichten Verkehr, auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen und bei sommerlichen Temperaturen von oft weit über 35 Grad seien die Tiere erheblichen Belastungen ausgesetzt. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu Zwischenfällen, bei denen Pferde zusammenbrachen oder verletzt wurden.

Gab es solche Pläne nicht schon früher? Doch. Bereits 2020 beschloss die Stadt, die Pferdekutschen aus dem Straßenverkehr zu verbannen und sie nur noch in Parks fahren zu lassen. Die Umsetzung scheiterte jedoch mehrfach an Gerichtsverfahren und Protesten der Kutscher. Nun soll die Tradition vollständig beendet werden.

Wie sollen die Kutscher entschädigt werden? Die Stadt bietet den verbliebenen Kutschern eine Taxilizenz an – ein in Rom äußerst wertvolles Gut, da neue Lizenzen nur sehr selten vergeben werden. Zudem laufen Gespräche mit einem Autohersteller, der den ehemaligen Kutschern Fahrzeuge zur Verfügung stellen könnte.

Was passiert mit den Pferden? Nach Angaben der Stadt sollen alle Tiere vermittelt werden. Geplant ist, sie an Gnadenhöfe oder private Halter abzugeben, damit sie ihren Lebensabend außerhalb des Stadtverkehrs verbringen können. Nach Angaben von Tierschutzorganisationen wird für jedes einzelne Pferd eine passende Unterbringung gesucht.

Wie reagieren die Beteiligten? Tierschutzverbände begrüßen die Entscheidung als längst überfälligen Schritt und sprechen vom Ende einer überholten Touristenattraktion. Die verbliebenen Kutscher sehen dagegen das Ende einer jahrhundertealten Tradition und beklagen den Verlust ihres Berufs – auch wenn viele die angebotene Taxilizenz als wirtschaftlich attraktive Alternative ansehen.

Wie ist die Situation in Wien? Aktuell kursiert eine Petition, die Hitzefrei-Regelung für die Tiere von 35 Grad Celsius auf 30 zu senken. Tierschützer kritisieren zudem seit Langem, dass die Fiaker in der Innenstadt nicht mehr zeitgemäß seien. Die SPÖ-Stadtregierung sieht die Zweispänner jedoch als "unverzichtbares kulturelles Wahrzeichen" und stellt die Tradition über das Wohl der Tiere.

Weitere Meldungen

Besitzer soll Putin sein Russische Luxusjacht aufgetaucht

Worum geht es? Vor der dänischen Küste ist erstmals seit fast vier Jahren wieder die Luxusjacht "Graceful" gesichtet worden, die international seit Jahren mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Verbindung gebracht wird. Für Aufmerksamkeit sorgte vor allem, dass die Jacht von zwei russischen Kriegsschiffen begleitet und gleichzeitig von der dänischen Marine sowie der deutschen Küstenwache überwacht wurde.

Was wurde beobachtet? Nach Angaben des dänischen Rundfunks fuhr die mehr als 80 Meter lange "Graceful" durch den Großen Belt entlang der dänischen Ostseeküste in Richtung Norden. Begleitet wurde sie von einem russischen Zerstörer und einem Patrouillenschiff. Die dänische Marine setzte ihrerseits das Patrouillenboot "Freja" ein, während zeitweise auch die deutsche Küstenwache den Konvoi beobachtete.

Warum ist die Sichtung ungewöhnlich? Die "Graceful" war seit 2022 praktisch von den Radarschirmen verschwunden. Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde ihr automatisches Identifikationssystem (AIS) abgeschaltet. Dadurch war die Position der Jacht über Jahre kaum noch öffentlich nachverfolgbar. Erst kurz vor der Fahrt durch dänische Gewässer sendete das Schiff wieder Signale – die allerdings wenig später erneut abgeschaltet wurden.

Gehört die Jacht tatsächlich Wladimir Putin? Offiziell ist das nicht bestätigt. Der Kreml hat nie eingeräumt, dass Putin Eigentümer der "Graceful" ist. Internationale Medien, darunter Forbes, sowie Recherchen mehrerer Investigativjournalisten führen die Jacht jedoch seit Jahren zu Putins mutmaßlichem Vermögen. Bekannt ist, dass Putin die "Graceful" mehrfach für offizielle Treffen genutzt hat – unter anderem 2021 für ein Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko.

Warum wurde die Jacht von Kriegsschiffen eskortiert? Einen offiziellen Grund nennt Russland nicht. Sicherheitsexperten vermuten mehrere mögliche Erklärungen: Zum einen könnte Moskau angesichts der angespannten Sicherheitslage besonders wertvolle staatliche Vermögenswerte schützen wollen. Zum anderen könnte die Eskorte ein bewusstes politisches Signal sein, um russische Präsenz in der Ostsee zu demonstrieren. Auffällig ist jedenfalls, dass zivile Luxusjachten normalerweise nicht von Kriegsschiffen begleitet werden.

Warum überwachten Dänemark und Deutschland den Konvoi? Die Durchfahrt russischer Schiffe durch die dänischen Meerengen wird grundsätzlich beobachtet. Die dänischen Streitkräfte betonten, dass dies Teil ihrer Routine sei. Wegen der Begleitung durch Kriegsschiffe und der besonderen Bedeutung der "Graceful" erhielt die Passage jedoch deutlich mehr Aufmerksamkeit als üblich.

Wohin war die Jacht unterwegs? Das ist unklar. Nachdem das AIS-Signal erneut abgeschaltet wurde, ließ sich die Route nicht mehr öffentlich verfolgen. Medien spekulieren über eine Fahrt in Richtung Nordsee und möglicherweise weiter ins Mittelmeer.

Welche Bedeutung hat die "Graceful"? Die 82 Meter lange Superjacht wurde 2014 gebaut und zählt zu den luxuriösesten Schiffen ihrer Klasse. Sie verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz, einen großen Innenpool mit versenkbarem Boden, der sich in eine Tanzfläche verwandeln lässt, sowie Platz für zwölf Gäste und 14 Besatzungsmitglieder. Ihr Wert wird auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt.

US-Höchstgericht sagt: Geburt in den USA = Amerikaner

Worum geht es? Der Oberste Gerichtshof der USA hat Donald Trump eine empfindliche Niederlage in der Einwanderungspolitik zugefügt. Mit einer Mehrheit von 6 zu 3 Richtern erklärte der Supreme Court Trumps Versuch für verfassungswidrig, das automatische Geburtsrecht auf die US-Staatsbürgerschaft per Präsidialerlass einzuschränken. Das Gericht bekräftigte damit einen der ältesten Grundsätze des amerikanischen Staatsangehörigkeitsrechts.

Worum ging es bei Trumps Erlass? Trump hatte unmittelbar nach Beginn seiner zweiten Amtszeit angeordnet, dass Kinder künftig nicht mehr automatisch US-Staatsbürger werden sollten, wenn ihre Eltern sich ohne gültigen Aufenthaltsstatus oder nur mit einem befristeten Visum in den USA aufhalten. Nach Schätzungen wären davon jährlich rund 250.000 Neugeborene betroffen gewesen. Mehrere Bundesstaaten und Bürgerrechtsorganisationen klagten dagegen.

Was bedeutet das sogenannte Geburtsrecht? In den USA gilt grundsätzlich das Prinzip des ius soli – des "Rechts des Bodens". Wer auf amerikanischem Staatsgebiet geboren wird, erhält automatisch die US-Staatsbürgerschaft, unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Eltern. Ausnahmen gelten lediglich für Kinder ausländischer Diplomaten und einiger weniger Sonderfälle. Dieses Prinzip ist im 14. Zusatzartikel der US-Verfassung verankert.

Wie begründete der Supreme Court seine Entscheidung? Die Mehrheitsmeinung verfasste der konservative Vorsitzende Richter John Roberts. Er erklärte, Trumps Erlass widerspreche eindeutig dem Wortlaut des 14. Verfassungszusatzes sowie mehr als einem Jahrhundert höchstrichterlicher Rechtsprechung. Ein Präsident könne die Verfassung nicht durch einen Erlass neu auslegen oder ändern. Dafür wäre entweder eine Verfassungsänderung oder eine grundlegende Abkehr von bisherigen Präzedenzfällen erforderlich.

Wie stimmten die Richter ab? Für die Aufhebung von Trumps Erlass stimmten die drei liberalen Richter sowie mehrere konservative Richter, darunter Chief Justice John Roberts. Dagegen votierten die konservativen Richter Clarence Thomas, Samuel Alito und Neil Gorsuch. Damit fiel die Entscheidung mit 6 zu 3 Stimmen aus.

Wie reagierte Donald Trump? Trump kritisierte das Urteil scharf und sprach von einer falschen Auslegung der Verfassung. Gleichzeitig erklärte er, nun müsse der Kongress agieren, um das Geburtsrecht gesetzlich einzuschränken oder neu zu regeln. Verfassungsrechtler halten allerdings auch ein einfaches Gesetz für unzureichend, da das Geburtsrecht unmittelbar in der Verfassung verankert ist.

Warum war das Geburtsrecht für Trump so wichtig? Die Einschränkung des sogenannten Birthright Citizenship gehörte seit Jahren zu den zentralen Forderungen Trumps in der Einwanderungspolitik. Er argumentiert, das automatische Staatsbürgerrecht wirke als Anreiz für irreguläre Migration und sogenannten "Birth Tourism", also Reisen in die USA mit dem Ziel, dort ein Kind mit amerikanischer Staatsbürgerschaft zur Welt zu bringen.

Was sind die Gegenargumente? Kritiker halten dagegen, dass das Geburtsrecht ein fundamentaler Bestandteil der amerikanischen Verfassungsordnung ist und gerade verhindern soll, dass Menschen staatenlos oder Bürger zweiter Klasse werden.

Welche Folgen hat das Urteil? Für Familien ändert sich zunächst nichts: Kinder, die in den USA geboren werden, erhalten weiterhin automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft – unabhängig vom Aufenthaltsstatus ihrer Eltern. Zugleich setzt das Urteil dem Versuch Grenzen, grundlegende Verfassungsrechte per Präsidialerlass zu verändern. Es gilt deshalb als eine der größten juristischen Niederlagen Trumps seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus.

Netflix betrogen Hollywood- Regisseur muss ins Gefängnis

Worum geht es? Hollywood-Regisseur Carl Erik Rinsch ist wegen Betrugs an Netflix zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 48-Jährige hatte mehr als elf Millionen US-Dollar erhalten, um eine Science-Fiction-Serie fertigzustellen – stattdessen investierte er das Geld in riskante Börsenspekulationen, Kryptowährungen und Luxusgüter. Das Gericht sprach von einem "vorsätzlichen und jahrelangen Betrug".

Wer ist Carl Erik Rinsch? Rinsch wurde vor allem durch den Fantasyfilm "47 Ronin" mit Keanu Reeves bekannt. Danach gewann er Netflix für das ambitionierte Science-Fiction-Projekt "White Horse", das später in "Conquest" umbenannt wurde. Die Serie sollte eines der großen Prestigeprojekte des Streamingdienstes werden – wurde jedoch nie fertiggestellt.

Wie begann der Betrug? Netflix hatte zunächst rund 44 Millionen Dollar für die Produktion bewilligt. Als Rinsch erklärte, das Budget reiche nicht aus, überwies der Streamingdienst weitere elf Millionen Dollar, damit die Dreharbeiten abgeschlossen werden konnten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte Rinsch jedoch nie vor, das Geld wie vereinbart zu verwenden.

Was machte er stattdessen damit? Anstatt die Serie fertigzustellen, überwies Rinsch die elf Millionen Dollar auf ein privates Brokerkonto. Zunächst verlor er rund sechs Millionen Dollar mit riskanten Aktienoptionen. Den verbliebenen Betrag investierte er in die Kryptowährung Dogecoin und erzielte damit hohe Gewinne. Anschließend begann eine luxuriöse Einkaufstour: Er kaufte fünf Rolls-Royce, einen Ferrari, Designerkleidung, Luxusuhren, Antiquitäten und zwei handgefertigte Matratzen im Wert von rund 638.000 Dollar.

Wie flog der Betrug auf? Die Dreharbeiten kamen immer wieder ins Stocken, obwohl Netflix weitere Gelder überwiesen hatte. Schließlich stellte der Streamingdienst das Projekt ein und leitete rechtliche Schritte ein. In einem späteren Schiedsverfahren wurde Rinsch bereits zur Rückzahlung von rund 8,8 Millionen Dollar verpflichtet. Parallel nahm die US-Justiz strafrechtliche Ermittlungen auf.

Wie lautete das Urteil? Ein Bundesgericht in New York verurteilte Rinsch zu 30 Monaten Gefängnis. Zusätzlich muss er die elf Millionen Dollar an Netflix zurückzahlen sowie weitere Anwalts- und Verfahrenskosten übernehmen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren gefordert.

Spielte seine psychische Gesundheit eine Rolle? Ja. Während der Strafzumessung argumentierte die Verteidigung, Rinsch habe unter erheblichen psychischen Problemen gelitten und befinde sich inzwischen in Behandlung. Richter Jed Rakoff räumte ein, dass manche Ausgaben – etwa fünf Rolls-Royce – auf einen "manischen Gemütszustand" hindeuten könnten. Gleichzeitig betonte er, dies entschuldige den Betrug nicht. Rinsch habe seine Taten bewusst geplant, über Jahre verschleiert und wiederholt gelogen.

Wie reagierte der Regisseur selbst? Vor Gericht zeigte er Reue. Das Strafverfahren habe ihn gezwungen, sich mit seiner Gesundheit und seinem Verhalten auseinanderzusetzen. Er versprach, den Rest seines Lebens daran zu arbeiten, das verlorene Vertrauen wiederzugewinnen. Sein Anwalt kündigte dennoch Berufung gegen das Urteil an.

Welche Rolle spielte Keanu Reeves? Schauspieler Keanu Reeves, der mit Rinsch bei "47 Ronin" gearbeitet hatte, schrieb dem Gericht einen Brief und bat um Milde. Er beschrieb den Regisseur als kreativen und mitfühlenden Menschen, der jedoch dazu neige, sich selbst zu sabotieren. Das Gericht nahm den Brief zur Kenntnis, folgte dem Wunsch nach einer noch milderen Strafe jedoch nicht.

Es darf wieder jeder in Bad "Deutsch-Regel" aufgehoben

Worum geht es? Nach heftiger Kritik hat das Heidebad in Halle an der Saale seine umstrittene Einlassregel wieder zurückgenommen. Künftig dürfen Badegäste nicht mehr wegen fehlender Deutschkenntnisse abgewiesen werden. Stattdessen setzen Betreiber und Stadt nun auf mehrsprachige Informationen und Piktogramme, damit alle Besucher die Sicherheitsregeln verstehen.

Was war der Auslöser der Debatte? Der Betreiber des Heidebads hatte angekündigt, Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse im Einzelfall nicht mehr einzulassen. Begründet wurde dies mit der Sicherheit: Kurz zuvor hatte Geschäftsführer und Rettungsschwimmer Mathias Nobel ein Kleinkind aus tiefem Wasser retten müssen. Der bis zu 13 Meter tiefe Badesee sei gefährlicher als ein gewöhnliches Freibad, deshalb müsse sichergestellt sein, dass alle Badegäste die Baderegeln verstehen.

Warum gab es so viel Kritik? Die Regel löste bundesweit eine Diskussion aus. Kritiker warfen dem Bad vor, Menschen aufgrund ihrer Sprache und damit mittelbar auch ihrer Herkunft auszuschließen. Die Stadt Halle erklärte, das Hausrecht dürfe nicht genutzt werden, um ganze Bevölkerungsgruppen vom Besuch auszuschließen. Zudem verwies sie darauf, dass Änderungen der Badeordnung als Pächter mit der Stadt abgestimmt werden müssten.

Wie lautet die neue Lösung? Nach einem Krisengespräch zwischen Stadt und Betreiber wurde ein Kompromiss vereinbart. Die Sprachregel wird aufgehoben. Stattdessen sollen künftig mehrsprachige Hinweisschilder, Piktogramme und weitere Informationen dabei helfen, dass alle Besucher die Bade- und Sicherheitsregeln verstehen – unabhängig von ihrer Muttersprache.

Ist damit das Sicherheitsproblem gelöst? Zumindest soll die Sicherheit nun anders gewährleistet werden. Der Betreiber betont weiterhin, dass das Verständnis der Baderegeln entscheidend sei. Die Stadt setzt jedoch darauf, Sprachbarrieren durch bessere Information zu überwinden, statt den Zugang zu beschränken.

A380 darf nicht starten Risse in der Flügel-Struktur entdeckt

Worum geht es? Der Airbus A380 steht erneut unter verschärfter Beobachtung der Luftfahrtbehörden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat für 16 Superjumbos dringende Sicherheitsinspektionen angeordnet, nachdem bei Routinekontrollen Risse in tragenden Teilen der Tragflächen entdeckt wurden. Betroffen sind vor allem Maschinen von Emirates sowie ein Flugzeug von Qantas.

Was wurde entdeckt? Die Risse befinden sich in sogenannten Wing Mid Spars – tragenden Holmen im Inneren der Tragflächen. Diese Bauteile verteilen die enormen Kräfte, die während Start, Flug und Landung auf die Flügel wirken. Nach Einschätzung der EASA könnten die Schäden die strukturelle Stabilität der Tragflächen beeinträchtigen, weshalb eine sofortige Überprüfung angeordnet wurde.

Welche Flugzeuge sind betroffen? Insgesamt müssen 16 Airbus A380 überprüft werden. Fünf Maschinen – alle von Emirates – dürfen erst nach einer Inspektion wieder Passagiere befördern. Elf weitere Flugzeuge, davon zehn von Emirates und eines von Qantas, müssen innerhalb von 25 Flugzyklen kontrolliert werden. Andere A380-Betreiber wie Lufthansa, British Airways oder Singapore Airlines sind nach jetzigem Stand nicht betroffen.

Müssen alle A380 am Boden bleiben? Nein. Von weltweit rund 180 noch im Einsatz befindlichen A380 sind lediglich 16 von der aktuellen Anordnung betroffen. Es handelt sich also nicht um ein generelles Flugverbot für den Flugzeugtyp, sondern um gezielte Kontrollen bei Flugzeugen mit einer bestimmten Produktions- und Einsatzhistorie.

Ist das ein neues Problem? Nicht ganz. Der A380 hatte bereits mehrfach mit Rissen an Tragflächenkomponenten zu kämpfen. Bereits 2012 ordnete die EASA weltweite Inspektionen an, nachdem Risse an Halterungen innerhalb der Tragflächen entdeckt worden waren. Airbus änderte daraufhin die Konstruktion und führte ein umfangreiches Reparaturprogramm durch. Die jetzt entdeckten Schäden betreffen allerdings andere Bauteile im Flügel.

Wie reagieren Airbus und die Airlines? Airbus unterstützt die betroffenen Fluggesellschaften bei den Untersuchungen und will die Ergebnisse gemeinsam mit der EASA auswerten. Erst danach wird entschieden, ob Reparaturen erforderlich sind oder die Flugzeuge ohne weitere Maßnahmen wieder eingesetzt werden können. Emirates kündigte an, die Inspektionen umgehend durchzuführen und mögliche Reparaturen vor einer Rückkehr in den Liniendienst abzuschließen. Qantas teilte mit, dass die betroffene Maschine ohnehin planmäßig zur Wartung am Boden stand und der Flugbetrieb deshalb nicht beeinträchtigt werde.

Besteht für Passagiere ein Sicherheitsrisiko? Nach Angaben der EASA gibt es derzeit keine Hinweise auf eine akute Gefahr für alle A380. Die Behörde hat vorsorglich gehandelt, weil Risse an tragenden Bauteilen grundsätzlich ernst genommen werden. Ziel der Inspektionen ist es, mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen und zu beheben, bevor sie sicherheitsrelevant werden.

Warum trifft es den A380 besonders? Der A380 ist das größte Passagierflugzeug der Welt und seit 2007 im Einsatz. Viele Maschinen haben inzwischen tausende Flugstunden absolviert. Mit zunehmendem Alter eines Flugzeugs gewinnen Ermüdungserscheinungen des Materials an Bedeutung. Airbus und die Behörden passen deshalb die Wartungsprogramme regelmäßig an neue Erkenntnisse an.

Drei Gipfelsiege für Kate Prinzessin auf Charity-Wanderung

Worum geht es? Prinzessin Kate hat eine der härtesten Ausdauerherausforderungen Großbritanniens gemeistert. Die Prinzessin von Wales absolvierte die sogenannte "National Three Peaks Challenge" und bestieg innerhalb von weniger als 24 Stunden die jeweils höchsten Berge Englands, Schottlands und Wales. Mit der Aktion sammelte sie Spenden für eine Krebsorganisation – und setzte zugleich ein sehr persönliches Zeichen nach ihrer eigenen Krebserkrankung.

Was ist die "Three Peaks Challenge"? Die Herausforderung gilt als eine der bekanntesten Ausdauerprüfungen im Vereinigten Königreich. Dabei müssen die Teilnehmer innerhalb von 24 Stunden den Ben Nevis in Schottland (1.345 Meter), den Scafell Pike in England (978 Meter) und den Snowdon beziehungsweise Yr Wyddfa in Wales (1.085 Meter) besteigen. Dazwischen liegen rund 740 Kilometer Autofahrt. Insgesamt werden etwa 37 Kilometer zu Fuß und mehr als 3.000 Höhenmeter zurückgelegt. Nur rund 40 Prozent der Teilnehmer schaffen die Challenge innerhalb des Zeitlimits.

Warum nahm Kate daran teil? Die 44-Jährige bezeichnete die Tour als eine sehr persönliche Reise. Nach ihrer Krebsdiagnose im Frühjahr 2024 und dem Abschluss ihrer Behandlung befindet sie sich inzwischen in Remission. Mit der Aktion wollte sie auf die Herausforderungen aufmerksam machen, die Menschen auch nach einer Krebsdiagnose begleiten, und Geld für die Royal Marsden Cancer Charity sammeln – jenes Krankenhaus, in dem sie selbst behandelt wurde.

Was sagte Kate über ihre Motivation? In einer Videobotschaft erklärte sie, sie sei dankbar, körperlich stark genug zu sein, um die Berge besteigen zu können. Gleichzeitig betonte sie, dass eine Krebserkrankung weit über die medizinische Behandlung hinausgehe und Betroffene auch emotional, psychisch und sozial belaste. Mit ihrer Wanderung wolle sie anderen Betroffenen zeigen, dass sie nicht allein seien.

Wie lief die Herausforderung ab? Kate absolvierte die Tour weitgehend ohne öffentliche Aufmerksamkeit. Unterstützt wurde sie unterwegs von den britischen Bergrettungsdiensten. Erst nach Abschluss veröffentlichte der Kensington-Palast Fotos und Videos der Wanderung. Am Ziel wurde sie von Prinz William, den Kindern George, Charlotte und Louis sowie ihren Eltern und ihrem Bruder James Middleton empfangen.

Ist das eine außergewöhnliche Leistung? Ja. Die National Three Peaks Challenge verlangt eine ausgezeichnete Kondition und gilt selbst für geübte Bergwanderer als äußerst anspruchsvoll. Dass Kate die Strecke nur rund anderthalb Jahre nach ihrer Krebsbehandlung bewältigte, wurde in Großbritannien weithin als bemerkenswerte sportliche und persönliche Leistung gewürdigt. Sie ist zudem das erste Mitglied der britischen Königsfamilie, das die Challenge erfolgreich abgeschlossen hat.

Welche Bedeutung hat die Aktion für Kate? Seit ihrer Rückkehr zu öffentlichen Terminen engagiert sich die Prinzessin verstärkt für Krebsbetroffene. Gemeinsam mit Prinz William ist sie Schirmherrin des Royal Marsden NHS Foundation Trust. Die Bergtour gilt als weiterer Schritt ihrer persönlichen Rückkehr ins öffentliche Leben.

"Was für ein Loser" Vorgänger Biden rechnet mit Trump ab

Worum geht es? Der frühere US-Präsident Joe Biden hat Donald Trump in einer ungewöhnlich scharfen Rede frontal angegriffen. Bei einer Veranstaltung der Demokratischen Partei im Bundesstaat Maryland bezeichnete Biden seinen Nachfolger als Verlierer ("What a loser") und warf ihm Korruption, Narzissmus, Inkompetenz und Machtmissbrauch vor. Es war Bidens bislang schärfste politische Abrechnung seit seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus.

Warum hielt Biden diese Rede? Biden sprach auf einer Spendengala der Demokratischen Partei in Maryland. Die Veranstaltung sollte die Partei auf die Kongresswahlen 2026 einschwören. Gleichzeitig nutzte der 83-Jährige die Bühne, um sich nach Monaten weitgehender Zurückhaltung wieder deutlich in die politische Debatte einzuschalten.

Warum nannte Biden Trump einen "Verlierer"? Biden machte sich vor allem über Trumps aus seiner Sicht kostspielige Prestigeprojekte lustig. Er kritisierte unter anderem den Bau eines neuen Ballsaals am Weißen Haus, Trumps Versuche, seinen Namen stärker mit dem Kennedy Center zu verbinden, sowie die umstrittene Sanierung des Lincoln Memorial Reflecting Pool, bei der die neue blaue Beschichtung bereits nach kurzer Zeit wieder abblätterte. "Was für ein Verlierer", sagte Biden mit Blick auf diese Projekte.

Welche weiteren Vorwürfe erhob Biden? Der ehemalige Präsident warf Trump vor, das Amt vor allem zur persönlichen Bereicherung zu nutzen. Wörtlich sprach er von einer Korruption "wie Amerika sie noch nie erlebt hat". Außerdem kritisierte er Trumps Umgang mit den NATO-Verbündeten, seine Russland-Politik sowie die Begnadigungen von Beteiligten am Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021.

Was sagte Biden zur internationalen Rolle der USA? Biden erklärte, Trump habe das internationale Ansehen der Vereinigten Staaten stärker beschädigt als jeder Präsident zuvor. Besonders kritisierte er, dass Trump traditionelle Bündnisse geschwächt und autoritären Staatschefs wie Wladimir Putin zu viel Entgegenkommen gezeigt habe.

Warum ist die Rede besonders bemerkenswert? Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt hatte sich Biden politisch weitgehend zurückgehalten. Zudem befindet er sich seit seiner Krebsdiagnose im vergangenen Jahr in Behandlung. Dass er nun mit einer derart scharfen Rede zurückkehrt, werten viele Beobachter als Zeichen, dass er den Demokraten im Wahlkampf wieder stärker helfen will.

Wie fiel die Reaktion aus? Bei den anwesenden Demokraten sorgte die Rede für viel Applaus und Gelächter, insbesondere nach der "Verlierer"-Bemerkung. Republikaner warfen Biden dagegen vor, selbst zur weiteren Polarisierung des politischen Klimas beizutragen. Aus dem Weißen Haus gab es zunächst keine ausführliche Stellungnahme.