Worum geht es? Drei Wochen lang saß Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy im Gefängnis, nun gab er bekannt, dass er über seine Zeit im Knast ein Buch geschrieben habe. Es heißt "Tagebuch eines Häftlings" und wird am 10. Dezember erscheinen.
Weshalb saß Sarkozy im Gefängnis? Er wurde Ende September wegen einer illegalen Wahlkampffinanzierung durch den damaligen libyschen Diktator Gaddafi im Jahr 2007 zu insgesamt fünf Jahren verurteilt, die er sofort antreten musste. Am 21. Oktober rückte der 70-Jährige im berühmten Gefängnis Santé in Paris ein.
Und warum wurde er so rasch wieder freigelassen? Sarkozy berief gegen das Urteil, das Berufungsgericht gab dem Antrag auf Haftentlassung statt.
Worum geht es in dem Buch? Vornehmlich um die Eindrücke des Häftlings, erste Auszüge lassen aber auf eher banale Erkenntnisse schließen: "Im Gefängnis wird das Innenleben gestärkt, ähnlich wie in der Wüste", so Sarkozy dazu vorab auf X. Denn: "Im Gefängnis gibt es nichts zu sehen und nichts zu tun."
Hat Sarkozy dort denn nichts gearbeitet? Nein, aufgrund seiner besonderen Stellung saß Sarkozy alleine in seiner etwa neun Quadratmeter großen Zelle, bewacht von zwei Sicherheitsbeamten, die in der Zelle daneben lebten. er hatte auch keinerlei Kontakt zu anderen Häftlingen.
Wie dick ist das Buch geworden? 210 Seiten, also etwas mehr als zehn Seiten für jeden seiner 20 Tage in Haft.
Könnte er nochmals in Haft kommen? Ah oui. In einer weiteren Anklage ergeht am 26. November das Urteil des Berufungsgerichts. Sollte er schuldig sein, droht ihm eine weitere einjährige Freiheitsstrafe – davon aber immerhin sechs Monate mit Fußfessel.
Worum geht es? In der kanadischen Provinz British Columbia hat ein Grizzly eine Schulklasse angegriffen, die auf einem Wanderweg im Wald unterwegs war. Insgesamt elf Kinder seien dabei verletzt worden, zwei seien in kritischem Zustand, so lokale Medien.
Wo ereignete sich der Angriff? In der Gemeinde Bella Coola, etwa 700 Kilometer nordwestlich von Vancouver an der Westküste.
Wie ging der Angriff vor sich? Die Gruppe machte in der Nähe eines Flusses Pause, um zu Mittag zu essen. Der Grizzlybär tauchte aus dem Wald auf und griff an. Mehrere Lehrer griffen physisch ein und setzten Bärenspray und einen Bärenknaller ein.
Was wird jetzt unternommen? Die Naturschutzbehörde sowie die Ortsregierung der lokalen indigenen Bevölkerung, die zur Nuxalk Nation gehören, riefen die Bevölkerung auf, die Region, in der der Bär gesichtet worden ist, vorläufig zu meiden. Auch die Schule, aus der die Klasse stammt, bleibt wegen des Vorfalls zunächst geschlossen.
Kommen solche Angriffe häufig vor? Nein, sie sind zum Glück sehr selten. In British Columbia wurden zwischen 2020 uns 2025 insgesamt elf Bärenangriffe gemeldet – bei einer Bären-Population von geschätzten 16.000 Tieren. Und die meisten Zusammenstöße passieren eher mit Schwarzbären als mit den – wesentlich größeren – Grizzlybären.
Worum geht es? Derzeit werden Schritt für Schritt die TV-Rechte an der Champions League vergeben. Es geht um die Spiele ab der Saison 2027/28 bis 2030/31. Für Deutschland und Großbritannien ist nun eine Entscheidung gefallen.
Was kommt? Das Rechtepaket wurde neu vergeben. Nicht mehr Sky oder DAZN kommen in Deutschland zum Zug, sondern die US-Anbieter Paramount+ und Amazon. Für die Kundschaft heißt das, es müssen neue Abos abgeschlossen werden.
Wer zeigt was? Das ist noch unsicher, es gibt keine offizielle Bestätigung für den Vorgang. Aber: Das Topspiel am Dienstag soll Paramount+ zeigen, das Topspiel am Mittwoch Amazon. Alle restlichen Spiele am Dienstag und Mittwoch hat Paramount+ gekauft.
Wer bekommt das Endspiel? Laut Bild soll das Finale in der Champions League auf Netflix laufen. Ausnahme: Wenn eine deutsche Mannschaft beteiligt ist, muss das Match im Free TV zu sehen sein.
Was heißt das für Österreich? Das ist noch unklar, das Rechtepaket wird erst später vergeben. Bisher dürfen Sky und Canal+ die Spiele vorrangig zeigen.
Worum geht es? Etwa 50.000 Menschen versuchen derzeit auf der COP30 in Belém (Brasilien) eine Lösung für die Erderwärmung zu finden. Nun wurde es auf dem Weltklimagipfel selbst tatsächlich heiß.
Was passierte? Auf dem Gelände brach am Donnerstag ein Feuer aus. Betroffen war insbesondere die sogenannte Blue Zone – das ist der Bereich, in dem sich Delegierte, Verhandler und Medien versammeln.
Was war die Folge? Das gesamte Konferenzgelände wurde evakuiert und für mehrere Stunden gesperrt. Ein Video zeigt das Feuer.
Gab es Verletzte? 13 Personen wurden wegen Rauchinhalation behandelt. Nach Angaben der Veranstalter gab es einen "begrenzten Schaden". Das Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, es sei niemand schwer verletzt worden, heiß es.
Was hat überhaupt gebrannt? Betroffen war nicht Betonbauten, sondern temporäre Pavillons aus Zeltstoff.
Weiß man was über die Ursache? Es wird ein elektrischer Defekt vermutet, z. B. durch einen Kurzschluss oder einen Fehler an einem Generator. Laut ABC News könnte der Ursprung des Feuers eine Mikrowelle in einem Stand gewesen sein.
Worum geht es? Um unglaubliche Vorwürfe, die von der Staatsanwaltschaft Mailand derzeit untersucht werden. "Touristen" sollen dafür bezahlt haben, um auf Menschen schießen zu dürfen. NewsFlix hatte erstmals am 12. November hier darüber berichtet.
Wann soll das stattgefunden haben? Während der Belagerung von Sarajevo (1992–1996) im Zuge des Bosnienkrieges. Die "Touristen" sollen Wochenendtrips gebucht haben, um in das Krisengebiet zu fahren.
Was soll dort passiert sein? Etwas, das in Medien und in den Ermittlungen als "Scharfschützen-Safaris" bezeichnet wird. Es gab dafür sogar Preislisten. Es wurden unterschiedliche Gebühren für die Tötung von Männern und Frauen eingehoben. Kinder kosteten mehr.
Wer behauptet das? Der Journalist und Schriftsteller Ezio Gavazzeni hat viele Beweise und Zeugenaussagen zusammengetragen. Der Akt soll 17 Seiten lang sein. Darunter befindet sich auch die Aussagen eines ehemaligen bosnischen Offiziers des Militärgeheimdienstes.
Was ist der Emittlungsstand? Die "Safari"-Touristen sollen von der norditalienischen Grenzstadt Triest aus in die Hügel oberhalb von Sarajevo gebracht worden sein, um von dort auf Passanten auf der Straße zu schießen.
War das bekannt? Die Schußattacken ja, über die "Touristen" gab es nur Gerüchte. Während der Belagerung von Sarajevo riskierten Zivilisten beim Überqueren des Hauptboulevards der Stadt regelmäßig ihr Leben. Er wurde als "Scharfschützenallee" bekannt.
Wie viel bezahlten die "Touristen"? In einem Interview mit der italienischen Zeitung La Repubblica behauptet Gavazzeni, dass es "mindestens hundert" Teilnehmer gegeben habe. Sie sollen bis zu 100.000 Euro bezahlt haben.
Was ist die neueste Entwicklung? Der serbische Präsident Aleksandar Vučić soll in den Skandal um die "Sarajevo-Safaris" verwickelt sein. Der kroatische Journalist Domagoj Margetić hat bei der Staatsanwaltschaft in Mailand Anzeige erstattet. Sein Vorwurf: Vučić sei in den Jahren 1992/1993 als Freiwilliger in Sarajevo gewesen.
Was heißt das konkret? Vučić, so die Anschuldigung, habe sich einer paramilitärischen Einheit angeschlossen, die unter Kontrolle der Serbischen Radikalen Partei stand, angeführt von Slavko Aleksić.
Reichen die Anschuldigungen weiter? Es gibt auch Behauptungen, dass Vučić von Scharfschützen-Positionen aus mitgewirkt haben soll – konkret soll er bei den Hügeln um Sarajevo gewesen sein, von denen aus Scharfschützen schossen.
Gibt es dafür Belege? Der Anwalt Čedomir Stojković, legte als "Beweis" Filmmaterial vor, auf dem zu sehen sein soll, dass Vučić ein Scharfschützengewehr hält.
Wie reagierte Vučić? Er bestreitet die Vorwürfe: Er sagt, was in den altem Filmmaterial wie ein Gewehr aussah, sei in Wahrheit ein Regenschirm gewesen.
Worum geht es? Vor drei Wochen war der chinesische Internet-Anbieter Shein in Frankreich in die Kritik geraten. Der Konzern bot auf seinem Internetportal kinderähnliche Sexpuppen zum Verkauf an.
Warum Frankreich? Weil Shein am 5. November den weltweit ersten physischen Store eröffnete. Er sperrte im Kaufhaus BHV Marais in der Pariser Innenstadt auf. Wegen der Sexpuppen blockierte Frankreichs Regierung gleichzeitig die Webseite des China-Händlers.
Wie reagierte Shein? Mit der sofortigen Entfernung der entsprechenden Produkte. Der Onlinehändler erklärte, dass man solche Erzeugnisse nicht dulde und eine interne Überprüfung eingeleitet habe. Die Produkte waren für alle zugänglich, auch für Kinder, es gab keine Filter.
Was passierte nun? Der Protest schwappte auf die USA über. Eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten fordert vom Fast-Fashion-Riesen Shein Aufklärung über den möglichen Verkauf von Puppen "mit kindlichem Aussehen" an US-Verbraucher.
Warum ist das bemerkenswert? Weil die Gruppe aus beiden politischen Lagern des Repräsentantenhauses gebildet wurde. Gemeinsam schrieb man einen Brief an Shein.
Was steht drin? Die Abgeordneten lobten Shein zwar für die rasche Reaktion, es aber "inakzeptabel" sei, dass diese Produkte jemals auf der Website verkauft werden durften. "Es steht außer Frage, dass diese Puppen Kindesmissbrauch und Ausbeutung fördern."
Wie groß ist die Gruppe? Der Brief wurde von 34 Abgeordneten unterzeichnet – 29 Republikanern und fünf Demokraten – angeführt von den Abgeordneten Vern Buchanan (Republikaner) und Debbie Wasserman Schultz (Demokratin) aus Florida.
Worum geht es? Spät aber doch durchleuchtet der Dachverband der deutschen Filmbranche SPIO ("Spitzenorganisation der Filmwirtschaft") die Vergangenheit seiner Ehrenmitglieder. Und entzieht nun 14 ehemals ausgezeichneten Filmschaffenden wegen ihrer Nazi-Vergangenheit ihre Ehrenmedaillen.
Wer ist davon betroffen? Die bekanntesten Namen sind der Schauspieler Heinz Rühmann (1902-1994), die Regisseurin Leni Riefenstahl (1902-2003), die Schauspielerin Olga Tschechowa (1897-1980) oder der Produzent Ludwig "Luggi" Waldleitner (1913-1998).
Was wird den Betroffenen vorgeworfen? Im Rahmen einer Studie der Organisation "zur NS-Vergangenheit ihres Führungspersonals und der Preisträge*rinnen der SPIO-Ehrenmedaille" wurden insgesamt 14 Personen, als "NS-belastet" oder "NS-konform" eingestuft.
Und da kommt man erst jetzt drauf? Viele der untersuchten Personen sind tatsächlich nur Insidern bekannt, weil sie hinter den Kulissen agiert haben. Aber dass etwa Leni Riefenstahl eine gewisse Nähe zum NS-Regime hatte, war wahrlich kein Geheimnis.
Wann erhielt Riefenstahl ihre Ehrenmedaille? 2002, anlässlich ihres 100. Geburtstages.
Warum wurde die NS-Vergangenheit erst jetzt untersucht? Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Verbandes und "angesichts des Erstarkens rechtsextremer Tendenzen in der Gesellschaft" wollte man ein Zeichen setzen, so die SPIO.
Worum geht es? Ausgerechnet im Supermarkt des Europäischen Parlaments in Brüssel entdeckte der italienische Landwirtschaftsminister Francesco Lollobrigida von der Regierungspartei Fratelli d'Italia eine belgische Carbonara-Sauce mit nicht authentischen Zutaten, vornehmlich Speck und Obers. Scandalo!
Und weiter? Der Agrarier machte seinem Ärger auf Facebook Luft: "Diese Produkte sind ein Paradebeispiel für 'Italian sounding', also Waren, die zwar echt italienisch klingen, es aber nicht sind." Es sei inakzeptabel, sie in den Regalen des Supermarkts des Europäischen Parlaments zu sehen, so der Minister.
Was tut die EU? Die Frage ist, was sie tun kann. Fratelli d’Italia wandte sich an EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola und forderte festzustellen, ob die belgischen Produkte gegen EU-Vorschriften verstoßen. Fortsetzung folgt.
Und wo steht das Ur-Rezept für Carbonara geschrieben? Das gibt es nicht, dass macht die Sache zusätzlich pikant. Um die "Erfindung" dieser Pasta-Variante ranken sich zahlreiche Mythen. Zuletzt torpedierte der italienische Universitätsprofessor Alberto Grandi in seinem Buch "Mythos Nationalgericht" die Entstehung der Carbonara, indem er sie in den USA ansiedelte.