Worum geht es? Seit Mittwoch heben die USA für viele Importprodukte aus Indien einen Sonderzoll von 50 Prozent ein. Die Maßnahme von US-Präsident Donald Trump hat massive Auswirkungen auf Welthandel und Weltpolitik.
Gab es nicht schon Sonderzölle? Ja, seit 7. August in der Höhe von 25 Prozent auf viele relevante Waren. Sie wurde nun quasi verdoppelt. Nicht betroffen sind unter anderem Pharma-Produkte und Computer-Chips.
Warum macht Trump das? Er will indirekt damit Russland unter Druck setzen. Indien ist nach China der wichtigste Ölkunde von Putin.
Was heißt das in Zahlen? Indien importiert pro Tag 1,5 Millionen Barrel Öl aus Russland, fast 250.000 Kubikmeter. Seit dem Angriff auf die Ukraine und Inkraftreten der Sanktionen ist das Volumen explodiert. 36 Prozent der indischen Ölimporte stammen aus Russland.
Was heißt das für die Weltwirtschaft? Indien ist die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Laut Daten des Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten importierten die USA 2024 indische Waren im Wert von 87,3 Milliarden Dollar.
Was heißt das für Indien? Das Land ist im Krisenmodus. "Sie alle sind Zeugen der Politik des wirtschaftlichen Egoismus in der Welt; wie jeder damit beschäftigt ist, seine eigenen Interessen zu schützen", sagte Premierminister Narendra Modi.
Was sind die Folgen? Die Zölle betreffen 66 Prozent der Exporte in die USA, das Volumen könnte 2026 auf 49,6 Milliarden Dollar schrumpfen, heißt es in einem Bericht der Global Trade and Research Initiative.
Welche Branchen sind vorrangig betroffen? Bekleidung, Textilien, Edelsteinen, Garnelen, Teppichen und Möbeln, heißt es in dem Bericht. "Hunderttausende Arbeitsplätze wären gefährdet."
Was sind die politischen Folgen? Trump treibt Indien in die Arme von Russland und China. Modi ist noch diese Woche in Peking zu Gast.
Worum geht es? Seit Amtsantritt macht US-Präsident Donald Trump laufend Ansprüche auf Grönland geltend. Er wolle die Insel "übernehmen", sagte er. Es blieb wohl nicht bei den Worten.
Was passierte? Der öffentliche dänische Rundfunk DR berichtete, dass drei US-Bürger mit Verbindungen zur Trump-Administration gezielt Lobbying-Arbeit in Grönland betrieben haben.
Wie lief das Lobbying? Die Männer sollen Listen erstellt haben, wer für Trump ist und wer gegen ihn. Zudem sollen Kontakte zu lokalen Akteuren geknüpft worden sein. Mit dem Ziel, die Beziehung zwischen Dänemark und Grönland zu schwächen.
Wie reagierte Dänemark? Am Mittwoch wurde der US-Chargé d’affaires, Mark Stroh (der aktuell höchste US-Diplomat in Dänemark), offiziell ins Außenministerium zitiert. Das Vorgehen wurde als "unakzeptabel" bezeichnet.
Was interessiert die USA an Grönland? Die Insel gilt als strategisch hochrelevant – aufgrund der Lage im nordatlantischen Raum, seiner mineralischen Ressourcen und seiner Bedeutung für Sicherheitspolitik.
Worum geht es? Der irische Songwriter Ray Heffernan schrieb "Angels". Er verkaufte den Titel 1996 Robbie Williams, der daraus einen Welthit machte und viel Geld verdiente. Davon will Heffernan nun was haben, berichtet die BBC.
Ging er bisher leer aus? Laut Eigenangabe erhielt er umgerechnet rund 8.700 Euro. Auf der Platte ist er nicht als Co-Autor genannt. Heffernan schrieb den Titel, nachdem seine Partnerin eine Fehlgeburt erlitten hatte.
Wie kam es zu dem Deal? Heffernan traf Williams zufällig in einer Dubliner Bar, im Haus seiner Mutter habe er ihm "Angels" vorgespielt, erzählte er dem Sunday Independent. In einem Studio in London wurde ein Demo aufgenommen, das legte Williams dann Guy Chambers vor. Er ist als Co-Autor des Songs aufgeführt.
Was plant der Musiker nun? Er bereitet rechtliche Schritte gegen Robbie Williams vor, um bis zu einem Drittel der zukünftigen Tantiemen aus seinem Song zu erhalten.
Auf welchem Weg? Er beruft sich auf die "Bestseller-Klausel" im Urheberrecht der Europäischen Union. Sie wird schlagend, wenn ein Werk unerwartet zu hohen Erlösen führt.
Wie reich ist Robbie Williams? Laut Sunday Times Rich List wird sein Vermögen auf 226 Millionen Euro geschätzt.
Worum geht es? Deutschland gehen die Soldaten aus. Die Wehrpflicht wurde am 1. Juli 2011 ausgesetzt, nun kehrt sie ein kleines Stück zurück. Freiwilligkeit wird zur Pflicht.
Was heißt das? Die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat ein Gesetzespaket zur Einführung eines neuen Wehrdienstes beschlossen. Es soll bald dem Bundestag zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden.
Was ist das Ziel? Langfristig eine aktive Truppe von 260 000 Soldatinnen und rund 200 000 Reservistinnen – insgesamt etwa 460 000 Einsatzkräfte. Aktuell fehlen der Bundeswehr 80.000 aktive Soldaten.
Wie soll das gehen? Mit einem Stufenplan. Ab Jänner 2027 sollen alle 18-jährigen Männer verpflichtend einen Fragebogen erhalten. Damit soll festgestellt werden, ob sie zum Wehrdienst geeignet und dazu bereit sind. Frauen können, müssen den Fragebogen aber nicht ausfüllen.
Was passiert danach? Ab 2028 sollen alle 18-jährigen Männer wieder zur Musterung. Angepeilt (wenn auch nicht so gesagt) wird ein System ähnlich wie das in Dänemark und Schweden. Melden sich ausreichend viele freiwillig, ist alles gut, sonst wird rekrutiert.
Was ist das Zuckerl? Es gibt deutlich mehr Sold. Wer den Wehdienst absolviert, wird künftig wie ein Zeitsoldaten bezahlt und soll mehr als 2000 Euro netto monatlich erhalten.
Worum geht es? Netflix hat 2023 angekündigt, eigene Erlebniszentren zu eröffnen. Ziel: Serien- und Filmwelten physisch erlebbar machen – ähnlich wie Themenparks, aber mit 9.000 Quadratmetern kleiner und urbaner. Nun stehen die Starttermine fest.
Wo gibt es "Netflix Houses"? In Philadelphia (King of Prussia Mall) wird am 12. November gestartet, Dallas (Galleria Dallas) folgt am 11. Dezember, Las Vegas (The Strip) 2027.
Was wird geboten? Eine Kombination aus interaktiven Sets, Restaurants (Netflix Bites), Fan-Shop, Theater, Mini-Golf, VR-Erlebnissen und Arcade-Spielen. Es soll jährlich neue Erlebniswelten geben.
Zum Beispiel? In Philadelphia "Wednesday: Eve of the Outcasts", ein makabrer Jahrmarkt rund um Wednesday. "Stranger Things: Escape the Dark“ und "Squid Game: Survive the Trials" in Dallas.
Was kostet der Spaß? Der Eintritt ist frei, viele Attraktionen erfordern aber separate Tickets. Der Vorverkauf beginnt im Oktober.
Worum geht es? Die Präsidenten der Verbände der Autohersteller und der Zulieferer schrieben einen gemeinsamen Brief an EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Sie fordern eine Anpassung der "Politik an die Realitäten".
Wer sind die Verfasser? Mercedes-Chef Ola Källenius für die European Automobile Manufacturers' Association (ACEA) und Matthias Zink, Chef der Antriebssparte bei Schaeffler, für die European Association of Automotive Suppliers (Clepa).
Was steht drin? Die Manager sprechen von der "letzten Chance der EU" die "heutigen Markt-, geopolitischen und wirtschaftlichen Realitäten" anzuerkennen. Und: "Die aktuellen CO₂-Ziele für 2030 und 2035 sind ohne politische Änderungen nicht mehr erreichbar."
Was ist gemeint? Der Sektor sei bereit, in die für die Dekarbonisierung erforderlichen Technologien zu investieren und diese bereitzustellen ...
... aber? "Europa ist derzeit in der Batterie-Wertschöpfungskette nahezu vollständig von Asien abhängig, verfügt über eine ungleichmäßige Ladeinfrastruktur, hat hohe Kosten in der Herstellung – auch für Strom – und unterliegt belastenden Zöllen, etwa dem 15-prozentigen Zoll auf EU-Fahrzeugexporte in die USA," heißt es im Brief.
Also Rückkehr zum Verbrenner? Das sagen die Manager nicht konkret. Sie fordern "stärkere Anreize auf der Nachfrageseite (Kaufzuschüsse, Steuersenkungen, geringere Ladekosten) und "eine faire Behandlung von Plug-in-Hybridfahrzeugen".
Also doch weiter mit E-Autos? Jein. Die Unternehmer sind für "Technologieneutralität", die alle Technologien umfasst, die zur Dekarbonisierung beitragen können. Also "Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride, Range Extender, Wasserstoff". Aber auch "hocheffiziente Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und dekarbonisierte Kraftstoffe".
Heißt also was? Mehr Förderung für E-Mobilität, den Verbrenner nicht verdammen. Am 12. September wird darüber verhandelt.
Worum geht es? Der französische Filmschauspieler und Regisseur Dany Boon ("Willkommen bei den Sch'tis") wurde offenbar von einem mutmaßlichen Betrüger um 7 Millionen Euro erleichtert, berichtet der Guardian.
Und? Die Geschichte, die der Beschuldigte Thierry Fialek-Birles dabei erfand, um an das Geld zu kommen, ist so komplex, dass sie aus einem der Filme des Franzosen stammen könnte.
Was ist geschehen? Der mutmaßliche Betrüger soll Boon zunächst 2,2 Millionen Euro abgenommen haben, um dafür dessen neu erworbene Segeljacht "Umaren" zu restaurieren. Monate später überredete er den Künstler, weitere 4,5 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, diesmal für ein Investment-Programm der irischen Zentralbank. Beide Male zahlte der Franzose das Geld auf ein Konto von Fialek-Birles Unternehmen ein.
Wurde er nicht stutzig? Doch, als er schließlich einen anonymen Hinweis erhielt, dass sein Geschäftspartner nicht den besten Rufe genieße, forderte Boon sein Investment zurück. Daraufhin tischte ihm der Beschuldigte eine abenteuerliche Geschichte auf, dass sein Unternehmen selbst verkauft worden sei, eher er untertauchte.
Wo tauchte er wieder auf? 2024 in Panama, nach einer weltweiten Fahndung durch Interpol. Inzwischen sitzt der Mann in Frankreich in Haft und wartet auf seinen Prozess, der im September in Nizza beginnen soll.
Wird Boon bei dem Prozess auch auftreten? Das ist zweifelhaft. Der Künstler gab sich zu der ganzen Geschichte bisher sehr wortkarg. Immerhin: Der Angeklagte hat erklärt, er wolle "Wiedergutmachung leisten" und Boon sein Geld zurückzahlen.
Worum geht es? Am Dienstag unterzeichnete Donald Trump eine neue Executive Order. Sie stellt das Verbrennen der US-Flagge indirekt unter Strafe.
Warum indirekt? Weil es ein Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA aus dem Jahr 1989 gibt. Danach fällt das Verbrennen der US-Flagge unter die Redefreiheit und ist vom ersten Verfassungszusatz geschützt. Es sei eine Form der politischen Meinungsäußerung, so die Richter.
Wie umgeht das Trump nun? Die Anordnung kriminalisiert nicht unmitttelbar das Verbrennen der Flagge. Generalstaatsanwältin Pam Bondiwird darin angewiesen, vorrangig gegen Fälle von "Flaggenentweihung" vorzugehen und das passende Gesetz dagegen zu finden.
Was heißt das? Wird eine Fahne angezündet, soll geschaut werden, gegen welches lokale Gesetze dabei verstoßen wird, also etwa "Beschränkungen für offene Verbrennungen".
Welche Strafen drohen? "Wenn man eine Flagge verbrennt, bekommt man ein Jahr Gefängnis, keine frühen Ausgänge, nichts", sagte Trump bei der Unterzeichnung der Durchführungsverordnung. Ob das hält, ist unklar.
Was ist das Ziel? Abschreckung, viel Symbolik. In der Executive Order steht, dass die Regierung den Respekt und die Heiligkeit der Flagge wiederherstellen will.