Worum geht es? Am Dienstag unterzeichnete Donald Trump eine neue Executive Order. Sie stellt das Verbrennen der US-Flagge indirekt unter Strafe.
Warum indirekt? Weil es ein Urteil des Obersten Gerichtshofes der USA aus dem Jahr 1989 gibt. Danach fällt das Verbrennen der US-Flagge unter die Redefreiheit und ist vom ersten Verfassungszusatz geschützt. Es sei eine Form der politischen Meinungsäußerung, so die Richter.
Wie umgeht das Trump nun? Die Anordnung kriminalisiert nicht unmitttelbar das Verbrennen der Flagge. Generalstaatsanwältin Pam Bondiwird darin angewiesen, vorrangig gegen Fälle von "Flaggenentweihung" vorzugehen und das passende Gesetz dagegen zu finden.
Was heißt das? Wird eine Fahne angezündet, soll geschaut werden, gegen welches lokale Gesetze dabei verstoßen wird, also etwa "Beschränkungen für offene Verbrennungen".
Welche Strafen drohen? "Wenn man eine Flagge verbrennt, bekommt man ein Jahr Gefängnis, keine frühen Ausgänge, nichts", sagte Trump bei der Unterzeichnung der Durchführungsverordnung. Ob das hält, ist unklar.
Was ist das Ziel? Abschreckung, viel Symbolik. In der Executive Order steht, dass die Regierung den Respekt und die Heiligkeit der Flagge wiederherstellen will.
Worum geht es? Im Montag veröffentliche Donald Trump auf auf Truth Social einen Brief,den er am Lisa Cook geschrieben hatte. Darin kündigte er der Gouverneurin der Fed ihre sofortige Entlassung an. Ein bisher einmaliger Vorgang.
Was ist die Fed? Die Federal Reserve, die US-Zentralbank also. Ihre Ziele werden im Federal Reserve Act festgelegt: "Maximale Beschäftigung, stabile Preise und moderate langfristige Zinssätze."
Wer führt die Fed? Ein Rat aus sieben Mitgliedern. Sie werden vom Präsidenten nominiert und dienen gestaffelt für jeweils 14 Jahre. Fed-Präsident ist Jerome Powell, der mit Trump häufig in Konflikt steht.
Wer ist Lisa Cook? Die 61-Jährige ist eine der sieben Gouverneure, hat zwei Bachelor-Abschlüsse und einen Doktortitel, promovierte in Wirtschaftswissenschaften an der University of California in Berkeley, lehrte auch in Harvard.
Wie lange dauert ihre Amtszeit? Laut den geltenden Regeln bis 31. Januar 2038. Sie wurde von Trump-Vorgänger Joe Biden ernannt, war die erste schwarze Frau im Gremium.
Warum will Trump sie los werden? Er ist mit der Fed übers Kreuz, verlangt Zinssenkungen. Offiziell wirft er Cook vor, sie habe bei der Beantragung von Hypotheken 2021 zwei Immobilien – ein Haus in Michigan und eine Eigentumswohnung in Atlanta – als ihren Hauptwohnsitz angegeben, um bessere Bankonditionen zu erhalten.
Ist da was dran? Sie bestreitet die Vorwürfe, bisher wurde kein Beweis vorgelegt. Trump aber spricht von einem "sufficient cause".
Was ist damit gemeint? Fed-Mitglieder können nur aus "wichtigen Gründen" entlassen werden. Definiert ist das nicht. Ein Urteil aus 1935 stärkt eher Cook.
Aber? Zuletzt hat der Oberste Gerichtshof mehrere vorläufige Urteile erlassen. Sie erlauben es Trump, unabhängige Regulierungsbehörden ohne Angabe von Gründen zu entlassen – ungeachtet des Präzedenzfalls von 1935.
Tritt Cook also ab? Nein, in einer Stellungnahme betonte sie, dass Trump keine rechtliche Autorität habe, sie zu entlassen, und kündigte an, nicht zurückzutreten. Stattdessen wolle sie ihre Aufgaben weiter erfüllen und juristisch gegen den Schritt vorgehen.
Was nun? Der Fall wird wohl vor dem Oberstgericht landen.
Worum geht es? Im Vorjahr kam es in Australien zu Anschlägen auf ein Restaurant und eine Synagoge. Die Regierung will nun über Beweise verfügen, dass der Iran hinter den "antisemitischen Taten" steht.
Wo fanden die Brandanschlägen statt? In Sydney auf die Lewis' Continental Kitchen und in Melbourne auf die Adass Israel Synagoge. Es dürfte aber "wahrscheinlich mehr Angriffe" auf jüdische Ziele gegeben haben, so die Behörden.
Was passierte genau? Das Feuer in der Lewis' Continental Kitchen, einem koscheren Café, verursachte am 20. Oktober 2024 einen Schaden von umgerechnet 560.000 Euro. Die Adass-Synagoge in Ripponlea wurde am 6. Dezember 2024 komplett zerstört.
Was passierte nun? Der australische Premierminister Anthony Albanese beschuldigte den Iranam Dienstag, hinter den Attentaten zu stecken und wies den den iranischen Botschafter in Canberra und drei Mitarbeiter aus. Die Botschaft wird geschlossen.
Gab es das schon? Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass Australien einen Botschafter ausweist. Er erfuhr erst eine halbe Stunde vor der Verkündigung davon und hat nun sieben Tage Zeit, das Land zu verlassen.
Was ist die Begründung? Die Australian Security Intelligence Organisation (ASIO) habe "glaubwürdige Informationen" über die Verstrickung des Iran geliefert, so Albanese. Die Täter seien eng mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden.
Worum geht es? Am 8. September will Frankreichs Premierminister François Bayrou die Vertrauenfrage stellen. Die Chancen sind groß, dass er sie verliert. und die Regierung platzt.
Warum? Im Hintergrund tobt eine Streit um das Budget 2026. Das Haushaltsdefizit betrug im Vorjahr in Frankreich 5,8 % des BIP. 2026 werden 4,6 % angepeilt, bis 2029 soll die EU-Marke von 3 % erreicht werden. Laut Bayrou wachsen die Schulden um 5.000 Euro je Sekunde.
Wie soll das gelingen? Mit harten Einschnitten. Schon im nächsten Jahr sollen 43,8 Milliarden Euro eingespart werden.
Wo soll das Geld herkommen? Soziale Leistungen, Renten werden eingefroren, das soll 7 Milliarden bringen. Die Gesundheitsausgaben werden gekürzt, höhere Selbstbehalte eingeführt (5 Milliarden). Im öffentlichen Dienst sollen Abgänge in die Pension nicht ersetzt werden.
Was sorgt für viel Empörung? Die geplante Abschaffung von zwei gesetzlichen Feiertagen: Ostermontag und der 8. Mai (Kriegsende) sollen entfallen.
Wo wird nicht gespart? Beim Militär. Das Verteidungsbudget soll um 6,5 Milliarden Euro erhöht werden.
Kommt Bayrou damit durch? Wohl kaum. Frankreich wird von einem Mitte-Rechts-Bündnis geführt, es hat in der Nationalversammlung keine Mehrheit. Die vier regierungsnahen Fraktionen verfügen zusammen über 210 Abgeordnete. Die Oppositionsparteien – links und rechts – kommen zusammen auf 353 Abgeordnete.
Was passiert jetzt? Mehrere Parteien haben bereits angekündigt, Bayrou das Vertrauen entziehen zu wollen. Für den 10. September ist zudem ein Generalstreik geplant. Frankreich versinkt im Herbst im politischen Chaos.
Worum geht es? Am Londoner Flughafen Oxford stellte Nigel Farage, Chef der rechten Reform UK, am Dienstag seine Asylpläne vor. Laut Umfragen liegt er in Großbritannien momentan auf Platz 1.
Was zeigen die Umfragen? Reform UK kommt derzeit auf 31 %, die regierende Labour auf 22 %, die Tories auf 17 %. Die Befragung (2.050 Personen) wurde im Auftrag von The Observer durchgeführt.
Wer ist Nigel Farage? Der Rechtspopulist war eine der treibenden Figuren des Brexit, verschwand danach kurz von der Bildfläche. Nun hat er gute Chancen, spätestens 2029 nächster Premier zu werden. Premier Keir Starmer gilt politisch als schwer angeschlagen.
Was ist der Abschiebeplan? Er werde innerhalb weniger Tage nach der Machtübernahme Notstandsbefugnisse erlassen, um die Ankunft aller kleinen Boote zu stoppen, sagte Farage. Zudem sollen innerhalb von fünf Jahren 600.000 irregluäre Einwanderer abgeschoben werden.
Wie soll das gehen? Farage nannte seine Kampagne "Operation Wiederherstellung der Gerechtigkeit". In der ersten Phase sollen Männern und Frauen abgeschoben werden, in der zweiten Hälfte unbegleitete Kinder.
Wie stellt er sich die Durchführung vor? Täglich sollen fünf Charterflüge abheben. Wenn das nicht reicht, will er die RAF Voyager, ein staatliches Flugzeug, für Abschiebungen einsetzen. Betroffene sollen davor auf Militär-Stützpunkten inhaftiert werden.
Gibt es keine rechtlichen Limits? Farage will aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten und den Human Rights Act durch eine britische Bill of Rights ersetzen.
Wohin soll abgeschoben werden? Farage deutete an, dass er sogar bereit sei, mit den Taliban oder der iranischen Revolutionsgarde Abkommen zur Abschiebung von Afghanen und Iranern zu schließen – selbst wenn ihnen bei ihrer Rückkehr Folter oder Verfolgung drohen würde, wie er andeutete.
Worum geht es? Der frühere deutsche Grünen-Vizekanzler Robert Habeck hatte am Montag seinen Rückzug aus dem Bundestag verkündet. In einem Interview dazu teilte er aus.
Wie zum Beispiel? Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sei "unfähig, ihr Amt überparteilich auszuüben", so Habeck. Den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder warf er "fetischhaftes Wurstgefresse" vor. Das will sich der CSU-Politiker nicht bieten lassen.
Wie reagierte er? Er wünsche Habeck "viel Glück außerhalb der Politik", sagte Söder zur "Bild". In der Politik sei Habeck "ja sehr erfolglos" gewesen. "Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg."
Ändert das sein Leben? Wohl kaum. "Ich werde weiterhin mit Freude bayerische Weiß- und fränkische Bratwürste essen", sagte Söder.
Worum geht es? Viele hielten es lange für Show, nun scheint es ernst zu werden. Auf Instagram gaben Pop-Superstar Taylor Swift und Footballer Travis Kelce am Dienstag ihre Verlobung bekannt.
Wie? Die Bilder zeigen Travis Kelce, wie er in einem romantischen, mit Blumen geschmückten Garten in die Knie geht – eine klassische Kulisse für einen Antrag.
Was fällt auf? Taylor Swift trägt dabei einen auffälligen Ring mit einem antik-angelehnten "Old Mine Brilliant Cut". Der Schmuck wurde zusammen mit der Designerin Kindred Lubeck von Artifex Fine Jewelry entworfen. Die Schätzungen des Werts reichen von 550.000 US-Dollar bis zu einer Million.
Was bejubelten viele? Den humorigen Bildtext. "Eure Englischlehrerin und euer Sportlehrer heiraten."
Was passierte mit dem Instagram-Post? Er ging erwartungsgemäß durch die Decke. Innerhalb weniger Minuten wurde er millionenfach gelikt.
Wie entstand die Liebe? Kelce erwähnte in seinem Podcast "New Heights" im Juli 2023, dass er dabei gescheitert war, Taylor nach einem ihrer Eras‑Tour‑Konzerte ein Freundschaftsarmband mit seiner Nummer zu übergeben. Sie hörte das und bang.
Wie wurde das öffentlich? Im Herbst 2023 besuchte Swift ein Spiel der Kansas City Chiefs, da ist Kelce Tight End. Sie kam mit seiner Mutter, ging auf die Party danach. Wieder bang.
Worum geht es? Die Reality-Show "Clarkson's Farm" ist auf Amazon ein Renner. Die britische TV-Legende Jeremy Clarkson zeigt als Quereinsteiger-Landwirt den Beruf von einer meist einladenden Seite.
Was ist die Folge? In Großbritannien hat das zu einem Boom bei Studien im Bereich Agrar-Ökonomie und Landwirtschaftsmanagement geführt, berichtet die Times. Fachschulen haben um bis zu 20 Prozent mehr Interessenten an ihren Lehrgängen.
Wollen alle sein wie Clarkson? Nicht ganz, es sind offenbar sein Landverwalter Charlie Ireland, genannt "Cheerful Charlie", und sein Farm-Manager Kaleb Cooper, die für den unerwarteten Boom sorgen. Cooper richtete 2023 sogar ein eigenes Stipendium an einer der Berufsschulen ein, um Quereinsteiger zu unterstützen.
Was ist "Clarkson's Farm"? Ein Reality-Format, das seit 2021 am Streaming-Sender Amazon Prime ausgestrahlt wird und mittlerweile bei vier Staffeln hält. Es geht darin um den britischen TV-Star Jeremy Clarkson ("Top Gear", "The Grand Tour") und seine Versuche, seine etwa 400 Hektar große Farm ertragreich zu machen.
Wird es eine fünfte Staffel geben? Ja, das wurde von Jeremy Clarkson persönlich bestätigt. Diese ist aktuell in Produktion und soll im Frühjahr 2026 on Air gehen.